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Full text of "Entomologische Zeitung"

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Stettiner 


Entomologische  Zeitung. 


64.  Jahrgang,-. 


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Entomologisclie  Zeitung. 


Herausgegeben 


von  dem 


entomologischen  Vereine 


STETTIN. 


Y  i e r u ii  d  s c c  h z i <i  ^s t e r    Juli r ff  a li li 


Stettin  1903. 

Druck   vun    R.   Grassniauu. 


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Entomologische  Zeilnog 

licrausgegcbcn  von  dem 

entomologischen  Vereine 

zu  Stettin. 


Redaction:  Dr.  Heinrich  Dohrn,  Vorsitzender. 
In  Commission  bei  der  BucbliandluDg'  R.  Friedländer  &  Sohn  in  Berlin. 


1903.  64.  Jahrgang.  Heft  I. 

Xeiic  RIcinfaltcr  des  Mittelnieergebiels. 

von  Pfarrer  A.  FliPllü  in  Bornich. 


1.   Tortrix  (Cacoecia)  vulpeculana  n.  sp. 

Vorderflügel  rostbräunlich,  dunkler  gegittert,  mit  gleich- 
farbigen Franzen  und  einein  dunklen  Schattenstreif  auf  dem  Innen- 
rande vor  dem  Hiiilerwinkel,  Hinterflügel  bleicligiau  nii(  breit 
roslgelblicher  Spitze..    9 — 10  mm.    $. 

Herr  Dr.  Hiniieberg.  den  ich  um  sein  Gulachten  ersuchte, 
dachte  bei  dieser  Art  an  eine  südliche  Form  der  Podana  Sc. 
oder  an  eine  nahe  verwandte  Art.  Die  Verwandtschaft  mit 
Podana  steht  außer  Zweifel,  aber  ihrer  Vereinigung  mit  dieser 
Art  widerspricht,  abgesehen  von  den  Besonderheiten  der  Zeich- 
nung, die  abweichende  Form  der  Vorderflügel :  die  Spitze  tritt 
weniger  vor,  ist  kaum  tuifwäits  erhoben  und  der  Saum  unter- 
hall)   der   Spitze   nur    schwach   eingezogen. 

Kleiner  als  Podana,  die  Flügel  kurz  und  breit.  Der  Vorder- 
rand der  Vorderflügel  binti'r  der  Wurzel  steil  aufwärts  strebend, 
aber  dann  nur  sanft  gesch^^  ungen.  Die  Färbung  rein  rost- 
bräunlich, obne  veilgraueii  Ton.  Vorderflügel  fein  dunkel  ge- 
gittert, das  Wnrzelfeld  ganz  ohne  Abgrenzung,  von  der  ül)rigen 
Flügelfläche  nicht  geschieden.  Ein  breiter  Schattenstreif,  der 
beiderseits  zerfließt,  liegt  auf  (hin  Innenrande  vor  dem  Hinter- 
ste«, entomol.  Zeit.  1903.  1* 


wiiikel  und  roieht  aui\värts  bi.s  in  die  Flügehnitlc.  tritt  abcv 
wenig  lu'ivor.  P^in  Costalfleck  ist  nicht  vorhanden  und  das 
Sauinl'eld  außer  der  Gitterung  nnbezeichnet,  also  ohne 
den  hi-aunen  Streif,  der  bei  Podana  oberhalb  des  Hinter\\  inkels 
aus  dem  Saume  zieht.  Keine  Saundinie.  Die  Frtiuzen  mit 
;h'r  übrigen  Flügell'läche  gleiehgefärbt,  ohne  die  liir 
Podann  charakteristische  schwarzbraune  Verdunkelung  an  der 
Spitze.  Die  llinterflügel  wie  bi-i  Podnna.  aber  viel  bleicher, 
auch  die  Unterseite«  ist  bleicher  und  ungegittert.  KojiT  und  Hrust- 
schild  mit  den  Schulterdecken  rostbraun,  der  Halskragen  schwach 
Ockergelblich,  Rücken  dunkelgrau.  Hauch  hell,  ockergelblich. 
2  $  aus  Konia. 

2.  Tortrix  (Cacoecia)  fallaciana  n.  sp. 

Voiderllügel  ockergelb,  biäunlieh  grau  getTtid  und  dunkel 
gegittert,  mit  einer  beiderseits  begrenzleii  braunen  (^(iierbinde  \(in 
i/;j  des  A'orderrandes  in  den  Hintere  inkel  und  einem  größereu 
braunen  Vorderrandsfieck  an  der  Spitze,  die  Hinterliügel  beider- 
seits glaubraun.      (^   6   mm,  ^  8   mm. 

Der  liiifasciana  nahe  verwandt,  unterschieden  duich 
anderen  Flügelschnitt,  schwächere  Falte  des  A'orderrandes,  stärkere 
(Ütlerung,  die  beiderseits  deutlich  begrenzte  Sehrägbinde  \\\\(\  den 
gi()Beren.    ebenralls  gut   begrenzten    Spitzenfleck. 

Die  Voidei-Hügel  schmaler  als  bei  l  nifasriana.  der  Vorder- 
riind  erbebl  sich  an  der  Wiiizvl  w cmger  steil  und  ist  bis  zur 
Spitze  gleit  hmäßig  sani'l  gebogen,  der  Saum  schräger,  nicht 
gerundet,  der  Umschlag  des  A^)r(lerrandes  ist  zwar  N'orliandeu, 
tälll  aber  wenig  aul".  Die  Färbung  ist  dckergelblieh  grau  mit 
biiiindicliem  Anihige,  der  Vordei'rand  um-  an  der  ^^  uizel  bräun- 
lich: ein  l)rauner  l'unUl  liegt  auf  dem  Innenrande  bei  '/;;  seiner 
Länge,  die  (üllerung  ist  schärfer  als  bei  der  ver\\andlen  Art, 
Itesondeis  im  Sannd'elde.  Die  Schrägbinde  begimd  schon  mit 
'/;.  der  N'ordenandsläng'  (bei  l'nifasriana  aber  vor  der  Mitte), 
ist    am  \  nrdenande  schmal,   gegen   den  Uinterw  inkel,   auf  den  sie 

Stett.  cDtoniol.  Zoit.  1903. 


zuläuft,  audallcnd  verbicilert,  beiderseits  i>ut  beurenzt  (bei  der 
hier  häutigen  Unifasciana  sali  icli  dies  nie),  die  Kegienzung  auf 
der  Wurzelseite  am  llinterwiukel  gekrümmt  wie  bei  der  ver- 
wandten Art,  ihre  Färbung  viel  dunkler.  Der  Vorderrandsfleek 
bat  die  Gestalt  eines  bis  zur  Spitz('  aiisgc  zogencii  Hboinltoids, 
ist  allseitig  gut  l)egrenzl  und  größer  iiiid  dunkler  als  bei 
Unifasciana.  Die  Franzen  wie  bei  letzterer,  die  llinterflügel 
braungiau,  Ko[ir  und  Brustseliild  oekerl)raun.  Aui'  der  Unter- 
seite ist  der  Vorderrand  der  Vordertliigel  nur  jc^nseils  der  Mitte 
schmal  ockergelblich,  bei  Unifasciana  der  ganze  Vorderrand 
breit  ockergelb  (,S)-  Sehr  verschieden  ist  das  $.  Es  ist 
große)',  seine  Vorderflügel  sind  dunkel  rostbraun,  schwach,  aber 
deutlich  gegittert.  Eine  breite  Seliattenbinde  zieht  vom  Vorder- 
rand in  den  Hinterwinkel,  die  Spitze  ist  schattenhaft  gebräunt. 
Von  Unifasciana -k^  unterschieden  durch  gestrecktere  Flügel, 
andere  Biegung  des  Vorderrandes  der  Vorderllügel,  die  schärfere, 
etwas  vorgezogene  Spitze  derselltcn,  schrägeren  Saum,  die,  wenn 
auch  schattenhafte,  so  doch  vorhandene  Scbrägbiude  und  dunklere 
Hinterflügel. 

2  ,^,    J   $,  alle  3  rein,   aus  Sizilien   (Castelbuono). 

3.    Conchylis  (Coceyx  Ld.}  ciliella  Hb. 

var.  Coniana;  Vortlertlügel  breiter,  reiner  brinfarben,  mit 
breiter,  matter,  auf  dem  Innenranfle  nicht  verdunkelter  ^littcl- 
binde,  am  Saume  sch\\ach  beinfai'ben  gewölkt,  die  Fi'anzt'u  mit 
fleischrothlichem  Antluge. 

Die  kleinasiatische  Varietät  der  bekannten  Ciliella.  Die 
Vorderflügel  sind  namentlich  I>eim  ^  von  der  AA'urzel  an  breiler, 
reiner  beinfarben,  ohne  den  grauhchen  Ton  unserer  Ciliella.  die 
Millelbinde  erhebt  sich  bis  zum  Vorderraiide,  ist  viel  breiter 
und  auf  dem  Innenrande  nicht  verdunkelt,  sondern  in 
ihrem  ganzen  Verlaufe  gleich  matt,  das  Spitzen-  und  Saumgewödk 
wenig  in  die  Augen  fallend,  nicht  grau,  sondern  der  (iiundfarl)e 
gleich,     der    Vorderrand     nicht     oder    kaum    ein     wenig    dunkler. 

Stctt.  «'utouiol.  Zeit.  lüu;i. 


niemals  80,  daß  es  aufTällt,  die  Franzen  mit  fleisohröfhlichem 
Anlliige.  Die  Hinterfliigel  des  ,^  weißgraii,  des  $  diiiikk-r  grau. 
Auch  die  l^nterseite  ist  heller,  an  den  Vordei-fliigiln  grau  mit 
hellem  Vorderrand  und  ebensolchen  Franzen,  die  Hinterflügel 
weißgrau. 

Ich  erhielt  7  frische  Exemplare,  alle  von  Konia  in  Anatolien. 

4.  Conchylis  (Coccyx)  suaveolana  n.  sj). 

Vorderflügel  schmal,  lang  gestreckt,  der  Vordei-rand  ganz 
gerade,  hell  beinfarben,  fleischröthlich  getönt  und  matt  f'ill)ern 
gemischt,  mit  breiter  Miltelbinde,  schwachem  S])itzengewölk  und 
graulichen  Franzen.     7  mm. 

Die  Vereinigung  dieser  Art  mit  Posterana  Z.,  welche  die 
Herren  Dr.  Hinneberg  und  A.  ßang-Haas  als  ihre  Mwnung 
aussprachen,  kann  ich  nicht  zugestehen,  da  der  so  sehr  ab- 
weichende Flügelschnitt  m  iders])riclit.  Die  Vorderflügel  sind  lang 
gestreckt  wie  bei  Elongana,  nach  außen  wenig  verbreitert,  der 
Vorderrand  ganz  gerade  und  dem  Innenrande  fast  parallel,  der 
Saum  sehr  schräg  und  daher  die  Spitze  schmal.  Sie  sind  matt 
beinfarben,  schwach  silbern  gemischt,  und  haben  einen  fleisch- 
röthlichen  Anflug.  Die  Mittelbinde  ist  breit  und  steht  genau  auf 
der  Mitte  des  Innenrandes,  so  daß  der  Halbiruugs])unkt  desselben 
auch  derjenige  des  aufliegenden  Theiles  der  Binde  ist.  (Bei 
Posterana  liegt  dieser  Halbirungspunkt  in  der  hinteren  Be- 
grenzung der  Binde,  so  daß  also  ihre  vordere  Begrenzung- 
deutlich  vor  den  Halbirungspunkt  des  Innenrandes  zu  liegen 
kommt.)  Sie  ist  matt  olivengrünlich  und  erhebt  sich  fast  in  der- 
selben Breite  bis  zum  Vorderrande,  wo  sie  aber  noch  matter 
wird.  Das  Spitzengewölk  olivengrünlich,  wenig  stärker  als  das 
matte  Saumgewölk.  Eine  silbern  aufgeblickte  Schläglinie  zieht 
vor  der  Spitze  aus  dem  Vorderrand,  läuft  gegen  den  Saum  mu\ 
an  diesem  entlang  bis  vor  den  Hinterwinkel.  Ivein  vorderer 
röthlicher  Anflug  in  der  Spitze  als  derjenige,  den  die  Grund- 
farbe   überhaupt    zeigt.      Die    Franzen    matt     olivengrünlicli    mit 

Stett.  entoniol.  Zeil.  1903. 


doppelter  Theilungslinie.    Die  Hiiiterflügel  gestreckter  und  pclimaler 
als  bei  der  verwandten  Art,   mit  schmalerer  Siu'tzi',   heim   ,^   hell- 
grau mit  dunkler  Saumhnie. 
Von  Kenia. 

5.  Cymolomia  Faillana  n.  sp. 

Kleiner,  VorderiUigel  mit  kurzem  Vorderrande,  wenig- 
schrägem,  am  Hinterwinkel  gerundetem  und  \\  urzelwärts  zuriick- 
gebogenem  Saume,  olivengrihi,  im  Wurzelielde  mit  rußig  schwarzen, 
undeutlich  Ideil'arben  gerandeten  (j>uerlinien,  im  Saumfelde  rußig 
schwarz  und  bleiern  gemischt,  nnt  schwarzen  I/ängss(rahlen  und 
2  lichten   Fleckchen   iUjcr  dem   Hinterwinkel,      o   mm. 

Der  einzigen  Art  dieser  Gattung,  Haiiigiana  Rtzb.,  nahe 
verwandt,  aber  Herr  Dr.  Hinneberg,  dem  ich  sie  zur  Begut- 
achtung vorlegte,  urtheilt  mit  Recht :  ,,Hal  fih-  Haiiigiana  etwas 
Fremdartiges."  Schon  der  Flügelschnilt  des  nur  kleinen  Falters 
ist  ein  anderer:  der  Vorderrand  der  Vordei-fliigel  ist  verhältniß- 
mäßig  kurz,  der  Saum  weniger  schräg,  unter  der  Spitze  fcliwach 
eingezogen,  auf  dem  Hinterwinkel  aulfallend  gerundet  und  dann 
am  Innenrande  wurzelwärts  zurückgebogen.  Das  Ohvengrün, 
welches  bei  Haiiigiana  nur  in  2  Binden  auftritt,  gewinnt  die 
Oberhand,  tritt  aber  nur  hinter  dem  Wurzelfelde  rein  auf^  im 
Wurzelfelde  selbst  wird  es  von  rußig  schwarzen  (i)iierlinieu  und 
undeutlichen  Bleilinien  abwechselnd  duichzogen,  aber  zu  aus- 
geprägten Binden  wie  bei  Haiiigiana  kommt  es  nicht.  Speciell 
wird  die  Aufhellung  auf  der  Mitte  des  Innenrandes,  also  diejenige 
Stelle,  welche  die  Grundfarbe  rein  zeigt,  wurzelwärts  nicht  durch 
eine  breite  Binde  scharf  begrenzt,  sondern  nur  duich  eine  ver- 
schwommene und  undeutlich  bleiern  gesäumte  rußige  (^uerlinie, 
so  daß  diese  Aufhellung  überhaupt  nicht  scharf  abgeschnitten  ist 
wie  bei  Haiiigiana,  sondern,  mit  dem  bloßen  Auge  betrachtet, 
auf  dem  Inneurande  in  das  Wurzelfeld  hineinzureichen,  also 
schräg  wurzelwärts  sich  zu  wenden  scheint,  während  bei  Har- 
tigiana  die  scharfe  AbschnittsHnie  des  Wmzelfcldes  schräg  saum- 

Slctt.  eutoiiiol.  Zeit.  lW<i. 


8 

wärls  ucriclilol  isl.  Dadurch  wird  ln-i  Faillana  die  Aiiriirlliiun- 
vcrhi-ci  I  cri.  Das  Saiiinlrld  mit  rußi<i,X'i'  und  Idricnicr  IMiM-liiiim-, 
alxT  keinen  ansu,obildeteu  Bleilinien-  am  deidiiclislen  i^t  nneh 
eine  breite  Hleilinie  vor  dem  Saume.  Kußiiie  Längsslraiiien  and 
.'fhwarze  Linien  ziehen  aus  den  Yorderrandsliäkehen  nach  dem 
Saume,  sind  aber  nur  am  Vorderrandc  deutlich.  Dei-  lichte  Fleck 
d()])nelt,  über  dem  Ilinterw  iid\el.  Die  Franzen  uran.  ihre  ^Vurzel 
heller,  hier  mit  einer  deutlichen 'riieilirngslinie.  liiiileillijoej  gnmliiaun. 
Von  Castelbuono  auf  Sicilien,  nach  meinem  d(u-tigen  ('(m-- 
respondenten,   Herrn   Faiila  Tedaldi,    benannt. 

6.  Phoxopteryx  (Ancylis)  lundana  F. 

var.  rhusiana:  Vordertlügel  rostroth  getont,  besonders  im 
Saumfelde,  ohne  Braun. 

Durch  die  rostrothe  Färbung  der  Voidertlügel  von  deutschen 
Lutulaua  sehr  abweichend.  Der  Iinienrandsfleck  vorn  kürzer 
und  saimnvärts  sehr  schräg  abgeschnitten,  schräger  als  bei 
deutschen  Lundana,.  seine  Fnrbe  rostbraun,  mit  ausgesprochenem 
rothem  Tone.  Das  Saumfeld  ganz  rosiroth^  die  Häkchen  sind 
am  Vorderrande  nicht  braun  gefleckt  und  die  für  Lundana  in 
ihrem  Verlaufe  charakteristische  Bleilinie  aus  dem  4.  Häckchen 
ist  wurzehvärts  tief,  aber  rein  rostroth  angelegt,  f»hne  jeden 
braunen  Antlng,  was  gegen  Lundana  cineu  sofort  in  die  Augen 
fallenden  Unterschied  abgiebt.  Auch  die  Spitze  ist  nicht  braun 
gefleckt,  sondern  rostroth.  Die  Hinterflügel  dunkelgrau,  etM^as 
lichter  als  bei  Lundana,  um  die  Spitze  rostgelb  angeflogen,  ebenso 
die  Franzen.  Unten  sind  die  Ilinterflügel  viel  heller,  gelblich 
weißgrau,  und  von  dem  dunklen  Graubraun  der  Vorderflügel 
heben  sieh   die  rostgelblichen  Franzen  scharf  hell  ab. 

Von  Konia,  otfenbnr  die  kleinasiatische  var.  unserer  deutschen 
Lundana. 

7.  Psecadia  fiinerella  F. 
var.   afFlatella:    Die  weißen  Stellen    der  Vordertlügel  blau- 
grau  berauclit. 

Etctt.  piitoiiiol.  Zeit.  11K)3. 


9 

Die  lichten  (regenflieko  vor  dtm  Hiiiterwiiikel  der  Vorder- 
tlügel  sind  kleiner,  auch  da.s  weiße  Wiir/elfeld  ist  ei noesch rankt, 
die  seliuaize  Kinde  daliinicr  erreieid  fast  den  Inneniand.  Alle 
nfich  iil>rig  addielienen  liclderen  Stellen  halten  das  W  r\[] 
gewöhnlicher  Ft/nrrclla  verloren,  statt  dessen  sind  sie  blaugrau 
beranchl,  ani  stärksti-n  das  VVurzelfeld.  Die  Kränzen  der  Hinler- 
tlügel  sind   auch   am   Innenrande   und    um   den  Hinler\A  iid<el  grau. 

Herr  Hermann  ^V^utzdol•tT  in  Kreslau  hraehte  diese  Varietät, 
deren  im  neuen  ( 'atalog  keine  F.r\\ähnung  geschieht,  von  seiner 
jüngsten  Palii.>-lina,talirt  mit.  Ich  erhielt  ein  schönes  r^,  dem  nur 
die  Fühler  fehlen. 

8.  Lita  trinella  n.  sp. 

Kleiner,  Vorderflügel  abwechselnd  ockergelblich  grau  und 
graubraun  gebändert,  Hintei'flügel  hellgrau,  seidenglänzend.    5  mm. 

Der  Liia  Pctri/i  so  außerordentlich  nahe,  daß  man  an  eine 
kleine  Varietät  dieser  bisher  nur  in  Thüringen  gefundenen  Art 
denken  könnte.  Aber  die  cickergelblichen  Flecke,  welche  Petryi 
auf  den  Vorderflügeln  führt,  sind  aufwärts  bis  an  den  Vorder- 
rand zu  um-egel mäßig  gestalteten  Querbinden  erweitert,  so  daß 
die  Flügel  wie  gebändert  aussehen.  Die  hellen  Binden  sind  reiner 
graulich  ockergelb  und  die  schwaizen  Flecke  in  den  dunkeln 
Stellen   nicht   so  ausgeprägt   wie  bei  Petryi  oder  fehlen  ganz. 

Viel  kleiner  als  Petryi;  mit  schmaleren  Flügeln.  Die  Wurzel 
der  Vordertlügel  ist  graubraun,  und  diese  Färbung  tritt  in  der 
Flügelmitte  spitz  in  das  dahinter  liegende  unbestimmt  helle  Quer- 
band ein,  welches  dadurch  gebrochen  scheint.  In  dem  nun 
folgenden  dunklen  Bande,  Mclehes  am  Vorderrande  breiter  als 
am  Innenrande  und  deutlich  ausgeprägt  ist,  verdichtet  sich  die 
eingemengte  schwaize  Beschuppung  am  äußeren  Rande  über  der 
Mitte  zu  einem  rundlichen  Fleck,  und  das  dahinter  liegende 
ockergelbliche  Band  ist  mngekehrt  am  A^trderrande  breiter  als 
am  Innenrande  und  saum\^ärts  schräg,  aber  ziemlich  gerade  ab- 
geschnitten.    Der  rundliche  schwarze  Fleck,  den   meine  8  Petryi 

Stett  entoniol.  Zeit.  1903. 


10 

liier  ;iii  (k-r  iiiiu'ren  Bi'üiciiziiiig  der  diiiikUii  Uiiidi'  lialicii.  t'i'hlt 
iirul  der  luiii  lolgendc  lichte  (^>iierslreil'  isl  m  Imial.  alier  .■■elinif', 
zieinlicli  gerade,  in  meiner  Mille. Mciiiin-  eiiigcf-cliiiiirl  und  aid'  (k-in 
Iniienrande  schwach  erweitert.  Alle  diese  Binden,  je  3  von  einer 
Farbe,  sind  so  geordnet,  daß  eine  die  andere  denllieh  althist. 
Das  Spitzenfeld  ist  braungrau  mit  schwar/er  l!<'seluij)]inng,  aber 
ohne  Fleck.  Die  Franzen  grau,  an  iliier  W'nizel  mil  einzelnen 
schwären  Schu]tj»en  belegt,  abei-  dline  die  bi-eite  Theilungs- 
linie  dei-  verwandten  Art.  Die  Ilinleillügel  weißlich  gelb- 
grau, seidenglänzend,  gegen  die  Spitze  nicht  verdunkelt,  viel 
heller  als  bei  Pefryi.  mit  gleich  gefilrliten  Franzen.  Das  Endglied 
der  Palpen  an  der  Wurzel  grau,  vor  der  breit  lichten  Spitze 
oben  mit  eincui  kleinen  schwarzen  Fleck.  (Bei  Petnji  grau,  an 
der  Spitze  mit  breitem,  schwarzem  King.)  Die  Beschu])pung  des 
zweiten  Gliedes  büschelförmig  abstehend.  Der  Hinlerleib  beider- 
seits graulich  ockergelb,  gelber  als  bei  Pelryi. 
Von  Eriwan,  ich  ei'hielt   ein  prächtiges  $. 

> 

9.  Coleophoia  angiistiorella  n.  sp. 

A'orderlliigel  metallisch  gelb  mit  zunehmendem  Kujtferglanz, 
die  Fidiler  dunkelbraun  mit  weißlicher  Spitze,  die  (ieif)el  an 
ihrem   Uisprmige  kaum  verdickt.     4  —  5  mm. 

Unserer  Alcyonipennella  verwandt,  verschieden  dnich  die 
gleichmäßig  K'hrnalen  Vorderilügel,  metallisch  gelbe  Färbung  und 
den   stärkeren  Kupferglanz. 

Die  Yorderflügel  schmaler  als  bei  Alcyonipennella,  beide 
Ränder  fast  parallel,  nur  an  dei-  AN  iiizel  messinggriin.  dann 
metallisch  gelb  mit  zunehmendem  Kupferglanz,  die  Sjutze  stark 
kupferig,  nicht  violett,  die  Franzen  an  der  Fliigelsjtitze  von  der 
Farbe  der  anstoßenden  Fläche,  darunter  graidn'ann  mit  über- 
tretenden metallischen  Schu])|)en,  di<'  llinteitlügel  schmal,  grau, 
die  Fühler  wie  bei  der  ver\\andten  Art  gebildet,  das  \\uizel- 
glied  gegen  das  Ende  erweitert,  unten  durch  Beschuppung  ver- 
stärkt,   auch    die    Geißel    ist    an    ihrem    Ursj)rnnge    etwas    durch 

Slott.  eiiloniol.   Zoit.   ]'J03. 


11 

Repchiippuiio;  verdickt,  aber  mir  wenig  und  nur  die  ersten  Glieder, 
so   daß  es   niehl    iuifVällt.      Die   Spitze   der  Geißel   i^t   weiß,    reiner 
und    in   ei  was  größerer  Ausdehninig  als  bei  Älcyonipennella. 
\(ni   Eriwan. 

10.  Col.  metallicella  n.  sp. 

Vordt'illiigei  glänzend  messinggriin,  in  der  S|>it/e  violettblan, 
die  Fiililer  am  Wurzelgliede  inid  am  Ursprünge  der  (leißrl  diireli 
melallif-ch  gliinzende  Selnippen  slai-k  verdiekt,  sonst  hraungran. 
t)   mm. 

Der  Ciipruriclla  Z.  in  der  Bildung  der  Fiililer  verwandt, 
verscliieden  durch  viel  breitere  Vordertlügel  und  die  violett- 
blaue   Spilze. 

Die  Vordei'lliigel  schon  v(mi  der  Wurzel  an  breit,  im  Vorder- 
rande nur  ganz  sch\\'aeh  kupterlarlten  angelaufen,  die  Spilze 
lebhal't  ])urpurblau.  Die  Beschuppung  der  Fühler  wie  bei  Cupra- 
riella.  am  F^nde  des  Wuizelgliedes  bildet  sie  etwas  abstehende 
Spitzen  und  ist  stahlldau.  Auch  die  ersten  Glieder  der  Geißel 
sind  durch  metallische  Bes-chuppung,  die  am  Ende  eines  jeden 
Gliedes  kurze  Spilzen  führt  und  allmählich  abnimmt,  auüallend 
verdickt.  Der  metalli.'-che  Glanz  ist  hier  abwechselnd  pur[)ur- 
violett  und  stahlblau.  Je  nach  dem  Lichte,  das  auf  die  metallischen 
Stellen  lallt.  Die  übrige  Geißel  braun,  das  letzte  Glied  fehlt 
meinem  Exemplare. 

Von   Eriwan. 

11.  Col.  implicitella  n.   sp. 

Vordertlügel  ockerbraun,  der  Voi'derrand  bis  in  die  Franzen 
beiderseits  fein  weiß,  m't  kurzer,  sehr  feiner  weißlicher  Falten- 
linie, die  Fühler  bis  ■•ji  auf  dem  Rücken  dicht  biäunlicli  grau 
behaart.      8   mm. 

Zur  Veiu  andtschaft  der  Wovlu'clla  gehtirig,  der  Oiiopordiclla 
zunächst,  unlt-rschiedcn  durch  die  bis  in  die  Franzen  fortgesetzte 
fein  ^^eißliche  V(M-derrandlinie  ur.d  (b"e  nur  bis  •^4  reichende 
Fühlerbehaarung. 

Stctt.  oiitomol.  Zoit.   lOOa. 


12 

Die  Vordcrflügel  ockerhrauii,  iiiilir  dein  A'orden-amlc  um 
dunkelstfii,  der  ^^ll(l(■|•!•;^lld  l)is  in  die  VurdcirandlVanzru  l'rin 
weiß,  die  Fallenlinie  luii-  kurz  nnd  ffclir  lein,  kanni  Iiemerkbar. 
Die  Fi-anzen  am  Vorderrande  ockergelblich  gran  mit  hellerer 
Sjtil/e,  die  Saumfranzen  zeigen  in  der  Fliigelspilze  die  Füibiing 
der  Vorderlliigel,  am  llinlei'w  inkd  sind  sie  gran.  Die  I'iihler- 
behaai'ung  ninnni  bis  zur  Mille  allniäblig  zu,  dann  rasch  ab  nnd 
M'ird  ganz  kurz,  vor  ihr  sind  die  Fiihl-'r  sehai-l"  dnnkel  getleckt, 
das  lelzle  Vierlel  ist  unbehaart  und  seine  Farbe  weiBlieh.  Das 
MittelglietI  der  Pa]])en  mit  vortrclendem  Busch,  das  Endglied 
wenig  kih-zer  nnd  aufwärts  gerichtet,  so  daß  der  Rusch  des 
zweiten,  welcher  bis  etwa  1/3  reicht,  absteht.  Oesichl  un(\ 
Palpen  hellgrau,  oekergelblich  getönt,  Küekensehild  oekei'braun, 
Schulterdecken   lu'U  ockei-gelblich   gran. 

Von  Eriwan. 

12.  Col.  longipalpella  n.  sp. 

Groß,  Vorderlliigel  graulich  schwelelgelli  mit  bis  an  die 
VorderrandlVanzen  reichender  weißer  Vorderrandstrieme  imd  breit 
weißem  Innenrande,  Palpen  sehr  lang,  das  2.  Glied  ohne 
Schup]ienbusch,  die  Fühler  weiß,   vorn  braunlieh  gefleckt.     10  mm. 

Eine  große  Art,  zu  Heinemanns  Ahlheiliuig  F.  gehörig 
(,.das  AVurzelghed  der  Fühler  ohne  langen  Haarbaselr- ).  Charak- 
teriirtisch  dadurch,  daß  nur  Vorder-  und  Inneniand  weiß,  Falten- 
und  Mittellinie  nicht  vorhanden  sind,  also  in  diesei'  Hinsicht  mit 
Niveicoslrlla  wnd  Albicßsfella  verwandt,  aber  viel  giößer  und 
von  anderer  Färbung.  Diese  ist  ein  uni-eines,  graulich  getöntes 
Sehwelelgelb,  am  dunkelsten  unter  dei-  ^'orderra^dslrieme  und 
in  der  Spilze.  Die  Vorderrandsl i-ii'UH'  breit,  in  den  Vorderrand- 
lVanzen bis  vf)r  die  Spitze  fortgesetzt.  Auch  der  gegenüberliegende 
Innenrand  ist  von  der  Wurzel  an  bis  zum  Hinterwinkel  breit 
weiß,  hier  verwaschen.  Falten-  und  Mittellinie  fehlen,  ^'order- 
randfranzen    an  der  AVurzel    gelb,    ihre    Spitze  weißHch.      Saum- 

Stett.  CEtomol.  Zoit.  1903. 


13 

franzen  hell  gelblich  grau,  nur  am  Hinterwiukel  ist  ihre  Wurzel 
mit  einzelnen  weißen  Haarscluippen  belegt.  Zweites  ralpeiiglied 
sehr  lang,  unten  kurz  bepehupj)t,  ohne  daß  es  zur  Bildung  eines 
Busches  käme,  nur  eine  dünne  Spitze  tritt  kaum  merklich  vor. 
Endglied  unter  halber  Länge  des  zweiten,  vorwärts  geneigt. 
Erstes  Fülilerglied  diireh  Schuppen  verdickt,  ohne  vortretenden 
Haarbusch.  Die  Geißel  weiß,  ihre  ersten  Glieder  vorn  bräunlich 
o-efleekt.  Hinterllüiicl  lanu'  "estreckt,  ^rau  mit  hellgelblich  grauen 
Franzen.  Ilinterleil»  oben  gi-au  mit  gelblieh  grauem  ACterbusch, 
unten   heller.      Beine   ^\'eißlich. 

Von   Konia.      leh  erhielt  ein  tadelloses  ^. 

13.    Col.  debilella  n.   sj). 

Klein,  Vorderllügel  lehmbräunlich  grau  mit  groben  dunklen 
Schu)»pen  reichlich  bestreut,  weißlicher,  unter  den  Vorderrand - 
franzen  bis  zur  Spitze  fortgesetzter  Vorderrandlinie  und  undeut- 
lichen weißlichen  Längs-  und  Schräglinien,  der  Schuppenbusch 
des  zweiten  Pal])engliedes  spitz,  die  Mitte  des  Endgliedes  nicht 
erreichend,  die  Fühler  hell  und  dunkel  geringelt.      5  mm. 

In  Heinemanns  Abtheilung  M  (3  gehörig,  der  Gnaphalii  Z. 
verwandt.  Die  dunklen  Schuppen  stehen  so  reichlich,  daß  da- 
durch die  Zeichnung  undeutlich  wird.  Die  Faltenlinie  breit,  durch 
die  auf  der  Falte  selbst  aufliegenden  Schuppen  getheilt.  Noch 
undeutlicher  ist  die  über  ihr  laufende  DiscoidaUinie,  welche  am 
Saume  aufwärts  strebt.  Auch  die  Schräglinien  vor  der  Spitze 
treten  selbst  bei  frischen  Stücken  zurück.  Die  weiße  Vorder- 
randlinie ist  dagegen  seharf  und  unfeihalb  der  Franzen  bis  zur 
Spitze  fortgesetzt,  unter  ihr  liegen  an  der  Spitze  einige  kurze 
braune  Striche.  Vorderrandfranzen  lehmbräunlich  mit  hellerer 
Sjjitze,  Saümfranzen  hellgrau,  an  der  \\'urzel  mit  weißhchen 
HaarM-lnippen  belegt.  Palpen  hellgrau,  der  Schuppenbusch  des 
2.  Gliedes  dünn  und  sj)itz,  die  Mitte  des  kurzen  Endgliedes  nicht 
erreiehend.      Kopf   grau,    das    Wuizelglied    der    Fühler    verdickt, 

Stett.  eiitomol.  Zeit.  1903. 


14 

die  Geißel  liell  und    duiike!  geringelt.     Ilinferlliigel  st-limtil,    grau 
mit  hellgrauen  Franzen.      Hintei-leib  grau,  Beine  hellgrau. 
Von  Eriwan,  ieh  erhielt  3  Exenij)kire. 

14.   Platyptilia  rhusiodactyla  n.  sp. 

Vorderflügel  mit  schmaleren  Zipfeln,  rostbraun,  mit  2  un- 
deutlichen braunen  Fleckehen  an  der  Spalte,  dritte  Hinterflügel- 
fcder  ohne   dunkk-  Si'luippen.      9 — 1 1    mm. 

Nach  Kippcnverlauf  und  Palpen  eine  Plalijpiilia  aus  der 
Verwandtschaft  der  Berframi  Rössk,  so  daß  Herr  Dr.  II  in  ne- 
ber g  geneigt  war,  das  Exemplar,  welches  ieh  ihm  zur  Begut- 
achtung vorlegte,  für  eine  zeiehnungsiose  Foi'm  dieser  Art  zu 
halten,  was  ieh  aber  nicht  für  wahrscheinlich  erachte,  da  die 
Form  der  Zipfel  abweicht:  diese  sind  schmaler,  und  die  Spitze 
des  Vorderzipfeks  ist  nicht  vorgezogen. 

Vorderflügel  rostbraun,  längsstreifig,  der  Vorderrand  fein 
gesprenkelt,  sonst  die  Flügel  fast  zeichnungslos.  An  der  Sjjalte 
liegen  2  braune  Fleckchen,  aber  nur  das  untere  fällt  beim  Be- 
trachten in  die  Augen.  Der  gelbe  Schrägslreif,  den  der  A^order- 
zipfel  bei  Berframi  dicht  hinter  der  Si)alte  führt,  ist  nur  in  den 
Vorderrandfranzen  angedeutet.  Diese  sind  zu  beiden  Seiten  der 
hellen  Lücke  dunkel  chocoladebraun,  welche  Färbung  sich  gegen 
den  Flügel  strichartig  abgrenzt,  in  der  Spitze  oekergelblich  grau. 
Saumfranzen  an  der  Wurzel  gelblich,  dann  mit  ockerbrauner 
Schattenlinie,  die  Spitzenhälfte  rein  grau,  nicht  weißlich 
gelb  wie  bei  Bcrtrami  und  dadurch  von  dieser  auf  den  ersten 
Blick  sich  scheidend.  Keine  Hinterrand-(Saum -)Linie.  Die 
Hinterflügel  wie  bei  Bcrtrami,  rostbräunlich,  heller  befranzt,  die 
3.  Feder  ohne  jede  Schuppenauszeichnung.  Der  Hinterleib  ocker- 
brami,  mit  undeutlichen  Längslinien.  Die  Btine  blaß  oeker- 
bräuidich  grau,   wenig  dunkler  angeflogen. 

Mit  Plat.  asialica  Bang-Haas  Liste  45,  die  neben  Berframi 
gestelli  wird,  ist  Rhnsiodacfyla  nicht  zu  verwechseln.  Sie  wird 
von  dieser  schon    durch  die  andere  Zeichnung    des  Vorderzipfels 

Stott.  entomol.  Zeit.  1903. 


15 

dev  Vorderllügcl  gvlrcnnl,  der  hei  Asialica  zwei,   wt'un  auch   ver- 
waschene,   so  doch    deutliche  weißgelhe    Schrägstreifeu    und    (hi- 
zwischen    ein   rehhraun  verdunkeltes   Mittelfeld  führt"-'). 
Von  Eri^^•an,   5   Exemplare,  2  $  ganz  rein. 

15.   Oxyptilus  geodactylus  n.  sp. 

Vordertlügel  gelbhräunlich,  sehr  matt  gefärl)t,  schwach 
dunkler  besiäuht,  i\vr  erste  lichte  Querstreif  des  Vorderzipfels 
wurzelwäi'ts  verlrielien,  Vorderrandfranzen  in  der  größeren  Wurzel- 
häil'te  schwarz,  nur  ihre  S})ilze  \\  eiß,  das  Schuppenhäufchen  der 
3.   Hinlerilügelfeder  dünn  und  matt.      7  mm. 

Ohschon  Herr  Dr.  Hin  neb  er  g,  der  gründliche  Kenner  der 
Kleinfalter,  die  Identität  dieser  Art  mit  Teucrii  in  der  var.  Celeusi 
aussprach,  so  kann  ich  doch  ihre  Vereinigung  mit  der  zuletzt 
genannten  Art,  von  welcher  ich  alle  bis  jetzt  aufgestellten 
Varietäten  in  grcißerer  Zahl  besitze,  nicht  zugestehen.  Die  Unter- 
schiede liegen  in  der  matten  Färbung  des  GeodactyUis,  des 
wurzelwärts  lano-  auso-ewaschenen  ersten  Schrägstreifs  des  Vordcr- 
Zipfels,  vorzüglich  aber  in  der  Färbung  der  Vorderrandfranzen 
und  dem  nur  dünnen  und  ganz  matten  Schuppenhäufchen  der 
3.  Hinterllügelfeder. 

Kleiner  als  Tciicrii  und  von  schwächhchem  Bau,  die  Vorder- 
flügel schmal,  sehr  matt  gelbbräunlich,  mehr  grau,  sparsam 
dunkel  bestäubt.  Der  1 .  Schrägstreif  des  Vorderzipfels  ist  wurzel- 
wärts in  lang  gezogener  Aufhellung  verwaschen,  so  daß  die 
Färbung  vor  der  Spalte  matter  erscheint  als  die  übrige  Fläche. 
Ein  braunes  Fleckchen  liegt  an  der  Spalte.  V(»rderrandfranzen 
zwischen  den  2  lichten  Schrägstreifen  des  oberen  Zipfels  schwarz- 
braun   wie    bei    Teiirrii,   von    dem    2.  lichten  Scbrägstreif  scharf 


")  PJaf.  (ift'utfirn  t3ai)n--H!ia8  in  lill.  NOrdcrIliitxcl  mit  den  Zipl'ohi 
se-linial.  Irtil»  ockeryelblicli.  an  den  o  IV.'wiAuvw  lniinnlidi  angelaui'en,  dci' 
Vordorziptol  mit  2  lichti>elblichcn  iSclu-äpstreifon,  dazwischen  rchbrami 
verdnniiflf.  der  1.  Streif  schräger  als  der  "2.,  der  letztere  auch  auf  den 
lliuicrüiijjclu  undcnliich  l'ortgeselzt.  II  nun.  Aus  Tura. 
Stet',  entomol.  Zeit.  1903. 


IG 

(lurclii-clinitton,  liinter  deiiiPclben  in  der  größeren  Wurzel hälfte 
wiederum  tief  sehwarzbraun,  nur  ihre  Spitze  ^veiß  (hei  Teucrii 
sind  sie  hier  ganz  weiß,  und  nur  an  ihrer  Wurzel  treten  einzelne 
schwarze  Schuppen  ein  wenig  über*),  in  der  Fiügeltspitze  dagegen 
ganz  weiß,  schail"  abstehend.  Die  helle  Linie  vor  dem  Saume 
des  Hinterziiil'els  malt,  aber  deutlich:  alle  diese  hellen  Linien 
sind  mehr  gelblich,  nicht  so  rein  M'ciß  wie  bei  Tcucni,  also  \\\e 
bei  Lora)) US.  Saumfranzen  des  Vorderzipfels  zweimal  fein  weiß- 
lich durchschnitten,  der  weiße  Durchschnitt  vor  dem  Hinter- 
winkel des  2.  Zipfels  nur  schmal,  die  Franzen  nicht  oder  nur 
wenig  mit  schwarzen  Haarschu})pen  bestreut.  Das  Schuppen- 
häufchen der  3.  Hinterflügelfeder  ist  zwar  ausgedehnt,  aber  die 
Härchen  liegen  ganz  dünn  und  sind  nur  sehr  matt  gefärbt,  so 
daß  das  Ganze  nicht  hervortritt,  sondern  undrutlich  wird.  Der 
Hinterleib  (»ben  licht  gelbgrau,  mit  bräunlicher  Mittellinie  und 
eben  solcher  doppelter  Nebenrückcnliiiie.  Die  Hinlerbeine  bräun- 
hch,  hell  gefleckt. 
Von  Eriwan. 


Einige  neue  Cleriden  des  Steltiner  Museums. 

Vuii  )!iig;iii.  SelieiiUliiijä;^.  Ilainljurg. 


Xenoithrius  siniplex  sp.  n. 

Rufo-testaceus,  capite  prothoraceque  obscurioribus,  pectore 
brunneo,  elvtris  basi  lateribusque  fortiter  strialo  pnnctatis.  — 
Long.  8  —  9  nun.   —  Hongkong  (Bowr). 

Fast  einfarbig  i-othgelb,  nur  Kopf  und  Halsschiid  mehr 
dunkclroth  und  die  IJrnst  braun;  überall  lang  und  dicht  gelb 
behaart.  Halsschild  in  (Kti  hinteren  2/;.  dichl,  aber  zienilich 
fein  gekörnt.  Flügeldecken  mit  deutlichen  Punklreihen,  von 
denen  aber  nur  die  äußeren  bis  fast  zur  Spitze  reichen,   ^\  ährend 


•^)  Ich  sehe  eben,  daß  Lormnis  die  VorderrandlVaiizcn  ähnlich  hat 
wie  Geoductylus.  also  ein  weiterer  Unterschied  von  Teucrii  auch  für  diesen. 
Gtett.  entomol.  Zeit.  1903. 


17 

die  der  Naht  zunächst  hegenden  bald  hinter  der  Basis  aufhören ; 
der  nicht  punktirte  Theil  der  Fhigeldecken  ist  schwach  gestreift. 
Die  Art  ähnelt  in  der  Färbung  dem  Xen.  tvuncatus  Gorh., 
in  der  Skulptur  der  Flügeldecken  dem  Xen.   trallacei  Gorh. 

Trogodendron  aurotomentosum  sp.  n. 

Nigruni,  opacum,  iiigro-pilosuni,  occipite  elj'trorumque  apice 
aurotomentosis,  prothoracc  fortiter  ruguloso,  elytris  antice  grosse 
seriatini  punctalis,  apice  subnitidis,  fere  laevibus,  subtiliter  punc- 
tatis,  fascia  media  obliqua  flava,  antennis  pedibusque  nigris.  — 
Long.  14  mm.   —  Gawler  (Nick). 

Die  Art  ist  an  den  sch\A^arzen  Fühlern  und  an  dem  guld- 
gelbcn  Toment,  mit  dem  der  Scheitel  und  die  Spitze  der  Flügel- 
decken +  dicht  bedeckt  ist,  leicht  kenntlich.  Die  grobt-n  Punkt- 
reihen der  Flügeldecken  gehen  durch  die  gelbe,  beiderseits  ab- 
gekürzte, schräg  von  außen  und  hinten  nach  innen  und  vorn  ver- 
laufende Mittelbinde  hindurch  und  lassen  nur  das  letzte  Drittel 
der  Flügeldecken  frei.  Auf  den  Basalhückern  der  Flügeldecken 
fehlt  der  sonst  für  Trogodendron  (im  Gegensatz  zu  Olesferua) 
charakteristische  Haarpinsel,  es  sind  statt  dessen  nur  einzelne 
Haare  a\  ahrnehmbar;  nitigliclierweise  ist  aber  das  Haarbüschel 
bei  dem  einen  vorliegenden  Stück  al)gerieben.  Kopf  und  Hals- 
schild sind  kürzer,  aber  dichter  als  die  Flügeldecken  behaart. 
Die  beiden  Basalglicder  der  Fühler  sind  auf  der  Unterseite  roth ; 
die  Fühler  sind  sonst  wie  l)ei  Trog.  fasriritlatHm  Schreib,  gebildet. 

In  der  Gestalt  dem  Trog.  inoni<tro!<nni  Gorh.  am  nieisteu 
ähnelnd. 

Apopempsis  gen.  nov. 
üculi  pilosi,  antiee  prol'unde  excisi,  subtiliter  gnuiulati, 
labrum  emarginatum;  paipi  maxillares  articulo  ultimo  cvliiidrico, 
labiales  eodem  longe  tiiangulari;  antennae  1 1-ai'ticulatae,  arti- 
eulis  5 — 11  clavam  latam  i^lanam  formantil)us,  articulis  T)  — 10 
eordiformibus  quam  in  gcnere  Cardiostichiix.  l'rothorax  trans- 
versus,     antice    fortiter    impressus,     lateribus    rotund;itis.      Klytra 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903.  2 


18 

prolhorace  latiora,  paullo  convexa,  fortitei-  suleala,  in  siilcis 
Iransversim  punctala.  Tavsi  5-aiLiculati,  urliciilo  ])riiu()  f-uj»ra 
inexplicato,  articulis  4  piiinis  lamellatis,  unguiculis  basi  dcntatis. 

Die  Gattung  läßt  sich  kurz  dahin  chavakterisiven,  daß  sie 
die  Fühler  eines  Canliostichys  und  die  Flügeldecken  eines 
Placoccrus  besitzt.  Im  Habitus  stimmt  sie  mehr  mit  der  zuletzt 
genannten  Gattung  ülierein.  Wie  bei  dieser  sind  die  Flügel- 
decken tief  gefurcht  und  in  den  Furchen  mit  großen,  tiefen,  quer 
gestellten  Punkten  versehen.  Die  Fühler  bilden  mit  den  7  letzten 
Gliedern  eine  breite,  flache  Keule;  die  Glieder  derselben  sind 
herzförmig,  aber  nicht  so  breit  wie  bei  Cardiostichns,  sie  hängen 
nur  lose  an  einander  und  sind  lang  behaart.  Die  Augen  sind 
dicht  kurz  behaart,  die  Klauen  an  der  Basis  kurz,  aber  deutlich 
gezähnt. 

Es  ist  möglich,  daß  sj)ä(er,  wenn  noch  mehrere  Arten  be- 
kannt sind,  diese  Gattung  mit  den  ihi*  verwandten  Genera  zu 
einem  großen  Genus  mit  verschiedenen  Untergattungen  zusannnen- 
o-ezoeen  werden  muß.  Die  Galhuii'cu  lassen  sich  folgendermaßen 
unterscheiden : 

1.  Die  Kiefertaster  mit  cylindrischem,  die  Lipi)entasler  mit 
lang   dreieckigem  Endglied. 

2.  Fühlerglieder  5 — 10  vorn   seharfeckig,  dicht  an  einander 
geschlossen. 

3.  Flügeldecken  tief  gestreift,  die  Streifen  mit  groben,  queren, 
dicht  gestellten  Punkten;  Augen  behaart  .  Placorenis  K\. 

3a.  Flügeldecken   fein    puuktiit-gestrcift;   Augen   kahl   .     . 

Plafhanorcra  Hchklg. 

2a.  l^'iihk'rgHfder    5  — 10  herzförmig,    lang   behaart,    lose  an 

einander  hängend. 

4.  Flügeldecken     tief    gefurcht,     die    Furchen     mit     groben, 
queren,   dieht  gestellten  Punkten  .     .   Apopempsis  Schklg. 

4a.  Flügeldecken     nur    schwach    gefurcht,    die    Furchen    mit 
runden,    dachen,    mehr  einzeln    stehenden   Punkten 
Cardiosfichus  Quedf. 

Stett.  ontüinol.  Zeit.  1903. 


19 

la.  Die  Endglieder  beider  Taste]])aare  von  gleicher  Form. 
5.     Alle  Palpen    mit  langem,    scharf  zugespitztem  Endglied; 

Halsschild  vorn  scharf  aufgekantet  .  Lacordarius  Kuw. 
5a.  Alle  Palpen  mit  cylindrischem  Endglied;  Halsschild  vorn 

nicht   aufgekantet Euplacocerus  Kr. 

Apopempsis  pulchia  sp.  n. 

Flavo-testacea,  nitida,  dense  pilosa,  capite  prothoraceque 
densissime  inconspicue  punctulatis,  elytris  sulcatis,  in  sulcis  pro- 
funde transversim  punctatis,  striga  capitis,  prothoracis  vitta 
laterali  alteraque  in  medio  elytrisque  nigris,  his  ultra  medium 
macula  communi  e  pilis  albis  sericantibus  formatu.  —  Long. 
8  mm.   —  Kamerun:  Barombi  (Couradt). 

Kopf  und  Halsschild  äußerst  fein,  kaum  sichtbar  punktirt, 
der  erstere  gelbroth  mit  schwarzem  Stirnstreif,  neben  demselben 
dicht  goldgelb  behaart,  Fühler  schwarz,  lang  behaart.  Halsschild 
gelbroth  mit  breitem  schwarzen  Mittelstreif  und  schwarzen  Seiten, 
dazwischen  dicht  goldgelb  behaart.  Flügeldecken  schwarz,  dicht 
und  kurz  schwarz  behaart,  mit  tiefen  Längsfurchen,  deren 
Zwischenräume  fast  kielartig  sind,  in  den  Furchen  mit  queren, 
dicht  gestellten  Punkten,  hinter  der  Mitte  befindet  sich  ein  ge- 
meinschaftlicher Fleck  aus  weißen,  seidenglänzenden,  kurzen 
Haaren,  auch  seitlich  neben  demselben  sowie  im  vorderen  Drittel 
der  Flügeldecken  sind  solche  glänzende,  aber  kleinere  Haarflecke 
sieht) »ar.     Unterseite   und  Beine  gell)roth. 

Lacordarius  erythrus  Kuw.  var.  nigromaculatus  ni. 

Rufo-testaceus,  antcnnis,  capitis  maculis  (huibus,  Iboracis 
])unclis  rolundis  duobus,  elUroriim  basi  nigris,  pictitris  lateribus 
pedihusque  nigio  macidatis.  —  Long.  8  n)ni.  —  Kaincrun: 
Barombi  (Conradt). 

Das  interessante  Stück  iial  <lie  Endglieder  beider  Taster- 
paare sehr  lang  und  dünn  und  scliarC  zuges])ir/J,  das  HalHSchild 
ist  vorn  scharf  aufgekantet,  die  Zugehörigkeit  zur  (ialtnng 
Lacordarius  Kuw.  (Ann.  Soc.  Ent.  Belg.  1893  p.  488)  erscheint 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903.  '2* 


20 

also  zweifellos.  Während  die  von  Kuwert  a.  a.  0.  beschriebene 
Art  erythrus  anf  der  Oberseite  einfarbig  rothgelb  ist,  bat  das 
vorliegende  eine  Stück,  das  icli  als  Varietät  zur  Kuwert'schen 
Art  auflasse,  verschiedene  schwarze  Flecke.  Auf  der  Stirn  be- 
iindct  sich  ein  runder  schwarzer  Punkt,  auf  dem  Scheitel  ein 
länglich-viereckiger  schwarzer  Fleck.  Das  Halsscbild  trägt  auf 
(Uni  vorderen  Tbeiie  der  Scheibe  2  ziemlich  große  runde  schwarze 
Punkte.  Die  Kasis  der  Flügeldecken  ist  in  ibrer  ganzen  Breite 
schwarz  fferandet.  Die  Unterseite  und  die  Beine  sind  heller  gelb 
als  die  Oberseile.  Vorder-,  Mittel-  und  Hinterbrust  sind  an  den 
Seiten  schwarz  gefleckt,  letztere  trägt  auch  jederseits  am  Hinter- 
rande einen  kleinen  scbwaizeii  Pindvt.  An  i\i'\\  Beinen  weisen 
die  Schenkel  einen  +  großen  scbwaizen  Längsdeck  auf,  di(> 
Scbienen  sind  in  der  Mitte  scbwarz  geringt  (»der  gefleckt  und 
haben  eine  schwarze  Spitze,  die  Tarsen  sind  gelli,  die  Klauen 
gebiiuint.  Die  P'iibler  sind  ganz  schwarz.  Der  K(>j)f  ist  deutlich, 
aber  niclil  (liebt  puiiktirl,  auf  dem  glänzenden  Halsschilde  be- 
finden sieb  nur  wenige  eingestochene  Punkte.  Die  Flügeldecken 
sind  viel  dicblei-  als  der  K(t)»f  |iunklirl  inul  mati,  nach  der  Spitze 
zu,  \\u  die  Farbe  albiiiildieb  aus  IJdlli  in  Gelb  übergeht,  werden 
die  Piinkle  feiner.  Die  Scbienen  und  Färsen  sind  lang  und 
dicht  gell»    bebaart. 

Pelonium  sexnotatum  Kl.  var.  quadrinotatum  m. 
et  octoplagiatum  m. 

Ein  KNenij>lar  des  Museums  v(»n  (.olumbia  (Pehlke)  weicht 
von  der  Stammait  dadurch  ab,  daß  sich  an  der  Basis  der  Flügel- 
decken nur  eine  sehw  arze  Längslinie  befindet,  während  die 
S(-;luillerlinie   lebll.      leb    nenne    diese    Form    var.   quadrinotatum. 

I!ei  diesei-  Gelegenlieif  niöelile  ieb  auf  eine  andere  Form 
aiilinerksam  niaelien,  die  ich  in  der  Sammlung  des  Museums 
(ien(»\a  fand  inul  die  aucli  in  nu'iner  Sanindung  Ncrtrelen  ist. 
Bei  dem  Oenueser  Stück,  von  Paraguay  stammend,  finden  sich 
an  Stelle  des  schwarzen   fpiergestellten  Fleckes  auf  der  Mitte  der 

Stctt.  eutomol.  Z.>it.  1903. 


21 

Flügeldecken  je  2  Flecke,  der  eine  ist  dicht  neben  der  Naht 
gelegen,  der  andere  liegt  etwas  mehr  zurück  und  ist  sehr  in  die 
Breite  o-czo"-en,  so  daß  er  fast  bis  an  den  Seitenrand  reicht. 
Die  innere  der  beiden  vorderen  Tjängsl)iii(k'n  wird  nach  hiiilcn 
scbmäler.  --  Drei  Stücke  in  meiner  Sammlung  von  Goyaz, 
erhalten  von  H.  Donckier-Paris,  kann  ich  von  dieser  Form  nicht 
trennen,  wenngleich  der  binicre  äußere  Fleck  auf  den  Flügel- 
decken kleiner  und  schmäler  ist  und  die  innere  vordere  Längs- 
binde sich  kaum  nach  hinten  verschmälert.  Die  Stücke  ähneln 
dem  Pel.  octonotatum  Gorh.,  dieses  hat  aber  llgliedrige 
Fühler,  auch  ist  die  Stellung  der  schwarzen  Flecke  eine  andere. 
Ich  bezeichne  .  diese  Form,  die  im  übrigen  wie  die  vorige 
mit  der  Stammart  vollkommen  übereinstimmt,  mit  dem  Namen 
var.  octoplagiatinn. 


Beitrag  zur  Staphylinidenfauna  von  Ostindien 
nnd  den  Sundainseln 

von  Dr.  Illax  BerMliatiei*  in  Stockoran. 

1.  Myrmedonia  brevipennis  nov.  spec. 

,^  Nigerrima,  nitidula,  tibiis  tarsisque  rufo-i)iceis,  tborace 
transverso  basin  versus  fortiter  arigustato,  eljtris  thorace  multo 
brevioribus,  confertim  fortiter  punctatis,  abdomine  parcius  sub- 
tiliter,  apicem  versus  fortiter  densius  granulato. 

Durch  die  tiefschwarze  Farbe  und  die  sehr  kurzen  Flügel- 
decken ausgezeichnet. 

Kopf  breit,  stark  quer,  aber  viel  schmäler  als  das  Hals- 
schild mit  sehr  großen  Augen,  die  Schläfen  hinter  denselben 
kaum  ein  Viertel  so  lang  als  der  Längsdurchmesser  der  Augen, 
auf  der  Unterseite  scharf  und  vollständig  gerandet,  die  Oberseite 
des  Kopfes  ist  ziemlich  kräftig  und  ziemlich  weitläufig  punktirt, 
im    Grunde    äußerst    fein,    schwer    sichtbar    cbagriniri,    ziemlich 

Stott.  ontoniol.  Zoit.  1Ü03. 


22 

glänzend.  Die  Fühler  mi(\  zienilieh  slark  verdickt,  das  erste 
Glied  langgestreckt,  oben  ungefähr  bis  zur  Mitte  zur  AuCiiahnic  des 
zweiten  Fühlerghedes  ausgeschnitten,  das  zweite  und  drille  viel 
kürzer  als  das  erste,  das  dritte  dicker  und  länger  als  das  erste, 
das  vierte  sehr  kurz  und  breit,  an  der  Spil/.e  mehr  als  dniipclt 
so  breit  als  lang  und  fast  breiter  als  die  folgenden,  das  fünfte 
bis  zehnte  ziemlich  gleich  gebildet,  kaum  mehr  als  um  die  Hälfte 
breiter  als  lang,  das  Endglied  konisch  zugespitzt,  kürzer  als  die 
zwei  vorhergehenden  zusammengenommen. 

Halsschild  vorne  nur  wenifr  schmäler  als  die  Flüo-eldecken, 
nach  hinten  stark  verengt,  mäßig  quer,  ungefähr  um  ein  Viertel 
breiter  als  lang,  die  Vorderecken  gut  markirt,  die  Hinterwinkel 
vollkommen  verrundet,  oben  ziemlieh  uneben,  vor  der  Mitte  mit 
einem  in  einer  Vertiefung  stehenden  großen  Punkt,  vor^  dem 
ganzen  Hinterrandc  stark,  aber  nur  schnml  niedergedrückt,  wo- 
durch der  Hinterrand  scharf  abgesetzt  erscheint,  jederseits  der 
unpunktirten  Mittellinie  mit  schwachen  Längseindrücken,  in 
welchen  sich  Je  eine  Reihe  von  2  bis  4  größeren  Punkten  be- 
iindet;  die  Punktirung  ist  kaum  stärker  als  am  Kopfe,  in  den 
Längseindrücken  ziemlich,  außerhalb  derselben  wenig  dicht, 
zwischen  den  funkten  tritt  eine  äußerst  feine  Chagrinirung  her- 
vor, welche  den  Glanz  etwas  dämpft. 

Flügeldecken  nur  halb  so  lang  als  das  Halsschild,  die 
Hinterecken  sowie  die  NahtMinkel  vollkommen  verrundet,  kräftig, 
auf  der  Mitte  der  Scheibe  sehr  dicht,  an  den  Rändern  jeder 
einzelnen  Decke  weniger  dicht  punktirt,  mäßig  glänzend. 

Abdomen  glänzender  als  der  Vorderkörper,  vorn  mäßig 
fein  und  A\enig  dicht,  am  sechsten  (vierten  vollkommen  frei- 
liegenden) Dorsalsegmente  sehr  spärhch,  am  siebenten  in  der 
Basalhälfte  spärlich,  vor  der  Spitze  ziemlich  dicht  und  kräftig 
gekörnt;  das  achte  Dorsalsegment  hinten  ziemlich  stark  gerundet, 
mit  kräftigen  länglichen  Körnern  sehr  dicht  besetzt,  der  Hinter- 
rand weitläufig  gezähnelt.  Diese  Körnelung  dürfte  jedenfalls 
Geschlechtsauszeichnung  des  ,^  sein.     Lg.  6 — 7  mm. 

sielt,  eiitomol.  Zeit.  190;5. 


23 

Tonkln,  Moutcs  Mniüsou,  Api-il— Miii  2— 3<)00  Fuß  (H.  Fiuli- 
s(ovfer).     Zwei  ,j-S(iicke. 

2.  Myrmedonia  semiflava  uov.  spcc. 

NilidissiiiKi,  <cs(a(*(';i,  ciipilc,  tlioracc  clvlrisfuic  tcslaceo- 
picea,  tlioracis  lalt'rilui.^  diliilidrilaiy,  capilc  8iil.)lacvigalo,  tlun-acc 
basin  versus  subanuuslalo,  ])arce  sublililer  puuclato,  eljlris  liiorafc 
vix  longi(>nl)us,  forüus  minus  clcnse  pmiflalis,  altdfiniiiic  laevigalo. 
Lg.  4,5   mm. 

K(tj)f  groß,  nur  sehr  wenig  sehniäler  als  das  Ilalsschild, 
stark  quer,  oben  last  giall,  nur  an  den  Seilen  mit  einzelnen 
feinen  Punkten  besetzt,  pechbraun,  die  vordere  Hälfte  sammt 
dem  Munde  r(Uhliehgelb;  vorne  zwischen  den 'Fühlerwurzeln  be- 
findet sich  ein  kräftiger  glänzender  Längshöcker;  die  Augen  sehr 
groß,  von  oben  Itetrachtet  etwas  schief  gestellt,  so  daß  die  Innen- 
ränder nach  hinten  stark  divergiren,  die  Schläfen  ungefähr  ein 
Viertel  so  lang  als  der  Längsdurehniesser  der  Augen,  unten  nur 
hinten  ganz  kurz  gerandet.  Fühler  ziemlich  lang  und  schlank, 
länger  als  Kopf  nnd  Halsschild  zusammen  genommen,  das  erste 
Glied  lang  gestreckt,  an  der  Spitze  zur  Aufnahme  des  zweiten 
Fühlergliedes  kurz  ausgerandet,  das  zweite  nicht  ganz  halb  so 
lang  als  das  erste,  das  dritte  deutlich  länger  und  gegen  die  Spitze 
stärker  verdickt  als  das  zweite,  das  vierte  bis  sechste  so  lang 
oder  fast  länger  als  breit,  die  folgenden  allmählich  kürzer  wer- 
dend, die  vorletzten  schwach  quer,  das  Endglied  kürzer  als  die 
zwei  vorhergehenden  zusammen  genommen,  konisch  zugespitzt 
und  an  der  Spitze  mit   Wimperhaaren  besetzt. 

Halsschild  deutlich  schmäler  als  die  Flügeldecken,  um  i'in 
Viertel  breiter  als  lang,  nach  hinten  schwach  verengt,  mit  ab- 
gerundeten Vorder-  und  stumpfen,  (hirch  ein  winziges  Zähnchen 
markirten  Hinterecken,  am  Seitenrande  jederseits  vom  ersten 
Drittel  bis  fast  zu  den  Hinterecken  und  in  der  Mitte  auf  der 
hinteren  Hälfte  l>reit  und  stark  eingedrückt,  stark  glänzend,  im 
Grunde   nicht    chagrinirt,    eine   von    zwei   IV'inen    l'unklreifen    ein- 

Stctt.  ciitoniol.  Zeit.  lüO^. 


24 

gefaßte  Mittellinie  glatt,  auf  beiden  Seiten  fein  und  späilieli 
punktirt,  gelbl)raun  mit  dunklerer  Seheihe. 

Flügeldeeken  kaum  länger  als  das  Halssehild.  am  Ilintcr- 
ran(k'  vor  den  abgestumpften  Hintcrwinkeln  sanft  ausgescli\\  eilt, 
ziemlieh  kräftig  und  wenig  dicht  punktirt,  gelblich  pechbraun, 
glänzend. 

Hinterleib  naeli  rückwärts  wenig  verengt,  au  der  Kasis 
der  vier  ersten  freiliegenden  Dorsalsegmente  seln\aeli  quer  ein- 
gedrückt, glänzend,  glatt,  gelb. 

Beim  ,^  trägt  das  dritte  (erste  freiliegende)  Dorsalsegnieut 
am  Hinterrande  ein  starkes  kielförmiges  Längshöckerchcn,  das 
sechste  und  siebente  (vierte  und  fünfte  freiliegende)  Segment 
zeigt  jederseits  der  Mittellinie  knapp  vor  dem  Hinlorrande  ein 
kleines  Körnchen,  das  siebente  außerdem  an  der  Basis  in  der 
Mitte  ein  eben  solches  Körnchen,  das  am  Hinterrande  zieiidich 
stark  gerundete  und  äußerst  fein  gekerbte  achte  Dorsalsegment 
besitzt  vor  dem  Hinterrande  jederseits  der  MittelHnie  zwei  hinter 
einander  stehende  Körnchen.  Ob  der  Längshöcker  zwischen  den 
Fühlerwurzeln  eine  Geschlechtsauszeichnung  des  ^  ist,  ist  vor- 
läufig noch  nicht  feststellbar. 

Ein  einziges  vom  Geheimen  Regierungsrath  C.  Fischer  in 
Vegesack  erhaltenes  ^,  M'elches  von  Herrn  Professor  Dr.  Förster 
aus  Mühlhausen  i.  E.  auf  Sumatra  gefangen  wurde. 

3.  Myrmedonia  laevicauda  nov.  spec. 

Nigra,  subnitida,  thorace  elytrisque  aeneo-brunneis,  ab- 
dominis  basi,  pedibus,  antennarum  basi  palpisque  flavis,  thorace 
canaliculato  eh  trisque  subtilius  crebre  punctatis,  abdomine  lacvigato, 
nitidissimo.     Lg.  3  mm. 

Ganz  vom  Aussehen  der  Myrmedonia  {Drusilla)  canali- 
cnlata-^^  durch  den  glatten  Hinterleib  leicht  von  ihr  zu  unter- 
scheiden. 

Kopf  kaum  schmäler  als  das  Halsschild,  schwarz,  glänzend, 
fein  und  weitläufig  ])unktirtj  die  Augen  sehr  groß,  ihr  Innenrand 

Stott.  cutomol.  Zeit.  1903. 


25 

gerade  nach  hinten  stark  divergirend,  die  Schläfen  ungefähr  ein 
Drittel  so  lang  als  der  Längsdurchmesser  der  Augen,  unten  nicht 
gerandet.  Der  Kojjf  ist  hinten  stark  eingeschnürt,  der  Hals 
ungefälir  ein  Drittel  so  \n-vii  als  der  Kof)f.  Die  Fühler  sind 
ziemlich  lang  und  kräftig,  das  erste  Glied  kürzer  als  das  zweite 
und  dritte  zusammen,  das  dritte  etwas  stärker  und  länger  als 
das  zweite,  das  vierte  kaum  quer,  die  folgenden  allmählich  kürzer 
werdend,  die  vorletzten  nur  schwach  quer,  das  Endglied  kaum 
so  lang  als  die  zwei  vorhergehenden  zusammen  genommen. 

Halsschild  viel  schmäler  als  die  Flügeldecken,  kaum  breiter 
als  lang,  ziemlich  quadratisch,  mit  fast  parallelen  Seiten  und 
abgestumpften  Vorder-  und  Hinterecken,  vor  dem  Schildchen 
mit  einem  kleinen  kräftigen  Eindruck,  welcher  sich  nach  vorne 
in  eine  scharfe  durchgehende  Mittelfurche  fortsetzt,  sonst  ohne 
Eindrücke,  mäßig  fein  und  ziemlich  dicht,  etwas  rauh  punktirt, 
fein  behaart,  braun  mit  schwachem  Bronceschimmer,  mäßig- 
glänzend. 

Flügeldecken  fast  kürzer  als  das  Halsschild,  zusammen 
stark  quer  mit  stumpf  gerundeten  Hinterecken,  vor  denselben 
nicht  ausgeschweift,  auf  der  Scheibe  jederseits  mit  einem  flachen 
seichten  Eindrucke,  stärker  und  dichter  punktirt  als  das  Hals- 
schild, fein  behaart,  von  der  Färbung  des  Halsschildes,  mäßig- 
glänzend. 

Hinterleib  gegen  die  Spitze  etwas  erweitert,  glänzend  glatt, 
kahl,  schwarz,  das  dritte  und  vierte  (erste  und  zweite  voll- 
kommen freiHegende),  sowie  die  aufgeworfenen  Seiten  des  fünften 
Dorsalsegmentes  blaßgelb. 

Ein  einziges  $-Stück  von  Sumatra  (Dr.  Fch'ster). 

4,   Conosoma  pictum  Fauv.   i.   I.   nov.  spec. 
Ferrugineum,  subnitiduni;  capitis   m<trgine  posteriore,   anten- 
narum   articulis  5 — 10,    thoi-acis  disco,    elvtrorum    macula   magna 
laterali,  abdomineque  ante  aj)icem  nigris,  antennarum  basi  apieeque, 
ore  pedibusque"  flavis.     Lg.   5,5  mm. 

Stett,  entomol.  Zeit.  1903. 


26 

Selir  ausgezeieliiit't  durch  die  Färliimg,  breit,  rrdtiist,  mäßig 
gliiii/cud.  rostgelb,  der  liintere  Tlieil  des  Kopfes,  eine  große 
Makel  auf  der  Mitle  des  H.dsseliildes,  \A't'lelie  den  Hinleri-and 
ausgedehnt  frei  läßt,  vorn  aber  bis  zum  A^)rderrande  reicht, 
die  Flügeldecken  an  den  Seiten,  die  Mille  des  fünften  (drillen 
freiliegenden),  das  ganze  sechste  und  die  Basis  des  siebenten 
Dorsalsegmentes,  sowie  das  fünfte  bis  zehnte  Fühlerglied  tief- 
schwarz;  die  Makel  auf  den  Flügeldecken  reicht  von  den  Seiten 
bis  übei'  die  Mitte  nach  innen,  nur  im  \di-dei'en  ^'ierlel  an  der 
Basis  sind  die  Seiten  nur  sehmal  schwarz.  Die  vier  ersten 
Fühlerglieder  und  das  elfte  sowie  die  Mundtheile  und  die  Beine 
sind  hellgelb. 

Der  Körj)er  ist  fein  und  ziendich  dicht  goldgelb  pubescenl. 
Kopf  klein,  sehr  fein  und  weitläulig  punktirt.  Fühlei-  etwas 
kürzer  als  Kopf  mid  Halsschild,  seitlich  stark  zusammen  gedrückt, 
gegen  die  Spitze  stark  erweitert,  schwacli  sägeförmig,  indem  die 
imieren  Ecken  der  mittleren  Glieder  stärker  ausgezogen  sind  als 
die  äußeren,    die  vorletzten    Glieder    nur  wenig    breiter   als  lang. 

Halsschild  groß,  stark  gewöUil,  kaum  sclimäler  als  die 
Flüseldecken,  nach  vorne  stark  cerundet  verengt,  die  vollkommen 
verrundeten  Iliiiterecken  nicht  nach  rück^äi-ts  gezogen,  ziendich 
glänzend,  fein  und  wenig  dicht  punktirt. 

Flügeldecken  kaum  so  lang  als  das  Hals&child,  nach  rück- 
wärts wenig  verengt,  stärker  und  dichter  als  das  Halsschild 
punklirt,  mit  verrundeten  Hinterecken,  an  den  Seiten  mit  einer 
Reihe  von  kurzen   schwarzen  Wimperborsten. 

Hinterleib  nach  rückwärts  stark  konisch  verengt,  an  den 
Seiten  und  an  der  Spitze  mit  zahlreichen  schwarzen  Borsten  be- 
selzt,  sehr  fein  und  weitläulig  punktirt. 

Von  dieser  Art  besitze  ich  zwei  von  Herrn  Dr.  Dohrn  ans 
Stettin   auf  Sumatra  gesammelte  Exemj)lare. 

5.  Philonthus  Fischeri  nov.  spec. 
Niger,  nitidus,  antennarum  basi  apiceque,  mandibulis  pali)isque 
rufo-testaceis,  pedibus  piceo-testaceis,  femoribus  infuscatis,   capite 

Stott.  entoinol.  Zeit.  1903. 


27 

foititev  transverso,  oculis  magnis,  thorace  apicem  versus  siib- 
angiislatu,  seriehiis  dorsalibns  quiii<nicpuncti((is,  abdomine  siib- 
tililcr  parce  piiiK'lalo.     L^.   4   min. 

Mit  Pliilonf Iltis  crassicornis  Faiiv.  sdiv  ualie  vei-wandt, 
von  demselben  tliireb  xie\  kürzeren  Kopf",  gnißere  Augen,  kürzeres 
nach  vorne  deiiilicb  \'erengtes  Ilalsscbild  und  dcuilicliere  Quer- 
riefung  desselben   sowie  des   Koi)fes    verschieden. 

An  den  braunen  Fühlei'n  ist  das  ersle,  zweite  und  elfte 
Glied  und  die  Spitze  des  zehnten  röthhchgelb,  das  erste  theil- 
weise  gebraunt;  die  vorletzten  Glieder  sind   stark   quer. 

Der  Kopl'  ist  um  die  Hälfte  breiter  als  vom  Hals  bis  zum 
Vorderrande  der  8tirn  lang,  vorne  zwischen  den  Augen  mit 
einer  Querreihe  von  4  Punkten,  von  denen  je  zwei  einander 
genabelt  sind.  Die  Augen  sind  sehr  groß,  die  Schläfen  hinter 
denselben  kamn  halb  so  lang  als  der  von  oben  sichtbare  Augen- 
durchmesser. 

Das  Halsschild  ist  vorne  so  breit  als  der  Kopf,  liinten 
schmäler  als  die  Flügeldecken,  fast  breiter  als  lang,  nach  vorne 
schwach  aber  deutlich  verengt,  so  wie  der  Kopf  deutlieh  quer- 
gerieft, in  den  Dorsaheihen  je  mit  fünf  kräftigen  Punkten,  seit- 
wärts außer  den  Randpunklen  nut  fünf  Punkten,  von  denen 
zwei  in  einer  zur  Rückenreihe  schiefen   Linie  stehen. 

Flügeldecken  etwas  länger  als  das  Halsschild,  mäßig  fein 
und  wenig  dicht  jiunktirt  und  wenig  dicht  behaart,  schwarz, 
glänzend. 

Hinterleib  ziemlich  fein  und  ziemlich  weitläufig  punktirt 
und  behaart,  schwarz,  die  Hinterränder  der  Segmente  und  die 
Spitze  bräunlichroth. 

Das  erste  Glied  der  Hintertarsen  etwas  länger  als  die  zwei 
folgenden  Glieder  zusammen,  fast  länger  als  das  Endglied. 

Zwei  Stücke  von  Suinatra  aus  der  Ausbeute  des  Herrn 
Dr.  Förster. 

Stott.  cntomol.  Zeit.  19Ü3. 


28 

6.  Philonthus  sublaevipennis  Faiiv.  i.  1.  nov.  speo. 

Nigerrimus,  nitidissimus,  antennis  larsis(|iif'  terrugineis,  capite 
baüiii  versus  sensim  angiistalo,  thorace  aj)icem  versus  vix  an- 
gustato,  Seriebus  dorsalibus  5  punctatis,  elytris  fere  laevigatis, 
abdomine  subtiliter  pavcius  punetato.     Lg.  5,5  —  6  mm. 

Durch  die  stark  firnißglänzcnden  fast  ganz  glatlen  Flügel- 
decken sehr  ausgezeichnet. 

*  Tiefschwarz,  sehr  stark  glänzend,  die  rostrothen  Fühler  an 
der  Basis  röthliehgelb,  die  Tarsen,  die  Knie  sowie  fast  die 
ganzen  Vorderbeine  rostgelb. 

Kopf  beim  (^  breiter  als  lang,  beim  $  so  lang  als  breit, 
nach  hinten  ziemlich  stark  verengt,  vorne  beim  ,^  nicht,  beim  $ 
etwas  schmäler  als  das  Halsschild,  zwischen  den  Augen  mit  einer 
Querrcihc  von  4  Punkten,  von  welchen  je  zwei  einander  etwas 
genähert  sind,  auf  den  Schläfen  spärlich  mit  größeren  Punkten 
besetzt;  die  Augen  groß,  ihr  Längsdurchmesser  so  lang  als  die 
Schläfen;  die  Fühler  ziemlich  kurz,  die  vorletzten  Glieder  deut- 
lich  quer. 

Halsschild  schmäler  als  die  Flügeldecken,  so  lang  als  breit, 
beim  ^  kaum,  beim  $  schwach  nach  vorne  verengt,  in  den 
Dorsalreihen  mit  je  5  feinen  Punkten,  von  denen  der  fünfte 
etwas  weiter  abgerückt  erscheint  als  die  übrigen,  seitwärts  mit 
wenigen  Punkten,  von  denen  zwei  in  einer  zur  Dorsalreihe  ziem- 
lich parallelen  Linie  stehen. 

Flügeldecken  länger  als  das  Halsschild,  nur  ganz  vereinzelt 
mit  feinen  Punkten  besetzt,  fast  glatt,    sehr  stark  glänzend. 

Hinterleib  sehr  fein  und  weitläufig  punktirt  und  fein 
schwarz  behaart. 

Hintertarsen  sehr  lang  gestreckt,  fiist  länger  als  die  Schienen, 
das  erste  Glied  etwas  länger  als  das  Endglied,  so  lang  als  die 
zwei  folgenden  zusammen  genommen. 

Der  Käfer  wurde  in  Anzahl  von  Dr.  Dohrn  auf  Sumatra 
gesammelt  (Bekantiang). 

Stett.  ontomol.  Zoit.  1903. 


29 

7.  Philonthus  dimorphus  Fauv.  i.  1.  nov.  spec. 
Niger,  nitidissimus,  capite  thovaceque  subaeneo,  elytris  viridi- 
aeneis,  capite  subovbiculato,  basiu  versus  siibangustato,  antennis 
longiuseulis,  thorace  latitudiae  parum  longiore,  feriebus  dorsabbus 
5  pmiclatis,  elytris  subiilius  paree  punctatis,  abdomine  muris 
praeter  apieem  segnienti  septimi  fere  laevigato,  femiaae  segmento 
sexto  septimoque  subtiHter   dense  punctatis.     Long.  7—9  mm. 

Eine  durcb  die  verschiedene  Punktirung  des  Abdomens  bei 
den  zwei  Geschlechtern  höchst  interessante   Art. 

Schwarz,  stark  glänzend,  Kopf  und  Halsscbild  schwach 
erzglänzend,  die  Flügeldecken  grUnlich-erzfarben,  die  Wurzel  und 
Spitze  der  Fühler  und   die  Beine  pechroth. 

Kopf  beim  ,^  etwas  breiter,  beim  $  so  breit  als  lang, 
kaum  schmäler  als  das  Halsscbild,  nach  hinten  sehr  schwach 
verengt,  zwischen  den  Augen  mit  4  Punkten,  von  denen  je  zwei 
einander  genähert  sind,  hinten  mit  vereinzelten  größeren  Punkten 
besetzt,  Augen  groß,  ihr  Längsdurchmesser  länger  als  die  von 
oben  sichtbaren  Schläfen.  Fühler  ziemlich  lang  und  schlank,  die 
vorletzten  Glieder  kaum   quer. 

Halsschild  schmäler  als  die  Flügeldecken,  wenig  länger  als 
breit,  an  den  Seiten  fast  parallel,  in  den  Dorsalreihen  mit  je  5 
ziemlich  starken  eingestochenen  Punkten,  von  denen  der  erste 
und  letzte  von  den  mittleren  viel  weiter  abstehen,  als  diese  unter 
einander,  auf  den  Seiten  mit  wenigen  Punkten,  von  denen  zwei 
in  einer  zur  Dorsalreihe  etwas  schiefen   Reihe  stehen. 

Flügeldecken  ziemlich  fein  und  Axeitläutig  punktirt,  wenig 
länger  als  das  Halsschild. 

Hinterleib  schwach  irisirend,  beim  S  ""t  Ausnahme  der 
fein  und  dicht  punktirten  Spitze  des  siebenten  (fünften  voll- 
kommen freiliegenden)  Segmentes  fast  ganz  glatt,  nur  mit  ^^  enigen 
größeren  Punkten  besrtzl,  beim  $  auf  den  drei  ersten  frei- 
liegenden Dorsalsegmentiii  wie  beim  3  last  glatt,  am  sechsten  und 
siebenten  Segmente  fein  und   dicht  punktirt   und  dicht  schwärzlich 

behaart. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


30 

Hinterlarsen  sehr  lang  gostreckt,  so  luiig  als  die  Hiuter- 
schienen,  ihr  erstes  Glied  länger  als  das  Endglied,  fast  so  lang 
als  die  drei  Iblcenden  zusammen   eenomnien. 

Von  Dr.  Dohrn  am  selben  Fundorte  -svie  der  vorige  gefangen. 

8.   Cryptobium  Frulistorferi  nov.  spee. 

Nigerrinnnn,  aniennis  jjaljnsque  ferrugineis,  pedibus  piceis, 
capitc  subovaio,  confertim  fortiter  punctato,  subopaco,  thorace 
latitudine  paruni  longiore,  fortiter  densius  punctato,  nitido,  elytris 
thorace  parum  longioribus,  dense  fortiter  punetatis,  parum  uitidis, 
abdoniinc  subtilius   dense  punelato.      Lg.   12  mm. 

Tiefschwarz,  Fühler  und  Mund  rostroth,  Beine  dunkel 
pechbraun,    Schienen  und  Tarsen  bis^^'eilen  pechroth. 

Kopf  an  der  breitesten  Stelle  breiter  als  das  Halss^hild, 
kurz  oval,  breiter  als  lang,  im  letzten  Drittel  bauchig  erweitert, 
kräftig  und  sehr  dicht,  vorne  weniger  dicht  punktirt,  daselbst 
glänzend,  sonst  ziemlich  malt.  Fühler  lang  und  schlank,  die 
mittleren  Glieder  lang  gestreckt,  fast  doppelt  so  lang  als  breit, 
die  drei  letzten   kürzer,    aber  noch    immer   viel    länger    als  l)reit. 

Halsschild  deutlich  schmäler  als  die  Flügeldecken,  ])arallel- 
seilig,  etwas  länger  als  breit,  jederseits  der  glatten  Mittellinie 
kräftig,  mäßig  dicht  punktirt,  glänzend. 

Flügeldecken  etwas  länger  als  das  Halsschild,  ebenso  kräftig 
aber  dicht  punktirt,   wenig  glänzend. 

Hinterleib  viel  feiner  als  der  Yorderkör])er,  dicht  ]»unktirt, 
fein  schwarz  behaart. 

Keim  ^  ist  das  sechste  IJauchsegmcnt  sehr  lief  und  scbnial 
ausgeschnitten,  die  Partie  hinter  dem  Ausschnille  glatt,  dii'ser 
selbst  an  den  geglätteten  Seiten  l'urchenformig  ausgeJKihli,  das 
)ünft<'  Segment  besitzt  in  der  Mitte  des  liiiiliMTandes  einen  kurzen, 
ülalten   stark   vertieften  Eindruck. 

In  meiner  Sammlung  befinden  sich  zwei  Stücke  (,j  und  !f3 
dieser  Art  aus  Annam,   Phuc-Son  (Nov. -Dez.,  H.  Fruhstorler). 

Stott.  entomol.  Zeit.  1903. 


31 

9.  Lathrobium  sumatrense  uov.  spcc. 

Fernigiiicuiii,  iiulcimis,  palpis  pedibusquc  rufotestaceis,  capite 
alutaceo,  8uboj)a('0,  iitrinque  parcissiiue  subtiliter  punctato,  thorace 
nitido,  subtiliter  paree  punctato,  el}  tris  thoracis  longitudine,  sub- 
tilitei-  densius  punctatis,  pavum  nitidis,  abdomiae  minus  dense, 
apicem   versus  paree  granulato-punctato.     Long.   4,2  mm. 

Rostfäi'big,  der  Kopf  etwas  dunkler,  Fühler,  Taster  und 
Beine  rüthliehgelb. 

Kopl'  so  breit  als  das  Halssehild,  wenig  breiter  als  vom 
Halse  .zum  Vorderrande  lang,  äußerst  fein  chagrinirt,  mit  ge- 
dämpftem Glänze,  nur  an  den  Seiten  und  gegen  die  Schläfen  zu 
i'ein  und  weitläuiig  punklirt,  sonst  unpunktirt ;  Fühler  mäßig  lang, 
ihre  mittleren  Glieder  oblong,   die  vorletzten  kuopffürmig. 

Halsschild  so  breit  als  die  Flügeldecken,  viel  länger  als 
breit,  mit  fast  parallelen,  nur  sehr  sehM^aeh  nach  hinten  vov- 
engten  Seiten,  glänzend,  mit  Ausnahme  der  breiten  glalten  Mittel- 
linie ziemlich  feiu   und  weitläufig  punktirt. 

Flügeldecken  kaum  länger  als  das  Halssehild,  fein  uiul 
ziendieh  dicht  puid^tirl,  wenig  glänzend,  ziemlich  dicht  gelblieh 
behaart. 

Hinterleib  nach  rückwärts  etwas  verengt,  auf  der  vorderen 
Hälfte  wenig  dicht  und  ziemhch  kräftig,  hinten  sehr  weitläufig 
und  feiner,  deullieh  körnig  punktirt,  ziemlich  laug  und  wenig 
dicht  gelblich   behaart. 

Ich  ha|)e  diesen  Käfer  nur  mit  Widerstreben  zum  Genus 
Laihrahium  gestellt,  da  derselbe  von  den  mir  bekannten  Arten 
durch  verlängertes  erstes  Glied  der  Hintertarsen,  welches  das 
zweite  au  Länge  bedeutend  übertrifft,  abweiehl.  Da  ich  aber 
das  einzige  bisher  bekannte  Stück  mit  Bezug  auf  die  Mundtheile 
nicht  untersuchen  kaini,  der  Käfer  aber  im  Habitus  gewissen 
Jjilli rohuntt- Avivw  (pullidiint  u.  s.  a\-.)  vollkommen  gleicht,  maß 
ich  denselben  vorläufig  zu  diesem  Genus  .stellen,  in  welchem  er 
vielleicht  eine  eigene  Untergattung   l)ildet. 

hie  Art  wurde  von   Dr.   Förster  auf    Sumatra  aufgefunden. 

Stctf.  eutomol.  Zeit.  19u3. 


32- 

10.  Medon  granulicollis  iiov.  spec. 

Obscure  ferrugineus,  nitidulus,  antennis,  palpis  pedibusque 
rufotestaceis,  thorace  fortiter  transvei-.su,  dense,  fortiter  granu- 
lato,  elytris  fortiter,  abdoiiiine  stibtiliter  minus  dense  punctatis. 
Lg.  3,2  mm. 

Durch  das  stark  quere,  mit  kräftigen  Tuberkehi  dicht 
besetzte  Halsschild   sehr  ausgezeichnet. 

Der  ganze  Körper  ist  dunkel  rustroth,  die  Hinterränder  der 
Hinterleibsringe  und  die  Hinterleibsspitze  gelblich,  die  Fühler, 
Taster  und  Beine  rüthlichgell». 

Kopf  stark  quer,  um  die  Hälfte  breiter  als  lang  mit  recht- 
Avinkhg  verrundeten  Hinterecken,  oben  sehr  dicht  und  kräftige 
nur  in  der  Mitte  der  Scheibe  et\A  as  weitläufiger  gekörnt,  daselbst 
etwas  glänzend,  sonst  nur  -wenig  glänzend.  Die  Fühler  mäßig 
lang,  das  zweite  und  dritte  Glied  ziemlieh  gleich  gebildet,  die 
vorletzten   mäßig  quer. 

Halsschild  nur  wenig  breiter  als  der  Kopf,  so  breit  als  die 
Flügeldecken,  sehr  stark  quer,  fast  doppelt  so  bi-eit  als  lang, 
mit  geraden  Seiten,  ziemlich  rechtwinkligen  nur  au  der  Spitze 
abgerundeten  Vorder-  und  vollk(»mmen  verrundeten  Hinterecken, 
die  Basis  gerundet  vorgezogen,  an  den  Seiten  \\  ie  der  Kopf  mit 
einer  Anzahl  langer  Wimperhaare,  sonst  nur  sehr  fein  und 
spärlich  behaart,  dicht  und  kräftig  gekörnt,  wenig  glänzend,  die 
Mittellinie    nur  hinten  deutlich    und    glatt,    nach  vorne  erloschen. 

Flügeldecken  um  ein  Drittel  länger  als  das  Halsschild, 
kräftig  und  mäßig  dicht,  etwas  runzelig  punklirt,  fein  und 
spärlich  behaart,  deutlich  glänzender  als  der  übrige  Körper. 

Hinterleib  mäßig  glänzend,  sehr  fein  und  mäßig  dicht 
j)unktirt,  fein  und   ziemlich  dicht   behaart. 

Iah  einzelnes  Stück  dieses  interessantiu  Käfers  \\  urde  v(»n 
Herrn  Dr.  Förster  auf  Sumatra  aufgefimdcn  und  mir  mit  den 
übrigen  hier  beschriebenen  neuen  Alten  ims  dessen  Suniulra- 
ausbeute  in  liebenswürdigster  Weise  durch  Vermittelung  des 
Herrn    Geheimen     Regierungsrathes     Fischer     in    A'^egesack     zur 

Btett.  entomol.  Zeit.  1903. 


S3 

Verfügung   gestellt,    wofür    ich    beiden    Herren    hiermit   verbind- 
liehsteu  Dank  sage. 

11.  Heterosoma  gen.  nov. 
Labium  bilobum. 

Palpi  maxillares  articulo  ultimo  tenui,  aeuto,  minimo. 
Antennae  rectae,  tenues. 
Caput  angulis  posterioribus  rectangulis. 
Tarsi  articulo  quarto  simplice,    posteriorum   articulo  ultimo 
duobus  antecedentibus  conjunctis  parum  longiore. 

Im  Habitus  an  Achennium  erinnernd,  und  vielleicht  nur 
eine  Untergattung  desselben,  von  diesem  Genus  fast  nur  durch 
die  scharfen  Hinterecken  des  Kopfes  und  die  Bildung  der  Hinter- 
tarsen  verschieden;  an  diesem  sind  nämhch  das  Endglied  nur 
wenig  länger  als  die  zwei  vorhergehenden  zusammen,  während 
dasselbe  bei  Achennium  fast  so  lang  als  alle  vier  vorher- 
gehenden ist. 

Heterosoma  Dohrni  n.  sp. 
Ferrugineum,  nilidum,  eljtrorum  angulis  posterioribus  piceis, 
antennis,  ore  pedibusque  rufo-testaceis,  capite  quadrato,  basi 
alutaceo,  opaco,  thorace  eljtrorum  latitudine,  quadrato,  parce 
puiictato,  elytris  thorace  longioribus,  seriatim  punctatis.  Lg.  7  mm. 
Rostroth,  eine  Makel  in  den  Hinterecken  der  FlügekU^cken 
schwärzlich,    die    Fühler,    Taster    und    Beine    röthlichgelb,    stark 

glänzend. 

Kopf  so  breit  als  das  Halsschild,  so  lang  als  breit,  nach 
hinten  äußerst  schwach  erweitert,  mit  geraden  Seiten  und  scharf 
rechtwinkligen  Hinterecken,  vorne  und  in  der  Mitte  grob  und 
weitläufig,  stellenweise  garnicht  punktirt,  glänzend,  hinten  und 
an  den  Seil<ni  matt  ehagrinirt,  daselbst  feiner  und  dichter  punktirt 
als  vorne  und  ziemlich  dicht  behaart.  Hals  breit,  halb  so  breit 
als  der  Ko])f.  Fühler  lang  und  schlank,  gegen  die  Spitze  all- 
mählich dünner  werdend,  die  vorletzten  Fühlerglieder  noch 
immer  viel  länger  als  breit,  an  der  Basis  dünn,  gegen  die  Spitze 
keulig  verdickt. 

Stott.  entomol.  Zeit.  1903.  3 


34 

Halsschild  so  breit  als  die  Flügeldecken,  quadratisch,  mit 
parallelen  Seiten,  in  der  Mitte  mit  breiter  flacher  Mittellinie,  zu 
beiden  Seiten  derselben  kräftig  und  weitläufig  punklirt,  glänzend. 

Flügeldecken  länger  als  das  Halsschild,  ziemlich  kräftig,  in 
regelmäßigen  Reihen  punktirt,  glänzend. 

Abdomen  fein  und  weitläufig  i)unktirt,  glänzend. 

Der  interessante  Käfer  wurde  von  Dr.  Dohrn  aus  Stettin 
auf  Sunuitra  (Soekaranda)  in  2  Exi'mj)laren  erbeutet,  vuu  denen 
sich  eines  in  meiner  Sanmilung  befindet. 

12.    Oxytelus  lucens  Fauv.  i.  1.  nov.  s])ec. 

Niger,  nitidus,  angulis  apiealibus  elj  trorum,  antennarum  basi, 
palpis  pedibusque  testaceis,  capite  thorace  latiore,  subtriangulare, 
apice  truncato,  late  emarginato,  sublaevi,  thorace  fortiter  trans- 
verso,  quinquesulcato,  sublaevi,  eljtris  sulitililer  j)arce  ))uiict;»tis, 
abdomine  fere  laevigato.     Lg.  ^,5  mm. 

Durch  den  nur  sehr  spärlich  punktirten  glänzenden  K<)r|ier 
und  die  Kopfbildung  ausgezeichnet, 

Schwarz,  eine  ziemlich  große  Makel,  die  die  Hinterecken 
der  Flügeldecken  vollständig  ausfüllt,  die  4  ersten  Fühlerglieck'r, 
die  Taster  und  Beine  gelb,  die  einzelnen  Glieder  der  Fühler  und 
Taster  meist  an  der  Spitze  angedunkelt. 

Kopf  beim  ,^  etwas  breiter  als  das  Halsschild,  so  lang 
als  hinten  breit,  von  den  verrundeten  Hinterecken  nach  vorne 
continuirlich  verengt  am  abgestutzten  Vorderrande,  breit  aus- 
geschnitten, am  Scheitel  mit  zwei  nach  vorn  schwach  conver- 
girenden  Längsfurchen,  welche  in  einen  breiten  und  ziemlich 
tiefen  Eindruck  der  Stirne  einmünden,  sehr  fein  und  sehr  späilich, 
stellenweise  gar  nicht  punktirt.  Fühler  mit  deutlich  abgesetzter 
siebengliedriger  schwarzer  Keule. 

Halsschild  vorn  so  breit  als  die  Flügeldecken  zwischen  den 
Schultern,  um  die  Hälfte  breiter  als  lang,  nach  hinten  stark 
verengt,  mit  abgerundeten  Pocken,  auf  der  Scheibe  mit  fünf  tiefen 
Längsfurchen,    von    welchen    die    eine    in    der    Mitte    gerade  ist, 

KtcU.  oiitomol.  Zeit.  1903. 


35 

während  die  beiden  andern  auf  jeder  Seite  gebogen  sind  und 
von  vorn  nach  rückwärts  mit  der  Mittelfurche  convergiren,  sehr 
fein  und  äußerst  spärhch,  in  den  Furchen  deutHcher  und  dichter 
punktirt. 

Flügeldecken  länger  als  das  Halsschild,  nach  rückwärts 
sehwach  erweitert,  weniger  fein  und  weitläufig  als  der  übrige 
Körper  punktirt,  die  Punkte  an  manchen  Stellen  schwach 
ffcreiht  und  in  Längsrunzeln  zusammenlließend. 

Hinterleib  glänzend  glatt,  nur  zu  beiden  Seiten  der  Segmente 
mit  vereinzelten  Borstenpunkten. 

Von  Dr.  Dohrn  auf  Sumatra  aufgefunden  (Sinabong). 

13.  Bledius  Fischeri  nov.  spec. 

Rufo-testaceus,  capite  elytrisque  piceis,  capite  alutaceo, 
opaco,  parce  puuctato,  thorace  nitido,  fortiter  canaliculato,  parce 
fortiter  punctato,  anguhs  basahbus  obtusis,  eljtris  thorace  parum 
longiore,  fortiter  parcius  punctato,  abdomine  alutaceo,  suluiitido, 
fere  impunctato.     Lg.  2,8  mm. 

Kopf  mit  den  Augen  so  breit  als  das  Halsschild,  am  Scheitel 
ohne  Querfurche,  ziemlich  kräftig  und  ziemlich  weitläufig,  in  der 
Mitte  nicht  punktirt,  im  Grunde  sehr  deutlich  chagrinirt,  voll- 
kommen matt,  schwarz.  Die  Fühler  ziemlich  kurz,  die  vorletzten 
Fühler  stark  quer,  röthlichgelb,  gegen  die  Spitze  wenig  dunkler 
werdend. 

Halsschild  wenig  schmäler  als  die  Flügeldecken,  glänzend, 
einfarbig  gelb,  an  den  Seiten  bis  über  die  Mitte  gerade,  dann 
nach  rückwärts  stark  verengt  mit  stumpf  verrundeten  Hinter- 
winkeln, in  der  Mittellinie  stark  gefurcht,  zu  beiden  Seiten 
kräftig  und  weitläufig  punktirl. 

Flügeldecken  wenig  länger  als  das  Halsschild,  schwärzlich, 
glänzend,  kräftig  und  mäßig  dicht  punktirt. 

Hinterleib  äußerst  fein  chagrinirt,  matt  glänzend,  fast  un- 
puuktirt. 

Von  Dr.  Foerster  auf  Sumatra  aufgefunden.  Ein  einzelnes 
Stück  in  meiner  Sammlung. 

gtett.  entomol.  Zoit.  19ü3.  3"' 


36 

14.  Ancaeus  Forsten  nov.  spec. 

Feri-ugineuy.  nitidus,  linearis,  capite  thoracis  latitudine, 
vertice  dense  punclato,  antennis  crassis,  thoracc  transverso,  basi 
quadrifovedluto.  densius  grosse-punctafo,  linea  media  cvueiforme 
laevi,  elytris  thorace  multo  lonG,ioribus,  fortiter  parcius  punctatis, 
abdominc    imniarginato    dense  subtilitcr    punctato.     Lg.  2,.'i   mm. 

Einl'ärbig  rostrotb,  glänzend. 

Kopf  so  breit  als  das  Halssehild,  mit  stark  vortretenden 
Augen,  vorn  und  in  der  Mitte  glänzend  glatt,  an  den  Seiten  und 
hinten  kräftig  und  dielit  ])unklirt.  Fübler  kurz  und  dick,  die 
vier  ersten  Glieder  kugelig,  die  folgenden  stark  quer,  dicht 
behaart. 

Halsschild  etwas  schmäler  als  die  Flügeldecken,  breiter 
als  lang,  vorn  und  rückwärts  gerade  abgestutzt,  an  den  Seiten 
bis  über  die  Mitte  gerade,  dann  nach  rückwärts  etwas  aus- 
geschweift verengt,  an  der  Basis  mit  vier  Gruben,  von  welchen 
die  beiden  seitlichen  viel  tiefer  und  weiter  nach  vorne  reichend 
sind  als  die  inneren,  in  der  Mittellinie  ziemlich  breit  geglättet, 
die  glatte  Fläche  in  der  Mitte  beiderseits  gegen  die  Seiten  zu 
fortgesetzt,  so  daß  eine  glänzende  kreuzfijrmige  Figur  entslilit, 
außerhalb  derselben   mit  grubigen  Punkten  ziemlich  dicht  besetzt. 

Flügeldecken  viel  länger  als  das  Halsschild,  ziemlich  stark 
aber  nicht  tief  und  ziemlich  weitläufig  punklirt. 

Das  ungcrandete  walzenförmige  Abdomen  ziendich  fein 
und  dicht  punktirt  und  behaart,  wenigerglänzend  als  der  V(»rder- 

\\i')V\)VV. 

Sumatra  (Dr.  Förster).  Kiu  einziges  Stiiciv  in  niciuer 
Saniinluntr. 


Ek'U.  ontomol.  Zeit.   190;{. 


37 


Zum  Heimaths-Nachwels  von  Agrotis  fugax  Tr. 

von  A.  SSie^ieii. 

Der  Unistiuid,  daß  in  dem  Kataloge  der  Lepidopteren  des 
palüavktischeii  Faunengebietes  von  Dr.  Staudinger  und  Dr.  Rebel 
—  Berlin  1901  —  das  Vorkommen  dieser  Agrotis  in  Ostpreußen 
unerwälmt  geblieben  ist,  giebt  mir  Veranlassung  nochmals  auf 
das  Thier  zurückzukommen.  Im  50.  Jahrgange  d.  Z.  (1889) 
hatte  ich  (S.  336  und  337)  berichtet: 

„Agrotis  fugax  Tr. 
„Ueber  Fiujax  äußert  sich  Hofmann   wie  folgt:     ,Jm 
,.-Tuni,  Juli  in  Oesterreich  (Wien),  Ungarn,  Rußland  ete.'^ 
..Gleich    am    ersten  Tage    meiner  Rückkehr    aus   der 
^sächsischen  Schweiz,  am  20.  Juni,  fing  ich  ein  frisches 
,y^,    ein  zweites  Stück    entkam    mir.     Am  6.  Juli  fand 
„ich    noch    2    Exemplare    (o$)    unfl    »m    12.   Juli    das 
„letzte  $;  sännntliche  Stücke  am   Strande  bei  Cranz  am 
„Tage    unter    den    früher    in    dieser    Zeitung    ausführlich 
„beschriebenen  Meerschollen  ruhend.     Im  Gventzenberg- 
„schen    Verzeichniß   fehlt    Fugax.    —    Es    ist    mir    Be- 
„dürfniß,    Herrn    Dr.   Wocke   in   Breslau,    welcher    diese 
y/igrolis  und  andere  fragliehe  Thiere  mit  liebenswürdiger 
„Bereitwilligkeit  zu   begutachten  die  Güte  halte,  hiermit 
„meinen  herzlichsten  Dank  auszusprechen.^' 
Ich    erwartete    natürlich,    daß    das    Zeugniß    eines    so    aus- 
gezeichneten   Kenners    der    Lepidopteren,     -wie    das    des    Herrn 
Dr.  Wocke,    vollkommen    ausreichen  würde,    der  Agrotis  fugax 
das  osl  preußische  Heiniathsrecht  zu  sichern,  doch  habe  ich  mich 
in    dieser    Erwartung    getäuscht.      Da    Hepialus  gatina  Hb.    und 
Hailena  amica  Tr.,-  über  welche    Arten    ich  in  demselben  Jahr- 
gange   d.    Z.    (S.    4    und    337)    berichtete,    in    dem    erwähnten 
Kataloge    als    in    Ostpreußen    heimathsberechtigt    berücksichtigt 

Stctt.  cutomol.  Zeit.  VM'i. 


38 

worden  pind,  Agroiis  fugax  dagegen  nicht,  so  glaubte  ich  an- 
nelimen  zu  müssen,  die  Möghchkeit  eines  Irrthums  bei  der  Be- 
stimmung des  Thieres  Seitens  des  Herrn  Dr.  Wocke  sei  nicht 
ausgeschlossen  und  übergab  das  von  den  4  Exemplaren  best- 
erhaltene Stück  Herrn  Max  Bartel*)  zur  nochmaligen  Prüfung. 
Dieser  erklärte  jedoch  das  Thier  für  eine  unzweifelhafte  Fugax 
und  bestätigte  somit  die  Richtigkeit  der  Wocke'schen  Deter- 
minirung.  Es  erübrigt  demnach  nur,  nochmals  zu  kon- 
statiren,  daß  Agrotis  fugax  Tr.  nicht  nur  im  östlichen  Oester- 
reich,  in  Ungarn,  im  centralen  und  südöstlichen  Rußland,  son- 
dern auch  in  Deutschland  und  zwar  an  der  Seeküste 
Ostpreußens  vorkommt. 

Berlin-Schöneberg,  im  September  1901. 


TTebersictit 

der 

Sumatra-Pyralidae, 

zusammengestellt  von  Major  Ed.  Hering. 

ni. 

(Fortsetzung-  von  S.  118  Jahrgang  1901  und  S.  219  desselben  Jahrganges.) 

Hierzu  Tafel  I, 


TU.  Hydrocampinae. 

Orphnophanes  Led.  p.  428.  Hamps.  M.  J.  IV.  p.  230.  fig.  135 

Id.  Tr.  E.  S.  L.  1897   p.  188. 

291.  eucerasalis  Walk.  XIX.  p.  1002.  Hamps.  M.  J.  IV.  p.  231. 

Id.  Tr.  E.  S.  L.  p.  188. 

prodnctalis  Led.  p.  428  PL  16  f.  7. 

1   $,  F.   1/1894,    D.,    sonst   in    mehreren  Exemplaren    von 

Woodlark  Isld.  (Meek),  St.  Aignan  (Id.)  und  Fergusson  Isld.  (Id.) 


■'  Bearbeilel  bekanntlich  die  paläarktischen  Großschmetterliuge  als 
Fortsetzung  des  Rührschen  Werkes. 
Stett.  cntomol.  Zeit.  1903. 


39 

im  Mus.  StcUin  vorliandcii.  Die  Art  ist  durch  die  vergrößerte 
Lederer'sehe  Abbildung  gut  kenntlieh  gemacht,  doch  zeigt  unser 
Sumiitra-Excmi)luv  rein  weiße  Hinterflügel  und  auch  die  aus  dem 
Neu-Guinea-Gel)iet  herstammenden  haben  nur  den  Hintertlügel- 
außenrand  so  gelb,  wie  l)ei  Led.  der  ganze  Fhigel  gefärbt  erscheint. 
Die  Zeichnungen  des  Vorderfhigels  sind  bei  unsern  sämmt- 
Hchen  Exemi)laren  verloschener  und  weniger  gelb,  als  in  der 
Abbildung 5  sie  entsi)rechen  so  mehr  dem  Hampson'sehen  Holz- 
schnitt, 1.  e.  f.  135.  Nach  Hampson  war  (He  Art  bisher  von 
Sikkim,  Borneo  und   Amboina  bekannt. 

Syntomodora  Meyr.  Tr.  1894  p.  467.  Hanips.  M.  J.  IV  p.  230 
(sub:  Orphnophanes  Led.).  Id.  Tr.  1897  p.  188. 
Mr.  Meyrick  charakterisirte  1.  c.  diese  Gattung  für  Ihoa- 
salis  Walk,  und  bemerkte  dazu:  Apparently  ahied  to  Tabidia. 
Wesentlich  abweichend  davon  stellt  Mr.  Hampson  sie  1.  c.  als 
Sect.  I,  B.  zu  Orphnophanes  Led.,  während  er  alhisignalis  Hamps. 
und  inconseqiiens  Warr.  als  Sect.  II  ohne  besonderen  Namen 
folgen  läßt.  Ich  schließe  im  Folgenden  inconseqiiens  unter 
Syntomodora  an. 

292.  thoasalis  Walk.  XVIII.  p.  692.  Hamps.  M.  J.  IV.  p.  230. 
1   (^,  2  ??,  F.  12/1894  und   1/1895,  D.  von  Soekaranda, 
sonst    noch  1   ^  von    Nias  (Stichel),    1  ,^   1  ?    von   West-Java. 
Pengalengan    (Fruhstorfer)    sowie,    benannt    erhalten,    1    <$    von 
Assam  (Swinhoe),  im  Mus.  Stettin.   —   Die  Art  war  s.  Z.   Herrn 
Snellcn    ebenso   wie  mir  unbekannt;    er  glaubte   sie  in    die  Nähe 
von  ErilUa  stellen  zu  müssen,  also  auch  zu  einem  Hydrocami)inen- 
Genus     im    Hampson'schen    Sinne.     Eine    frappirende    habituelle 
Aehnlichkeit    mit   thoasalis    Walk,    zeigt    auch    die    Guenee'sche 
Stenia  grammalis  (Gn.  p.  249)  =  Blepharomastix  romalis  Druce, 
Biol.  C.   Amer.    p.  270    PI.   57    f.  4;    wir    besitzen    letzlere    von 
Demerara    (Watkins)    und    von  Bogota  (Pehlke)    ein    Exemplar, 
das  vielleicht  noch   eine  neue  Art  rei)räsentirt.    Hampson  rechnet 

Stett.  cutouiol.  Zeit.  19Ü3. 


40 

jedoch  grammalis  Gn.  als  Massepha  Walk,  zu  den  Pyraustincn. 
Thoasalis  wechselt  augenscheinlich  in  der  Grüße  ganz  erheblich, 
da  einzelne  unsrer  Exemplare  kaum  Zweidrittel  der  Größe  tmderer 
erreichen. 

Nach  den  Hampson'schen  Angaben  sind  die  von  mir  an- 
geführten Gebiete  für  die  Art  neu.  H.  Snellen  besaß  sie  gleich- 
falls von  Java. 

293.   inconsequens  Warr.  A.  M.  N.  II.  (6j    XVII.  p.  204. 

Hamps.  M.  J.  IV.  p.  231.  —   Id.  Tr.  1897  j).  188. 

1  $,  Unicum,  F.  1/1895,  D.,  sonst  nirgendwoher  im  Mus. 
Stettin,  war  Herrn  Snellen  ebenso  wie  mir  unbekannt;  wir  ver- 
danken die  Bestimmung  der  Art  Mr.  Hampson.  Sie  macht  durch 
ihren  eckig-geschweiften  Schnitt  beider  Flügel  einen  fremdartigen 
Eindruck  und  entspricht  so  nicht  der  Hampson'schen  Ch*rak- 
terisirung:  „Hindwing  with  the  outer  margin  rounded."  —  Auch 
die  Bemerkung:  „Forewing  with  the  apex  produced'S  welche 
auf  albisignalis  Hamps.  (albisirigaUs  Snell.  i.  lit.)  nach  unsern 
vier  Exemplaren  dieser  Art  von  Darjeeling,  Assam  und  West- 
Java  gut  zutrifft,  hat  auf  inconsequens  nur  bedingungsweise 
Anwendung,  da  bei  unserm  Exemplar  der  Vorderflügelaußenrand 
in  seiner  Mitte  eine  Ausbuchtung  zeigt,  die  sich  schärfer  markirt, 
als  das  Hervortreten  der  Flügelspitze. 

Stegothyris  Led.  p.  427.   Hamps.  M.  J.  IV.  p.  223. 
Id.  Tr.  1897  p.  192. 

294.  diagonalisGn.  p.  201.  Snell.  M.  S.  14  p.  74.  Id.  Tr.  1890 

p.  625.  Hamps.  M.  J.  IV.  p.  192  fig.  129. 

transversalis  Led.  p.  482  PL  16  f.  5. 

In  Mehrzahl  F.  2/1895,  D.,    von  Sumatra   im  Mus.   Stettin 

vorhanden,  jedoch  nur  aus  dem  Höhengebiet  (5000 ')  des  Sinabong, 

nicht  auch  aus  der  Ebene  von  Soekaranda.    Auch  in  West-Java, 

Pengalengan  (Fruhstorfer),    von  wo  M'ir    sie  in  Menge    erhielten, 

scheint  die  Art  ein  Höhenthier  zu  sein,  da  diese  Lokalität  4000 ' 

Stolt.  ciitomol.  Zeit.  1903. 


41 

hoch  Hegt.  Ebenso  haben  wir  sie  von  2000 '  Hölie  aus  Lombok, 
Sapit  (Fruhstorfer).  Sie  wechselt  nicht  unerhebHeh,  vielleicht 
je  nach  der  Jahreszeit  und  in  den  verschiedenen  Generationen, 
in  Größe  sowie  in  der  mehr  oder  minder  scharfen  und  breiten 
Zeichnung  des  Costalrandes,  des  Marginal-  und  Submarginal- 
bandes.  Auch  von  Darjeeling  (Fruhstorfer)  erhielten  wir  die 
Art  in  Mehrzahl  und  in  ähnlicher  ■  Variabilität.  Herr  Snellen 
erwähnt  Tr.  1890  p.  625  schon,  daß  Lederer's  Vaterlandsangabe 
„Venezuela'-'   wold  auf  einem    Irrtluim   beruhen  müsse. 

Platamonia  Led.  p.  427. 

Wie  schon  bei  der  Gattung  Syngamia  bemerkt  worden  ist, 
wird  Platamonia  Led.  von  Mr.  Hampson  P.  Z.  S.  1898  p.  043 
lediglich  als  S3nonym  dazu  aufgeführt  und  die  Art  amplia- 
talis  Led.,  auf  welche  die  Gattung  Platamonia  begründet  wurde, 
dementsprechend  dort,  p.  646  No.  21  als  Syngamia  cvwiihni. 
Noch  mehr  aber,  als  die  bei  Syngamia  und  später  unter  Marasmia 
venilialis  Walk,  von  mir  erwähnten  Arten  weicht  ampliatalis 
von  dem  Gueneeschen  Gattungstypus  von  Syngamia  habituell  ab 
und  ich  trage  kein  Bedenken,,  hier  wieder  Herrn  Snellen  zu  folgen, 
welcher  (Tijd.  42  p.  8.5)  Platamonia  als  gute  besondere  Gattung 
bestehen  läßt.  Da  aber  Lederer  seine  Gattung  Platamonia  in 
die  Gruppe  von  Stegothyris.,  Pleonectiisa,  Erilita  etc.  stellt,  so 
halte  ich  es  für  geboten,  sie  auch  hier  an  der  entsprechenden 
Stelle  aufzuführen.  —  In  dem  Hampson'schen  Gattungs-  und 
Arten- Register,  P.  Z.  S.  1898  wird  p.  1082  nur  eine  Platam. 
binotalis  Warr.  aufgeführt,  welche  identisch  sein  soll  mit  Naco- 
leia  citprealis  Moore,  führend  der  Gattungsnatne  als  Synonym  zu 
Syngamia  dort  nicht  auflindbiw  ist,  aiiipiialalis  Led.  aber  nur 
als  Syngamia.  Es  ist  dies  einer  der  vielen  Fälle,  welche  das 
Fehlen  eines  alphabetischen  Registers  der  Gattungen  und  Arien 
für  die  sämmtlichen  Hampson'schen  Pyraliden-Arbeiten  schwer 
vermissen  lassen. 

SloU.  cntoDiol.  Zeit.  1903. 


42 

295.  medinalis  Sncll.  Tijd.  42  p.  85  PI.  4  f.  9-11. 

1  .^  2  $,  F.  1  und  7/1894,  D.  Die  Art  wurde  1.  c.  mit 
nach  diesen  Exemplaren  von  Herrn  Snellen  beschrieben;  er  besaß 
sie  sonst  von  Celebes.  Auch  im  Mus.  Stettin  ist  ein  q  von  Süd- 
Celebes,  Patunuang-  (Fruhstorfer)  vorhanden,  sowie  ein  $  von 
West-Java,  Pengalengau  (Id.),  fei-ner  zwei  etwas  abweichende 
,So    von  AYoodiark  (Äleek)    und    1    ,^    von    Teoor    Isl.    (Rolle). 

Das  ,j  von  medinalis  ist  Tijd.  42,  1,  c.  ganz  vortrefflich 
abgebildet,  namentlich  auch  der  Kopf  und  der  sehr  charak- 
teristische Hinterleib.  Nach  unserm  umfangreicheren  Material 
kann  ich  der  Snellen'schen  Beschreibung  noch  hinzufügen,  daß 
sämmtliehe  drei  _Y.$  eine  bedeutend  hellere  glänzend  ölgelbe  Grund- 
farbe haben,  als  die  vier  ,^o  ^"^^^  ^'"ß  ^^^'  ^i''^'  ''^'i  ihnen  viel 
weiter,  nämlich  bis  zu  Zweidrittel  der  Vorderflügellänge  und 
über  mehr  als  die  Hälfte  der  Hinterflügel  ausdehnt,  währeiTti  sie 
sich  bei  den  ,^i^  fast  nur  auf  den  Dorsalrand  des  Vorderflügels 
bis  zu  dessen  Mitte,  auf  dem  Hinterflügel  bis  zur  ersten  Quer- 
linie ausdehnt.  Die  sehr  dunklen  auch  etwas  größeren  q,^  von 
Woodlark  zeigen  diese  gelbe  Grundfarbe  fast  garnicht,  nament- 
lich auf  den  Hinterflügeln;  sie  sind  fast  einfarbig  seh-warzbraun 
mit  violettem  Schimmer. 

Herr  Snellen  erwähnt  1.  c.  das  Yorkommen  dieser  Art  in 
Sumatra  nicht  ausdrücklich;  er  giebt  als  Heimath  nur  Celebes  an. 

296.  poecilura  nov.  spec.  PI.  I.  f.  29. 
1  ,^,  F.  11/1894,  1  $,  7/1894,  D.,  sowie  1  ,^  von  West- 
Java,  Pengalengan  (Fruhstorfer)  und  1  ^  vom  Kina  Balu,  Nord- 
Borneo  (Stgr.)  im  Mus.  Stettin  vorhanden.  Nächstverwandt  mit 
der  vorigen  Art,  aber  etwas  kleiner  (.^  20  mm  bez.  24  mm, 
$  22  mm  Flügelspannung)  und  sofort  dadurch  zu  unterscheiden, 
daß  der  Hinterflügel  in  beiden  Geschlechtern  mir  eine  Querlinie 
zeigt,  während  medinalis-,^  deren  zwei  hat,  eine  längere  innere, 
welche  vor  dem  Analwinkel  ausläuft  und  eine  kürzere,  mit 
ersterer    nach    hinten    convergirende  äußere,    bis    zur  Flügelmitte 

Stett.  eutomol.  Zoit.  1903. 


43 

reichend;    das  $  von    medinalis    dagegen    besitzt   an   Stelle   der 
inneren    Linie    nur    einen    langen    Zellenfleck  auf  1/3  der  Flügel- 
länge, welcher    den    Vorderrand    nicht    erreicht    und    dafür    eine 
längere  äußere,    in  der    Mitte  unterbrochene  und   gleichzeitig  ab- 
gesetzte Außenlinie,    deren    analer  Theil    mehr   nach    der  Flügel- 
bäsis  zu    gerückt,    dann    ebenfalls    vor    dem    Anahvinkel   in  den 
Flügelinnenrand  verläuft.     Bei  poccilura-^^    welches    im  Ganzen 
dem    medinalis-^    viel    ähnlicher    ist    als    die    beiderseitigen    ,^,^ 
unter  einander,  ist  diese  Außenlinie    nicht  unterbrochen,    sondern 
zeigt  an  der  Unterbrechungsstelle  nur  einen  leichten  Knick.    Ein 
anderer  Unterschied  beider  Arten  besteht  darin,  daß  bei  poeciiura 
der  Außentheil  beider  Flügel  hinter  der  äußeren  Querlinie  scharf 
abgegrenzt  dunkelbraim  ei'seheint,  während  er  sich  bei  tnedinalis 
allmählig  und  sanft  abtönt.     Letzteres  gilt  bei  poeciiura  nur  für 
die  dunkle  Färbung  des  Vorderflügelyorderrandes.     Auch  ist  die 
Grundfarbe  beider  Flügel  bei  poeciiura   merklich  heller   ,.ölgelb''' 
(Snell.)    als  bei  medinalis,    selbst    deren  $$   miteinbegrifTen,    und 
entsprechend  auch  die  Farbe  des  Thorax  und  Abdomens.    Unter- 
schieden  ist  endlich    auch  bei    den  ,5^0    beider  Arten    die  Zeich- 
nung   des  vorletzten    und  des  Analsegments.     Poeciiura   hat  auf 
schneeweißem    Untergrund    am    Ende    des    vorletzten    Segments 
beiderseits  zwei  kleinere,  fast  kreisrunde  sammetschwarze  Flecke; 
am  Einsatz  des  Analsegments  fehlt  ihr  der  cjuerüberreichende  in 
der   Mitte    eingebuchtete    schwarze   Fleck    von   medinalis    ganz; 
dafür  hat    sie  am    Beginn    des  Analbusches,    wieder   auf  schnee- 
weißem   Untergrund,    zwei    ähnlich    wie    die    vorhin    erwähnten 
gestaltete,    etwas    länger    ausgezogene    seitliche,    sammetschwarze 
Flecke.    Das  Hinterleibsende  erscheint  dabei  noch  merklich  bunter 
gezeichnet    als    bei  medinalis-,^,    wahrend    die    $$    beider  Arten 
fast  die  gleiche  Zeichnung  besitzen. 

Herr  Snellen  bemerkt  schon  1.  c.  bei  Beschreibung  von 
meditialis,  daß  Plal.  ptochura  Mevr.  Tr.  1894  p.  468,  welche 
nach  1  S  von  Pulo  Laut  beschrieben  wurde,  seiner  Art  sehr 
nahe  kommen,  sich  jedoch  durch  das  Fehlen  der  weißen  Zeich- 

Stott..  eiitoniol.  Zeit.  1903. 


44 

ming  am  Hinlerlcih  sofort  unterscheiden  müsse.  Da  dieses  Merk- 
mal als  unterscheidend  fast  noch  mehr  für  unsere  Art  gilt,  gal) 
ich  iin-  im   Hinhliek  darauf  ihren  Namen. 

Mr.  Meyrick  erwähnt  an  gleicher  Stelle  dann  noch  Platam. 
camillalis  =  camiUu$alh  Walk.  XYllI.  p.  713;  Hami)s.  P.  Z.  S. 
1898  p.  646,  No.  2(t,  ebenfiUls  von  Tulo  Laut  und  nach 
Hamps.  1.  c.  sonst  von  ^lalacca  und  IJorneo.  Die  Walker'sche 
Beschreibung,  in  welcher  die  Art  mit  Si/Iepta  viokila  F, 
(=:  ahjunyalis  Walk.)  verglichen  wird,  köimte  mit  der  gleichen 
Wahrscheinlichkeit  auf  medinalis  wie  auf  poecilnra  gedeutet 
werden.  Da  ich  mir  hierüber  keine  definitive  Sicherheit  ver- 
schaffen konnte,  hielt  ich  es  für  geboten,  hier  ausnahmsweise 
eine  neue  Benennung  eintreten  zu  lassen.  Violafa  F.,  welche 
oberflächlich  betraclitet,  eine  gewisse  Aehnlichkeit  mit  poecilnra 
hat,  AA'eicht  —  abgesehen  von  den  (uittungsunterschiedeii  — 
sofort  durch  wesentlich  anders  geformten  Fühleransatz  und  durch 
ganz  andere  Form  und  Lage  der  Querlinien  von  ihr  al). 

Hymenoptychis  Z.    CatTr.    p.  64.    Led.    p.  425.    Suell.    Tijd.    27 

j).  40.  Hamps.  Tr.  1897  j).  195. 
297.  dentilinealis  Snell.  M.  S.  IV.  ]>.  74:  id.  Tijd.  27  p.  40. 
2  $,  F.  12/1894,  D.,  kein  ,^  vorhanden.  —  Herr  Snellen 
heschrieb  die  Art,  M.  S.  IV.  1.  c.  nach  1  ^  von  Solok,  Sumatra 
und  nach  5  Exemplaren  heider  Geschlechter  von  Celel»es.  — 
Ein  Exemplar  von  uns  Murde  von  ihm  selbst  als  seine  Art  be- 
stätigt. Das  ,^  muß  wesentlich  anders  gestaltet  sein,  als  das  $, 
wie  dies  auch  bei  der  typischen  Art  dieser  Gattung,  H.  sorilida  Z. 
der  Fall  ist,  welche  das  Mus.  Stettin  in  Mehrzahl  von  Batjan 
(Holle),  'i'asnianien  (Watkins)  und  aus  Deutsch-Ostafrika,  Kilwa 
(Heimer)  besitzt.  Das  $  von  dentilinealis  kommt,  äufVrlich 
betrachtet,  dem  der  nächstfolgenden  Art  sehr  nahe,  dei-en  ,j^  aber 
grundverschieden  von  dem  $  ist.  In  der  Tijd.  27  1.  c.  initer- 
scheidet  H.  Snellen  nach  dem  verschiedenen  Adernverkuif  die 
beiden  Hymenoptychis- \\{cn  in  Abth.  A.  {sordida)  und  B. 
(^dentiiinealis'). 

StcU.  ciitoiiiol.  Zeit.  1903. 


Mr.  Hampsou  führt  die  Snellen'sche  Art  als  ihm  unbekannt 
unter   „Auctorum^'   Tr.   1897  1.   e.  auf. 

Epherema  Snell.  Tijd.  35  p.  170.  Hamps.  P.  Z.  S.  1898 
p.   712  (sab:  Sylepta  Hb.). 

Herr  Snellen  errichtete  1.  c.  diese  Gattung  auf  die  einzige, 
nächstfolgende  Art,  welche  im  männlichen  Geschlecht  sehr  aus- 
gezeichnet ist  durch  den  blatternartigen,  mit  runzeliger  Membran 
versehenen  Eindruck  in  der  Zelle,  welcher  den  Verlauf  der  Adern 
und  die  Form  der  Zelle  bestimmt.  Sehr  bemcrkenswerth  ist 
auch  der  sehr  schräge  und  sehr  lauge  Außenrand  der  Vorder- 
flügel des  r^,  bei  welchem  dessen  Außenwinkel  ein  ganz  be- 
sonders stumpfer  ist.  Das  $  hat  keine  dieser  Auszeichnungen. 
—  Herr  Snellen  stellt  seine  Gattung  in  die  Nähe  von  Bradina  Led. 
und  Ercfa  AValk.  —  Mr.  Hampson  dagegen  läßt  sie  als  eigene 
Gattung  nicht  gelten,  stellt  sie  vielmehr  in  seiner  Gattung  Sylepta, 
also  als  Pyraustine,  unter  Sect.  VH,  I,  a.  Ich  schließe  mich 
auch  hier  der  Snelleu'schen  Auflassung  an. 

298.  abyssalis  Snell.  Tijd.  35  p.  172  PI.  10  f.  11,  12. 

1  ,^,  5—9/1897,  Held;  2  $,  F.  12/1894,  D.,  von  Soeka- 
randa,  sonst  nocli  1  ,^  von  St.  Aignan  (Meek)  und  1  V  v<»u 
West-Java,  Pengalengan  (Fruhslorfer)  im  Mus.  Stettin  vorhanden. 

Die  Snellen'sche  Beschreinung  und  die  vortreffliche  Ab- 
bildung des  o  geben  die  Art  gut  wieder.  Herr  Snellen  kannte 
1.  c.  nur  2  q,^  aus  Java,  während  Mr.  Hampson  die  Art, 
P.  Z.  S.  1898  p.  718,  No.  45  sonst  noch  von  Amboina  und 
Neu-Guinea  aufführt.  Die  Zugehörigkeit  unserer,  von  den  q  q 
stark  abweichenden  VV  ^vllrdc  von  H.  Snellen  festgestellt.  Das 
Mus.  Stettin  besitzt  soni^t  noch  3  $$  von  den  Fidji-Inseln  (Ribbe) 
bez.  Java,  Pekalongan  (Spe^-er),  welche  von  Herrn  Snellen  für  eine 
neue  Art  bei  abyssalis  erklärt  wurden.  Da  uns  aber  das  ,^ 
fehlt,   lasse  ich  sie  einstweilen  außer  Petracht. 

Stelt.  entomol.  Zeit.  190a. 


4G 

Erilita  Led.  p.  426. 
Lederer  errichtete  seine  Gattung  auf  die  einzige  Art 
modestalis  Led.  von  Amboina,  wclclic'  in  Sumatra  liishcr  noch 
nicht  gefunden  -wurde.  Das  Mus.  Stettin  besitzt  sie  nur  in  Mehr- 
zahl von  Ost-Celebes,  Tombugu  (Kibbe),  Nord-Celebes,  Toli-Toh 
(Fruhstorfer)  und  aus  dem  Neu-Guinea-Gebiet  (C.  v.  Hagen,  Mci'l<). 
Mr.  Ilampson  hat  daiui  diese  Gattung  und  Pleonectvsa  Led., 
Pkysemalia  Led.,  Trematarcha  Mejr.  und  Epirhronisth  Meyr. 
unter  dem  Lederer\sehen  Namen  Bradina  in  eine  Gattung  ver- 
einigt. Ich  vermag  hierfür  keinen  genügenden  Grund  zu  erkennen 
und  verbleibe  deswegen  bei  der  Lederer^sehen  Unterscheidung. 

299.  adhaesalis    Walk.    XVIIL    ]>.    064.     Moore    Lep.    G.    IIL 
m.   180  f.    14;  Hamps.  M.  J.  lY.  p.  227.   Id.  Tr.   1897  p.  200. 

1  $,  F.  1/1895,  D.,  sonst  nur  1  $,  AVest-Java,  P^nga- 
lengan  (Fruhstorfer)  im  Mus.  Stettin  vorhanden,  beide  als  diese 
Art  von  Herrn  Snellen  anerkannt,  -welcher  sie  als  fragliche 
Psara  Snell.  bezeichnete.  Da  wir  das  ,^  nicht  ])esitzen,  belasse 
ich  sie  nach  Mr.  Hampsons  Vorgang  in  der  Gattung  Erilita. 

Von  Sumatra   ^\  urde  die  Art  bislier  nicht  erwähnt. 

Pleonectusa  Led.  p.  426.  Hamps.  M.  J.  IV.  p.  226  (sub: 
Bradina  Led.).  Id.  Tr.  1897  p.  198. 
Die  Gattung  scheint  ganz  besonders  zahlreich  an  Arte;n 
im  australischen  Gebiet  vertreten  zu  sein.  Das  Mus.  Stettin  be- 
sitzt außer  den  beiden  nachstehend  aufgeführten  Arten  namentlich 
von  Fi<IJi  und  den  kleinen  Inseln  des  Neu-Guinea-Gebiets  noch 
über  zwanzig  unterscheidbare,  nur  zum  'llu'il  bisher  benannte 
Arten,  während  im  indischen  Gebiet  erheblich  weniger  bisher 
gefunden    A\urden. 

300.  admixtalis  Walk.  Will.  ]>.  6r).5;  Moore  L.  C.  III.  ]>.  286 
ri.   180  f.  13.  Hamps.  M.  J.  IV.  p.  227;  Id.  Tr.   1897  p.  201. 

—  aodaHs  Led.  p.  426, 
In  Mehrzahl,    F.    11    und    12/1894    und    1/1895,    D.,    von 

ötett.  entomol.  Zeit.  1903. 


47 

Soekai-anda,  sonst  von  Ost-Celebes,  Tombugu  (Ribbe),  Siid- 
Celebes,  Patunuang  (Fruhstorfer),  West-Java,  Pengalengan  (Fruh- 
storfev),  Fergusson  J.  (Mcek),  St.  Aignan  (Meek)  und  Ceylon 
im  Mus.  Stettin.  Herr  Snellen,  der  unsere  Exemplare  bestinaiite, 
bemerkt  Tr.  1890  p.  (;24,  daß  tabidalh  Led.,  welche  Mr.  Hampson 
I.  e.  zu  (tihnixtalis  als  Svnonym  stellt,  eine  wohl  unterscheidban; 
eigene  Art  sei.  Dementsprechend  wird  sich  aiicli  das  dort  an- 
geführte A'erhreitungsgebiet  beider  Arten   modiliciren   müssen. 

301.  tabidalis  Led.  p.   426.  Snelk  Tijd.  27  p.  40;  Id.  l'r.  1890 

p.  624.  Id.  M.  S.  n.  p.  74. 
3  $,  F.  12/1894,  D.  und  5—9/1897,  Held,  von  Soekaranda 
im  Mus.  Stettin,  sonst  von  Nord-  und  Süd-Celebes,  Toli-Toli 
(Fruhstorfer),  Malacca,  Perak,  Madagascar  und  Fernando  Po 
(L.  Conradt)  im  Mus.  Stettin.  —  Herr  Snellen  führt  sie  eben- 
falls von  Sinnatra,  s(l^^  ie  von  Celebes  und  Perak,  und  nach 
Lederer  von  Amboina  an.  In  frischen  Exemplaren  ist  die  Art 
von  der  vorigen  nicht  schwer  zu  unterscheiden. 

Piletocera  Led.    p.    431.    Hamps.    M.    J.   IV.    p.    236;    Id.    Tr. 

1897  p.  209. 

302.  aegimiusalis  Walk.  XIX.  p.  929.  Hamps.  M.  J.  IV.  ]>.  23G 

lig.  142;  Id.  Tr.  1897  p.  212. 
fcwomacidata  Pagst.  Nass.  37  p.  279  PL  7  f.  8. 
1  o,  F.  1/1895,  L).,  von  Soekaranda,  stimmt  völlig  überein 
mit  benannt  erhaltenen  Exemplaren  von  xlssam  (Swinhoe)  und 
mit  solchen  von  Süd-Celebes,  Patunuang  (Fruhstorfer).  Von 
Sumatra  bisher  noch  nicht  bekannt.  Nächstverwandt  mit  ihr  ist 
Pil.  Orientalis  Snell.  Tijd.  23  p.  233;  Tijd.  27  j).  43  PI.  4 
f.  3,  3a,  welche  das  Mus.  Stettin  in  mehreren  Exemplaren,  aber 
nur  von  West-Java,  Pengalengan  (Fruhstorfer)  besitzt. 

303.  sodalis    Leech,    Entom.    1889   p.    71    PI.  4    f.  6.    Hamps. 

Tr.  1897  p.  213,  No.  21. 
1   $,  F.  1/1895,  D.,    von  Herrn  Snellen   als  diese  Art  mit 

Stott.  entomo).  Zeit.  1903. 


48 

dem  Zusatz  anerkannt,  daß  ev  sie  auch  von  Java  besitze. 
Hamps.  1.  e.  führt  nur  Japan  und  China  als  Heimath  an,  von 
wo  sie  uns  fehlt.  Herr  Snellen  stellt  diese  und  die  nächstfolgende 
Art  zu  Semioceros  Meyr.,  eine  Gattung,  welche  Mr.  Hampson, 
P.  Z.  S.  1898  p.  693  nach  dem  Vorgang  von  Moore,  L.  C.  III. 
p.273  lediglich  als  Sj-nonym  bei  seiner  vielumfassenden  Pj-raustinen- 
Gattung  Nacoleia  Walk,  auffuhrt. 

304.  chrysorycta  Meyr.  Tr.  1884  j).  320, 
'Uontingena  Moore  L.  C.  III.  p.  273  PL  179  f.  8. 
Mehrere  ,S  und  $,  F.  12/1894,  D.,  von  H.  Snellen  als  die 
Meyrick'sche  Art  bestätigt,  von  Soekaranda,  sonst  noch  von 
NordCelebes,  Toli  Toli  (Fruhstorfer)  und  von  St.  Aignan  (Meek) 
im  Mus.  Stettin  vorhanden.  Nach  der  Beschreibung  und  Ab- 
bildung der  Moore'schen  Art  will  es  mir  scheinen,  als  a\)  sie 
mit  der  Meyrick'schen  identisch  sei;  JMr.  Ham])s.,  Tr.  1897 
p.  213  führt  beide  getrennt  auf.  Für  chrysorycta  kennt  er  1.  c. 
als  Heimatli  nur  Australien,  Mährend  conlingens  ebenda  von 
Indien,  Ceylon,  Buima  und  Borneo  aufgeführt  wird.  Chrysorycta 
Meyr.   würde  vermuthlich  die  Pridriiät  l)ehalten. 

Clupeosoma  Snell.  Tijd.  23   p.  203.    Hamps.  Tr.    1897    p.  21(3. 
Hydro rtßina  Hamps.  M.  J.  IV.   p.  239. 

305.  polusale  Walk.  XA'IU.  p.  703.  Hamps.  M.  J.  IV.  j).  239 

lig.   144  (Hydrorybina).     Swinh.    Cat.  Fast.  Heteroc.   1900 

1).  451  PI.  7  f.  20. 

2  ,^  3  ^\  F.  1/1895,  D.  und  5  —  9/1897,  Held,  von 
Soekaranda  und  nur  dorther  im  Mus.  Stettin  vorhanden.  —  Die 
anfänglich  erhalleni'u  stark  verletzten  Exemi)Iare  halten  mich 
durch  ihre  (^)ualilät  veranlaßt,  sie  vorläutig  als  eine  hellere  Form 
zu  Hemiscopis  stilftisaiis  Walk.  {Botys  SticlIriiKiiii  Snell.)  zu 
stecken,  mit  welchen  ])oIi/sale  eine  entfernte  Aelmlichkeit  zeigt. 
Ich  Unterheß  es  denn  auch,  sie  durch  Herrn  Snellen  begutachten 
zu  lassen.     Erst    der  Besitz    von    frischen   Faltern    belehrte    mich 

.Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


49 

und  Mr.  Hampson  erklärte  solche  dann  für  die  Walker'sche 
Art,  die  nach  seinen  Angaben,  Tr.  1897  i^.  217  eine  weitere 
Verbreitung  hat.  —  Die  Swinhoe'sche  Abbildung  giebt  die  Art 
kenntlich  wieder,  nur  ist  bei  unsern  besterhaltenen  Exemplaren 
der  Grundton  dunkler  und  rüthlicher,  während  die  Flügelaußen- 
hälfte namentlich  auf  den  Hinterflügeln  wesentlich  dunkler, 
schwarzbraun  mit  violettem  Ton  erscheint. 

Mabra  Moore  L.  C.  III.  p.  280.  Hami)s.  M.  J.  IV.  p.  240; 
Id.  Tr.  1897  p.  240. 
30G.  eryxalis  Walk.  XVII.  p.  371.  Moore  L.  C.  III.  p.  280,  PI.  179 
f.  4.   Hamps.  M.  J.  IV.  p.  240  fig.  145.   Id.  Tr.  1897  p.  221. 
Botys  velatalis  Snell.  M.  S.  IV.  p.  63    PI.  5  f.  4. 
1  $,  F.   12/1894,  D.,    von  Herrn  Snellen  selbst  anerkannt 
als  seine  velatalis;    sonst  noch  1  ,^^    völlig    conform    mit  jenem 
von  China,    Kaulun,    F.  2/9.   1891    (Dr.   SeitzJ.     Sehr    gut  wird 
die  Art  durch  die  Snellen'sche  Abbildung  M.  S.  IV.  1.  c.  wieder- 
gegeben, nur  daß  ihre  Grundfarbe,  wie  der  Verf.  Tijd.  41  p.  182 
selbst  bemerkt,  zu  hell  citronengelb  statt  orangegelb  gehalten  ist. 
Die  sehr  massive  Moore'sche  Abbildung   der  eryxalis  1.   c. 
erscheint  namentlich  durch  die  viel  zu  bläuliche  Bestäubung  beider 
Flügel  und  das  zu  scharfe  Hervortreten  der  Querlinien  unnatürlich, 
läßt  aber  trotzdem   die  Art  erkennen. 

3Ö7.  obealis  Snell.  Tijd.  41  p.  181  PL  8  f.  11. 
1  (^,  F.  1/1895,  D.  Unicum.  Die  Art  Murde  1.  c.  nach 
diesem  ,^  und  nach  2  $$  von  Tegal  durch  Herrn  Snellen  be- 
schrieben. Trotzdem  der  Autor  beim  Vergleich  derselben  mit 
der  v(Mhergehenden  ihre  nähere  Verwandtschaft  mit  dieser  wegen 
der  anders  gestalteten  Palpen  in  Zweifel  zieht,  wozu  auch  noch 
die  beim  ,^  beinahe  nackten  Fühler  berechtigen,  möchte  ich  sie 
doch  im  Sinne  der  Hampson'schen  Gaftungscharakterisirung  von 
Mabra  Moore  an  dieser  Stelle,  wenigstens  vorläufig,  einfügen, 
allerdings  ohne  die  sonstigen  Zugehörigen  der  Gattung  in  natura 
zu  kennen. 

Stett.  entoniol.  Zeit.  1903.  4 


50 

Ambia  \\'ulk.  XIX.  p.  957.   Hauips.  M.  J.  IV.  p.  202.  Id.  Tr. 

1897  p.  159. 
Obwohl  es  mir  zweifelhaft  ist,  ob  nicht  die  unter  Ambia 
Walk,  von  Mr.  Hampson,  Tr.  1897  1.  c.  vereinigten  Gattungen 
z.  B.  Opisteideicia  ^^'arr.  und  üligernis  Me}^'.  eignen  Gattungs- 
werth  besitzen,  wie  dies  auch  die  Benennung  von  Sect.  II, 
A  und  B  andeutet,  so  lasse  ich  es  für  den  Zweck  dieser  Arbeit 
doch  bei  seiner  Zusammenfassung. 

308.  poritialis  Walk.  XIX.  p.  951.  Moore  L.  C.  III.  PI.  179 
f.  11.  Hamps.  M.  J.  IV.  p.  206;  Id.  Tr.  1897  p.  164. 
1  ,^  1  $,  F.  11/1894,  D.,  wurden  von  Herrn  Snellen  als 
hierher  gehörig  bestimmt.  Wir  besitzen  die  Art,  welche  auch 
Hamps.  von  Sumatra  erwähnt,  sonst  noch  von  West-Java,  Pcn- 
galengan  (Fruhstorfer)  und  Xord  -  Celebes,  Toli  -  Toli  (fdem). 
(^  und  $  zeigen  merkliche,  anscheinend  constante  Verschieden- 
heiten in  Zeichnung  und  Färbung,  welche  ich  in  der  Beschreibung 
M.  J.  IV.  1.  c.  nicht  erwähnt  finde.  Die  Moore'sche  Abbildung 
giebt  nach  unserm  Material  das  $  gut  erkennbar  wiedei". 

309.  lipocosmalis  Snell.  Tijd.  43  p.  286  PI.  16  flg.  4,  5 
{Hydrocampa  [A]  Snell.). 
1  ,^,  F.  11/1894,  D.,  von  Soekaranda,  im  Mus.  Stellin, 
sonst  mu-  noch  1  $  von  West-Java,  Pengalengan  (Fruhstorl'er). 
Diese  erst  1900  von  Herrn  Snellen  1.  c.  beschriebene  und  vor- 
Irell'licb  abgebildete  Art  hatte  ich  bis  dubin  unter  Porilialis  \\  alk. 
als  aberrante  Form  stecken,  hege  aber  keinen  Z\\ cilel.  d-.iB  es 
die  neue  Snellen'sche  Art  ist. 

310.  iriusalis  Walk.  XVII.  p.  434:    Hamps.  Tr.  1897  p.  165. 

Mejr.  {irialu\  Tr.  1894  p.  470. 

1    ^,    15/2—15/4    1898,    Held,    Unicum,   wurde   uns    von 

Mr.  Hampson  als  diese  Art  bestimmt,  während  sie  Herrn  Snellen 

seiner  Zeit  unbekannt  M'ur.     Nach  seiner  Beschreibung  und   Ab- 

ftftt.  eiitüniol.  Zeit.  100:!. 


.Hl 

bildung  muß  die  von  ihm  Tijd.  43  (1900)  p.  299  PI.  17  f.  4,  5 
als  neu  beschriebene  Mvsofima  decoralis  der  Walker'schen  Art 
sehr  nahe  stehen,  wenn  sie  nicht  mit  ihr  identisch  ist,  was  ich 
naeli  unserm  Einzelexemplar  aber  nicht  sicher  behaupten  kann. 
Das  Thier  erinnert  an  Amhia  ptolycnsalis  Walk.  ^=  Coenosfola 
eromenalis  SnelL,  welche  das  Mus.  Stettin  in  Mehrzahl  von 
Süd-Celebes,  Patunuang  (Fruhstorfer),  nicht  aber  auch  von 
Sumatra  besitzt.  Beiläufig  wird  letztere  Art  in  der  Hampson- 
schen  Arbeit  zweimal,  p.  160  zutreffend  als  Synonym  zu 
ptolycnsalis  und  p.  169  irrthümlich  als  Oligostigma  erome- 
nale  Snell.  aufgeführt.  In  der  Tijd.  43  p.  297  stellt  Snellen 
neuerdings  seine  eromenalis  zu  Thysanoidma  Hamps,,  bemerkt 
dazu  jedoch,  daß  sie  kleine  Unterschiede  von  dem  Gattungs- 
tjpus  zeige. 

IriusaUa  war  bisher  nur  von  Borneo  und  Pulo  Laut  be- 
kannt. Snell.  1.  c.  beschrieb  seine  decoralis  nach  einem  ,^  von 
West-Java,  Buitenzorg. 

311.  cataclystalis  Hamps.  Tr.  1897  p.  166. 

3  ^  4  $,  F.  12/1894  und  15/2—15/4  1897,  D.,  sowie 
4 — 6/1898,  Held,  sämmtlich  von  Sumatra.  Das  ,^  wurde  von 
Herrn  Snellen  als  Cataclysia  spurcalis  Snell.  i.  lit.,  das  §  als 
ihm  unbekannt  bezeichnet.  Mr.  Hampsen,  als  Autor  der  Art, 
bestimmte  sie  später  unter  vorstehendehi  Namen.  Sie  bildet  bei 
Hamps.  1.  c.  als  einzige  Art  die  Sect.  Hl.  von  Amhia  mit  „R.  3 
und  4  gestielt;   R.   11   vorhanden." 

Das  Thier  macht  als  Amhia  einen  fremdartigen  Eindruck 
durch  seinen  gestreckten  Flügelbau  und  die  vier  sammtschwarzen, 
oben  Aveiß  umrandeten  Augenflecke  der  Hinterflügel  und  erinnert 
so  durchaus  an  den  Cataclysfa-Ty[nis. 

Bisher  nur  von  Pulo  Laut  vorhanden. 

312.  Dohrni  nov.  spec.  PI.  1  f.  30. 
1    ?,    Ihiicum,    F.    1/1895,    D.,    wurde   s.    Z.    von    Herrn 

Stett.  pntoniol.  Zoit.   190:!.  4"- 


52 

Snellen  ohne  weitere  Angabe  über  ihre  Gattungszugehörigkeit, 
weil  CS  ein  $  war,  als  ihm  unbekannt  bezeichnet.  Mr.  Hampson, 
welcher  das  Thicr  später  ebenfalls  sah,  bemerkte  dazu:  ^^Amhia 
spec,  near  cataclystalis  Hamps.^'  Das  Exemplar  ist  kleiner 
(15  mm  Flügelspannung)  als  unser  kleinstes  cataclijstalis-^ 
(18  mm)  und  von  letzterer  Art  wesentlich  unterschieden  durch 
seine  klare,  hellschwefelgelbe  Grundfarbe  beider  Flügel,  nament- 
lieh  der  Hinterflügel,  welchen  die  trübe,  dichte  liesläubung  ganz 
fehlt,  die  cataclystalis  dort  zeigt.  Von  dieser  hellen  Grundfaibe 
heben  sich  am  Außenrand  der  Hinterflügel  die  tiefschwarzen  sehr 
großen  (größer  als  bei  cataclystalis),  an  die  Cataclysten  erinnern- 
den Saumflecke  ganz  besonders  scharf  ab;  sie  sind  auch  anders 
geformt  und  gestellt  als  bei  jener. 

Kopf  und  Thorax  schwefelgelb,  Abdomen  hell  gelbgrau, 
das  erste  Segment  rein  weiß,  ebenso  Stirn  und  Palpen.  Grund- 
farbe beider  Flügel  hellsehwefelgelb,  der  Costalrand  des  Vorder- 
flügels bis  zur  Flügelmitte  dunkelbraun  bestäubt,  auf  fast  Zwei- 
diittel  des  Costalrandes  ein  unregelmäßiger  dunkelbrauner  Fleck. 
Auf  ein  Viertel  der  Vorderflügellängc  eine  unregelmäßig  begrenzte 
und  ungesäumte  weiße  Querbinde,  welche  sich  in  derselben  Farbe 
auf  dem  Hinterflügel  fortsetzt,  wo  die  Basis  des  letzteren  etwas 
dunkler  (bräunlich)  als  die  Grundfarbe  erscheint.  Auf  Zwei- 
drittel der  Vorderflügellänge  eine  schräge  und  breite,  in  ihrer 
Mitte  durch  die  gelbe  Grundfarbe  unterbrochene  schneeweiße 
(Juerbindc.  deren  hinterer  mehr  silbergrau  gefäibter  Theil,  am 
Außenwinkel  endigt;  diese  Querl)inde  ist  beiderseits,  außen  stärker 
als  innen,  jjräunlieh  gesäumt,  der  Saum  am  Beginn  auf  der 
Außenseite  am  Costalrand  fleekartig,  dann  mit  einem  scharfen 
"Winkel  nach  innen  gebogen.  Ein  zweiter  ebenso  breiter,  mehr 
steil  als  schlag  gestellter,  beiderseits  braun  gesäumter  Keilfleck 
reicht  nur  bis  zur  Flügelmitte.  In  der  Flügelspitze  zeigt  sich 
ein  dunkler  brauner  Fleck.  Die  nur  tlieilwcise  ei-haltenen  Fransen 
scheinen    graubi'aun    mit    (huikler    Theilungslinie    gefärbt  zu  sein. 

Der    Hinterflügel    bat    iiiir    in    seiner    Innenhälfte    und    am 

iStctt.  ciUomol.  Zeit.  190;!. 


53 

Außfinand,  hiei-  etwas  dunkler  orangegelb  gelarbt,  und  um  die 
Flügclspitze  herum  die  Grundfarbe  der  YorderflUgel,  der  übrige 
Außentheil  desselben  ist  weiß,  am  reinsten  vor  und  zwisehen  den 
Außenrandspunkten.  Außer  der  vom  Yorderflügel  aus  sich  fort- 
setzenden, am  Innenrand  vor  dem  Analwinkel  endigenden  matt 
weißen  Querbinde,  welche  ohne  dunklere  Einfassung  sich  nur 
imbestimmt  von  der  Grundfarbe  abhebt,  liegt  am  Flügelaußen- 
rand, au  den  Anah^inkel  anstoßend  ein  lebhafter  weiß  gefärbter 
Keilfleck,  wie  ihn  ähnhch,  aber  dunkel  gesäumt,  an  gleichei- 
Stelle  auch  cataclystalis  zeigt.  Auf  dem  weißen  Flügelaußen- 
theil  markiren  sich  zwei  feine,  im  Ganzen  parallel  laufende 
schwarzbraune  Zackenlinien,  welche  in  Höhe  der  Flügelspitze 
eine  keilförnn'ge,  vorn  abgerundete  Ausladung  zeigen.  Die  innere 
dieser  Parallellinien  endigt  schon  auf  R.  3,  während  die  äußere, 
in  ihrem  letzten  Theil  nach  außen  umgebogen  die  schwarzen 
Randpunkte  umfaßt.  Die  letzteren  nun,  drei  größere  und  jeder- 
scits  neben  ihnen  ein  kleinerer,  von  unregelmäßiger,  im  Ganzen 
viereckiger  Gestalt,  sind  an  ihrer  Basis  durch  die  gelbe,  nach 
innen  zu  durch  die  schneeweiße  Grundfarl)e  von  einander  ge- 
trennt, einfarbig  sammetschwarz,  also  nicht  wie  bei  cataclysfalis 
in  der  Mitte  weiß  durchsetzt.  Die  Franzen  sind  im  Flügelaußen- 
theiJ  und  um  die  Flügelspitze  breit  dunkelgraubraun  mit  violettem 
Perlschimmer,  ihre  Spitzen  scharf  abgesetzt  hellsill)eigrau.  Bei 
cataclysfalis  sind  diesell)en  hier  (was  in  der  Hampson'schen 
Originalbeschreibung  nicht  erwähnt  ist)  viel  intensiver  rosa- 
metallisch glänz(:'nd  mit  schärferer  Theilungslinie  und  zweimal 
breit  schwarz,  gewissermaßen  in  Fortsetzung  der  mittleren  Rand- 
punkte, durchschnitten.  — •  Der  ganze  Hinterflügelinnenrand  ist 
l)ei  Dohrni  hellgelblichweiß. 

Noch  mehr  als  cataclyslalis  erinnert  diese  Art  an  gewisse 
Cataclvsten,  so  namentlich  an  inaiirata  Cram.  PI.  359  f.  G., 
von  welcher  das  Mus.  Stettin  1  $  von  Demerara  (\Aatkins) 
besitzt. 

Stett.  entomol.  Zeit.  11)03. 


54 

Cymorrhiza  Gu.    p.  271.    Hamps.    M.    J.   IV.    p.    200-    Id.    Tr. 

1897  p.  156. 

313.  irrectalis  On.  p.  272.    Hamps.  M.  ,T.  IV.  p.  201-    Id.  Tr. 

1897  p.  157. 
1  ^,  F.  4-6/1898,  Held,  Unicum.  Das  Exemplar  wurde 
uns  erst  neuerdings  als  zu  der  Guen^e'schen  Art  gehörig  von 
Mr.  Hampson  bestimmt;  wir  besitzen  diese  sonst  nicht. 
Mr.  Hampson  macht  1.  c.  darauf  aufmerksam,  daß  die  Guenee'sche 
Abbildung  PI.  9  f.  4  nicht  zu  seiner  Beschreibung  gehört,  son- 
dern die  Walker'sche  Art  ustalis  (Walk.  XXXI V.  p.  1529) 
darstellt.  Der  Unterschied  beider  Arten  ist,  wenn  man  die 
echte  irrectalis  Gn.  mit  der  Al>bildung  vergleicht,  sofort  in  die 
Augen  springend.  —  Die  „glandulär  swelhng  on  costa,  just  beyond 
the  middle"  (Hamps.)  hat  irrectalis  mit  Mvsotima  incrtistalis  Snell. 
gemeinsam,  welche  in  der  Tijd.  38  p.  159  mit  nach  1  q  des 
Mus.  Stettin  von  West-Java,  Pengalengan  (Fruhstorfer)  beschrieben 
wurde.  Wir  erhielten  von  letzterer  Art  später  noch  ein  geringeres 
(^  von  Fergusson  J.  (Meek),  welches  mit  dem  Javaner  völhg 
übereinkommt. 

Parthenodes  Gn.    p.  272.    Ilamj.s.    M.    .1.  IV.    j).  216;    Id.   Tr. 

1897  p.  181. 
Led.  ]).   449    kannte    diese    Gattung    nicht   in    natura    und 
charakterisirt  sie  in  Folge  dessen    nur    sehr    allgemein    nach  den 
Guenee'schen  Angaben.    Ihre  Unterscheidung  hat  erst  Mr.  Hampson 
in   den  beiden  citirten  Arbeiten  gegeben. 

314.  exsolvalis  Snell.    M.  S.  lA^  p.  76  {Hydrocampa').    Id.  Tr. 
1890  p.  638;  Id.  Tijd.  38  p.   156   PI.  6  f.  13,  14. 

Die  Art  wurde  von  Herrn  Snellen  ursprünglich  nach  einem 
Sumatraner  und  einem  Javaner  Exemplar  beschrieben.  Wir  be- 
sitzen sie  von  Sumatra  nicht,  dagegen  1  rj  2  $$  von  West-Java, 
Pengalengan  (Fi  uhstorfer),  welche  von  Herrn  Snellen  als  seine 
Art  anerkannt  wurden.  Sie  stimmen  gut  mit  der  Snellen'schen 
Beschreibung  und  Abbildung  überein. 

Stett.  cntomol.  Zeit.  1903. 


55 

Herr  Snellcu  l'ülii-l  in  der  Tijd.  38  1.  c.  und  in  den  Tr. 
1890  p.  638  als  Sjnonvin  seiner  Art  Cymoriz-a  inextricata  Moore 
und  C.  rirularis  Moore,  Iieide  in  den  Lep.  Atk.  beschrieben 
und  abgebildet  auf.  Von  diesen  scheidet  Mr.  Hampson  M.  J.  IV. 
p.  218  inextricata  in  Sect.  II,  Paracyinoriz-a  Warr.  von  Par- 
thenodes  ixU  gute  eigene  Art  aus,  beläßt  aber  ebenda  p.  217 
Cym.  rivularis  als  Synonym  bei  exsolt'alis  Snell.  —  Wir  be- 
sitzen außer  der  eigentlichen  exsolvalis  auch  ririilariü  Moore 
vom  Himalaja,  Kuln  (Swinhoe)  und  inextricata  von  Assam 
(Idem)  und  ich  hege  danach  keinen  Zweifel,  daß  beides  gute, 
von  exsolralis  Snell.  und  unter  sich  verschiedene  Arten  sind. 
Rimdaris  namentlich,  welche  Moore  1.  c.  f.  8  nach  dem  $  recht 
gut  wieder  gegeben  hat.  unterscheidet  sieh  von  exsolt'alis  sofort 
durch  den  ganz  andern  Flügelschnitt  beider  Flügel.  Ihr  fehlt 
gänzlich  die  scharf  hervortretende,  stumpfwinklige  Ecke  der 
Vorderflügel;  auch  ist  die  Zeichnungsanlage  eine  ganz  ver- 
.schiedene.  Inextricata  dagegen,  welche  in  tig.  7  gut  wieder 
gegeben  ist,  steht  durch  ihren  Flügelschnitt  und  die  Zeichnungs- 
anlage der  exsolralis  bedeutend  näher.  Da  wir  von  ihr  aber 
lun-  ein  $  besitzen,  kann  ich  nicht  sagen,  ob  die  Hampson'sche 
Unterscheidung  seiner  Sect.  I,  Paracijtnoriza,  wozu  er  inextricata 
stellt,  im  Gegensatz  zur  echten  exsolvalis,  welche  in  Sect.  II, 
Parthenodes,  steht,  für  unsere  Assamart  zutrefFend  ist,  nämlich 
das  Vorhandensein  oder  Fehlen  einer  Falte  mit  Haarfranzen  an 
den  Mitteltibien  resp.  einer  Haarflocke  an  den  Hinterhüften  des 
,^.  Immeihin  hielt  ich  es  für  geboten,  hier  P.  exsolvalis  Snell. 
ohne  die  beiden  Citate  und  entsprechend  auch  ohne  Angabe 
ihres  Verbreitungsgebietes  aufzuführen. 

Beiläufig  möchte  ich  noch  erwähnen,  daß  ich  Part  It.  albi- 
f'ascialis  Hamps.  (111.  Vlll.  p.  140  PI.  156  f.  1,  9)  von  Assam 
nicht  für  identiseh  ansehen  kann  mit  Hydroc.  pltlegetonalis  Snell. 
(Tijd.  38  p.  155  PI.  6  f.  9,  10),  wie  Mr.  Hampson  Tr.  1897 
p.  183  No.  13  es  will.  Wir  besitzen  beide  Arten,  plilegc- 
tonalis  Snell.,  von  dem  Autor  selbst  beglaubigt,  aus  Java  (Fruh- 

Stett.  cutomo).  Zeit.  1903. 


56 

storfer)  und  albifascialis  aus  Assani  (Swinlioe).  F^rsteiv  stimmt 
sehr  gut  mit  der  Abbildung  (PI.  6  f.  9)  übcicin  und  scheint 
mir  wesentlich   untersejüeden  von  der  Hampson'schen  Art  zu  sein. 

Oligostigma   (in.    p.    260.    Snell.    Tijd.    19    j).  186.    —    Afda- 

codes  Hamps.  M.  J.  IV.  p.  212.    Id.  Tr.  1897  p.  171 

(Äulacodes  Gn.  Hamps.  ex  parte). 

Lederer  hatte  in  seiner  Pjraliden-Arbeit  von  1863  die 
Guenee-sche  Gattung  mit  Hydrocampa  vereinigt,  während  Snellen 
Tijd.  19  1.  c.  sie  in  seiner  monographischen  Bearbeitung  als 
gute  eigene  Gattung  wiederherstellte  und  die  ihm  damals  be- 
kannten Arten  eingehend  beschrieb  und  abbildete.  Diese  ver- 
dienstvolle Leistung  wird  in  den  beiden  citirten  Arbeiten  von 
Hampson  ganz  außer  Acht  gelassen  und  er  substituirt  —  im 
Ganzen  beurtheilt  —  dem  von  Snellen  wiederhergestellten  Gnenee- 
schen  Namen  Oligostigma  den  gleichfalls  Guenee'schen  Aulacodes, 
deren  tj^pische  Art  aechmiaJis  Gn.  aber  mit  Oligostigma,  wie 
sie  Snellen  1.  e.  nach  drei  Guen^e'schen  Arten  unter  Ausscheidung 
von  juncealis  Gn.  charakterisirt,  nichts  zu  thun  hat.  Gerade  diese 
juncealis  Gn.  hingegen  wird  von  Hampson,  vermuthlich  weil  sie 
unter  Oligostigma  als  erste  figurirt,  als  die  typische  angesehen 
und  die  übrigen  drei  zu  Aidacodes  gerechnet.  Ich  kann  auch  hier 
mich  nur  dem  holländischen  Forscher  anschließen,  der  m.  E.  damit 
mehr  den  Sinn  des  von  Guenee  Beabsichtigten  gt^troffen  hat. 

Beiläufig  halte  ich  es  nach  meinen  Erkundigungen  nicht 
für  zwingend  nöthig,  den  Guenee'schen  Gattungsnamen,  als 
ein  Syntheton  von  Stigma,  generis  neutrius  zu  behandeln  und 
belasse  es  daher,  im  Gegensatz  zu  Mr.  Hampson,  bei  der 
bisherigen      Gepflogenheit.  -')       Neuerdings     hat     Mr.     Swinhoe 


■•■)  Zur  Begründung-  meiner  Meinung  will  ich  nur  anführen,  daß 
der  Grammatiker  Priscianus  (ca.  526  p.  Chr.)  in  seinen  Institntiones 
grammaticae,  Buch  VI  cap.  7  sagt: 

„Neutra  eiusdem  terminationis  Graeca  sunt  et  addito  „lis"  faciunt 

genetivum,  ut  .  .  .  „hoc  poema,  huius  poematis."     Haec   tarnen  anti- 

quissimi    secundum  primam    declinationem    saepe    protule- 

runt    et    generis    feminin i,    ut    Plautus    in    Amphitryonc    (116    ff.) 

Slett.  entomol.  Zeit.  1903. 


57 

Cat.  East.  Heteroc.  1900  p.  441  sqq.  hier  wieder  neue  Be- 
nennungen eingeführt:  mit  welclieni  Recht,  lasse  ich  dahin  ge- 
stellt sein.  Er  läßt  das  Guenee-sche  Genus  Aulacodes  unter 
Hinzurechnung  von  Ihjdro'phijsa  als  amerikanisches  in  Geltung, 
substituirt  dann  dem  Hampson'schen  Namen  Aulacodes  einen 
neuen  Eoophyla  und  zweigt  davon  für  gibbosalis  Gn.  (welche 
Art  er  bedingungsweise  für  identisch  mit  plicatalis  Walk.  XXXIV. 
p.  1332  ansieht)  die  Gattung  Theila  ab.  Auch  hier  wird  also 
die  Snellen'sche  Arbeit  nach  ihrem  systematischen  Werth  unbe- 
rücksichtigt gelassen. 

315.  crassicornalis  Gn.    p.  2til.    Snell.   Tijd.  19   p.  194,    203; 

PI.  9  f.  8a— e.  Hamps.  Tr.  1897  p.  172. 
Nur  1  -?.  F.  1/1895,  ist  von  Soekaranda  im  Mus.  Stettin 
vorhanden  und  von  Herrn  Snellen  als  zugehörig  anerkannt.  Wir 
besitzen  die  x4rt  sonst  zahlreich  (jedoch  nur  2  o<^  darunter) 
von  Süd-Celebes,  Patunuang  (Fruhstorfer),  West-Java,  Pengalengan 
(Idem),  Lombok,  Sapit  (Idem),  während  Hampson  1.  c.  sie  nur 
von  Java  aufführt,  von  wo  auch  Snellen  1.  c.  sie  beschrieb  und 
abbildete.  Die  Art  variirt  nicht  unerheblich,  wie  schon  Snellen  1.  c. 
hervorhebt,  namentlich  auch  in  der  Größe.  Unser  Sumatra- 
Unikum  ist  das  kleinste  von  allen  Exemplaren  und  kaum  halb 
so  groß  wie  das  größte  Java-?. 

316.  sejunctalis  Snell.  Tijd.  19  p.  207  PL  9  f.  11.  Id.  M.  S.  IV. 
p.  77.  Hamps.  M.  J.  IV.  p.  213.  Id.  Tr.  1897  p.  175  (Aulacodes). 

Cataclysta  delicata  Moore  L.  C.  III.  p.  556  PI.  215  f.  8. 
Diese,  von  Snellen  1.  c.  aus  Nord-Indien  beschriebene,  später 


„cum  scrvili  schema>'  pro  „schcmate'^  Pompoiiius  in  Satura:  ..Cuiusvis 
leporis  Liher  diademam  dcdit",  pro  ..diadema-.  Speziell  für'  stigma  sagt 
in  dem  Roman  des  Petronius,  C'ap.  45  der  Lumpenhändler  Echion: 
„Itaque,  ([uamdiu  vixerit,  habebit  stigmam,  nee  iL  am  nisi  Orcus  delebit'^. 
—  Mir  war  es  aurtallig,  daß  ein  so  gewiegter  Philologe,  wie  P.  C  Zeller, 
die  Gattungsnamen  Ccrosfnma  und  OUgostifjnia  unbeanstandet  als  Feminina 
beließ.  Gewiß  wird  ihm  die  cilirte  Stelle  aus  Priscianus  dazu  ^■er- 
anlassung  gegeben  haben. 
Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


58 

aiuii  von  Sumatra,  Alahau  pandjang  in  einem  Exemplar  erhaltene 
Art  besitzt  das  Mus.  Stettin  nicht  von  Sumatra,  sondern  nur  in 
3  Exemplaren  von  Darjeeling  (v.  Hedemann). 

Die  Moore'sehe  Abbildung  seiner  Catacl.  delicata  1.  o. 
läßt  kaum  ahnen,  daß  sie  die  Snellen'sche  Art  darstellen  soll, 
welche  in  der  Tijd.  19  1.  c.  reeiit  gut,  wie  die  Mehrzahl  der 
dort  abgebildeten   Arten,  Aviedergegeben  ist. 

317.  hamalis  Snell.  Tijd.  19  p.  199  PI.  8  llg.  4a— e.  Id.  M.  S. 

lY.  p.   77.   —  Hamps.  M.  J.  IV.   p.  214;  Id.  Tr.  1877  p.  175. 

—  ?  Cataclysta  ochripicta  Moore  (nee  ochreipicta  Mevr.) 

Lep.  Atk.  p.  409. 

Die  Art  wurde  Tijd.  19  1.  c.  nach  1  ,^  von  Nord-Indien 
beschrieben,  dann  in  M.  S.  lY.  1.  c.  auch  als  von  Sumatra 
erhalten  (ohne  nähere  Ortsangabc)  bezeichnet.  Das  Mus.  Sfettin 
besitzt  sichere  Exemplare  dieser  Art  nicht,  über  die  ich  denn 
auch  nicht  im  Klaren  bin.  Als  ochripicta  Moore  erhielten  wir 
1  Assam-Q  (Swinhoe)  benannt,  welches  völlig  identisch  ist  mit 
zahlreich  von  Darjeeliug  (Fruhstorfer)  erhaltenen  Exemplaren, 
die  Avieder  mit  ebendaher  stammenden  anderen  identisch  sind, 
welche  alier  Herr  v.  Hedemann  uns  mit  der  Snellen'sehen  Be- 
merkung sandte:  ^^Oligost.  simplicialis  Snell.  aber  kleiner  und 
dunkler  als  die  Javanei".  Wir  besitzen  nun  ein  von  Herrn 
Snellen  beglaubigtes  Pärchen  der  0.  siinjjIiciaUs  von  Java,  Pen- 
galengan (Fruhstorfer),  welches  —  auch  von  der  Größe  und 
Färbung  abgesehen  —  wesentlich  unterschieden  ist  von  dem  als 
ochripicta  erhaltenen  und  von  den  mit  ihnen  identischen  Dar- 
jeeling-Faltern.  Das  Java-Pärchen  stimmt  durchaus  mit  der 
Snellen'schen  Beschreibung  der  simplicialis  überein,  welche  aller- 
dings mich  einem  alten  und  schlecht  gehaltenen  ,^  gemacht 
wurde.  \on  der  Abbildunc,-  säet  der  Autor  selbst,  daß  sie  nicht 
gelungen   sei. 

PjS  mag  hier  noch  erwähnt  sein,  daß  auch  bei  andern 
Arten   von  Oligostigma   noch  Unklarheiten   existiren.     So  sandte 

fitott.  cntomol.  Zeit.  1903. 


59 

ich  an  Mr.  Hampson  1  q  von  0.  adjvncialis  SneJl.  (Tijd.  38 
}).  158)  für  das  B.  M.,  weil  er  die  Art  als  ihm  in  natnra  un- 
bekannt Tr.  1897  p.  171  unter  „Auetor um'-'  auüiihrt.  Er  be- 
merkte dazu:  y^Aulacodes  aiireolalis  Hamps.  nee  Snellen;  we 
have  not  got  the  true  aitreolalis.'-''  —  Von  adjuncfalis  kannte 
Snell.  1.  c.  nur  das  q;  erst  später  sah  und  beglaubigte  er  uns 
auch  1  $,  Unicuni,  von  Süd-Celebes,  Patunuang  (Fruhstorfer), 
während  wir  das  ,^  von  Lombok,  Sapit  (Idem),  West-Java, 
Pengalengan  (Idem)  und  von  Flores  (Idem)  besitzen.  —  Die 
wirkliche  Aureolalis  Snell.  aber  (Tijd.  19  p.  200  PI.«  8  f.  5a— c), 
welche  das  Mus.  Stettin  wieder  in  drei  von  Herrn  Snellen  an- 
erkannten Exemplaren  (1  q  2  $$)  von  West-Java,  Pengalengan 
(Fruhstorfer)  besitzt,  ist  eine  ganz  andere  Art,  als  adjiinctalis, 
so  daß  hiernach  die  Svnonjmie  in  den  Tr.  1897  zu  berichtigen 
wäre.  —  Das  gleiche  gilt  von  Ölig,  qtiinqitalis  Snell.,  wovon 
ich  aus  dem  gleichen  Grunde  an  Mr.  Hampson  1  $  sandte  und 
dazu  die  Bemerkung  erhielt:  „=;  Anlacodes  argyropis  Meyr.''  — 
Danach  wäre  argyropis  als  der  später  publizirte  Name  Synonym 
zu  qvinqualis.  aber  keinenfalls  umgekehrt,  wie  es  nach  der  vor- 
stehenden Bemerkung  den  Anschein  haben  könnte.  Wir  besitzen 
quinqualis  in  Mehrzahl  von  Arn  (Ribbe),  West-Java,  Pengalengan 
(Fruhötorfei-),  Nord-  und  Süd-Celebes  (Idem),  aber  nicht  auch 
von  Sumatra. 

318.  falcatalis  Snell.  Tijd.  43  (1900)  p.  287  PI.  f.  7,  8. 
Im  Mus.  Stettin  sind   1   ,^  3  $$  von  Soekar.,  F.  1/1895,  D., 

und  4 — 6/1898,  Held,  vorhanden,  welche  Herr  Snellen  mit  diesem 
Namen  versah  und  dazu  bemerkte:  „auch  von  Java.''  Die  Be- 
sehreibung und  Abbildung  wurde  von  ihm  neuerdings  ebenso 
wie  die  der  nächstfolgenden   All   1.  c,   gegeben. 

319.  excisalis  Snell.  Tijd.  43  (1900)  p.  289  PI.   16  f.  9. 
wovon  das  Mus.   Stettin   1   S    i   $,  ^^'   12/1894,  D.,  von  Soekar. 
besitzt.     Auch  diese  Art   soll  nach  Snellen  in  Java   vorkommen. 

Stett.  cntoniol.  Zeit.  1903. 


60 

32(».  parvalis  Mooir  P.  Z.  S.    1877  j..   (>1(>.    Ilamps.    ]\1.  .1.   IV. 
1).  209;   Id.  Tr.   1897  p.   168. 

1  $,  Unicuin.  F.  1/1895,  D.,  von  Soekaranda  vövliandeii, 
sonPt  nirgendwoher  im  Mus.  Stettin.  —  Die  Art  war  Herrn 
Snellen  s.  Z.  unbekannt;  er  bemerkte  dazu  nur,  daß  sie  von 
falcafalis  Snell.  verscliieden  sei.  Später  versali  Mr.  Hampson 
uns  das  Thier  mit  dem  Moore"schen  Namen.  Nach  dem  letzteren 
Autor  ist  die  Art  bisher  nur  von  den  Andamanen  und  von 
Borneo  bekannt. 

321.    hapilista    Swinh.    Tr.    1892    p.    20    PL  1    f.  11.    Hamps. 
M.  J.  IV.  p.  207;   Id.  Tr.  1897  p.  168. 

2  ,^,^,  F.  4—6/1898,  Held  und  1  $,  F.  15/2—15/4  1897, 
D.,  von  Soekaranda  vorhanden.  Herr  Snellen  erklärte  un:?  ein 
ihm  eingesandtes  Pärchen  hiervon  als  eine  ihm  unbekannte 
Oligostigma,  während  Mr.  Hampson  sie  als  hapilista  Swinh. 
benannte,  die  bisher  nur  von  Assam  bekannt  war.  — ■  Ein  früher 
erhaltenes  $  von  Khasis  (Heyne),  welches  Herr  Snellen  ebenfalls 
als  ihm  unbekannt  bezeichnet  hatte,  weicht  nicht  unwesenthch 
von  den  Sumatranern  ab.  Letztere  sind  merklich  kleiner,  ihre 
orange  Grundfarbe  ist  bedeutend  heller,  als  die  des  Assam- 
Exemplars,  bei  welchem  ferner  der  dunkle, Zellenfleck,  den  auch 
die  Swinhoe\sche  Abbildung  zeigt,  nicht  erkennbar  ist;  auch  ist 
bei  dem  letzteren  die  ganze  Basis  beider  Flügel,  die  des  Vorder- 
flügels bis  fast  zur  Mitte  tief  dunkelbraun  und  matt  bestäubt. 
M^ährend  diese  Bestäubung  bei  den  Sumatra-Thieren  sieli  kaum 
mehr  als  bei  bifurcalis  Pryer  bemerkbar  macht.  Da  aber  der 
charakteristische  Flügelschnitl,  namentlich  der  Hinterflügel,  auch 
unter  deren  Spitze  sowie  die  gesammle  Zeichnungsanlage  bei 
beiden  Formen  die  gleiche  ist,  mir  auch  keine  sonstigen  nord- 
indischen  Exemplare  für  den  Vergleich  zu  Gebote  stehen,  so 
m()chte  ich  die  Sumatraner  zunächst  nur  für  eine  kleinere  und 
hellere  Territorialform  ansehen. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


61 

Nymphula  Schrank,  F.  B.   II    p.    162.    Mejr.  Tr.   1890    p.  465. 

Hamps.  M.  J.  lY.  p.  191;  Id.  Tr.  1897  p.  138.  Parapotjux  Hb. 

VcTZ.    p.  362.    Led.    p.  452.    Sncll.    M.    S.  IV.    p.    76.    Hudro- 

rampa  Latr.  F.  N.  j).  478.  Gn.  p.  273.  Led.  p.  451. 

önell.  M.  S.  lY.  p.  75. 
Ledercr  hat  den  Oatliinp,siiainen  Schrank's  als  ältesten  (1802) 
o-anz  außer  Aeht  «elassen  und  der  Stand inoer-Woeke-sche  Catalog 
von  1871  ist  ihm  darin  gefolgt.  Er  \\  ird  zuerst  wieder  zur 
Geltung  gebracht  in  der  Meyrick'seheu  Classifikatiou  der 
europäischen  Pjralidinen  Tr.  1890  j).  465,  an  Stelle  von 
Parapoynx  Hb.  (1825)  und  noch  getrennt  von  Hydrocainpa  Latr. 
bez.  Gn.  —  Mr.  Hampson  vereinigt  dann  unter  Nytnphula  beide 
Gattimgen  sowie  Synclifa  Led.  und  einige  neuere.  Nach  dem 
von  Lederer  sowohl  als  auch  Mevrick  über  die  resp.  Gattungs- 
werthe  Gesagten  dürfte  diese  Vereinigung  wohl  ihre  Berechtigung 
haben  und  so  zu  idlgemeiner  Geltung  gelangen.  Dies  ist  denn 
auch  in  der  neuen  Aullage  des  Staudinger'schen  Catalogs,  1901  II, 
p.   48  geschehen. 

322.  fluctuosalis  Z.  CanV.  p.  27.  Hamps.  M.  J.  lY.  p.  193; 
Id.  Tr.  1897  p.  143.  Parapoynx  liiiealis  Gn.  p.  271;  Snell. 
M.  S.  lY.  p.  76.  ?  aptalis  Led.  p.  485. 
Die  weitverbreitete  Art  führt  H.  Snellen  schon  in  seineu 
M.  S.  1.  c.  als  auf  Sumatra  vorkommend  auf;  das  Mus.  Stettin 
besitzt  von  Soekaranda  nur  1  ,^  1  $,  F.  1/1895,  D.,  während 
sie  sonst  zahlreicher  in  ihm  von  China  (Dr.  Seitz),  Tonkin, 
Mt.  Mauson  (Fruhstorfer),  Java  (Idem  u.  Stgr.),  Borneo  (Stdgr.) 
und  Ge.ylon  (Heyne)  vorhanden  ist.  Das  ,^  scheint  konstant 
kleiner  und  seltener  zu  sein  als  das  $. 

323.   unguicalis  Snell.  M.  S.  lY.  p.  77. 
Die  Art  wurde  1.   c  nach  1    ,^  von  Sumatra  mid  1   $  von 
Java  beschrieben.    Yon  Soekaranda  erhielten  wir  sie  nicht,   auch 
besitzt  das  Mus.  Stettin  sie  sonst  nicht.     Mr.  Hampson  führt  sie 
Tr.   1897  p.  146  als  ihm  unbekannt  unter  „Auctorum^'   auf. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


324.  fregonalis  Sncll.  Tijd.  23  p.  241;  Id.  27  p.  48  PI.  4  f.  12. 
Herr  Snelleu  beschrieb  diese  Art  an  erstgeuannter  Stelle 
nach  fünf  Celebes-Exemplaren,  erwähnt  sie  in  der  Tijd.  27  1.  c. 
aber  auch  als  in  einem  heller  weißen  ,^  von  Sumatra  (Padang) 
erhalten.  Das  Mus.  Stettin  besitzt  sie  in  Mehryjihl,  vom  Autor  selbst 
beglaubigt,  von  Java,  Pengalengan  (Fruhstorfer).  Mr.  Hampson, 
welcher  sie  als  dem  B.  M.  fehlend  (sie  figurirt  Tr.  1897  unter 
„Auctoiuni^')  für  letzteres  von  uns  erhielt,  erklärte  sie  dann  für 
crhonalis  Walk.  XIX.  p.  961,  zu  welcher  er  Tr.  1897  p.  141 
auch  Parapoynx  hebraicalis  Snell.  und  nnjina  Meyr.  (Tr.  1885 
p.  432}  als  Svnonym  stellt.  Nach  der  Hampson'schen  Beschreibung 
und  Abbildung  von  crisonalis,  111.  IX  j).  170,  PI.  174  f.  8  und 
nach  dem  im  Mus.  Stettin  vorhandenen  Material  von  allen  ge- 
nannten Arten  bin  ich  mit  Herrn  Snellen  der  Ansicht,  daß  die 
ihm  in  natura  unbekannte  crisonalis  eine  andere  Art  sein 
muß,  als  fregonalis  Snell.  sowohl,  als  auch  hebraicalis  Snell. 
und  niyina  Meyr.  Von  letzterer  besitzen  wir  2  Pärchen  aus 
Nord- Australien,  Coomoo  (Watkins).  Keine  der  genannton  Arten 
kann  als  „duU  brown^'  bezeichnet  werden  und  mit  der  citirten 
Abbildung,  welche  diese  Färbung  zeigt,  kommt  ebenfalls  keine 
von  ihnen  überein. 

32.").  hebiaicalis  Snell.  Tijd.  23  j).  240;  Id.  27  p.  48  PI.  4  f.  11. 
1  $,  F.  11/1894,  D.,  von  Snell.  als  diese  Art  beslinunt, 
weicht  wesentlich,  wenn  auch  das  Exemplar  al)geilogen  ist,  von 
fregonalis  ab.  Die  Unterschiede  beider  werden  durch  die  beiden 
citirten  Abbildungen  gut  kenntlich  gemacht.  Allerdings  besitzen 
wir  Exemplare  von  fregonalis,  welche  merklich  dunkler  gefärbt 
sind,  als  das  abgebildete,  aber  auch  ebenso  belle  und  alle  zeigen 
wesentliche  Zeichnungsunterschiede  von  hebraicalis. 

32G.  diminutalis  Snell.  Tijd.  23  p.  242;  Id.  27  p.  48,  PI.  r,  f.  1. 
—  Hamps.  M.  J.  IV.  j).  193;  Id.  Tr.  1897  p.  142  No.  24. 
Mehrere  ,^  und  $,  F.  l|189a,    D.  und   4— G/1898,    Held, 
von  Soekaranda  und  sonst  noch  von  Lombok,  Sapit  (Fruhstorfer) 

Stett.  entomol.  Zeit.  190a. 


63 

und  Java,  Pengalengan  (Id.)  im  Mus,  Stettin  vorhanden  und 
von  H.  Snellen  anerkannt.  Die  Snellen'sche  Abbildung  1.  e. 
läßt  das  Thier  wesentlich  bunter,  als  unsere  sämmtlichen  Exem- 
plare erseheinen,  welchen  letzteren  namentlich  die  intensiv  gelbe 
Färbung  ganz  fehlt.  Sie  ist  bei  ihnen  nur  als  ein  mattes  und 
schmutziges  Graugelb  angedeutet,  das  aber  auch  nicht  so  lebhaft 
auftritt  wie  bei  der  mit  ihr  in  der  Originalbeschrcibung  ver- 
glichenen distin Cialis  Snell.  (^endoralis  Walk.),  welche  das  Mus. 
Stettin  in  Mehrzahl  aus  Argentinien,  Monte  Video  (Dr.  Seitz) 
besitzt  und  die  im  Ganzen  auch  merklich  größer  ist.  —  Auch 
die  australische  dicentra  Mejr.,  wovon  im  Mus.  Stettin  zwei 
Pärchen  von  Coomoo  (Watkins)  vorhanden  sind,  steht  der 
SnelU^rschen  Art  ziemlich  nahe,  zeigt  aber  doch  sehr  wesent- 
liche Unterschiede,  u.  A.  auch  in  der  bedeutenderen  Größe, 
namentlich   der  .9$. 

327.  depunctalis  Gn.  p.  272.  Hamps.  M.  .J.  IV.  p.  195;  Id.  Tr. 

1897  p.  144.  —  stagnalis  Z.  CatVr.  p.  26. 

Die  besonders  weit  verbreitete  Art  erhielten  wir  von 
Soekaranda  in  mehreren  Sendungen,  namentlich  F.  1|  189.5,  I)., 
jedoch  fast  ausschließlich  in  weiblichen  Exemplaren. 

Mr.  Hampson  hat  den  älteren  Zeller'schen  Namen  stagnalis 
als  Synonym  zu  dem  jüngeren  Guenee'schen  g(!stellt  wegen  der 
Namensälinliehkeil  mit  der  europäischen  staijnata  Don.,  welche 
letztere  Lederer  p.  451  noch  als  Hydrocampa  rangirte,  wäh- 
rend er  depunctalis  Gn.  als  ihm  in  natura  unbekannt,  ebenfalls 
als  hydrocampa,  getrennt  \'on  Parapoynx  staynalis  Z.  aidführt. 

Aon  Sumatra  linde  ich  die  Art  l)islier  nicht  erwähnt;  den 
Hani])son'schen  Angaben  über  ihre  Verbreitung  kann  ich  nach 
dem  Material  des  Mus.  Stettin  hinzufügen:  Formosa,  1  $ 
F.  24/8  1891  (Dr.  Seitz)  und  Süd-Celebes,  Patunuang  (Fruhstorfer). 

328.  responsalis  Walk.    XXXI V.    p.  1326.    Hamps.  M.  J.    IV. 

p.   192;  Id.  Tr.    1897  p.   141. 
Hydrocampa  diffualis  Snell.  M.  S.  IV.  p.  75. 
Die    Art  Murde  von  Herrn  Snellen  1.  c.  nach    zwei  Suma- 

Stett.  crtoniol.  Zeit.  1903. 


64 

traner  Exem[)laren  und  solchen  von  Java  und  Celebes  besehrieben; 
ein  $  des  Mus.  Stettin,  F.  12/1894,  D.,  bestätigte  er  dann  als 
seine  Art.  Kino  kleinere  und  etwas  abweichende  Form  erhielten 
wir  später  in  einem  Päreben  von  Caicutta  (Swinhoe)  als 
responsalis  Walk.  Mit  ihr  komnjon  Exemplare  von  Nord- 
Celebes,  Toli-Toli  (Fruhstorfer)  und  West -Java,  Pengalengan 
(I(k'Mi)  völlig  überein,  während  solche  von  Süd-Japan  (Stichel), 
Lombok,  Sapit  (Fruhstorfer),  West-Celebes,  Tombugu  (Ribbe), 
aber  auch  von  West-Java,  Pengalengan  (Fruhstorfer)  durch  erheb- 
lichere (iröBe  und  dunklere  bräunlichere  Bestäubung  der  Vorder- 
flügel merklich  \'on  Jenen  abweichen.  —  Da  Mr.  Ilampson 
diffualis  Snell.  als  ihm  unbekannt  unter  ,. Auctorum^'  aulVührt, 
sandte  ich  ihm  l'iir  das  B.  M.  beide  Formen  zu  und  er  erklärte 
darauf  die  kleinere  für  die  Swinhoe'sehe  var.  enixalis  (hopteryx, 
P.  Z.  S.  18(85  ]».  434),  die  größere  und  bräunUchere  von  Ja})an 
dagegen  für  die  typische  responsalis  Walk.  —  Ich  vermullie 
nach  unserm  Material,  daß  es  ^^ich  bei  bei(h'n  Formen  mehr  um 
sok'he  banck'It,  die  von  der  Jahreszeit  als  von  den  Lokalitäten 
bestimmt  werden. 

Pterygisus  Butk  Tr.  E.  S.  L.  1886  p.  429.  Tncll.  Tr.  1890  j).  638. 
hopteryx  Gn.  p.  227.  Led.  p.  449  (nom.  praeoec.) 

329.  foedalis  Gn.  p.  228  PI.  4  f.  7.  tenellalis  Gn.  p.  228. 
Hydrocampa  scitalis  Led.  p.  451. 
In  Mehrzahl  imd  aus  verschiedenen  Jahren  von  Soekaranda, 
zum  'l'heil  in  besonders  dnnkelgefärbten  und  lebhaft  gezeichneten 
Exemplaren  erhalten;  sie  kommen  darin  mit  solchen  von  den 
Fidji-Inseln  (Hibbe)  überein,  während  unsre  Darjeeling-Exemplare 
(Fruhstorfer)  ebenso  wie  die  von  West-Java,  Pengalengan  (Idem) 
größer  und  matter  gefärbt  sind.  Die  merklich  kleinere  und 
auch  sonst  etwas  abweichende  Form  tenellalis  Gn.  aus  Ci-ntral- 
und  Südamerika  könnte  füglich  als  solche  unter  diesem  Namen 
bestehen  bleiben;  wir  besitzen  sie  namentlich  von  BrasiHen, 
Esf»irtu  Santo  (Fruhstorfer)   und  von  Demerara  (Watkins). 

Stett.  entomol.  Zoit.  1903. 


65 

Mr.  Humpson  rechnet  die  Art  in  den  U.  3.  IV.  p.  192 
und  Tr.  1897  p.  140  als  Nymphula;  auch  kann  ich  nicht  her- 
ausfinden, ob  und  wo  er  die  Gattung  Plerygisus  als  solche 
gelten  läßt  oder  nicht,  während  Herr  Snellen  Tr.  1890  1.  c.  sie 
getrennt  bei  Hydrocampa  Latr.  aufführt. 

Von  Sumatra  scheint  die  Art  bisher  nicht  bekannt  zu  sein;  sie 
fehlt  so  auch  u.  A.  in  den  Snellen'schen  Angaben,  Tijd.  27  p.  47. 

Cataclysta^lb.    Vcrz.   p.  363.    Lcd.    p.  453.    Hamps.   Tr.   1897 

p.  147. 
Die  Zahl  der  bisher  auf  Sumatra  gefundenen  Caiaclysia- 
Arten  ist  sehr  gering  im  Vergleich  sowohl  mit  Indien  als  mit 
anderen  Tropeuländern,  von  denen  Central-  und  Südamerika  ganz 
besonders  reich  daran  sind.  Da  aber  die  Thiere,  nach  Analogie 
unserer  lemnata  L.  zu  urtheilen,  in  ihrer  Biologie  wohl  auf  Sumpf 
resp.  stehendes  Wasser  angewiesen  sind,  so  scheint  mir  damit 
schon  eine  Erklärung  geboten  zu  sein,  warum  sie  in  so  väelen 
Exotensendungen  ganz  fehlen  oder  nur  sehr  spärlich  vertreten  sind. 

380.  vestigialis  Snell.  M.  S.  IV.  p.  78;  Id.  Tijd.  27  p.  50. 
Trotzdem  Herr  Snellen  1.  c.  diese  Art  als  von  verschiedenen 
Gegenden  Sumatra's  erhalten  bezeichnet,  sie  auch  von  Java  und 
Celebes  aufführt  und  die  Bemerkung  ,.Sohijnt  gemeen^'  hinzufügt, 
erhielten  wir  dieselbe  A^-eder  von  Soekaranda  noch  von  den 
beiden  andern  erwähnten  Inseln.  Auch  j\Ir.  Hampson  führt  sie 
Tr.   1897  p.   153  als  ihm  unbekannt  unter   „Auctorum-'   auf. 

831.  blandialis  Walk.  XVH.  p.  448.  Hamps.  M.  J.  IV.  p.  197; 
Id.  Tr.  1897  p.  148.  Moore  L.  C.  HL  PI.  179  f.  15.  — 
patnalis  F.  et  R.  PI.  136  f.  7.  cuneifera  Moore  L.  C.  III. 
p.  300  PI.  179  f.  14.  Nymphicida  stipalis  Snell.  M.  S.  IV. 
p.  78  PI.  5  f.  11.  IIa.  Cafaclysia  jimcfalis  Hamps.  111.  VIII. 
p.  140  PI.  155  f.  24.  nigritalis  Hamps.  111.  IX.  p.  178  PL  174  L  5. 
mcsorphna  '^Iq.jw  Tr.  1894  p.  10.  Anydraula  xanfhohafhra  Mevr. 

1.  c.  p.  474. 
Nur   1   o,  F.  1894,  D.,   wurde  uns  neben  mehreren  Excm- 

etett.  entomol.  Zeit.  1903.  5 


66 

])]areii  von  den  Fidji-Inseln  (Ribbe)  sowie  solchen  von  Süd- 
Celebes,  Patunuang  (Fruhstorler)  von  Herrn  Snellen  als  seine 
Nymphicula  stipalis  bestimmt.  Da  Mr.  Ham])Son  letztere  Art 
als  ihm  unbekannt  unter  „Auetorum^'  und  zwar  weit  entfernt 
von  Cataclysta  Tr.  1896  p.  498  bei  den  Endotrichijien  auf- 
führte, so  sandte  ich  ihm  später  für  das  B.  M.  ein  Celebes- 
Pärchen  mit  der  Snellen'schen  Bestimmung  zu,  Axonaeh  er  die 
Art  aber  für  sichere  Cat.  hlandialis  Walk,  erklärte.  Herr  Snellen 
bemerkte  dazu  dann:  ^Catacl.  hlandialis  Walk,  soll  nach  M.  J. 
IV.  p.  197  dieselbe  Art  sein  wie  palnalis  Feld.;  nach  der 
Abbildung  ist  diese  ein  viel  größeres  Thier  als  Nytnphictda 
stipalis  Snell.-'  —  Letzteres  würde  aber  durch  den  Zusatz 
y,magn.  aucta^'  im  Text  neben  der  Tafel  des  Novara-Werks  er- 
ledigt sein.  Ferner  sagt  derselbe  Forscher:  „Ich  habe  meine 
Exemplare  der  Arten  meines  Genus  Nymphicula  noch  ci'nmal 
genau  untersucht  und  meine  Angabe,  daß  R.  7  der  Vordertlügcl 
bei  stipalis  gestielt  mit  8  — 10  sein  soll,  richtig  befunden 5  die 
Abbildung  des  Gcäders  (f.  IIa)  ist  gut.  Bei  einem  später 
empfangenen  Javanischen  ,^  ist  es  auch  so,  nicht  aber  bei 
einem  zweiten  ,^  und  1  $  von  dort  und  bei  den  beiden  $$  von 
Celebes,  die  ich  Ihrer  Güte  verdanke.  R.  7  kommt  bei  ihnen 
aus  der  Spitze  der  Mittelzelle.  Da  sonst  aber  Alles,  auch  Farbe 
und  Zeichnung,  stimmt,  kann  ich  hier  an  k^ine  Artenverschieden- 
heit denken,  sondern  muß  annehmen,  daß  das  Gestieltsein  oder 
nicht  der  R.  7  der  Yorderflügel,  Avenigstens  bei  stipalis  ein 
variables  Merkmal  ist,  was  denn  dessen  ^^'ertll  iin  Allgemeinen 
leider  bedeutend  verriugert". 

Ich  nehme  hiernach  an,  daß  stipalis  Snoll.  doch  mit  blaii- 
diaiis  Walk,  identisch  ist.  A^on  den  vielen,  in  den  Citaten  an- 
geführten Abbildungen  der  Art,  ist  die  stark  vergrößerte  Snellen'selie 
weitaus  die  beste,  die  beiden  Moore'schen  sind  für  die  Unter- 
scheidung und  Erkennung  der  Art  kaum  brauchbar;  auch  die 
beiden  Hampson'schen  lassen  zu  wünschen  übrig;  die  von  nigri- 
talis  Hamps.    könnte    mit    gleicher    Wahrscheinlichkeit    wie    auf 

Stott.  ontüinol.  /«it.  1903. 


67 

blandialis  auch  auf  infvscatalis  Snoll.  bezogen  werden,  wovon 
das  Mus.  Stettin  1  $  von  Süd-Celebes  (Fruhstorfer)  besitzt,  wäh- 
rend acmninatalis  Snell.,  wovon  wir  ebendaher  2  ,^  1  $  haben, 
von  beiden  Genannten  stark  abweicht. 

Mixophila  Mejr.  Tr.  E.  S.  L.  1887  p.  269.  Hamps.  Tr.  1897 
p.  134.  Atigonia  Snell.  Tijd.  36  p.  .54. 
Mr.  Hampson  rechnet  diese  Gattung  ebenso  wie  Mr.  Meyrick 
1.  c.  zu  den  Hjdrocam])inen,  während  H.  Snellcn  sie  zu  den 
Crambinen  stellt,  dabei  jedoch  noch  besonders  bemerkt:  „Scherp 
gescheiden  zijn  overigens  de  Crambidae  niet  van  de  Botydae, 
en  men  kan  aannemen  dat  het  genus  Angonia  vrij  wel  in  het 
midden  tusschen  beiden  staat^^  —  Auch  Mr.  Mevrick  bemerkt  1.  c. 
von  der  Gattung:  „It  nnist,  I  think,  be  regardet  as  an  early 
developmental  type  in  this  family  {Hydrocampidae)^  showing 
some  affinity  with  the  Uusotimidae  and  Crambidae.'-'- 

332.  renatusalis  Walk.  XVII.  p.  484.  Hamps.  M.  J.  IV.  p.  190 

f.  113;  Id.  Tr.  1897  p.  135. 

Cramhus  ermineus  Moore  L.  C.  III.  p.  580  PL  184  f.  7. 

Angonia  crambidalis  Snell.  Tijd.  36  p.  56  PL  3  f.  1. 

1    sicheres,  wenn    auch    sehr   geringes    r^,    F.    1/1895,    D., 

der  zierlichen  Art  stellt  ihr  Vorkommen   auch  auf  Sumatra  außer 

ZAveifel.      Das   Mus.   Stettin    besitzt    sie  sonst   nur  von  Darjeeling 

(v.  Hedenumn),   während  sie  nach  Hamps.  Tr.  1.  c.  weitverbreitet 

sein  muß. 

VIII.  Sclioeiiolniiiae. 

Ramila  Moore  P.  Z.  S.  1867  p.  661.  Hamps.  M.  J.  IV.  p.  41. 
Id.  P.  Z.  S.  1895  p,  908. 

333.  marginella  M(.(.iv  P.  Z.  S.   1867  p.  667  PL  33  f.  16. 

Hamps.   M.   J.   IV.    p.    41    f.   27;    i(L    P.    Z.    S.    1895    p.  908. 

1  ,^,  F.  12/1894,  D.,  1  $,  15/2—15/4  1897,  D.,  Soeka- 

randa.     Beide    Exemplare  wurden   uns  von  H.  Snellen  bestätigt; 

das  ,^  ist  auffallend    klein    (nur  15   mm    Flügelspannung),    wäh- 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903.  5* 


68 

]-end  das  stark  verletzte  $  ohne  Leib  die  Größe  der  Hampson'sclieu 
Abbildung  hat.  Die  Art  war  nach  Hanipson  1.  c.  bisher  nur 
von   Sikkiin  bekannt. 

Patissa  Moore   L.   C.   111.    p.   388.     Hamps.   M.   J.   IV.    p.   43; 
Id.  P.  Z.  S.  1895  p.  910. 

334.  Heldi  nov.  spee.  PI.  I.  f.  31. 

2  ,^  1  ?,  die  SS  F-  4—6,  1898,  Held,  das  $  F.  1/1895,  D., 
Sockaranda;  nur  ein  S  davon  ganz  frisch.  Die  Art  war  Herrn 
Snellen  unbekannt  und  auch  Mr.  Hampson  erklärte  sie  für  eine 
Pafissa  nov.  spee.  —  Nächstverwandt  mit  ihr  müßte  wohl  die 
indische  erythrozonalis  Hamps.  (P.  Z.  S.  1895  p.  911)  nach 
deren  sehr  kurzer  Beschreibung  sein,  doch  besitzt  Heldi  keine 
bindenartige  Zeichnung,  auch  sind  ihre  Vorderbeine  nicht  „slightl^y 
tinged  with  fulvous." 

Flügelspannung  q  und  $  22  mm.  Kopf,  Palpen,  Thorax 
und  Flügel  glänzend  silberweiß  mit  schwach  gelblichem  Anilug, 
nur  die  Hinterflügel  schneeweiß.  Die  Fühler,  beim  ^  i'obusi  mit 
scharf  abgesetzten  Gliedern,  an  der  Basis  rein  weiß,  nacli  dem 
ersten  Drittel  bis  zur  Spitze  hellgelbbraun. 

Vorderflügel  am  Schulteransatz  mit  einem  Häufchen  tief- 
schwarzer, pinselartiger  Schup])en.  Die  Art  erinnert  dadurch  au 
Brihaspa  atroaUgmella  Moore,  welche  aber  an  der  gleichen 
Stelle  einen  geschlossenen,  strichartigen,  länglichen  schwarzen 
Fleck  aufweist.  —  Im  Zelleilschluß  ein  unregelmäßig  gerundeter 
helUederfarbener  Fleck,  dieser  nach  außen  zu  heller  alfgetönt. 
Auf  Dreiviertel  der  Flügellänge  zwei  schräg  übereinander  gestellte 
Flecke  von  gleiclicr  Form  und  Farbe,  der  kostale,  den  Vorder- 
rand berührend  und  hier  am  dunkelsten  gefärbt,  gegen  den 
dorsalen,  matteren  und  größeren  schräg  etwas  voigerückt;  ein 
dritter,  zwischen  beiden,  bis  an  den  Flügelsaum  in  dessen  Mitte 
reichend.  Die  Adern,  namentlich  zwischen  letztgenannten  drei 
Flecken  und  im  Flügelaußenfheil  deutlich  helllederbraun  gefärbt. 
Franzen  gelblichweiß    mit  feiner  gelber  innerer  Randiinie,    gegen 

Stett.  ontoniol.  Zeit.  1903. 


69 

welche  die  reinweiße  Iciiic  Saumlinie  des  Flügels  selbst  sich  sehr 
deutlich  abhebt. 

Die  schneeweißen  Hinterflügel  zeigen  den  gleichen  Flüo-el- 
saum  und  die  gleiche  Färbung  und  Zeichnung  der  Franzen,  außer- 
dem auf  gut  Zweidrittel  ihrer  Länge  am  Vorderrand  beginnend 
eine  mattlederfarbene  fleckartige  Trübung,  welche  nach  hinten 
zu  allmählig  verschwindend  sich  bis  R.  5  abtönt. 

Die  Unterseite  beider  Flügel  ist  merkhch  schärfer  ge- 
zeichnet als  deren  Oberseite.  Der  Fleck  im  Zellenschluß  tritt 
schärfer  umgrenzt  und  dunkler,  wenn  aucli  ohne  deutliche  Um- 
randung hervor.  An  Stelle  der  im  Dreieck  zu  einander  gestellten 
Flecke  der  Oberseite  findet  sich,  auf  gut  Dreiviertel  der  Flügel- 
länge am  Costalrande  des  Vorderflügels  beginnend  auf  den  Rippen 
eine  Reihe  länghcher,  bogenförmig  sich  folgender  und  bis  R.  3 
nach  hinten  ausgedehnter  dunkelgraubrauner  Striche,  welche 
analog  und  ebenfalls  bindenartig  auf  dem  Hinterflügel  von  dessen 
Vorderrand  bis  R.  3,  hier  gleichfalls  verschwindend,  sich  fort- 
setzt. Unmittelbar  vor  dem  Flügelsaum  stehen  dann  in  den 
Zwischenräumen  der  Rippen  auf  dem  Vorderflügel  je  drei,  auf 
dem  Hinterflügel  je  zwei  mehr  punktartige  und  dunkler  schwarz- 
braun gefärbte  Flecke,  erstere  zwischen  R.  8  und  5,  letztere 
zwischen  R.  7  und  5.  Die  Vorderbeine  sind  auf  -fast  schnee- 
weißer Grundfarbe  auf  den  Tibien  und  am  Knie  breit  umrandet, 
auf  den  Tarsen  schmaler  und  namenthch  nach  der  Spitze  zu  mit 
abnehmender  Breite  der  Ringe.  Die  gelblich  weißen  Mittel-  und 
die  schneeweißen  Hinterbeine  zeigen  vom  Einsatz  der  Tarsen  bis 
zu  deren  Spitze  mehr  gleichmäßig  schmale,   feine   dunkle   Ringe. 

Das  im  Ganzen  glänzend  silberweiße  Abdomen  zeigt,  soweit 
noch  erkennbar,  auf  dem  ersfen  und  zweiten  Segment  oberseits 
einen  kleinen  hellledergelben  Fleck,  auf  dem  5.  und  6.  dagegen 
haarartige  schwarze  Schuppenbüschel. 

Ich  benenne  die  Art  nach  Herrn  Fritz  Held,  dem  ehemaligen 
Plantagendirektor  von  Soekaranda,  jetzt  in  Stettin,  dessen  Sammel- 
eifer   das    Museum    Stettin    die    beiden    letzten    sehr    werthvollen 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


70 

Sendungen  doi-tliei-  verdankt,  eine  Leistung,  die  umsomelir  An- 
erkennung verdient,  als  er  selbst  ohne  persönliehes  Interesse 
für  die  Entomologie  mit  diesen  Sendungen  nur  Andern  eine 
Freude  hatte  machen  wollen. 

Scirpophaga  Tr.    IX,   1    }>.   55.    —    Hamps.    M.    J.    IV.    p.   45; 
Id.  P.  Z.  S.  1895  p.  912. 

335.  yirginea  Z.  CaÜV.  ]>.  2.  Hamps.  aPatissa)  M.  J.  IV.  p.  45. 
Crambiis  muUicageUus  Swinh.  P.  Z.  S.  1886  p.  462. 
2  ^,  F.  1/1895,  D.,  von  Soekaranda,  im  Mus.  Stettin  und 
von  Herrn  Snellen  anerkannt,  der  die  Art  nach  Zellers  Vorgang 
zu  Scirpophaga  rechnet,  während  Mr.  Hampson  sie  in  seinen 
beiden  citirten  Arbeiten  zu  Patissa  Moore  stellt.  Von  Sumatra 
bisher  noch  nicht  bekannt  und  dort  anscheinend  auch  nur  selten. 

336.  chrysorrhoa  Z.  Caffr.  p.  1.   Hamps.  M.  J.  IV.  p.  46. 
Id.  P.  Z.  S.  1895  p.  913. 

1  ,^,  F.  12/1894,  D.,  2  $$,  F.  4—6,  1898,  Sinabong  und 
Soekaranda,  Held.  Das  erstbezeichnetc  (^  wurde  von  Herrn 
Snellen  bestätigt.  Wir  besitzen  t3pische  Exemplare  der  Art  mit 
ausgesprochen  „blaß  goldgelber  Bestäubung'-'  (Hamps.  M.  J.  1.  c.) 
von  China  mit  der  Bezeichnung  ,.F.  16/8  1891,  Yautsekiang 
(Dr.  A.  SeKz).  Bei  den  Sumatranern  tritt  dieselbe  nicht  so 
stark  hervor  und  nähern  sich  dieselben  damit  sehr  der  nächst- 
folgenden Art. 

Für  Sumatra  dürfte  nach  den  IIamj)sou\schen  Heimaths- 
angaben,  P.  Z.   S.,  1.  c.  diese  Art  neu  sein. 

337.  sericea  Snell.  M.  S.  IV.  p.  79. 
In  Mehrzahl  meist  F.  i/1894;  1/1895,  D.,  aber  auch 
4 — 6,  1898,  Held,  von  Soekaranda  im  Mus.  Stettin  und  von 
dem  Autor  der  Art  selbst  als  diese  anerkannt;  derselbe  kannte 
sie  auch  (Tijd.  27  p.  51)  von  überall  auf  Celebes,  wo  dort  ge- 
sammelt wurde.  Wir  besitzen  sie  ebenfalls  doi'ther  von  Toli- 
Toli  (Fruhstorfer)  und  Patunuang  (Idem).   —  Herr  Piepers  nennt 

Stett.  ontomol.  Zeit.  1903. 


71 

sie,  Tijd.  19,  Verslug  p.  XXII,  „eeii  der  landplagen-'.  In  un- 
zähligen Mengen  sollen  die  Falter  Abends  in  die  erleuchteten 
Wohnungen  fliegen,  setzen  sich  auf  Alles,  also  auch  die  Be- 
wohner, nieder  und  wo  sie  dabei  auf  die  nackte  Haut  kommen, 
hinterlassen  sie  ein  unerträoliches  Jucken.  Außerdem  verunreinigen 
sie  überall  die  weißen  Zimmerwände,  auf  welchen  sie  in  Un- 
menge ihre  mit  gelbem  Flaum  bedeckten  Eier  ankleben. 

Da  Mr.  Ilampson  in  seiner  Classiükation,  P.  Z.  S.  1895 
p.  914  die  Art  als  ihm  unbekannt  unter  „Auctorum^''  aufführt, 
sandte  ich  ihm  für  das  B.  M.  ein  Pärchen  und  erhielt  dazu  die 
Bemerkung  zurück:  ^.ßcirpophaga  innotata  Walk.,  which  is 
distinct,  I  think,  from  chrysorrhoa  Z."  In  seiner  Classifikation 
p.  913  steht  Tipanaea  inmiata  Walk.  XXVIII.  p.  523  noch 
als  Synonym  unter  der  Zeller'schen  Art.  —  Ich  habe  sie  hier 
unter  dem  sicheren  Snellen'schen  Namen  belassen. 

338.   xanthoperas  Hamps.  P.  Z.  S.  1895  p.  913. 

Die  mir  in  natura  unbekannte  Art  wird  von  dem  Autor 
von  Sumatra  kurz  folgendermaßen  beschrieben: 

„§.  Pure  white.  Fore  wing  with  black  spot  at  upper 
angle  of  cell;  the  apex  orange-yellow  on  upper  and  under  sides. 

Hab.  Sumatra.     Exp.   30  mm.^' 

Cirrhochrista  Led.  i>.  440.  Meyr.  Tr.  1889  p.  506.  Snell.  Tijd.  35 
p.  172.  Hamps.  M.  J.  IV.  p.  49;  Id.  P.  Z.  S.  1895  p.  918. 

339.  aetherialis  Led.  p.  441  PI.  17  f.  9.  —  Snell.  1.  c.  Hamps. 

P.  Z.  S.  1895  p.  918. 
?  Margaronia  hriz^oalis  Walk.  XIX.  p.  976.  —  Cirrhochrista 
hrhnnalis  Meyr.  Tr.  1889  1.  c.  —  hryzoalis  Moore,  Lep.  Atk. 
III.  p.  226  PL  7  f.  10. 
In  Mehrzahl  aus  verschiedenen  Jahren  von  Soekaranda  im 
Mus.  Stettin  vorhanden,  sowie  sonst  von  West-Java,  Pengalengan 
(Fruhstorfer)  und  den  kleinen  Inseln  des  Neu-Guinea-Gebiets: 
St.  Aignan,  Fergusson  und  Woodlaik  (Meek),  ferner  von 
Süd -Japan. 

Stett.  oiitomol.  Zeit.  1903. 


72 

Sehr  iui?füln-lich  bespricht  Herr  Snelleii  sowohl  die  (Tullung 
Cirrhochrisfa  und  ihre  Stelle  im  System  wie  speziell  diese  Art 
unter  Cirrh.  fumipalpis  F.  et  R.  an  der  citirteu  Stelle.  Er  wie 
auch  Mr.  Meyrick  1.  c.  erwähnen  ihre  erhebliche  Variabihtät, 
die  durch  unser  zahlreiches  Material  bestätigt  wird.  Eine  auf- 
fallend kleine  Form,  kaum  halb  so  groß  als  die  größten  sonstigen 
Exemphire,  mit  sehr  wenig  und  feiner,  auch  in  ihrer  ganzen 
Anlage  sehr  dißerenter  Zeichnung,  vorwiegend  aus  Süd-Japan, 
aber  auch  von  Soekaranda,  war  ich  geneigt,  für  eine  eigene 
Art  zu  halten.  Auch  Herr  Snellen  bemerkte  mir  dazu:  „Viel- 
leicht findet  sich  doch  ein  Merkmal,  das  die  kleine  Form  speeifisch 
unterscheidet.  Nachdem  ^vir  aber  die  Falter  aus  dem  Neu- 
Guinea-Gebiet  erhalten  haben,  glaube  ich  nicht,  daß  es  sich 
dabei  um  mehr  als  um  eine  lokale  oder  vielleicht  eine  Saison - 
form  handeln  kann.  Die  letzterwähnten  in  sich  sehr  confo'rmen 
Thiere,  durchweg  von  mittlerer  Größe,  zeigen  die  Zeichnungs- 
anlage kräftiger  als  die  kleinste  Form,  aber  weitaus  nicht  so 
breit,  namentlich  an  den  Rändern  beider  Flügel,  als  die  größte. 
Auch  ist  die  Farbe  dieser  Zeichnung  bei  den  Neu-Guinea-Thieren 
eine  viel  lebhaftere,  intensiv  orangcgoldbraun,  als  bei  allen 
übrigen,  wo  sie  ein  mehr  stumpfes,  dunkler  bestäubtes  Leder- 
braun zeigt.  Ebenso  wechselt  die  Zeichnung  des  Leibes  in  ihrer 
Breite,  Form  und  Färbung  sehr  erheblich  mit  allmähhgen  üeber- 
gängen.  —  Mr.  Hampson  führt  in  den  M.  J.  sowohl  wie  in 
den  P.  Z.  S.  1895  hrizoalis  Walk,  als  eigene  Art  neben 
aeiherialis  Led.  auf.  Ich  bin  mit  Herrn  Snellen  und  Mr.  JNIeyrick 
der  Meinung,   daß  beide  identisch  sind. 

Eucallaenia  Snell.  Tijd.  35  p.  173  (im  Text). 

340.  fumipalpis  F.  et  R.  PI.  135  f.  31;  Pagenst.  Jahrb.  Nass.  37 

p.    282.    Snell.    Tijd.    35    p.    172.    Hamps.    M.    J.   IV.    p.    50; 

Id.  P.  Z.  S.  1895  p.  919. 

In    Mehrzahl,     vorwiegend    15/2—15/4,     1897,    D.,    und 

4—6,   1898,  Held,  von  Soekaranda  im  Mus.   Stettin.    Außer  den 

Sfett.  entomol.  Zeit.  1903. 


73 

von  Mr.  Hampson  P.  Z.  S.  1.  c.  ungegebenen  Heimathsländern 
der  Art  kann  ich  ikr-Ii  iinscrm  Material  iioeli  anführen:  China, 
Kaulun,  F.  27/9  1891  (Ür.  A.  Seitz),  Süd-Borneo  (Fruhstorfer), 
West-Java,  Pengalengan  (Idem)- 

Mr.  Hampson,  welcher  die  Art  unter  CirrJio Christa  auf- 
führt, scheint  übersehen  zu  haben,  daß  Herr  Snellen  1.  c.  für  sie 
eine  neue  Gattung  abgezweigt  hat,  deren  Nothwendigkeit  er 
ebenda  begründet;  ich  finde  den  Namen  der  letzteren  in  der 
Hampson'schen  Arbeit  garnicht  erwähnt.  "  Dr.  Pagenstecher, 
M'eleher  1.  c.  die  erste  Beschreibung  der  Art  Hefert,  bezeichnet 
sie  als  schneeweiß,  was  ich  nicht  für  zutreffend  halte;  richtiger 
nennt  Mr.  Hampson  ^I.  J.  IV.  1.  c.  die  Grundfarbe  „yellowish 
white"-';  sie  ist  bei  unsern  frischesten  Exemplaren  sogar  aus- 
gesprochen hell  orangegelb.  Ferner  läßt  der  erstere  Autor  uner- 
wähnt, daß  die  dunkel  goldbraunen  Zeichnungen  durchweg  (nicht 
blos  die  Franzenlinie)  mit  dichtgestellten  Silber-  oder  Goldpunkten 
bestreut  sind;  auch  fehlt  bei  ihm  die  Angabe,  daß  die  rein- 
weißen Hinterflügel  an  der  Mitte  des  Außenrandes  zwischen  R.  4 
und  R.  2  einen  sehr  augenfälligen  dunkel  goldbraunen,  nach 
innen  und  beiderseits  abgetönten  Randfleck  besitzen,  welcher 
ebenfalls  mit  Silbertropfeu  bestreut  ist. 

341.    spissalis    Gn.    p.    326    (Bolijsl).      Hamps.    M.    J.    IV.    p. 

P.  Z.  S.  1899  p.  198  No.  14  {Polygrammodes,  Sect.  IV, 

Aphytoceros'). 

1  ^^  F.'  4—6/1898,  Held,  von  Soekaranda,  sonst  noch 
1  ,^  1  $  von  West-Java,  Pengalengan  (Fruhstorfer)  im  Mus. 
Stettin   vorhanden. 

Herr  Snellen  sah  von  uns  die  beiden  männlichen  Exemplare 
und  erklärte  sie  für  eine  ihm  unbekannte,  vermuthlich  neue 
Evcallaenia.  Mr.  Hampson,  dem  ich  diese  Ansicht  mittheilte 
und  gleichzeitig  unser  Unieum  (2)  von  Soekaranda  zur  event. 
Determination  übersandte,  auch  darauf  hinwies,  daß  die  Snellen'sche 
Gattung    Eucailaenia    in    seiner    Classilikation    fehle,    bemerkte 

Btett.  entomol.  Zeit.  1903. 


74 

dazu,  oliue  letzteren  Punkt  zu  berühren:  ..^Folyijrammodes 
spissalis  Gn.,  tv})c  in  B,  INI.  I  llünk  howevcr,  it  sliould  be 
transferred  to  the  genas  Patissa.'^  —  PoUjgrammodes  spissalis  Gn. 
wird  in  Hamps.  P.  Z.  S.  1899  1,  c.  von  Assani  und  Java 
erwähnt.  In  den  M.  .).  IV.  fehlt  aber  die  Art  als  indisehe 
ganz,  ebenso  wie  die  Gattuug  Polygrammodes.  Die  Zutheilung 
derselben  zu  Patissa  erscheint  mir  in  Berücksichtigung  des  Urn- 
standes, daß  Mr.  Hampson  die  Snellen'sehe  Gattung  EucaUaenia 
garnicht  erwähnt,  weniger  glücklich  als  ihre  Zuweisung  zu 
EucaUaenia,  trotzdem  bei  ihr  die  Palpen  wesentlich  anders  ge- 
formt sind  als  die  der  typischen  Art  funiipalpis.  Das  Gleiche 
trifl't  aber  auch  innerhalb  der  Gattung  Cirrhochrista  für  aethe- 
rialis  Led.  und  pidchellaJis  Led.  bez.  semibrmmea  Hamps.  zu. 
Ich  möchte  auch  noch  bemerken,  daß  bei  unsern  aetherialis 
die  Palpen  nach  Form  und  Färbung  bei  den  einzelnen  Exem- 
plaren recht  erheblich  variiren  und  daß  diesem  Merkmal  vielleicht 
deswegen  keine  zu  große  Bedeutung  zukommen  dürfte,  falls  nicht 
doch,  wie  schon  bemerkt,  unter  aetherialis  mehrere  Arten  zu- 
sammengefaßt sind. 

Schoenobius  Dup.  Cat.  p.  312.    Hamps.  P.  Z.  S.   1895  j».  915. 

342.    bipunctiferus   Walk.    XXVIII.  p.  523.     Moore  L.   G.  III. 
p.  385  PI.  184  f.  13.  Hamps.  P.  Z.S.  1895  p.  915; 
Id.  M.  J.  IV.  p.  48. 
punctellns  Z.    Chil.  et  Gram.  p.  4.    —    Snell.  M.   S.  IV.    p.  79. 
(^  incertidas  Walk.    XXVIl.    ]).    143.    Hamps.    P.    Z.  S.    1895 
p.  916.     incerleUvs  Hamps.  M.  J.  IV.  p.  48.  —  minulcllus  Z. 
Chil.  et  Cramb.  p.  5, 
Zahlreich,  jedoch  vorwiegend  $$,   in    allen  Sendungen  von 
Soekaranda,  wie  auch  meist  mit  allen  Sendungen  aus  dem  indo- 
australischen   Gebiet   von    Japan    und   Gbina    bis    Java "  erhalten. 
Die  Art  scheint  überall  recht  häutig  zu  sein.    Um  so  bemerkens- 
werther  ist  es,  daß  immer  nur  das  $  beschrieben  und  abgebildet 
wurde,    von    welchem    das    (^   stark    abweicht.      Auch    Hampson 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


75 

M.  J.  IV.  1.  c.  beschreibt  wieder  nur  das  $.  —  Wir  erhielten 
ein  (^  von  Mr.  Swiahoe,  von  Calcutta  stammend,  als  Schoen. 
incertellus,  während  andere  damit  völlig  übereinkommende  rj 
von  Hongkong  (Dr.  Seitz),  Java,  Pengalengan  (Fruhstorfer)  und 
Soekarauda  uns  von  Herrn  Snellen  als  die  ^,'^  von  punctellvs  Z., 
also  bipiincliferus  Walk.,  bestimmt  wurden.  Liegt  in  der  Be- 
nennung des  Calcutta-ExempJars  kein  Irrthum  vor,  so  hege  ich 
keine  Bedenken,  beide  Arten  zu  vereinigen.  Damit  würde  nament- 
lich auch  die  Hampson'sche  Angabe  bei  beiden  Arten  „Oriental 
region"  übereinstimmen,  wonach  also  beide  eine  gleichweite  Ver- 
breitung im  ganzen  Gebiet  haben.  Dagegen  spricht  nur  der 
Umstand,  daß  Mr.  Hampson  bei  incertellus  das  $  kurz  charak- 
terisirt  und  zwar  als  „fuscous  brown''  ohne  Zeichnung.  Zeller 
kennt  von  seinem  ininntellus  (nach  Hamps.  =  incertnlas  Walk.) 
nur  das  o  von  Calcutta  und  Java.  Dessen  vortreffliche  Be- 
schreibung aber,  Chil.  et  Cramb.  p.  5,  paßt  so  durchaus  auf 
unsere  hipwictiferus-,^,^^  daß  ich  danach  keinen  Anstand  nehme, 
beide  Arten  als  ,^  und  $  zu  vereinigen  troiz  der  erwähnten 
kurzen  Angabe  von  Hampson  1.  c.  über  das  angebliche  incer- 
tnlas-^. Damit  wäre  auch  letzterer,  augenscheinlich  durch  einen 
Druckfehler  zu  Stande  gekommene  Name  beseitigt. 

343.  dodatellus  Walk.  XXX.  p.  966.  Hamps.  P.  Z.  S.  1895 
p.  915  5  Id.  M.  J.  IV.  p.  48. 

2  (^  1  $,  F.  12/1894  und  1/1895,  D.,  von  Soekaranda 
und  nur  diese  im  Mus.  Stettin  vorhanden,  das  $  leider  stark 
abgerieben.  Herr  Snellen  bezeichnete  die  Art  als  ihm  unbekannt 
und  seinem  ochraccellus  nächstverwaudt.  Mr.  Hampson  ver- 
danke ich  die  Benennung  unter  obigem  Namen.  —  Das  $,  etwas 
kleiner  als  die  beiden  .^'q,  ist  eben  nur  noch  als  zugehörig 
erkennbar. 

Die  nach  Hamps.  1.  c.  weitverbreitete,  durch  ihre  kupfrig 
rot  he  Grundfarbe  leicht  kenntliche  Art,  war  bisher  von  Sumatra 
noch  nicht  bekannt. 

Stett.  eDtomol.  Zeit.  1903. 


76 

344.  ochraceellus  Sndl.  M.  S.  IV.  p.  79. 
3  $,  F.  5—9,  1897,  Hcltl,  und  4—6,  1898,  Held,  von 
Soekaranda  vorhanden,  nielit  aber  auch  ,j,j.  Die  Ari  wurde 
von  Herrn  Snellen  als  die  seinige  bestätigt.  Wie  schon  bei 
andern  Sumatraner  Arten  bestimmte  mich  der  Umstand,  daß  bei 
Hampson,  P.  Z.  S.  p.  917  diese  Art  sich  in  der  List  of  un- 
detcrmined  Species  bef;uid,  ihm  eines  unsrer  Exemplare  für 
das  I>.  M.  zuzusenden  und  zwar  mit  dem  Bemerken,  daß  es  von 
Herrn  Snellen  als  seine  ochraceellns  anerkannt  sei.  Ich  erhielt 
darauf  die  Bemerkung  zurück:  ySchoenohius  dodatdhis  Wlk.  $, 
like  type."  Da  Herr  Snellen  Walker's  dodatellus  nicht  ge- 
kannt liat,  erscheint  es  naheliegend,  seinen  ochraceellns  mit 
dodaleUiis  zu  vereinigen.  Dem  widerspricht  für  mich  nur,  daß 
er  ausdrücklich  unsre  dodatellus  als  nahe  verwandt  mit  seinem 
ochraceellns  bezeichnet  hat  und  daß  unsre  ochraceellns-^^.,  fast 
doppelt  so  groß  als  das  vorhandene  geringe  dodatellus-^,  hierin 
völlig  mit  der  Gröljenangabe  (33—35  mm)  M.  S.  IV.  p.  79 
übereinkommen.  Allerdings  bezeichnet  aber  ]Mr.  Hampson  die 
$$  von  dodatellns  auch  als  26 — 40  mm  groß.  Andererseits 
aber  weicht  die  von  Snellen  1.  c.  gegebene  Beschreibung  des 
ochraceellns-,^,  welches  ich  in  natura  n-icht  kenne,  sehr  wesent- 
lich von  unscrn  dodatellns -^q  und  von  deren  Beschreibung 
Hamps.  M.  J.  IV.  p.  48  ab.  Ich  habe  daher  beide  Arten  hier 
getrennt  aufgeführt.  Snellen  1.  c.  kennt  außer  Sumatra  noch 
Java  und  Celebes  als  Heimath  seiner  Art,  die  er  zahlreich  dort- 
hei-  vor  Augen  gehabt  hat. 

IX.  Crambinae. 

Chilo  Zink.    Germar,    Mag.    II.    ]).    33.     Hamps.    P.  Z.  S.    1895 
p.  954;  Id.  M.  J.  IV.. p.  26. 
In  der  Unterscheidung  der  nächstfoloenden  Gattungen,  welche 

o  o  ö      " 

sich  nach  ihren  Merkmalen  sehr  nahe  kommen,  bin  ich  der 
Hampsou"schen  Classilikatiou,  P.  Z.  S.  1895  gefolgt,  während 
andere  Autoren  einzelne  Arten  zu  Diatraea  rechnen,  welche  er 
unter  Chilo  auiluhrt  und  vice  versa. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


77 

345.  luteellus  :^rotscli.  Bull.  Mose.  39  p.  198  (Sckoenoblus). 
Chilo  dubia  (sie!)  Baker,  Tr.  E.  S.  L.   1894  p.  48  PI.  1  f.  18. 

1^4$$,  F.  1/1895,  D.,  von  Soekaranda  und  sonst 
noch  1  $  AVest-Java,  Pengalengan  (Fruhstorfer,  2  $$  Nord- 
Celebes,  Toli-Toli  (Ideni)  und  1  $  Japan,  Yokohama  (Stichel) 
im  Mus.  Stettin. 

Herrn  Snellen  war  die  Art  vor  Jahren  unbekannt,  während 
Mr.  Haaipson  sie  später  mit  vorstehendem  Namen  versah;  er 
führt  P.  Z.  S.  1895  p.  956  nur  Egypten  und  Ja])aa  als  Heimath 
an.  Die  Baker'sche  Beschreibung  1.  c.  ist  nach  3  ,^,^  aufgestellt, 
während  die  Abbildung  vermuthen  läßt,  daß  sie  nach  einem  $ 
gefertigt  wurde.  Unsre  $$  haben  einen  viel  matteren,  rein  gelb- 
lichen Grundton,  etwa  wie  verwittertes  trocknes  Rohr,  während 
er  in  dieser  Abbildung  röthhch  erscheint.  Auch  sind  bei  uusern 
sämmtlichen  $$  die  Hinterflügel  rein  weiß  und  seidenglänzend, 
beim  ,^,  welches  auch  sonst  in  Flügelform  und  Zeichnung  von 
den  $  stark  abweicht,  glänzend  gelbgrau,  aber  nicht,  wie  in 
der  Abbildung,  dunkelgrau.  Es  erscheint  mir  danach  nicht  völlig- 
sicher,  ob  die  egyptische  Art  mit  der  unsrigen  identisch  ist. 

34G.  Slippressalis  Walk.  XXVII.  p.  166.  Hamps.  P.  Z.  S.  1895 
p.  957;  Id.  M.  .J.  IV.  p.  27. 

6  $$,  kein  ,^  von  Soekaranda,  meist  F.  1/1895  und 
15/2—15/4,  1897,  D.,  im  Mus.  Stettin,  sonst  nirgendwoher. 
Herr  SneUen  bezeichnete  dieselben  als  fraghche  Diafraea  und  als 
ihm  unbekannt,  während  Mr.  Hampson  sie  mit  dem  Walker- 
schen  Namen  versah.  Unsre  Exemplare  stimmen  gut  zu  der 
Hampson'schen  Beschreibung  M.  J.  IV.  1.  c,  namentlich  mar- 
kiren  sich  bei  ihnen  die  feinen  Silberflecke  unter  der  Zelle 
und  die  unter  der  Flügelspitzo  bogenförmig  geführte  Reihe  von 
Silberflecken. 

Für  Sumatra  dürfte  die  sonst  weit  verbreitete  Art  (s.  Hamps. 
P.   Z.   S.   1.   e.)  neu  sein. 

Stett.  oEtomol.  Zeit.  1903. 


347.  Simplex  Butl.    P.    Z.   S.    1880    p.   690.    Hanips.   P.   Z.   S. 

1895  p.  957;  Id.  M.  J.  IV.   p.  26  lig.  17. 
Zonellus  Swinh.  P.  Z.  S.  1884  p.  528  PI.  48  f.  16. 

1  ^,  F.  12/1894,  D.,  im  Mus.  Stettin.  Herr  Snellen  be- 
zeichnete dasselbe  als  y^Chilo,  mir  unbekannt."  Später  erhielten 
wir  1  o,  ganz  frisch  von  Tonkin,  Mt.  Mauson  (Fruhstorfer), 
F.  4  —  5,  1900,  Avelches  das  weniger  gut  erhaltene  Suniatrancr  -^ 
als  dazu  gehörig  erkennen  läßt.  Von  Chilo  partellvs  Swinh., 
P.  Z.  S.  1885  ]).  879  erhielten  wir  von  Mr.  Swiuhoe  als  aus 
Indien,  Poona  stammend  ein  sehr  geringes  Pärchen.  Soweit 
seine  Qualität  noch  ein  Urtheil  zuläßt,  möchte  ich  nicht  an- 
nehmen, daß  partellvs  mit  sbnplex  Butl.  die  gleiche  Art  sei  und 
habe  beide  einstweilen  in  der  Museumssammlung  getrennt. 

Nach  Hampson  1.  c.  ist  simpIex  Butl.  auf  dem  indischen 
Festland  weitverbreitet,  südlich  davon  aber  noch  nicht  gefunden 
worden. 

Diatraea  Lands.  Guild.  Trans.  Soc.  Encour.  Arts,  46  p.  148  (1832). 
Z.  Horae   S.    E.    Boss.  XVI,    1881    p.  161.    Hamps.    P.    Z.    S. 

1895  p.  953. 

348.  venosata  Walk.  XXVII.  p.  144.  Hamps.  P.  Z.  S.  1895  p.  954. 

1  striatalis  Snell.  'i'ijd.  34  p.  349  PI.   19  i'.  1  —  4. 

3  ,^  3  $,  F.  12/1894-,  1/1895  und  15/2—15/4,  1897,  D., 
von  Sockaranda  und  sonst  weiter  nicht  im  Mus.  Stettin  vor- 
handen. Venosata  wird  Hamps.  1.  c.  von  Borneo  und  Java  auf- 
geführt. Ebenda  stellt  der  Autor  auch  siriafalh  Snell.  als 
Synonym  dazu.  Leider  vermag  ich  dies  Citat  nicht  zu  ver- 
gleichen ;  da  aber  Herr  Snellen  unsre  Art  gesehen  hat  und  sie 
als  ihm  unbekannt  bezeichnete,  so  ist  es  mir  unwahrscheinlich, 
daß  er  die  von  ihm  selbst  beschriebene  Art  nicht  erkannt  haben 
sollte.  Die  Beslimmung  als  venosata  Walk,  dagegen  verdanken 
wir  Mr.  Hampson. 

Für  Sumatra  Mohl  jedenfalls  neu. 

Stott.  entomol.  Zeit.  1903. 


79 

349.  virgosa  nov.  s])ec.  PI.  I.  f.  32. 

1  ^,  F.  12/1894,  D.,  Unicum. 

Herr  Snellen  sowohl  als  Mr.  Hampgon  bezeichneten  dieses  r^ 
als  ihnen  unbekannt,  letzterer  mit  dem  Zusatz:  y^Diatvaea,  spec.^' 
Ich  glaube,  danach  die  Art  als  neu  beschreiben  zu  dürfen.  — 
Sie  erinnert  äußerlich  durch  ihre  Flügelrandzeichnung  an  die 
Ancylolomien,  doch  fehlt  ihr  ganz  deren  charakteristische  bogen- 
förmige Ausbuchtung  des  Vorderflügelrandes  vor  dem  Außen- 
winkel, sowie  jede  Spur  von  Metullglanz  auf  den  Flügeln  und 
in  den  Franzen.  Eine  entfernte  Aehnlichkeit  muß  auch  Chilo 
squamulellus  Z.  (Horae  S.  E.  R.  XVI,  p.  158,  PI.  11  f.  3)  be- 
sitzen, welchen  Mr.  Hampson  P.  Z.  S.  1895  p.  946  jedoch  in 
die  Gattung  Platytes  Gn.  verweist. 

Flügelspannung  18  mm,  also  sehr  klein.  Kopf  (dieser 
beschädigt),  Stirn,  Thorax,  Abdomen  und  Vorderflügelgrundfarbe 
weißlich  aschgrau.  Fühler  robust,  fein  bewimpert,  hell  gelblich 
braun.  I'alpen  fein  zugespitzt  und  haarig,  dunkler  grau  als  die 
Grundfarbe,  die  Haarspitzen  des  Endgliedes  fast  schwarz;  Neben- 
palpen dreieckig  verbreitert,  haarig,  weißlich.  Vorderflügel  auf 
dem  helleren  Untergrunde  mit  dunkel  graubraunen,  gekörnten 
Linien  längsgestreift,  am  Zcllenschluß  eine  punktartige  stärkere 
Schup})enhäufung,  von  welcher  aus  saumwärts  die  Längsstreifen 
breiter  als  im  Uebrigen  erscheinen.  Vor  dem  Flügelsaum  eine 
nach  innen  und  außen  bräimlicligelb  gesäumte  im  allgemeinen 
convexe  Grenzlinie  von  der  hellen  Grundfarbe,  Avelche  im  vor- 
deren, kostalen  Theil  sich  in  Richtung  der  Flügelbasis  bogen- 
förmig nach  rückwärts  biegt  und  so  schräg  in  den  Costalrand 
verläuft.  Der  hintere  Theil  dieser  Saumlinie  verläuft  nach  einem 
leichten  Knick  auf  R.  2  ebenfalls  schräg  in  den  Dorsalrand. 
Der  Raun»  jenseits  dieser  Grenzlinie  bis  zum  Flügelsaum  ist 
merklich  dunkler  als  der  übrige  Flügelgrundton,  außer  au  der 
fast  weißen  Flügelspitze.  Sieben  derbe  schwarzbraune  Flecke, 
nach  der  Flügelspitze  zu  dichter  gestellt  und  kleiner  werdend, 
stehen   vor    der    hellen    Sauudinic.    an    welche    die    Franzen    mit 

Stelt.  eutomol.  Zeit.  1903. 


80 

einer  schwarzbraunen  Tnnenlinie  ansehließen.  Die  Franzen  selbst 
sind  schwarzbraun,  von  helleren  Scliu])|)en  durchsetzt.  Hinter- 
flügel,  im  Allgemeinen  von  der  hellaschgrauen  Farbe  der  Vorder- 
flügel, im  Außentheil  namentlich  gegen  den  Vorderrand  ver- 
dunkelt, der  Saum  des  Außein-andes  wieder  heller,  an  letzt- 
genannter Stelle  merklich  gegen  jene  Verdunkelung  abgesetzt. 
Franzen,  mit  deutlicher,  nach  hinten  allmählig  verschwindender 
Theilungslinic,  hellgrau,  an  der  Flügelspitze  und  an  ihren  Enden 
mehr  verdunkelt.  A^orderbeinc  dunkelgelbgrau  ohne  Zeichnung, 
Hinterbeine  nur  an  den  Endgliedern  der  Tarsen  fein  dunkler 
beringt,  sonst  hellürau. 

Ancylolomia  Hb.  Verz.   p.  363.   Z.  ^Um.  j).   9.  Hamps.  P.  Z.  S. 
1895  p.  960.    Id.  M.  J.  IV.  p.  33. 

350.  chrysographella  Koll.  Ilügers  Kaschm.  IV.  p.  494.  H^nnps. 
P.  Z.  S.  1895  p.  966;  Id.  M.  J.  IV.  p.  33.  capensis  Z. 
J\lon.  p.  11.  Westfi'oodi  Z.  Mon.  p.  11.  iaprobanensis  Z. 
Hör.  1877  j).  25  PI.  1  f.  8.  Moore  L.  C.  III.  p.  381  PI.  184 
i".  2,  2a.  sausibarica  Z.  Hör.  1877  p.  23  PI.  1  f.  7. 
indica  F.  et  R.  PI.  137  f.  19.  argentata  Moore  L.  C.  III. 
p.  382  PI.  184  f.  3. 
Beide  Geschlechter  in  Mehrzahl,  namentlich  F.  1/1895,  D., 
von  Soekaranda  im  Mus.  Stettin  und  sonst  zahlreich  aus  dem 
weiteren  indo-malayischen  Gebiet,  aber  auch  von  Capland  und 
Natal,  Weenen  (Heyne).  Mr.  Hampson  zieht  gewiß  mit  Recht 
die  drei  von  Zeller  gesondert  aufgestelllen  Formen  als  zu  der- 
selben Art  gehörig  zusammen,  da  ihre  Unter.'^^chiede  nicht  stich- 
haltig sind,  wie  auch  Herr  Snellen  gelegentlich  der  Determination 
einzelner  unserer  Exemplare  mir  andeutete.  So  sind  namentlich 
die  verschieden  gefärbten  Hinterllügel  in  beiden  Geschlechtern  — 
bald  dunkler  grau  mit  noch  dunkler  gefärbten  Adern,  bald  rein 
weiß  und  zeichnungslos  —  kein  konstantes  Merkmal.  Auch  die 
Länge  und  Form  der  Palpen  variirt,  doch  erscheint  die  Zeller'sche 
Bemerkung  zutreffend,  dtiß  die  paläarktischen  Arten  der  Gattung 
Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


81 

durchweg    merklich    längere    Palpen    besitzen    als    die    indischen 
und  afrikanischen. 

Snellen  führt  in  Midd.  Sum.  IV.  p.  80  von  Sumatra  eine 
Ancylolomia  ohne  Namen  als  nach  1  Exemplar  nicht  mit  Sicher- 
heit bestimmbar  auf. 

Eschata  Walk.    IX.    p.    133.    Hamps.    P.   Z.    S.    1895    p.    960; 
Id.  M.  J.  IV.  p.  28. 

351.  chrysargyria  Walk.  XXXII.  p.  634.  Hamps.  P.  Z.  S.  1.  c. 

p.  961;  Id.  M.  J.  1.  c.  p.  29. 

argentata  Moore  Lep.  Atk.  p.  227. 

1  (^,  F.  12/1891,  D.,  1  $,  F.  5—9/1897,  Held,  wurden 
nach  dem  r^  A^on  Herrn  Snellen  als  diese  Art  anerkannt;  leider 
sind  beide  Exemplare  der  prachtvoll  silberglänzenden  Art  nicht 
rein,  aber  noch  gut  kennthch.  Sehr  charakteristisch  ist  bei  ihr 
und,  nach  der  Gattungsdiagnose  bei  allen  hierher  gehörigen 
Arten,  die  merkwürdig  gestaltete,  spornartig  vortretende  Stirn, 
wie  sie  ähnlich  auch  die  riesige  südamerikanische  Gattung  Leu- 
cargyra  Hamps.  zeigt,  von  deren  einziger  Art  pnralis  Hamps. 
das  Mus.  Stettin  ein  i^  von  Brasilien,  Espiritu  santo  (Fruh- 
storfer)  besitzt. 

Chrysargyria  war  bisher  nach  Hampson  nur  von  Nord- 
China  und  Indien    bekannt. 

Eromene  Hb.   Verz.  p.  366.    Z.  Mon.    p.  52.    Hamps.   P.  Z.  S. 

1895  p.  948. 

352.  pygmaea  nov.  spec.  PI.  I.  f.  33. 

1  $,  Unicum,  F.  12/1894,  D.,  von  Herrn  Snellen  eben- 
falls als  neue  Art  anerkannt,  leider  von  geringer  Qualität,  aber 
doch  noch  kennthch  luid  schon  dadurch  bemerkenswertli,  daß 
es  die  einzige  auf  Sumatra  gefundene  Eromene  ist. 

Aeußerst  klein,  9  mm  Flügelspannung  und  deswegen  sofort 

Stett.  entomol.  Zeit.  190;{.  6 


82 

von  allen  mir  bekannten  Arten  unterschieden.  Im  Ganzen  der 
Er.  ocellea  äußerlich  am  Nächsten  stehend,  aber  nicht  so  schmal- 
ilügelig  gestreckt  wie  diese,  sondern  stark  breitflügelig,  mehr 
noch  als  hella  Hb.  und  snperhclla  Z. 

Grundfarbe  licht  hellgelb,  auf  welcher  unregelmäßig  ge- 
staltete hellbraune  Sehuppenanhäufungen,  diese  v(in  dunkleren 
Schuppen  durchsetzt,  als  unbestimmte  Zeichnung  vertheilt  sind. 
Auf  Eindrittel  der  Vorderflügellänge,  also  viel  näher  der  Basis 
als  bei  den  meisten  E/'0/«e«e- Arten  zeigt  sich  eine,  nach  innen 
zu  fein  schwarzbraun,  nach  außen  kaum  merklich  begrenzte  ge- 
zackte Querlinie  in  der  hellen  Grundfarbe,  jenseits  derselben  bis 
gegen  Dreiviertel  der  Flügellänge  eine  lichtere  Aufhellung,  gegen 
welche  dann  der  Flügelaußentheil  sich  wieder  dunkler  abhebt. 
Auf  letzterem  erscheint  vor  der  Flügelspitze  eine  auf  Dreiviertel 
der  Flügellänge  am  Costalrand  beginnende  Schräglinie,  welche 
bei  R.  5  in  den  Flügelsaum  mündet  und  so  die  dunkle  Flügel- 
spitze abgrenzt.  Am  AußeuM  inkel  liegen  den  Flügelsaum  entlang 
auf  fast  rein  weißem  Untergrund  vier  feine  tiefschwarze  Punkte, 
ohne  metallischen  Außenrand,  wie  ihn  diese  Punkte  bei  E.  hella, 
Rambvriella  und  ocellea  besitzen.  Eine  dunkle  Franzentheihmgs- 
linie  ist  deutlich  erkennbar,  jenseits  welcher  die  stark  verletzten 
Franzen  dunkelgrau  mit  leicht  metallischem  Glapz  ansetzen.  Die 
Hinterflügel,  im  Allgemeinen  hellgelbgrau,  haben,  soweit  noch 
erkennbar,  am  Analwinkel  eine  Verdunkelung  von  dunkel- 
braunen Schuppen,  die  lichtgrauen  Franzen  eine  breite  Thei- 
lungslinie  und  anscheinend,  namentlich  am  Analwinkel,  dunklere 
Spitzen. 

Ptychopseustis  Meyr.  Tr.  E.  S.  L.  1889  p.  521. 
Mr.  Hampson  stellt  diese  Meyrick'sche  Gattung  P.  Z.  S. 
1895  p.  943  als  Synonym  zu  Plafyics  Gn.,  mit  Mclehcr 
er  ebenda  auch  Argyria  Hb.  (bez.  Caiharylla  Z.)  vereinigt. 
Mr.  Meyrick  halte  1.  e.  die  Gattung  auf  die  einzige  Art  Diplijcho- 
phora  amoencUa  Siiell.   errichtet;    diese  Art    aber  vermag  ich   in 

StcU.  ontomol.  Zeit.  1903. 


83 

der  citirteu  Hampson'scheu  Classifikation  überhaupt  nicht  auf- 
zufinden; sie  ist  also  augenscheinhch,  trotzdem  der  Gattungs- 
name erwähnt  wird,  fortgelassen  worden. 

353.    amoenella   Snell.    Tijd.    23    p.    247.    Id.    Tijd.    27    p.    52 
PL   5  f.   9.  Mejr.  1.  c. 

1  ,^,  F.  15/2—15/4,  1897,  D.,  von  Soekaranda,  sowie 
zwei  $,  F.  1897  und  6/1900  von  Deutseh-Ostafrika,  Mikindani 
bez.  Kilwa  (Reimer)  im  Mus.  Stettin  vorhanden.  Das  ^  wurde 
von  Herrn  Snellen  selbst  anerkannt  und  dabei  darauf  hingewiesen, 
daß  die  Art  besser  zu  Ptychopseiistis  Meyr.  als  zu  Diptijcho- 
phora  Z.  zu  stellen  sei.  Er  beschrieb  die  Art  1.  e.  nach  1  ,^ 
von  Celebes,  Makassar,  während  Mr.  Meyrick  seine  Gattung 
nach  1  $  von  Neu-Guinea,  Port  Moresby,  errichtete.  ^  und  $ 
unseres  Museums  stimmen  gut  überein,  nur  hat  das  $  nicht  so 
massive  Fühler  wie  das  ,^;  ferner  sind  seine  Hinterflügel  ein- 
farbig; ihnen  h'hlt  also  die  dunkle  Bogenlinie  (Snellen)  im  Flügel- 
außentheil.  Unterschieden  sind  beide  Geschlechter  auch  durch 
die  in  der  Snellen'schen  Beschreibung  nicht  erwähnten,  sehr 
charakteristischen  Mittelbeine  des  ,^,  welche  sehr  robust  sind 
und  am  Knie  sowie  am  Tarseneinsatz,  sonst  graugelb,  durch 
starke  schwarzbraune  Schuppenanhäufungen  verdickt  erscheinen, 
ebenso  die  schwarzbraunen  Endsporen,  deren  äußerer  kaum  halb 
so  lang  ist  als  der  innere.  Das  erste  Tarsenglied  hebt  sich  da- 
gegen sehr  lebhaft  schneeweiß  ab;  auch  sind  die  dunkelbraunen, 
gegen  das  Ende  heller  werdenden  Tarsenendglieder  fein  weiß 
beriugt.  Beim  $  fehlt  der  Schuppenbehang  ganz  und  seine  Mittel - 
beine  sind  ebenso  wie  die  Hinterbeine  einfarbig  hellgraugelb. 
Noch  bleibt  zu  erwähnen,  daß  die  auf  der  Snellen'schen  Ab- 
bildung in  ihrer  Form  gut,  jedoch  zu  fein  wiedergegcbeuen 
Querlinien  und  Punkte  der  Vorderflügelzeichnung  einen  starken 
stahlblauen  INIetallglanz  zeigen.  In  der  Beschreibung  werden  sie 
„blinkend  potloodkleurig"-'  genannt,  also  bleistift färben,  was  aber 
diesen  Glanz  wohl  nicht  kräftig  genug  charakterisirt. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903.  fi* 


84 

Culladia  Moore  L.  C.  III.  p.  383.  Hamps.  P.  Z.  S.  1895  p.  924; 
Id.  M.  J.  IV.  p.  11. 

353.  admigratella  Walk.  XXVII.  p.  192.  Hamps.  M.  J.  IV.  p.  11. 
Crambus  iroglodytellus  Snell.  Tijd.  15  (nee  7!  cfr.  Hamps.  P.  Z.  S. 

1895  p.  924)  p.  103  PI.  8  f.  6. 
4  ,^S  4  ??,  meist  F.  12/1894,  1).,  von  Soekaranda  im 
Mus.  Stettin.  —  Die  Art  wurde  1.  c.  als  afrikanisch  von  Nieder- 
Guinta  durch  Herrn  Sncllen  beschrieben;  Mr.  Hampson  kennt  sie 
von  China,  Ceylon  und  Horneo;  sie  muß  also  weit  verbreitet 
sein.     Wir  erhielten  sie  bisher  nur  von  Sumatra. 

Calamotropha  Z.  Mon.  p.  8.  Snell.  Tijd.  15  p.  99. 

Mr.  Hampson  vereinigt  die  Zeller'sche  Gattung  in  seiner 
Classifikation,  P.  Z.  S.  p.  925  mit  Cramhvs  F.,  ohne  sie  als 
benannte  Sect.  auszuscheiden;  da  er  die  nächstfolgende  Art  in 
nächste  Nähe  der  von  Z.  als  Calamotropha  ausgezeichneten  Arten 
stellt,    so  belasse   ich  sie   hier   unter   dieser  Gattungsbezeichnung. 

354.  anticella  Walk.  XXXV.  p.  1751.  Hamps.  M.  J.  IV.  p.  13. 
1   rj,  F.  1/1895,    D.,    Unicum,    wurde    von    Herrn    Sncllen 

als  ihm  unbekannt  und  als  fragliche  Diairaea  bezeichnet,  wäh- 
rend Mr.  Hampson  sie  wie  oben  mit  dem  Zusatz  „typical"  be- 
nannte. Die  Art  scheint  nahe  verwandt  zu  sein  mit  der  mittel- 
europäischeu  paludella  Hb.,  von  welcher  das  Mus.  Stettin  u.  A. 
auch  ein  fast  schneeweißes  $  aus  Süd-Japan  besitzt.  —  Anticella 
hat  nach  Hampson  P.  Z.  S.  1895  p.  92G  eine  sehr  weite  Vcr- 
l)reitung  in  Afrika  und  dem  indo- australischen  Gebiet.  Für 
Sumatra  ist  sie  meines  Wissens  neu. 

Crambus  F.    E.   S.  Suppl.    p.  464.    Z.  Mon.  ]).   14.    —    Hami.s. 

P.  Z.  S.  1895  p.  925;   Id.  M.  J.  IV.  p.  12. 

Es  ist  gewiß  bemerkenswerth,  daß  diese  an  Arten  so  zald- 

reichc  Gattung    —    Mr.  Hampson    führt  in    seiner    Classifikation 

208  ihm  bekannte  Arten  auf,    in    den  M.  J.  IV.  nur   22,    Prof. 

Stott.  ontoniol.  Zeit.  1903. 


85 

Fcniuld  für  Nord-Amerika  29  —  in  Suinutni  bisher  mit  nur 
einer  Art  vertreten  ist.  Da  aber  seine  Höhengebiete  für  Klein- 
lalter  noch  fast  eine  Terra  incognita  sind,  so  darf  wohl  ange- 
nommen werden,  daß  sie  noch  manche  Arten  liefern  werden. 
Herr  Snellen  bietet  in  M.  S.  IV.  p.  80  nur  einen  Repräsentanten 
von  Sumatra,  dessen  geringe  Beschaffenheit  seine  Bestimmung 
oder  Beschreibung  nicht  zuließ. 

355.  malacellus  üup.  X.  p.  61  PI.  270  f.  5.  Hamps.  M.  J.  IV. 

p.  17.  hapaliscns  Z.  Calfr.  p.  7. 
Die  ungemein  weit  verbreitete  Art,  welche  auch  in  Süd- 
europa bis  zum  Corner-See  vorkommt,  erhielten  wir  von  Soeka- 
randa  in  einigen,  meist  geringen  Exemplaren,  welche  ebenso  wie 
solche  von  West- Java,  Pengalengan  (Fruhstorfer)  merklich  in 
der  Größe  gegen  den  Durchschnitt  unserer  Südeuropäer  und  gegen 
solche  von  den  Fidji-lnseln  (Ribbe)  und  Tasmanien  (Watkins) 
zurückstehen,  ohne  sich  aber  sonst  merklich  von  ihnen  zu  unter- 
scheiden. 

X.  Galleriinae. 

Doloessa  Z.  Iris  1848  p.  859.    Thagora  Walk.  XXVIl.  p.  205. 
Hamps.  M.  J.  IV.    p.  4. 

356.  viridis  Z.  Is.  1848  p.  859.  —  Snell.  Tijd.  27  j).  53. 
Thagora  figurana  Wix\k.  XXVII.  p.  205;  Hamps.  111.  IX.  p.  167 

PI.  157  f.  8.  —  Id.  M.  J.  IV.  p.  5. 
2  V$,  F.  1/1895,  D.,  von  Herrn  Snellen  als  die  Zeller'sche 
Art  und  unter  Beifügung  des  unbedingt  jüngeren  Walker'schen 
Gattungs-  und  Artennamens  anerkannt;  Mr.  Hampson  1.  c.  muß 
die  Priorität  nicht  gekannt  haben,  da  er  den  Z.'schen  Namen 
unerwähnt  läßt.  Herr  Snellen  erwähnt  die  Art  auch  von  Celebes, 
Mr.  Hampson  von  Ceylon  und  Java.  Für  Sumatra  meines 
Wissens  neu. 

Mucialla  Walk.    XXXV.  p.   1739.    Hamps.  M.  J.  IV.  p.  5.   — 
Heteromicta  Meyr.  Tr.  E.   S.  L.  1886  p.  273. 
Mr.  Hampson  liefert  1.   c.  keine  Charakteristik  des  Walker- 

Stett.  entomol.  Zeit.  1Ü03. 


86 

seilen  Genus  Mvcialla,  bezeichnet  vielmehr  nur  .1/.  miindella  Walk, 
von  Borneo.  ^elehe  ich  nicht  vergleichen  kann,  als  dessen  Type. 
Mr.  Mejrick  dagegen  giebt  1.  c.  für  seine  Gattung  eine  Diagnose 
und  rechnet  zu  ihr  außer  drei  von  ihm  benannten  Arten  die 
Zellcr'sche  latro  und  die  nächstfolgende.  Ich  lasse  es  bei  unserm 
hier  yvxQ  in  den  Phjcitinen  sehr  wenig  umfangreichen  A'^ergleichs- 
material  dahingestellt  sein,  welcher  der  beiden  Gattungsbegriffe 
Geltung  haben  soll,  wähle  für  den  vorliegenden  Zweck  aber  den 
älteren  Walker' sehen. 

357.  rufivena  Walk.  XXX.  p.  960.  Meyr.  Tr.  188G  p.  273: 
Id.  1889  p.  521.  Hamps.  M.  J.  IV.  p.  5  fig.  14.  —  Melisso- 
blaples    riifoccnalis   Snell.    Tijd.   23    p.    248;    Idoni    27    p.    53 

PI.  5  f.  10. 

3  $$,  F.  1/1895,  D.  und  1  $,  West-Java,  Pengalengan 
(Fruhstorfer),  im  Mus.  Stettin;  ein  r^  ist  nicht  vorhanden.  Das 
eine  $  von  Soekaranda  wurde  von  Herrn  Snellen  als  seine  Art 
anerkannt.  Nach  Snellen  kommt  die  Art  auf  Java  und  Celebes 
vor;  Hamps.  1.  c.  nennt  Ceylon,  Shan  States,  Borneo  und  Neu- 
Guinea  als  Heimath,  letztere  Insel  auch  Mr.  Meyrick  1.  c.  — 
Von  Sumatra  scheint  sie  bisher  nicht  bekannt  gewesen  zu  sein. 
Unsere  Exemplare,  von  denen  nur  eines  wohl  erhalten  ist,  sind 
viel  dunkler  und  matter  gefärbt  als  in  der  Snellen'schen  Abbildung. 
Namentlich  treten  die  Längsstreifen  weitaus  nicht  so  lebhaft  auf 
dem  dunkleren  Untergrund  hervor  und  die  Hintcrflügel  sind  nicht 
so  intensiv  gelb,   sondern  mehr  graugelb  gefärbt. 

Nach  der  Hampson'schen  Beschreibung  und  Abbildung  des 
(^  muß  dieses  wesenthch  vom  $,  welches  er  nicht  mitbeschreibt, 
abweichen.     Wir  besitzen  das  ,^  nicht. 

Lamoria  Walk.  XXVII.  p.  87.    Hamps.  M.  J.  IV.  p.  6. 

358.  planalis  Walk.  XXVII.  p.  88.  —  Hamps.  M.  J.  IV.  p.  7. 
Melissoblaptes  bipunclanus  Moore  (nee  Gurt.)  L.  C.  III.  p.  375. 

1  ^,  F.  12/1894,  D.,  welches  Herr  Snellen  als  ihm  unbe- 
kannte Melissoblaptes  bestimmt  hatte,    ziehe  ich   ohne  Bedenken 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


87 

hierher,  iiuehdeiri  wir  die  Art  tuis  Indien  (Swiiihoe)  benannt 
erhalten  hatten.  Das  Mus.  Stettin  besitzt  sie  sonst*  noch  in 
meist  sehr  geringen  Exemplaren  von  China  (Dr.  Seitz),  West- 
Java,  Pengalengan  (Fruhstorfer),  Lombok,  Sapit  (Idem)  und 
Deutsch-Ostafrika,  Mikindani  (Reimer);  auch  Hamps.  1.  c.  führt 
sie  von  Süd- Afrika,  aus  ganz  Indien,  Ceylon  und  Burma  an.  — 
Ich  möchte  vermuthen,  daß  die  von  Herrn  Snellen  M.  S.  IV. 
}).  80  ohne  Namen  nach  drei  zu  schlechten  Exemplaren  auf- 
geführte Art  hierher  gehöre. 

359.  fusconervella  Rag.  Nouv.  Gen.  et  Esp.  1888  p.  .^1. 
Mr.  Ragonot  beschreibt    diese  Art  1.  c,  mit  der  Heimaths- 
angabe  Sumatra,  weswegen  ich  sie  als  mir  in  natura  unbekannt 
hier  nur  aufführen   kann. 

Acara  Walk.  XXVI I.  p.  198.  Hamps.  M.  J.  IV.  p.  7. 

Die  Gattung  wurde  von  Walker  1.  c.  nach  dem  riesigen  $ 
von  morosella  Walk,  von  Silhet  (28  lines  Größe)  aufgestellt, 
diese  dann  teste  Hamps.  1.  c  von  Walk.  (Cat.  XXXV.  p.  1768) 
nochmals  als  Ertz-ica  maximella  (38  lines)  von  Java  beschrieben, 
die  Gattung  später  von  Mr.  Hampson  1.  c.  begründet.  In  der 
Tijd.  23  p.  249  beschrieb  ferner  Herr  Snellen  eine  Galleria 
macroptera  von  Celebes,  die  Tijd.  27  PI.  5  f.  11  abgebildet 
wurde.  Sie  gehört  meines  Erachtens  nach  der  Beschreibung 
ebenfalls  zur  Gattung  Acara  und  kommt  in  der  Größe  ($  62  —  72, 
,^  7.5  mm  Flügelspannung)  der  morosella  Walk,  nahe,  für  welche 
Hampson  1.  c.  ,^  mit  50,  $  mit  56—86  mm  Flügelspannung 
notirt. 

Nachstehend  beschreibe  ich  eine  di'itte  hierher  gehörige 
Art   als 

360.  Dohrni  nov.  spee.  PI.  1  f.  34, 
welche  ich  nach  Dr.   H.  Dohrn    benenne.     Das  Mus.  Stettin  be- 
sitzt davon   1  $,  F.  4—6/1898,  Held,  und   1  ,^   1   ?,  bezeichnet: 
Java  occident.,  Mons  Gede,  4000',   1896,  von  Herrn  Fruhstorfer 
erhalten.     Das  Sumatra-?    versah    Herr  Snellen    mit    der  Bemer- 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


88 

kmiti-:  ,.Kielit  (Jlall.  macroptera\  ich  habe  aucli  1  $  unbcnannt 
und  ohne  Lokalität.'-'  Größe:  des  Java-Q  40  mm,  des  .lava-$ 
52  mm,  des  Sumatra-$  45  mm. 

Im  Flügelgeäder  kommen  alle  drei  Thiere  ebenso  wie  in 
der  Beschaneiiheit  der  Fühler  und  Palpen,  abgesehen  von  kleinen 
speeifischen  Differenzen,  mit  A.  morosella  Walk,  überein,  wie 
sie  von  Hamps.  1.  e.  beschrieben  und  unter  flg.  7  abgebildet  ist; 
namentlich  /.eigen  sie  den  hinteren  Winkel  der  scharf  ein- 
gebuchteten üiscocellulare  beider  Flügel  deutlich  gegen  den  vor- 
deren vorgezogen.  Auch  die  für  die  Gattung  charakteristische 
Vorderflügelschwellung  an  der  Basis  der  Costa  markirt  sich  in 
beiden  Geschlechtern  sehr  deutlich;  sie  ist  beim  rj  —  so  wie 
Herr  Snellen  es  für  macroptera-o  1-  c.  p.  240  schildert  —  in 
dem  Umschlag  „mit  einer  großen  Menge  graugelber  Wolle  ge- 
füllf-S  welche  beim  $  fehlt,    also    wohl    den    Duftapparat    bildet. 

Nach  der  Flügelform  steht  Dohrni  der  macroptera  8nel]. 
näher  als  der  morosella  Walk.;  von  letzterer  besitzt  das  Mus. 
Stettin  1  $,  bezeichnet:  „Jaintia  Hills"  (Swinhoe).  Es  ist  ebenso 
wie  in  der  Hampson'schen  Abbildung  merkheh  gestreckter  und 
schmalflügliger,  als  macroptera  und  Dohrni.  Letztere  scheint  nach 
unsern  drei  Exemplaren  in  Färbung  und  Zeichnung  stark  zu 
variiren.  Das  ^  zeigt  auf  hellgelbgrauem,  am  deutlichsten  an 
der  Basis  des  Dorsalrandes  hervortretendem  Untergrund,  eine 
lebhaft  rothbraune  Bestäubung,  die  sich  ,  am  intensivsten  und 
dunkelsten  auf  der  Basis  des  Costalrandes  markirt,  von  hier 
allmähhg  den  Costalrand  entlang  bis  zur  Flügelmitte  und  nach 
hinten  zu  bis  zur  halben  Flügelbreite  sich  abtönend.  Eine  eigent- 
liche Zeichnung  tritt  erkennbar  nicht  hervor,  nur  ist  der  Flügel- 
außentheil  wieder  etwas  dunkler  rothbraun  gefärbt,  als  der 
mittlere  Flügel,  besonders  dessen  dorsaler  Theil;  ebenso  setzen 
sich  die  Franzen  an.  Ein  sehr  feiner  schwarzer  Punkt  steht  in 
der  äußersten  Spitze  des  vorderen  Discocellularwinkels.  Auch 
der  Hinterflügel  ist  einfarbig  glänzend  graubraun  ohne  Zeichnung, 
seine  Franzen,    mit  deutlicher    Theihmgslinie    sind  innerhalb  der- 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


89 

selben  dunkelgraubraun,  außen  lichter.  Seine  Medianader  zeigt, 
an  der  Flügelbasis  beginnend,  bis  zur  Discoidalzelle  eine  feine 
schopfartige  Behaarung. 

Die  Unterseite  beider  Flügel  ist  zeichnungslos  rothbraun,  eine 
bürstenartige  Schwellung  auf  R.  1  des  Vorderflügels  markirt  sich 
durch  ihre  dunklere  schwarzbraune  Behaarung.  Kopf,  Fühler, 
Palpen  und  Thorax  sind  fleischfarben,  zum  Theil  mit  einem  rosa 
Anflug;  das  (öliggewordene)  Abdomen  setzt  gelbbraun  an  und 
ebenso  kann  auch  sein  hinterer  Theil  gefärbt  gewesen  sein. 

Von  den  beiden  $$  ist  das  Sumatraner  dem  ^  am  ähn- 
lichsten gefärbt,  im  ganzen  jedoch  bedeutend  matter  und  heller, 
auch  hier  der  Ansatz  des  Costalrandes  und  der  Flügelaußentheil 
am  dunkelsten,  rothbraun  gefärbt,  der  Vorderflügelpunkt  größer 
und  matter  als  beim  ,^,  Kopf  und  Thorax  weniger  lebhaft  fleisch- 
farben, Abdomenansatz  gelbbraun,  die  Endsegmente  mehr  röth- 
lich  braun. 

Die    im    afleemeinen    öleichfarbi""    matt    rothbraune    Unter- 

o  O  O 

Seite  beider  Flügel  läßt  auf  mehr  als  Dreiviertel  ihrer  Länge 
eine  schwach  angedeutete  dunkelgraue  Querbinde  eben  noch 
erkennen,  welche  am  Hinterflügel  nach  hinten  zu  aber  schon  bei 
R.  3  ganz  verschwindet. 

Merklich  weicht  hiergegen  das  Java-?  in  der  Zeichnung 
und  Färbung  ab,  wenn  auch  nur  so,  daß  ich  an  seiner  Zugehörig- 
keit zu  dem  i^  um  so  weniger  zweifeln  möchte,  als  es  ver- 
muthlich  am  gleichen  Ort  mit  ihm  gefangen  wurde.  Leider  ist  es 
beiderseits  auf  der  Flügelinnenhälfte  etwas  abgerieben,  doch  bleibt 
auch  so  zu  erkennen,  daß  der  dorsale  Theil  dieser  Hälfte  wesent- 
lich heller  gelbgrau  gefärbt  und  nur  mit  einzelnen  dunkler 
braunen  Schuppenbüscheln  besetzt  war,  der  Costalrand  dagegen 
bis  zur  Flügelmitte  und  nach  hinten  zu  bis  zur  halben  Flügel- 
breite dunkel  rothsteinfarben,  von  der  Mitte  ab  bis  zur  Flügel- 
spitze jedoch  hellgrau  mit  eingestreuten  dunklen  Schuppen  gefärbt 
ist.  Diese  helle  Färbung  des  Apikaltheils  schneidet  mit  einer 
in   der   Flügelspitze    selbst    beginnenden   fast    geraden,    bis    zum 

Slett.  entomol.  Zeit.  1903. 


90 

hinlcren  Zellenschluß  reichenden  Linie  ab,  .  hinter  welcher  der 
FUinelaußentheil  dunkelbraun  mit  hellgrau  sieli  ai)hebenden  Rippen 
(R.  2  bis  R.  6)  gezeichnet  erscheint.  Die  Franzen  setzen  da- 
gegen wieder  lebhafter  rothbraun  an.  Noch  sind,  an  die  Schräg- 
linie anstoßend  auf  dem  hellen  Apikalfelde,  drei  im  Dreieck  zu 
einander  gestellte  größere  dunkelbraune  Punkte  auf  mehr  als 
Dreiviertel  der  Flügellängc  zu  erwäbnen  so^^  ie  ein  einzelner, 
ähnlicher  und  gleich  großer  dunklerer  Fleck  auf  etwa  Dreiviertel 
des  Dorsalrandes  vor  dem  Außen\\  inkel,  um  seine  Breite  vom 
Rande  selbst  abgerückt. 

Auch  hier  zeigt  die  Unterseite  beider  Flügel,  jedoch  viel 
schärfer  erkennbar  und  abgehoben,  dafür  aber  kurz  abgebrochen, 
viel  früher  als  bei  dem  Sumatra-^  verschwindend,  den  Ansatz 
einer  Querbinde. 

Kopf  und  Thorax  sind  hier  noch  heller  und  matter  als  bei 
jenem  gefärbt,  das  Abdomen  dafür  oberseits  dunkler  graubraun, 
unterseits  hellsilberffrau.  Die  aus  dem  weißgrauen  Analbusch 
deutlich  hervortretende  glänzend  hellbraune  Legeröhre  ist  mit 
feinen,  stacheligen  dunkelbraunen  Haaren  besetzt.  Die  bei  diesem 
Exemplar  besonders  gut  erhaltene  Kopfpartie  läßt  den  in  der 
Hamj)Son'schen  Gattungsdiagnose  erwähnten  schopfartigen  Ansatz 
der  Stirn,  welcher  die  Nebenpalpen  völlig  überdeckt,  vortrefflich 
erkennen. 

XI.  Ph.vcitinae. 

Die  nachfolgende  Liste  unserer  Phycitinen  kann  nur  als 
sehr  unvollständig,  sogar  in  Bezug  auf  die  im  Mus.  Stettin  vor- 
handenen Sumatraner  Arten  bezeichnet  werden.  Immer  in  Er- 
wartung des  endlichen  Erscheinens  vom  Schlußband  der  Ragonot- 
schen  Monographie,  über  dessen  Abschluß  der  verdienstvolle 
französische  Forscher  der  Wissenschaft  durch  den  Tod  entrissen 
wurde,  hatte  ich  es  seit  1894  von  Jahr  zu  Jahr  hinausgeschoben, 
mich  mit  dieser  Gruppe  intimer  zu  befassen.  So  kann  ich  hier 
denn  nur  einen  Theil    des  bei    uns  Vorhandenen    als  sicher  fest- 

Stott.  entomol.  Zeit.  1903. 


91 

gestellt  aufführen.  Einige  Arten  wurden  mir  von  Herrn  Snellen 
als  ^Neplwpteryx^  mir  unbekannf-'  bezeichnet.  Da  aber  der 
Ragonot'sche  Gattungsbegriff  von  Nephopteryx  sich  mit  dem 
Snellen'schen  nicht  deckt  (cfr.  Rag.  Mon.  I.  p.  25.5),  Mr.  Hampson 
andererseits  in  seinen  M.  J.  IV.  p.  76  dieser  Gattung,  wie  noch 
mehreren  anderen,  z.  B.  Phycita,  Rhodophaea,  einen  wesentlich 
anderen  Umfang  gegeben  hat,  als  die  beiden  genannten  Autoren, 
und  ich  selbst  die  erwähnten  Arten  weder  nach  den  rudimen- 
tären Ragonot'schen,  noch  nach  den  nur  für  die  indischen  Arten 
aufgestellten  Hampson'schen  Tabellen  sicher  unterbringen  konnte, 
so  hielt  ich  es  für  zweckmäßig,  sie  vorläufig  ganz  bei  Seite  zu 
lassen.  In  der  Reihenfolge  der  Gattungen  bin  ich  der  Ragonot- 
schen  Anordnung,  soweit  sie  publizirt  ist,  gefolgt;  die  Hampson'sche, 
in  absteigender  Linie  rangirt,  ist  ziemlich  die  entgegengesetzte. 

Cryptoblabes  Z.  Is.  1848  p.  644.  Rag.  Mon.  p.  12. 

Hamps.  M.  J.  IV.  p.  104. 

361.    dissolutella   Snell.    (Nephopt.-)  M.  S.  IV.    p.   81. 

Rag.  Mon.  I.  p.  19. 
Die  Art  A\'urde  von  Snellen  1.  c.  nach  1  $  von  Silago, 
Sumatra  beschrieben  und  nach  diesem  von  Ragonot  1.  c.  neu 
beschrieben  und  abgebildet;  letzterer  Autor  führt  die  Lokahtät 
als  auf  Celebes  befindlich  an.  Wir  haben  sie  bisher  von  Sumatra 
PO  wenig  wie  sonstAvoher  erhalten. 

Cathyalia  Rag.  Nouv.  gen.  p.  7,  Id.  Mon.  I.  p.  22. 
362.    deflandrella   Rag.    Mon.    I.    p.    23    PI.    18   f.    1. 

1  ?,  Unicum,  F.  1.5/2—15/4  1897,  D.,  glaube  ich  hier- 
her stellen  zu  können,  wenn  es  auch  nicht  völlig  mit  der  eben- 
falls nach  nur  1  $  von  Perak  (coli.  Stdgr.)  beschriebenen  Art 
übereinstimmt. 

Sandrabatis  Rag.  Mon.  I.  p.  203.  Hamps.  M.  J.  IV.  p.  75. 
363.  crassiella  Rag.  Mon.  Lp.  204  PI.  18  fig.  7. 

Hamps.  M.  J.  IV.  p.   75  fig.  50. 
1   ö",  F.  12/1894,  D.,    stark  verletzt,    aber    durch   die  gut 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


92 

erhaltenen  plastischen  Merkmale  ebeiii-d  wie  (liirch  das  charak- 
teristische Flügelgeäder  leicht  kenntlich,  gelK'irt  mit  Sicherheit 
hierher.  Die  Art  war  bisher  nur  von  Indien  und  Ceylon  be- 
kannt. Herr  Snellen  bezeichnete  mir  1895  Gattung  und  Art  als 
ihm  unbekannt. 

Canthelea  AValk.   XXXV.  p.  1726.    Rag.  Mon.  I.  p.  233; 
Hamps.  M.  J.  IV.   p.  8.5  (sub:  Epicrocis'). 

364.  oegnusalis  Walk.  XIX.  ]>.  905.  Rag.  Mon.  I.  p.  234  PI.  9 
f.  11.  —  aegmisalis  Hamps.  M.  J.  1\.  p.  85.  —  Ho7noeosoma 

derasella  Swinh.  P.  Z.  S.  1885  p.  877  PI.  57  f.  19. 
Ragonot  1.  e.  und  Hampson  1.  e.  führen  diese  sehr  weit 
verbreitete  Art  als  auf  Sumatra  vorkommend  auf.  Wir  besitzen 
sie  dorther  nicht,  sondern  nur  von  Nord-Australien  (Watkins) 
und  Indien,  Dhara  Dhum  (Swinhoe).  Nach  beiden  angeführten 
Autoren  vaiiirt  sie  sehr  erheblich. 

365.  saturatella  Mab.  {Myelois)  Compt.  rend.  Soc.  e.  Belg.  XXIII 

p.  XXVI;   Rag.  Mon.  I.  p.  235    PI.  20  f.   15. 
W^ieder  bei  uns  von  Sumatra   nicht  vorhanden,    aber  nach 
Ragonot  1.    e.    von    dort    sowie   von    Ost-Afrika    aufgeführt    und 
deswegen  auch  hier. 

366.  stibiella  Snell.  Tijd.  15  p.  104  PL  8  f.  7—8;  Id.  M.  S.  IV. 

p.  82  Qhjelois).  Rag.  Mon.  I.  ]).  235  PI.  9  f.  12. 

Auch  diese  weitverbreitete  Art,  welche  nach  Snellen  und 
Ragonot  auf  Sumatra  vorkommt,  besitzen  wir  dorther  nicht, 
sondern  1  (J,  durch  Herrn  Snellen  beglaubigt,  F.  12/1891  von 
China,  Hongkong  (Dr.  A.  Seitz)  und  1  $  von  Deutsch-Ostafrica, 
Kilwa   (Reimer). 

Thylacoptila  Meyr.  E.  M.  M.   XXII,  1885  p.  105.  Rag.  Mon.  I. 
p.  321.  Hamps.  M.  J.   IV.  p.  80  (sub:  Nephopteryx)  ]>.  80. 

367.  paurosema  Meyr.  1.  c.  p.  106.  Rag.  1.  c.  PI.  22  f.  14. 
Hamps.    M.    J.   IV.    p.   81    lig.    52.    —    Biissa   macuiella    Rag. 

Nouv.  Gen.  p.  24;  Id.  Mon.  I.  p.  322  PI.  13  fig.  21. 
1  ,^,  F.  1/1895,  D.,  sehr  gering,  aber  nach  den  Gattungs- 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


93 

merkmalen  noch  sicher,  namentlich  durch  Fühler,  Palpen,  Behang 
der  Mitteltibien  und  die  Taschen  der  Hinterflügel  beim  Beginn 
von  R.   Ic  erkennbar. 

Die  nach  Hampson  auch  in  Afi-ika  weit  verbreitete  Art 
war  von  Asien  bisher  nur  aus  Assam  und  Ceylon  bekannt. 

Oligochroa  Rag.  Nouv.  gen.  p.  20.   Id.  Mem.  I.  p.  374. 
Hamps.  M.  J.  IV.  p.  76,  83  (sub:  Nephoptenjx  Hb.) 

368.  coriacella  Rag.    Nouv.    gen.    p.   21.    Id.    Mem.  I.    p.   382 

PL  12  f.  18,  $,  PI.  13  f.  16,  ^. 

In  Mehrzahl  (5  ^  3  $),  F.  12/1894,  D.,  von  Soekaranda, 
sowie  1  $  von  West-Java,  Pengalengan  (Fruhstorfer),  2  $$  von 
Lombok,  Sapit  (Idem)  im  Mus.  Stettin.  Herr  Snellen  erklärte 
sie  1894  für  eine  ihm  unbekannte  Nephopteryx,  die  auch  er 
von  Java  besäße,  M'ährend  Mr.  Hampson  ihr  1899  obigen  Namen 
gab.  Mr.  Ragonot  beschreibt  die  Art  I.  c.  nach  1  Sumatra-r^ 
(coli.  Stdgr.)  und  1  $  seiner  Sammlung  von  Natal.  Nach  unserm 
zahlreicheren  Material  möchte  ich  an  der  Zugehörigkeit  des 
Natal-$  zu  dieser  Art  zweifeln.  Das  Mus.  Stettin  besitzt  ein 
noch  unbenanntes  rj  einer  Oligochroa,  jedoch  von  Tasmanien 
(Watkins),  welches  mir  viel  eher  zu  dem  Natal-$  Ragonots  zu 
gehören  scheint,  während  unsere  coriacella-^^  den  (^,^  viel 
näher  stehen,  als  das  von  Ragonot  als  solches  beschriebene  und 
abgebildete  (PI.  12  f.  18). 

Nahe  verwandt  ist  auch  Ol.  terrella  Rag.,  von  welcher 
das  Mus.  Stettin  1  ,^  1  $  aus  Deutsch-Ostafrika,  Kilwa  (Reimer) 
besitzt. 

Caina  Rag.  Mon.  I.  p.  463.  Hamps.  M.  J.  IV.  p.  446 
sub:  Tephris  Rag. 

369.  deletella   Rag.    Mon.    I.    p.    466    PI.    18    f.    11.     Hamps. 
M.  J.  IV.  p.  107  (sub:  Tephris  inaniteUa  Rag.  Nouv.  gen.  p.  25; 

Id.  Mon.  p.  464  PI.  47  f.  7  (nondum  edit). 
1  ?,  F.  1.5/2—15/4  1897,  D.,   stelle  ich   unbedenldich  zu 
dieser  Art,    von    welcher    das  Mus.  Stettin    ein    von   Rag.  selbst 

Stetf.  ciitomol.  Zeit.  1903. 


94 

otikettivtes  indisches  (Mhow)  Exemplar  durch  Mr.  Swinhoe  be- 
sitzt. Mr.  Hampsoii  1.  c.  stellt  die  Art  als  Synonym  zu  inani- 
tella  und  rechnet  dazu  sonst  noch  die  Ragonot'schen  Arten 
micrella,  deletella  und  ciniferella.  Wir  besitzen  nur  von  letzterer 
ein  sehr  geringes,  wieder  von  Ragonot  sell)st  etikettirtes  ^  von 
Hyderabad  (Swinhoe),  nach  welchem  ich  mir  kein  Urtheil  bilden 
kann,  ob  es  artlich  wirklich  mit  deleleUa  identisch  sei.  Für 
Sumatra  ist  die  Art  wohl  sicher  neu.  Herr  Snellen  lehnte  mir 
1898  die  Bestimmung  dieses  wie  anderer  Thiere  mit  dem  Be- 
merken ab,  daß  seine  unbenannten  Phycitinen  noch  nicht  wieder 
an  ihn  von  Ragonot  zurückgelangt  seien,  um  damit  vergleichen 
zu  können. 

XII.  Anerastiiuae. 

Noch  spärlicher  als  die  Pliycifinae  ist  diese  Gruppe  in 
unsrcr  Sumatraner  Ausbeute  vertreten.  Während  Mr.  Hampsou 
in  den  M.  J.  IV.  für  Indien  und  Ceylon  doch  noch  39  Arten 
als  hierher  gehörig  aufliibrt  und  von  Jnvix  und  Celebes  aus  der 
Fruhstorfer\sehen  Ausbeute  im  Mus.  Stettin  mehrere,  z.  Th.  noch 
unbestimmte  Arten  vorhanden  sind,  beschränkt  sich  unser  Besitz 
an  Sumatra-Anerastiinen  auf  die  eine  nachfolgende  Art. 

Emmalocera  Rag.  Nouv.  gen.  1888  p.  38.  —  Hamps.  M.  J.  IV. 
p.  61  (sub:  Polyocha  Z.) 
Bei  Aufstellung  seiner  Gattung  bemerkt  Rag.  1.  c.  unter 
E.  crenatella  Rag.,  daß  auch  die  Snellen'sche  Art  dazu  gehöre. 
Mr.  Hampson  1.  e.  vereinigt  dagegen  die  Gattungen  Emma- 
locera Rag.  und  Lodiana  Rag.  (Nouv.  gen.  p.  38}  unter  dem 
älteren  Namen  Polyocha  Z.  (Isis  1848  p.  87G). 

370.  anerastica  Snell.  M.  S.  IV.  p.  81   {Nephopteryx)., 
Id.  Tijd.  27  p.  54. 
5  ,^^  4  $?,  meist  F.  12/1894  und    1/1895,  D.,   im  Mus. 
Stettin    von    Soekaranda    und    sonst    noch  von  West-Java,    Pen- 
galengan (Fruhstorfcr)    und    von    Lombok,    Sapit  (Idem),    sowie 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


95 

1  ^,  F.  18/6  1891  von  China,  Shanghai  (Dr.  A.  Seitz)  und 
1  (J  1  $  von  Fergusson  Isl.  (A.  S.  Meek);  Herr  Snellen  er- 
wähnt sie  auch  von  Celebes. 

Unsere  Sumatra-Exemplare  wurden  von  Herrn  Snellen  be- 
stätigt und  von  ihm  dabei  bemerkt,  daß  Polyocha  diversella  Rag. 
Mon.  I.  PL  6  f.  21,  $,  für  welche  die  Beschreibung  noch  fehlt, 
die  gleiche  Art  sei. 

Für  Indien  ist  die  sonst  augenscheinlich  weitverbreitete  Art 
noch  nicht  festgestellt;  wenigstens  fehlt  sie  in  den  M.  J.  IV. 

Hypsotropa  Z.  Is.  1848  p.  591.  Hypsotropha  Snell.  M.  S.  IV. 
p.  82.  Hamps.  M.  J.  IV.  p.  54. 
Zeller  selbst  sagt  in  der  Anm.  1.  c. :  „t;(/'oc  altitudo  — 
TQ8TTSIV  flectere  —  ob  palpos  sursum  flexos.'-'  Es  kann  hier- 
nach kein  Zweifel  bestehen,  daß  er  mit  dem  Namen  nicht  hat 
sagen  wollen,  die  zugehörigen  Thiere  lebten  auf  Höhen,  sondern 
daß  die  Palpen  aufgerichtet  seien. 

371.  falsella  Snell.  M.  S.  IV.  ]>.  82. 
Die  Art  wird  als  von  Sumatra  stammend  1.  c.  nach  1  (J 
von  Goudmijn  Verbeek  beschrieben.  Das  Mus.  Stettin  besitzt 
ein  $  von  West-Java,  Pengalengan  (Fruhstorfer)  imd  1  $  von 
Australien,  Queensland  (Rolle),  welche  ich  glaube  nach  jener 
Beschreibung  hierher  rechnen  zu  dürfen.  Von  Sumatra  haben 
wir  sie  nicht. 

XIII.  Pterophoriiiae. 

Im  Sinne  neueren  Classifikatoren  schließe  ich  hier  die 
Pterophorinen  an,  welche  Mr.  Hampson  in  seiner  Phylogenie  der 
Pyraliclae,  M.  J.  IV.  p.  1  von  den  Pyraliden  ausschließt  und 
Mr.  Ragonot,  Ann.  S.  E.  Tr.  1891  p.  444  als  gleichAverthig  mit 
diesen,  den  Tortricincn  und  den  Tineinen  ebenfalls  hierher  stellt. 
Neuerdings  hat  dann  auch  der  Stdgr.-Rebel'sche  Katalog  von  1901 
sie  als  II.  Pterophoridae  hinter  die  Pyraliclae  als  I.  gestellt. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


96 

Steganodactyla  Wlsm.  E.  M.  M.  XXVII.  p.  241. 
372.   concursa  Wlsm.  1.  c. 

1  $,  F.  10/1894,  D.,  leidlich  erhalten,  stimmt  gut  zu  der 
Beschreibung,  welche  nach  einem  erzogenen  ^  von  Ceylon  ge- 
macht wurde.  Ich  weiß  nicht,  ob  diese  interessante  Art  seit 
1891  noch  wieder  und  anderswo  beobachtet  worden  ist.  — 
Wie  schon  der  Autor  hervorhebt,  ist  die  Gattung  nahe  ver- 
wandt mit  Ochyrotica  Wlsm.,  deren  einzige  bisher  bekannte 
Art,  fasciata  Wlsm.,  das  Mus.  Stettin  in  einem  Pärchen  eben- 
falls von  Espiritu  santo  (Fruhstorfer)  besitzt,  von  wo  das  typische 
Exemplar  im  Mus.  Wlsm.  stammt. 

Sphenarches  Meyr.  Tr.  E.  S.  L.  1886  p.  8. 

373.  caffer  Z.  L.  E.  VI.  p.  348.  Wlsm.  —  anisodactylus  Walk. 
XXX.  p.  934.   —  Sijnophnjs  Mejr.  Tr.  E.  S.  L.  1886  p.  17. 

Das  Mus.  Stettin  besitzt  nur  1  ,j  der  weit  verbreiteten  Art, 
F.  2/1895,  D.,  von  Soekaranda,  welches  von  Herrn  Snellen  uns 
als  hierher  gehörig  bestätigt  wurde,  sonst  nur  noch  1  $  von 
Süd-Japan,  Kiusiu,  dessen  Zugehörigkeit  aber  nach  Maßgabe 
seiner  Beschaffenheit  nicht  völHg  sieher  erschien. 

Für  Sumatra  habe  ich  die  Art  bisher  noch  nicht  erwähnt 
gefunden. 

Pterophorus  Geoffr.  Hist.  abr.  Ins.  II.  p.  24,  90.  Wlsm.  E.  M.  M. 

1897  p.  41.  Rbl.  Cat.  1901    p.  75.  Älucifa  Meyr.  Tr.  E.   S.  L. 

1890  p.  487.  Subgen.  Leioptilus  Wallgr.  1859  et  auclor. 

374.  spec.  X. 

2  rjr^,  F.  1/1895,  D.,  von  Soekaranda,  sind  in  ihrer 
Qualität  so  gering,  daß  ich  sie  hier  nur  ohne  Beschreibung  auf- 
führen möchte.  Von  der  Flügelspannung  unserer  größeren 
microdactyltts  Hb. -scheint  die  Art  der  mitteleuropäischen  invlae  Z. 
in  Färbung  und  Zeichnung  am  nächsten  zu  stehen. 

Stett.  cntomol.  Zeit.  1903. 


97 

Alucita  L.  S.  N.  cd.  X.  p.  496.  Wlsm.  E.  M.  M.  1897  p.  41. 

Rbl.  Cat.  1901  p.  73.  Aciptilia  Hb.  et  auctor. 
375.  similalis  Walk.  XXX.  p.  949.  Wlsni.  Tr.  E.  S.  L.  1881  p.282. 
Id.  1897  p.  36.  —  mcdacensis  Z.  Hör.  XIII.  1877  p,  485. 
3  ^^  2  $,  F.  1/1895,  D.,  durchweg  stark  geflogen,  wurden 
uns  von  Herrn  Snellcn  als  zu  dieser  Art  gehörig  bestimmt.  Wir 
besitzen  sie  sonst  noch  in  ebenso  geringen  Exemplaren  von  der 
Insel  St.  Aignan  (A.  S.  Meek).  In  Afrika  und  dem  indo- 
malayischen  Gebiet  scheint  die  Art  weit  verbreitet  zu  sein,  wäh- 
rend sie  aus  dem  von  Neu-Guinea  bisher  noch  nicht  bekannt  war. 


Auf  eine  Aufzählung  der  in  die  beiden  Faltergruppen  der 
Tortricinen  und  Tineinen  gehörigen  Gattungen  und  Arten  unsrer 
Sumatra-Ausbeute  muß  ich  verzichten,  trotzdem  sie  eine  bedeu- 
tende Zahl  davon  enthält.  Das  Vorhandene  ist  dafür  jedoch 
nicht  genügend  durchgearbeitet  und  namentlich  fehlt  es  mir  an 
einem  ausgiebigen  Vergleichsmaterial  und  an  der  einschlägigen 
Literatur,  zunächst  schon  an  derjenigen  über  die  indische  Fauna, 
die  meines  Wissens  noch  der  Bearbeitung  durch  Lord  Walsingham 
harrt,  wie  dies  von  Mr.  Hampson  in  den  M.  J.  I.  p.  VIII.  an- 
gedeutet wird. 


Neue  Pyraliden  aus  dem  tropischen  Faunengebiet 

lieschi-iebcn  von  Major  Ed.  Hering. 

Aus  der  großen  Zahl  noch  unbenannter  Arten  von  exotischen 
sogenannten  Kleinfalteru,  welche  das  Museum  Stetün  besitzt  und 
deren  Bestimmung  ausstehen  muß,  bis  mir  die  ganze  einschlägige 
Literatur  zu  Gebote  steht  und  womöglich  ein  Vergleich  mit  den 
Typen  der  großen  Sammlungen,  namentlich  in  England,  statt- 
gefunden hat,  greife  ich  diesmal  einige  wenige  heraus,  deren 
Beschreibung  ursprünghch  in   Anmerkungen   zu  der  vorstehenden 

Stett.  entoniol.  Zeit.  1903.  7 


98 

Arbeit  über  Sumatra-Pjralidon  an  der  durch  das  System  be- 
dingten Stelle  beabsichtigt  war.  Es  wurde  mir  dann  aber  nahe- 
gelegt, sie  als  Anhang  gesammelt  erscheinen  zu  lassen,  was 
hiermit  gesehen  soll. 

1.  Macna  Walk,  praetextata  mihi  (Taf.  I.  ilg.  1). 

2.  Pagyda  Walk,  quinquelineata  mihi. 

3.  Pachynoa   Lcd.  Fruhstorfeii  mihi. 

4.  Cydalima  Led.  fimbriata  mihi. 

5.  Margaronia  (Hb.)  Walk.  Seitzialis  mihi. 

6.  Glyphodes  On.  praefulgida  mihi  (Taf.  I.  f.  25). 

7.  Cirrhochrista  Led.  Grabczewskyi  mihi. 

8.  Eucallaenia  Snell.  Eagonoti  mihi. 
0.  Chilo  Zink,  boxanus  mihi. 

1.  Macna  ^^'alk.  (cfr.  Stett.  c.  Z.  1901   p.  17)  praetextata  mihi 
(Taf.  I.  iig.  1). 

Mr.  Hampson  führt  in  seiner  Classification  of  the  Chrysau- 
ginae,  P.  Z.  S.  1897  p.  042  als  zu  Macna  Walk,  gehörig  Aier 
Arten  auf,  von  denen  zwei  dort  neu  l)cschriebene  dem  malavischen 
bez.  australischen  Gebiet  angehören.  Das  Mus.  Stettin  erhielt 
diese  fünfte  neue  Art  aus  Nord-Borneo  vom  Kina  Balu  in  zwei 
wohlerhaltenen  Pärchen  von  Herrn  Rolle. 

40 — 42  mm  Flügelsi)annung,  die  $$  etwas  größer  als  die  ,^,^. 
Vorderllügcl  ähnlich  geschnitten,  wie  die  von  plalychoralis  Walk, 
und  poDialis  Walk.,  der  Außenrand  jedoch  bei  R.  4  nicht  so 
scharfeckig  nach  außen  gebogen  und  zwischen  ihr  und  der 
Flügelspitze  nicht  so  tief  eingebogen,  wobei  der  Außenrand  im 
ganzen  weniger  aezackt  erscheint.  Auch  die  Hinterflüoel  sind 
in  ihrer  Außencontour  gleichmäßiger  gerundet,  so  daß  die  Flügel- 
spitze  sowohl  als  die  Innenrand?ecke  weniger  scharf  vorspringen. 
Die    Palpen,    von    der    gleichen    Länge    wie    bei    den   genannten 

stett.  entomol.  Zeit.  190;i. 


99 

Arten,  sind  merklich  breiter  nach  unten  behangen,  das  Basal- 
glied bogenförmig  nach  unten  vorspringend,  das  mittlere  längste 
mehr  gerade,  während  das  Endglied,  beiderseits  stark  behangen 
und  fein  an  das  Mittelglied  ansetzend,  rautenförmig  mit  scharfer 
Endspitze  geformt  und  nach  oben  gebogen  ist,  namentlich  bei 
den  $$,  wodurch  die  Palpen  einigermaßen  an  die  von  Gelechiden 
erinnern.  Die  Beine  sind  schlanker,  länger  und  spitzer,  die 
vorderen  und  hinteren  ohne  die  starke  Behaarung,  wie  sie  sich 
bei  den  beiden  genannten  Arten  findet;  nur  die  mittleren  zeigen 
diese  Behaarung  bis  zum  Tarseneinsatz,  während  die  schlanken 
Tarsen  selbst  unbehaart  sind. 

Grundfarbe  von  Kopf.  Palpen,  Thorax,  sowie  der  Vorder- 
flügelinnenhälfte  und  der  Hinterflügel  —  letzterer  bis  auf  einen 
schmalen  Außenrand  —  chokoladenbraun  mit  einem  violetten 
Anflug,  der  Außenhälfte  der  Vorderflügel  (bis  auf  deren  wieder 
dunklereu  Randtheil)  ebenso  wie  der  Hinterflügelaußeurand  hell- 
relifaiben  mit  eingestreuten  feinen  chokoladcnfarbenen  Punkten. 
Der  dunkle  Vorderflügelinnentheil  schneidet  gegen,  den  äußeren 
mit  einer  auf  der  Zelle  nach  außen  vorspringenden,  darauf  bogen- 
förmig gefühlten  sammetschwarzbraunen  Linie  derart  ab,  daß  die 
Theilung  beider  an  der  Costa  auf  Zweidrittel  der  Vorderflügel- 
länge beginnt  und  mit  einem  echmalen  Auslauf  am  Innenrand- 
winkel  endigt.  Ziemlich  parallel  mit  dieser  begrenzenden  Außen- 
linie des  dunklen  Theils  läuft  —  nach  innen  zu  —  eine  ebenso 
dunkle  Schräglinie,  welche  jedoch  auf  Zweidrittel  des  Dorsal- 
randes in  diesen  ausläuft.  Eine  feinere  und  fast  gerade  leicht 
gewellte  Q.uerliuie  beginnt  sodann  noch  weiter  nach  der  Flügel- 
basis zu  auf  etwa  1/5  des  Costalrandes  und  endigt  auf  1/3  des 
Dorsulraudes  in  diesen;  zwischen  ihr  und  den  beiden  äußeren 
Begrcnzungslinien  zeig«  n  namentlich  die  beiden  $.$  noch  die  An- 
deutung einer  vierten,  gewellten,  am  Dorsalrande  gegen  die  beiden 
äußeren  etwas  divergirenden  Querlinie.  Der  helle  Flügelaußen 
theil  wird  nach  dem  Außenrand  zu  fast  geradlinig  durch  eine 
kurz  vor  der  Flügelspitze  beginnende,  auf  den  AußenM'ink(l  zu- 

Stütf.  cnloniol.  Zeit.  1903.  7- 


100 

laufende  feine  schwarzbraune  Linie  begrenzt,  hinter  welcher  der 
breite  Saum  bis  zum  Franzenansatz  ziemlich  so  gefärbt  ist  wie 
die  Flügelinnenhälfle.  Nur  in  seinem  mittleren  Theil,  zwischen 
R.  2  und  R.  7,  schließt  sich  an  die  gerade  Grenzlinie  eine  im 
allgemeinen  bogenförmige,  zwischen  R.  3  und  R.  4  besonders 
scharf  nach  außen  gebuchtete,  im  ganzen  auch  noch,  mehr  oder 
minder  stark  gewellte  feinere  rehfarbene,  beiderseits  dunkel  ge- 
säumte Außenlinie  an. 

Der  breite  dunkle  Innentheil  der  Hinterflügel  zeigt  auf  ein 
Drittel  und  auf  der  Mitte  zwei  im  ganzen  parallele,  schwarzbraune 
bogenförmige  Querlinien,  deren  innere  früher  verlischt,  AA^ährend 
die  äußere  fast  den  Innenwinkel  erreicht.  Auf  dem  hellen  Außen- 
theil  markirt  sich  zwischen  Innenwinkel  und  R.  3  eine  scharf 
gewellte  Linie.  Die  Franzen  beider  Flügel  setzen  mit  einer 
schwarzen,  auf  den  Yorderlliigehi  strichförniig  unterbrochenen 
Saumlinie  an,  hinter  welcher  der  Franzeninnensaum  selbst  als 
hellgelbliche  feine  Linie  ansetzt,  während  ihr  Außentbeil  einfarbig 
die  Flügelgrundfarbe  zeigt.  Auf  der  Flügelunterseite  markiren 
sich  an  den  Hinterflügeln  die  beiden  Parallellinien  breiter  und 
deutlicher  als  auf  der  Oberseite;  auch  ist  der  hellfarbene  Außen- 
tbeil beider  Flügel  hier  lebhafter  röthlich  rehbraun,  nach  der 
Vorderflügelcosta  zu  mit  orange  x4nhauch  gefärbt.  Die  Tasche 
an  der  Vorderflügelcosta  ist  nicht,  wie  bei  den  beiden  grünen 
Arten,  äußerlieh  woflig  behaart,  sondern  ebenso  glatt  wie  der 
übrige  Flügel,  wodurch  ihre  Contouren,  namentlich  die  des  bogen- 
förmigen Innenrandes,  sich  schärfer  von  dem  Flügel  selbst  ab- 
heben. Bemerkenswerth  sind  noch  die  rauhsclmppigen  Patagien 
sowie  zwei  büschelförmige  Wulste  am  Thoraxhinterrand.  Das 
Abdomen  setzt  hcllgelbgrau  an,  verdunkelt  sich  allmählig  auf 
dem  ersten  und  zweiten  Ring  zur  Plügelgrundfarbe,  welche  auch 
seine  Unterseite  zeigt;  dasselbe  gilt  von  der  Außenseite  der 
Hinterbeine,  während  sie  innen  hefler  rehbraun  gefärbt  sind.  Die 
Tarsenglieder  endigen  mit  feinen  ockerfarbenen  Ringen. 

Stott.  entomol.  Zeit.  1903. 


101 


2.  Pagyda  Walk.  (cfr.  Stett.  e.  Z.  1901  p.  219) 
quinquelineata  mihi. 
Das  Museum  Stettin  besitzt  von  Yokohama  (Stichel)  in 
4  Exemplaren  eine  Art,  die  mit  keiner  der  mir  bekannten  Pagyden 
übereinkommt  und  auch  Herrn  Snellen  unbekannt  war.  Sie  hat 
wie  amphisalis  Walk,  nominell  fünf  gleichwerthige  Querlinien,  ist 
aber  von  ihr  Avie  von  salvalis  Walk,  und  discolor  Swinh.,  als 
den  nächstverwandten,  welche  ich  in  natura  kenne,  so  verschieden, 
daß  ich  sie  hier  beschreiben  will. 

Größe  ziemhch    gleichmäßig,    wie  die    der  größten  salvalh 
und  kleiner  als  arhiter. 

Grundfarbe    viel    heller  gelb    als    die   von    ampUsalis    und 
sogar    von  salvalh:    ein   stark    glänzendes    Strohgelb,    etwa  wie 
das  von  auroralis  Moore.    Die  Zeichnungsliuien  breiter  und  ver- 
schwommener als  bei  amphisalis,  nicht  wie  dort,   gesättigt  hell- 
chokoladenbraun,  sondern  lebhaft  gelbbraun.   -  Vorderflügelbasis 
hier  schon  von  dieser  gelbbraunen  Farbe,  bei  amphisalis  von  der 
Flügelgrundfarbe.     Zwischen    der    sog.    ersten  Querlinie   und    der 
Flügelbasis,  breiter  als  letztere,  namentlich  im  Anfang  am  Costal- 
rand,    eine    deutliche   Zwischenlinie,    etwas    schräger   gestellt    als 
die  erste  Linie  und  daher   mit  ihr  am  Dorsalrand    convergirend. 
Die    erste   Querlinie,    auf    ein  Viertel    der  Flügellänge,    in    ihrem 
Verlauf   ebenso    wie  die  Zwischenlinie,    ohne  bemerkbare  Krüm- 
mung, also  ganz  gerade,    am  Costalrand    ebenso  wie    die   beiden 
folgenden  (und  nur  diese)  mit  einem  schwarzen  Fleck  am  Costal- 
rand   beginnend    und    ebenso    wie    die    nächste    den    Dorsahand 
erreichend.     Die    sog.    zweite    (in   der  Zählung    also    die    dritte) 
Querlinie,  beginnt  nicht  unmittelbar  am  Costalrand,    sondern  mit 
einem    geringen  Abstand  von    ihm,    ist  wie    die  gleiche   bei  am- 
phisalis noch  steiler  gestellt  als  die  vorige,  so  daß  sie  mit  dieser 
wieder  nach  dem  Dorsalrand  zu  convergirt.     Die  nächstfolgende, 
vierte  ist,  wieder  wie  bei  amphisalis,  eine  Halblinie,  vom  Costal- 
rande   bis    zur    Flügelmitte    reichend,    aber    nicht    wie    bei   jener 
o-erade  oder    nach  außen    etwas  convex  (beides    kommt   bei  am- 

Stett.  entoniol.  Zeit.  1903. 


102 

phisalis  vor),  f^oudern  in  der  Mitte  deutlich  coiicav  gebogen. 
Die  nächste,  fünfte  it^t  die  breiteste  und  gleichzeitig  verechwom- 
menste  von  allen,  sehr  £cluäg  gestellt  und  nach  außen  zu  deutlich 
convex  gebogen.  Die  vierte  Halblinie  mündet  in  sie  auf  R.  4 
und  bildet  somit  eine  Gabel  mit  dieser,  während  bei  amphisalis 
beide  getrennt  bleiben.  Der  Flügolrand  ist  viel  deutlicher  und 
bestimmter  als  bei  amphisalis  so  dunkel  gefärbt,  wie  die  ver- 
waschene fünfte  Querlinie  ^  dafür  ist  die  Saumlinie  viel  ver- 
loschener als  bei  amphisalis,  die  Franzen,  auf  ^3  von  ihrer  Basis 
mit  dunklerer,  feiner  Theilungslinie  hellstrohfarben,  am  Außen- 
winkel weißlich.  Die  Hinterflügel  zeigen  in  gleicher  Lage  wie 
bei  amphisalis,  aber  auch  hier  breiter  und  verschwommener,  die 
drei  Querlinien,  von  denen  die  mittelste,  mit  der  dritten  Halb- 
linie convergirend,  am  Anal  winkel  mit  einem  breiteren,  fleck - 
artigen,  nach  der  Flügelbasis  zu  allmählig  sich  abtönenden  Wisch 
endigt.  Flügelrand  und  Saum  sowie  die  Franzen  sind  denen  des 
Vorderflügels  analog  gefärbt.  Koj)f  und  Thorax  sind  merklich 
heller,  strohgelb  als  bei  amphisalis,  die  Fühler  des  q  deuthcher, 
wenn  auch  nur  sehr  fein  bewimpert,  das  vorletzte  Abdominal- 
segment zeigt  genau  die  Zeichnung  mIc  bei  amphisalis. 

3.  Pachynoa  Led.  (cfr.  Stett.  e.  Z.  1901  j).  226,  sub:  Äphyto- 
ceros  Meyr.)  Fruhstorferi  mihi. 
Das  Mus.  Stettin  erhielt  als  Unicum  ein  $  einer  sehr  großen 
Pachynoa  Led.  von  Nord-Celebes,  Toli-Toli  (Fruhstorfer),  welches, 
in  Habitus  und  Größe  der  P.  spilosomoides  Moore,  in  Färbung 
der  pnrpuralis  Walk.  (=  Lederen  Snell.)  und  der  pcctini- 
cornalis  Gn.  am  nächsten  kommt,  von  ihnen  aber  sonst  durch- 
aus verschieden  ist.  Eine  gewisse  Aehnlichkeit  wird  auch  mit 
der  mir  in  natura  unbekannten  hyalosticta  Hamps.  P.  Z.  S.  1899 
p.  197  vorhanden  sein,  die  aber  bei  nur  26  mm  exp.  bedeutend 
kleiner  sein  muß.  Auch  maernlalis  Walk.  XIX.  p.  1000,  Swinh. 
Cat.  East.  Heteroc.  1900  p.  525  PI.  7  f.  1  muß  nach  dieser 
anscheinend    nicht    sonderhch    charakteristischen    Abbildung    mit 

stett.  Piitomol.  Zoit.  11103. 


103 

dem  ei-A^ähnten  Thier  zwiiy  verwandt,  aber  doch  von  ihm  wesent- 
lich verschieden  sein.  Sie  stammt  von  Nord-Borneo,  Sarawak. 
Größe:  ca.  47  mm  (beide  Flügelspitzen  etwas  verletzt), 
also  wie  die  größten  thoosalis  Walk.  Kopf  und  Stirn  lebhaft 
orangefarben  gelb  mit  eingestreuten  rothen  Schuppen.  Palpen 
merklich  länger  und  zugespitzter  als  bei  pnrpuralis-,^,  Basal- 
und  Mittelglied  oberseits  und  seitlich  schwarzbraun,  unten  hell- 
gelb, Endglied  orangegelb  mit  gebräunter  Sjjitze;  Fühler  ver- 
hältnißmäßig  kurz  wie  bei  den  verwandten  Arten,  unbewimpert, 
einfarbig  rothbraun.  Thorax,  stark  verletzt,  anscheinend  dunkel- 
rothbraun.  Abdomen:  erstes  Segment  oberseits  wie  der  Kopf 
gefärbt,  die  nächsten  sechs  oberseits  dunkelrothbraun,  die  letzten 
drei  davon  oben  am  Segmentende  mit  einem  orange-  und  roth- 
gemischten Fleck,  das  Analsegment  ganz  in  dieser  Färbung,  am 
Ende  mit  zwei  tiefschwarzen  kleineu  Punkten,  der  Afterbusch 
hellgelb  mit  eingestreuten  röthlichen  Schuppen.  Unterseite  des 
Abdomens  milchweiß,  von  der  dunklen  Färbung  der  Oberseite 
durch  je  eine  verloschene  gelbe  Längshnie  abgegrenzt.  —  Grund- 
farbe beider  Flügel,  nur  an  den  Flügelaußentheilen  hervortretend, 
ähnlich  wie  bei  pectinicornalis^  aber  lebhafter  hellorangegelb, 
P'arbe  der  überwiegenden  Zeichnung  ein  fahles  Dunkelrothbraun, 
weitaus  nicht  so  klar  und  leuchtend,  als  das  Violettpurpur  von 
pttrpui'alis  Walk.  Die  dunkle  Zeichnung  erstreckt  sich  von  der 
Flügelbasis  über  die  ganze  Flügelbreite  bis  etwa  zu  Zweidritteln 
der  inneren  (dorsalen)  Flügellänge  und  grenzt  sich  hier  mit  einem 
nach  außen  convexen  Bogen,  mit  etwas  'gezackter  Begrenzung, 
gegen  die  Flügelgrundfarbe  vom  Dorsalrand  bis  an  R.  5  ab,  um 
vor  R.  5  bis  zur  Flügelspitze,  in  gezackten  Absätzen  allmählich 
sich  zuspitzend,  fortzulaufen.  Ein  unregelmäßig  runder  Fleck  in 
der  Zelle,  etwa  auf  1/5  von  der  Flügelbasis  entfernt  und  ein 
kleinerer  am  Dorsalrand  auf  dessen  Mitte,  beide  in  der  Flügel- 
gruudfarbe,  unterbrechen  die  dunklere  Zeichnung.  Ein  punkt- 
artiger schwarzer  Diskocellularfleck  markirt  sieh  deutlich  auf 
dem  dunklen   Zeichnungsuntergrund.     Der    helle    Flügelaußentheil 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


104 

zeigt  auf  der  Grundfarbe  ein  stark  gezacktes,  am  Dor^alrand 
über  dem  Außenwinkel  mit  einem  größeren  Fleck  beginnendes, 
bei  R.  6  in  der  Costalfärbung  verschwindendes  Mareinalband. 
Die  stark  verlelzten  Franzen  scheinen  sich  hellgelb  ohne  scharfe 
Saumlinie  an  den  Flügelrand  anzusetzen.  Die  HinterOügel  sind 
nur  bis  zur  Flügelmitte  (am  Costalrand)  dunkelrothbraun  und 
von  hier  zum  Analwinkel  fast  geradlinig  mit  orangeroth  ab- 
getöntem Kaud  getheilt^  die  sich  anschließende  Flügelaußen- 
hälfte hat  die  Grundfarbe  der  Vorderflügel,  darauf  aber  am 
Außenrand  zwei  uni'cgelmäßig  gezackte  röthlich  orange  schmale 
Marginallinien,  deren  äußere,  kurz  vor  der  Flügelspitze  beginnend, 
nur  bis  R.  4  sich  nach  hinten  ausdehnt,  während  die  innere  am 
Anahvinkel  mündet.  Auf  der  Unterseite  tritt  die  dunkle  Zeich- 
nung in  großen  Flecken  und  Punkten  auf  mattgelbem  Untergrund 
hervor.  Die  Beine,  soweit  vorhanden,  zeigen  keine  bemerkens- 
werthen  Auszeichnungen. 

Herr  Snellen,  welcher  das  Uuicum  sah,  bemerkte  1897 
dazu:  „Scheint  mir  das  $  von  Pachynoa  Ledereri  Snell.  Tijd.  35 
zu  sein.^'  Er  hatte  1.  c.  p.  164  die  letztere  Art  nach  einem 
abgeflogenen  r^  aufgestellt,  aus  dessen  Zustand  sich  auch  die 
verhältnißmäßig  matte  Farbe  der  Zeichnung  in  der  Abbildung 
(PI.  10  f.  8)  erklärt.  Das  Mus.  Stettin  besitzt  aber  3  ci  2  $ 
von  purpnralis  (=  Ledereri),  die  meist  tadellos  sind.  Sie  zeigen 
die  Zeichnung,  welche  auf  der  Abbildung  in-  ihren  Conturen  vor- 
züglich wiedergegeben  ist,  in  strahlendem  Purpur  violett,  die  ^^J 
mit  starkem  schwarzgrauen,  am  Ende  tiefschvvarzen  Analbuseh, 
der  an  seinem  Ansatz  von  einem  Kranz  hellgrauer,  schwach 
röthlich  irisirender  lockiger  Schuppen  umgeben  ist,  vor  Mielchen 
das  Ende  des  vorletzten  Segments  sich  mit  einem  lebhaft  orange- 
farbenen schwarz  punktirten  Ring  an  den  oberseits  })urpur- 
violetten,  unten  hellgelben  Leib  anschließt.  Bei  den  $$  dagegen, 
welche  im  übrigen  den  ,^,^  völlig  conform  sind,  ist  der  schwächere 
Analbusch  einfarbig  hellgelb,    am    äußersten  Ende    dunkler,    fast 

orange    und  oben  mit    einigen   wenigen    eingestreuten    schwarzen 
Stott.  entompl.  Zeit.  1903. 


105 

Sehlippen  versehen.  Auch  das  $  hat  gekämmte  Fühler,  wenn 
auch  nicht  so  stark  wie  das  ,^.  —  SchheßUch  ist  noch  zu  be- 
merken, daß  die  Flügel  bei  sehr  schrägem  Verlauf  des  Außen- 
randes in  beiden  Geschlechtern  von  purpiiralis  sehr  scharf  zu- 
gespitzt sind,  was  bei  unserer  Art  ebenso  wie  bei  spilosomoides 
und  peclinicornalis  bedeutend  weniger  der  Fall  ist.  Sehr  be- 
merkenswerth  ist  bei  purpuralis-,^  auch  noch  der  sehr  starke, 
oben  dunkelpurpurviolette,  unten  weißliche  Behang  der  Mittel- 
und  Hinterbeinschienen  und  Tibien,  welchen  Mr.  Hanipson  P.  Z.  S. 
1899  p.  19(>  in  der  Gattungsdiagnose  erwähnt,  -während  ich  in 
der  Snellen'schen  Beschreibung  darüber  nichts  gesagt  finde. 

4.  Cydalima  Led.  (cfr.  Stett.  e.  Z.  1901  p.  240)  fimbriata  mihi. 
Das  Mus.  Stettin  besitzt  ein  ,^,  Unicum,  von  Nord-Celebes, 
Toli-Toli  (Fruhstorfer),  welches  nächstverwandt  mit  Cyd.  Pfeifferae, 
aber  doch  so  verschieden  ist,  daß  ich  es  hier  als  neue  Art 
charakterisiren  möchte.  In  der  gestreckten  Flügelform,  dem  vor 
der  Spitze  stark  gebogenen  Vorderflügel-Costalrand,  dem  schrägen 
Außenrand  kommt  das  Thier  der  Cyd.  laticostalis  Gn.  am 
nächsten,  unterscheidet  sich  von  ihr  sowie  von  mysteris  Mejr., 
die  wir  in  1  ,^  von  Java,  Pengalengan  (Fruhstorfer)  besitzen 
und  welche  ihr  im  übrigen  am  ähnlichsten  ist,  sofort  durch  die 
ähnlich  wie  bei  Pfeifferae,  von  oben  gesehen  nicht  rein  weiße, 
sondern  perlmuttergraue  Grundfarbe,  welche  seitlich  betrachtet, 
viel  intensiver  als  bei  allen  nächstverwandten,  lebhaft  violett- 
bläulich schillert.  Der  Costalrand  ist  so  schmal  wie  bei  Pfeifferae, 
aber  ohne  deren  lebhaften  Metallglanz,  violettlich  schwarzbraun, 
die  Zellenmakel  wieder  wie  bei  ihr,  durchsichtig  weißgrau,  nach 
außen  zu  schwarzbraun  begrenzt.  Der  Innenrand  desselben  ver- 
läuft gleichmäßiger,  d.  h.  ohne  die  scharfen  Zackungen,  welche 
sich  bei  Pfeifferae  namentlich  bis  zur  Zellenmakel  bemerkbar 
machen.  Der  Außenrand  beider  Flügel  zeigt  das  breite,  ab- 
getönte dunkle  Marginalband  der  letzteren  nur  andeutungsweise 
schmal,    dagegen    den    metalhschen  Randsaum  und    die  Franzen- 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


106 

larbung-  ebenso  wie  bei  ihr,  die  Zellenniakel  des  Hinterflügeib 
aber  weniger  deutlich  und  nicht  po  lang  gestreckt.  Die  Fühler- 
basis (nur  an  dem  einen  Fühler  intakt)  erscheint  niclit  so  stark 
knotig,  der  dornartige  Ansatz  leiuer  und  spitzer,  die  Fühler 
selbst  schlanker,  der  Schaft  ganz  ungekrümmt.  Kopf,  Thorax, 
Abdomen  und  Hinterbeine  sind  so  stark  verletzt  (von  letzteren 
nur  eines,  augenscl  einlich  stark  abgerieben  vorhanden),  daß  sre 
für  die  Besehreibung  nicht  geeignet  sind.  —  Herr  S:  eilen  erklärte 
das  Exemplar  für  eine  Cydalima  nov.  spec.   bei  Elicesialis. 

5.    Margaronia    (Hb.)    Walk.    (cfr.    Stett.    e.    Z.  1901    p.   254), 

Seitzialis  mihi. 

Es  sei  hier  kurz  eine  Art  charakterisirt,  welche  das  Mus. 
Stettin,  von  Santos  in  Brasilien  stammend  und  mit  dem  Fang- 
vermerk: F.  27/11.  1889  versehen,  in  einem  männlichen  Exem- 
])lar  als  ünicum  der  Liberalität  des  Herrn  Dr.  A.  Seitz,  Direktor 
des  Zoologischen  Gartens  in  Frankfurt  a.  M.,  verdankt.  Neuer- 
dings sind  dann  noch  successive  2  $$  von  Venezuela,  Merida 
(Speyer)  hinzugekommen,  die  ich  ohne  Bedenken  als  zu  jenem  ,^ 
gehörig   ansehe. 

Flügelspannung  34  mm,  bei  ziemlich  robustem  Körper  doch 
"schlank  und  schmalflügeliger  als  nilgirica  Hamps.;  Vorderflügel 
mattglänzend,  hellseegrün,  am  Außenrand  mit  glänzend  gelbem 
Anflug  ohne  alle  Zeichnung,  nur  die  Rippen  etwas  dunkler  grün 
gefärbt,  Hinterflügel  einfarbig  weiß,  mit  leichtem  heflgrünlichem 
üeberhauch,  am  Außenrande  vermehrt  grünlich  schillernd  und  auf 
der  ganzen  Fläche  schwach  violett  irisirend,  die  Kip]jen  auch  hier 
in  mehr  gelbhchgiüner  Färbung  durchschinmiernd.  Franzen  beider 
Flügel  gelblichweiß,  sämmtliche  Beine  einfarbig  Meiß,  ungezeichnet, 
Palpen  ober-  und  unterseits  schneeweiß,  an  der  Außenseite  dunkel- 
graubraun ;  Stirn  weiß,  Halskragen  grünlichweiß,  Thorax  und  Ab- 
domen von  der  Vorderflügelgrundfarbe,  letzteres  unterseits  ursprüng- 
lich anscheinend  grünliehweiß;  Afterbusch  sehr  ausgezeichnet  durch 
seine  hellgrüne,  unterwärts  gelbhchgrüne  Färbung.  —  Herr  Snellen, 

stett.  entomol.  Zeit.  190U. 


107 

welcher    das    Thirv    1894    sali,    bemerkte    dazu:    y^Margaronia, 
nov.    spec.,    sehr  ausgezeichnet    durch    die  weißen    HinterfHigel.*'' 

6.  Glyphodes  Gn.  (cfr.  Stett.  e.  Z.   1901   p.  260) 
piaefulgida  mihi  (Tafel  I.  f.  25). 

Diese  schon  früher  im  Mus.  Stettin  in  2  $$  von  der  Delagoa- 
Bai  vorhandene  Art  erhielten  wir  später  in  mehreren  Exemplaren 
beider  Geschlechter  aus  Deutsch-Ostafrika,  Kilwa  (Reimer). 

Größe  sehr  wechselnd,  16 — 22  mm  Flügelspannung.  Grund- 
farbe von  Körper,  Beinen  und  Flügeln  ein  strahlendes,  auf  letzteren 
stark  violett  opalisirendes  Sehneeweiß,  welches  über  Zweidrittel 
der  Vorderflügel  —  und  noch  mehr  der  Hinterflügelfläche  ein- 
nimmt. Das  reinweiße  Abdomen,  welchem  ebenso  wie  dem 
Thorax  ein  dunkler  Längsstreif  ganz  abgeht,  bildet  ein  besonders 
unterscheidendes  Merkmal  der  Art.  —  Zeichnung  der  Vorderflügel: 
Der  Costalrand,  an  der  Flügelbasis  beginnend  und  bis  zur  Sub- 
costale  hinüberreichend,  nach  innen  zu  unregelmäßig  und  wenig 
tief  gezackt  bis  zur  Mitte  des  Costalrandes,  lebhaft  rothbraun 
ohne  Glanz,  hier  sich  zu  einem  schräghegenden  Dreieck  mit  ab- 
gestumpfter, nach  dem  Innenwinkel  zu  gerichteter  Spitze  ver- 
breiternd, das  Dreieck  dunkelbraun  umsäumt,  in  seiner  Mitte  ein 
schräggestellter  mäßig  metallisch  glänzender  Diskocellularfleck. 
Der  Flügelaußenrand  breit,  auf  ^^.^  der  Flügellänge  beginnend 
über  seine  ganze  Fläche  rothbraun  gefäi'bt,  in  seinem  Außentheil 
lebhaft  metallisch  opalisirend,  der  Innenrand  dieser  Fläche  schwarz- 
braun gesäumt,  mäßig  geschweift,  in  der  Mitte  am  stärksten 
convex,  am  Costalrand  einen  kleinen  Raum  iu  der  weißen  Grund- 
farbe aussparend.  Unter  der  Flügelspitze  ein  hakenförmiger 
schneeweißer  und  zwischen  seiner  Spitze  und  dem  Innenrand 
dieser  Außenbinde  ein  zweiter,  sehr  feiner  weißer  Fleck  von 
unbestimmter  Form,  bei  den  einzelnen  Exemplaren  in  seinen 
Conturen  wechselnd.  Der  Außenrand  selbst  bis  kurz  vor  dem 
Außenwinkel  in  wechselnder  Breite  weiß,  dahinter  eine  schwarz- 
braune Marginaliinie.    Die  Franzenbasis  dunkelgrau  mit  deuthcher 

stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


108 

Theilungslinie,  nach  außen  und  nach  dem  Außenwinkel  zu  all- 
mülilig  heller  werdend.  Die  Hinterflügel  strahlend  schneeweiß, 
opalisirend;  der  Außenrand  mit  einer  breiten,  fleckartigen,  nur 
bis  K.  3  reichenden  Marginalbinde,  welche  an  der  Flügelspitze 
mehr  sehwarzgrau  gefärbt,  nach  der  Flügelmitte  zu  die  analoge 
Färbung  annimmt,  wie  der  Vorderflügelraiid.  Ihr  liinenrand  von 
fast  geradlinigem  Verlauf,  nur  im  hinteren  Theil  tief  schwarz- 
braun gesäumt,  wie  die  ganze  Marginalbinde  des  Vorderflügels. 
Der  Außenrand  der  Binde  linienartig  leicht  weiß  gCv^äumt,  nach 
der  Flügelspitze  zu  etwas  breiter.  Das  ganze  Analfeld  des  Hinter- 
flügels bis  R.  3  sehnee^Nciß,  an  den  Franzen  hier  kaum  an- 
deutungsweise graubraun  gefärbt.  Franzen  analog  'denen  der 
Vorderflügel  bis  R.  3  gefärbt,  von  da  an  fast  schneeweiß  mit 
Andeutung  einer  hellgelbbraunen  Saumlinie.  Palpen  verhältniß- 
mäßig  lang  ausgespitzt,  dunkelbraun,  unten  weißlichgelb,  ^oben 
schneeweiß  mit  schwärzlicher  Spitze.  Fühler  kräftig,  auch  beim 
(^  unbewimpert,  intensiv  ockergelb.  Die  Patagien  nur  am  Schulter- 
einsatz lebhaft  rothbraun,  sonst  ebenso  wie  Kopf  und  Thorax 
schneeweiß  mit  leicht  gelblichem  Ton.  Afterbusch  kaum  merk- 
lich hellgelbgrau  gefärbt,  desgleichen  die  Vorderbeine  am  Knie- 
gelenk. Unterseite  zeichnungslos,  nur  die  Zeichnung  der  Ober- 
seite durchschimmernd. 

7.  Cirrhochrista  Led.  (cfr.  Stett.  e.  Z.  1903  p.  71) 
Grabczewskyi  mihi. 

Wir  erhielten  diese  Art  in  einem,  von  Kamerun, 
West-Afrika  stammenden,  nicht  ganz  frischen  $  von  Herrn 
v.  Grabczewsky  in  Lana. 

Flügelspannung  25  mm  und  danach  in  der  Größe  uusrer 
mittleren  aetherialis,  deren  größte  Exemplare  38  mm  jnessen. 

Der  aetherialis  am  nächsten  stehend,  aber  mit  erheblich 
weniger  und  viel  matter  gefär))ter  Zeichnung  und  sofort  unter- 
schieden   durch  die    zeichnungslosen   Hinterflügcl    und  (Uncli    eine 

stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


109 

Reihe  kleiner  schwarzer  Rand  punkte  am  Saum  beider  Flügel, 
welche  bei  aetherialis  ganz  fehlen.  Grundfarbe  beider  Flügel- 
paare ein  nicht  so  schneeweißes,  sondern  leicht  gelbliches,  dafür 
aber  mehr  glänzendes  Kreideweiß,  als  bei  aetherialis.  Der  Costal- 
rand  des  Vordertlügels  zeigt  im  allgemeinen  die  gleiche  Zeiehnungs- 
anlage  wie  aetherialis.,  aber  matter  hellledergelb  als  diese,  sonst 
gleichfalls  dunkler  umrandet,  die  drei  Keilflecke  nicht  so  weit  wie 
bei  jener  zur  Flügelmitte  hinüberreichend,  namentlich  der  basale 
und  der  apikale.  Der  ganze  Saum  des  Vorderflügels  ziemlich 
gleich  breit  graubraun,  an  seiner  Außenseite  von  sieben  größeren, 
nach  dem  Außenwinkel  zu  an  Größe  abnehmenden  schwarzen 
Punkten  begrenzt.  Im  Außenwinkel  an  den  Saum  nach  innen 
anschließend  ein  gleichfalls  graubrauner,  dem  Zellenschluß  zu 
geöffneter  Halbmond,  welcher  vea-muthlich  —  nach  Analogie  von 
aetherialis  —  in  seiner  Form  sehr  variiren  wird.  Die  Franzen 
setzen  goldgelb  an,  endigen  dann  nach  außen  mit  glänzend 
grauem  Saum.  Hinterflügel  zeiehnungslos  und  reiner  weiß  als 
die  vorderen;  nur  ihr  Saum  ist  fein  lederfarben,  die  Saunilinie 
mit  feineren,  bei  R.  3  ganz  verschwindenden  schwarzen  Punkten 
besetzt. 

Kopf  und  Thorax,  soweit  noch  erkennbar,  gelblichweiß, 
ebenso  die  Palpen  oberseits,  an  den  Seiten  graubraun,  merklich 
kürzer  als  bei  aetherialis  und  mit  weniger  scharf  hervortretendem 
Endglied.  Fühler  hellgelbbraun.  Vorderbeine  ähnhch  gezeichnet 
wie  bei  aetherialis,  aber  matter  ledergelb,  die  Tai-senendglieder 
deutlicher  als  bei  jener,  schwarzbraun  umiingt.  Hinterleib  (et^^■as 
abgerieben)  einfarbig  gelblichweiß,  also  ohne  die  charakteristische 
Zeichnung  der  aetherialis;  nur  der  Hinterrand  des  verletzten 
und  der  Afterbusch  des  Analsegmeuts  scheinen  ledergelb  gefärbt 
zu  sein.  Mittel-  und  Hinterbeine  fast  rein  weiß  mit  sehr  feinen 
graubraunen  Ringen  am   Knie  und  an  den  Tarsengliedern. 

Herr  Sneflen,  welcher  das  Exemplar  sah,  erklärte  das  Thier 
ebenfalls  für  eine  neue  Cirrhochrista  bei  aetherialis  Led. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1908. 


110 

8.    Eucallaenia  Snell.    (cfr.  Stett.  e.  Z.  1903  p.  72) 
Eagonoti  mihi. 

Herr  v.  Gi-gbczewsky  sandte  gleichzeitig  mit  der  nach  ihm 
benannten  Cirrhochrista  dem  Mus.  Stettin  ein  ?  (Unicum)  dieser 
Art,  welche  der  Eiic.  fvmipctlpis  F.  et  R.  am  nächsten  steht, 
auch  in  dem  von  Herrn  Snellen  Tijd.  35  1.  c.  cliarakterisirten 
Adernverlauf,  dafür  aber  sehr  wesentlich  durch  die  Form  ihrer 
Palpen  abweicht.  Auch  Herr  Snellen,  welcher  das  Tliier  sah, 
stellt  sie  zu  jener,  also  als  Eucallaenia  und  bemerkt  dann  noch: 
„Ich  habe  die  Art  auch  aus  Kagouof's  Sammlung  gesehen. *■'  Da 
sie  meines  ^Yissens  noch  nicht  beschrieben  ist,  möchte  ich  sie 
hier  gleichfalls  charakterisiren. 

24  mm  Flügelspannung  und  damit  von  der  Größe  unserer 
kleinsten  fuimipalpis.  Grundfarbe  der  Vorderflügel  wie  bei 
letzterer,  also  ein  helles  und  nuitlcs  Orangegelb;  Farbe-^  ihrer 
Zeichnungen  nicht  dunkelgoldbraun,  sondern  ein  schwärzhch- 
schmutziges  Graubraun  mit  olivenfarbenem  Stich  und  ohne 
jede  Spur  von  metallischen  Punktzeichnungen  auf  denselben. 
Hinterflügel  nicht  su  rein  weiß  wie  bei  jener,  sondern  mehr 
gelblich,  namentlich  im  FlügeUuißentheil.  Kopf,  Thorax  und 
Fühler  von  der  Vordeiilügel-Grundfarbe.  Palpen  kaum  halb  so 
lang  als  die  von  fumipalpis^  das  Endglied  sehr  kurz  und  kaum 
zugespitzt,  das  Mittelglied  nach  unten  zu  deutlich  und  viel  stärker 
beschuj)pt  als  das  bei  fnmipalpis  über  doppelt  so  lange,  mehr  an- 
liegend bescliuppte;  dieselben  erinnern  hierin  am  meisten  an 
die  allerdings  deutlicher  zugespitzten  und  so  mehr  dreieckigen, 
aber  ebenso  kurzen  von  Cirrh.  scmibninnea  Hamps.,  einer  Art, 
welche  das  Mus.  Stettin  in  1  ,^  von  West-Java,  Pengalengan 
(Fruhstorfer)  besitzt.  —  Auch  pnlchellaHs  Led.,  bei  uns  in  1  r^ 
\on  Nord-Cclebes,  Toli-Toli  (Fruhstorfer)  vorhanden,  hat  merk- 
lich kürzere  Palpen  als  aetherialis.  Färbung  der  Palpen  \\  ie  die 
des  Kopfes;  Nebenpalpen  fein,  durch  dunkelbraune  Färbung  deut- 
lich abgehoben.  Abdomen  oberseiis  schmutzig  Graubraun,  die 
Segmentenden  heller  gelblich,  das  Analsegment  etwas  dunkler  gelb 

stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


111 

mit  einem  Kranz  von  sclnvarzbraunea  Haarscluippen,  unterseits  mit 
scharfer  Abgrenzung,  an  den  Seiten  glänzend  gelblichweiß.  Die 
Zeichnung  der  Vorderflügel  besteht  in  einem  unregelmäßigen  Fleck 
an  der  Flügelbasis,  einer  Schrägbinde  auf  ein  Drittel  der  Flügel- 
länge, diese  an  der  Costa  schmäler  als  am  Dorsalrande,  allmählig 
sich  verbreiternd  und  von  undeutlichen  Längsstrichen  der  helleren 
Grundfarbe  durchsetzt.  Auf  der  Flügelhälftc  sehließt  sich  binden- 
artig, aber  sehr  unregelmäßig  gezackt  und  den  Costalrand  in  der 
Grundfarbe  freilassend,  eine  Fleckenzeichnung  an,  welche  in  ihrer 
Außenmittc  brückenartig  mit  einer  ähnlich  gestalteten  unregel- 
mäßigen, vom  Außenwinkel  bis  an  die  Costa  reichenden,  hier 
auf  gut  Zweidrittel  des  Flügelvorderrandes  endigenden  dritten 
Binde  verbunden  ist.  Am  Flügelsaum  von  der  Flügelspitze  bis  zur 
Mitte  des  Außenrandes  vier  an  Größe  nach  hinten  zu  abneh- 
mende dreieckige  schAvarze  Flecke.  Die  Saumlinie  kaum  merklich 
heller  angedeutet,  die  Franzen  von  der  Flügelgrundfarbe,  nach 
außen  zu  dunkler  gelbbraun.  Hinterflügel  zeichnungslos,  nur  am 
Saum  bis  R.  2  mit  einer  Reihe  in  ihrer  Größe  abnehmender 
schwarzbrauner  Punkte.  Franzen  heller  als  die  der  Vorderflügel, 
an  der  Spitze  am  dunkelsten,  mit  eben  noch  erkennbarer  dunklerer 
Theilungslinie. 

Zum    Andenken    an    den    verdienstvollen,    friUiverstorbenen 
französischen  Forscher  benannt. 

9.  Chilo  Zink.  (cfr.  Stett.  e.  Z.  1903  p.  76)  boxanus  mihi. 
Das  Mus.  Stettin  besitzt  von  einer  Chilo-AYi  1  ,^  1  $, 
ersteres  F.  9/5  1890,  China,  Wu-Sung,  bezeichnet,  letzteres 
F.  16/6  91,  Yantse-Kiang,  beide  augenscheinlich  zusammen- 
Q-ehöri"-  und  von  Herrn  Dr.  A.  Seitz  gefanoen.  Sie  kommen 
unserm  mitteleuropäischen  pJirogDiitellus  Hl),  am  nächsten,  unter- 
scheiden sich  aber  sofort  duich  robusteren  Bau  sowie  dadurch, 
daß  sie  merklieh  breitllügliger,  also  weniger  gestreckt  gebaut 
sind,  namentlich  das  $.  Auch  ist  bei  diesem  die  Flügelspitze 
nicht  so  scharf  zugespitzt  und  vorgezogen,  wie  bei  phragmitellus. 

stett.  eiitomol.  Zeit.  1903. 


112 

o  26  mm,  $  36  mm  Flügelspannung;  das  (^  also  von  der 
Durclischnittsgröße  der  phragmitellus-,^,  das  $  kleiner  als  deren 
Durchschnitt,  aber  doch  größer  als  die  kleinsten  hei  uns  vor- 
handenen phragmttellus-^.  Beide  Geschlechter  sind  dunkler  ge- 
färbt als  die  Mehrzahl  der  allerdings  stark  variirendcn  phrag- 
mitellus,  namentlich  wieder  das  $,  welches  bei  letztgenannter 
Art,  weniger  als  das  ,^  variirend,  meist  hellstrohfarben,  bei 
hoxanus  röthlichgelbbraun  erscheint. 

Das  ,^  ist  etwas  dunkler  als  das  $  gefärbt,  am  Costalrand 
am  dunkelsten.  Statt  des  Punktes  im  Zellenschluß,  den  phrag- 
mitellus-,^  stets,  das  $  meist,  führt,  findet  sich  hier  nur  eine 
wischartige  Trübung;  der  ganze  Flügel  ist  mit  unregelmäßig  ver- 
streuten, linienartig  sich  gruppirenden  dunkleren  und  groben 
Schuppen  besetzt.  Die  Randpunkte  des  Außenrandes  sind  derber 
und  weiter  aus  einander  gerückt  als  bei  phragtnitellns-,^. 

Die  Palpen  des  ,^  sind  merklich  kürzer  als  bei  phragmiiellus 
und  dunkler  gefärbt;  alles  übrige  ist  wie  bei  diesen  beschaffen. 
Das  ^,  welches  am  Kopf  beschädigt  ist,  so  daß  von  den  Palpen 
nur  Ansätze  vorhanden  sind,  zeigt  auf  der  erwähnten  Grundfarbe 
über  die  ganzen  Flügel  in  mehreren  Längslinien  tropfen-  oder 
perlenförmige,  metallisch  glänzende  und  erhaben  heraustretende 
Punkte,  welche  in  dieser  charakteristischen  Form  dem  phrag- 
milellus-^  ganz  fehlen.  Der  dunkle  Punkt  im  Zellenschluß  ist 
nur  durch  einige  dunklere  Schuppen  angedeutet,  ebenso  die  Flügel- 
saumpuukte.  Die  Vorderflügelfranzen  sind  merklich  dunkler  grau 
und  fast  metallisch  glänzend,  bei  phragmitellus-^  eher  heller  als 
die  Flügelgrundfarbe  und  ohne  Spur  von  Glanz. 

Herr  Snellen,  welcher  die  Art  von  uns  sah,  bemerkte  dazu: 
yfihilo,  mir  unbekannt,  den  ^  habe  ich  auch  aus  Java." 


Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


113 


Zur  Kenntniss 
Apterygoten-Fauna  Süd-Schwedens. 

o 
Hugo  Agren,  Cand.  pliil.,  Lund. 

Hierzu  Tafel  II. 


Yorberaerkung. 

Vor  einigen  Jahren  traf  ich  zufälHg  mitten  im  Winter 
unter  der  halb  abgelösten  Rinde  eines  alten  Wallnußbaiimes  große, 
dicht  zusammengepackte  Massen  einer  Collembole"')  an.  Ich  ver- 
suchte die  Art  zu  bestimmen  und  zwar  nach  Tiillberg's  und 
Seh  Ott 's  bekannten  Arbeiten  über  nordische  Collembolen,  konnte 
mich  aber  bald  davon  überzeugen,  daß  sie  in  diese  Arbeiten  nicht 
aufgenommen  war.  Da  ich  außerdem  fand,  daß  die  von  den 
genannten  Verfassern  für  Schweden  konstatirten  Formen  größten- 
theils  im  mittleren  oder  nördlichen  SchMeden  eingesammelt 
worden,  und  daß  besonders  von  der  südlichsten  Provinz  des 
Landes  nur  wenige  Formen  bekannt  waren,  so  beschloß  ich,  die 
Apterygotenfauna  dieser  Provinz  oder  eventuell  des  ganzen  südlichen 
Schwedens  etwas  näher  zu  untersuchen.  Es  gelang  mir  auch 
meinen  Freund,  Herrn  Caiid.  phil.  E.  AVibeck  für  das  geplante 
Unternehmen  zu  interessiren,  und  ich  bekam  auch  später  von 
ihm  eine  recht  ansehnliche  Sammlung,  vorwiegend  aus  der  Gegend 
von  Wernamo  in  Smoland,  für  die  ich  ihm  hierdurch  meinen 
herzlichen  Dank  sage.  Ich  selbst  habe  die  Einsammlung  be- 
trieben in  Lund  mit  Umgegend  sowie  in  Maglehem  im  östlichen 
Schonen,  wo  ich  mich  im  vergangenen  Sommer  für  diesen  Zweck 
etwa  einen  Monat  aufhielt.  Außerdem  habe  ich  vereinzelte 
Exkursionen     nach     verschiedenen    Theilen     Schoncn"s    gemacht, 

*)  Isofonia  arhnrca  (L  )  mihi. 
Stett.  pntomol.  Zeit.  1903.  S 


114 

Avobci  huupt.'^ächlieh  die  Laubwälder  untersucht  wurden.  Gelegent- 
lich zufälliü'er  Besuche  in  Oeslergölland  und  Bohuslän  habe  ich 
auch  Gelegenheit  gehabt,  in  den  dcutigen  Scheereu  Einsannn- 
lungen  zu  machen. 

Obgleich  ich  also  über  ein  keineswegs  geringes  Material 
verfügt  habe,  so  kann  doch  die  hier  gegebene  Verzeichnung 
selbstverständlich  nicht  den  Anspruch  erheben,  auch  nin-  annähernd 
sämnitliche  innerhalb  der  von  mir  untersuchten  Gebiete  faktisch 
vorkommenden  Apterj^gotenformen  zu  umfassen.  Ich  bin  fcj^t 
davon  überzeugt,  daß  fortgesetzte  Forschungen  manches  neue  an 
den  Taff  brinaen  werden.  Dessen  una,eachtet  habe  ich  mich 
entschlossen,  die  schon  gewonnenen  Resultate  zu  publiciren,  da 
oleichzeiliff  Gelegenheit  geboten  wurde,  außer  verschiedenen  für 
die  Wissenschaft  und  die  schwedische  Fauna  neuen  Formen  auch 
einige  ohne  Zweifel  sehr  willkommene,  ausführliche  Besclu'cibungen 
einiger  bis  jetzt  äußerst  dürftig  diagnosticirten  Arten  mitzutheilen 
und  gleichzeitig  die  Angaben  früherer  A'erfasser  in  Bezug  auf 
verschiedene,  in  systematischer  Hinsicht  wichtige  Organisations- 
verhältnisse zu  corrigiren. 

Bezüglich  der  Abgrenzung  gewisser  Arten  sowie  auch  in 
der  Nomenelatur  sah  ich  mich  genr»thigt,  gewisse  Veränderungen 
vorzunehmen.  Die  Ausführung  einiger  von  diesen  Aeuderungen 
verdanke  ich  dem  Intendanten  der  entomologischen  Abtheilung 
des  Reichsmuseums  in  Stockholm,  Herrn  Prof.  Dr.  B.  Y.  Sjöstedt, 
der  mir  Exeniplare  von  Tullberg'schen  Arten,  die  entweder  von 
Tullberg  selbst  oder  von  seinem  Schülei-,  dem  bekannten  Collem- 
bologen  Lcctor  H.  SclnUt  (Linkr)])iug)  bestimmt  worden,  gütigst 
zur  Verfügung  gestellt   hat. 

Bezüglich  der  systematischen  Aufstellung  habe  ith  mich 
hauptsächlich  Börner  angcK'hlossen,  dessen  Beiträge  zur  Systematik 
der  Collembolenordnung  nach  meiner  Ansicht  das  erste  A\'erk  von 
größerer  Bedeutung  sind,  das  nach  dem  Erscheinen  von  Tull- 
berg's  fundamentaler  Arbeit  ..Sveriges  Podiiiider"  auf  diesem 
Gebiete  hervorgebracht    worden  ist. 

Rtptt.  nntoirol.  Zeit.  1003. 


115 

Im  Gegensatz  zu  früheren  Apterygotenforschern  habe  ich 
die  jetzt  von  fast  allen  bedeutenderen  Systematikern  gebrauchte 
Bezeichnungsweise  für  Variationen  angewendet  und  belege  dem- 
gemäß nur  Lokal-  und  Saisonformen  mit  dem  Namen  Varietät 
(var.),  während  alle  zusammen  und  gleichzeitig  mit  der  Haupt- 
form auftretenden  Variationen  Aberrationen  (ab.)  genannt 
werden.  Alle  von  mir  hier  aufgeführten  Variationen  gehören  zu 
dieser  letzteren  Kategorie. 

Neu    für    die    schwedische  Fauna    sind    folgende  12  Arten, 
1  Subspecies  und  21  Aberrationen,    von  denen  2  Arten,   1   Sub- 
species  und  10  Aberrationen  auch  für  die  Wissenschaft  neu   sind. 
Campodea  fragilis  M einer t 
Machilis  mariiinia  Leach. 
Achoriiies  Beuteri  nov.  nom. 
Oni/chiurus  amhnlans  (L,,  Nie.)  ab.  inentris  nov.  ab.    ' 

„  Schötti  (Lie-Petters.) 

hotoina  palustris  (Müller)  ab.  himaculata  nov.  ab. 
„        maciilafa  (Schaff.)  Born. 

„        viridis  Bourl.,  Schott  ab.  pallida  (Nie.)  milii. 
„  „  „  ,,      ab.  micans  nov.  ab. 

,,        tigrina  (Tullb.)  mihi  ab.  caerulea  nov.   ab. 
„        maritima  Tullb.  subsp,  gracilis  nov.  subsp. 
„        minor  Schätf. 
„        notabilis  SchälV. 
Orchesella  flarescens  (Bourl.)  ab.  melanocephala  (Nie.) 

.,  bifasciata  Nie.  ab.   intermedia  nov.  ab. 

Entomohrya  multifasciala  (Tullb.)  ab.  cincta  nov.  ab. 
Sira  fara  no\-.  spec. 

„     plolani  (Nie.) 
Lepidocgrius  cijaneus  TuUI».   ab.  atisimilis  (Kcut.) 

,,  albicans   Reut. 

Pseudnsinella  alba  (Pack.)  Schäflf". 

Sminlhurides  Malmgreni  (Tullb.)  ab.  quadriiineala  nov.  ab. 
„  ,,  ab.  abrupta  nov.  ab. 

sielt.  CDtomoI.  Zeit.  1903.  8* 


116 

Sminthurides  Malmgreni  (Tullb.)  ab.  maciilofa  nov.  ab. 

,.  .p  ''^^-  nigrescens  Büm. 

Siiiinthurifii/ü  aiireits  (Lubb.)  Born.   ab.  punctata  Krausb. 

^  „  ab.  ochropus  (Reut.) 

Sniinthurus  repandus  nov.  spec. 

„  viridis  (L.)  ab.  dorsocittata  (Reut.). 

,,  ftiscus  (L.)  ab.  macidata  Krausb. 

Dicyrtoma  atra  (L.)  ab.  doraalis  (Reut.) 

minuta  (0.  Fabr.,  Tullb.)  ab.  pallida  nov.  ab. 

„  „  ab.  ornata  (Nie). 

^  „  ab.  pulchella  Krausb. 

Es  ist  mir  scbließlicb  eine  angenebme  Pflicht,  Herrn  Prof.. 
Dr.  Aug.  Quennerstedt,  der  mir  für  diese  Ihitei'sucliung  bereit- 
willigst einen  Arbeitsplatz  im  hiesigen  zoologischen  Institute  zur 
Verfügung  gestellt  hat,  meinen  verbindlichsten  Dank  auszu- 
sprechen. 

Land,  im  Mai   1902. 


Bubciassis  A  ptery^ota  Oiidciiiaii^. 
Ordo  Tliysaiiiira  (liSiti*.}  liiilili. 
Subordo  Eiifotroplii  Orassi. 

Fam.  Caiiipodeadae  Lubb. 

Gen.  Campodea  Westw. 

1.  C.  fragilis  Meinert. 
Gemein   unter  Steinen   auf  humusreieliem   ImkIcu. 

Subordo  Kctotro|»lii  Ciira^iiNi. 

Fam.  31achili(lae  (irassi. 

Gen.  Machilis  Latr. 

2.  M.  maritima  Leach. 

In    großer  Menge    auf    Strandfelsen    in     Hohuslän     und    auf 
Kullaberg  gefunden. 

Klütt.  ciitoniol.  Zeil.  1903. 


117 

Fuui.  Lepismidae  Cirassi. 
Gen.  Lepisma  L. 

3.  L.  saccharina  L. 

Gemein  in  Wohnhäusern,   besonders  in  SpeiseUuniniei-n   nnd 
Kellern. 

Ordo   CollClllllOla  lillllll. 

Bubordo  .^tlll*0|llf*Olia  Itörii. 

Fani.  Acliorutidae  Born. 

Ich  hiibe  in  diese  Fnmihe  nur  zwei  Unterfamilien, 
Achoridinae  Born,  nnd  Onychinrinae  Born.,  aufgenommen.  Die 
von  B<irner  (9)  im  vorigen  Jahre  aufgestellte  Unterfamilie  Neanu- 
rinae  kann  naeh  meinem  Dal'ürhalten  nicht  beibehalten  werden. 
Der  einzige  für  sämmtliche  Formen  dieser  Gruppe  gemeinsame 
Charakter,  wodurch  sie  von  den  Aeliorutincn  unterschieden 
werden  könnten,  würde  der  einfachere  Bau  der  Augen  sein. 
Willem  (62)  hat  nämlich  nachgewiesen,  daß  die  Augen  einiger 
Collembolengattungen  einfache  Ocellen  t-ind.  während  sie  bei 
allen  anderen  Ommatidien  vom  euconeu  Typus  sind.  Biirner 
hat  diese  Angabe  bestätigt  für  die  Gattungen  Amirida  Laboulb., 
Mc.  Gill.  und  Neatrura  Mc.  Gill.  und  hat  außerdem  dasselbe 
Verhältniß  bei  Pseudachorutes  Tullb.  und  Äphoromma  Mc.  Gill. 
nachgewiesen.  Diese  Gattungen  hat  er  dann  ausgesondert  aus 
der  Unterfamilie  Achondinae  Born.,  zu  welcher  er  sie  früher 
geführt  hatte,  und  aus  ihnen  die  neue  Unterfamilie  Neannrinae 
creirt.  Hierbei  führt  er  aber  gar  keinen  Grund  an,  warum  diese 
mit  einfacheren  Augen  ausgerüsteten  Formen  gemeinsamen  Ur- 
sprungs sein  sollten,  was  wohl  doch  als  eine  unerläßliche  Be- 
dingung für  ihre  Aussonderung  als  eigene  Gruppe  in  einem  natür- 
lichen Systeme  angesehen  werden  muß.  Und  dies  obschon  Willem 
in  seinem  oben  angeführten  großartigen  Werke  eine  Autfassung 
vertritt,  die  in  keiner  Weise  die  Annahme  eines  pohphyletischen 
Ursprungs  der  betreffenden  Gattungen  ausschließt,  eine  Annahme, 
für    deren    Wahrscheinlichkeit    die    im    übrigen    so    großen    Ver- 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


118 

echiedenlieiten  dieser  Gattungen  PcliwerAviegende  Gründe  abgeben. 
"Willem 's  Standpunkt  wie  auch  seine  diesbezüglichen  Gründe 
gehen  aus  folgender  Aeußerung  von  ihm  klar  hervor:  ..La  oon- 
sideration  que  les  ocelles  s^observent,  parmi  les  Podurides,  chez 
des  ibrmes  animales  »iii  los  organes  visuels  sont  manilestement 
eu  regression,  ineite  a  admettre  que  ees  stemmates  sont  des 
productions  derivees  de  rommaiidie  eucone  par  la  disparition  du 
svsteme  leutigene,  conclusion  qui  est  d'accord  avec  des  faits 
observes  par  Patten  dans  le  developpement  des  ocelles  de  Vespa 
et  de  la  larve  d'Acilius,  et  qui  autorisent  a  admettre  que  les 
stemmates  i\  deux  couches  cellulaires  de  ces  Insectes  derivent 
d'un  oeil  a  trois  couches  (comme  Tommatidie  eucone)  par 
ratrophie  ou  le  developpenieut  incomplet  de  la  strate  mojenne. 
11  faut  aussi  considerer  que  si,  au  contraire,  on  faisait  de  Tocelle 
la  forme  primitive  de  Toeil  chez  les  Collemboles,  et  partant  chez 
les  Thysanoures,  on  devrait  necessairement  conelure  ä  la  non  — 
homologie  des  ommatidies,  si  semblables,  de  Podura  et  de 
Lepisnia.  Je  tiens  donc  comme  extremement  probable  que,  dans 
la  groupe  des  Apterygotes,  le  type  primitif  de  Torgane  visuel 
est  Tommatidie  eucone  et  que  le  stemmate  de  certains  Podurides 
en  est  une  forme  derivee.'^  Die  wichtigste  Stütze  für  diese  Be- 
trachtungsweise Willem 's  scheint  mir  indessen  die  von  ihm  in 
einer  Fußnote  mitgetheilte  Thatsache,  daß  auch  eine  Achorvtes- 
Art  und  zwar  A.  inermis  Tullb.  im  Gegensatz  zu  allen  übrigen 
Arten  dieser  Gattung  Augen  vom  einfacheren  Typus  besitzt. 
Sicher  ist  jedenfalls,  daß  diese  Thatsache  die  Unhaltbarkeit  der 
letzten  Börner'schen  Aid'theilung  der  fraglichen  Familie  definitiv 
an  den  Tag  legt. 

Subfam.  Achorutiiiae  Born. 
Gen.  Podura  (L.)  Tullb. 

Syn.  1901  II yd  ropodura  Hörn  er.  Neue  Coli,  und  zur  Nomcnclatur. 

Weil  Latreille  (31),  als  er  im  Jahre  1802  die  Linne'sche 

Gattung    Podura    in    zwei    Gattungen,    Podura    (L.)    Latr.    und 

Stett.  ontümol.  Zeit.  1903. 


119 

Smynthurns  Lutr.,  zerlegte,  in  die  erstere  nur  die  Art  P.  plumhea  L. 
aurnahin,  so  meint  Büriier  (11),  daß  mau  bei  der  nachträglich 
vorgenommenen  Gattuiigszerlegung  den  uvsprüngHehen  Gattimgs- 
namen Podiira  für  die  Art  plufnbea  L.  (nach  Born  er  identisch 
mit  Toniocenia  pliinibriis  Nie,  Tullb.)  und  nicht  wie  thatsächlieli 
geschehen  für  P.  aquatica  L.  hätte  reserviren  s(tllen.  Er  hat  es 
deshalb  für  angemessen  gehalten,  eine  Nomenclaturveränderung 
vorzunehmen,  so  daß  der  Name  Tomocenis  Nie.  zu  einem  Synonym 
der  Poditra  (L.,  Latr.)  CB.  degradirt  wird  und  der  Name 
Podura  (L.)  Tullb.  durch  die  neu  aufgestellte  Rydropodiira  I>örn. 
ersetzt  wird.  Diese  Yerfahrungsweise  scheint  mir  allerdings 
wenig  begründet,  da  Latreille  keineswegs  P.  plumhea  L.  als 
Typus  der  Gattung  Podura  (L.)  Latr.  aufgeführt,  sondern  die 
betreffende  Art  ausdrücklich  nur  als  ein  Beispiel  erwähnt  hat. 
Trotzdem  ließe  sich  die  Sache  vielleicht  vertheidigen,  wenn  nur 
die  Art  P.  plumhea  L.  mit  Tomoccrus  plumheus  Nie,  Tullb. 
identiticirbar  wäre.  Dies  ist  indessen  nicht  der  Fall.  Die  Linne'sche 
Diagnose  ,,P.  teres  fusco-caerulea  nitida"  paßt  nämlich  gleich 
gut  auf  alle  Arten  Tomocerus  Nie.  und  außerdem  noch  auf  einige 
gemeine,  anderen  Gattungen  zugehörige  Arten.  Die  in  Fauna 
svecica  hinzugefügte  Beschreibung  „Reliquis  major''  etc.  macht 
es  doch  einigermaßen  wahrscheinlich,  daß  die  Art  wirklieh  der 
Gattung  Tomocerus  Nie.  angehört.  Von  der  von  Latreille  selbst 
oesebenen    Beschreibuno'    oilt    durchaus    dasselbe    wie    von     der 

Do.  O        O 

Linne'schen.  Er  hat  indessen  in  einer  späteren  Arbeit  (32), 
Avorin  er  unter  der  Gattung  Podura  ebenfalls  nur  die  Art 
plumhea  L.  aufführt,  auf  die  von  anderen  Verfassern  (Geoffroy, 
Fabi-icius  und  de  Geer)  gegebenen  Beschi'cibungen  der  nämlichen 
Art  wie  auch  auf  Fig.  2,  Tab.  29  von  Roemer's  ,.Genera  Insec- 
torum"   hingewiesen. 

Die  Beschreibungen  Geoffroy 's  (27)  und  Fabricii  (20) 
sind  aber  ebenso  werthlos  wie  die  Linne'sche,  und  die  Podura 
plumhea  de  Geer 's  (26)  ist  auch  nicht  zu  identiticiren.  Voll- 
kommen sicher  ist   nur,    daß    diese  keineswegs    eine  Tomocerus- 

Stctt.  cntomol.  Zeit.  1903. 


120 

Art.  ist,  was  sowohl  aus  der  beigefügten  Abbildung  wie  aus  der 
Beschreibung  der  Antennen  des  Thieres  hervorgeht.  Es  wird 
also  von  diesen  angegeben:  „Les  antennes,  qui  sont  tres-flexibles 
et  mobiles,  sont  environ  de  la  longueur  de  la  moitie  du  corps 
vi  divisees  en  quatre  pavties  de  grosseur  egale."  Roemer's  Fig.  2. 
Tab.  29  ist  nur  eine  im  Farbdruck  ausgeführte  Reproduktion 
des  in  Geoffroy's  Arbeit  (27)  vorhandenen  Bildes  von  „Podure 
commune  velue".  eine  Art,  die  jetzt  Orchesella  villosa  (Fabr.) 
genannt  i?t. 

Weitere  Kommentare  sind,  wie  ich  meine,  unnüthig.  Aus 
dem  Gesagten  geht  hervor,  daß  die  von  Beim  er  vorgenommene 
Namensänderung  jeder  Spur  der  Berechtigung  entbehrt. 

4.  P.  aquatica  L. 

Allgemein  auf  stehenden  Gewässern.  "' 

Gen.  Achorutes  Tempi. 

5.   A.  armatus  (Nie.) 

Die  von  Börnei*  (10)  gegebene  Diagnose  ist  mit  Folgendem 
zu  ergänzen : 

Antenne  IV  mit  einer  retractilen  Sinneskolbe""')  an  der 
Spitze  und  7  Rieehhaaren:  2  äußeren  nahe  der  Spitze,  3  oberen 
und  2  inneren  mehr  an  der  Mitte  des  Gliedes.  Postantennalorgan 
mit  4  um  eine  centrale  Vertiefung  gruppirten  Tuberkeln,  von 
denen  zum  Unterschied  von  den  nachfolgenden  Species  die  zwei 
vorderen  nahe  doppelt  so  lang  wie  die  hinteren  sind. 

Gemein  in  den  Wäldern  Schönens.  Kommt  unter  feuchter 
Baumrinde,  faulendem  Laub  und  Holz  und  besonders  zalilrcieh 
auf  Baumpilzen  vor. 

*)  Diese  Bildung,  die  ich  liei  jillen  von  mir  uiittTSuclileii  Achomfes- 
Artcn  konsttilirt  habe,  ist  u.  a.  von  Carl  (17)  liei  .4.  ventalis  Carl  und  alho- 
macnlatus  Carl  lieobachtet  und  abgebildet,  von  ihm  aber  faltichlich  als 
eine  K  eulcnl)orst  e  aufgefaßt. 

Stett.  entomol.  Zeit.  190J. 


121 
6.  A.  rufescens  (Nie.)  Tullb. 

Fig.  1. 

Die  Auffindung  eines  Exemplares  dieser  anscheinend  sehr 
seltenen  Art  ermöglicht  mir  die  alte  wenig  umfassende  Diagnose 
Tullberg's  folgendermaßen  zu  ergänzen: 

Behaarung  ähnlich  wie  bei  A.  armalus  (Nie.)  Antenne  IV 
mit  einer  typischen  retractilen  Sinneskolbe  an  der  Spitze 
\nid  5  Riechhaaren:  2  äußeren,  1  oberem  und  2  inneren. 
Antennalorgan  III  typisch.  Postantennalorgan  mit  4  gleich 
großen,  um  eine  centrale  Vertiefung  gruppirten  Tuberkeln.  8  gleich 
große  Ommatidien  jederseits.  Obere  Klaue  mit  schwachem, 
schwer  sichtbarem  Innenzahn.  Untere  Klaue  borstenförmig,  ein 
Drittel  so  lang  wie  die  obere,  mit  einer  Innenlamelle  längs  der 
basalen  Hälfte.  Tenaculum  mit  4  Kerbzähnen  an  den  Ramis. 
Dentes  (Fig.  1)  dick,  an  den  Spitzen  breiter  als  an  der  Basis, 
etwas  länger  als  das  Manubrium,  nahe  dreimal  so  lang  als  die 
Mucrones.  Mucro  (Fig.  1)  mit  an  der  Spitze  gebogener  Rippe 
und  großer,  ungezähnter  Außenlamelle.  Analdornen  leicht  ge- 
krümmt, etwas  kleiner  als  die  Hälfte  der  oberen  Klaue,  auf  an 
der  Basis  sich   berührenden   Papillen.     Länge  ca.  0,6  mm. 

Wie  schon  Tullberg  richtig  erkannt  hat,  ist  die  Art  mit 
A.  armatus  (Nie.)  am  nächsten  verM  andt.  Die  Gestalt  der  Dentes 
und  Mucrones,  die  Zahl  der  Riechhaare  und  die  Größe  liefern 
jedoch  gute  Unterschiede. 

Lund,  botanischer  Garten,  unter  faulendem  Laub,  1  Exemplar. 

7.  A.  purpurascens  Lnbb. 

Zu  der  Diagnose  ist  noch  hinzuzufügen: 

Antenne  IV  mit  einer  typischen  retractilen  Sinneskolbe 
au  der  Spitze  und  5  Riechhaaren:  3  äußeren  und  2  iinieren. 
Sie  sind  länger  und  dünner  als  bei  den  übrigen  Achorutes- 
Arten  mit  Ausnahme  von  A.  Reuteri  mihi. 

Wie  Reuter  habe  ich  nie  mehr  als  2  Keulenhaare  an  jedem 
Tarsus  gefunden  (Vgl.   SchäfTer,  52). 

Stott.  entomol.  Zeit.  1903. 


122 

Diese  Art  i.st  die  gemeinste  der  südschwedisclieu  Ächorutes- 
Arlen.  Ich  hübe  sie  unter  Baumrinde,  faulendem  Laub  und 
Holz,  unter  Blumentöpfen,  unter  IU)lzstücken  an  Düngerhaufen 
und  in  einem  Keller  gesammelt. 

8.  A.  manubrialis  Tiillb. 

Sjn.  1895  Achorntes  Schötti  Reuter,   Apt.  Fenn. 

Fig.  2,  3. 

Durch  das  Entgegenkommen  des  Herrn  Prüf.  Dr.  B.  Y.  Sjü- 
stedt  (Reiehsmuseum,  Stockholm),  mir  vier  Typenexemplare  dieser 
Art  zu  überlassen,  ist  es  mir  ermöglicht  worden,  die  Identität 
derselben  mit  A.  Schötti  Reut,  festzustellen.  Die  Untersuchung 
der  Tjpenexemplare  ergab  nämlich,  daß  die  untere  Klaue  von 
A.  manubrialis  Tullb.  einer  Innenlamelle  ganz  entbehrt  und  somit 
eben  jene  l'friemenform  zeigt,  die  Reuter  (50)  als  Hauptmerkmal 
von  A.  Schötti  Reut,  gegenüber  .1.  mannbrialis  Tullb.  angiebt. 
Tullberg  selbst  hat  auch  in  der  ursprünglichen,  von  Renter  offen- 
bar ganz  übersehenen  Beschreibung  (56)  diesen  Charakter  mit 
folgenden  Worten  hervorgehoben:  ....  vdie  unteren  (Klauen) 
sind  meistens  kleiner  als  bei  den  vorigen  Arten  und  allmählich 
aus  einer  etwas  breiteren  Basis  verschmälert." 

Nach  Untersuchung  der  Typenexemplare  und  zahlreicher 
Individuen  meiner  eigenen  Sammlung  möchte  ich  eine  vollständige 
Diagnose  aufstellen: 

Färbung  braungrau,  röthlich  oder  dunkelblau,  oft  von  kleinen 
unpigmentirten  Flecken  unterbrochen.  Behaarung  kurz  und 
spärlich,  am  Hinterende  des  Abdomen  etwas  länger  und  dichter. 
Antenne  IV  mit  einer  typischen  rctractilen  Sinneskolbe  an 
der  Spitze  und  9 — 10  Riechhaaren:  3  äußeren,  4 — 5  oberen 
und  2  inneren.  Antennalorgan  III  typisch.  Postautennalorgan 
mit  4  gleich  großen,  um  eine  centrale  A^ertiefung  gruppirten 
Tuberkeln.  8  gleich  große  Ommatidien  jederseits.  Tarsen  mit 
je  einem  Keulenhaare.  Obere  Klaue  mit  schwachem  Innen- 
zahn hinter  der  Mitte.    Untere  Klaue  borstenförmig,  ohne  Iinien- 

Stett.  ciitomol.  Zeit.  lOOa. 


123 

lanielle,  nicht  oder  nur  wenig  über  den  Innenzahn  der  oberen 
Klaue  hinausragend  (Fig.  2).  Tenacuhim  mit  4  Kerbzähnen  an 
den  Ramis.  Furca  kräftig  (Fig.  3).  Manubrium  etwas  kürzer, 
so  lang  oder  ein  wenig  länger  als  Dens  und  Muero  zusammen- 
genommen. Dentes  dick,  gegen  die  distalen  Enden  nur  wenig 
verschmälert,  auf  der  Dorsalseite  mit  je  7  Borsten  und  zahl- 
reichen großen  Hautkörnern,  beinahe  zweimal  so  lang  als  die 
Mucrones.  Mucro  mit  ziemlich  geradem  Hauptstück  und  schmaler 
oder  breiter  (ab.  obtiisa  Axelson)  Außenlamelle.  Aualdornen 
gerade,  nicht  länger  als  die  niedrigen,  sich  nicht  berührenden 
Papillen.     Länge  bis  1,5  mm. 

Massenhaft  auf  vermodernden  Pferdehufen  in  der  Nähe  von 
Land.  Viele  Exemplare  streifte  ich  bei  Maglehem  vom  Grase 
eines  Chausseegrabens. 

9.  A.  Reuteri  nov.  nom. 
Syn.  1895  Achorutes  manubrialis  Reuter,  Apt.  Fenn. 
Fig-.  4,  5. 
Diese  zu  Ehren  ihres  Entdeckers  benannte  Art  ist  A.  manu- 
hrialis  Tullb.,    A.  Schneiden  Schaff'.,   A.  assimilis  Krausb.  und 
A.   vernalis  Carl  am  nächsten  verwandt.    Die  specifischen  Merk- 
male sind: 

Färbung  tief  schwarzblau.  Antenne  IV  mit  5—6  Riech- 
haaren: 3  äußeren,  2—3  oberen.  Wie  bei  A.  piirpiirascens  Lubb. 
sind  sie  lang  und  dünn  und  oft  schwer  von  den  normalen  Spitz- 
borsten zu  unterscheiden.  Untere  Klaue  borstcnförmig,  nicht 
oder  nur  wenig  über  den  Innenzahn  der  oberen  Klaue  hinaus- 
ragend, mit  deutlicher  aber  kleiner  Innenlamelle  (Fig.  4).  Manu- 
brium etwa  so  lang  wie  Dens  und  Mucro  zusammen.  Dens 
zweimal  so  lang  als  Mucro,  auf  der  Dorsalseite  mit  7  Borsten 
und  zahlreichen  großen  Hautkürnern.  Mucro  (Fig.  5)  mit  breiter, 
um  ein  Drittel  vor  der  Spitze  endender  Außenlamelle:  Rippe 
gebogen,  mit  stumpfem  Zahn  vor  der  Spitze.  Länge  bis  1  mm. 
Die  Art  wurde  von  Herrn  Wibeck  und  mir  unter  auf- 
geworfenem Seetang  bei  Kristineberg  in  Bohuslän  in  ungeheuren 
Massen  gefunden. 

Stett.  entomol.  Zeit.  190a. 


124 

10.  A.  inermis  Tullb.  (?)*) 

Zu  der  von  Tullberg  gegebeneu,  sehr  knappen  Diagnose 
möchte  ich  noch  hinzufügen: 

Behaarung  kürzer  und  spärUcher  als  bei  vorigen  Arten. 
Antenne  IV  mit  einer  typischen  retractilen  Sinneskolbe  und 
4  Riechliaaren :  3  äußeren  und  1  innerem.  Postantennalorgan 
von  nur  einem  großen,  flachen,  breitefliptischen  oder  vorn 
spitz  auslaufenden  Tuberkel  gebildet.  Tarsen  mit  je  zwei 
Keulenhaaren.  Klaue  mit  einem  kleinen  Innenzahn  in  der 
distalen  Hälfte.  Tenaculum  mit  3  Kerbzähnen  an  den  Ramis. 
Mucro  ohne  deuthehe  Lamellen. 

Von  besonderem  Interesse  ist  die  einfache  Gestalt  des  Post- 
antennalorgans,  wodurch  diese  Art  eine  ganz  isolirte  Stellung 
einnimmt. 

2  Exemplare  wurden  von  Herrn  Wibeek  bei  Wernamo  in 
Smoland  unter  der  Rinde  einer  Ulme  erbeutet. 

Gen.  Xenylla  Tullb. 

Die  Angabe  Born  er' s  (10):  „Antenne  IV  mit  Riechkolben"', 
ist  mit  Folgendem  zu  ersetzen: 

Antenne  IV  mit  einer  länglichen,  feingekürnelten,  retractilen 
Sinneskolbe  an  der  Spitze,  etwas  nach  innen  zu  (Fig.  6).  Ven- 
tralwärts  von  dieser  finden  sich  zwei  ebenfalls  feinkörnige 
Hautpapillen. 

11.  X.  humicola  (Fabr.)  Tullb. 

Fig.  6,  7. 

Die  Diagnose  dieser  Art  möchte  ich  folgendermaßen  ergänzen 
und   berichtigen : 

Antenne  IV  mit  4(— 5)  Riechhaaren:  3(— 4)  äußeren  und 
1  oberem  (Fig.  6).  Klaue  mit  einem  kleinen  Innenzahn  in  der 
distalen    Hälfte.     Tenaculum    mit  3  Kerbzähnen    an    den    Ramis. 


*)  Die  von  Tullberg  gegebene  Bcschrcibiuig  paßt  auf  meine 
Exemplare  vollkommen.  Eine  ganz  sichere  Identificirung  derselben  ist 
doch  nicht  möglich,  ehe  einige  der  Typenexeniplare  Tullberg's  mit 
Bezug  auf  die  Anzahl  der  Riechhaare  und  Postanlennaltuberkehi  unter- 
sucht worden  sind. 

Stett.  ontomol.  Zeit.  1903. 


125 

Manubrium  mit  einer  tiefen,  medialen  Längsfurelic  an  der  Ventral- 
seite. Die  Länge  von  Dens  und  Mucro  zusammen  genommen 
verhält  sich  zur  Länge  des  Tarsus  III  wie  1,36 — 1,6  :  1.  Dentes 
mit  je  2  dorsalen  Borsten.  Mucro  mit  einer  kleinen  dorsalen  Ein- 
kerbung vor  der  Spitze  und  einem  feinen,  spitzen  Einschnitt  an 
dem  Ventralrand  ein  wenig  hinter  dem  vorderen  Dritttheil  (Fig.  7). 

Die  Art  scheint  bei  uns  allgemein  an  den  Meeresufern  unter 
aufgeworfenem  Tang  vorzukommen.  Ich  besitze  zahlreiche  Exem- 
plare aus  den  Schären  von  Bohuslän  und  Oestergötland. 

Den  von  Seh  äff  er  (52)  angegebenen  Unterschied  in  derHaut- 
felderung  zwischen  A'.  hwnicola  (Fabr.)  Tullb.  und  A.  mari- 
tima Tullb.  konnte  ich  niemals  konstatiren.  Ich  habe  bei 
A.  maritima  Tullb.  überhaupt  keine  andere  Felderung  beobachtet 
als  die,  welche  von  der  Vertheilung  des  Hautpigmentes  herrührt, 
und  diese  kommt  auch  bei  A.  humicola  (Fabr.)  Tullb.  in  gleicher 
Weise  vor.  Dagegen  habe  ich  wie  Tullberg  und  Reuter  die 
von  Seh  äff  er  geleugnete  Differenz  in  der  relativen  Länge  der 
Springgabelglieder  als  konstant  feststellen  können  (vgl.  oben 
und  unten). 

Die  Ungenauigkeit  der  Darstellung  Börner's  (10)  von  dem 
Bau  der  Mucrones  beider  Arten  geht  aus  den  beigefügten  Ab- 
bildungen (Fig.  7,  8)  und  den  Diagnosenzusätzen  hinreichend 
hervor. 

12.  X.  maritima  Tullb. 
Fig.  8. 

Zu  der  Diagnose  ist  noch  hinzuzufügen: 

Antenne  IV  mit  4  Riechhaaren:  3  äußeren  und  1  oberem. 
Klaue  mit  einem  kleinen  Innenzahn  in  der  distalen  Hälfte.  Tena- 
culum  mit  3  Kerbzähnen  an  den  Ramis.  Manubrium  mit  tiefer, 
medialer  Längsfurche  an  der  Ventralseite.  Die  Länge  des  Mucro- 
dens  verhält  sich  zur  Länge  des  Tarsus  III  wie  1 — 1,24  :  1. 
Der  Dentaltheil  dorsal  mit  2  Borsten.  Der  Mucronaltheil  endet 
hakenförmig  und  hat  eine  sehr  kleine  aber  deutliche  Außen- 
lamelle (Fig.  8). 

Stett.  entoniol.  Zeit.  190.3. 


126 

Ich  habe  die  Art  bei  Maglehem  unier  Tang  am  Meeres- 
slrand   in  njohrcren  Exemplaren  erbeutet. 

13.  X.  brevicauda  Tullb.?'^) 

Fig.  9. 

Ergänzung  der  Diagnose: 

Antenne  IV  mit  6  Rieehhaaren:  3  äußeren,  1  oberem  und 
2  inneren.  Die  Tarsen  sind  gut  gekennzeichnet  durch  zwei  an 
der  medialen  Seite  inscrirte  Borsten,  welche  den  Keulenhaaren  an 
Länge  gleichkommen.  Klaue  mit  einem  kleinen  Innenzahn  in 
der  distalen  Hälfte.  Der  Mucrodens  (Fig.  9)  trägt  hier  wie  bei 
der  vorigen  2  dorsale  Borsten  (vgl.  Bürner,  11). 

Herr  AVibeck  hat  zahlreiche  Exemplare  dieser  Ait  bei 
Wernamo  unter  der  Binde  einer  Ulme  und  zwischen  Moos  im 
Nadelwalde  gesammelt.  Ich  land  einige  Exemplare  bei  Maglehem 
unter  einem   Stein. 

den.  Anurida  Laboulb.,  Mo.  Gill. 

14.  A.  Tullbeigi  Schott. 
Fig.  10. 

Carl  (17)  giebt  in  seiner  Diagnose  dieser  Art  die  Behaarung 
fehlerhaft  an.  Neben  den  kurzen  Borsten  finden  sieh  nämlich 
auch  längere  über  den  ganzen  Körper  spärlich  zerstreut  und 
zahlreich  am  Ende  des  Abdomens. 

Die  Klaue  kann  des  meist  vorhande/uen  Innenzahnes  auch 
ganz  entbehren.  Ein  Exemplar  hatte  die  rostantennaltuberkeln 
nicht  reihenförmig  in  einer  Ellipse  angeordnet,  wie  es  Schott  (54) 
und  Carl  (17)  angeben  und  abbilden,  sondern  sie  waren  unregel- 
mäßig über  eine  ovale  Fläche  verbreitet. 

Die  antennalen  Sinnesorgane  bieten  sehr  charakteristische 
Verhältnisse  dar  (Fig.  10).  Antenne  IV  hat  oben  an  der 
Spitze  eine  kugelfürniige  oder  in  drei  terminale  Loben  getheilte 
Sinneskolbe.  Von  den  Rieehhaaren  des  vierten  Antennalgliedes 
sind  2  äußere,   1   oberes  und  1   inneres  von  normaler  Größe,  ein 


*)  Wegen    der    rnvoUstämligkcit    der    Diagnose    Tu)ll)erg'ö    ist 
diese  Identificirung  nicht  ganz  sicher. 
Stett.  entomol.  Zelt.  1903. 


127 

zwischen  den  beiden  äußeren  befindliches  dagegen  nur  ein  Drittel 
so  lana  wie  diese  und  von  cenau  derselben  Größe  und  Aussehen 
wie  die  Sinnesstäbchen  des  Antennalorgans  III.  Antenne  III 
hat  ein  oberes,  distales  Riechhaar.  Das  Antennalorgan  III 
weicht  insofern  von  dem  normalen  Achorutinentypus  ab,  als  die 
Stäbchen  gänzlich  iVei  liegen,  weder  durch  einen  Integument- 
wulst  noch  durch  laterale  (Absolon'sche)  Schutzborsten  geschützt. 
Gefunden  in  5  Exemplaren  unter  einem  auf  feuchtem  Boden 
liegenden  Holzbalken  bei  Björnshög  in  der  Nähe  von  Lund. 

Gen.  Neanura  Mc.  Gill. 

15.  N.  muscorum  (Tempi.) 

Die  von  Absolon  (3)  gegebene  Besehreibung  der  Antennal- 
organe  der  fraglichen  Art  ist  in  einigen  Punkten  irreführend. 
So  beträgt  die  Zahl  der  Sinneskolben  an  der  Spitze  von  Antenne  IV 
4  anstatt  3.  Absolon  hat  eine  kleinere,  gleich  oben  von  der 
großen  dorsalen  befindliehe  Kolbe  übersehen.  Und  von  chn  in 
tellerförmio-en  Gruben  inserirten  Sinnesborsten  sind  nicht  „eine 
seithche  von  den  übrigen  durch  einen  zahnähnlichen  Höcker 
getrennf-',  sondern  jede  von  ihnen  ist  von  einem  mehr  oder 
weniger  deutlichen  höckertragenden  Ringwällchen  umgeben.  Die 
5-— 6  langen  Riechhaare  finden  sich  sämmtlich  an  Antenne  IV. 
Daß  Absolon  sie  sowohl  an  Antenne  III  als  IV  verlegt,  kommt 
von  seiner  falschen  Auffassung  von  der  etwas  hinter  der  Spitze 
des  vierten  Antennalgliedes  befindlichen  dorsalen  Hautfalte,  die 
keineswegs,  wie  Absolon  vermuthet,  die  Grenze  zwischen  An- 
tenne III  und  IV  darstellt.  Diese  ist  gar  nicht  an  der  Ober- 
seite der  Antenne  niarkirt,  aber  durch  Achtgeben  auf  die  Lage 
des  Antennalorgans  III  wie  auch  auf  die  an  der  Ventialseitc 
vorhandene  Suture  leicht  und  sicher  festzustellen. 

Der  Angabc  Borner's  (12)  von  einer  eigenthündichen  Rich- 
tung der  Sinnesstäbchen  des  Antennalorgans  III  widersprechen 
sowohl  meine  Beobachtungen  wie  die  von  Born  er  selbst  gegebene 
Abbildung  (Fig.  10  der  citirten  Arbeit).    Das  für  das  betreffende 

Stett.  pntoniol.  Zeit.   1903. 


128 

Organ  oigenthüniliehe  ist  nämlich  das  Fehlen  der  äußeren  von 
den  Absolon'schen  Schutzborsten,  während  die  innere  (medial 
vom  Organ  gelegene)  vorhanden  ist.  Dies  ist  auch  richtig  in 
der  Figur  Börner's  wiedergegeben."^)  Die  Sinncsstäbchen  zeigen 
nun  auch  eine  Richtung  gegen  diese  Schutzborste  zu,  also  wie 
normal  nach  innen. 

Diese  Art  ist  eine  unsrer  allgemeinsten  CoUembolen.  Herr 
Wibeck  und  ich  haben  sie  an  allen  Sammelorten  zahlreich  ge- 
funden. 

Subfam.  Onycliiurinae  Born. 

Gen.  Onychiurus  Gervais. 

in.  0.  armatus  (Tullb.) 

Eine  interessante  Abnormität  im  IJau  der  Antennalorgane  III 
zeigte  eins  der  von  mir  untersuchten  Individuen.  Das  fechte 
Organ  halte  die  normale  Anzahl  von  Papillen  und  Kegeln,  die 
letzteren  standen  aber  dicht  neben  einander  und  nicht  wie  normal 
von  den  Sinnesstäbchen  getrennt.  Diese  hatten  ihre  Lage  median 
von  dem  inneren  Kegel.  Noch  abweichender  war  das  Organ 
der  linken  Antenne  ausgebildet.  Hier  fanden  sich  nicht  weniger 
als  7  Papillen  und  3  Kegel;  zwischen  den  zwei  inneren  (medianen) 
von  diesen  war  aber  nur  ein  einziges  Stäbchen  zu  sehen.  Das 
andere  lag  auf  der  freien  oberen  Fläche  des  Antennalgliedes,  ein 
beträchtliches  Stück  nach  innen  (medianwärts)  vom  Antennalorgan. 

Im  Postantennalorgan  habe  ich  bis  zu  44  Tuberkeln  gezählt. 
(Die  höchste  bisher  gefundene  Anzahl  betrug  34.) 

Die  Angabe  Börner's  (10),  daß  die  Anzahl  der  Pseudocellen 
auf  Thorax  I  zwischen  0  nnd  4  schwankt,  beruht  wahrscheinlich 
auf  einer  Verwechselung  mil  den  ringförmigen  Spuren  von  ab- 
gestreiften   Haaren.     Nach    meinen    Befunden    kommen    konstant 


*)  Die  Schutzbürste  selbst  ist  dagegen  fiilschlich  länger  als  die 
hinter  dem  Organ  inserirte  normale  Spitzborste  gezeichnet.  Hier  wie 
überall  ist  sie  ebenso  wie  die  äußere  dnrrli  ilire  kurze,  stunijife  Gestalt 
gut  gekennzeichnet. 

Stett.  entomol.  Zeit.  190.S. 


129 

2  solche  vor,  eine  auf  jedem  der    von  dem  Rückenschild  scharf 
abgegrenzten  Seitenwülste. 

Gemein  an  den  verschiedensten   Lokahtäten. 

17.  0.  fimetarius  (L.,  Lubb.)- 
Sjn.    1766?  Podura  fimetaria  Linne,  Syst.  Nat.  Ed.  XII,    nee 

Syst.  Nat.  Ed.  X,  nee  Faun.  Svec.  Ed.  II. 
1838?  Lipnrii  fimetaria  Burmeister,  Handb.  Ent. 
1844?  „       rolcator  Gervais,  Ins.   Apt. 

1849     Anurophorus    sfillicidii    Schiödte,    partim    (nach 

SchälVer  und   Absolon). 
1867     Lipm-a  fimetaria  Lubbock,  Notes  Thys.  III. 
1869  „        inernns  Tullberg,  Om   Skand.   Podur. 

1872  „  „  „  Sver.   Podur. 

1773  .,        fimetaria  Lubbock,  Monograpb. 

1895  „        Wrightii    Carpenter,     Animals     lound    in 

the  Mitchelstown  Cave. 

1896  Aphornra  inermis  Schäffer,  Coli.  Hamburg. 
1900     Lipvra  fimetaria  Carpenter  &  Evans,  Coli,  and 

Thys.   Edinburgh. 

1902  Omjchiurus  inermis  Born  er,  Ueber  das  Antennal- 
organ  III. 

Die  Zahl  der  Pseudocellen  dieser  Art  ist  von  Schäffer  (52) 
nicht  uanz  richtig  anoeceben.  Alle  von  mir  untersuchten  p]xem- 
plare  zeigten   konstant  folgende  Vertheilung  derselben: 

Antennenbasis  mit  2,  außerhalb  derselben  noch  eine;  Kopf- 
hinterrand jederseits  mit  3;  Kopfunterscite  nahe  der  Unterlippe 
seitlich  der  Linea  ventralis  mit  je  1;  Thorax  I  jederseits  mit  1; 
Thorax  II  —  Abdomen  V  mit  je  6;  SeitenMülcte  der  drei 
Thoracalsegmente  mit  je   1. 

Nach  Schäffer  (52)  soll  die  untere  Klaue  das  Ende  der 
oberen  nicht  erreichen.  Auch  diese  Angabe  stimmt  mit  meinen 
Beobachtungen  nicht  rd)crein.  Ich  l'and  die  untere  Klaue  stcls 
das  Ende  der  oberen   ein  wenig  überragend. 

SIpU.  Piifoniol.  Zeit.  190;?.  9 


130 

Gefunden  zahlreich  unter  Laub  itn  liiesigen  botanischen 
Garten  in  Gesells^chaft  der  folgenden   Ari. 

IS.  0.  ambulans  (L.,  Nie). 
Syn.   1901  (?)   Aphorura   WUlemi    Börner,    Ueber    einige    theil- 
weise  neue  Coli. 

Die  von  Börner  in  einer  Höhle  der  Gegend  von  Letmathe 
in  Westfalen  gefundene  und  als  Aphorura  Willemi  nov.  spec. 
beschriebene  Onychiurusform  scheint  mir  mit  dieser  Art  identisch 
zu  sein,  da  sie  in  allen  wesentlichen  Punkten  mit  dieser  über- 
einstimmt. So  in  der  Zahl  und  Gestalt  der  Postantennaltuberkeln, 
im  Bau  des  Antennalorgans  III  (das  eben  bei  dieser  Art  nach 
meinem  Befunde  zwei  nach  innen  gebogene,  glatte,  längsgefurchte 
Sinneskolben  besitzt)  und  in  der  Zahl  und  Vertheilung  der  Pseudo- 
cellen  des  Kopfes.  Die  angeblichen  Differenzen  in  der  Gestalt  und 
Länge  der  unteren  Klaue  (bei  0.  ambulans  (L.,  Nie.)  ohne  Innen- 
lamelle  und  wohl  so  lang  wie  die  obere,  bei  0.  Willemi  (Born.) 
mit  schmaler  und  kurzer  Innenlamelle,  wenig  länger  als  die  Hälfte 
der  oberen)  und  in  der  Zahl  der  Pseudocellen  der  Rumi)fsegmente 
(bei  0.  ambulans  (L.,  Nie.)  nach  meinen  Befunden:  Thorax  I 
jederseits  mit  1;  Thorax  II  —  Abdomen  III  mit  je  6;  Seiten- 
wülste der  Thoracalsegmente  mit  je  1( — 2)\  Abdomen  IV  mit 
8 — 14;  Abdomen  V  mit  G— 8;  bei  0.  Willemi  (Born.)  nach 
der  Angabe  Börner's:  Thorax  I  und  II  mit  je  6,  III  mit  10; 
Abdomen  I  10,  H  8-10,  HI  8,  IV  12—16,  V  6—8)  sind 
nach  meinem  Dafürhalten  nicht  bedeutend  genug,  um  die  Art- 
trennunc;  der  ancehörioen  Formen  motiviren  zu  können. 

f.  typica. 

Analdornen  und   -papillen  vorhanden. 

Gefunden  zahlreich  unter  Laub  im  hiesigen  bdianischen 
Garten,  besonders  häutig  im  "Winter.  Audi  uulci-  Bliinicndijtfcn 
in  den  Gewächshäusern. 

ab.  inermis  nov.  ab. 

Analdornen    und  die    dazu  gehörigen    Paj)ilk'n    fehlen  ganz. 

Diese  Form    kann  bei    schwacher  Vergrößerung   leicht  mit 

SU'U.  eiilon:ol.  Zoit.   1003. 


131 

voriger  Art  verwechselt  werden.  Die  Struktur  der  Sinueskolben 
des  Antennalorgans  III  wie  auch  die  Zahl  der  Pseudocellen 
liefert  jedoch  sichere  Unterscheidungsmerkmale. 

Spärlich  in  Gesellschaft  mit  der  Hauptform  an  der  an- 
gegebenen Fundstelle. 

19.  0.  Schötti  (Lie-Petters). 

2  Exemplare  dieser  Art  traf  ich  zusammen  mit  Psevdosi- 
nella  alba  (Pack.)  Schaff,  an  einem  verwesenden  Baumstumj»f 
im  Walde  Baisberg. 

Fam.  Entomobryidae  Tom. 
Subfam.  Anuroi)liorinae  Born. 

Gen.  Anurophorus  (Nie.)  Tullb. 

20.  A.  laricis  Nie. 
Berichtigung  und  Ergänzung  der  Diagnose: 

Antenne  IV  trägt  an  der  Spitze  zwei  Sinneskolben,  eine 
obere,  annähernd  kugelige  und  eine  untere  zungenförmige.  (Born er 
(12,  pg.  109)  und  Absolon  (1)  erwähnen  nur  eine.)  Riechhaare 
kommen  auf  Antenne  IV  zahlreich,  auf  Antenne  III  in  geringerer 
Anzahl  vor. 

Häufiff  unter  der  Rinde  verschiedener  Bäume  und  zwischen 
abgefallenem  Laub. 

Subfam.  Isoloiniiiae  Schaff. 
Gen.  Isotoma  Bourl. 

21.  I.  Schötti  D.  T. 

Da  die  von  Seh  ö  tt(54)  gegebene  Diagnose  dieser  interessanten 
Art  über  mehrere  wichtige  Organisationsverhältnisse  nichts  aus- 
sagt, so  möchte  ich  hier  eine  vollständige  Beschreibung  eines 
von  mir  gefundenen  Exemplares  folgen  lassen. 

Blaugrau  mit  violettem  Schimmer;  Segmenlgrenzen  und 
Furca  pigmentlos.  Behaarung  kurz,  gleichmäßig,  am  Ende  des 
Abdomens  wenig  länger;  Borsten  stets  ungewimpert.  Antennen 
ein  wenig  kürzer  als  der  Kopf.  Antenne  II  nahe  zweimal  so 
laug     wie    I,    III    ein    wenig     länger    als    II,     IV    nicht    völlig 

Sfelt.  octomol.  Zeit.  1903.  9* 


132 

l'/2  nial  111.  Kieehhaare  fohlen.  Aiilennalorgii^u  III  aus  zwei 
platten,  luu  li  innen  gekrüniniton,  \oii  einer  hinteren  Hautfaltc  ge- 
schützten Stähehen  (normaler  Isof  o  nia  t  v  pus).  Postantennal- 
organ  breit  elHptiseh,  an  Länge  gleich  dem  Durchmesser  eines  Om- 
niatidinms.  8  fa^t  gleith  große  Ommatidien  jederseits.  Die  halb- 
niondrörmigen  Augenllecke  liegen  weiter  nach  hinten  auf  dem 
Kopfe  als  normal  bei  den  Isotomen.  Abdomen  IV  länger  als  IIL 
Tarsen  ohne  Keulenhaare  und  längere  distale  Borsten.  Obere 
Klaue  echlank.  ohne  Innen-  und  Laleralzähne.  Untere  Klaue 
borstenförmig,  mit  gerundeter  basaler  Inneulamelk'.  kaum  mehr 
als  ein  drittel  so  lang  wie  die  obere.  Der  Tarsus  des  dritten 
Beinpaares  ist  nicht  völlig  l'/2  mal  so  lang,  der  des  ersten  nur 
ein  zehntel  länger  als  der  Praetarsus  mit  der  oberen  Klaue. 
Tenaculum  mit  3  Kerbzähiien  au  den  Ramis  und  1  Borste  am 
Corpus.  Fuiea  bis  zum  Ycnfraltubus  reichend.  Manubrium  so 
lang  wie  Dens,  nur  an  der  Dorsalseite  behaart.  Dens  plump, 
nach  dem  distalen  Ende  zu  kaum  etwas  verschmälert,  gleich- 
mäßig behaart,  ohne  Ringelung  an  der  Dorsalseite,  etwa  so  dick 
wie  die  Tarsen.  Muero  etwas  länger  als  die  untere  Klaue  des 
dritten  Beinpaares,  mit  an  der  Spitze  zweizähnigem  Hauptslück 
und    gleich  großen   Außen-    und   Inneulamellen.     Länge  2  mm. 

Bei  Källbv  nahe  Lund.  auf  stagnircndcm  Wasser.  1  Exemplar. 

22.  I.  palustris  (Müller). ' 
Die  Angabe  Börners  (12)  von  dem  Bau  des  Antennal- 
organs  III  ist  unrichtig.  Wie  bei  allen  von  mir  untersuchten 
Isotomen,  mit  Ausnahme  von  /.  minor  Schäfl'.,  liegen  die  Siunes- 
stäbclu'u  nicht  gänzlich  frei,  sondern  wenigstens  mit  ihrer  Basis 
in  eine  von  eiiu-r  liinteren  Hautfalte  überwölbte  Grulte  ein- 
gesenkt. 

Sehr  kurze,  gekrümmte,  den  Sinnesstäbchen  des  Antennal- 
organs  III  ganz  ähnliche    Riechhaare    kommen    bei  dieser   Art 
an  allen  Ant  en  uenglied  ern  vor.     Antemie  1  trägt  deren  2 — 5, 
II  und  111  je  3 — 7,  IV  10 — 15.     Au   den  drei  ersten  Gliedern  be- 
sten, ojitoniol.  Zoit.  1903. 


13^ 

(indoii   sie   sich   an   der    uiitcvcii   Seite  iiulie   dein   dislaleii   äußeren 
Ende,  an  Glied  IV  in  der  distalen  Hallte  längö  der  äußeren  Seite. 
Folgende  B\irbenvariationen   sind  angetroften: 

ab.  prasina  Reut.  (      var.  pallida  Schaff.). 
Diese  Form   ist  bei   weitem    die  häutigste.     Mau    lindet  sie 
zahlreieh  unter  Laub    an    feucliteu    Stellen    sowie    auf   stehenden 
und  fließenden  Gewässern. 

f.  typica. 
Svn.    1776   Vodura  palttslris  lutesceus  oeulis  linea(|ue  dorsi  uu;diu 
nigris^    furca  alba.     Müller,    Zool.   Dan. 
Prodrom. 
11)01  hotoma   paltisfris    var.    unifasciala    Uürner,    Apt. 

Bremen. 
Spärlich  zusammen  mit  der  vorigen  gefunden. 

ab.  bimaculata  nov.  ab. 

Außer  der  dunklen  Rückenlängsbinde  finden  sich  zwei 
Lateralflecke  auf   dem   letzten   Segment.     Sonst    ohne  Zeichnung. 

Einige  Exemplare  erbeutete  ich  zwischen  Laub  in  einem 
Chausseegraben  nahe  Lund. 

ab.  aquatilis  (Müller). 
Mehrere  Exemplare  fand  ich  unter  Laub  im  hiesigen  bota- 
nischen Garten  sowie  unter  Blumentöpfen  in  den  Gewächshäusern. 

23.  I.  maculata  (Schäif.)  Böin. 

Das  einzige  von  mir  gefundene  Exemplar  dieser  Art  weicht 
insofern  von  der  Beschreibung  Seh  äffer 's  (52)  ab,  als  die  dorsalen 
Mittelflecke  durch  eine  matte  Längsbinde,  die  bis  an  das  vorletzte 
Abdomiualsegment  reicht,  verbunden  sind.  Das  Analsegmcnt  hat 
die  für  /.  palustris  ab.  bimaculata  mihi  charakteristischen 
dunklen  Lateralflecke. 

Lund.   botanischer  Garten,   unter  Laub.    1    Exemplar. 

Stfctt.  eBtomol.  Zeit.  1903. 


134 


24.  I.  viridis  Bourl.,  Schott. 


Die  Antennen  haben  in  der  Regel  keine  Riechhaare.  Ein 
ganz  eigenartiges  Verhältniß  zeigte  aber  ein  Individuum,  an  dessen 
einer  Antenne  nur  zwei  GUeder  ausgebildet  waren.  Während 
nämlich  die  normal  entwickelte  Antenne  kein^  Riechhaare  besaß, 
fanden  sich  am  zweiten  Gliede  der  anderen  nicht  weniger  als 
16  Stück.  Ein  Antennalorgan  III  war  hier,  wie  man  auch 
erwarten  konnte,  nicht  vorhanden,  und  ich  möchte  darum  an- 
nehmen, daß  die  Riechhaare  sich  als  eine  Kompensation  des  ver- 
loren gegangenen  Antennalorgans  entwickelt  hatten  und  somit 
auch  von  derselben  physiologischen  Bedeutung  waren  wie  dieses. 

Die  Art  ist  eine  unsrer  allgemeinsten  Collembolenformen 
und   kommt  in  folgenden  Variationen  vor: 

ab.  pallida  (Nie.)  mihi. 
Syn.    1841  Desoria  pallida  Nicolet,  Rech.  Podur. 

1901  Isoloma  viridis  var.  pallida  Börner,  Apt.  Bremen. 

7  Exemplare  zusammen  mit  ab.  riparia  (Nie.)  und  f.  typica 
gefunden. 

ab.  riparia  (Nie.)  Schott. 
Zu  dieser  Form  gehört  die  Mehrzahl  der  an  oder  auf  Wasser 
-N'orkommenden  Individuen. 

f.  typica. 

Von  wechselnder  Farbe,  meist  gelb,  grau,  grün  oder  roth- 
violett, mit  zahlreichen  kleinen  weißlichen  Flecken  und  Strichen 
auf  dem  Rücken.     Ohne  Metallschimmer. 

Gemein  unter  Laub  und  Holz  etc.    im  Garten    und   Walde. 

ab.  annulata  (Nie.)  mihi. 
Syn.    1841  Desoria  annulata  Nicolet,  Rech.  Podur. 

Von  wechselnder  Farbe,  mit  scharf  markirten  dunklen 
Segmenthinterrändern. 

Spärlich  zusammen  mit  der  Hauptform  gefunden. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


135 

ab.  micans  nov.  ab. 
(-—  var.  violaceus  Lie-Petters  -f   f-  caerulea  Born.,  i)urlini   +). 

Grün,  blau  oder  rolliviolett,  mit  oder  ohne  weißliclie 
Flecken  und  Striche,   stark  nietallschinimernd. 

Ziemlich  häufig  zusammen  mit  der  Hauptforni, 

2.5.  I.  tigrina  (Tullb.)  mihi. 
Svn.    1841?  Dcsoria  tigrina  Nicolet,  Rech.  Podur. 
r     ?         «         riresccns      „  „  „ 

1871      hfltoma  tigrina    Tullberg,    Förtrckn.    Sv.    Podur. 
r  -1        olivacea         „  „  „         „ 

1891  „        coraginuni  Uzel,  Thjs.  Bohem. 

1896  „         grisescens  Schäffer,  Coli.  Hamburg. 

1900  „         afßnis  Axelson,  Vorlauf.  Mitth. 

Schon  bei  der  eingehenden  Uutersuclumg  einiger  von  mir  ge- 
sannnelter  und  vorläufig  als  I.  tigrina  Tullb.  ab.  caerulea  nov.  ab. 
bezeichneter  Thiere  bekam  ich  den  Verdacht,  daß  /.  tigrina  Tullb. 
und  /.  olivacea  Tullb.  möghcherweise  nur  zwei  Farbenvariationen 
einer  und  derselben  Art  seien.  Der  Mucro  der  genannten  Exem- 
plare zeigte  nämlich  einerseits  auf  das  deutlichste  den  nach  hinten 
gebogenen  scharfen  Basaldorn,  welchen  Schott  (.54)  als  den 
specifischen  Charakter  der  /.  tigrina  Tullb.  angiebt,  hatte  ander- 
seits aber  neben  diesem  einen  deutlichen  vierten  Zahn  an  der 
Außenseite  (/.  o/füacea- Charakter).  Bestärkt  wurde  ich  in 
meiner  Vermuthung,  als  ich  fand,  daß  bei  /.  olivacea  Tullb. 
ab.  grisescens  (Schaff.)  die  proximalen  Mucronalzähne  sowohl 
in  Größe  als  Richtung  beträchtlich  variirten.  Sie  hatten  nicht 
immer  die  aufrechte  Stellung,  die  man  an  der  von  Schott  ge- 
gebenen P'igur  findet,  sondern  waren  ebenso  oft  scharf  nach 
hinten  gerichtet.  Erst  durch  das  Wohlwollen  des  Herrn  Prof. 
Dr.  B.  Y.  Sjöstedt,  der  mir  ein  von  Schott  als  /.  tigrina  (Nie.) 
Tullb.  bestimmtes  Exemplar  übersandte,  bin  ich  aber  in  der  Lage, 
die  Frage  mit  voller  Sicherheit  zu  entscheiden.  Dies  Thier  erwies 
sich  nämlich    mit  /.  grisescens  Schaff,   völlig   identisch.     Dessen 

Stt'tt.  CBtomol.  Zeit.  1903. 


136 

j\Iii('i(»  hallo  eben  zwei  neben  einander  liegende,  aufrecht  stehende 
l'ioxiniulzühne.  Da  nun  also  die  zur  Arttrennung  angcnvandten 
Verschiedenheiten  im  Bau  der  IMuorones  sieh  nur  als  individuelle 
Variationen  herausgestellt  haben,  so  seheint  es  mir  auch  noth- 
wendig,  /.   olicacea  Tulll).   mit  /.  tif/rina  Tullb.  zu  vereinen. 

Die   Art   tritt    bei   uns   in   folgenden   Fiirbenvarialionen    auf: 

f.  typica. 
Svn.    1841?  Deaoi'ia  tigrina  Xieolct,  Rech.  Podur. 

1871  holoma        .,         Tnllberg,    Förteckn.    Sv.    Podur. 

1872  ,,  „  ,.  Sver.  Podur. 
1896            „         grisesccns  Sehäffer,  Coli.  Hamburg. 
1900           „         afßnis  Axelson,  Vorlauf.   Miltii. 
Konnnl  in  Lund  zahlreich  unter  faulendem  Laub  und  Holz  \(ii-. 

ab.  oiivacea  (Tullb.)  mihi. 
Syn.    1841?  Desoria  virescens  Nieolet,  Rech.   Podur. 

1871  hotoma  olicacea  Tullberg,   Förteckn.  Sv.   Podur. 

1872  „  „  „  Sver.  Podur. 
1891           „        voraginum  Uzel,  Thys.  Bohem. 
Zusannnen   mit  der  Hauplform  sj)ärlieh  gefunden. 

ab.  caerulea  nov.  ab. 
Klau  bis  schwarz-violett. 

Gefunden  bei  Maglehem,  3  Exemplare  unter  Baumrinde, 
4  unter  einem  Stein. 

26.  I.  violacea  Tullb. 

Bei  Balsbei'g  habe  ich  zwischen  Moos  3  Exemplare  gefunden, 
die  ich  dieser  Art  zurechnen  muß,  obwohl  sie  ein  wenig  von  den 
Beschreibungen  Schött's  (.54)  und  Schäffer^s  (.53)  abweichen. 
So  ist  ihre  Färbung  hellgrau  mit  violettem  Schimmer,  und  das 
Postantennalorgan  ist  gleichlang  wie  die  Breite  des  Augentleckes. 

27.  I.  maritima  Tullb. 

Fi-    11. 
Da  die  alte,  von  Tullberg  aufgestellte  Diagnose  nur  wenig 

Stett.  oDtoniol.  Zeit.  1903. 


137 

« 
aussagt  und  außerdem  nicht  auf  alle  dieser  Art  zugehörigen  Formen 

paßt,  möchte  ich  hier  eine  neue  vollständige  mittheilen: 

Grau    bis    braun  ^    Dente?,    Segmentgi-enzen    und    zahlreiche 
Flecke    und    Striche    auf    dem    Rücken    pigmentlos.     Behaarung 
kurz,  gleichmäßig,  am  Ende  des  Abdomen  wenig  länger^  Borsten 
stets  ungewimpert.    Antennen  etwas  länger  als  die  Kopfdiagonale  5 
Glied    II    IV2— "^   "^'^^    ^'    ^^^   etwas   länger    als    IL    IV    etwas 
länger    als    III,    oder    auch    III    etwas    kürzer    als     II    und    IV 
fast    gleich    2    •    III.       Riechhaare    fehlen.      Anteunalorgan     III 
typisch.     Postantennalorgan  gewöhnlich  breit  oval,  etwa  so  lang 
wie  zwei  Ommatidien  breit,  zuweilen  aber  schmal,  mit  parallelen 
Rändern,  ähnlich    dem  von  7.  tigrina  (Tullb.)  mihi.     8  Omma- 
tidien jederseits  auf  schwarzem  Fleck ;  Proximalommatidien  meist 
um  die    Hälfte    kleiner    als    die   übrigen.     Abdomen  III   so    lang 
oder  wenig  länger  als   IV.     Tarsen  ohne  Keulenhaare,   bisweilen 
mit  je  einer  längeren  distalen  Spitzborste.     Klauen  relativ  kurz  und 
breit  (Fig.  11)^  die  obere  scharf  gebogen,  zuweilen  mit  einem  kleinen 
Innenzahn  vor  der  Mitte;  Lateralzähne  klein.    Untere  Klaue  länger 
als  die  Hälfte  der  oberen,  breit,  mit  großer,  gerundeter  Innenlamelle, 
die  nur  selten  einen  kleinen  Zahn  besitzt.     Ventraltubus  spärlich 
behaart.    Tenaculum  mit  4  Kerbzähnen  an  den  Ramis  und  meh- 
reren Borsten  am  Corpus.    Furca  bis  zum  Ventraltubus  reichend. 
Dens    allmählich    und    stark    verschmälert,    gerade,    schlank,    auf 
der  Dorsalseite  geringelt,  2—3  mal  so  laug  wie  das  Manubrium, 
mit  langer   „pilus  mucronalis^'-.    Mucro  3— 4zähnig:  Apical-  und 
Anteapicalzahn  in  der  Mittelebene,  gewöhnlich  nur  ein  Proximal- 
zahn  an  der  Außenseite,  zuweilen  aber  zwei  solche  nebeneinander 
inserirt.     Länge  bis  1,7  mm. 

Die  Art  zerfällt  in  zwei  Subspecies: 

subsp.  typica  nov.  subsp. 
Kürpergestalt  breit,  plump,    dorsoveutral  abgeplattet.     An- 
tenne   II    IV2— 2    mal    I5    III    etwas    länger    als    II,    IV    etwas 
länger   als   III.      Postantennalorgan    breit    oval.       Klauen    ohne 
Innenzähne.     Mucro  stets  3zähnig. 

Btett.  entomol.  Zeit.  190;i. 


138 

Bei  Kristineberg  in  Bohuslän  unter  Tang  am  Meeresufer 
massenhaft  gefunden. 

subsp.  gracilis  nov.  snbsp. 

Körpergestalt  schlank,  cyUndriiich.  EezügUch  der  rclulivea 
Länge  der  Antennengheder  konmien  die  beiden  in  der  Artdiagnose 
erwähnten  Verhältnisse  vor,  am  häufigsten  doch  das  letztgenannte 
(II  IV2— 2  •  I,  III  etwas  kürzer  als  II,  IV  fast  gleich  2  •  III). 
Postantennalorgan  bald  oval,  bald  schmal  elliptisch.  Klauen 
mit  oder  ohne  Innenzähne.     Mucro  3-  oder  4-zähnig. 

Diese  Form  ist  besonders  deshalb  von  hohem  Interesse, 
weil  sie  die  verschiedensten  Uebergänge  zu  /.  tigrina  (Tullb.)  t)iihi 
aufweist  und  uns  dadurch  ermöglicht,  in  dieser  die  Stammform 
der  vorliegenden  Art  zu  erkennen.  Die  ein  schmal  elliptisches 
Postantennalorgan  und  vierzähnige  Mucrones  tragenden  Individuen 
sind  thatsächlich  von  /.  tigrina  (Tullb.)  mihi  f.  typica  nur  durch 
die  Gestalt  ihrer  Klauen  (Fig.  11)  sicher  zu  unterscheiden.  Diese 
Klauengestalt  ist  auch  als  das  specifische  Merkmal  aller  zu 
/.  maritima  Tullb.  gehörigen  Formen  anzusehen.  Ich  habe  nie- 
mals Uebergänge  zu  dem  Klauentypus  von  /.  tigrina  (Tullb.)  mihi 
beobachtet. 

Massenhaft  bei  Malmö  unter  Tang  gesammelt. 

28.  I.  minor  Schaff. 

Nur  ein  Exemplar  habe  ich  bei  Malmö  unter  Tang  zu- 
sammen mit  der  vorigen  gefunden. 

Die  Sinnesstäbchen  des  Antennalorgans  III  sind  bei  diesem 
sehr  schmal  und  gerade  und  liegen  gänzhch  frei,  nicht  wie  ge- 
wöhnhch  von  einem  Integumentwulst  geschützt. 

29.  I.  notabilis  SchäfF. 

Auch  bei  dieser  Art  kommen  Riechhaarc  vor.  yVntenne  IV 
trägt  deren  4 — 5  an  den  äußeren  und  oberen  Seiten  des  distalen 
Theiles. 

Ich  traf  diese  Art  häufig  unter  Blumentöpfen  in  Lund  und 
Norrköping  an. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


139 

30,  I.  sensibilis  TuUb. 

Durch  die  Untersuchung  einer  größeren  Anzahl  von  In- 
dividuen dieser  Art  bin  ich  in  der  Lage,  die  von  Schäffer  (53) 
gegebene  Beschreibung  in  einigen  Punkten  zu  ergänzen  und  be- 
richtigen. Die  vollständige  Diagnose  soll  nach  meiner  AufTassung 
folgendermaßen  lauten : 

Grau,  grünlichgrau,  blau  oder  röthlich,  gewöhnlich  stark 
violettschimmernd.  Hinterränder  der  Dorsalsegmente  meist  dunkler. 
Furca  und  oft  einige  Flecke  und  Striche  auf  dem  Rücken 
pigmentlos.  Median  auf  dem  Hinterkopf  ein  schwarzer  Fleck, 
der  gewöhnlich  durch  eine  dunkle  Linie  mit  jedem  Augenfleck 
verbunden  ist.  Frontalrand  des  Kopfes  meist  auch  schwarz. 
Außer  der  kurzen  gleichmäßigen  Behaarung  finden  sich  auf  den 
vorderen  Körpersegmenten  bis  zu  Abdomen  III  wie  auch  auf 
den  Extremitätenghedern,  die  Tarsen  ausgenommen,  einige  längere, 
abstehende,  einfache  Borsten.  Abdomen  IV  mit  einigen,  V  und 
VI  mit  zahlreichen  langen,  grob  und  einseitig  gewimperten 
Borsten.  Antennen  etwas  länger  als  die  Kopfdiagonale:  An- 
tenne II  1^/2  •  I,  III  so  lang  oder  etwas  kürzer  als  II, 
IV  1^/2 — 2  mal  III.  Riechhaare  fehlen.  Antennalorgan  III 
typisch.  Postantennalorgan  breit  oval  bis  unregelmäßig  rundlich, 
meist  etwas  kürzer  als  der  Durchmesser  eines  größten  Omma- 
tidiums.  8  Ommatidien  jederseits  auf  schwarzem  Fleck :  Proximal- 
ommatidien  sehr  klein.  Abdomen  IH  so  lang  oder  wenig  länger 
als  IV.  Vordertarsen  mit  2,  Mittel-  und  Hintertarsen  mit  3  am 
Ende  gekrümmten  Keulenhaaren.  Obere  Klaue  in  der  distalen 
Hälfte  mit  einem  kleinen  Innenzahn,  der  jedoch  auch  fehlen 
kann ;  Lateralzähne  klein.  Untere  Klaue  halb  so  lang  als  die 
obere,  mit  breiter  Basis,  bald  mit  deutlichem  Zahn,  bald  nur  mit 
vorspringender  Ecke  an  der  Innenlamelle.  Ventraltubus  spärlich 
behaart.  Tenaculum  mit  4  Kerbzähnen  an  den  Ramis  und 
10 — 12  Borsten  am  Corpus.  Furca  den  Ventraltubus  erreichend, 
deutHch  länger  als  die  Antennen.  Manubrium  relativ  kurz  und 
dick.     Dentes    allmählich    und    stark    verschmälert,    2^/2 — 3  mal 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


140 

so  lang  wie  das  Manubriuni,  mit  je  einem  „pilus  mucronalis^. 
Muero  deutlich  kürzer  als  die  untere  Klaue  des  dritten  Bein- 
paares, mit  3  nach  einander  angeordneten  Zähnen  von  etwas 
variabler  relativer  Größe.  Der  Proximalzahn  ist  an  der  Außen- 
seite iueerirt.    Länge  bis  2  mm. 

Von  dieser  Art  habe  ich  einige  Exemplare  in  Land  und 
Maglehem  unter  Baumrinde  gesammelt.  Herr  Wibeck  fand  sie 
zahlreich  im  Moos  in  den  Nadelwäldern  Smolands. 

31.  I.  arborea  (L.)  mihi. 
Sjn.    1740       Smä  svarta  Insecter,  som  sitta  under  harken  al'ganda 

träd,  och  häppa  med  stjerten.    De  Geer,   Hön  och 

Observationer. 
1744       Podura  campestris  nigra  splendens,  pedibus  caudaque 

albidis.     De  Geer,  Experimenta  et  observationes. 
1746        Podura    arborea    nigra;    pedibus    furcaque    albis. 

Linne,  Faun.  Svec.  Ed.  I. 
1758       Podura  arborea  Linn6,  Sjst.  Nat.  Ed.  X. 
1778  „        arhorea  nigra  De  Geer,  M6m.  Ins. 

1839  (?) /so/owa  arhorea  Bourlet,  Mem.  Podures. 
1842  (?)        „  „  „  M^m.  Podurelles. 

1896  „        denticvlata  Schäffer,  Coli.  Hamburg. 

Diese  Art,  zuerst  von  De  Geer  in  „Kongl.  Sv.  Vet.-Akad. 
Handl."  beschrieben  und  nachher  als  Podura  arhorea  nigra 
(Podure  noire  des  arbres)  in  das  monumentale  Werk  desselben 
Verfassers,  die  „Memoires  pour  servir  a  Fhistoire  des  Insectes" 
aufgenommen,  wurde  von  Linne  (36)  Podura  arhorea  be- 
nannt. Linn6  (35)  sagt,  sie  sei  auf  Oeland  gefunden  („Habitat 
in  Oelandiae  aceribus  inter  ligna  putrida").  Die  schwedischen 
Collembologen  Tullberg  und  Schott  haben  sie  indessen  mit 
keiner  heimischen  Art  identificiren  können.  Man  findet  sie  dagegen 
häufig  in  den  ausländischen  collembologischen  Arbeiten,  nament- 
lich älterer  Zeit;  die  Art  ist  jedoch  hier  entweder  falsch  auf- 
gefaßt vs^orden  oder  so  mangelhaft  beschrieben,    daß  eine  sichere 

Stott.  entomol.  Zeit.  1903. 


141 

Identificining  nicht  din-chfühvbar  ist.  Meiner  Ansieht  nach  ist 
Schaff  er  (52)  der  erste,  der  sie  mit  Sicherheit  wieder  gefunden 
hat.  Va-  beschreibt  sie  als  neu  unter  den  Namen  Isotoma  denti- 
cnlata.  Später  ist  sie  von  Bürner  in  Deutschland  sowie  von 
Carl  in  der  Schweiz  mehrmals  angetroffen  und  wird  in  den  be- 
treffenden Arbeiten  (10,  16,  17)  mit  dem  Schäffer'schen  Namen 
bezeichnet.  Selbst  habe  ich  sie  in  Lund  des  Winters  unter  der 
Rinde  alter  Obstbäume  in  großer  Menge  gesammelt. 

Bei  der  Identificirung  von  /.  denticnlata  Schaff,  mit  Podiira 
arborea  L.  habe  ich  die  Angaben  De  Geer's  riicksiehtlich  der 
Gestalt  der  Gabelbeine,  der  Farbe  des  Thieres  sowie  der  Jahres- 
zeit und  des  Lokals  als  entscheidend  angesehen.  Außer  der 
fraglichen  ist  nämlich  nur  eine  heimische  Isotoma-Art,  die 
I.  cinerea  (Nie.)  Tullb.,  durch  konvergente  Gabelbeine  gekenn- 
zeichnet. Auf  diese  paßt  aber  nicht  die  für  /.  arborea  (L.) 
angegebene  dunkle  Farbe.  Hinsichtlich  des  Lokals  und  der 
Jahreszeit  stimmen  die  Angaben  De  Geer's  völlig  mit  meinen 
Beobachtungen  überein  (vgl.  unten). 

Diagnose:  Rothviolett  bis  dunkelblau  oder  schwarz  mit 
violettem  Schimmer;  Extremitäten,  die  Basalglieder  ausgenommen, 
Furca  und  oft  Segmentgrenzen  und  mehrere  Flecke  und  Striche 
auf  dem  Rücken  pigmentlos.  Außer  der  kurzen  gleichmäßigen 
Behaarung  finden  sich  am  Abdomen  V  und  VI  zahlreiche  lange, 
abstehende,  einfache  oder  nur  sehr  fein  und  einseitig  gewimperte 
Borsten.  Antennen  etwas  länger  als  die  Kopfdiagonale.  Antenne  II 
IV2  •  I,  in  etwas  kürzer  als  II,  IV  Ji/a— 2  •  HL  Riechhaare 
fehlen.  Antennalorgan  III  typisch.  Postantennalorgan  länglich 
elliptisch  bis  oval,  an  Länge  gleich  1 — 2  Ommatidienbreiten. 
8  Ommatidien  jederseits  auf  schwarzem  Fleck ;  Proximalomma- 
tidien  kleiner  als  die  übrigen.  Abdomen  III  so  lang  oder  wenig 
länger  als  IV.  Vordertarsen  mit  2,  Mittel-  und  Hintertarsen  mit 
3  am  Knde  geraden  Keulenhaaren.  Obere  Klaue  hinter  der 
Mitte  mit  schwachem  Innenzahn,  der  jedcch  auch  fehlen  kann; 
Lateralzähne  klein.     Untere    Klaue    halb    so  lang    als    die  obere, 

Stett.  entonio).  Zoit.  190;i. 


142 

meist  mit  deutlichem  Innenzahn,  zuweilen  aber  nur  mit  vor- 
springender Ecke  an  der  Innenlamelle.  Ventraltubus  spärlich 
behaart.  Tenaculum  mit  4  Kerbzähnen  an  den  Ramis  und  bis 
9  Borsten  am  Corpus.  Furca  bis  an  die  Mitte  des  Abdomen  II 
reichend,  gleich  lang  oder  meist  etwas  länger  als  die  Antennen. 
Dentes  gekrümmt,  konvergent,  allmählich  verschmälert,  etwa 
zweimal  so  lang  als  das  Manubrium,  ohne  „pili  mucionales.'' 
Mucro  deutlich  kürzer  als  die  untere  Klaue  des  dritten  Bein- 
paares, mit  4  Zähnen :  3  nach  einander  in  der  Mittelebene,  der 
vierte  an  der  Außenseite  neben  oder  etwas  proximal  vom  dritten 
inserirt.    Der  Apicalzahn  ist  immer  der  kleinste.    Länge  bis  2  mm. 

Wie  aus  obigem  ersichlbch  ist,  kann  ich  den  Angaben 
Born  er 's  (10)  von  der  Lage  des  Innenzahns  der  oberen  Klaue, 
der  Länge  der  Furca  und  der  Gestalt  der  Dentes  wie  auch  von 
einigen  anderen  doch  minder  wichtigen  Verhältnissen  nicht  Jiei- 
stimmen.  Besonders  muß  icl»  das  Vorhandensein  einer  deutlichen 
Krümmung  und  Konvergenz  der  Dentes  betonen.  Diese  Kon- 
vergenz ist  jedenfalls  bei  dem  lebendigen  Thier  (nach  Betäubung 
durch  Aether  oder  Tabakrauch  untersucht)  stets  sehr  deutlich. 
An  in  Alkohol  konservirten  Exemplaren  tritt  sie  bisweilen 
weniger  hervor. 

Die  Art  ist  während  des  Winters  sehr  gemein  in  Lund 
unter  der  lockeren  Rinde  alter  Bäume.  Sie  ist  oft  in  dichten 
Haufen  anzutreffen.  Im  Sommer  fand  icli  dagegen  nur  einzelne 
Individuen. 

32.  I.  cinerea  (Nie.)  TuUb. 

p]ine  vollständige  Diagnose  dieser  Art  stimmt  mit  der  der 
vorigen  bis  auf  folgende  Punkte  völlig  überein: 

Grau  bis  hellblau.  Bisweilen  linden  sicii  drei  feine,  dunkle 
Längsbinden  auf  den  mittleren  Rückensegmenten.  Außer  def 
kurzen,  gleichmäßigen  Behaarung  linden  sieh  auf  den  vorderen 
Rumpfsegmenten  bis  zu  Abdomen  IV  wie  auch  an  den  Hüften 
je  1 — 2  längere,  abstehende,    einfache    oder   schwachgewimperte 

Stott.  entomol.  Zeit.  1903. 


143 

Borsten;  diese  zalilreich  und  länger  auf  Abdomen  V  und  VI. 
Postantennalorgan  breit  elliptisch  bis  oval,  an  Länge  gleich 
1 — 2  Ommatidienbreiten.  8  fast  gleich  große  Omniatidien  jeder- 
seits  auf  schwarzem  Fleck.  Untere  Klaue  immer  mit  deutlichem 
Innenzahn.  Furca  nur  den  Hinterrand  des  Abdomen  II  erreichend, 
l^/s — 11/2  'iial  kürzer  als  die  Antennen.  Mucro  schlanker  als 
bei  /.  arborea  (L.)  mihi.     Länge   bis  1,5  mm. 

Sehr  gemein  im   Walde  unter  feuchter  Raumrinde. 

33.  I.  quadrioculata  Tullb. 

Botanischer  Garten,  Lund,  unter  faulendem  Laub,  2  Exemplare. 

34.  I.  fimetaria  (L.)  Tullb. 

Gefunden  zahlreich  in  Lund  und  Maglehem  unter  Baum- 
rinde und  faulendem  Laub. 

Subfam.  Toinocerinae  Schaff. 
Gen.  Tomocerus  Nie. 

Die  Gliederung  der  Deutes  bei  den  hierhergehörigen  Formen 
ist  in  allen  bisherigen  systematischen  Arbeiten,  die  darüber  etwas 
aussagen,  fehlerhaft  angegeben.  Auch  Born  er  (10)  hebt  neuer- 
dings die  Zweigliedrigkeit  der  Deutes  als  einen  Charakter  der 
Unterfamilie  Toinocerinae  Schaff,  hervor.  Es  scheint  mir  um 
so  mehr  geboten,  hier  auf  diese  falsche  Auffassung  die  Aufmerk- 
samkeit zu  lenken,  -weil  eben  darin  die  Ursache  liegt,  daß  Lie- 
Pettersen  eine  Jugendform  von  T.  minor  Lubb.  als  eine  neue 
Species  aufstellen  konnte  (vgl.  unten).  Erst  von  Willem  (62) 
ist  bei  T.  longicornis  (Müller)  die  Dreigliedrigkeit  richtig  erkannt 
und  abgebildet  worden.  Ich  hatte  dieselbe  für  alle  unsere 
Tomocerusarten  festgestellt,  schon  ehe  die  schöne  Arbeit  dieses 
Forschers  mir  bekannt  wurde.  Die  Dentes  weisen  also  eine 
Gliederung  in  drei  Abschnitte  auf,  von  denen  die  vorderen  und 
mittleren  oder  nur  diese  die  für  die  Artcharakteristik  so  werth- 
vollen  Dorne  tragen.  Das  vordere  Stück  ist  bei  weitem  das 
kürzeste,  aber  etwas  dicker  und  breiter  als  die  anderen. 

Slett.  cntomol.  Zeit.  1903. 


144 

Es  scheint  niiv  min  nütbig,  bei  der  Artbcscbreibung.  nicht 
wie  bislier  geschehen,  nur  die  Zahl  der  Dentaldorne,  sondern 
auch  ihre  Vertbeilung  an  den  verschiedenen  Gabelbeinghedern 
anzugeben.  Ich  möchte  darum  die  von  mir  im  Folgenden  ange- 
wandte Bezeichnungsart  als  geeignet  empfehlen.  Die  Zahl  der 
dem  vorderen  Dentalglied  gehörigen  Dorne  setze  ich  über,  die 
der  mittleren  unter  einen  Strich.  Weichen  einige  durch  beträcht- 
lichere Größe  von  den  angrenzenden  ab,  so  werden  sie  durch  fette 
Schrift  angegeben. 

3.5.  T.  longicornis  (Müller)  Lubb."") 

S^'n.    1776  Podnra  longicornis   Müller,    Zool.  Dan.    Prodrom. 
1783  „  „  0.  Fabricius,  Beskrivelse  etc. 

1839  Macrotoma      ,,  Bourlet,   Mem.  Podures. 

r  -n        ferruginosa       „  „  ,, 

1841  Tomocerns  plnmbeus  Nicolet,  Rech.  Podur.    - 

1843  Macrotoma  spiricornis   Bourlet,    Mem.  Podurelles. 

1847  Tomocerns  phimhens  Nicolet,  Class.  Ins.  Apt. 

1862  Macrotoma  plumbea  Lubbock,  Notes  Thys.  II. 

1871  „  /'M/escewsTullberg,  Förteckn.  Sv.  Podur. 

1872  „  plumbea  ..  Sver.  Podur. 

1873  Tomocerns  longicornis  Lubbock,  Monograph. 
1876  „  „  Tullberg,  Coli.  bor. 
1893             „          plmnbeus,  Schott,  Pal.  Coli. 

1901    Podnra  plumbea  Börner,  NeueColl.u.zurNomenclatur. 

Formel    der   Dentaldorne:  ^ — ^ — ^ 

Gemein  an  den  verschiedensten  Lokalitäten. 

36.  T.  plumbeus  (Tempi.)  mihi. 

Syn.    1836  Podnra  plvmbea  Templeton,  Thys.  Hib. 

1839  Macrotoma  nigra  Bourlet,  Mem.  Podures. 

*)  Daß  die  von  Linnö,  Gcoffroy,  Fabricius,  De  Gcer  und 
Latreille  mit  dem  Namen  Podnra  plumbea  l;ezeiclinete  Art  übcrliaupt 
nicht  identificirbar  ist.  habe  ich  sclioii  an  den  Seiten  119  und  120  gezeigt. 
Und  von  der  gleichnamigen  Art  der  übrigen  älteren  Veriasser  vor 
T e  m  p  1  c  1 0  n  gilt  durchaus  dasselbe, 

Stett.  ontomol.  Zeit  190?.. 


145 

Syn.    1841  Tomocervs  celer  Nicole t,  Rech.  Podur. 

1843  Macrotomä  pliimbea  Bourlet,  Meni.  Podurelles. 

1844  „  lepida  Gervais,  In8.  Apt. 

1871  „  //«yescens  TuUberg,  Förteckn.Sv. Podur. 

1872  ,,  „  ,,  Sver.   Podur. 

1873  Tomocenis  niger  Lubbock,  Monograpli. 
1893  „  favescens  Scliiitt,  Pal.  Coli. 

1895  ,,  niger  Reuter,  Apt.  Fena. 

1896  „  faresceiis  Schäffer,  Coli.  Hamburg. 

1900  „  niger  „  Württemb.  Coli. 

1901  „  „  Uiu-iier,   Apt.  Krcuien. 
Diese  Art  ist  zum  ersten  mal  von  Tullberg  (57,  58}  unter 

den  Namen  Macrotoma  favescens  genügend  diagnosticirt  worden. 
Es  scheint  mir  denn  auch,  daß  es  bei  weitem  das  richtigste  ge- 
wesen wäre,  wenn  man  den  von  Tullberg  gegebenen  Namen  bei- 
behalten hätte.  Allein  sämmtliehe  moderne  Collembologen  haben 
sich  der  von  Reuter  (50)  vertretenen  Ansicht  angeschlossen, 
nach  der  die  Angabe  Bourlet's  von  der  gelben  Körperfarbe  seiner 
Macrotoma  nigra  genügen  soll,  um  die  Identität  dieser  Art  mit 
T.  favescens  (Tullb.)  festzustellen.  Auch  ich  will  keineswegs 
die  Wahrscheinlichkeit  dieser  Auflassung  leugnen.  Dann  aber 
ist  es  auch  nothwendig,  den  Namen  niger  (Bourl.)  durch 
plmnbeus  (Tempi.)  zu  ersetzen.  Wenn  nämlich  eine  Tomocerus- 
art  von  gelber  Körpeilai-be  gleich  T.  {lacescens  (Tullb.)  sein 
soll,  so  ist  sie  zum  ersten  mal  nicht  von  Bourlet,  sondern  von 
Templeton  (55)  beschrieben.  Er  charakterieirt  seine  Podura 
plnmhea  folgendermaßen  :  ,.Body  elongate  cylindric,  thicklj  covered 
with  purplish-blue  scales,  which  whcn  detached  exposed  the 
surface^  of  a  golden  yellow  colonr.^'  Hinzuzufügen  ist  nur 
noch,  daß  die  in  der  vor  dem  Jahre  1836  erschienenen  Litteratur 
überall    anzutreffende    Podirra  plnmhea    unmöglich    mit   einer  l)e- 

stimmten  Art  zu  identiliciren  ist. 

j 3 

Formel   der  Dentaldorne:    q-~ > — s 

o — 5,    a. 

Stett.  ontomol.  Zeit.  190:i.  10 


14() 

Nach  TuUberg  (58)  trägt  die  obere  Klaue  zwei  Inncii- 
zäliue  und  die  untere  einen.  Für  die  Klauen  des  dritten  Bein- 
paares  hält  dies  aber  nicht  immer  Stich.  Yon  38  untersuchten 
Individuen  entbehrten  7  jeder  Spur  eines  Zahnes  an  der  unteren 
Klaue,  und  von  denselben  7  hatten  2  je  3  Zähne  an  der 
oberen  Klaue. 

Sehr  gemein  im  Walde. 

37.  T.  vulgaris  (Tullb.). 

4—6,  1 
Formel   der  Dentaldorne:    -^ — ~ — ^ — - 

o,  1,   2,   1. 

Ueberall  gemein,  doch  weniger  häufig  als  die  beiden  vor- 
stehenden. 

38.  T.  minor  (Lubb.). 

Syn.  1897  Tomocenis  iiorccgicus  Lie  -  Pettersen,  Norges 
CoUembola. 
Die  als  Synonym  angeführte  ist  eine  Jugondform  dieser 
Art,  an  der  noch  nicht  die  definitive  Zahl  von  Dentaldornen  zur 
Ausbildung  gekommen  ist.  Daß  Lie-Pettersen  einen  eigen- 
artigen Rau  der  Deutes  für  seine  „Art"'-  beansprucht,  läßt  sich  ein- 
fach daraus  erklären,  daß  er  nur  die  vorderen,  sonst  von  den 
CoUembologen  übersehenen  Hautfalten  beobachtet  hat. 

4 

Formel   der  Dentaldorne:    ^      ,     ^     ,     „ 

3—4,   1,   1,   1. 

Diese    Art  habe    ich  bisher    nur  in   Lund  angetroflen,    hier 

aber  in  großer    Anzahl    unter    feuchtem  Laub    in  einem    Graben. 

Subfam.  Eiitoiiiobryinae  Seliält'. 

Bis  vor  kuizem  wußte  man  von  dem  Vorkommen  von  An- 
tennalorganen  bei  den  Entomobryinen  nichts.  So  giebt  B()rner  (10) 
in  der  von  ihm  im  voi-igen  Jahre  abgefaßten  Diagnose  der 
FumiVie  Etifomobryidae  folgendes  an:  „Antennalorgane  fehlen  bis 
auf  wenige  Beste  {Vzelio.  Amtrophoriis,  Isotoma)^^)  ganz.-'-     In 


'•')  Die    siimnitlich    nicht    zur  l'iitt'rl'iuuilio  Juit<HHolirj/'nuii-   gciiörou 
Stott.  rrtomol.  Zoit.  100;^. 


147 


einer  später  erschienenen  Abhandlung  (12)  behauptet  er  aber, 
er  habe  die  zwei  Sinnesstäbchen  des  Anteniialorguns  III  bei 
sämmtlichcn  Collembolen  gefunden.  Bei  den  fragUchen  Formen 
sollte  das  Organ  die  für  die  Isotominen  charakteristischen  Ver- 
hältnisse aufweisen,  also  (nach  Born  er)  aus  zwei  gänzlich  frei 
liegenden  SinnessJäbchen  bestehen.  Wie  ich  im  vorigen  hervor- 
gehoben habe,  trifft  die  Angabe  Börner''s  für  die  Isotominen 
nicht  zu.  Dies  ist  ebensowenig  für  die  Entomobryinen  der  Fall. 
Nach  meinen  Befunden  besteht  das  Antennalorgan  III  bei 
Orchesella,  Entomobrya,  Sira  und  Lepidocyrtus  aus  zwei  von 
einer  hinteren  Hautfalte  geschützten  Binnesstäbchen,  bei  Cyphodenis 
und  Hetei'omurus  dagegen  aus  3 — 4  gänzlich  freiliegenden.  Mit 
dem  Organ  III  sind  aber  die  antennalen  Sinnesorgane  der  Ento- 
mobryinen noch  nicht  erschöpft.  Ich  habe  Sinnessläbchen  an  der 
P^xternseite  des  zweiten  primären  Gliedes  am  distalen  Ende  bei 
allen  den  genannten  Genera  mit  Ausnahme  von  Heterotnurus 
gefunden.  Bei  Orchesella  kommen  sie  außerdem  an  der  Spitze 
des  ersten  primären  Gliedes  [=  Antenne  II  des  erwachsenen 
Thieres)  vor.  Von  besonderem  Interesse  ist  es,  daß  sie  niemals 
an  einer  sekundären  Gliedspitze  vorkommen.  Demzufolge  ist  man 
wohl  berechtigt,  für  die  l)etrcn'enden  Organe  ein  hohes  phylo- 
genetisches Alter  anzunehmen. 

Ich  gebe  hier  eine    tabellarische  Uebersicht    über  das  Vor- 
kommen von  Sinnesstäbchen  an  den  Antennen  der  Entomobryinen. 


Prim.   Ant.- 
Spitzc  I 


Frei 


Prim.  Ant.-j 
a   ■.       TT    I    Prim.  Ant. -Spitze  Jll 
.Sintze  II    !  ^ 


Frei 


Frei 


Von  einer 
Hantfalte 
rreschützt 


Orchesella  Tempi. 
Entomobrya  Rnnd. 
Sira  Lubb. 
Cyphoderus  Nie. 
Lepidocyrtus  Bourl. 
Heteromurus  Wankel 

StcU.  Piitomol.  Zeit.  1901 


2-4 


2-4 

1 

1 

3—4 

3—4 

1-2 

3-4 

10'' 


148 

Geu.  Orchesella  Tempi. 

Die  Zahl  der  Oiumatidien  ist  von  allen  bisherigen  Verfassern 
fälschlich  zu  6  an  jeder  Seite  angegeben.  Ich  konnte  stets  an 
allen  hierhergelüirigen  Arten  die  für  die  CoUenibolen  typische 
Anzahl  (8  jederseits)  konstatiren.  Die  bisher  übersehenen 
Proximal«  )ninialidien  sind  aber  sehr  klein.  Deren  Corneal- 
(lurchmesser  ist  nur  eindrittel  bis  einhalb  mal  so  groß  wie  der- 
jenige der  übrigen  Einzelaugen. 

Sehäffer  (.53)  hat  es  versucht,  die  Arten  dieser  Gattung, 
für  welche  man  früher  nur  Farben-  und  Zeichnungsunterschiede 
kannte,  durch  konstante  moiphologische  Merkmale  zu  trennen. 
Da  er  aber  bei  einigen  vorher  als  selbstständige  Arten  an- 
geseheneu Formen  keine  solche  aul'lindeu  konnte,  so  giebt  er 
auch  die  Artberecbtigung  dieser  Formen  nicht  zu.  sondern  führt 
sie  als  Varietäten  der  mit  ihnen  morphologisch  übereinstimmenden 
Arten  aui'.  Von  den  in  unserem  Lande  gefundenen  Formen  sind 
also  nach  Heb  äffer  nur  hifasciaia  Nie,  cincta  (L.)  Lubb.  und 
favescens  (Bourl.),  (--  rufescena  Lubb.)  selbstständige  Arten. 
spectahilis  Tullb.  dagegen  eine  ^ "arietät  von  fcwescens  (Bourl.), 
\^'as  uun  abci-  die  von  Sehäffer  zur  Arttrennung  benutzten 
Formenmerknuile  betrilVt,  so  geht  schon  aus  den  von  ihm  selbst 
angegebenen  Zahlen  genügend  hervor,  daß  das  Verhältniß  der 
Länge  der  Mucroncs  zur  Länge  der  unteren  Klaue  des  dritten 
Beinpaares  keine  erwähncnswcrthen  oder  jedenfalls  nicht  für  eine 
Arttrennung  anwendbaren  DilTerenzen  bei  den  liier  in  l>eti-acht 
kommenden  Arten  aufweist  (bei  hi/'asciafa  wie  1  :  2,5,  bei 
cincta  wie  1  :  2 — 2,5,  bei  flarescens  wie  1  :  2,25 — 2,75). 
Die  beiden  andeicn  Längenverbältnisse  scheinen  dagegen  nach 
der  von  Sehäffer  gegebenen  Tabelle  zu  urtheilen  recht  anwendbar 
zu  sein.  Ich  habe  aber  eine  .Kontrolluntersuchung  vorgenommen, 
die  zu  einem  etwas  abweiehenden  Resultat  geführt  bat.  Ich 
gebe  hier  eine  Uebersicht: 

Stoft.  onfoiTiol.  Zi'if.   1003. 


149 


Lüii^o  der  unteren 

Lunge  der  olieren 

Klaue  III  im   Vcr- 

Klaue  III  im  \'ei'- 

liiiltniß  zur  Entfcr- 

hällniß  zur  Lunge 

nunu"  des  Außen- 

des  Keulenhaares 

/-nluR's  von  der iSpitze 

des   Tiir^us 

0. 

ciiu-ta  (L.)   l.iilili. 

1    :  0,42—0,5 

1   :  0,70-0,77 

0. 

bil'usciatu  Nie. 

1    :  0,41-0,5 

1   :  0,70—0,78 

0. 

flavescens  (Boml.) 

1    :  0,63—0,73 

1    :   0,75—0,84 

0. 

spec'tabilis  (Tullb.)  iiiiiii 

1   :  0,66—0,70 

1   :  0,77—0,86 

Die  obigen  Zahlen  gelten  für  cincta.  hifasriata  und  fla- 
vescens die  bei  der  L'ntersuchung  von  20  völlig  erwachsenen 
Exemplaren  jeder  Art  gefundenen  Variationsextreme  an.  Von  der 
seltenen  spectabilis  standen  mir  nur  8  Exemplare  zur  Veiüigung. 
Ich  habe  es  für  nöthig  gehalten,  diese  langweiligen  Messungen, 
die  nebenbei  bemerkt,  genau  in  der  von  Schäifer  empfohlenen 
Weise  ausgeführt  sind,  an  einer  möglichst  großen  Zahl  von  In- 
dividuen zu  unternehmen,  weil  es  nicht  unwahrscheinlich  ist,  daß 
die  Resultate  Schaff  er 's  durch  die  Anwendung  eines  allzu 
kleinen  Untersuchungsmaierials  zu  erklären  sind. 

Obige  Tabelle  zeigt  nun  mit  aller  wünschenswerthen  Deut- 
lichkeit, daß  einige  Differenzen  in  den  betreffenden  Längen- 
verhältnissen ebensowenig  zwischen  cincta  und  hifasciata  wie 
zwischen  favescens  und  spectabilis  existiren.  Wenn  man  aber 
trotzdem  0.  hif'ai^ciata  uuch  weiter  als  eine  selbstständige  Art 
auffassen  muß  —  dafür  spricht  sowohl  die  abdeichende  Länge 
ihrer  Antennen  als  ihre  eigenartige  Zeichnung,  die  durch  keine 
Uebergänge  mit  derjenigen  von  0.  cincta  zusammen  zu  hängen 
scheint  —  so  kann  nach  meinem  Dafürhalten  die  zwischen 
0.  favescens  und  ().  speclabilis  vorhandene  Uebcreinstimmnng 
in  den  hier  bes])rochenen  Verhältniseen  ebensowenig  ausreichen, 
um   die  Artberechtigung  der  letzteren  ganz  auszuschließen. 

39.  0.  flavescens  (Bourl.). 
Svn.    1839  Ih'terotoma  parcscens  Üourlet,   Mem.   Poduies. 
1841   Orchesella  melanocephala  Nicolet,  Rech.  Podur. 

St't(.  fiitoniol.  Z.-it.  1903. 


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n 

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11 

fl 

T, 

n 

1) 

150 

1843   Aefhcocpn/a  rufescena    Bourlet,    Mem.    Podiirellcs. 
,,  ^  nibi'ofasciaius      „  „  „ 

^  „  quinquefasciaius  Hoiirlet,  Mem.    „ 

,,  dimidiatus  ,.  .,        „ 

1847  Orchesella  favescens    Nicolet,   Class.  Ins.  Apt. 
mehm  acephala     „ 
ruhrofa^ciata      „ 
„  ,.  qiiinqnefasciata  „ 

,,  „         dimidiata  „  „        ,,       ,, 

1862  „  vufescens  Lubboc-k,  Notes  Thys.  H. 

1871  .,  „  Tullberg,  Förteckn.  Sv.  Podur. 

„  ,.  specfabilis.   parihn  Tullberg,    Föiteekii. 

Sv.   Podur. 

Der  in  der  neueren  collembologisehen  Litteratur  für  diese 
Art  gebrauchte  Name  0.  riifescens  (Wulfen)  kann  nicht  bei- 
behalt«'n  werden,  da  die  Diagnose  Wulfen's  keine  sicheren  Auf- 
schlüsse über  die  Identität  der  Po</«/'a  rw/e.9ce«.s  giebt  und  außer- 
dem durch  die  Angabe  von  deren  viergliedrigen  Antennen  gerade 
gegen  die  bisher  allgemein  anerkannte  Identificirung  spricht.  Ich 
citire  hier  die  Beschreibung  Wulfen  "'s:  ^^Fodura  rufescens,.  villosa, 
oculis  atris,  furca  albida.  Etwas  größer,  als  der  kurz  vorher 
beschriebene  (Podura  arborea  L.),  ist  er,  und  dem  Thone,  auf 
dem  er  herumhüpfte,  an  Farbe  ähnlieh,  nempe  aquose  ex  luteo 
rufescens  omnibus  corporis  partibus,  dempta  modo  furcula  caudae 
albida.  Oblonga  et  i])sa,  linearis,  teres,  villis  exstantibus  obsita; 
capite  subgloboso,  inflexo;  oculis  atris;  Antennis  concoloribus, 
dimidii  corporis,  liliformibus,  quadriarticulatis:  Thorace,  quam 
capite  abdomineque,  tantisper  angustiore.  Pedibus  corpore,  non 
furcae  caudali,  concoloribus." 

Von  der  Podura  rufescens  Gmelin  (29)  ist  ebensowenig 
eine  exakte  Identificirung  durchzuführen,  wie  schon  Tullberg  (58) 
hervorgehoben  hat. 

Die    fragliche    Art    wurde    zum    ersten    mal    von    Bourlet 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


151 

unter  dem  Namen  Heterofotna  flacescens  leidlich  bepchriebeii   und 
muß  somit  0.  facescens  (Bouil.)  beuunnt  werden. 

Die  hier  aulgefüiirten  Aberrationen  kommen  /Aisannncu  vor 
und  sind  durch  die  verschiedensten  Zwischenformen  mit  einander 
verbunden. 

ab.  pallida  Reut. 
Syn.     1843    (?)    AeUtcoccriDt.      nibrofasciahis     Ho u riet,     Mem. 

Poduvelles. 
,,       (?)  „  quinquefascialiifi   Bourlet,    Mem. 

Podurelles. 
.,       (?)  ,,         dimidialus  Bourlet,  Mem.  Podurelles. 

1895  Orchesella  riffescens  \'Ar.  pallida  Reuter,  Apt.  Fenn. 
Sehr  gemein  im  Walde. 

f.  typica. 
Syn.    1839  Heterotoma  farescens  Bourlet,  Mem.  Podures. 
1843  Äetheocerus   tnifescens         „  Mem.   Podurelles. 

Seltener  als  die  Aberrationen. 

ab.  melanocephala  (Nie). 
Gemein,  aber  seltener  als  ab.  pallida  Heut. 

40.  0.  spectabilis  Tullb.  partim,  mihi. 
Syn.    1871   Orchesdla  spectabilis.  partim  Tulll)erg.    Förtecku. 

Sv.  Podur. 

1872  „         '         ,.  ,,  ,,        Sver.  Podur. 

Mit  den  Foi'menmerkmalen  der  vorigen  Art,  aber  von  ge- 
ringerer Größe.  Weiß  bis  gelb.  Kopf,  Antenne  I,  Vorder-  und 
Lateralränder  des  Metathorax,  vordere  Hälften  des  ]\I('tatlioi'ax 
und  des  Abdomen  II,  Abdomen  IV  in  der  vorderen  Hälfte  bis 
nahe  ganz  schwarzviolett. 

Wie  aus  obigem  hervorgeht,  fasse  ich  diese  Art  in  etwas 
anderem  Sinne  als  Tullberg  auf.  Ich  rechne  hierher  nur  seine 
sog.  „diudvlen  Exemplare".  W^is  die  ..hellen  Exemplare"  be- 
trifft, so  stimmt  meine  AulVassung  von  diesen  ganz  mit  der   von 

Stett.  entomol.  Zeit.  190:i 


152 

Uzel  (60)  und  Schaff  er  (52)  ausgesprochenen  überein.  Sie  sind 
nichts  anders  als  0.  flavescens  ab.  pallida  Reut.  Weder  mit 
dieser  noch  mit  den  anderen  flavescens-Formen  ist  aber  0.  specta- 
i>///.s-  Tullb.  partim,  tnihi  durch  Zwischenformen  verbunden.  Da 
sie  außerdem  von  geringerer  Größe  ist,  sehe  ich  mich  genöthigt, 
sie  vorläufig  als  eine  selbstsländige  Art  aufzufassen.  Erst  Züch- 
tungsexperimente können  diese  sowie  zuhlreiche  andere  „Species- 
fragen"  definitiv  entscheiden. 

p]inige  Exemplare  dieser  Art  .«^ind  \o\\  mir  in  Billinge  und 
von   Herrn   A\'ibeck   in   A\'ernamo  gefunden. 

41.  0.  cinota  (L.)  Lubb. 

Diese  Art  ist  eine  untrer  allgeuieinsten  Cülleuilx)len.  Sie 
kommt  mit  den  drei  hier  aufgeführten  Zeichnungsvariationen  an 
den  verschiedensten  Lokalitäten  vor. 

ab.  unifasciata  (Nie). 
Diesen    Zeichnungstypus    habe    ich    bisher  nur   bei  Jugend- 
formen beobachtet. 

f.  typica. 

Zu  dieser  Form  gehört  die  überwiegende  Mehrzahl  der  mir 
vorliegenden  Exemplare. 

ab.  vaga  L. 
Gemein  mit  der  Hauptform    zusamuaen  und  in  diese  durch 
allerlei  Zwischenformen  übergehend. 

42.  0.  bifasciata  Nie. 
f.  typica. 
^^'eiß    bis   orangegelb.      Vordere    Hälften    von   Abdomen  II 
und  III    schwarz.     Abdomen  IV  mit  einer    schwarzen    Querlinie 
gleich  vor  dem  Hinterrande.    Vorder-  und  Seitenränder  des  Ab- 
domen V  schwarz. 

Selten  zusammen  mit  der  nachfolgenden  angetroffen. 

Stott.  oDtomol.  Zeit.  1903. 


153 

ab.  intermedia  nov.  ab. 

Gleich  der  Hauptforni,  aber  auch  Vorderrand  und  eine  mittlere 
.Querbinde  auf  Abdomen  IV  schwarz  oder  Abdomen  IV  bis 
auf  einige  hellere  Flecke  ganz  schwarz. 

Diese  Foi-m  ist  intermediär  zwischen  der  Hauptform  und 
ab.  mnlfi/'asciata  Uzel.  . 

Sehr  gemein  im  Walde. 

Gen.  Entomobrya  Rond. 

43.   E.  lanuginosa  (Nie.)  mihi. 

Fig.  12. 
Syn.    1841       Degeeria  lamiginosa  Nicolet,  Rech.  Podur. 

„     (?)         „     ««««//*•  var. /woMfa/m  Nicolet,  Rech.  Podur. 
1^     0)        ■>■,  „      var.  interrupta      „  „         ,, 

4867  „     lanuginosa  Lubbock,  Notes  Thys.  III.. 

■>■,  ■>•,     Nicoletii  „  '     „         ,.        „ 

1871  „     muscomm  Tullberg,  Förteckn.  Sv.  Podur. 

1872  „  ,,  .,      ■     Sver.  Podur. 

1873  „     lanuginosa  Lubbock,  Monograph. 
„  „     Nicoletii  ,, 

1883       Entomobrya  multifasciata,  partim  Bro ok ,  Revision 
Entomobrya. 

Meine  Auffassung  von  E.  lanuginosa  (Nie),  E.Nicoleti  (Lubb.) 
und  E.  muscormn  (Tullb.)  stimmt  völlig  mit  der  von  Brook  (14) 
vertretenen  überein.  Wie  dieser  Forscher  habe  auch  ich  eine 
kontinuirliche  Serie  von  Uebergangsformen  zwischen  E.  lanu- 
ginosa (Nie.)  und  E.  muscormn  (Tullb.)  beobachtet,  und  zwar 
ist  von  diesen  E.  Nicolefi  (Lubb.)  die  häufigste  und  meist 
markirte.  E.  multifasciata  (Tullb.)  kann  ich  dagegen  nicht  zu 
demselben  Formenkreis  führen,  wie  es  außer  Brook  auch  Uzel  (60) 
und  Börner  (10)  gethan  haben.  Freilich  hat  Börner  ganz  recht, 
wenn  er  die  von  Schäffer  (52)  zur  Trennung  von  E.  multi- 
fasciata (Tullb.)  und  E.  muscormn  (Tullb.)  benutzten  Merkmale 
als  nicht    stichhaltig    bezeichnet.     Da  er    aber    ebensowenig  wie 

Stett.  oiitouiol.  Zeit.  1903. 


154 

irgend  ein  anderer  der  bisherigen  Collembolenforeeher  die  wirk- 
lichen Unterschiede  zwischen  diesen  Formen  kennt,  kann  ich 
auch  seiner  Behauptung,  er  habe  Ucbergänge  zwischen  den  beiden 
gefunden,  keine  allzu  große  Bedeutung  zuerkennen.  Die  speeitischen 
Unterschiede  zwischen  lanuginosa  ab.  mnscorum  (Tullb.)  und 
E.  multifasciata  (Tullb.)  beziehen  sich  auf  die  Zeichnung  des 
vierten  Abdominalsegments  und  die  feioere  Struktur  der  dorsalen 
Hinterrandbinden.  Sie  werden  gelegentlich  der  Besprechung  der 
betrclTenden  Formen  näher  angegeben. 

f.  typica. 
Sjn.    1841  Degeeria  lanuginosa  Nicolet,  Rech.  Podur. 

1883  Entomobrya  multifasciata   var.   lanuginosa    Brook, 

Revision  Entomobrya. 
Diese   Form  ist  sammt  der  folgenden   sehr  gemein  an  den 
Meeresufern   im    Gras,    unter    Tang    etc.,    kommt    aber   auch  -im 
Biunenlande  vor.    Sie  ist  von  mir  in  den  Schären  Oestergötland's 
und  Bohuslän's  sowie  bei  Lund  und  Maglehem  gesammelt. 

ab.  Nicoleti  (Lubb.)  mihi. 

Svn.  1841  (?)  Degeeria  nivalis  var.  montana  Nicolet,  Rech.  Podur. 

1867  „        Nicoletii  L  üb  bock,  Notes  Thys.  III. 

1871  „        muscorum,   partim    Tullberg,    Förteckn. 

Sv.  Podur. 

1872  „        mwscorwm,  par/ew  Tullberg,  Sver.  Podur. 

1873  „        Nicoletii  Lubbock,  Monograph. 

1883      Entomobrya   multifasciata   var.    Nicoletii    Brook, 
Revision  Entomobrya. 

Diese  Form  habe  ich  beim  Streifen  auf  Waldwiesen  immer 
in  ungeheurer  Menge  erhalten.  Sie  fehlt  auch  nirgends,  wo  die 
Hauptform  oder  die  ab.  muscorum  (Tullb.)  vorkommt. 

ab.  muscorum  (Tullb.)  mihi. 
Syn.  1841  {'?)Dcgeeria  niralis  viw.interrupta'Nicolvl,  Rech.  Podur. 
1871  ,,        muscorum,    partim    Tullberg,    Förteckn. 

Sv.   Podur. 

Stott.  enloniol.  Zeit.  l'M'ö. 


155 

Syn.  1872      Degeeria  muscorum,  'partim  Tu  11  borg,  Sver.  Podur. 
1883  Entomobrya  multifasciata  f.  typica,  partim  Biook, 

Revision  Entomobrya. 
1900  „  Nicoletii     var.      muscorum     Schüffcr, 

Württemb.  Coli. 
Abd.  IV  mit  nur  zwei  vorderen,  lateralen  Flecken,  die  bei 
schwach  pigmentirten  Individuen  nicht,  bei  den  dunkleren  mit 
den  beiden  Hinterrandflecken  jeder  Seite  zusammenhängen,  nie 
aber  median  mit  einander  verbunden  sind  (Fig.  12).  An  den 
Hinterrandbinden  der  Th.  II  —  Abd.  III  ist  das  Pigment  wie 
gewöhnlich  in  kleine  unregelmäßige  Flecken  vertheilt. 

Gemein  im  Walde  unter  Laub,  lockerer  Baumrinde  etc. 

44.  E.  multifasciata  (TuUb.)- 
Fig.  13,  14. 

Abd.  IV.  mit  vier  vorderen  Flecken,  die  bisweilen  zu  einer 
einheitlichen,  zackigen  Querbinde  zusammengeflossen  sind.  Wenn 
sie  wie  meistens  auch  mit  den  Hinterrandflecken  zusammen- 
hängen, ist  jeder  nur  mit  dem  ihm  entsprechenden  derselben' ver- 
bunden (Fig.  13).  An  den  Hinterrandbinden  der  Th.  II  —  Abd.  III 
ist  das  Pigment  in  größere  rektanguläre  und  polygonale  Felder 
vertheilt  (Fig.   14). 

f.  typica. 

Die  Hinterrandbinden  sind  von  den  Lateralflecken  scharf 
getrennt. 

Gemein  unter  Steinen,  Laub  etc.  an  Wegrändern  und  Angern. 
Sie  bevorzugt  trockenere  Stellen  als  irgend  eine  andere 
Entomobryaart.  So  habe  ich  sie  in  großer  Menge  an  der  kargen 
Krautvegetation  der  Sandfelder  des  östlichen  Sehonen's  gefunden, 
wo  von  Colleml)olen  außer  ihr  nur  Smiiifhurun  pruinosus  Tullb. 
aushalten  konnte. 

ab.  cineta  nov.  ab. 

Die  Hinterrandbinden  sind  mit  den  Lateraltlecken  zusammen- 
geflossen.   —    Spärlich    zusammen    mit  der  Hauptform  gefunden. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


156 

45.  E.  arborea  (TuUb.). 

Spärlich  unter  der  Rinde  alter  Obstbäume  in  Lund  gefunden. 

Die  var.  obscura  Schaff.  (53)  ist  mit  der  Hauptform  ganz 
identisch,  was  bei  einer  Vergleichung  der  von  Tullberg  (58)  und 
Schäffer  gegebenen  Abbildungen  ohne  weiteres  einleuchtet. 

46.  E.  nivalis  (L.)- 

Die  von  Schäffer  (52")  für  diese  Art  angegebene  große 
Variabilität  habe  ich  gar  nicht  konstatiren  können.  Nach  meiner 
Erfahrung  ist  sie  vielmehr  eine  unsrer  am  wenigsten  variirenden 
Collembolenformen.  Von  ca.  500  von  mir  untersuchten  Individuen 
gehörten  nur  5  zu  ab.  maculata  Schaff,  und  ein  einziges  zu 
ab.  'Immaculata  Schaff.  Aber  auch  bei  diesen  waren  die  lür 
die  Hauptform  charakteristiFchen  Zeichnungselemente  durch  aller- 
dings äußerst  schwache  Schattirungen  angedeutet.  Wenn  also 
die  Berechtigung  einer  Aufstellung  besonderer  Namen  schon  für 
diese  etwas  fraglich  erscheint,  so  ist  sie  gewiß  für  die  von 
Schäffer  als  var.  pallida  bezeichneten  Exemplare,  die  ja  von  der 
Hauptform  nur  durch  etwas  schwächer  ausgebildete  Zeichnung 
differiren,  ganz  ausgeschlossen. 

Sehr  gemein,  an  den  verschiedensten  Lokalitäten.  Besonders 
auf  Juniperus  communis  ist  sie  stets  in  ungemein  großer  Anzahl 
anzutreffen. 

47.  E.  corticalis  (Nie). 
Gemein  im  Walde.     Alle   mir  vorliegenden  Exemplare  ge- 
hören zu  der  Hauptform. 

48.  E.  albocincta  (Tempi.). 

Gemein  unter  der  Rinde  alter  Bäume,  aber  stets  in  geringer 
Anzahl.  Bei  Kristineberg  in  Bohuslän  haben  wir  sie  auch  im 
Moos  und  unter  den  Flechten  auf  den  Klippen  zahlreich  gefunden. 

49.  E.  marginata  (Tullb.). 

Gefundeii  zahlreich  in  Nadelwäldern  in  Ocstergöllaud  und 
Smoland. 

Stett.  cntomol.  Zeit.  1903. 


157 

Die  var.  pallida  Krausb.  (30)  kann  nach  meiner  Meinung 
nicht  als  eine  von  der  Hauptform  verschiedene  Aberration  auf- 
geführt werden.  Es  scheint  mir  näniHch  nicht  berechtigt,  für 
Exemplare,  die  nur  durch  etwas  schwächere  Pigmentausbildung 
von  der  Hauptform  abweichen,  besondere  Varietätnamen  auf- 
zustellen. 

Gen,  Sira  Lubb. 

50.  S.  Buski  Lubb. 

Nach  meiner  Meinung  ist  obiger  Name  beizubehalten  und  nicht, 
wie  es  Schaff  er  (53)  und  andere  wollen,  durch  prnni  (Nie.)  zu 
ersetzen,  denn  abgesehen  davon,  daß  die  Abbildung  Nicolet's  (46) 
von  den  Schuppen  der  Degeeria  pruni  der  von  Schäffer  durch- 
geführten Identificirung  widerspricht,  paßt  doch  auch  die  Farben- 
beschreibung („varie  de  brun,  de  gris,  de  noir  et  de  blanc") 
sehr  schlecht  selbst  auf  die  helleren  Formen  dieser  Art.  Und  eine 
reine  Vermuthung  reicht  wohl  nicht  aus,  um  eine  Nomenclatnr- 
änderung  zu  motiviren. 

Häufig  auf  und  unter  Baumrinde  in  den  Gärten.  Nur  ein- 
mal im  Walde  (bei  Maglehem)  angetroffen. 

51.  S.  flava  nov.  spec.  (an  ab.?). 

Fig-.  15. 

Mit  der  Körpergestalt  und  den  übrigen  Formenmerkmalen  der 
S.  Bnski  Lubb.,  doch  etwas  kleiner.  Gelb  mit  grauen  Schuppen. 
Antennen  zum  größeren  oder  kleineren  Theil  dunkelviolett.  Seiten- 
ränder der  Th.  H  und  III,  bisweilen  auch  die  der  Abd.  I  und  11, 
immer  die  Hinterränder  der  Abd.  II  und  III  an  den  Seiten 
dunkclviolett  gesäumt.  Hinterränder  der  Abd.  IV,  V  und  VI 
mit  je  zwei  seitlichen  Flecken,  die  an  Abd.  V  und  VI  gleich 
oft  zu  Querbinden  zusammen  geschmolzen  sind.  Selten  an  dem 
mittleren  Theil  von  Abd.  IV  jedorseits  ein  kleinerer  Fleck. 
Länge  bis  1,5  mm. 

Ich  vermag  zur  Zeit  nicht  sicher  zu  entscheiden,  ob  diese 
Form    als  selbstständige  Art    oder    als    eine  Farbenvariation    von 

Stett.  entomol.  Zoit.  1903. 


158 

S.  Biiski  Lubb.  zu  betrachten  ist.  Als  Art  habe  ich  sie  vorläufig 
aufgeführt,  weil  ich  sie  an  verschiedenen  Orten  in  Menge 
angetroffen  habe,  ohne  einen  einzigen  Farbenübergang  zu 
S.  Buski  Lubb.  auftinden  zu  können.  Die  Variabilität  der  Zeich- 
nung scheint  auf  die  in  der  Diagnose  angegebene  beschränkt  zu 
sein.  Das  dunkle  Pigment  ist  stets  in  scharf  begrenzte  Binden 
und  Flecken  vertheilt,  niemals  ditfus  verbreitet  wie  bei  den 
helleren  Exemplaren  von  S.  Buski.  Von  S.  nigromaculaia  Lubb., 
der  sie  in  der  Zeichnung  am  meisten  ähnelt,  ist  sie  durch  Körper- 
gestalt und  Grundfarbe  gut  getrennt.""')  Uebrigens  ist  diese  Form 
kleiner  als  irgend  eine  andere  heimische  Sira-kvi. 

Nicht  selten  unter  lockerer  Baumrinde  in  den  Laubwäldern 
Schonen's.  Gefunden  bei  Maglehem,  Romeleklint,  Bökeberg 
und  Skäralid. 

52.  S.  nigromaculata  Lubb. 
Svn.    1896  Lepidocfirl US  aiiiericüJitis  Mixv\i\ii.,  A  House-infesting 
Spring-tail. 

Diese  Art  weicht  von  den  übrigen  hier  vorkommenden 
jSe'ra-Ai-ten  außer  durch  die  Farbenmerkmale  auch  durch  schlankere 
Körpergestalt  und  relativ  längeres  Abd.  IV  ab.  Bei  S.  Buski, 
flava  und  platani  ist  Abd.  IV  nur  3 — 4  mal  länger  als  Abd.  III, 
bei  vorliegender  Art  4 — 7  mal. 

Gemein  an  alten  Fenstei'zargen  und  trockenem  Holz  in  der 
Nähe  von  Gebäuden.  Im  Walde  habe  ich  sie  bisher  nie  an- 
getroffen. 

53.  S.  platani  (Nie). 
Syn.    1898  (?)  Seira  japonica  Folsom,  Japan.  Coli.  I. 

1899  (?)  Sira  corticalis  Carl,  Schweiz.  Coli. 

Diese  schöne  Art  ist  durch  folgende  zwei  Formenmerkmale 
von  der  vorigen  gut  getrennt:  1)  der  Mucro  hat  lu^inen  Basal- 
dorn,  an'  entsprechender  Stelle  aber  ein   kaum  sichtbares  stumpfes 


*)  Die  Grundfarbe  der  S.  nigr<miaculafa  I.ubl).  ist  luimlich  nicuials 
gell),  wie  oft  angegeben  Avird.  sondern  rein  weiß  bis  aschengrau. 
Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


159 

Tuberkel,  2)  die  Schuppenstreifen  gehen  unabgebrochen  von  einem 
Ende  der  Schuppen  zum  anderen. 

In  Bökebeig  auf  herabgefaHenen  Baumzweigen  in  mehreren 
Exemplaren  gesammelt. 

Gen.  Cyphoderus  Nie. 

.54.  C.  albinos  Nie. 
Gemein    unter    Steinen   etc.    zusammen    mit   Formica-    und 
Lasius-Aiten  sowie  in  den  Nestern  der  Hügelameise. 

Gen.  Lepidocyrtus  (Bourl.). 

55.  L.  cyaneus  Tullb. 
Identisch  mit  dieser  Art  sind  aller  WahrscheinHchkeit  nach 
Podiira  violacea  GeofF.  und  Cyphoderus  pusiUns  Nie,  aeneus  Nie, 
agilis  Nie.  und  parvvhts  Nie.  Die  betreffenden  Diagnosen,  be- 
sonders die  der  erstgenannten,  sind  jedoch  allzu  unvollständig, 
um  sichere  Anhaltspunkte  für  die  Identificirung  abgeben  zu  können. 

f.  typica. 
Ueberall    sehr  gemein    unter  am  Boden    liegenden   feuchten 
Gegenständen. 

ab.  assimilis  (Reut.). 
Unter    Tang    an    einer    kleinen    Insel    unter    den    äußersten 
Schären  Oestergötlands,  1  Exemplar. 

56.  L.  lanuginosus  Tullb. 
Svn.    1891  Lepidocyrtus  fucatus  Uzcl,  Thys.  Bohem. 

Die  zuerst  von  Seh  äffer  hervorgehobene  Identität  von 
L.  fucatus  Uzel  mit  L.  lanuginosus  Tullb.  hat  nach  meiner 
Ansicht  volle  Gültigkeit.  Beim  er  (10)  hält  die  Trennung  dieser 
Arten  vorläufig  aufrecht,  liefert  aber  zugleich  den  besten  Beweis 
ihrer  Identität.  Nach  ihm  soll  nämlich  L.  fucatus  Uzel  durch 
dunklere  Farbe,  allmählich  zugespilzte  untere  Klaue  ohne  Inneneckc 
und  das  Vorhandensein  eines  distalen  Innenzahns  an  der  oberen 
Klaue  von  L.  lanuginosus  Tullb.  difleriren.    Diese  Merkmale  sind 

Stett,.  entomol.  Zeit.  1903. 


160 

nun  aber  eben  die  des  typischen  L.  lanuginosus  Tullb.,  wie 
aus  der  Beschreibung  Tullberg's  (58)  mit  aller  wünschenswerthen 
Deutlichkeit  hervorgeht.  So  bezeichnet  Tullberg  die  Körperfarbe 
seiner  Art  als  „flavus  vel  fulvus'-  und  sagt  von  der  Klauen- 
bezahnung:  „Die  obere  Klaue  ist  mit  zwei  deutlichen  Zähnen 
versehen."  Bezüglich  der  Gestalt  der  unteren  Klaue  stimmt  auch 
Tullberg's  Fig.  7  auf  Taf.  VI  mit  der  Fig.  31  Bürner's  (10) 
genau  überein. 

Der  L.  lamiginosns  Börner  (10)  ist  entweder  eine  neue 
Art  oder  eine  Variation  der  gleichnamigen  Art  Tullberg's. 

Mit  vorliegender  Art  sind  wahrscheinlich  die  älteren 
Cyphoderiis  gibbidiis  Nie.  und  C.  liynorum  Nie.  nee.  Fabr.,  wie 
auch  Lepidocyrtus  argentatus  Bourl.  und  L.  ricidaris  Bourl. 
identisch.  Wegen  der  sehr  unvollständigen  Beschreibungen  ist 
es  jedoch  unmögheh,  die  Identität  dieser  Arten  sieher  festzustellen. 

Sehr  gemein  unter  Baumrinde,  faulendem  Laub  und  Holz, 
zwischen  Moos,  auf  Pilzen  etc. 

57.   L.  albicans  Reut. 

Morphologische  Unterschiede  zwischen  dieser  Form  und  der 
vorigen  habe  ich  ebensowenig  wie  Schaff  er  (53)  auffinden  können. 
Ich  sehe  mich  doch  genöthigt,  sie  vorläufig  als  Art  gelten  zu 
lassen,  weil  sie  durch  ihre  rein  weiße  Körperfarbe  und  viel  ge- 
ringere Größe  wie  auch  durch  ihr  Vorkommen  beträchtlich  von 
L.  lanuginosus  Tullb.  abweicht.  P]ine  Jugendform  von  dieser 
ist  sie  nicht,  möglicherweise  eine  Varietät.  Erst  das  Experiment 
der  Züchtung  kann  diese  Frage   entscheiden. 

Beim  Streifen  auf  Grasfeldern  im  Walde  habe  idi  stets  diese 
Art  zusammen  mit  Entomohrya  lannginnsa  ab.  Nicoleii  (Lubb.) 
in  großer  Menge  erhalten. 

Gen.  Pseudosinella  Schaff. 

58.  P.  alba  (Pack.)  Schaff. 
Sjn.    1869  (?)  jBecfem  argentea  Lubbock,  Notes  Thys.  IV. 

Nach  der  in  Lubbock 's  „Monograph  of  the  CoUembola  and 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


161 

Thysaiuira'-  gegebeneu  Abbildung  von  Beckia  argentea  zu  urtheilen, 
scheint  mir  diese  Art  keine  andere  als  die  fragliche  zu  sein. 
Ich  überlasse  es  aber  Lubbock  selbst,  diese  meine  Vermuthung 
zur  Gewißheit  zu  erheben  und  die  dann  unerläßlich  gewordene 
Namensänderung  durchziilühren. 

Baisberg,  an  einem  verwesenden  Baumstumpf,  2  Exemplare. 

Gen.  Heteromurus  Wankel. 

59.  H.  nitidus  (Tempi.)- 
Nicht  selten  in  Schonen  unter  allerlei  auf  dem  Boden  liegenden 
Gegenständen.     Einmal  habe  ich  sie  zahlreich  in  den  Erdri.hren 
des  Regenwurms  herumlaufend  gefunden. 

Subordo  ^yiiiiilsyiileoita  Börii. 

Farn.  Smintliuridae  Tulll). 
Subfam.  Siiiintliuriiiae  Börii. 
Gen.  Sminthurides  Born. 

60.   S.  Malmgreni  (Tullb.). 
Diese  Art  tritt  hier  in  i'olgenden  Zeichnungsvariationen  auf: 

ab.  quadrilineata  nov.  ab. 
Anstatt  einer  unpaaren  dorsalen  Längsbinde  finden  .^ich  zwei 
parallel  neben  einander  häufende,  eine  an  jeder  Seite  der  Rücken- 
mittellinie. 

Durch  Verschmelzung  dieser  zwei  Längsbinden  entsteht  die 
ab.  elegantula  (Reut.). 
ab.  abrupta  nov.  ab. 
Die  dorsale  Längsbinde  ist  in  z\\  ei  hinter  einander  liegende, 
isohrte    Flecke,    einen    kürzeren    vorderen    und    einen    länglichen 
hinteren,  aufgel<'>st. 

Durdi  Verschwinden   des  hinteren  Fleckes  .entsteht  di(^ 

ab.  maculata  nov.  ab. 
Die  dorsale  Längsbinde  ist  bis  auf  einen  kleinen  Mitlellh-ck 
ganz  verschwunden. 

ab.  nigrescens  Born. 

Stett.  onfoinol.  Zoit.  1903.  11 


1(52 

Ich  traf  alle  diese  Formen  zusammen  an  einem  Sumpf  in 
der  Nähe  von  Lund. 

61.  S.  aquaticus  (Bourl.)- 
Sehr  gemein  auf  stehenden  und  lließenden  Gewässern.    Alle 
von   mir  erbeufeten  Exemplare  gehören   zu   der  Haupiforni. 

Gen.  Sminthurinus  Born. 

62.  S.  caecus  (Tullb.). 

Ich  habe  diese  Art  unter  Blumentöpfen  in  meinem  Wohn- 
zimmer in   mehreren   Exemplaren   gesammelt. 

63.  S.  niger  (Lubb.). 

Die  von  Born  er  (10)  gegebene  ausführliche  Beschreibung 
dieser  Art  ist  insolbrn  ungenau,  als  er  ihr  das  Vorhandensein 
von  Laleralzähnen  an  der  oberen  Klaue  abspricht.  Die  obere 
Klaue  des  dritten  Bciupaares  hat  nach  meinen  Beobachtungen 
konstant  vier  kleine  Ijateralzähne  und  die  der  vorderen  Bein- 
])aare  noch  mehrere,  deren  Anzahl  ich  aber  wegen  ihrer  äuBerst 
winzigen  Größe  nicht  genau  feststellen   konnte. 

Gemein  unter  Blumentöpfen  in  Lund. 

64.  S.  aureus  (Lubb.)  Born. 

Auch  für  diese  Art  giebt  Börner  (10)  den  Bau  der  oberen 
Klaue  unrichtig  au.  Diese  ist  nämlich  mit  einer  eng  anliegenden 
Tunica  versehen  und  hat  in  der  distalen  Hälfte  einen  deutlichen 
Innenzahn. 

Von   dieser  Art    sind   folgende  Aberrationen  angetroffen: 

f.  typica. 
Unter  Laul)  im    hiesigen    botanischen   Garten    während   des 
Winters   zahlreich   gefunden. 

ab.  punctata  Krausb. 
Häutig   zwisclien   der   Hau]ttforui. 

vStett.  cntomol.  Zoit.   19(t.i. 


163 

ab.  quadrilineata  (Tullb.)  Born. 

Syn.    1873  Smynthnnis  BoinieUi  Lubbock,  Monograph. 

1   P^xeniplur  hat  Herr  Wiheck  bei  Kristineberg  in  Kohu.sIäu 

erbeutet. 

ab.  ochropus  (Reut.). 

Häufig  zwischen   dvv  Hauptl'orni. 

Gen.  Sminthurus  (Latr.)  Born. 

6.5.  S.  repandus  nov.  spec. 

Fig.  16,  17,  18. 

Hinterer  Theil  des  „großen  Abdominalsegments"  mit  einer 
meistens  sehr  deuthehen  sattelförmigen  Einsenkung  (Fig.  16). 
Obere  Klaue  anscheinend  ohne  Außen-,  Lateral-  und  Innenzähne. 
Untere  Klaue  borstent'örmig,  ohne  Lamellen  (Fig.  17).  Appen- 
dices  anales  im  basalen  Theil  rund,  im  distalen  etwas  ver- 
breitet, mit  gezähnter  Spitze  (Fig.  18).  Im  übrigen  mit  den 
Formenmerkmalen  der  .S'.  /y//e«s-Reihe.  Gelb,  der  abgesenkte 
Theil  des  Rückens  meist  tiei"  orangefarbig.    Länge  ca.  1   mm. 

Durch  den  Bau  der  Klauen  und  der  Appendices  anales 
stellt  sich  diese  besonders  gut  charakterisirte  Art  als  die  primitivste 
der  zur  S.  /«/ews-Reihe  angehörigen  Formen  heraus. 

Mehrere  Exemplare  habe  ich  von  Prunus  cerasus-Sträucheru 

wie  vom  Gras  eines  Grabens  bei  Maglehem  gestreift.    Von  Herrn 

Wibeck  ist  sie  auf  Gräsern  und  Carices  bei  Hvittarvd  in  Snioland 

gefunden. 

66.  S.  Intens  Lnbb. 
Fig.  19. 
Syn.    1841   Sniynthunis   i^iridis  Nie  ölet.  Rech.  Podur. 

1843  (?)  Sminthtn'NS  itipuJinae  Bourlet,  Mem.  Podurelles. 

1897  Sminfhiinis  fulriis  Lie -Pettersen,  Norges  Col- 
lembola. 

Daß  S.  lupulinae  Bourl.  mit  dieser  Art  identisch  ist,  geht 
aus  der  Beschreibung  Bourlet' s:  ,,d'un  jaune  uniforme  en  dessus, 
quelquefois  avcc  une  legere  teinle  ferrugineuse;  d'un  jaune- 
blanchatre  en  dessous;  antennes,  surtout  le  dernier  article,  d'un 
rouge-ferrugineux'',    zusammengestellt    mit    der  Fundnotiz:    „Tres 

Stett.  entomol.  Znit.  190.S.  11* 


1G4 

commiui  das  les  pvairies  mv  le  Medicago  lupiilina",  ganz  un- 
zweifelhaft hervor.  Da  aber  in  der  Diagnose  Bourlefs  kein 
einzises  Merkmal  erwähnt  Avird,  wodureh  eine  Identiücirung  der 
Art  mil  S.  vn^ignis  Keut.  v(illig  ausgesehlossen  werden  kann, 
so  habe  ich  niieli  nieht  entsehlieBen  können,  den  weit  passenderen 
Namen  Itileus  (hireli  den  älteren  lupulinae  zu  ersetzen. 

Börner  (10)  führt  N.  j)rnino<ins  Tullb.  als  eine  Farben- 
varielät  von  S.  Mens  Lubb.  auf,  weil  er  nieht  den  geringsten 
morphologischen  Untersehied  zwischen  diesen  beiden  bisher  immer 
als  selbslständige  Arten  aufgefaßten  Formen  feststellen  konnte. 
Er  bemerkt  aueh.  er  habe  die  Appendices  anales  nicht  wahr- 
nehmen kthinen.  Die  von  mir  vorgenommene  Untersuchung 
ergab  indeß  das  Vorhandensein  so  ausgeprägter  und  v(>llig  kon- 
stanter Unterschiede  in  der  Gestalt  eben  dieser  Bildungen 
(Fig.  19,  20,  21),  daß  ich  mich  genüthigt  sehe,  nicht  ntir 
S.  IhIphs  Liibl).  in  ihrer  ursprünglichen  Umfassung  beizubehalten, 
sondern  sogar  die  zwei  bisher  als  Farbenvarieläten  von  S.  pi'ni- 
Nostis  Tulll).  angesehenen  Formen  als  selbstständige  Arten  auf- 
zufassen. 

Bei  der  vorliegenden  Art  sind  die  Appendices  anales  (Fig.  19) 
blattftirmig,  von  ovaler  Gestalt,  kurz,  ca.  2'/2  mal  länger  als  breit, 
gegen  die  Basis  zu  ein  wenig  verschmälert,  mit  in  der  distalen 
Hälfte  sehr  i'ein  ciliirtem   Kande. 

Kommt  massenhaft  im  Grase  und  auf  anderen  niedrigen 
Pflanzen  auf  olfenen  Feldern   aaIc  im   Walde  vor. 

07.  S.  piuinosus  Tullb. 

Fig.  '^0. 

Syn.  1871   Stuinlliiirns  pniiiiosiis  Tullberg,  Förteckn.  Sv.  Podur. 

1872  „  „  „  Sver.   Podur. 

1893  „  „          partim  Sch(»tt,  Pal.  Coli. 

1901  „  Ititetis    var.    ]»'uinoüa,    partim    Börner, 

Apt.  Bremen. 
Appendices   anales    (Fig.  20)    blattförmig,   nahezu   zweinuil 

Stctt.  rntoniol.  Zeit.  190;!. 


165 

länger  als  bei  voriger  Art,  gut  viermal  länger  als  Ijreit,  mit  gegen 
die  Spitze  immer  gröber  gefranztem  Rande. 

Diese  Art  kommt  massenhaft  auf  der  niedrigen  Kraut- 
vegetalion   der   Sandfelder  des  (istliehen   Sehonen's   vor. 

68.  S.  signatus  Nie,  mihi. 
Fi--.  21.    ' 

Syn.    1841   SiinintJniniK  sif/iiatiis  Ni'colct,   Reeh.  Podur. 

1847  ,.  „  „  Class.  Ins.   A])t. 

„       ?  „  fuliginosus      „  „         „       „ 

1863  „  horlensis  Fiteh,  Eighth  Report. 

1876  Sniinthiirns  lineatus  Reuter,  Oat.  praeeurs. 

1891   SmyntluirHS  frontalis  Uzel,  Thys.   Bohem. 

1893  Stninfhunis  pniinosiis,  partim  Schott,  Pal.  Coli. 

189.5  ,,  .,     var. /^ne«^MS  Reuter,  Apt.  Fenn. 

1896  „  atratus  Schäffer,    Coli.  Hamburg. 

1901  ,,  Intens    var.  pnrinosa.    partim   Bürner, 

Apt.  Bremen. 

Appendices  anales  (Fig.  21)  blattförmig,  sehr  stark  ver- 
breitet, kaum  länger  als  breit,  mit  ganz  glattem  Rande. 

Häufig  im  Sommer  am  Boden  auf  dem  Hofe  des  hiesigen 
zoologischen  Instituts.  Herr  Wibeck  fand  zwei  Exemplare  bei 
Wernamo  zwisehen  Moos  im  Nadelwalde, 

69.  S.  bilineatus  Bourl.,  TuUb. 

Fig.  22. 
Wie  L  üb  bock  (42)  und   mit  ihm  Born  er  (10)  diese  Art 

mit  S.  nblongus  Nie.  identisch  haben  erklären  können,  ist  mir 
ganz  unbegreiflich.  Die  Zeichnung  des  S.  bilineatus  Bourl., 
Tullb.  ist  die  folgende:  Grundfarbe  weiß  bis  bleichgelblich.  Eine 
schwarzbraune  Längsbinde  verläuft  an  jeder  Seite  des  Rückens 
von  dem  Augenfleck  bis  an  das  Ende  von  Abd.  IV,  wo  sie  mit 
derjenigen  der  anderen  Seite  zusammentrifft.  Unterhalb  dieser 
findet  sich  in  der  hinteren  Hälfte  des  Abdomen  eine  kurze,  sehräg 
nach  hinten  und  innen  verlaufende,  ebenfalls  schwarzbraune  Längs- 
binde, deren  hinterer  Endpunkt  mit  dem  der  vorigen  zusanmien- 

Stett.  oiitomol.  Zeit.  1903. 


16b 

lulU.  AIkI.  V  und  VI  mit  dunlden  Flecken  oder  Querbinden. 
Ein  ganz  anderes  Aussehen  hat  aber  -S.  ohlongus  Nie.  Nach 
Nicolet  (46)  fällt  die  Grundfarbe  der  Oberseite  ins  Braune,  und 
die  Zeichnung  besteht  aus  einem  schmutzig  weißen  oder  gelben. 
lKill)niondforniigen  Flecke  zwischen  den  Augen  und  zwei  unregel- 
mäßigen nach  hinten  konvergierenden  Rückenlängsbinden  von 
derselben  Farbe.  Inmitten  auf  und  an  beiden  Seiten  von  diesen 
liegen  mehrere  schwarze  oder  braunrothe  Flecke.  Auch  zeigt 
die  beigefügte  Abbildung  nicht  die  entfernteste  Aehnlichkeit  mit 
S.  hilinealus  Bourl.,  Tullb. 

Unter  den  Namen  S.  ohlongus  Nie.  CD.  hat  Born  er  (10) 
eine  Reihe  von  bisher  als  selbstständige  Arten  aufgefaßten  Formen 
zusammengeführt.  Von  denselben  habe  ich  nur  drei,  .S^.  hili- 
neatus  Bourl.,  Tullb.,  S.  nocemlineatus  Tullb.  und  S.  insignis  Reut, 
o-efunden.  Diese  standen  mir  aber  in  sehr  großer  Anzahl  zur 
Verfügung  und  ich  bin  jetzt  nach  Untersuchung  des  reichlichen 
Materials  in  der  Lage,  die  Behauptung  Börner"s,  sie  sollten  in 
ihren  F(»rmenmerkmaleü  bis  auf  das  kleinste  mit  einander  über- 
einstimmen, zu  widerlegen,  sowie  durch  Heranziehung  einiger 
völlig  konstanten  morphologischen  Differenzen  deren  von  Born  er 
verneinte  Artrechte  sicher  zu  begründen. 

Die  specifischen  Formenmerkmali'  der  vorliegenden  Art 
sind  folgende : 

Appendices  anales  (Fig.  22)  gerade;  deren  Länge  verhält 
sich  zur  Länge  der  Mucrones  wie  1  :  1,3 — 1,5.  Innere  dorsale 
Borsten  der  Dentes  von  normaler  Länge.  Die  mittleren  von 
ihnen  sind  somit  etwa  gleich  der  halben  Länge  der  Mucrones. 
Länge  des  Thieres  bis  1   mm. 

Sehr  gemein  auf  Gräsern  und  Bhuuen  auf  Wiesen  wie 
im  Walde. 

70.  S.  novemlineatus  Tullb. 
Fi-r.  '16. 
Appendices    anales  (Fig.  23)    in    basaler    Hälfte    stark   ge- 
krümmt; deren  Länge  verhält  sich  zur  Länge  der  Mucrones  wie 

Stett.  eiitomol.  Zeit.  1903. 


167 

Ik'I  vorijier  Arl.  Innen'  doi-.'-ak'  Borptcu  clor  Dentos  sehr  l;ui_u-. 
Die  mittleren  von  ihnen  sind  nur  sehr  weniü,-  kürzer  als  die 
Mucrones.     Länge  des  Thieres  bis    l,o   nun. 

Ich  hübe  diese  Art  in  großer  Anzahl  von  Gräsern  und 
Carices  in  einem  Moore  bei  Maglehem  gestreil't.  Herr  Wibeek 
sammelte  einige  Exemplare  im  (Iras  um  Ufer  eines  kleinen  Binnen- 
sees  in   der  Nähe   von   Wernanio. 

71.  S.  insignis  Reut. 
Fig.  24. 
Appendices  anales  (Fig.  24)  schwach  und  gleichmäßig  ge- 
krümmt,  an  der  Spitze  sehwach  gezähnt.      Deren   Länge    verhält 
sich  zur    Länge    der    Mucrones  wie  1    :   1,8 — 2.     Innere    dorsale 
Borsten  der  Dentes  noch  etwas  länger  als  bei   voriger   Art.     Die 
mittleren   von    ihnen    sind    gleich    lang  bi^    etwas  länger    als  der 
Mucro.     Länge  des  Thieres  bis   1,7  mm. 
Gemein  auf  Sumpfvegetation. 

72.  S.  marginatus  Schott. 

Fig.  25. 

Ueber  die  eigenartige  Gestalt  der  bisher  nicht  beobachteten 
A})pendices  anales  giebt  die  Fig.  25  genügend  Aufschluß. 

Die  obere  Klaue  hat  gerade  entgegen  der  Angabe  Bö  rner's  (6) 
keine  Pseudonychien,  besitzt  aber  mehrere  Lateralzähne. 

Gefunden  in  mehreren  Exemplaren  bei  Maglehem  untei- 
Steinen. 

73.  S.  viridis  (L.j. 
ab.  cinereoviridis  Tullb. 
Ungemein   häutig  auf   Gräsern    und   sonstigen    Kräutern  auf 
Sumpfwiesen  und  in  feuchten  Gräben. 

ab.  speciosa  Schott. 

Gleich  häutig  wie  die  vorige,  aber  nur  spärlich  zusammen 
nnt  dieser.  Bevorzugt  trockenere  ^^'iesen  und  grasbewachsene 
Orte   der  Wälder. 

Stett.  eutomol.  Zeit.  19üa. 


168 

f.  typica. 
Ein    ExL'inplai-    wurde    von    Herrn  AVibeck    vom  Grase  im 
Nadelwalde  bei  Wernamo  gestreift. 

ab.  dorsovittata  Reut. 
Ein  Exemplar  zusammen  mit   voriger  gefunden. 

74.  S,  flaviceps  Tullb. 
l'ig.  26. 
Fig.  26  giebt  eine    der  bisher    unbeaehteten.    sehr   charak- 
teristischen Appendices  anales  wieder. 

5  Exemplare  dieser  Art  fand  ich  zusammen  mit  S.  mar- 
ginatus  Schott  und  ^\  Ltibbocki  Tullb.  unter  Steinen  bei  Maglehem. 
2  Exemplare    erbeutete    ich  zwischen  Moos    im  Walde  Baisberg. 

7.5.  S.  fuscus  (L.). 
f.  typica. 
Unaemein  häufio-  im  Walde  auf  Gräsern.  Baumstrünken  etc. 
ab.  maculata  Krausb. 

Häutig  mit  der  Haujjtt'orm  zusammen. 

76.  S.  Lubbocki  Tullb. 
Ich  traf  4  Exemplare  dieser  Art    bei  Maglehem  zusammen 
mit    .S.   marginatiis  Schott    und  S.  faviceps  Tullb.     Von    Herrn 
Wibeck    sind  2  Exemplare    zwischen    Moos    im    Nadelwalde   bei 
Wernamo  gefunden. 

Subfam.  Dic.vrtominae  Böru. 

Gen.  Dicyrtoma  Bourl.,  Banks. 

77.  D.  fusca  (Lucas,  Lubb.). 
f.  typica. 

6  Exemplare  habe  ich  unter  einem  Holzstück  bei  einem 
Bache  in  Maglehem   gefunden. 

ab.  silvatica  (Tullb.). 
Syn.    1871  Papirius  silcalicus  Tullberg,  Förteckn.   Sv.  Podur. 
1872         „  „  „  Sver.  Podur. 

Zahlreiche  Exemplare  zwischen  Moos  im  Walde  Baisberg. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


169 

In   Smoland  wurde    sie    mehrmals    von    Herrn    Wibeck    an   ähn- 
lichen Lokalitäten   gesammelt. 

78.  D.  atra  (L.). 
f.  typica. 
Gemein  in  Wäldern  unter  Holzstücken  etc.   und  besonders 
zahlreich  auf  Hutpilzen. 

ab.  dorsalis  (Reut.)  Axels. 
Syn.   1876  Papirius  dorsalis  Reuter,  Catalog.  praecurs.  Podur. 

Fenn. 
1888  ..         ater   var.    albosiynata    Parona,    Res    Li- 

gusticae,  VI. 
1895         ,,         dorsalis  Reuter,  Apt.  Fenn. 
1900  .,        ater  var.  dorsalis  Axelson,  Vorl.  Mittheil. 

Nicht  selten  zusammen  mit  der  Hauptform. 
79.  D.  minuta  (0.  Fabr.,  Tullb.). 
'  ab.  pallida  nov.  ab. 

Weiß  oder  bleichgelb.  Augenflecke  und  ein  Fleck  zwischen 
den  Antennenbasen  schwarz.  Antennen  violett.  Sonst  ohne 
jegliche  Zeichnung. 

Spärlich  mit  den  folgenden  zusammen. 

f.  typica. 

Nicht  selten  auf  Sumpfpflanzen  und  zwischen  abgefallenem 

Laub  in  Wäldern. 

ab.  ornata  (Nie). 
Zwischen    abgefallenem    Laub    auf    Romeleklint    zusammen 
mit  der  Hauptform  gefunden. 

ab.  pulchella  Krausb. 
1   Exemplar  zwischen  Laub  in  Bökeberg.     Mehrere  Exem- 
plare   streifte    ich    von    Myosotis    palustris    an    einem    Bache    in 
Maglehem. 


Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


170 

Verzeichiiiss  der  benutzten  Litteratur. 

1.  Absolon,  K.:  lieber  Uzelia  setifera,  eine  neue  Collembolen- 

Gattung  des  mährischen  Karstes,  nebst  einer  Ueber- 
sicht  der  Anurophorus-Arten.  Zool.  Anz.,  Bd.  XXIV, 
No.  641,  1901. 

2.  —       Weitere  Nachricht  über  europäische  Hülilencollembolen 

und  über  die  Gattung  Aphorura  A,  D,  Mac  G.  Zool. 
Anz.,  Bd.  XXIV,  No.  646/647,  1901. 

3.  —        Ueber  Neanura  tenebrarum  nov.   sp.    aus  den  Höhlen 

des  mährischen  Karstes;  über  die  Gattung  Tetrodon- 
tophora  Reuter  und  einige  Sinnesorgane  der  Oollem- 
bolen.     Zool.  Anz.,  Bd.  XXIV,  No.  653,  1901. 

4.  Axelson,  W.  M. :    Vorläufige  Mittheilung    über  einige  neue 

Collembolen-Formen    aus    Finnland.     Meddelanden   af 
Societas  pro  Fauna  et  Flora  Feunica.     H.  26,  1900. 
.5.  Banks,  N. :  The  Smynthuridae  of  Long  Island,  New-York. 
Journ.  New-York  Ent.  Soc.  Vol.  VII.   1899. 

6.  Börner,  C. :  Vorläufige  Mittheihuig  zur  Systematik  der  Sniin- 

thuridae  Tullb.,  insbesondere  des  Genus  Sminlhurus 
Latr.  Zool.  Anz.,  Bd.  XXIII,  No.  630,  1900. 

7.  —        A'^orläuflge  Mittheilung   über  einige    neue  Aphorurinen 

und  zur  Systematik  der  Collembola.  Zool.  Anz., 
Bd.  XXIV,  No.  633,  1901. 

8.  —        Ueber    einige    theilweise    neue    Collembolen    auts    den 

Höhlen  der  Gegend  von  Letmathe  in  Westfalen. 
Zool.  Anz.,  Bd.  XXIV,  No.  645,  1901. 

9.  —       Ueber    ein   neues    Achorutidengeuus   Willemia,    soAvie 

4  weitere  neue  Collembolenformen  derselben  Familie. 
Zool.  Anz.,  Bd.  XXIV,  No.  648,  1901. 

10.  —        Zur    Kenntniß    der    Apterygoten-Fauna    von    Bremen 

und  der  Nachbardistrikte.  Abh.  Nat.  Ver.  Bremen, 
Bd.  17,  1901. 

11.  —       Neue  Collembolenformen  und  zurNomenclatur  derCollem- 

bola  Lubb.  Zool.  Anz.,  Bd.  XXIV,  No.  657/658,  1901. 

Rtett.  cntomol.  Zeit.  1903. 


171 

12.  Börner,  C:  Uebev  das  Antenaalorgan  ITI  der  CoUembolen 
und  die  h^Btematische  Stellung  der  Gattungen Tetracant- 
hella  Schott  und  Actaletes  Giard.  Zool.  Anz.,  Bd.  XXV, 
No.  662,  1902. 

13.  Bourlet:    Memoire   sur  les   Podurelles.     Mem.    Soc.   Roy.  et 

Centr.  d'Agricult.,  Sciene.  et  Arts  du  Depart.  du  Nord, 
seant  a  Douai.    1841-42.    Douai  1843. 

14.  Brook,    G.:    A  Revision  of   the  Genus    Entomobrya    Rond. 

(DegeeriaNic).  Linn.  Soc.  Journ.  Zool.  Vol.  XVII,  1883. 

15.  Burmeister,  H.:  Handbuch  der  Entomologie.  Bd.  II,  Abth. 2, 

Berlin  1838. 

16.  Carl,  J.:    üeber    schweizerische    CoUembola.     Revue    Suisse 

Zool.,  T.  6,  Fase.  2,  1899. 

17.  -        Zweiter   Beitrag    zur    Kenntniß    der    CoUembolafauna 

der  Schweiz.  Revue  Suisse  Zool.,  T.  9,  Fase.  2,  1901. 

18.  Carp enter,  G.  H.    and  Evans,  W.:    The  CoUembola   and 

Thysanura  of  the  Edinburgh  District.  Proc.  Roy.  Phys. 
Soc.  Edinbm-gh,  Sess.  1898-99,  1900. 

19.  Dalla   Torre,    K.  W.  v.:    Die    Gattungen    und    Arten    der 

Apterygogenea    (Brauer).    46    Programm    des    K.  K. 
Staats-Gymnasiums  in  Innsbruck,   1895. 

20.  Fabricius,     J.     Chr.:      Entomologia     systematica.      T.    II, 

Hafniae  1793. 

21.  Fabricius,    0.:     Beskrivelse     over    nogle    lidet    bekiendte 

Podurer,    og  en  besönderhg  Loppe.     Nov.    Act.  Soc. 
Scient.  Hafn.,  T.  II,  1783. 

22.  Folsom,  J.  W.:    Japanese  CoUembola.     Bull.  Essex   Instit., 

Vol.  29,   1898. 

23.  -       Japanese   CoUembola.    Part.  II.    Proc.    Amer.    Acad. 

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'  kunna    häppa    i    högden.       Kongl.     Sv.    Vet.-Acad. 
Handl.,  1740,  Vol.  I. 

stell,  entomol.  Zeit.  1903. 


172 

25.  Gecr,   C.    de:    Experimenta    et    observationes    de    parvulis 

inseetis   etc.,    quibus    Podurae   nomen  est.    Act.    Soc. 
Reg.  Sei.  Upsal.,  T.  I,  1744. 

26.  —       Memoires  pour  seivir  a  Thistoire  des  Insectes.  T,  YII, 

Stockolm  1778. 

27.  Geoffroy,    E.    L.:    Histoire    abregee    des   Insectes,    qui   se 

trouvent   aux  environs   de  Paris.  T.  II,    Paris   1762. 

28.  Gervais,    P. :  Histoire  naturelle  des    Insectes.      Apt^res    III 

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29.  Gmelin,  J.F.:  Linnaei  SystemaNaturae,  Tom. I,  Pars V,  1790. 

30.  Krausbauer,    Th.:    Neue    Collembola    aus    der    Umgebung 

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No.  567/568,  1898. 

31.  Latreille,  P.  A. :  Histoire  naturelle  des  Crustaces  et  Insectes. 

T.  III,  Paris  1802. 

32.  —       Genera  Crustaceorum  et  Insectorum.  T.  I.  Paris  1806. 

33.  Lie-Pettersen,    0.  J. :    Norges   Collembola.     Bergens  Mus. 

Aarbog  for  1896.     Bergen  1897. 

34.  —        Apterygogenea  in  Sogn  und  Nordfjord  1897  und  98 

eingesammelt.      Bergens     Mus.     Aarbog     for     1898. 
Bergen  1899. 

35.  Linn^,  C.  v.:   Fauna  Svecica.    Ed.  I.    Stockholmiae  1746. 

36.  —       Systema  Naturae.    Ed.  X.    T.  I.    Holmiae  1758. 

37.  —       Fauna  Svecica.    Ed.  II.    Stockholmiae  1761. 

38.  —       Systema  Naturae.    Ed.  XII.    T.  I.    Holmiae  1766. 

39.  Lubbock,  J. :  Notes  on  the  Thysanura.  Part.  II.  Transact. 

Linn.  Soc.  London.  Vol.  23,  1862. 

40.  —       Notes  on  the  Thysanura.    Part.  III,    Transact.    Linn. 

Soc.  London.   Vol.  26.  1867. 

41.  —        Notes  on  the  Thysanura.    Part.  IV.    Transact.    Linn. 

Soc.  London.  Vol.  27.  1869. 

42.  —       Monograph  of  the  Collembola  and  Thysanura.  London 

1873. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


173 

43.  Mavlatt,  C.  L. :  A  House-infesting  Spring-tail  (Lepidocji-tus 

americanus  n.  sp.)-  Canad.  Entom.  Vol.  28,  No.  9,  1896. 

44.  Meinevt,  Fr.:    Canipodeae:    en    Familie    af    Thysanurernes 

Orden.     Naturh.  Tidsskr.  3  Raekke,  3  Bind.  Kjöben- 
havn  1865. 

45.  Müller,  0.  Fr. :  Zoologiae  Danicae  Prodromus.  Havniae  1776. 

46.  Nicolet,  H. :  Recherches  pour  servir  a  Fhistoire   des  Podii- 

relles.     Neuchatel  1841. 

47.  —        Essai  sur   une  classitication  des  Insectes    Apteres,   de 

l'ordre    des    Thysanures.     Ann.    Soc.     Ent.    France. 
2.  Ser.,  T.   5,   1847. 

48.  Parona,    C. :    Res    Ligusticae.    VI.    Collembole    e    Tisanuri 

finora    riscontrale  in  Liguria.     Ann.    Mus.    Civ.  Stör. 
Nat.  Genova.     Ser.  2,  Vol.  6,  1888. 

49.  Reuter,  0.  M.:  Catalogus  praecursorius  Poduridarum  Fenniae. 

Medd.  Soc.  Fauna  et  Flora  Fennica.  I,   1876. 

50.  — •        Apter^gogenea  Fennica.     Act.    Soc.    Fauna    et  Flora 

Fennica.  XI,  1895. 

51.  Roemer,    J.    J. :     Genera    Insectorum    Linnaei    et    Fabricii 

iconibus  illustrata.     Vitoduri  Heivetorum   1789. 

52.  Schaff  er,  C. :  Die  Collembola  der  Umgebung  von  Hamburg 

und  benachbarter  Gebiete.    Mitth.  Naturh.  Mus.  Ham- 
burg. XIII,  1896. 

53.  —       Ueber  Mürttembergischc  Collembola.     Jahreshefte  des 

Vereins     f.     vaterl.     Naturkunde     in     Württemberg. 
56.  Jahrg.,  1900. 

54.  Schott,  H.:  Zur  Systematik  und  Verbreitung  palaearctischer 

Collembola.  Kongl.Sv.  Vet.-Akad.HandLBd.25,  1893. 

55.  Templeton,    R. :    Thjsanurae    Hibernicae.     Transact.    Ent. 

Soc.  London.  Vol.  I,  1836. 

56.  Tullberg,  T. :  Om  Skandinaviska  Podurider  af  underfamiljen 

Lipurinae.      Akad.  afhandl.  Upsala  1869. 
5".      —       Förteckning  öfver  Svenska  Podurider.    Öfvers.  Kongl. 
Vet.-Akad.  Förhandl.  28    Arg.,  No.  1,  1871. 

Slett.  cntomol.  Zeit.  1903. 


174 

58.  Tullbei-g,  T.:  Sveriges  Podurider.      Kongl.  Sv.  Vet.-Akad. 

Handl.  Bd.  10,   1872. 

59.  —       CoUembola    l)orealia.        Ofvers.    Kongl.     Vet.-Akad. 

Fürhandl.    33    Arg.,  No.  5,  1876. 
CO.  Uzel,  J. :  Thjsanura  Bohemiae.    Sitzber.  Böhm,  Ges.  Wiss. 
Math.-Naturwiss.  Classe.    Jhrg.  1890,    Bd.  II.    1891. 

61.  Walilgren,  E. :    Beitrag   zur  Keiintniß  der  Collembolafaiina 

der      äußeren     Schären.        Entomologisk      Tidskrift, 
Arg.  20,  1899. 

62.  Willem,  W. :  Recherehes  sur  les  Collemboies  et  les  Thysa- 

noures.  Mem.   cour.   et  Mem.  sav.  etrang.  Aead.  Ro}'. 
Belg.  T.  58,  1900. 

63.  Wulfen,  v. :   W^interbelu.stigungen.    Schrift.  Ges.  naturforscli. 

Freunde  Berlin.   Bd.   8,   1788. 


Erklärung  der  Abbildungen. 

Tafel  II. 

Fig.  1.  Achonites  rufescens  Tullb.  Dens  und  Mucro.  Seiten- 
ansicht. Leitz'  Oelimmers.  1/20,  Oc.  0,  ein- 
geschobener Tubus. 

Fig.     2.  „  mamthrialis  Tullb.     E x e m p  1  a r    aus    de r 

T  j  p  e  n  s  a  m  m  1  u  n  g  T  u  1 1  b  c  r  g '  s.  Distales 
Tarsusende,  Praetarsus  und  Klauen  des 
3.  Beinpaares.     Dieselbe  Vergr. 

Fig.     3.  „  mamibrialis    Tullb.      Furca,     Seitenansicht. 

Leitz'  Obj.   7,  Oc.  0,  eingeschobener  Tubus. 

Fig.     4.  „  Renteri  nov.  nom.  Distales  Tarsusende,  Prae- 

tarsus und  Klauen  des  3.  Beinpaares.  Leitz' 
Oelimmers.  1/20,  Oc.  0,  eingeschobener  Tubus. 

Fig.     5.  „  Ueutevi  nov.  nom.    Mucro.     Dieselbe  Vergr. 

Fig.     6.  Xenylla  htonicola  (Fabr.)  Tullb.    Antenne  IV,  von  oben 

gesehen.  Dieselbe  Vergr. 

Fig.     7.        „  „  „  „      Mucro.     Dieselbe  Vergr. 

Stett.  entowol.  Zeit.  1903. 


175 

Fig.     8.  Xenylla  maritima  Tullb.     Mucrodens.     Dieselbe   Vergr. 

Fig.     9.         „        brevicanda  Tullb.  „  „  „ 

Fig.  10.  Annrida  Ttdlbergi  Schott.  Antenne  III  und  IV,  von  oben 
gesehen.     Dieselbe  Vergr. 

Fig.  11.  Isotoma  maritima  T\i\\h.  Distales  Tarsusende,  Praetarsus 
und  Klauen  des  1.  Reinpaares.  Leitz'  Wasser- 
iminers.  X,  Oc.   1,  eingeschobener  Tubus. 

Fig.  12.  Entomobrya  lanuginosa  ah.  muscornm  (TuWh.^.  Abd.  IV, 
V  und  VI,  schräg  von  oben  gesehen.  Leitz' 
Obj.  3,  Oc.  0,  eingeschobener  Tubus. 

Fig.  13.  „         midtifasciata   Tullb.    Abd.  IV,    V    und    VI, 

schräg  von  oben  gesehen.    Dieselbe  Vergr. 

Fig.   14.  „  mnltifasciata  Tullb.    Abd.  III,  von  oben  ge- 

sehen. Leitz'  Obj. 5,0c.  O,eingeschobener  Tubus. 

Fig.  15.  Sira  flara  nov.  spec.  Ganzes  Thier,  schräg  von  oben  ge- 
sehen. Leitz'  Obj.  3,  Oc.  0,  eingeschobener 
Tubus. 

Fig.  16.  Sminthvrus  repandns  nov.  spec.  Rückenkontour.  Die- 
selbe Vergr. 

Fig.   17.  „  repandus    nov,    spec.     Distales    Tarsusende, 

Praetarsus  und  Klauen  des  3.  Beinpaares. 
Leitz'  Wasserimmers.  X,  Oc.  0,  einge- 
schobener Tubus. 

Fig.   18.  „  repandus  nov.  spec.    Appendix  analis.    Leitz' 

Oelimniers.  1/20,  Oc.  0,  eingeschobener  Tubus. 

Fig.   19.  „  luteus^A\hh.  Appendix  analis.  Dieselbe  Vergr. 

pruinosus  Tullb.  Appendix  analis.  Die- 
selbe Vergr. 

signatus  (Nie.)  tnihi.  Appendix  analis. 
Dieselbe  Vergr. 

bilineafus  (Bourl.)  l'ullb.  Appendix  analis. 
Dieselbe  Vergr. 

novemlineatus  Tullb.  Appendix  analis.  Die- 
selbe Vergr. 

Stett.  pntoinol.  Zoit.  1903. 


Xlg. 

1  l7. 

w 

Fig. 

20. 

« 

Fig. 

21. 

11 

Fig. 

22. 

l-, 

Fig. 

23. 

11 

176 

Fig.  24.  Sminthurus  insignis  Reut.      Apendix  analis.     Dieselbe 

Vergr. 
Fig.  25.  ,,  marginal  IIS  Schott.    Appendix  analis.     Leitz' 

Wasserimmers  X,  Oc.  0,  eingeschobener  Tubus. 
Fig.  26.  „         faviceps   Tullb.     Apendix   analis.     Dieselbe 

Vergr. 


Nachtrag. 

Die  soeben  erschienene  Abhandlung  Schott 's  über  nor- 
dische Collembolen '■•')  kam  mir  erst  vor,  als  meine  Arbeit  schon 
in  den  Druck  befördert  war.  Ich  habe  daher  in  dieser  keine 
Rücksicht  auf  jene  nehmen  können,  werde  aber  in  einer  bald 
erscheinenden  Mittheilung  meine  in  mehreren  Punkten  von 
Schött's  Auffassung  abweichenden  Meinungen  näher  erörtern. 
Für  jetzt  möchte  ich  nur  erwähnen,  daß  die  in  meinem  Ter- 
zeichniß  über  die  für  Schweden  neuen  Formen  aufgenonnnene 
Pseudosinella  alba  (Pack.)  Schaf!',  schon  von  Schott  gefunden 
worden  ist;  auch  ist  die  von  mir  vorgenommene  Identificirung 
von  Achoi'iifes  Schdtii  Reut,  mit  Achorutes  maniihrialh  Tullb. 
in  der  Schottischen  Arbeit  durchgeführt.  Ein  Ausspruch 
Schötfs  in  seiner  Begründung  dieser  Identificirung  hat  mich 
indessen  erstaunt.  Er  sagt  nämlich''"'):  „Je  doute  de  la  voleur 
d'un  caractere  different  presente  par  Reuter,  et  qu'il  a  puise 
dans  la  structure  de  ,unguiculus  inferior'.  La  description  de 
TuUberg  ne  nie  donne  aitciin  eclaircissement,  piiisqii'il  nc  parle 
pas  specialement  des  ongles.'"''  Wie  in  meiner  Arbeit  an  der 
betreffenden  Stelle^'"''""')  hervorgehoben,  hat  doch  Tullberg  eben 
in  der  Abhandlung,  in  der  er  Achorutes  niamhrküis  aufgeteilte, 
das  Aussehen  der  unteren  Klaue  mit  aher  Deutlichkeit  be- 
schrieben. 


*)  H.  Schott:  Eliides  sur  los  Cölleiubolos  du  Nord.     IJiliaiiji'  tili 

K.  Svenska  Vet.-Akad.  Ha  ndl.  tkl.  28,  Afd.  IV.  No.  2,  1Ü02. 
**)  Seite  9  Zeile  12  v.  u. 
"■'■"■')  Seite  122. 
Stett.  entoreol.  Zeit.  190:!. 


177 


Inhalts -Aerzeiclmiss. 

Neue  Kleinfalter  des  Mittcliueei-gel)iots  von  PJ'nn-ci-  A.  Fuchs 

in   Bornieh.    S.  3.   —   Einige  neue  Cleriden  des  Steltiner  Museums 

von    Sigm.    Sehen  kling,    Huml)urg.      S.    16.     —    Beitrati    zur 

Staphjlinidenfauna     von     Ostindien     und     den     Sundainseln     von 

Dr.  Max  Bernhauer   in  Stoekevau.     S.   21.   —   Zum  Heimaihs- 

Naehweis    von   Agrotis    fugax  'Vv.    von    A.    Rieser.      IS.    37.   — - 

Uebersioht    der    Sumatra  Pyralidae,    zusammengestellt    von  ^lajnr 

Ed.    Hering.      III.      (Schluß).       Hierzu     Tafel     I.      S.     38.     — 

Neue   Pyraliden  aus  dem  tropischen  Faunengebiet  von  demselben. 

S.   97.    —    Zur  Kenntniß    der   Apterygotenfauna    Süd-Sehwedens 

o 
\(m  Hugo   Agren,   Cand.  ]ihil.,   Lund.     Hierzu  Tafel  II.    S.   113. 

• — •    Inhalts -Verzeichniß.     S.    177. 


Ausgegebeu  im  Januar  1903. 


Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


178 


eran.su 


Ei'kliü'uiiü:  von  Tafel  L 

1.  Macna  praele.tidia  j.    hi  Palpe  ,j,  Ib  desgl.  $  S 

2.  St  er  i  da  scriilis  ,j^        .     . 

3.  Stericta  uiiihifavia  $  . 

4.  Stericta  DohrnI  $        .      . 

5.  Orthaya  si/bbaxalis  q.   5a  Fühl 
G.  Orthaga  fumida  q       ... 

7.  Herculia  nitidicUialis  q 

8.  Sacada  piisilla  ,j    .     .     .     . 

9.  Pyrausta  fracidalis  .^  (2/1) 

10.  Pyraiista  abdiratri.r  ^     .     . 

11.  Pyransta  hyrrhalis   o       •      • 

12.  Pyraiista  qiiadriyalh  ,j    . 

13.  Fyrausta  retosfalis  q 

14.  Sylepta  salanaa  ,j 

15.  Sylepta  phainnyiodalh  q 
IG.  Sylepta  dhtingnenda  o    • 

17.  Sylepta  aeuiyniatU'a  ,j 

18.  Dichorrorh  hicodiila  q    . 

19.  Patania  (loccosa  q.   19a  Hinter 

20.  Evrycreon  ocnlifera  ,^    . 

21.  Pachyz-aiicla  mimeticalis  ,^ 

22.  Cydalima  violalis  $     . 

23.  Enchocnemidia   bracata   c^.    23 
von  oben,  23b  von  der  Seite  g 

24.  (ihjpliodes  Hayeni  ,^    . 

25.  (jlyphodes  praefulgida  q 

26.  Pilocrocis  Dohrnialis  q    . 

27.  Siifetida  melanophthalma  ,^  C^l^) 

28.  Teratauxta  paradoxa    q.    28a    der 
seitlich  gesehen   .... 

29.  Platamonia  poerilura.  q    . 
80.  Ambia  Dohrni  .j     .     .     . 

31.  Patissa  Heidi  .^      .     .     . 

32.  Diatraea  virgosa  ,^     . 

33.  Eromene  pygmaea  ^  (2/1) 

34.  Äeara  Dohrni  ^     .     .     . 


bein 


Hinterbein 
esehen 


K(h' 


per 


98, 
21, 
22, 
27, 
30, 
32, 
36, 
41, 
50, 
57, 
58, 
53, 
54, 
69, 
93, 
77, 
85, 
94, 
100, 
98, 
108, 
246, 

252, 
265, 
107, 
289, 
343, 


1903. 
1901. 


345, 
42, 
51, 

68, 
79, 
81, 

87, 


1903. 
1901. 


1903. 


steif,  entomol.  Zeit.  1903. 


Stelliiier 


Entomologische  Zeitung. 


04.  «falirä-aiiä*. 


Entomologische  Zeilung 

herausgegeben  von  dem 

entomologischen  Vereine 

zu  IStettiii. 


Redaction:  Dr.  Heinrich  Dohrn,  Vorsitzender. 
In  Commission  bei  der  Buchhandlung-  R.  Friedländer  &  Sohn  in  Berlin. 


1903.  64.  Jahrgang.  Heft  II. 

Weitere  Beiträge 
zur  Metamorphose  der  deutschen  Trichopteren. 

Von  CaSeorft-  Ulmer.  Ilamlmrg. 
Hierzu  Tafel  III,  IV  und  V. 

Unter  dem  Titel  „Beiträge  zur  Metamorphose  der  deutschen 
Trichopteren^^  habe  ich  seit  dem  Jahre  1901  in  der  „Ailg. 
Zeitschr.  f.  Entom."  Beschreibungen  von  bisher  noch  nicht  be- 
kannten Trichopterenlarven  und  -Puppen  veröfFenthcht.  Die  hier 
folgenden  „Weiteren  Beiträge*^  sind,  wie  der  Titel  schon  an- 
deutet, eine  Fortsetzung  der  ersten.  Bei  2  Arten  ist  auch  eine 
Mittheilung  über  die  Eier  und  jugendlichen  Larven  gemacht 
worden.  Den  Schluß  dieser  Arbeit  nimmt  eine  Zusiunmenstelluna,- 
allgemeiner  Larven-  und  Puppencharactere  ein. 

Es  ist  mir  eine  große  Freude,  Herrn  Lehrer  H.  Bünning 
für  seine  Zeichnungen,  die  er  nach  meinen  Präparaten  anfertigte, 
herzlichen  Dank  auch  hier  zu  sagen. 

L    Phryganea  striata  L.  (M'Lach). 

Mit  Fig.  1  bis  13. 

Gehäuse    und    Larven    sind    schon    mehrfach    beschrieben 

Avorden,  so  von  Reaumur,  Kolenati,  Hagen,  A,  Meyer  (nach  ihm 

Wallengren);     Dr.     Otto    Zacharias     fand    die    Larve,     welche 

Dr.  R.  Struck  bestimmte,  1901   in  einer  Bucht  des  Plöner  Sees, 

Stetf.  entomol.  Zeit.  1903.  12 


180 

am  Schloßgarten.  Di-.  Struck  lieferte  in  seinen  beiden  Abhand- 
lungen „Neue  und  alte  Trichopteren- Larvengehäuse"  und  „Lü- 
beckische Trichopti-ren  und  die  Gehäuse  ihrer  Larven  und  Puppen" 
Beschreibung  und  Abbildung  der  Gehäuse.  Ich  fand  Eier,  Larven, 
Puppen  und  Iniagines  im  Mai  der  Jahre  1901  und  1902  im 
Pinnsee,  östlich  von  Mölln  in  Lauenburg. 

1 .  Der  Laich 
ist  kranzförmig.  In  der  Sitzung  vom  21.  Februar  1888  berichtete 
Kolbe  in  der  „Gesellschaft  naturforschender  Freunde"  in  Berlin 
über  den  kranzförmigen  Laich  einer  Plinjganea,  den  Dr.  Weltner 
im  Tegeler  See  gesammelt  hatte;  in  den  „Entomologischen  Nach- 
richten« (Karsch;  Jahrgang  XIV,  1888,  Nu.  19,  p.  297,  Sep.- 
Abdr.  p.  3)  fügte  er  dann  hinzu,  daß  derselbe  der  Phryganea 
grandis  L.  angehöre;  auch  berichtet  er,  daß  Zaddach  („Die 
Entwicklung  des  Phryganiden-Eies",  cfr.  p.  64  etc.),  ihn  schon 
gekannt,  aber  in  seiner  Gestalt  noch  nicht  richtig  erkannt  habe 
(Zaddach:  „rollen-  oder  strangförmige  Körper").  Auch  Prof. 
Lampert  („Leben  der  Binnengewässer")  bildet  ihn  p.  152  ab. 
Aus  Amerika  wurde  eine  ähnliche  Laichmasse  („Egg-ring  of  an 
unknown  caddis-fl}",  wahrscheinlich  von  Phryganea  cinerea 
Hag.)  durch  Prof.  James  Needham  in  seiner  Abhandlung 
„Aquatie  Insects  in  the  Adirondacks"  abgebildet.  Der  von  mir 
am  27.  Mai  1901  gefundene  Laieh  von  Phryganea  striata  war 
mit  einer  ca.  1  qcni  großen  Fläche  an  der  Unterseite  eines  dicken 
im  Wasser  liegenden  Brettes  befestigt.  Wie  durcli  Zaddach  schon 
von  Phr.  grandis  berichtet  wird,  so  muß  auch  l^hr.  striata 
zur  Eiablage  tief  in  das  Wasser  hinabtauchen,  —  wie  übrigens 
wohl  viele  andere  Arten.  Die  ganze  Laichmasse  iiing  frei,  flot- 
tirt-nd  herab:  in  seiner  Form  ähnelt  sie  im  Allgemeinen  dem 
von  Kolbe  beschriebenen  und  abgebildeten  Laiche  der  Phr. 
grandis\  doch  ist  seine  Größe  beträchtlicher,  seine  Dicke  dagegen 
eerinser:  beim  Herausnehmen  aus  dem  AVasser  fiel  er  in  eine 
doj)pelte,  strangartige  Galiertnnisse  zusammen;  beim  Wieder- 
eintauchen nahm  er  jedoch  niclit  kreisförmige  Gestalt  an,  sondern 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


181 

hatte  eine  mehr  unregelmäßig  ovale  Form;  die  Dicke  der  Schnur 
ist  nur  etwa  5  mm  (l)ei  Phr.  grandis  nach  Kdlbe  13  mm);  die 
Eier  sind  gelblichroth. 

2.  Die  Larve. 
Länse:  30  mm,  crößte  Breite  über  5  mm:  sie  ist  schon 
mehrfach  beschrieben  worden  (s.  o.).  Ihre  Gestalt  ist  raupen- 
förmig,  fast  eylindrisch,  am  ersten  Abdominalsegment  am  breitesten, 
nach  vorn  und  hinten  etwas  verschmälert;  sehr  deutlich  schmaler 
sind  Kopf,   Prothorax  und  letztes  Segment. 

a)  Der  Kopf  ist  länglich-oval,  flach  und  wenig  nach  unten 
geneigt;  seine  Farbe  ist  gelb;  auf  dem  Cljpeus  (Fig.  1)  tindet 
sich  ein  länglicher  schwarzer  Fleck,  der  auf  den  Seitenstücken 
von  je  einem  gebogenen  schwarzen  Streifen  begleitet  wird;  diese 
beiden  Streifen  stoßen  hinten  fast  zusammen,  bilden  also  ein 
Gabelband;  auch  die  Kopiseiten  tragen  ein  schAvarzes  Band. 

Oberlippe  (Fig.  2)  quer-elliptisch,  verhältnißmäßig  breit, 
gelb  mit  etwas  dunkleren  Rändern;  Vorderrand  in  der  Mitte 
ausgeschnitten  und  an  den  Yorderecken  nur  wenig  behaart;  von 
langen,  gelbhchen  Borsten  sind  3  Paare  vorhanden,  und  zwar 
je  ein  Paar  an  den  beiden  Seitenrändern  und  ein  Paar  auf  der 
Oberfläche  in  der  vorderen  Hälfte;  am  Yurderrande  stehen  außerdem 
noch  2  Paare  kürzerer  und  dickerer  gelber  Borsten  zu  beiden 
Seiten  des  Ausschnittes;  diese  dicken  Borsten  stehen  auf  Ein- 
kerbungen des  Randes  und  sind   demselben  dicht  angelegt. 

Mandibeln  meißeiförmig,  stark,  von  schwarzbrauner  Farbe; 
Schneide  gezähnt;  die  innere  Fläche  der  linken  Mandibel  (Fig.  3) 
ist  tief  rinnenartig  ausgehöhlt,  so  daß  eine  doppelle  Schneide  vor- 
handen ist:  außer  der  starken  Spitze  trägt  die  obere  Schneide  3 
flache  Zähne,  die  untere  ebenfalls  3,  von  denen  der  erste  klein 
und  höckerförmig,  derjenige  aber,  welcher  dem  Grunde,  der  Man- 
dibel am  nächsten  steht,  groß  und  fast  dreieckig  ist;  die  rechte 
Mandibel  ist  bedeutend  weniger  ausgehöhlt  und  liesitzt  außer  der 
Spitze  nur  2  (oder  3?)  rundliche  Zähne  (Fig.  4);  beide  Man- 
dibeln tragen  auf  dem  Rücken  2  Borsten,  welche  etwa  halb  so 
lang  sind   wie  die  Mandibel. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903.  12* 


182 

Kiefertheil  der  Maxillen  (Fig.  5)  ist  fingerförmig,  schlank, 
und  reicht  bis  zum  Ende  des  dritten  Tasterghedes^  die  Spitze 
der  Maxillen  ist  mit  zahlreichen  Fühlwärzchen  und  -Stäbchen 
besetzt;  der  Basaltheil  der  Maxillen  trägt  viele  dicke  nach  innen 
gerichtete  Haare  und  sein  Innenrand  drei  Stäbchen;  außerdem 
ist  am  Grunde  noch  eine  starke,  aber  sehr  kurze  Borste  vor- 
handen. Die  Maxillartaster  sind  ebenfalls  fingerförmig,  viergliedi-ig, 
die  Spitze  wiederum  mit  Fühlwärzchen  versehen.  Das  kegelförmige 
Labium  trägt  jederseits  einen  zweigliedrigen  Taster,  dessen  erstes 
Glied  breit  und  dessen  zweites  Glied,  das  an  seinem  Ende  mit 
je  2  Stäbchen  besetzt  ist,  cylindrisch  ist;  eine  lange  Borste  steht 
jederseits  auf  dem  Labium  an  der  Ansatzstelle  der  Taster. 

b)  Die  Brust:  Prothorax  wenig  bi-eiter  als  der  Kopf,  mit 
Chitin  gedeckt,  von  gelber  Farbe;  die  schwarzen  Ränder  sind 
scharf  nach  hinten  (Vorderrand),  resp.  vorn  (Hinterrand)  ein- 
gezogen, so  daß  das  Schild  in  der  Mitte  am  schmälsten,  an  den 
Seiten  am  breitesten  ist.  Die  beiden  andern  Brustsegmente  sind 
häutig,  in  ihrer  Form  und  Farbe  (grünlich,  an  den  Rändern 
mehr  röthlich)  den  Abdominalsegmenten  gleichend,  aber  etwas 
schmäler.  Mesonotum  und  Metanotum  in  ihrer  vorderen  Hälfte 
an  jeder  Seite  mit  einem  Borstenpunkte.  Erstes  Beinpaar  am 
kräftigsten,  drittes  Beinpaar  am  längsten  und  sehr  schlank; 
Mittelbeine  etwas  länger  und  bedeutend  schwächer  als  Vorder- 
beine;  Farbe  der  Beine  gelb  (wie  der  Kopf),  an  der  Coxa  und 
dem  Femur  schmal  schwarz  gesäumt.  Alle  Beine  sind  mit  wenigen 
Borsten  besetzt,  die  am  zahlreichsten  sich  an  den  Mittelbeinen, 
am  wenigsten  an  den  Vorderbeinen  finden.  Innere  Kante  der 
Hüfte  (Vorder-  und  Mittelbeine)  mit  zahlreichen  scharfen  Spitzen 
bewehrt,  die  am  Rande  in  2  Reihen  und  scheinbar  büschelförmig 
stehen  und  auch  auf  der  Fläche  zu  finden  sind  (hier  aber 
einzeln,  kurz  und  dreieckig);  Hinterhüften  ohne  solche  Spitzen. 
Schenkelring  und  Schiene  aller  drei  Paare  mit  langen,  kamm- 
förmig  geordneten  gelben  Borsten,  die  auf  dem  Schenkelringe  des 
Vorderbeines    aber    nur    spärlich    vorhanden    sind.     Lange  gelbe 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


183 

Dornen  stehen  auf  den  Innenkanten  dieser  Glieder,  je  zwei  auf 
dem  Trochanter  und  Femur  der  Mittel-  und  Hinterbeine;  auf  den 
vorderen  Trochanteren  fehlen  dieselben;  dafür  aber  llndet  sieh 
ein  ähnhcher  gelber  Dorn  in  der  Mitte  des  Außenrandes  der 
Vordersehenkel.  Vorderschiene  außer  zahlreichen  gelben  Borsten 
am  Innenrande  mit  2  starken  gelben  Dornen  vor  der  Spitze, 
die  von  einander  entfernt  stehen;  Mittelschiene  ebenso,  aber  der 
dem  Ende  am  nächsten  stehende  Dorn  breit,  messerförniig  und 
auf  einem  kegelförmigen  Höcker  stehend  (Fig.  6);  Hinterschiene 
nur  mit  diesem  einen  breiten  Dorne,  der  ebenfalls  einem  Fortsatze 
aufgesetzt  ist.  Mittel-  und  Hintertarsus  mit  zahlreichen  gelben 
Spitzen  an  der  Innenkante,  der  sehr  dicke  Vordertarsus  dagegen 
nur  mit  2  kurzen  Borsten  an  der  Spitze.  Klauen  der  Vorder- 
und  Mittelbeine  fast  doppelt  so  lang  wie  der  entsprechende  Tarsus 
und  mit  breitem  Basaldorn  (Fig.  6);  Klauen  der  Hinterbeine 
schlank,  fast  so  lang  wie  der  Tarsus  und  mit  schlankem  Basal- 
dorn; alle  Klauen  sind  gekrümmt, 

e)  Der  Hinterleib:  Abdominalsegmente  durch  tiefe  Ein- 
schnitte von  einander  getrennt;  im  Leben  grünlich,  an  den 
Bändern  mehr  röthlich,  wie  die  beiden  letzten  Brustsegmente. 
Höcker  des  ersten  Segments  groß;  die  seitlichen  dick  und  etwas 
nach  vorn  gerichtet,  der  mittlere  mit  schlanker,  nach  hinten  ge- 
richteter Spitze;  die  seitlichen  Höcker  sind  mit  kurzen  eigen- 
thümlich  geformten  schwarzen  Häkchen  (Fig.  7)  besetzt;  diese 
Häkchen  verjüngen  sich  aus  breiter  Basis  zu  einem  langen,  ge- 
bogenen, zweispitzigen  Ende.  Die  Seitenlinie  ist  nur  schwach 
entwickelt,  sie  beginnt  auf  dem  IL  Segment  und  ist  mit  schwärz- 
lichen Härchen  besetzt.  Die  Kiemen  sind  fadenförmig,  lang  und 
dick,  einzeln  stehend;  schon  auf  dem  I.  Segment,  wie  bei  Neu- 
ronia.  Letztes  Segment  bedeutend  schmäler  als  die  übrigen; 
auf  seiner  Rückenfläche  mit  einer  queren  dunklen  Chitinplatte, 
auf  welcher  längere  und  kürzere  Borsten  von  schwarzer  Farbe 
stehen.  Nachschieber  kräftig  entwickelt,  sie  werden  von  ähn- 
lichen Plättchen  gestützt;  Klauen  der  Nachschieber  stark  gebogen 
und  mit  3   Rückenhaken  (Fig.  8). 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


184 

3.    Die  Puppe. 
Eine  Abbildung  der   Puppenhaut    gab    Dr.  Struck    (,.N.  u. 
A.  Triehopterenlarvengehäuse").     Länge:  23  mm;  Breite  5  mm; 
eine  Puppenhaut  war  30  mm  lang.     Gestalt:   cjdindriseh. 

a)  Kopf:  Fühler  fadenförmig,  dick,  nach  der  Spitze  hin 
sich  verdünnend,  bis  zum  Ende  des  vorletzten  Segments  reichend, 
ihr  Basalglied  kurz  und  breit,  wenig  von  den  folgenden  ver- 
schieden, mit  einigen  Borsten.  —  Labrum  viereckig,  in  seiner 
vorderen  Hälfte  am  breitesten;  Vorderrand  etwas  vorgezogen; 
in  den  Vorderecken  stehen  je  fünf  steife  Borsten  von  verschie- 
dener Länge  (Fig.  9),  zwischen  ihnen  am  Vorderrande  2  kürzere, 
helle  Borsten  und  im  hinteren  Drittel  auf  der  Fläche  je  drei 
Borsten  links  und  rechts,  die  von  außen  nach  innen  zu  an  Länge 
stark  zunehmen.  Mandibeln  (Fig.  10)  sensenartig,  stark  ge- 
krümmt, fast  gekniet,  mit  breiter  Basis  und  gezähnter  Schneide; 
die  beiden  Rückenborsten  stehen  auf  einem  dreieckig  vor- 
springenden Höcker.  Maxillarpalpen  des  ,^  vier-,  die  des  $ 
fünfgliedrig. 

b)  Brust:  Auf  dem  Mesonotum  der  reifen  Puppe  scheint 
die  Farbe  der  Imago  durch;  ein  hellerer  elliptischer  Fleck  wird 
von  einer  dunkleren  Grundfarbe  umschlossen  und  zeigt  die  auf 
ihm  stehenden  schwarzen  Borsten  der  Quere  nach  gelagert,  so 
daß  der  helle  Fleck  schwarz  gerieft  aussieht.  Spornzahl  der 
Beine  2,  4,  4;  Sporne  kurz  und  dick,  innerhalb  des  Paares 
gleich;  Tarsen  der  Vorder-  und  Hinterbeine  spärlich,  die  der 
Mittelbeine  stark  bewimpert. 

c)  Hinterleib:  Haftapparat  stark  entwickelt;  der  Hinterrand 
des  ersten  Segments  trägt  auf  dem  Rücken  einen  starken  Chitin- 
fortsatz, der  über  das  zweite  Segment  hinüberreicht  (Fig.  11); 
sein  Hinterrand  ist  ausgeschnitten  und  in  2  scharfe  Spitzen  aus- 
gezogen. Das  vierte  bis  siebente  Segment  trägt  nahe  dem  Vor- 
derraude  des  Rückens  ein  braunes  Chitinplättchen  jederseits,  mit 
stark  gekrümmten,  nach  hinten  gerichteten  Häkchen;  solcher 
Häkchen    stehen    auf    dem    IV.    Segment    4    oder    5,    auf    dem 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


185 

V.  Segment  5  oder  6,  auf  dein  VI.  und  YII.  Segment  je  8. 
Der  Hinterrand  des  V.  Segments  trägt  außerdem  2  elliptische 
Chitinplättcheu  mit  etwa  17  nach  vorn  gerichtctt-n  Zähncheii. 
Kiemen  fadenförmig,  stark,  ähnlich  wie  bei  der  Larve.  Die  mit 
vielen    schwarzen    Haaren    besetzte    Seitenlinie    beginnt    mit    dem 

VI.  Segment  und  bildet  auf  der  Bauchfläehe  des  VIII.  einen 
durchbrochenen  Kranz;  doch  ist  sie,  wenn  auch  bedeutend 
schwächer,  schon  auf  dem  V.  Segment  zu  erkennen.  Anal- 
anhänge (Fig.  12)  breit,  nach  den  Enden  zu  flach  und  zugespitzt, 
mit  je  4  Borsten  versehen,  von  denen  drei  zusammen  und  eine 
nach  dem  Seitenrande  zu  steht. 

4.  Das  Gehäuse: 
schon  mehrfach  beschrieben  (s.  o.)i  es  ist  von  der  bekannten 
cylindrischen  Gestalt,  Baustofle  spiralig  angeordnet.  Länge  bis 
45  mm,  Breite  bis  7  mm;  an  beiden  Enden  offen.  Vor  der 
Verpuppung  wird  das  Hinterende  din-ch  einen  gesponnenen  Deckel 
mit  zahlreichen  Maschen  geschlossen;  vor  das  vordere  Ende 
werden  außerdem  noch  zahlreiche  Pflanzentheilchen  gelegt,  so 
daß  dort  ein  dicker  Klumpen  entsteht  (Fig.  13).  Die  Puppen- 
gehäuse fanden  sich  am  Boden  zwischen  faulenden  Blättern  und 
mit  dem  vorderen  Ende  an  ihnen  befestigt,  während  der  übrige, 
cyhndrische  Theil  des  Gehäuses  frei  in  das  Wasser  hineinragte. 
Während  ich  am  28.  Mai  1901  im  Pinnsee  außer  einer 
schon  im  Puppengehäuse  befindlichen  Larve  und  einer  Puppe 
noch  viele  leere  Puppenhäute  und  Imagines  fand,  konnte  ich  im 
nächsten  Jahre,  am  20.  April,  an  derselben  Stelle  außer  einigen 
meist  erwachsenen  Larven  nur  zahlreiche  leere  Köcher  bemerken, 
die  aber  nicht  vom  Vorjahre  zu  stammen  schienen,  denn  sie 
waren  noch  vollkommen  fest,  als  ob  sie  eben  erst  von  den 
Larven  verlassen  wären;  ich  glaubte  anfangs,  diese  Larven  wären 
vielleicht  an  Nahrungsmangel  zu  Grunde  gegangen,  da  ich  nur 
äußerst  wenig  pflanzliche  Nahrungsmittel  dort  fand,  während  im 
Jahre  1901  der  Boden  dicht  mit  abgefallenem  Laube  bedeckt 
war;    ob    dies    aber    wirklich    der    Grund    war,    kann    ich    nicht 

Btett.  entomol.  Zeit.  1903. 


186 

entscheiden,  möglicherweise  sind  ja  die  Phvygancalarven  Fleisch- 
fresser; wenigstens  verzehrte  eine  im  Aquarium  belindliche  Larve 
in  der  ersten  Nacht  ihrer  Gefangenschaft  ein  anderes  Kxeni))lar 
derselben  Art,  welches  das  Gehäuse  verlassen  hatte  (s.  w.  u.); 
obgleich  faulende  und  grüne  Blätter  genügend  vorhanden  waren, 
bemerkte  ich  nie  während  ihrer  noch  etwa  vierwöchigen  Larven- 
zeit, daß  sie  davon  genossen  hätte:,  auch  Dr.  Struck-Lübeck  hat 
dieselbe  Erfahrung  gemacht:  mit  der  Annahme,  daß  die  Larve 
carnivor  sei,  stimmt  auch  die  Form  der  Mandibeln  (Fig.  3  und  4) 
überein;  doch  fraßen  wiederum  ganz  kleine,  eben  erst  aus  den 
Eiern  ausgeschlüpfte  Larven  einer  Phrygaiiea.  kurz  nachdem  sie 
ihr  Gehäuse  gebaut  hatten,  schon  große  Löcher  in  faulende 
Buchenblätter  hinein  (s.  w.  u.).  Vielleicht  sind  die  erwähnten 
Larven  in  Folge  von  Trockenheit  gestorben:  alle  leeren  Gehäuse 
fanden  sich,  manchmal  zu  vier  oder  fünf  zusammen,  in  nur  etwa 
2  cm  tiefem  Wasser  an  einer  Stelle,  welche  der  Vegetation  nach 
nur  bei  starken  Regenfällen  vom  Wasser  bedeckt  zu  sein  schien, 
in  einer  sehr  flachen,  ruhigen  Bucht. 

Im  Aquarium  verpuppte  sich  die  Larve  in  der  letzten 
Hälfte  des  Mai,  und  die  Imago  schlüpfte  am  3.   Juni  aus. 

Auch  bei  dieser  Art  habe  ich,  wie  früher  bei  Limit ophiliis 
flamcornis  F.  (cfr.  „Anleitung  zum  Sammeln  etc.  der  Köcher- 
fliegen", A.  Z.  f.  E.  1902)  wieder  denselben  Versuch  im  Trans- 
port lebender  Larven  gemacht.  Diesmal  brachte  ich  2  Larven 
von  Phryganea  in  ein  weites,  olfenes  Gefäß  und  bedeckte  sie 
mit  einer  Schicht  von  feuchten  Lebermoosen;  als  ich  nach 
4  Stunden  die  Larven  zu  Hause  herausnahm,  lebten  sie  beide, 
hatten  jedoch  ihr  Gehäuse  verlassen;  im  Aquarium  fraß  die  eine 
die  andere  auf  und  hatte  erst  nach  etwa  24  Stunden  sich  in 
einen  der  leeren,  mit  hineingeworfenen  Köcher  zurückgezogen. 

Einige  Bemerkungen  über  junge  Phryganealarven  möchte 
ich  hier  noch  einfügen.  Am  19.  Juni  d.  J.  brachte  mir  mein 
Bruder  Paul,  dem  ich  auch  sonst  schon  allerlei  Material  ver- 
danke, aus  der  Bille  bei  Hamburg  den  kranzförmigen  Laich  einer 

Stett.  ectomol.  Zeit.  1903. 


187 

Phrijganea  mit,  der  an  der  Unterseite  einefi  Nuphar-Bluttes  be- 
festigt war.  Dieser  Kranz  ist  etwas  kleiner  und  dünner  als  der 
von  Kolbe  beschriebene;  mit  der  Lupe  besehen,  erkannte  man 
deutlich  einen  grünen  und  einen  gelbbraunen  Inhalt  in  den  ein- 
zelnen Eiern;  am  28.  Juni  schlüpften  die  ersten  Lärvchen  aus; 
sie  waren  etwa  l'/2  mm  lang,  fast  farblos,  im  mittleren  Drittel 
des  Leibes  aber  grünlich  durchseheinend:  deutlich  waren  schon 
die  Mandibeln  zu  erkennen,  welche  braun  und  mit  mehreren 
Zähnen  auf  der  Schneide  versehen  waren:  auf  dem  schwach 
gelblich  gefärbten  Kopfe  fanden  sich  schon  die  drei  Längsflecke 
von  schwarzer  Farbe  (Fig.  1),  doch  waren  die  beiden  seitlichen 
noch  nicht  zu  einem  Gabelbande  zusammengeflossen.  Auch  die 
Höcker  des  I.  Abdominalsegments,  wie  die  Nachschieber,  fanden 
sich  vor;  Kiemen  fehlten,  besonders  auffäUig  waren  lange  schwarze 
Haare,  die  zahlreich  den  Kopf,  die  mittleren  und  hinteren  Beine 
und  die  letzten  Hinterleibssegmente  bedecken;  auf  dem  letzteren 
standen  2  Paare  von  schwarzen  Borsten,  die  fast  die  Länge  des 
ganzen  Körpers  erreichen.  Berührte  man  die  Larven,  so  rollten 
sie  sich,  wie  schon  Kolbe  es  beschrieb,  zusammen;  auch 
schwammen  sie  im  Wasser  mit  Hülfe  der  Beine  und  des  Hinter- 
leibes umher.  Nach  etwa  24  Stunden  hatten  die  ersten  Larven 
sich  ein  Gehäuse  aus  abgebissenen  Blattstückchen  der  Hottonia 
(Wasserfeder)  gebaut;  diese  ca.  1  bis  i'/2  mm  langen  Stücke 
waren  der  Länge  nach  zu  einer  Röhre  (Grammotauhus  in  sehr 
verkleinertem  Maßstabe)  nicht  spiralig  zusammengeklebt.  Gerade 
während  ich  diese  Beobachtungen  schreibe  (6.  Juli  1902),  klettern 
zahlreiche  junge  Larven  mit  großer  Behendigkeit  an  den  Wasser- 
pflanzen umher;  warum  andere  kriechen  in  den  pflanzlichen 
Zerfallstotl'en  am  Boden  des  Aquariums  umher  und  noch  andere 
fressen  an  einem  faulenden  Blatte.  Die  Gehäuse  sind  jetzt  etwa 
4  mm  lang  und  über  1  mm  breit;  die  Larven  haben  eine  Körper- 
länge von  3  mm.  —  Nachdem  etwa  50  Larven  die  Eihülle  ge- 
sprengt und  den  Laich  verlassen  hatten,  habe  ich  denselben 
herausgenommen  und  in  wässeriger    Formol-Lösung,    in    welcher 

Steü.  entoniol.  Zeit.  1903. 


1«8 

or  sich  ohne  Sclirumpfung  bishor  gehalten  hat,  conservirt.  Am 
1.  AugiL^t  (1.  J.  waren  diese  Larven  im  Aquarium  bis  zu  einer 
Länge  von  8  nun  und  einer  Breite  von  etwa  1,3  mm  gewachsen; 
das  Gehäuse  war  14  mm  lang  und  2  mm  breit;  an  seinem 
vorderen  P^nde  (Drittel)  waren  die  Pflanzenstoffe  (zarte  Blatt- 
absehnitte  von  Stratiotes)  schon  deutlich  sj)iralig  angeordnet. 
Wovon  die  Larven  in  dieser  Zeit  sich  genährt  haben,  weiß  ich" 
nicht,  da  ich  sie  wegen  längerer  Abwesenheit  nicbt  beobachten 
konnte;  doch  ^^  aren  die  im  Afjuariuni  vorher  betindhchen  faulen- 
den Blätter  nicht  mehr  vorhanden;  da  die  Larven  dieselben  nun 
nicht  zum  Gehäusebau  verwendet  haben,  ist  wohl  anzunehmen, 
daß  sie  dieselben  aufgefressen  haben;  vielleicht  sind  die  Phrvganea- 
larven  in  ilirer  Jugend  also  doch  Pflanzenfresser;  möglicherweise 
haben  sie  sich  aber  auch  gegenstitig  aufgefressen,  wenigstens 
fand  ich  bei  meiner  Rückkunft  nur  noch  etwa  ein  halbes  Dutzend 
vor,  während  mindestens  die  fünffache  Anzahl  ins  Aquarium 
gesetzt  war. 

Zahlreiche  Eiringe  fand  ich  während  meines  diesjährigen 
Aufenthalts  im  Schwarzwald  in  drei  Seen,  im  Mummelsee,  Titisee 
und  Feldsee.  Am  Mummelsee  auf  der  Hornisgrinde  konnte  ich 
auch  die  Eiablage  beobachten.  Die  Weibchen  von  Phryganea 
striata  flogen  in  großer  Zahl  über  dem  Wasserspiegel  hin  und 
tauchten  oftmals  auf  das  Wasser  hinab,  jedenfalls  einen  geeigneten 
Ort  suchend;  dabei  näherten  sie  sich  immer  mehr  dem  Ufer, 
w'O  im  flachen  Wasser  zahlreiche  Aeste  und  Bretter  liegen;  an 
diesen  fanden  wir  viel  abgelegten  Laich,  meist  senkrecht  auf- 
gehängt; nur  ein  Exemplar  war  an  einem  kleinen  Zweige  so 
befestigt,  daß  das  freie  Ende  aufwärts  gerichtet  war.  Meinem 
Kollegen,  Herrn  Paul  Tode,  der  auch  t-onst  allerlei  Larven  für 
mich  sammelte,  gelang  es,  eine  P.  slriata  gerade  in  dem  Augen- 
blicke zu  fangen,  in  welchem  sie  die  Eier  abzulegen  im  Begriff 
war;  der  Ei  klumpen  war  schon  fast  ganz  aus  dem  Hinterleib 
ausgetreten,  worauf  das  Tliier  sofort  abgetötet  wurde;  dieser 
Eiklumpen,    der    jetzt    noch    im    Präparat    mit    dem    Thiere   zu- 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


189 

sammenhängt,  ist  etwa  8  mm  im  Durchmesser  groß,  kreisförmig 
und  von  gelblicher  Farbe;  iu  der  Mitte  der  kreisförmigen  Platte 
ist  schon  ein  winziges  Löchlein  zu  sehen. 

2.  Neuronia  ruficrus  Sco[). 
mit  Fig.  14  liis  18. 
Prof.  Klapalek  hat  schon  im  Jahre  1893  in  seiner  Meta- 
morphose der  Trichopteren  (Theil  II)  Larven  und  Puppen  dieser 
Art  sehr  genau  beschrieben.  Der  Grund,  weshalb  ich  noch  ein- 
mal eine  Beschreibung  gebe,  liegt  darin,  daß  ich  bei  unsern 
Hamburger  Exemplaren  kleine  Abweichungen  im  Bau  einzelne!" 
Organe  auffand. 

1.  Der    Laich. 

Am  schon  genannten  Mummelsee  fing  ich  am  16.  Juli  1902 
ein  $  von  N.  ruficrus,  welches  ähnHch  wie  das  Phrygatiea-^ 
eine  klumpenförmige  Einlasse  austreten  ließ:  dieselbe  war  so 
klebrig,  daß  es  mir  Mühe  verursachte,  sie  von  meiner  Hand,  auf 
welche  die  Masse  abgelegt  war,  in  das  Sammelglas  zu  bekommen; 
die  Farbe  des  formlosen  Klumpens  war  schmutziggrün:  zu  Hause 
quoll  die  Gallertniasse  in  Formol-Alkohol  zu  etwa  vierfacher 
Größe  auf,  so  daß  die  Breite  jetzt  über  10  mm  beträgt:  jetzt 
sind  in  der  durchsichtigen  Gallerte  die  gelben  Eier  deutlich  zu 
erkennen:  letztere  sind  jedoch  nicht  mit  derselben  Regelmäßig- 
keit angeordnet  wie  die  Eier  der  Phrijganea^  ein  centrales  Loch 
in  der  Einlasse  (Ring!)  fehlt.  Zur  Neuronia  scheinen  auch  die- 
jenigen Einlassen  zu  gehören,  welche  wir  mit  denen  von  Phryganea 
zusammen  fanden,  die  sich  aber  durch  mehr  grünliche  Farbe  und 
besonders  durch  das  Fehlen  des  centralen  Loches  von  letzteren 
unterscheiden;  der  Neuroina-Lnii-h  wäre  dann  also  nicht  ring- 
sondern plattenförniig. 

2.  Die  Larve. 

Länge:  20 — 22  mm;  Breite:   4  mm. 
Form  wie  bei  der  vorigen. 

a)  Der  Kopf:  (Fig.  14).  Grundfarbe  gelbbraun,  nach  den 
Seiten    zu    heller;    von    der    Mandibelbasis    ziehen    zwischen    den 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


190 

Augen  nach  hinten  zwei  schwarze  Längsbinden,  welche  auf  der 
vorderen  Kopfhälfte  durch  eine  bogenförmige  Punktlinie  mit  ein- 
ander verbunden  sind;  auf  der  hinteren  Hälfte  der  Wange  ist 
ein  Streifen  dunklerer  Punkte  zu  sehen.  Die  beiden  schwarzen 
Längsbinden  setzen  sich  in  derselben  Richtung  auf  das  Pronotum 
und  schwächer  werdend  auch  auf  das  Mesonotum  und  Metanotum 
fort,  die  beide  nicht  mit  Chitin  bekleidet  sind;  Andeutungen  der 
beiden  Längsbinden  finden  sich  sogar  noch  auf  dem  L  Hinter- 
leibssegment. Die  beiden  letzten  Thoracalsegmente,  die  mit  je 
2  Borstenpunkten  versehen  sind,  haben  ebenso  wie  das  Abdomen 
grünliche  Färbung.  Die  Mundtheile  (Labrum  und  Mandibel)  sind 
in  den  Figuren  15  imd  16  zur  Anschauung  gebracht,  so  daß 
eine  weitere  Beschreibung  unnöthig  ist ;  erwähnt  werden  muß 
nur,  daß  die  Mandibeln  ungleich  sind  und  daß  die  OberHppe 
außer  den  von  Prof.  Klapalek  erwähnten  3  Paar  Borsten  noch 
kürzere,  gelbe  Spitzen  jederseits  vom  Ausschnitt  am  Vorder- 
rande trägt. 

b.  Die  Brust:  (s.  o.).  Prothorax  hinten  und  an  den  beiden 
Seiten  schwarz  gesäumt. 

c.  Der    Hinterleib:     Seitenhnic    sehr    undeuhch,     auf    dem 

II.  Segment  linden  sich  nur  2  längere  Haare;  eigenthümlicher- 
weise  sind  auch  die  auf  der  Seitenlinie  stehenden  Kiemen  an 
ihrer  Außenfläche  mit  feinen  schwarzen  Härchen  besetzt.  Nach- 
schieber mächtig,  Klaue  mit  4  Rückenhaken. 

3.  Die   Puppe: 

Länge:  14 — 18  mm;  Breite  ca.  4  mm  (Klapalek). 

Die  ganze  Puppe  erscheint,  wenn  sie  reif  ist,  sehr  dunkel, 
fast  schwarz. 

Labrum  viereckig,  mit  etwas  breiterer  Basis  und  zahlreichen 
Borsten  (cfr.  Klapalek!):  Mandibeln  sensenförmig,  gegen  die 
Spitze  hin  fein  gezähnt  (Fig.  17).  Erstes  Abdominalsegment 
auf  dem  Rücken  in  einen  breiten,  chitinigen  Fortsatz  verlängert 
(Fig.   18,   von  oben  gesehen).     Seitenlinie    sehr    stark,    mit    dem 

III.  Segment  beginnend. 

Stett.  eutomol.  Zeit.  1903. 


191 

4.  Das  Gehäuse: 
cjlindrisch,  vom  gewöhnlichen  spirahgen  Bau  der  Phryganeiden- 
gehäuse;  Länge:  30  mm,  Breite:  6  mm;  an  beiden  Enden  offen. 
Im  Aquarium  verschloß  eine  Larve  ihr  Gehäuse  an  beiden  Enden 
mit  lose  davor  gelegten  zarten  PflanzenstofFen  (Chara);  die 
Larvenhaut  wurde  vollkommen  abgeworfen  und  aus  dem  hinteren 
Ende  des  Gehäuses  herausgedrängt;  die  Verpuppung  fand  am 
1.  Mai  statt;  die  Imago  sehlüpfte  am  18.  Mai  ohne  Benutzung 
eines  festen  Gegenstandes  aus. 

IIL  Glyphotaelius  pellucidus  Ol. 
Mit  Fig.  19  bis  22. 
Gehäuse  resp.  Larve  wurde  von  Pictet,  Kolenati,  Walser 
(Halesus  digitatus  Schrk.),  Hagen,  Mejer-Dür,  Wallengren  (nach 
Pictet)  und  Mac  Lachlan  beschrieben;  Dr.  Struck  gab  in  seinen 
beiden  schon  genannten  Arbeiten  Abbildungen  des  Gehäuses  und 
erkannte  zuerst  den  trotz  scheinbarer  „Regellosigkeit^'  doch  regel- 
mäßigen Bau.  Auch  W.  Ostwald  („Ueber  die  Variabilität  der 
Gehäuse  der  Trichopterenlarven'',   1901)  behandelte  dasselbe. 

1.  Die  Larve: 

Länge  23  mm;  größte  Breite:  4  mm.  Raupenförmig,  in 
Gestalt,  Größe  und  Farbe  der  Grammotauliuslarve  (cfr.  meine 
„Beiträge"-')  ähnlich. 

a)  Der  Kopf:  stärker  nach  unten  geneigt,  wie  bei  den 
beiden  vorigen;  mit  bloßem  Auge  besehen,  erseheint  der  Kopf 
ganz  dunkel,  bei  Lupen  Vergrößerung  erkennt  man  eine  hellere 
Grundfarbe,  die  von  schwarzen  Streifen  und  Flecken  fast  ganz 
verdeckt  ist.  Diese  Kopfzeichnung  ist  derjenigen  von  Limno- 
phiins  flavicornis  F.  (und  der  verwandten  Arten)  sehr  ähnUch 
(Fig.  29).  Mundwerkzeuge  kräftig,  alle  recht  kurz  und  dick; 
Labrum  mit  tiefem  Ausschnitt  am  Vorderrand,  quer-elliptisch, 
braun;  auf  der  Fläche  stehen  2  Paar  langer  Borsten  von  dunkler 
Farbe,  am  Seitenrande  außerdem  noch  je  eine  hellere  Borste; 
vor    dem    Ausschnitte   jederseits    befindet    sich    eine    ganz   helle 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


192 

kurze  Borste  und  um  Vorderrande  zu  beiden  Seiten  des  Aus- 
sehnitts  je  2  hellere,  gebogene  Dornen,  von  denen  das  innere 
Paar  sehr  klein  ist  (Fig.  19).  Mandibeln  schwarz,  breit,  fast 
viereckig,  nieißelförmig,  mit  4  Hockerzähnen,  von  denen  der 
erste  an  Länge  alle  andern  überragt;  die  Bürste  besteht  aus 
dunkelgelben  längeren  und  kürzeren  Haaren  (Fig.  20).  Maxillen 
kurz,  ebenso  wie  der  Taster  dick  und  mit  zahlreichen  Fühl- 
wärzchen besetzt.  Der  Kietertheil  der  Maxillen  besitzt  2  gelbe 
Stäbchen,  welche  unter  sich  von  gleicher  Länge  und  fast  so  lang 
sind  wie  der  Kiefertaster;  innere  Fläche  des  Maxillengrundes 
mit  zahlreichen  in  einem  Büschel  zusammenstehenden  Haaren 
bedeckt:  an  der  Gren/x-  zwischen  dem  Kiefertheil  und  dem 
Taster  eine  längere  Borste.  Maxillartaster  viergliedrig,  schwach 
gebogen:    Labium  breit,    kegelförmig,    mit  zweigliedrigem  Taster. 

b)  Die  Brust:  Erstes  und  zweites  Segment  hornig,  drittes 
nur  mit  3  Paar  Chitinschildern  bedeckt.  Grundfarbe  der  beiden 
ersten  Segmente  gelbbraun,  mit  zahlreichen  schwarzen  Punkten, 
von  denen  auf  dem  Pronotum  eine  Anzahl  zu  einer  x-förniigen 
Zeichnung  zusammengestellt  sind:,  Ränder  der  beiden  Segmente 
dunkler,  Hinter-  und  Seitenrand  des  Mesonotum  scharf  gesäumt. 
Beine  kräftig;,  ihr  Län2,enverhältniß  wie  eew.  in  der  Familie, 
von  der  den  Limnophihden  eigenthümlichen  Form;  das  erste  Bein 
sehr  dick,  Spitze  der  Schiene  mit  zwei  dicken  Dornen  bewehrt, 
zwischen  denen  noch  zwei  kleinere  stehen,  Klauen  der  Vorder- 
beine bieit  und  kurz,  die  der  Mittel-  und  Hinterbeine  von  etwa 
1/3  Tarsuslänge;  alle  Beine  gelbbraun,  Chitintheile  schwarz  gesäumt. 

c)  Der  Hinterleib:  walzenförmig,  mit  deutlichen  Einschnitten, 
iii)erail  gleichbreit,  nur  das  letzte  Segment  i-chmäler.  Höcker  des 
L  Segments  groß,  zu  beiden  Seiten  derselben  längere  schwarze 
Borsten:  auch  die  Bauchseite  dieses  Segments  trägt  einen  gleichen, 
aber  etwas  niedrigeren  Hticker,  di-r  auch  bei  der  Larve  von 
Grammotaiiliiis  vorhanden  ist.  Seitenlinie  deutlich,  mit  grau- 
schwarzen Haaren  besetzt,  mit  dem  HL  Segment  beginnend  und 
bis  zum   Ende  des  VHL   reichend.    Die  Rückenfläche  des  letzten 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


193 


Segments  ist  durch  eine  bräunliche,  quer-elHptische  Chitinplatte 
geschützt,  welche  außer  vier  langen  schwarzen  Borsten  noch  eine 
Reihe  kleiner  trägt.  Das  letzte  Segment  endet  mit  2  starken, 
gebogenen  Klauen,  welche  mit  einem  großen,  spitzen  Rücken- 
haken besetzt  sind.  Die  Kiemen  sind  tadenfönnig,  nach  folgen- 
dem  Schema  ano-eordnct: 


Ueber 

Auf 

Unter 

der 

Seitenlinie 

3 

3 

3 

11. 

3 

2 

3 

3 

2 

3 

in. 

3 

2 

2 

3 

2 

3 

IV. 

2 

1 

3 

2 

1 

3 

V. 

2 

1 

3 

2 

2 

VI. 

2 

2 

2 
2 

2 
2 

VII. 

Kiemen  von  Gl.  pell.  (^Larvc). 

2.   Die  Puppe: 
Länge:  19 — 20  mm.  Breite:  4  mm. 

a)  Der  Kopf:  Fühler  fadenftirmig,  etwas  über  das  Ende 
des  VI.  Segments  hinausreichend,  erstes  Glied  etwa  zweimal 
so  lang  wie  das  zweite,  beide  mit  einzelnen  kurzen  Borsten;  alle 
Glieder  auf  der  Innenseite  mit  einem  kurzen  Borstenbüschel,  wie 
bei  vielen  Limnophiliden. 

Oberlippe  wie  bei  den  verwandten  Arten  (Fig.  21),  in  der 
Mitte  stum])f  vorgezogen,  mit  10  langen  schwarzen  Borsten  und 
am  Vorderrande  mit  2  hellgelben  kurzen  Borsten-  Mandibeln 
(Fig.  22)  stark,  braun,  nicht  oder  doch  nur  sehr  schwach  ge- 
zähnt, Schneide  gekrümmt.  Maxillarpalpen  des  ,^  dreigliedrig, 
des  $  fünfgliedrig,  Labialpalpen  dreigliedrig. 

b)  Die  Brust:  dunkelbraun,  in  der  Mitte  ein  hellerer  breiter 
Länosstreifen  auf  dem   Pro-  und  Mesonotum,   auf  dem  Pronotum 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


194 

dort  2  parallele  helle  Bänder,  auf  dem  Mesonotum  ein  rliomben- 
förmiger  Fleck,  Parallelbänder  und  Rhombenfleck  mit  feinen 
dunkleren  Punkten  (reife  Puppe).  P'lügelscheiden  bis  zum  Ende 
des  IV.  Segments  reichend,  gleichlang,  von  der  bei  Limnophiliis 
gewöhnlichen  Form.  Spornzahl  der  Beine  1,  3,  4.  Vordertarsen 
kahl,  Mitteltarsen  stark  bewimpert,  erstes  Tarsenglied  der  Hinter- 
beine schwach,  die  übrigen  gar  nicht  behaart.  Beine  der  reifen 
Puppe  (Imago)  gelb  mit  schwarzen  Dornen  und  gelben  Spornen, 
Tarsenglieder  an  den  Spitzen  dunkler.  VorderflUgel  gelb  mit 
2  dunklen  Querbinden,  von  denen  die  eine  an  der  Spitze,  die 
andere  weiter  nach  dem  Flügelgrinid  zu  sich  befindet,  bis  zu 
welchem  sich  auch  schwärzliche  Linien   hinziehen. 

c)  Der  Hinterleib:  Haftapparat  braun,  erstes  Segment  mit 
sattelförmiger,  gezähnter  Erhöbung,  auf  deren  Fläche  mehrere 
quere  Chitinleisten  ^  111.  bis  VII.  Segment  mit  je  2  Chitinplättdien, 
welche  mit  nach  hinten  gerichteten  Häckchen  besetzt  sind  in 
folgender  Anzahl:  III.  Segment  2  bis  3,  IV.  Segment  desgl., 
V.  Segment  3,  VI.  Segment  2  bis  3,  VII.  Segment  4  Häkchen; 
auf  dem  Hinterrande  des  V.  Segments  befinden  sich  außerdem 
noch  2  elliptische  Chitinplättchen  mit  11  bis  13  nach  vorn  ge- 
richteten Haken.  Die  Seitenlinie,  welche  aus  grauen  und  schwarzen 
Haaren  gebildet  ist,  beginnt  mit  dem  V.  Segment.  Kiemen  faden- 
förmig, ähnlich  wie  bei  der  Larve.  Appendices  anales  sind 
2  stäbchenförmige  Chitinfortsätze,  welche  an  ihrer  Spitze  nach 
außen  gebogen  sind  und  in  der  bekannten  Weise  mit  langen 
schwarzen  Borsten  und  winzigen  Zähnchen  besetzt  sind. 
3.  Das   Gehäuse: 

Dasselbe  wurde  in  trefflicher  Weise  von  Dr.  Struck  ab- 
gebildet'; es  besteht  aus  braunen  Blattabschnitten  und  ist  aus 
einer  inneren  Röhre  und  darüber  und  darunter  liegenden  großen 
Blattstücken  zusammengesetzt,  so  daß  es  sehr  flach  aussieht.  Mit 
seiner  Länge  von  60  mm  und  einer  Breite  von  30  mm  ist  es 
wohl  das  voluminöseste  Gehäuse  deutscher  Trichopleren-Arten, 
das  bisher    bekannt  wurde.     Die    Larven    und  Pu])pen    leben  an 

Stett.  ontomol.  Zeit.  1903. 


196 

flachen  Stellen  der  Seen  und  Teiche  und  können  leicht  durch 
Aussuchen  der  dort  befindlichen  Blattmassen  gefunden  werden. 
Ich  fand  bisher  solche  an  2  Orten  dicht  bei  Hamburg  (Eppen- 
dorfer  Moor  und  Tümpel  bei  Groß-Borstel)  und  weiter  entfernt 
im  Schmalsee  bei  Mölln.  Zwei  Larven  verpuppten  sich  am 
29.  April,  die  Imagines  .-chlüpften  am  23.  Mai  aus.  Im  Schmal- 
see fand  ich  am  20.  April  fast  nur  Puppen. 

IV.  Limnophilus  stigma  Ct. 

Mit  Fig.  23  bis  27. 

Das  Gehäuse  dieser  Art  wurde  zuerst  von  Dr.  A.  Meyer 
beschrieben,  doch  ist  die  Beschreibung,  welche  Dr.  Struck  von 
demselben  gegeben  hat,  viel  kürzer  und  klarer;  besonders  deutlich 
wird  die  Form  des  Gehäuses  durch  die  von  Struck  beigegebene 
Abbildung.  Ostwald  hat  auch  bei  dieser  Art  seine  Versuche 
bezüglich  der  Variabilität  des  Gehäusebaues  angestellt.  Er  erhielt 
dabei  Gehäuse,  welche  theils  denen  von  L.  favicornis  und 
decipiens  ähnlich  sahen,  theils  mit  denen  von  L.  marmoratus 
identisch  waren.  —  Larven  wurden  auch  von  Dr.  Otto  Zacharias 
im  Ploener  See  gefunden;  eine  kurze  Beschreibung  der  Gehäuse 
und  der  Larve  stammt  von  Walser;  die  Puppe  wurde  noch 
nicht   beschrieben. 

1.  Die  Larve: 
ähnelt  außerordentlich  derjenigen  von  Limnoph.  favicornis  und 
L.  rhnmhicvs  (cfr.  bez.  der  Details  meine  Beschreibungen  der- 
selben in  der  ,,A.  Z.  f.  E.^')  Ja,  sie  ist  denselben  so  ähnhch, 
daß  man  bei  Betrachtung  derselben  wohl  kaum  Unterschiede 
findet.  Ich  will  mich  hier  auf  die  Aufführung  der  wenigen 
Unterschiede,  welche  vorhanden  sind,  beschränken. 

Länge:  20   mm:  Breite:   3^/2  mm. 

Mandibeln  (Fig.  23)  mit  4  Zähnen,  welche  spitzer  sind 
als  bei  L.  rhombiciis :  Labruni  (Fig.  24)  wie  bei  den  andern 
Liinnophilna- Avten^  ebenso  Maxillen  und  Labium;  auch  die  Kopf- 
zeichnung ist  eine  iilinliciic  ( s.  w.  u.).  Kiemen  fadenförmig, 
ähnlich  wie  bei  L.  fariconiis  etc.,  zu  2  oder  3  an  der  Basis  ver- 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903.  13 


196 

wachsen.  Nachschieber  zweighedrig,  mit  starker  Klaue  (Fig.  25), 
die  aber  nicht,  wie  bei  L.  favicornis  und  rhombicus  bogen- 
förmig gekrümmt  ist,  sondern  im  rechten  Winkel  gekniet  er- 
scheint; der  eine  Kückenhaken  dick,  während  bei  den  beiden 
genannten  2  oder  3  solcher  vorhanden  sind. 

2.  Die  Puppe: 

ebenfalls  den  Puppen  genannter  Arten  ähnhch. 

Länge:   15  mm;  Breite:  4  mm. 

Labrum  wie  bei  Glyphotaeliifs  (Fig.  21).  Mandibeln  (Fig.  26) 
mit  gebogener,  gezähnter  Schneide,  wie  bei  rhombicus^  aber 
nicht  wie  bei  flavicornis,  wo  die  Zähne  fehlen.  Flügelscheiden 
bis  zum  Ende  des  V.  Segments  reichend,  avo  am  VL  die  Seiteu- 
linie beginnt.  Haftapparat:  auf  dem  1.  Segment  findet  sich 
wieder  jene  sattelförmige  gezähnte  Erhöhung,  auf  dem  IIL  Segment 
stehen  am  Vorderrande  ganz  winzige  Chitinplättchen  (mit  nur 
1  Häkchen),  die  nur  auf  den  Exuvien  mit  dem  Mikroskop 
erkennbar  sind;  nach  hinten  hin  werden  die  Plättchen  allmählich 
größer  und  tragen  2  bis  3  Häkchen.  Die  elliptischen  Chitin- 
platten des  V.  Segments  (Hinterrand)  sind  verhültnißmäßig  breit 
rundhch  und  tragen  7  bis  9  Haken;  bei  flavicomis  und  rhombicus 
sind  dort  12  bis  14  Haken  vorhanden.  Spornzahl  der  Beine 
1,  3,  4;  Vorderfüße  ohne  Schwimmhaare,  Mittelfüße  stark,  Hinter- 
füße wenig  bewimpert.  Appendices  anales  (Fig.  27)  wie  bei 
L.  facicornis  und  rhombicus  an  der  Spitze  mit  langen  schwarzen 
Borsten. 

3.  Das  Gehäuse: 
Länge:  20  mm;  Breite:   5  mm. 

Den  weiter  oben  befindlichen  Bemerkungen  brauche  ich 
nichts  Aveiter  als  eine  kurze  Beschreibung;  hinzuzufügen :  Die  zui 
HersteUung  benutzten  vegetabilischen  Stoffe  —  ungleich  große 
und  unregelmäßig  umrandete  Blättertheile  — •  werden  nicht  parallel 
oder  quer,  sondern  senkrecht  zur  Längsachse  des  centralen  Rohres 
und  l'erner  nicht  mit  ihren  Begrenzungslinien,  sondern  mit  ihren 
Flächen  an-  und  aufeinander  gelegt.  Das  Gehäuse  gleicht  durch 
diese  Anordnung  sehr  den  Früchten  der  Erde  (Struck). 

ßtett.  entomol.  Zeit.  1903. 


197 

Larven  und  Puppen  leben  in  pflanzenreichen,  stehenden 
Gewässern. 

V.  Limnophilus  flavicornis  F.  und  L.  rhombicus  L. 

Mit  Fig.  28  bis  30. 

Wie  eben  schon  erwähnt  und  wie  auch  aus  meinen  Be- 
schreibungen in  der  ,,Allg.  Z.  f.  E.^'  liervorgehen  dürfte,  sind 
die  Larven  und  Puppen  der  beiden  in  der  Ueberschrift  genannten 
Arten  einander  sehr  ähnhch.  Da  nun  noch  dazu  beide  Arten 
gleich  oder  doch  sehr  ähnliche  Gehäuse  bauen  und  an  denselben 
Orten  vorkommen,  so  ist  es  sehr  schwierig,  sie  sicher  zu  be- 
stimmen. Je  weiter  wir  in  der  Kenntniß  der  Trichopterenlarven 
und  Puppen  kommen,  desto  mehr  wird  sich  wohl  herausstellen, 
daß  verwandte  Arten,  welche  denselben  Lebensbedingungen  unter- 
worfen sind,  einander  ähneln.  Ist  die  Größe,  der  Aufenthalt, 
die  Nahrung,  der  Köcherbau  und  sein  Material,  überhaupt  die 
ganze  Lebensweise  verschiedener,  aber  verwandter,  Larven  gleich, 
so  ist  ja  auch  kein  Grund  einzusehen,  warum  sie  sich  stark  von 
einander  unterscheiden  sollten.  Die  Larve  von  L.  stigma,  welche 
ja  denen  von  L.  fcwicornis  und  rhomhicits  äußerlich  fast  gleicht, 
wird  man  am  ehesten  noch  mit  Hülfe  der  eigenthümlichen  Ge- 
häuseform (und  unter  Berücksichtigung  der  Nachschieber)  von 
letzteren  unterscheiden  können.  Allerdings  weichen  die  Gehäuse 
von  L.  Stigma  manchmal  auch  von  dem  gewöhnlichen  Bautypus 
ab,  wie  schon  sub  No.  IV.  erwähnt  und  wie  auch  bei  Walser 
und  Struck  (bez.  junger  Larven)  zu  lesen  ist.  Doch  ist  mir 
umgekehrt  kein  Fall  bekannt,  daß  flavicornis  und  rhombicus 
typische  .s/?^w?a-Köcher  gebaut  hätten.  Mit  der  Unterscheidung 
von  L.  Stigma  gehf  s  also  noch,  aber  L.  flavicornis  und  rhombicus 
sind  wirklich  schwer  zu  trennen.  Um  hinsichtlich  der  einzelnen 
Larveutheile  ganz  sicher  zu  gehen,  habe  ich  mir  mikroskopische 
Präparate  beider  Arten  in  der  folgenden  Weise  angefertigt.  '  Ich 
zog  aus  Larven  sowohl  L.  flavicornis  als  auch  rhombicus 
(Imagines)  und  benutzte  nun  die  in  den  Puppengehäusen  zurück- 

Stctt.  entomol.  Zeit.  190;i.  |3^ 


198 

gebliebeueu  Chitiiireste  (Labiuiu.  Mandibeln,  Clypeus,  Klauen) 
zum  Vergleich;  da  aber  auch  so  noch  eine  Verwechslung  vor- 
kommen konnte,  suchte  ich  eine  Anzahl  von  reifen  Puppen  beider 
Arten  zu  erhalten;  nach  den  durchscheinenden  Imaginal-Appen- 
dices  (Genitalanhängen)  bestimmte  ich  nnn  die  getöteten  Puppen 
und  suchte  mir  dann  die  genannten  Chitintheile  aus  dem  Gehäuse 
heraus.  In  solchen  Gehäusen,  in  welchen  sich  unzweifelhaft 
Puppen  von  L.  rhombicHS  befunden  hatten,  zeigten  sich  nun  die 
breiten  Mandibeln  stets  mit  4  (od.  5)  großen  höckerartigen 
(rundhchen)  Zähnen  (Fig.  28)  ausgestattet.  Leider  besaß  ich 
von  //arJcorn/s-Puppengehäusen  nur  ein  einziges  Elxemplar:  in 
diesem  waren  die  Mandibt'ln  ijenau  so  oestaltet  wie  bei  L.  rhom- 
biciis,  während  in  allen  andern  Präparaten,  welche  ich  von 
flacicontis-LiXYyen  herstellte,  die  Mandibeln  zwar  auch  mit  4, 
aber  bei  weitem  schlankeren  und  spitzeren  Zähnen  versehen  sind. 
Da  nun  in  einem  der  untersuchten  rhombicn )(-Go\\ih\»e  2  Man- 
dibeln vorhanden  waren,  welche  überhaupt  keine  Zähne  besaßen, 
die  aber  w^ahrscheinlich  durch  langen  Gebrauch  abgeschlitl'en 
waren,  so  glaubeich,  daß  auch  bei  dem  faricornis-Fund  (Puppen- 
gehäuse) die  schärferen  Spitzen  durch  Abnutzung  verloren  ge- 
gangen sind.  Entgiltig  entscheiden  kann  ich  die  Frage  nicht, 
ob  faricornis-La.Tven  stets  spitze  Zähne.  rhombiciis-LAYven  stets 
stumpfe  Zähne  an  den  Mandibeln  besitzen,  doch  ist  diese  Wahr- 
scheinhchkeit  groß,  und  die  beiden  so  ähnlichen  Larven  könnten 
dann  durch  einfache  Untersuchung  der  Mandibeln  unterschieden 
werden.  Einen  weiteren  Unterschied  habe  ich  vor  einiger 
Zeit  in  der  Kopfzeichnung,  die  bei  flavicornis,  rhombicus,  stigma 
und  andern  so  ungemein  ähnlich  ist,  gefunden  (Fig.  29,  30).  Auf 
der  Oberfläche  des  Kopfes  sieht  man  bei  diesen  Arten  (wie  auch 
bei  Glyphotaelitis}  außer  einem  dunklen  Gabelbande  (in  einigen 
meiner  früheren  Metamorphosen  versehentlich  ^Gabellinie'*  genannt) 
eine,  wie  Walser  sich  trefieud  ausdrückt,  kelchartige  Zeichnung 
von  ebenfalls  dunkler  Farbe.  —  Die  auf  dem  Clypeus  benndlichen 
dunkleren  Flecke    sind  nun    bei  rhombicmt  wirklich    kelchft>rmig 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


199 

(Fig.  29),  hei  fariconiis  iiber  viel  breiter,  die  Gabeläste  be- 
rührend (Fig.  30),  beides  nach  Präparaten  aus  mehreren  Puppen- 
eehäusen.  In  den  letzten  Tagen  habe  ich  nun  noch  einmal  zahl- 
reiche  Larven  von  L.  flacicornis  (durch  Zucht  festgestellt)  ver- 
schiedener, aber  mir  genau  bekannter  Fundorte,  an  denen  bisher 
noch  nie  L.  rhombicus  aufgefunden  wurde,  untersucht  und  stets 
die  //a«5icor»is-Zeichnung  auf  dem  Clypeus  gesehen;  leider  be- 
sitze ich  von  L.  rhombicNS  zu  wenig  Material,  um  auch  hier 
das  constaute  Vorkommen  der  betr.  Form  des  schwarzen  Fleckes 
festzustellen.  Sicher  aber  sind  diese  beiden  Zeichnungen  constant, 
es  ist  also  nicht  nöthig,  die  Mandibeln  der  fraglichen  Larven  zu 
untersuchen.  Will  man  aber  ganz  sicher  gehen,  so  müßte  man 
zur  Aufzucht  schreiten;  selbst  das  Fangen  von  flariconiis- 
Imagines  gleichzeitig  mit  fiaßicornis-öhnliGhvn  Larven  bietet 
nicht  immer  Gewähr  dafür,  daß  man  es  auch  wirklich  mit 
ffavicornis -L-AYxen  zu  thun  hat,  denn  letztere  kommen  mit 
rhombicus-Lavyen   zusammen  an  denselben  Lokalitäten  vor. 

IV.   Stenophylax  latipennis  Ct. 

Mit  Fig.  31  bis  32. 

Es  ist  mir  nicht  bekannt  geworden,  daß  Larven  oder 
Puppen  schon  aufgefunden  seien.  Möglicherweise  aber  sind  sie 
schon  mit  St.  stellatus  Ct.  oder  einer  verwandten  Art  gesammelt 
worden,  denn  sie  kommen  mit  dieser  an  gleichen  Orten  vor, 
und  ich  selbst  hielt  meine  latlpennis-Lurvt'n  anfangs  aucii  für 
solche  von  stellatus,  da  die  AehnHchkeit  eine  große  ist.  Von 
Larven  der  Gattung  Stenophylax  sind  von  Prof.  Klapalek  genau 
beschrieben  worden  St.  liictuosus  Piec,  rotundipennis  Brauer, 
stellatus  Ct.  und  nigricornis  P.  Diese  4  gehören  mit  St.  lati- 
pennis Ct.  zusammen  zur  10.  Gruppe  der  St enophyla.v- Arten  in 
Mc.  Lachlan's  „Revision  and  Synopsis-'.  Zwei  von  diesen 
5  Arten  sind  von  den  übrigen  leicht  zu  unterscheiden  durch  die 
Gestalt  und  den  Baustoff"  der  Gehäuse  (cfr.  Klapalek,  Metam. 
d.  Trichopt.,  Serie  II):  rotundipennis  hat  ziemlich  glatte,  etwas 
Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


200 

gebogene  Röhren  aus  Sandkörnchen,  nigricornis  baut  seine 
Gehäuse  ähnhch  wie  Glyphotaelhis  (aber  bedeutend  kleiner)  und 
verlängert  dasselbe  erst  später  duieh  kleine  Stein chen.  Die 
übrigen  drei,  wie  auch  St.  concentricus  dagegen  besitzen  fast 
gleiche  cylindrische,  gebogene  Gehäuse,  welche  von  oben  nach 
unten  zusammengedrückt  und  an  der  Bauchtläche  flach  sind :  ihre 
Oberfläche  ist  rauh.  Auch  die  Larven  selbst  sehen  einander 
eehr  ähnhch.  so  daß  die  Bestimmung  nicht  gerade  leicht  ist. 

1.  Die  Larve: 
Länge:    18 — 20  mm,    Breite  3  —  8^/2  mm.     LimnophiUdeu- 
artig,  cylindrisch,  dick. 

a)  Der  Kopf:  (Fig.  32)  hat  ähnliche  Gestalt  (breit  eiförmig) 
uud  Farben  wie  der  des  von  Klapalek  beschriebenen  St.  stel- 
lattis  etc.,  doch  sind  im  allgemeinen  stets  die  Färbungen  lieller 
als  dort,  doch  nicht  so  deutlich  wie  bei  St.  rotundipemiis  Brauer. 
—  Seine  Grundfarbe  ist  gelb;  der  Vorderrand  ist  braun,  ebenso 
ein  Gabelband  und  ein  größerer  Fleck,  der  die  ganze  hintere 
Hälfte  des  Clypeus  einnimmt;  Gabelband  und  Clypeusfleck  sind 
mit  zahlreichen  dunklerbraunen  Punkten  besetzt,  die  auf  dem 
Clypeus  die  Gestalt  etwa  eines  Dreiecks  (mit  der  Spitze  nach 
vorn  gerichtet)  oder  eines  lateinischen  A  besitzen;  doch  ist  die 
kürzere  Dreiecksseite  (der  Querstrich  des,  A)  nach  rückwärts 
gebogen.  Die  Mundtheüe  sind  ähnhch  wie  bei  St.  stellatus  etc. 
(cfr.  Klapalek);  die  Mandibeln  aber  (Fig.  31)  sind  deutHch  mit 
4  bis  5  Zähnen  besetzt;  Maxillen  und  Labium  wie  bei  stellatu.^. 

b)  Die  Brust :  Hornig  sind  nur  Pronotum  und  Mesonotum ; 
Pronotum  gelb,  am  Vorderrande  sehr  schmal  schwarz  und  dort 
mit  einer  Reihe  schwarzer  Borsten,  die  auch  auf  der  Fläche 
nicht  fehlen,  besonders  auf  der  hinteren  Hälfte  derselben  stehen 
zahlreiche  Punkte,  die  in  der  Mittellinie  eine  x-förmige  Zeichnung 
bilden.  Mesonotum  dunkler,  gelbbraun,  Hinterwinkel  gelb  mit 
einem  schief  stehenden  schwarzen  Fleck ;  Hinterecken  breit  schwarz 
gesäumt,  Vorderrand  und  mittlerer  Theil  des  Hinterrandes  schmal 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


201 

schwarz;  Fläche  mit  zaWreichen  dunkleren  Flecken.  Metanotum 
gelbbraun,  häutig  mit  3  Paar  beborsteten  Chitinschildern.  Beine 
wie  bei  Stenoph.  nigvicornis  P.,  braun,  Ende  der  Tibien  mit 
2  Dornen. 

c)  Der  Hinterleih:  I.  Segment  M'ie  das  Metanotum  gerärl)t, 
auch  mit  zahlreichen  schwarzen  Borsten,  die  um  den  Rücken- 
höcker und  an  der  Bauchlläche  sehr  diclit  und  dort  auf  winzigen 
Chitinschildchen  stehen.  Die  übrigen  Abdominalsegmente  sind 
weißoelb.  Kiemen  fadenförmig,  einzeln  stehend  wie  bei  den 
übrigen  Stenophylax-Arien.  Seitenlinie  beginnt  mit  dem  III.  Seg- 
ment und  endet  mit  dem  VIII.  Letztes  Segment  mit  einer 
chitinartigen  Haut  bekleidet  und  mit  Borsten  besetzt;  die  zwei- 
gliedrigen Nachschieber  tragen  eine  starke  Klaue  mit  einem 
dicken  Rückenhaken. 

2.  Die  Puppe: 

Länge:   16  mm,  Breite:  4  mm. 

Von  der  Gestalt  der  Lim«o/)/i«7?/.s-Puppen,  überall  gelbbraun 
gefärbt,  Kopf  und  Thorax  etwas  dunkler.  Labrum  wie  bei 
St.  niyricornis :  Mandibeln  mit  sehr  schAvach  gezähnter  gerader 
Schneide,  nur  die  Spitze  ist  ganz  wenig  nach  innen  gebogen. 
Vorderbeine  unbehaart,  Mitteltarsen  sehr  stark  bewimpert,  Hinter- 
tarsen  nur  wenig  behaart.  Haftapparat:  sattelförmiger  Höcker 
des  I.  Segments  wie  bei  Ghjphotaelius :  III.  und  IV.  Segment 
mit  3,  V.  und  VI.  Segment  mit  4,  VII.  Segment  mit  5  Häkchen; 
die  Plättchen,  auf  welchen  diese  Häkchen  stehen,  sind  nach 
hinten  in  eine  Zunge  verlängert;  V.  Segment  auf  den  beiden 
Chitinplatten  des  Hinterrandes  mit  14—15  Haken.  Die  schwärzlich 
behaarte  Seitenhnie  beginnt  mit  dem  IV.  Segment;  Appendices 
anales  wie  gewöhnlich  bei  Limnophihden  stäbchenförmig,  an  der 
Spitze  nach  außen  gebogen,  dort  aber  nur  mit  1   Borste. 

3.  Das   Gehäuse: 
Länge:  20  mm,  Breite  .^ — 51/2  'i'm-  Genau  wie  bei  stellatus 
aus  kleinen  Steinchen  hergestellt. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


202 

Ich  fand  Larven  und  Puppen  im  August  im  Dalbeck  bei 
Bergedorf:  die  Puppen  waren  scharenweise  an  größeren  Steinen 
im  Bache  befestigt,  Imagines  schlüpften  von  Ende  August  bis 
Mitte  September  aus. 

Vll.  Halesus  tesselatus  Rbr. 

Mit  Fig.  33  bis  38. 

Von  /Tö/es WS- Arten  sind  bisher  nur  die  Entwicklungen  des 
H,  interpunctatus  Ztt.  und  H.  auricollis  P.  durch  Klapalek 
(Metam.  d.  Tr.  I.)  genauer  bekannt  geworden.  Gehäuse  von 
E.  tesselatus  Rbr.  bildete  Dr.  Struck  ab.  Eine  kurze  Beschrei- 
bung der  Larven  und  Gehäuse  von  H.  digitatus  Schrk.  stammt 
von  Kolenati,  eine  solche  des  Gehäuses  allein  auch  von 
Dr.  A.  Meyer.  Beobachtungen  über  Larven  und  Gehäuse  anderer 
Halesus-Arten  (außer  H.  digitatus  und  auricollis  noch  riifi- 
collis  P.,  testaceus  P.  [=  Micropterna])  gaben  Pictet  und 
Meyer-Dür, 

1.  Die   Larve: 

Länge:  26  mm,  Breite  4,5  mm.     Raupenförmig. 

a)  Der  Kopf:  Mit  bloßem  Auge  besehen,  erscheint  derselbe 
sehr  dunkel,  fast  schwarz;  mit  Lupen  Vergrößerung  (Fig.  33) 
betrachtet  sieht  man  eine  gelbbraune  Grundfarbe  und  zahlreiche 
schwarze  Flecke;  auf  dem  Clypeus  findet  sich  eine  ähnHche, 
dreieckige  Zeichnung  wie  bei  Stenoph.  latipennis  etc.:  dieselbe 
wird  umrahmt  von  zwei  Linien,  welche  auf  den  Gabelästen  der 
Gabellinie  entlang  laufen;  von  diesen  beiden  Linien  strahlen  nach 
allen  Seiten  schwarze  längliche  Flecke  aus,  so  daß  besonders  auf 
der  hintei-en  Partie  des  Kopfes  eine  sternförmige  Gruppirung 
derselben  stattfindet;  am  Hinterrande  des  Kopfes  stehen  die  Flecke 
in  drei  parallelen  Reihen,  und  vom  Hinterhaupte  her  in  zwei 
ebenfalls  gleichlaufenden  Reihen  nach  dem  Clypeus  hin;  die 
vordere  Kopfpartie  ist  im  allgemeinen  dunkler,  so  daß  sich  die 
helle  Gelenkmembran  des  Labrum  gut  abhebt;   alle  diese  Flecke 

Stett.  eutomol.  Zeit.  1903. 


fließen  bei  einzelnen  Larven  sehr  zusamtnen.  —  Labrum  (Fig.  34) 
mit  4  Paar  Borsten  auf  der  Fläche  und  2  Paar  kürzeren  gelben 
Dornen  am  Vorderrande.  Mandibeln  groß  und  sehr  kräftig 
(Fig.  35),  meißeiförmig,  mit  5  großen  Zähnen  auf  der  Schneide, 
von  denen  der  erste  der  größte  ist.  Maxillen  und  Labium  ähnlich 
wie  bei  H.  auricollis  P.  (cfr.  Klapalek !),  Kiefertheil  der  Maxillen 
außer  den  vielen  Borsten  noch  mit  2  dicken  Dornen  (gelb)  an 
der  Innenfläche. 

b)  Die  Brust:  Bedeckung  wie  bei  den  übrigen  Limnophiliden; 
Grundfarbe  wenig  heller  als  die  des  Kopfes,  mit  zahlreichen 
schwarzen  Punkten  und  Flecken;  Pronotum  am  Ende  des  ersten 
Drittels  mit  dunkler  vertiefter  Querlinie,  dahinter  mit  einer  großen 
aus  einzelnen  Punkten  zusammengesetzten  Zeichnung  etwa  in 
der  Form  eines  Daches  (Dreieck  mit  gebogenen  Seiten  und 
fehlender  Basis);  Pronotum  vorn  breiter  als  hinten,  Mesonotum 
hinten  breiter  als  vorn;  von  der  Grundfarbe  des  letzteren  bleibt 
eine  gelbe  Längslinie  in  der  Mitte  und  ein  großer  gelber  Fleck 
in  jeder  Hinterecke  von  schwarzen  Punkten  überall  frei;  auch 
alle  Ränder  sind  gelb.  Metanotum  (wie  auch  I.  Abdominal- 
segment) mit  derberer  Haut  gedeckt;  3  Paar  Chitinschilder  mit 
schwarzen  Borsten,  die  auch  auf  dem  Kopfe  und  den  beiden 
ersten  Brustsegmenten  zahlreich  zu  finden  sind.  Metanotum  fast 
zweimal  so  breit  wie  Pronotum,  das  kaum  breiter  ist  als  der 
Kopf.  Beine  ähnhch  wie  bei  H.  interpunctatns  Ztt.  (cfr.  Klapalek) ; 
Spitze  der  Hintertibien  verdickt  und  dort  mit  zahlreichen  winzigen 
Dörnchen  besetzt. 

c)  Der  Hinterleib :  Höcker  des  L  Segments  niedrig;  Seiten- 
linie beginnt  am  Ende  des  H.  oder  mit  dem  HL  Segment  und 
verschwindet  auf  dem  VHL;  über  der  Seitenhnie  finden  sich 
auf  dem  HL— VIL  Segment  (auf  deren  vorderen  Hälfte)  Reihen 
von  12  Punkten  (IIL— IV.  Segment)  oder  weniger  Punkten 
(übrige  Segmente).  Kiemen  stark,  fadenförmig,  einzeln  stehend. 
Nachschieber  kurz,  mit  stark  gebogener  Klaue,  die  einen  eben- 
sten, entomol.  Zeit.  1903. 


204 

falls   gekrümmten    und    sehr    dicken    Rückenhaken   trägt;   letztes 
Segment  mit  derberer  Haut. 

2.  Die    Puppe: 
Länge:  20  mm;  Breite  5  mm. 
Cylindrisch,  sehr  dick. 

Fühler  reichen  bis  zum  Ende  des  VI.  Segments.  Labrum 
viereckig  mit  abgerundeten  Vorderecken  und  ^  Paar  schwarzen 
Borsten  auf  der  Fläche,  am  Vorderrande  mit  2  kleinen  spitzen, 
gelben  Dornen.  Mandibeln  (Fig.  36)  mit  fein  gezähnter  und 
gebogener  Schneide.  Maxillarpalpen  des  ,^  dreigUedrig,  des  $ 
fünfgliedrig;  Labialpalpen  dreigUedrig. 

Flügelscheiden  nur  bis  zum  Ende  des  IIL  Segments  reichend. 
Spornzahl  der  Beine  1,  3,  3;  Vorderfüße  unbewimpert,  Hinter- 
füße wenig  und  Mittelfüße  stark  behaart.  Haftapparat  gering 
ausgebildet;  vordere  Chitinplättchen  des  IIL  bis  IV.  Segments 
mit  je  2  Häkchen,  die  des  IV.  bis  VII.  Segments  mit  je  3  Haken; 
hintere  Platten  des  V.  Segments  mit  14  Haken;  I.  Segment  mit 
sattelförmiger,  gezähnter  Erhöhung.  Kiemen  stark,  einzeln. 
Seitenlinie  sehr  deuthch,  mit  dem  Ende  des  V,  Segments  be- 
ginnend. Chitinfortsätze  des  Hinterleibes  nicht  nach  außen  ge- 
bogen, mit  kurzen  schwarzen  Borsten  (Fig.  37)  und  kleinen 
Spitzen   besetzt. 

3.  Das  Gehäuse  (Fig.  38): 

Länge:  30  mm  (mit  Anhängseln  .50);  Breite  7  mm. 

C3dindrisch,  aus  schwarzbraunen  Rindenstückehen  her- 
gestellt (dadurch  manchmal  eckig)  und  mit  Belastungstheilen 
pflanzlicher  Herkunft,  wie   Anabolia. 

Schon  im  Ai)ril  habe  ich  im  Jahre  1901  Larven  gefunden, 
die  den  Eindruck  vollständigen  Erwachsenseins  machten;  im 
Aquarium  wuchsen  sie  auch  nicht  mehr,  doch  fand  die  Ver- 
puppung erst  im  August  und  September  statt.  Im  Juni  1902 
fand  ich  neben  erwachsenen  Larven  auch  jugendliche;  beide 
Funde  stammen  vom  Tarpenbeck  bei  Hamburg. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


Ä05 

VIII.  Halesus  digitatus  Schrk. 

Mit  Fig.  39  bis  41. 

Es  ist  dies  dieselbe  Art,  deren  Besehreibung  ich  im  Jahr- 
gange 63  dieser  Zeitschrift,  p.  365,  als  Halesus  hammoniensis  n.  sp. 
gegeben  habe.  Seither  habe  ich  noch  keine  weiteren  Imagines 
derselben  erhalten,  da  dieselben  erst  im  September  und  Oktober 
ausschlüpfen.  Damals  schon  habe  ich  mitgetheilt,  daß  diese  Art 
dem  H.  digitatus  Schrk.  nahe  verwandt  sei;  ich  muß  gestehen, 
daß  ich  bisher  noch  keinen  typischen  H.  digitatus  (mit  den  von 
R.  Mc.  Lachlan  gezeichneten  Genitalanhängen)  gesehen  habe; 
einige  ffa/esw.s -Exemplare,  die  ich  als  „ff.  digitatus'^  bezeichnet 
erhalten  habe,  hatten  Genitalanhänge  wie  meine  Art.  Herr 
Mc.  Lachlan,  der  Ende  1902  meine  2  Exemplare  sah,  ist  der 
Meinung,  daß  es  sich  doch  um  H.  digitatus  handle.  Ich  füge 
mich  gern  seiner  gewiß  richtigeren  Ansicht. 

1.  Die  Larve: 

Länge:  21  mm;  Breite  4  mm. 

Raupenförmig,  cylindrisch. 

Die  Farben  des  Kopfes  und  der  Brust  sind  genau  so  wie 
bei  H.  tesselatus,  vielleicht  in  der  Grundfarbe  (gelb)  etwas 
heller;  auf  den  ersten  Blick  aber  kann  man  die  Larven  von 
denen  des  H.  tesselatus  schon  durch  das  Fehlen  der  gelben 
Mesothorax-Umrandung  unterscheiden,  die  bei  tesselatus  immer 
sehr  deutlich  ist.  Labrum  (Fig.  39)  mit  4  Paar  langen,  braunen 
Borsten  auf  der  Fläche,  von  denen  die  dem  Vorderrande  nächsten 
sehr  stark  säbelförmig  gekrümmt  sind;  am  Vorderrande  außer- 
dem noch  1  Paar  gekrümmter  hellerer,  langer  Dornen,  und 
1  Paar  kleinen  Höckern  im  Ausschnitte.  Mandibeln  meißeiförmig 
(Fig.  40),  mit  4  starken  Zähnen.  Maxillen  und  Labium  wie  bei 
ff.  tesselatus. 

b)  Die  Brust:  Farben  wie  bei  ff.  tesselatus,  doch  fehlt 
dem  Mesonotum  die  gelbe  Umrandung.  Beine  wie  bei  H.  tesselatus  .^ 
Oberfläche,    besonders    die    der  Hüfte,    mit    zahlreichen    winzigen 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


206 

Querriefen;    Ende  der  Tibien  mit  2  langen,    spitzen  Dornen  und 
einem  kürzeren  zwischen  denselben. 

c)  Der  Hinterleib:  wie  bei  R.  tesselaftis  Rbr.  Kiemcnfäden 
einzeln;  Seitenlinie  deutlich,  mit  dem  III.  Segment  beginnend 
und  mit  dem  VIII,  endigend;  manclimal  finden  sich  Spuren  der- 
selben auch  schon  auf  dem  II.  Segment,  lieber  der  Seitenhnie 
braune  Punkte,  aber  viel  undeutlicher  und  in  geringerer  Zahl 
als  bei  H.  tesselatus :  wie  dort  auch  letztes  Segment  und  Nach- 
schieber. 

2.  Die    Puppe: 

Länge:   17  mm;  Breite  4  mm. 

Schlanker  als  bei  H.  tesselatus. 

Fühler  reichen  bis  zur  Mitte  des  VIII.  Segments.  Labrum 
wie  bei  H.  tesselatus,  doch  ist  der  Vorderrand  etwas  mehr  vor- 
gezogen; Mandibeln  mit  deutlich  gezähnter,  gerader  Schneide. 
Flügelscheiden  bis  zur  Mitte  des  IV.  Segments  reichend;  Sporn- 
zahl der  Beine  1,  3,  3.  Vorderfüße  unbehaart,  Mittelfüße  sehr 
stark  bewimpert  und  Hinterfüße  auch  ganz  behaart.  Haftapparat 
mit  3 — 5  Häkchen  auf  jedem  Plättchen.  Kiemen  und  Seitenhnie 
wie  bei  tesselatus,  ebenso  Appendicalstäbchen,  doch  deren  äußerste 
Borste  länger  als  die  vor  der  Spitze  stehende. 

3.  Das  Gehäuse  (Fig.  41):         ' 

Länge:  40  mm  mit  Anhängseln  (ohne  30);    Breite  4  mm. 

Cyhndi'isch,  aus  glatten,  braunen  Rinden-  und  Blattstückchen 
gebaut,  mit  Belastungstheilen  (dünnen  Stengelstückchen),  die 
manchmal  auch  fehlen.  Vor  der  Verpuppung  wird  das  Hinter- 
ende durch  eine  Siebmerabran  mit  sehr  zahlreichen  Löchern  und 
durch  einige  Sandkörnchen  geschlossen;  vor  die  vordere  Oeffnung 
aber  werden  größere  Steinchen  (5  bis  7  mm  Länge  und  3 
bis  4  mm  Breite)  gelegt. 

Die  Larven  waren  den  ganzen  Sommer  über  zalilreich  im 
Dalbeck    bei    Bergedorf  zwischen    abgefallenem  Laub    zu   finden; 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


207 

Im  Aquarium  verpuppten  sie  sich  Ende  September;  am  12.  Oktober 
schlüpften  2  Exemplare  aus. 

IX.  Enoicyla  pusilla  Burm. 

(Mit  Fig.  42  l)is  43). 

Larve  und  Gehäuse  wurden  von  Hagen  und  Mej^er-Dür 
beschrieben;  Beschreibung  und  Abbildung  des  Gehäuses  gab  auch 
Dr.  Struck;  genauere  Einzelheiten  über  die  ganze  Entwickelung 
mit  zahlreichen  Abbildungen  stammen  von  Siebold  und  Ritsema 
her.  Da  mir  die  Angabe  von  Siebold's  (nach  Klapalek,  „Metam. 
d.  Trieb.",  II.  Serie,  p.  9),  es  seien  alle  3  Thoraxsegmente 
hornig,  für  eine  Limnophihdenlarve  auffällig  schien,  untersuchte 
ich  meine,  aus  den  Buchenwäldern  bei  Ratzeburg  stammenden 
Larven  und  fand,  daß  nur  der  Kopf  und  der  Prothorax  hornig  sind ; 
Mesothorax  ist  nur  mit  wenig  derberer  Haut  gedeckt,  Metanotum 
genau  so  häutig  wie  die  Abdominalsegmente.  Es  freute  mich  sehr, 
zu  lesen,  daß  Ritsema  in  seiner  Arbeit  „De  Enoicjla  pusilla  Burm. 
in  liare  verschillende  toestanden"  1870  (Tijdschrift  voor  Ento- 
mologie) denselben  Befund  gemacht  hat,  wie  aus  den  folgenden 
Zeilen  (Sep. — Abdr.  p.  4)  hervorgeht:  „De  prothorax,  die  de 
smalste  is,  is  lederachtig,  helder  kastanjebruin  .....  De  meso- 
thorax   is    lichtbruin    van    kleur    en    weeker De  nieta- 

thorax is  even    als    de  nu    volgende    negen    abdominal- 

segmenten met  eene  zachte  kleurloose  huid  bekleed". 

Da  es  mir  vor  2  Jahren  nicht  gelang,  die  mitgebrachten 
Enoicylalarven  —  die  ja  bekanntlich  nicht  im  Wasser  leben  — , 
aufzuziehen  und  ich  in  diesem  Jahre  (1902)  wegen  des  wochen- 
lang schlechten  Wetters  nicht  nach  Ratzeburg  kommen  konnte, 
so  kenne  ich  bisher  nur  die  Larve. 

Länge:   6  bis  7  mm;  Breite  etwas  über  1   mm. 

Kopf  und  Pronotum  glänzend  kastanienbraun,  mit  vielen 
langey  schwarzen  Borsten  und  kürzeren  Haaren.  Labrum  (Fig.  42) 
quer-elliptisch,  mit  seicht  ausgeschnittenem  Vorderrande;  auf  der 
Fläche    4    Paar    Borsten,    von    denen    das    vorderste    heller    ist; 

Rtett.  entomol.  Zeit.  1903. 


208 

außerdem  mit  2  kurzen,  dreieckigen  Höckern  im  Ausschnitte 
und  1  Paar  längerer  gelber  Dornen  am  Vorderrande;  Mandibeln 
(Fig.  43)  mit  4  großen  Zähnen  und  mit  Innen  bürste.  Beine  von 
vorn  nach  hinten  allmählich  an  Länge  zunehmend;  Tibienende 
mit  2  Dornen;  Klauen  gebogen,  mit  Basaldorn;  wenig  beborstet, 
mehrere  lange  gelbe  Spitzen ;  Farbe  gelblich.  Kiemen  und  Seiten- 
hnie  fehlen;  Höcker  des  I.  Hinterleibssegmentes  deutlich,  der 
obere  spitz;  die  beiden  letzten  Segmente  mit  etwas  derberer  Haut. 
Nachschieber  zweigliedrig,  mtt  starker  Klaue,  die  einen  Rücken- 
haken trägt. 

Abbildungen  der  Puppe  finden  sich  bei  Ritsema. 

Das  Gehäuse  besteht  zum  größten  Theile  aus  feinen  Sand- 
köruchen,  einzelne  mit  ganz  wenigen  winzigen  Pflanzentheilchen. 
Länge:  8  mm,  größte  Breite:  2  mm;  konisch,  gebogen. 

X.  Silo  pallipes  F. 

Mit  Fig.  44  bis  47. 
Eine  kurze  Bemerkung  über  die  Gehäuse  dieser  Art  findet 
sich  bei  Meyer-Dür.     Klapalek   beschrieb  die  Metamorphose  von 
Silo  nigricornis  P.  (Metain.  d.  Trichopt.,  Serie  I",  p.  28). 

1.  Die  Larve: 
Länge:    10  mm;  Breite  2  mm. 
Raupenförmig,  auf  dem  Metathorax  am  breitesten. 

a)  Der  Kopf:  Wie  bei  den  verwandten  Arten  oben  ganz 
flach  und  in  den  Prothorax  zurückgezogen,  senkrecht  nach  unten 
gerichtet.  Farbe  gelbbraun,  heller  als  bei  Goera,  um  die  Augen 
herum  noch  blasser.  Labrum  (Fig.  44)  nicht  ganz  mit  Chitin 
gedeckt,  etwa  das  vordere  Drittel  bleibt  häutig;  auf  der  Ober- 
fläche 4  Paar  kurzer  schwarzer  Borsten:  Seitenbürsten  kräftig- 
entwickelt.  Mandibeln  (Fig.  45)  schwarz,  kurz,  mit  messer- 
förmiger  Schneide,  welche  zweimal  eingebuchtet  ist;  Innenbürste 
voihanden.     Kiefertheil  der  Maxillen  ganz  verkümmert. 

b)  Die  Brust:  Nur  Pronotum  ganz  hornig,  Mesonotum  mit 
2  Paar  von  Chitinplatten  gedeckt,  so  daß  einige  Hautstellen  frei 

Stett  entomol.  Zeit.  1903. 


209 

bleiben;  Metanotum  mit  3  Paar  kleinerer  Chitinplättehen,  welche 
dunkler  sind  als  der  Kopf,  während  die  Bedeckung  der  übrigen 
Brustringe  gelb  ist  mit  braunen  Punkten.  Form  des  Pronotum 
wie  bei  Silo  nigricornis  P.  (cfr.  Klapalek).  Beine  kurz  und 
stark,  von  nahezu  gleicher  Länge;  gelbbraun,  an  den  Rändern 
der  Chitintheile  dunkler;  Tibienende  mit  2  kurzen  Dornen;  die 
stark  gebogenen  dicken  Klauen  mit  Basaldorn,  der  bis  zur  Spitze 
der  Klaue  selbst  reicht. 

c)  Der  Hinterleib:  Segmente  durch  deutliche  Einschnitte 
von  einander  getrennt.  Seitenhnie  fein,  mit  dem  IV.  Segmente 
beginnend  und  mit  dem  VII.  endigend  (bei  S.  nigricornis  vom 
III.— VI.,  nach  Klapalek);  Kiemen  fadenförmig,  fein,  zu  Büscheln 
verwachsen.  Erstes  Segment  mit  3  stumpfen,  konischen  Höckern, 
von  denen  der  obere  der  größte  ist;  dieses  Segment  ist  auf  der 
Oberfläche  (wie  auch  das  Metanotum)  mit  derberer  Haut  be- 
kleidet und  mit  zahlreichen  Haaren  besetzt.  Nachschieber  klein, 
zweigliedrig,  mit  stark  gekrümmter  Klaue,  die  einen  dicken, 
kurzen  Rückenhaken  trägt.  (Nach  Klapalek  fehlt  derselbe  bei 
Silo  nigricornis.') 

2.  Die  Puppe: 

Länge:  9  mm;  Breite  etwas  über  2  nmi. 

Spindelförmig.  Erstes  Glied  der  Fühler  dick  und  lang; 
Fühler  reichen  bis  zum  Ende  des  VII.  Segments.  Labrum  vier- 
eckig, an  den  Vorderecken  mit  5  Paar  und  am  Vorderrande 
mit  1  Paar  (kleinerer)  Borsten.  Mandibeln  (Fig.  46)  rothbraun, 
dreieckig,  spitz,  ungezähnt  oder  sehr  schwach  gezähnt.  Taster 
wie  bei  Silo  nigricornis,  Kiefertaster  dreighedrig  ((J)  oder  fünf- 
gliedrig  ($).  —  Flügelscheiden  schmal;  zugespitzt,  bis  zum  Ende 
des  V.  Segments  reichend;  Spornzahl  der  Beine  2,  4,  4.  Beine 
wie  bei  nigricornis,  ähnlich  auch  der  Haftapparat.  Auf  dem 
Vorderrande  des  III.  bis  V.  Segments  ist  je  ein  Paar  Chitin- 
plättchen  mit  2  oder  4  (auf  den  verschiedenen  Seiten  eines 
Segments  verschieden),  des  VI.  und  VII.  Segments  mit  4  (ein- 
mal G)  nach  hinten  gerichteten  Häckchen;    auf  dem  Hinterrande 

Stett.  cntomol.  Zeit.  1903. 


210 

des  V.  Segments  sind  2  größere,  quer  elliptische  Plättehen  mit 
zahlreichen  nach  vorn  gerichteten  und  in  3  Reihen  angeordneten 
Spitzen.  Die  Seitenlinie  beginnt  kurz  hinter  der  Mitte  des 
V.  Segments  (bei  nigricornis  auf  dem  IV.,  Klapalek).  Letztes 
Abdominalsegment  stumpf  konisch  mit  eingeschnittenem  Hinter- 
rande (Fig.  47);  die  langen  stäbchenförmigen  Chitinfortsätzo  sind 
Überall,  besonders  aber  nach  außen  mit  kurzen  Dornen  besetzt; 
ihr  nach  innen  gebogenes  Ende  ist  viertheihg;  die  Bauchseite 
ist  mit  zahlreichen  kurzen,  nach  vorn  gerichteten  Spitzen  besetzt, 
von  denen  die  eine  Partie  am  Ende,  die  andere,  quer  gestellte, 
am   Anfang  des  Segments  zu  linden   ist. 

3.  Das  Gehäuse: 

Länge:   10  mm;   Breite:  5  mm. 

Gebaut  wie  bei  den  Verwandten;  innere  Röhre  aus  Sand- 
körnchen, größere  Steinchen  seitlich  angesetzt,  geflügelt.  Larven 
und  Puppen  linden  sich  fast  den  ganzen  Sommer  über,  besonders 
zahlreich  aber  im  Juni ;  in  diesem  Monate  fand  ich  mehrere 
faustgroße  Steine  dicht  mit  Puppengehäusen  bedeckt.  Gefunden 
wurden  Larven  und  Puppen  in  verschiedenen  Bächen  bei  Ham- 
burg, zahlreich  im  Farnisener  Bach. 

XI.  Setodes  argentipunctella  M'L. 

Mit  Fig.  48  bis  51. 
Ein  zweiter  meiner  Brüder,  Fritz  Ulmer,  z.  Z.  Stud.  phil. 
in  Marburg,  der  schon  seit  seiner  Knabenzeit  mir  durch  zahl- 
reiche Funde  meine  San)mlungen  bereichern  half,  hat  mir  im 
letzten  Jahre  aus  verschiedenen  Theilen  Hessens  Collectionen  von 
Trichopteren  geschickt,  über  die  ich  später  einmal  berichten 
werde.  Unter  acht  Larvenarten  aus  der  Lahn  bei  Gossfelden 
(in  der  Nähe  von  Marburg  i.  H.)  fielen  mir  Gehäuse  (Fig.  48) 
von  weniger  als  1  cm  Länge,  aus  Sandkörnchen  hergestellt,  auf. 
die  ich  nie  vorher  gesehen  hatte.  Es  waren  sämmtlich  Puppen- 
gehäuse; ich  üfinetc  eine  größere  Anzahl  derselben  und  fand 
darin,    wie    an    den    langen    Fühlern    sofort    zu    erkennen    war, 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


211 

Leptoceriden-Puppen,  die  z.  Th.  schon  vollständig  ausgefärbt 
waren,  so  daß  ein  Versuch,  sie  zu  bestimmen,  mir  möglich 
schien.  Mein  Augenmerk  richtete  ich  zunächst  auf  die  Sporn- 
zahl der  Beine  und  ich  fand  (nach  mikroskopischen  Präparaten) 
0,  2,  2.  Deshalb  und  weil  die  Flügel  sehr  schmal  waren,  schloß 
ich,  es  könnte  sich  nur  um  die  Gattungen  Oecetis,  Setodes  und 
Mysiacides  handeln.  Ich  untersuchte  nun  die  Fühler,  die  sich 
als  sehr  deuthch  geringelt  herausstellten,  Oecetis  also  mußte 
schon  ausscheiden,  und  ebenso  Mysiacides  der  geringeren  Größe 
der  Puppen  wegen;  und  endHch  zeigten  auch  die  von  den  ein- 
zelnen Puppenorganen  hergestellten  Präparate  zwar  deutliche 
Verwandtschaft  zu  den  betr.  Oecetis-  und  Mystacides-¥oY\n<^\i  in 
Klapaleks  Metamorphosen,  aber  doch  auch  nirgends  Ueberein- 
stimmung,  so  daß  nur  eine  Setodes-Avi  übrig  blieb. 

Da  nun  die  Genitalien  der  Imagines  vollkommen  deutlich 
durch  die  Puppenhaut  zu  erkennen  waren,  so  gelang  mir  die 
Feststellung  der  Art  nach  Mc.  Lachlan's  Figuren  auf  Tafel  LVII. 
und  Tafel  V.  („F.   A.  S.^').     Imagines    habe  ich  nicht    erhalten. 

Ueber  die  Larve  weiß  ich  nicht  mehr  zu  sagen,  als  daß 
ihre  chitinigen  Theile  (Kopf  und  Brust)  sehr  dunkel  gefärbt  sind; 
die  Beine  dagegen  sind  hellgelb,  mit  langen  Borsten  besetzt,  mit 
langem  Tarsus  und  langer,  gekrümmter  Klaue,  die  einen  schwachen, 
borstenförmigen  Basaldorn  besitzt;  Beine  überhaupt  sehr  schlank. 
Die  Puppe: 

Länge:  6  mm;  Breite  0,9  mm. 

C3'iindrisch,  schlank. 

Farbe  der  reifen  Puppe:  Hinterleib  weißlich,  Brust  und 
Kopf  hellbraun,  Fühler  braun  und  weiß  geringelt,  Flügel  grau- 
schwarz  mit  helleren  Flecken;  Beine  liraun,  Tarsen  auch  heller 
geringelt. 

Mundtheile  ganz  vorn  stehend.  Labrum  (Fig.  49)  sehr 
klein,  viereckig,  Vorderrand  breiter  als  der  Hinterrand;  am 
Vorderrande  stehen  auf  großen  Höckern  zahlreiche  Borsten;  auf 
dem  mittleren  und    größten  Höcker   befinden  «ich  4  lange  starre 

Stott.  onlomol.  Zeit.  1003.  14 


212 

Borsten,  die  fast  bis  zur  Spitze  der  gerade  nach  vorn  gerichteten 
Mandibeln  reichen;  am  Vorderrande  auf  kleineren  Höckern  sieht 
man  dann  noch  3  Paar  kleiner  Borsten  und  auf  der  Fläche, 
aber  weit  über  die  Vorderecken  hinausragend,  noch  ein  Paar 
Borsten.  Mandibeln  (Fig.  50)  groß,  etwa  viermal  so  lang  wie 
die  Oberlippe,  aus  breiterer  Basis  sehr  schlank  werdend,  mit 
sehr  deutlich  gezähnter,  an  der  Spitze  etwas  gebogener  Schneide. 
Maxillartaster  braun,  die  Enden  der  Glieder  hell,  fünfgliedrig, 
selir  lang  und  gerade  nach  hinten  gerichtet.  Flügelscheiden  sehr 
lang,  schmal  und  spitz,  die  Vorderflügel  bis  fast  zum  Ende  des 
VIII.,  die  Hinterflügel  bis  zum  Ende  des  VII.  Segments  reichend. 
Spornzahl  der  Beine:  0.  2,  2.  Mittelbeine  stark  bewimpert. 
Ilaftapparat  sehr  schwach  entwickelt;  Chitinplättchen  mit  je 
2  nach  hinten  gerichteten  Häkchen  linden  sich  auf  dem  III.  —  VI. 
Segment;  am  Hinterrande  des  V.  Segments  etwas  größere  Plättchen 
mit  6  Zähnchen;  alle  diese  chitinisirten  Stellen  sind  sehr  klein. 
Chitinfortsätze  des  Hinterleibs  lang  und  schlank,  am  Ende  etwas 
nach  innen  gebogen,  etwa  in  der  Mitte  der  Innenseite  mit  einem 
großen  Zahne,  außerdem  mit  mehreren  Borsten  (Fig.  51).  Im 
allgemeinen  ähnelt  diese  Puppe  den  M^staeidespuppen. 

Meines  Wissens    ist  Setodes  argentipuncteUa  M.'L.    bisher 
in  Deutschland  noch  nicht  aufgefunden  worden. 


Larven,  Puppen  und  Gehäuse, 

allgemeine  Charaktere  der  Familien  und  einzelner  Gattungen. 
Eine  Uebersicht  der  gemeinsamen  Merkmale  der  Larven, 
Puppen  und  Gehäuse  innerhalb  der  7  Trichopterenfamihen  (und 
bei  den  Sericostomatiden  auch  der  4  Sektionen)  gab  schon  Prof. 
Klapalek  in  seiner  „Metam.  der  Trichopteren",  Serie  II,  1893. 
Diese  Uebersichtcii  habe  ich  im  Jahre  1901  benutzt,  um  für 
meine  Bestimmungstabelle  der  Larven  in  einem  Aufsatze  („Aus 
der  Heimath'',  1902)  die.  Familien  zu  trennen  —  und  benutze 
dieselben  auch  hier  wieder  mit  gleichzeitiger  Heranziehung  der 
einzelnen  Oi-gane.    Ausführlicheres  folgt  in  einer  gi'ößeren  Arbeit. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


213 

Erste  Familie:  Phryganeidae : 

1.  Die  Larven:  subraupenförmig  (Kopf  nur  wenig  nach 
unten  geneigt),  Kopf  länglich  elliptisch;  Labrum  breit,  elliptisch, 
mit  1  Paar  Borsten  auf  der  Fläche  und  2  Paar  Borsten  am 
Seitenrande;  am  Vorderrande  mit  mehreren  (gew.  2  Paar)  ge- 
bogenen Dornen;  Vorderrand  nur  wenig  ausgebuchtet.  Mandibeln 
messerförmig,  mit  doppelter  Schneide  und  mehreren,  manchmal 
zahlreichen  Höckerzähnen,  meist  ohne  Innenbürste.  Kieferthcil  der 
Maxillen  schlank,  Maxillartaster  viergliedrig,  Labium  kegelförmig. 
Nur  Pronotum  hornig;  Mesonotum  und  Metanotum  mit  je  2 
Borstenpunkten.  Erstes  Bein  kurz  und  dick,  drittes  lang  und 
schlank;  Tibien  mit  nur  einem  Enddorn;  vor  der  Spitze,  oft 
weit  entfernt,  noch  ein  zweiter  Dorn.  —  Erstes  Abdominal- 
segment mit  großen,  spitzen  Höckern;  Einschnitte  zwischen  den 
Segmenten  tief.  Kiemen  fadenförmig,  einzeln  stehend;  schon  die 
Unterseite  des  L  Segments  trägt  2  Fäden.  Seitenlinie  deutlich 
und  stark.  Nachschieber  zweigliedrig,  mit  stark  gebogener 
Klaue,  welche  mehrere  Rückenhaken  trägt. 

2.  Die  Puppen:  Puppen  stark,  cylindrisch,  Fühler  kürzer 
als  der  Körper.  Mundtheile  auf  der  Vorderfläche  des  Kopfes 
stehend.  Labrum  länglich  viereckig  mit  5  langen  Borsten  an 
den  Vorderecken,  manchmal  auch  auf  der  Fläche  mit  einigen 
Borsten  (\enroniaj.  Mandibeln  groß,  mit  einem  dreieckigen,  die 
Fühlborsten  tragenden  Höcker;  ihre  Schneide  gebogen  und  ge- 
zähnt. Maxillartaster  des  ^  vierghedrig,  des  $  fünfgliedrig. 
Spornzahl  der  Beine  2,  4,  4  (wohl  mit  Ausnahme  von  Agrypnetes). 
Vorder-  und  Hintertarsen  spärlich  behaart,  Mitteltarsen  sehr 
kräftig  bewimpert.  Kiemen  einzeln  stehend.  Seitenlinie  sehr 
deutlich.  Erstes  Abdominalsegment  mit  einem  langen  chitinigen 
Fortsatz.  Letztes  Segment  mit  zwei  flachen  rhombischen  An- 
hängen, die  lange  Borsten  tragen. 

3.  Gehäuse  entweder  in  Form  einer  Spirale  aus  gleich- 
mäßig   gestalteten    Pflanzenstoften    (Phrygaiiea    und    Neuron ia) 

Stett.  entomol.  Zeit.  190a.  14* 


214 

gebaut    oder    bei    Agrypnia    ein    einfaehes   Schilfstengelfragment. 
Nur  in  stehenden  Gewässern. 

Gattunji-  Phryganea: 
Larven  auf  dem  Kopfe  mit  gabelförmigem  Fleclv  und  zwischen 
dessen  Aesten  mit  länglichem  Flecke. 

Puppen    mit    stark    sensenförmig    gekrümmten    Mandibeln, 
Labrum  ohne  Borsten  auf  der  Fläche. 

Gattung  Neuronia  (ruficrus): 
Larven  auf   dem  Kopie    mit  2  parallelen  Binden,    die    sich 
bis  auf  das  Abdomen  fortsetzen. 

Puppen    mit    sehwach    gebogenen    Mandibeln,    Labruni  mit 
einigen  Borsten  auf  der  Fläche. 
Gattung  Agrypnia: 
Gehäuse  oft  ein  einfaches  Schilfstengelfragment. 

Zweite  Familie:  Limnophilidae : 
1.  Die  Larven:  raupenförmig,  Kopf  stark  nach  unten 
geneigt,  oval  bis  rundlich.  Labrum  schmäler  (also  mein-  rund- 
lich, halbkreisförmig  oder  quer-elliptisch)  als  bei  den  Phrjga- 
neiden,  gewöhnlich  mit  drei  Paar  Borsten  auf  der  Fläche,  die 
in  einem  Bogen  angeordnet  sind;  bei  einzelnen  Gattungen 
(Halesna,  Enoicyla)  mit  4  Paar  Borsten,  bei  anderen  (Apatania) 
noch  mehr:,  außerdem  bei  allen  noch  kürzere,  helle,  gebogene 
Borsten  (Dornen)  am  Vorderrande  oder  dicht  hinter  ihm:  Vorder- 
rand stets  ausgeschnitten.  Mandibeln  meißeiförmig,  schwarz,  mit 
mehreren  Zähnen  an  der  Schneide  und  einer  Tnnenbürste.  Kiefer- 
theil  der  Maxillen  dick,  Maxillartaster  ebenfalls,  viei-gliedrig. 
Labium  breiter  kegelföi-mig  als  bei  den  Phryganeiden.  Pro-  und 
Mesonotum  hornig,  Metanotum  mit  3  Paar  von  Chitinschildern 
(cfr.  Enoicyla).  Beine  kräftig,  Vorderbeine  verhältnißmäßig  kuiz 
und  dick.  L  Abdominalsegment  mit  3,  meist  stumpfen  Höckern 
(bei  Glyphotaelius  und  Grammotanliua  mit  4  Höckern),  Strikturen 
zwischen  den  Segmenten  deutlich,  aber  nicht  so  tief  wie  bei 
den    Phryganeiden.      Seitenlinie    deutlich.     Kiemen    fadenförmig, 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


215 

entweder  einzeln  {Slenophylax,  Micropterna,  Halesus,  Chaetop- 
tenjx,  Drusiis,  Äpatania)  oder  zu  mehreren  (2  bis  3)  in  Büscheln 
stellend  (Limnoph litis.  Anaboiia,  Glyphofaelrus,  Grammotaid'ma. 
Colpotaylius).  Nachschieber  kurz,  zweigliedrig,  mit  starker 
Klaue,  die  einen  oder  mehrere   Rückenhaken  trägt. 

2.  Die  Puppen:  cyhndrisch.  Fühler  kürzer  oder  solang 
wie  der  Körper.  Labrum  quer-elliptiseh,  mit  stark  vorgezogenem 
Vorderrand  und  5  Paai-  Borsten  auf  der  Fläche,  außerdem  mit 
meist  3  Paar  Borsten  auf  dem  hinteren  Theile  und  mit  1.  Paar 
heller  und  kurzer  Borsten  am  Vorderrande  oder  weiter  nach  der 
Seite  hin.  Mandibeln  aus  breiter  Basis  dreieckig  zugespitzt, 
Schneide  gei-ade  oder  sehr  Avenig  gebogen  (nur  bei  Apatania 
stärker),  gezähnt  oder  ungezähnt.  Maxillartaster  des  ,^  drei- 
gliedrig, des  $  fünfgliedrig;  Labialtaster  stets  dreigliedrig.  Sporn- 
zahl der  Beine  verschieden,  nie  2,  4,  4;  Vorderschienen  mit 
einem  Sporn  oder  ohne  einen  solchen.  Vorderbeine  unbewimpert, 
Mittelbeine  sehr  stark  behaart,  Hinterbeine  nur  -wenig.  Kiemen 
einzeln  oder  in  Büscheln  von  2  bis  3  (wie  bei  den  Larven). 
Erstes  Abdominalsegment  mit  sattelförmiger,  gezähnter  Fjrhöhung. 
Seitenlinie  deuthch.  Letztes  Segment  trägt  2  stäbchenfiJrmige 
Chitinfortsätze,  welche  entweder  ganz  gerade  oder  am  Ende  nach 
außen  gebogen  sind. 

3.  Die  Gehäuse  aus  den  A^erschiedensten  Stollen  gebaut, 
meist  aus  Sand  oder  Steinchen,  oder  aus  Vegetabilien,  seltener 
aus  Conchylienschalen,  cylindrisch  oder  konisch,  mäßig  bis  ziemlich 
stark  gekrümmt,  seltener  gerade.  Die  Oberfläche  in  der  Regel 
rauh,  uneben,  seltener  glatt.  Die  aus  Mineralien  bauenden  Larven 
verfertigen  in  der  Jugend  häutig  ihr  Gehäuse  aus  PilanzenstotVen. 

L  Gruppe:  Colpotaulius,  Glyphotaelius,  Grammotaulim, 
Limnophiius,  Anaboiia^  Phaeopteryx. 

Larven  auf  dem  Kopfe  meist  mit  Gabelband  und  zwischen 
dessen  Aesten  mit  einem  dunklen  Fleck  verschiedener  Gestalt. 
Kiemen  zu  zweien  oder  dreien  an  der  Basis  verwachsen.  Seiten- 
linie deutlich. 

Stelt.  entomol.  Zeit.  1903. 


316 

Puppen:  Seitenlinie  und  Kiemen  wie  bei  der  Larve.  Chitin- 
Ibrtsätze  des  Hinterleibs  am  Ende  nach  außen  gebogen.  Sjxtrn- 
zahl  der  Beine   1.  3.  4. 

II.  Gruppe:  Stenophylax,  Micropterna.  Halesus,  D/v/.sw.s. 
Ch aef opteryx.  Apala n ia . 

Larven  mit  verschiedener  Kopizcichnunp,;  hiiulig  mit  A- 
lürmiger  Zeichnung  auf  dem  Cljpeus.  Kiemen  einzeln  stehend, 
Seitenlinie  deutlich. 

Puppen:  Seitenlinie  und  Kiemen  wie  bei  der  Larve.  Chitin- 
fortsätze des  Hinterleibes  a)  an  der  Spitze  gebogen  bei  Steiwphijlax 
(Spornzahl  1,  3,  4).  Micropterna  (0,  3,  4  und  1,  3,  4),  Halestis 
interpunctatus  Zett.  (1,  3,  3),  Drusus  (1,  3,  3)  und  Apafania 
(1,  2,  4);  b)  nicht  gebogen  bei  den  übrigen  Halesus- Arten 
(1,  3.  3)  und  bei  Chaetopteryx  (0,  3,  3  und  1,  3,   3). 

HL  Gruppe:  Enoicyla. 

Larven  und  Puppen  auf  dem  Lande  lebend.  Kopf  der 
Larve  glänzend  braun.     Kiemen  und  Seitenlinie  fehlen. 

Dritte  Familie:  Sericostomatidae. 

Für  diese  Familie  hat  schon  Klapalek  („Metam.  der  Trieb.'', 

IL  Serie)  die  Eintheiluno   in  4  Gruppen  vorgenommen,  auf  welche 

ich  hier  nur  verweisen   kann,    da  ich    kaum  etwas   hinzuzufügen 

hätte.     Doch  gebe  ich  hier    eine  Zusammenstellung   der   Larven: 

L  Gehäuse  aus  Pflanzeustoft'en  hergestellt.    Mit  vegetabiUschen 

Stoffen    der    Quere    nach    belegte    Röhren    mit  vollständig 

viereckigem  Querschnitt. 

1.  Nur  auf  dem  hinteren  Ende  jedes  Segments  (vom  II. — IV.) 
je  ein  Kiemenfaden:  Crunoecia  irrorata  Ct. 

2.  Auf  dem  vordi'ren  und  hinteren  Ende  jedes  Segments 
(vom  III. — VI.)  je  ein  Kiemeufaden:  Lepidostoma 
hirtum  F. 

3.  Auf  dem  hinteren  Ende  von  II. — VI.  Segment  je 
6  Kiemenfäden:  Brachycentrus. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


217 

IT.  Gehäuse  aus  Sandkürnchen  oder  Steinehen. 

1.  Ohne  Belaskuigsthcile. 

;i)  Gehäuse  gerade,  glatt:   OUgopkclnuit. 
b)  Gehäuse  gebogen. 

a)  Gehäuse  sehr  rauh:    Lasiocephala. 

^■i^  Gehäuse  glatt:  Sericostoma  und  Notidobia. 

2.  Mit  Belastungsthcilen  mineralischer  Herkunft. 

i»)  Die    Belastungstheile    sind     gnibere    Sandktirnehen : 

Lithax  ob  sc  UV  US  Hag. 
b)  Die  Belastungstheile  sind  größere  Steinchen,    so  daß 
das  Gehäuse  geflügelt  erscheint. 
a)  Auf  d?m  7.  Segment  keine  Kiemen:  Silo  nigri- 

cornis  P.  und  Silo  pallipes  F. 
ß)  Auf  dem  7.   Segment   Kiemen:    Goera  pilosa  F. 
HI.  Gehäuse   aus    Gespinnstmasse,    gebogen:    Micrasema    lon- 
gnlum  M'L. 

Vierte  Familie:  Leptoceridae. 
Prof.  Klapalek  hat  schon  (op.  cit.  p.  80)  betont,  daß  ,.jedes 
der  zu  dieser  Familie  gehörenden  Genera  sich  auch  in  den  Ent- 
wiekelungsstadien  durch  sehr  wichtige  Merkmale  auszeichnet^'. 
Die  folgenden  Bemerkungen  sind  auf  Grund  hauptsächlich  seiner 
Beschreibungen  der  einzelnen  Arten,  unter  Berücksichtigung 
einiger  mir  außerdem  bekannten  Metamorphosestadien,  zusammen- 
gestellt. 

1.  Die  Larven:  raupenförmig,  meist  schlank,  Fühler  deut- 
üch.  Pronotum  und  Mesonotum  hornig.  Hinterfüße  2  bis  3  mal 
so  lang  wie  die  Vorderfüße,  ihre  Klauen  lang  und  schlank  (mit 
Ausnahme  von  Molanna  und  Molannodes).  Seitenlinie  fein  oder 
fehlend:  Kiemen  fadenfcirmig,  einzeln  oder  zu  kreisförmig  aus- 
gebreiteten und  dem  Körper  anliegenden  Büscheln  verbunden. 
Nachschieber  kurz,  zweigliedrig. 

2.  Die  Puppen:  cylindrisch,  schlank.  Fühler  fadenförmig, 
dünn,  entweder  so  lang  oder  viel  länger  als  der  Körper.    Mund- 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


218 

theile  hoch,  auf  die  Stirn  gestellt,  so  daß  die  Mandibeln  gerade 
nach  oben  zielen.  Mandibeln  schmal,  an  der  Schneide  gezähnt, 
dort  manchmal  mit  sehr  großen,  vorspringenden  Zähnen.  Maxillar- 
taster  fünfgliedrig,  viel  länger  als  die  Labialtaster.  Auf  dem 
Hinterrande  des  I.  Segments  mit  2  Erhebungen,  die  mit  Spitzen 
besetzt  sind.  Chitinfortsätze  des  Hinterleibes  stäbchenförmig,  ver- 
schieden gestaltet. 

3.  Die  Gehäuse:  konisch,  schmal,  nach  hinten  stark  ver- 
jüngt, entweder  gerade  oder  gewöhnlicher  gebogen,  länger  als 
die  Larve,  aber  eng  angepaßt,  in  der  Regel  aus  feinen  Sand- 
körnchen, seltener  aus  Vegetabilien  oder  purer  Gespinnstmasse 
verfertigt.  Puppeugehäuse  kürzer,  auf  Pflanzen  oder  Steinen 
durch   kleine  Tellerehen  befestigt. 

L  Beraeodes. 

Larven:  Labrum  am  Vorderrande  zweimal  ausgeschnitten; 
Mandibeln  mit  2  Innenbürsten  und  außer  den  beiden  Rücken- 
borsten noch  mit  einer  Rückenbürste.  Hinterbeine  mehr  als 
2  mal  so  lang  M-ie  die  Vorderbeine.  Seitenhnie  fehlend.  Kiemen 
in  Büscheln  geordnet,  sehr  klein. 

Puppen:  Labrum  dreieckig  mit  gerundeten  Seitenrändern 
und  abgerundetem  Vorderrande.  Mandibeln  mit  breiter  Basis 
und  säbelförmiger  gezähnter  Schneide.  Spornzahl  der  Beine  2,  2,  2. 
Chitinfortsätze  des  Hinterleibes  stark,  an  der  Spitze  nach  außen 
gebogen  und  vor  derselben  mit  einer  Borste,  die  in  einem  kleinen 
Ausschnitte  steht.  Gehäuse  aus  Sandkörnchen,  Larvengehäuse 
10  mm  lang,  konisch,  stark  gebogen,  nach  hinten  sehr  ver- 
schmälert. 

IL  Molanna. 
Larven:  Labrum  am  Vorderrande  gerade  abgestutzt,  Gelenk- 
membran sehr  breit.  Mandibeln  mit  doppelter  Schneide  und 
einigen  Zähnen.  Dorn  der  Tibien  auf  einem  starken  Vorsprung, 
Tarsen  der  Hinterfüße  zweigliedrig,  ihre  Klaue  in  lange  und 
kurze  Borsten  aufgelöst.  Hinterbeine  nur  etwas  mehr  als  1 1/2  mal 
Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


219 

so  lang-  wie  Vorderbeine.  Tiefe  Strikturen  zwischen  den  Seg- 
menten, Seitenlinie  deutlich.  Kiemen  fadenförmig,  meist  zu  2 
bis  4   verwachsen. 

Puppen:  Labrum  mit  breiter  Basis,  nach  vorn  verengt, 
mit  deuthchen  Ecken.  Spornzahl  der  Beine  2,  4,  4.  Chitin- 
fortsätze gerade  und  überall  behaart.  —  Gehäuse  schildförmig 
verbreitert,  aus  Sandkörnchen  gebaut  und  etwa  15  bis  20  mm  lang. 

III.  Odontocermn. 

Larven:  Labrum  länglich,  mit  herzförmigem  Vorderrande; 
Maudibeln  keilförmig,  dick,  ohne  Zähne,  nur  mit  ganz  stumpfen 
Höckern.  Seitenlinie  schwach  entwickelt;  Kiemen  fadenförmig, 
in  kreisförmig  ausgebreiteten  Büscheln  zusammenstehend.  Tibien 
mit  2  Dornen. 

Puppen:  Labrum  ähnhch  wie  bei  No.  11;  Mandibeln  breit 
dreieckig,  die  Schneide  aber  in  einen  sehr  dünnen  Fortsatz,  der 
ungezähnt,  doch  an  der  umgebogenen  Spitze  gespalten  ist,  ver- 
längert. (Bei  Puppen,  welche  das  Gehäuse  durchbrochen  haben, 
ist  dieser  Fortsatz  nicht  mehr  vorhanden.)  Chitinfortsätze  des 
Hinterleibes  stäbchenförmig,  an  der  Spitze  nach  außen  gebogen, 
gerade  so  lang  wie  das  letzte  Segment.  Spornzahl  der  Beine 
2,  4,  4.  Fühler  um  das  Hinterleibsende  umgewickelt.  —  Ge- 
häuse konisch,  gebogen,  aus  feinen  Sandkörnchen,  Länge  18  mm, 
größte  Breite  (vorn)  3  mm. 

Anm.  Verwandt  mit  Odontocermn  scheint  mir  Leptocerus 
senilis  Burm.  zu  sein  (efr.  Klapaleks  Beschreibung,  op.  cit., 
Serie  I,  p.  37). 

IV.  Leptocerus  (aterrimus,  anmtlicornis ,  hilineatus'). 
Larven:  Labrum  quer-eUiptisch,  meist  breit,  mit  aus- 
geschnittenem und  gekerbtem  Vorderrande  und  dort  mit  gelben 
gebogenen  Dornen.  Mandibeln  mit  doppelter  Schneide  und  meh- 
reren Zähnen.  Nur  auf  der  Vordertibie  ein  Dorn.  Hinterbeine 
2  (bis  höchstens  2^/2)  mal  so  lang  wie  die  Vorderbeine.  Kiemen 
büschelförmig,  Seitenlinie  fehlend  oder  wenig  sichtbar. 

Stett,  entomol.  Zeit.  1903. 


220 

Puppen:  Labrum  fast  lialbkveisförmig,  mit  zahlreichen 
Borsten  auf  der  Fläche.  Mandibeln  dreieckig,  mit  gebogener, 
gezähnter  Schneide.  Chitinfortsätz(!  des  Hinterleibes  dick  und 
kurz,  mit  starken  Zähnen  am  Innenrande.  Spornzahl  der  Beine 
2,  2,  2.  Fühler  sehr  lang,  um  die  Spitze  des  Hinterleibes  einige 
Male  umgewickelt.  —  Gehäuse  stets  aus  Sandkörncheu,  gebogen, 
konisch. 

V.  Mystacides. 

Ijarven:  Labrum  ähnlich  wie  bei  IV,  aber  Vordejiand  in 
der  Mitte  ungekerbt;  ähnlich  auch  die  Mandibeln.  Kiemen  faden- 
förmig, einzeln  stehend.  Seitenlinie  fehlt.  Hinterfüße  3  mal  so 
ang  wie  die  Vorderfüße. 

Puppen:  Labrum  sehr  klein,  Vorderrand  mehrfach  aus- 
geschnitten, mit  sehr  langen  Borsten.  Mandibeln  ähnlich  wie 
bei  IV.  Chitinfortsätze  lang  und  schlank,  an  der  Spitze  nach 
innen  gebogen,  innen  mit  mehreren  Dornen.  Spornzahl  der 
Beine  0,  2,  2.  Fühler  wie  bei  IV.  —  Gehäuse  aus  feinen  Sand- 
körnchen gebaut,  konisch,  gerade,  mit  Belastungstheilen  pflanz- 
licher Herkunft  (ein  ^«a6o/m-Gehäuse  im  kleinen);  Länge  der 
Röhre  etwa  14  mm. 

Anm.  Nahe  verwandt  mit  Mystacides,  ist  wohl  Setodes 
(cfr.  diese  Arbeit,  No.  XI). 

VI.  Triaenodes. 

Larven:  Labrum  ähnlich  wie  bei  Mystacides ;  Mandibeln 
meißeiförmig,  mit  5  Zähnen  auf  der  Schneide.  Seitenhnie  fehlt, 
Kiemen  fadenförmig.  Hinterbeine  3  mal  so  lang  wie  die 
Vorderbeine. 

Puppen:  Labrum  am  Vorderrande  in  einen  Fortsatz  aus- 
gezogen und  dort  mit  einer  starken  Borste.  Mandibeln  mit  stark 
gezähntem  Vorsprung  auf  der  Schneide.  S])ornzahl  der  Beine 
1,  2,  2.  Fühler  wie  bei  V.  Chitinfortsätze  des  Hinterleibes 
lang,  spitz  endigend,  innen  mit  zahlreichen  Borsten.  Gehäuse 
aus  feinen,  spiralig  gelegten  Pflanzenstolfen,  konisch,  gerade, 
schlank, 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


221 


VII.  Oecetis. 

Larven:  Labnim  ähnlich  wie  bei  Leptocerns,  Mandibeln 
aber  messerförmig,  schhmk,  mit  2  großen  Zähnen  auf  der  ge- 
bogenen Schneide.  Kiefertheil  der  Maxillen  verkümmert.  Kicmen- 
l'äden  einzeln.  Seitenhnie  fein.  Hinterbeine  etwa  21/2  mal  so 
lang  wie  die  Vorderbeine. 

Puppen:  Labriim  vorn  in  einen  stumpfen  Fortsatz  aus- 
gezogen, dort  aber  ohne  Borste  (efr.  VI).  Mandibeln  mit  ge- 
bogener Schneide,  welche  in  der  Mitte  drei  oder  vier  große 
Zähne  besitzt.  Chitinfortsätze  des  Hinterleibes  sehr  lang,  an  der 
Basis  stark  verdickt,  an  der  Spitze  etwas  nach  außen  gebogen, 
mit  sehr  wenig  Borsten.  Spornzahl  der  Beine  0,  2,  2.  Fühler 
wie  bei  VI. 

Fünfte  Familie:  Hydropsychidae. 
I.  Die  Larven: 

A.  Alle  3  Brustsegmente  hornig. 

1.  Kiemen  vorhanden,  strauchartig  die  ganze  Unter- 
seite bedeckend;  Körper  überall  gleichbreit,  walzen- 
ruud:  Hydropsyche  und  Diplectrona. 

2.  Kiemen  fehlend,  Körper  von  oben  nach  unten  zu- 
sammengedrückt: Ecnomus. 

B.  Nur  Prouotum  hornig. 

1.  Labrum  Aveiß,  weich,  häutig;  Larven  bis  22  mm 
lang:  Philopotamus,  Chimarrha  und  Wormaldia. 

2.  Labrum  braun,  hornig,  hart. 

a)  Labium  als  schmaler,  langer,  konischer  Fortsatz 
entwickelt,  der  bedeutend  länger  ist  als  die  Kiefer- 
taster; Kiefertheil  der  Maxillen  kugelförmig  ge- 
wölbt, stark  beborstet:  Tinodes. 

b)  Labium  konisch,  kürzer  oder  höchstens  so  lang 
wie  der  Kiefertaster;  Kiefertheil  der  Maxillen 
schlank,  wenig  beborstet. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


222 


a)  Larve  bis  22  mm  lang,  Mesonotuni  am    brei- 
testen,   nach    vorn    und    hinten    verschmälert: 
Plectrocnemia. 
ß)  Larve  nur  12  bis  16  mm  lang,  in  der   Mitte 
der  Segmente  am  breitesten. 
ü)  in    stehenden    Gewässern,     Puppengehäuse 

aus  Blattstückchen:  Holocentroptis. 
b)  in    fließenden    Gewässern,     Puppengehäuse 
aus  gröberen  Sandkörnchen:  Polycentropus. 
IL   Die  Puppen: 

1.  Mandibeln  sensenartig  gebogen:  Polycentropus,  Holo- 
centropus  und  Plectrocnemia. 

2.  Mandibeln  mit  breiter  Basis  und  gebogener  Schneide, 
die  wenige  große  scharfe  Zähne  trägt:  Hydropsyche 
und  Philopotamus. 

3.  Mandibeln  mit  sehr  breiter  und  starker  Basis  und  fein 
gezähnter  Schneide:  Ecnomus. 

4.  Mandibeln  mit  breiter  Basis,  Schneide  mit  langem 
schmalen  Fortsatz,  der  am  Ende  in  4  Spitzen  ge- 
theilt  ist:  Tinodes. 

Sechste  Famihe:  Rhyacophilidae. 
Larven : 

A.  mit  Kiemen;  bis  22  mm  lang:  Rhyacophila  (^die  gvoRen 
Arten. 

B.  ohne  Kiemen;  höchstens  10  mm  lang. 

1.  ohne  Larvengehäuse: 

a)  Klaue  der  Nachschieber  sehr  lang :  Rhyac.  IristisEng. 

b)  Klaue  der  Nachschieber  klein :  Agapelus  comatns  P. 

2.  mit  Larvengehäuse: 

a)  Mesonotum  und Metanotum  ganz  häutig:  Glossosoma. 

b)  Mesonotum  und  Metanotum  auf  zwei  Stellen  dunkel 
chitinisirt:  Agapelus  fuscipes  Ct. 

(Alle  in  fließenden  Gewässern.) 

Stett.  eutomol.  Zeit.  1903. 


223 

Siebeote  Familie:  Hydroptilidae. 
Hier    mag    eine    kurze    ßestimmungstabelle    unter    Berück- 
sichtigung der  Gehäuse  Platz  finden. 

I.  Gehäuse  ca.  9  mm  lang,    aus  Gespinnstmasse  gefertigt,  an 
den    Seiten    etwas    vorgezogen,    flach;     in    stehenden    Ge- 
wässern: Agraylea  (und  Allotrichia?). 
IL  Gehäuse  weniger  als  4  mm  lang. 

1.  gerade, 

a)  flaschenförmig :  Oxyethira. 

b)  kolbenförmig,  in  fließendem  Wasser:  Ithytrichia. 
e)  tonnenförmig,  in  flachen  Quellen:  Stactobia. 

2.  gebogen: 

a)  nierenförmig,  mit  feinen  Sandkörnchen  bedeckt,  flach : 
HydropiUa. 

b)  dem  Kümmelsamen  ähnlich,  mit  vertieften  Längs- 
linien auf  der  gewölbten  Oberfläche,  aus  reiner  Ge- 
spinnstmasse :  Orthotrichia. 


Es  mögen  noch  einige  Bemerkungen  über  den  Transport 
lebender  Larven  und  Puppen  folgen  (vgl.  dazu  No.  I,  Phr.  striata). 
Während  meiner  diesjährigen  Schwarzwaldreise  ging  mir  der 
für  den  Tag  mitgenommene  Vorrath  kleiner  Gläser  zu  Ende  und 
ich  packte  deshalb  zahlreiche  Larven  von  Stenophylax  (sp.?) 
aus  einem  stark  fließenden  Bache  in  Papier,  das  ich  dann  in 
der  Rocktasche  unterbrachte;  die  Larven  lebten  noch,  obgleich 
sie  erst  7  Stunden  später  erlöst  wurden,  und  krochen  ganz 
behende  auf  dem  Tische  umher.  —  Ferner  sammelte  ich  in 
den  letzten  Tagen  wohl  150  bis  200  Stück  von  Puppen  des 
Stenophylax  latipennis  (cfr.  No.  VI)  im  Dalbeck;  diese  brachte 
icli  mit  einer  Puppe  von  Odontocernm  und  2  Larven  von 
Rhyacophila  septentrionis,  die  aber  schon  im  Puppengehäuse 
sich  befanden,  ebenfalls  in  Papier  und  weiches  Gras  eingewickelt 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


224 

nach  Hause.  Der  über  3  Stunden  lang  dauernde,  trockene  Trans- 
port hat  den  Thieren  so  wenig  geschadet,  daß  bisher  im  Aquarium 
noch  keine  der  Steiwphylax-Vn\)pcn  starb,  daß  die  Imago  von 
Odontocerum  schon  ausschlüpfte  und  die  Rhyacophila-LQ.vyen 
sich  jetzt  in  Puppen  verwandelt  haben.  —  Von  Herrn  Lehrer 
F.  Lorentzen-Kiel  erhielt  ich  im  Juni  dieses  Jahres  mehrfach 
Sendungen  von  Larven  (Limnophilus  faticornis  und  L.  lunatus) 
als  „Muster  ohne  Werth'''  zugesandt,  die  etwa  17  (!)  Stunden 
außerhalb  des  Wassers  zugebracht  hatten^  bei  der  Ankunft 
lebten  und  im  Aquarium  sich  entwickelten.  Ich  glaube  daher, 
daß  es  sich  wohl  lohnt,  weitere  Versuche  mit  dieser  bequemen 
Transport-    und  Versendungsmethode  zu  machen. 

Bezüglich  der  Conservirung  von  Larven  und  Puppen  ge- 
statte ich  mir  zu  bemerken,  daß  es  zur  Erzielung  guter  Präparate 
nöthig  sei: 

1.  Larven  und  Puppen,  wenigstens  die  größeren,  aus  den 
Gehäusen  zu  entfernen. 

2.  Larven  und  Puppen  mit  großen,  voluminösen  PHanzen- 
gehäusen  {Limnophilvs,  Glyphotaelins ,  Grammotavlius) 
in  kochendem  Alkohol  zu  toten  und  dann  in  schwächere 
Flüssigkeit  zu  bringen. 

3.  dem  Formalin  nicht  zu  viel  zu  trauen.  Eine  Conser- 
virungsflüssigkeit  von  20  Theilen  Alkohol,  20  Theileu 
Wassers  und  1  Theil  Formalin  (40  ^j^j)  leistet  gute 
Dienste. 


Btett.  entomol.  Zeit.  1003. 


225 
Figuren-Erklärung 

zu 

Georg   Ulmer,   Weitere  Beiträge   zur   Metamorphose 
der  deutschen  Trichopteren. 


T.  Phryganea  striafa  L. 

1.  Kopfzeichniing  der  Larve,  vergr. 

2.  Labnim,  desgl.  20/i. 

3.  Linke  Mandibel,  desgl.  2(1/,. 

4.  Rechte  Maadibel,  desgl.  20/,. 

.5.  Maxille  und  Labium,  desgl.  20/,. 

6.  Mittelbein,  desgl.  20/i. 

7.  Seitenhöeker  des  L  Segments,  desgl.,  vergr. 

8.  Klaue  der  Nachschieber,    desgl.  20/,. 

9.  Labrum  der  Puppe.  20/,. 

10.  Mandibel,  desgl.  20/,. 

11.  Chitinfortsatz  des  L  Segments.  20/,. 

12.  Analanhänge,  desgl.  20/,. 

13.  Puppengehäuse.  1/,. 
IL  Neuronia  ruficrus  Scop. 

14.  Kopfzeichnung  der  Larve,  vergr. 

15.  Labrum,  desgl.  20/i. 

16.  Mandibel,  desgl.,  links  und  rechts.  20/,. 

17.  Mandibel  der  Puppe.  20/,. 

18.  Chitinfortsatz  des  T.  Segments,  desgl.  20/,. 
in.  Glyphotaelins  pellucidns  Ol. 

19.  Labrum  der  Larve.  30/i. 
■      20.  Mandibel,  desgl.  30/,. 

21.  Labrum  der  Puppe.  30/,. 

22.  Mandibel,  desgl.  30/,. 
IV.  Limnophüus  stigma  Ct. 

23.  Mandibel  der  Larve.  30/ ,. 

24.  Labrum,  desgl.  30/i. 

25.  Klaue  des  Nachschiebers,  desgl.  30/,. 

26.  Mandibel  der  Puppe.  30/,* 

27.  Analanhänge,  desgl.   15/,. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1908. 


226 


V.  Limnophilvs  flavicornis  F.  und  L.  rhomhicns  L. 

28.  Mandibel  der  Larve  von  L.   rhomhicus  L.    30/i. 

29.  Fleck  auf  dem  Cljpeus  der  Larve  von  L.  rhoni- 

bicus  L.  vergr. 

30.  desgl.     von  L.  flanicornis  P\,  vergr. 
VL  Stenophylax  latipennis  Ct. 

31.  Mandibel  der  Larve.  30/i. 

32.  Kopfzeichnung,  desgl.,  vergr. 
VIL  Haseins  tesselatus  Rbr. 

33.  Kopfzeichnung  der  Larve,  vergr. 

34.  Labruni,  desgl.   30/i. 

35.  Mandibel,  desgl.  30/i. 

36.  Mandibel  der  Puppe,  30/i. 

37.  Analanhänge,  desgl.   30/i. 

38.  Gehäuse,  l/i. 
VIIL  Halesvs  digitatus   Schrk. 

39.  Labrum  der  Larve.  30/t. 

40.  Mandibel,  desgl.  30/i. 

41.  Gehäuse,  l/i- 

IX.  Enoicyla  pnsilla  Burm. 

42.  Labrum  der  Larve.   60/i. 

43.  Mandibel,  desgl.  60/,. 
X.  Silo  pallipes  F. 

44.  Labrum  der  Larve.  40/i. 

45.  Mandibel,  desgl.  40/i. 

46.  Mandibel  der  Puppe.  40/,. 

47.  Analanhänge,  desgl.  40/i. 
XL  Setodes  argentipunctella  M'L. 

48.  Gehäuse  der  Puppe,   l/,. 

49.  Labrum,  desgl.  60/i. 

50.  Mandibel,  desgl.  60/,. 

51.  Analanhänge,  desgl.  40/,. 


Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


227 


Alte  nnd  nene  Kleinfalter  der  europäischen  Fauna 

von  Pfarrer  A.  Fuclis  in  Bornich. 


1.   Pyralis  (Hypsopygia)  costalis  L. 

var.  ustocilialis :  Größer,  alle  Flügel  veilgrau  getrübt,  die 
lichten  Querlinien  der  Vorderflügel  am  Yorderraude  weniger 
erweitert,  matt  gelblich,  grau  getönt,  die  Franzen  aller  Flügel 
in  der  Wurzelhälfte  gebräunt. 

Die  in  unserer  Rheingegend  recht  seltene  Pyr.  costalis, 
für  welche  im  neuen  Catalog  auch  Nordamerika  als  Vaterland 
angemerkt  ist,  ohne  daß  aber  auf  das  verschiedene  Aussehen  der 
nordamerikanischen  Falter  hingewiesen  wurde,  ist  in  Europa 
doch  noch  weiter  verbreitet,  als  der  Catalog  erkennen  läßt,  da 
ich  sie  auch  aus  Finnland  erhielt. 

Unter  sich  stimmen  die  Nordamerikaner  und  Finnländer, 
wie  auf  Grund  meiner  Sammlungs-Exemplare  constatirt  werden 
kann,  überein  und  weichen  von  typischen  Stücken  aus  Deutsch- 
land und  Sicilien  so  sehr  ab,  daß  eine  neue  var.  aufgestellt 
werden  muß:  die  Färbung  aller  Flügel  ist  bei  ihnen  veilgrau 
getrübt,  sodaß  der  Unterschied,  welcher  sonst  zwischen  der  Fär- 
bung der  Vorder-  und  Hinterflügel  besteht,  bei  der  neuen  var. 
wegfällt.  Weiter  sind  bei  ihr  die  Querlinien  am  Yorderrande 
der  Vorderflügel  etwas  weniger  erweitert  und  hier  nicht  gold- 
gelb, sondern  schmutzig  weißgelb,  was  recht  in  die  Augen 
fällt.  Den  bedeutendsten  Unterschied  zeigen  aber  die  Franzen. 
Diese,  welche  durch  ihr  reines,  breites  Goldgelb  deutschen  Costalis 
ein  so  schönes  Aussehen  verleihen,  sind  bei  var.  ustociiialis  in 
der  Wurzelhälfte  gebräunt,  ihre  Spitze  schmutzig  graugelb. 
Unten  ist  die  Färbung  aller  Flügel  grau  getönt,  die  Costalflecke 
der  Vorderflügel  sind  verdeckt,  so  daß  sie  fast  verschwinden, 
die  Saumlinie  aller  Flügel  scharf  dunkel,  die  Franzen  in  voller 
Breite    schmutzig   graugelb,    ohne    auffallenden    Abstich    von   der 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903.  15 


228 

Flügelfläche.  Auch  ein  Unterschied  in  der  Größe  macht  sich 
geltend:  der  Vorderflügel  mißt  11  mm  gegen  nur  10  mm  aller 
meiner  anderen  Exemplare,  die  trotz  der  verschiedenen  Vater- 
länder unter  i>ich  in  der  Größe  gleich  sind. 

var.  tistomactilalis  von  New- York  und  Helsingfors. 

2.   Cledeobia  angustalis  S.  V.-') 

ab.  P.  nigralis  Fuchs.  Nass.  Jahrb.  1900  p.  71:  Alle 
Flügel  geschAvärzt,  einfarbig  graubraun,  die  vorderen  schwach 
röthlich  getcint,  ihr  Querstreif  kaum  lichter. 

Von  Bornich  und  Wiesbaden,  in  meiner  und  der  Rößler- 
scheu  Sammlung.  (Die  Kleinfalter,  welche  ehemals  zu  der  letzteren 
gehörten,  sind  in  den  Besitz  unseres  nassauischen  Landesmuseums 
übergegangen.) 

3.  Pyrausta  (Botys)  sambucalis  S.  V. 

ab.  (var.  ?j  tectalis:  Vorderflügel  braun  bedeckt,  mit  nur 
2  lebhafter  gelben  Flecken:  einem  viereckigen  in  der  Mittelzelle 
und  einem  größeren  in  der  Ausbiegung  der  hinteren  Querhnie: 
letztere  am  Vorderrande  saumwärts  breit  gelb  angelegt. 

Obschon  der  Catalog  von  1901  für  diese  Art  einen  aus- 
gedehnten Verbreitungsbezirk  feststellt,  wird  doch  keine  var.  auf- 
geführt, so  daß  man  meinen  könnte,  das  Gewand,  in  welchem 
sie  auftritt,  sei  überall  das  gleiche.  Dem  ist  aber  nicht  so.  Ich 
besitze  ein  prächtiges  Pärchen  aus  Sicilien,  welches  trotz  zweifel- 
loser Zugehörigkeit  zu  Sambvcalis  doch  die  augenfälligsten  Unter- 
schiede zeigt  und  zwar  gerade  an  einem  der  wenigen  Punkte, 
die  sonst  als  charakteristisch  für  Sambucalis  im  Vergleich  zu 
der  ihr  im  Aussehen  nächst  verwandten  Stachydalis  —  sie  wird 
im  neuen  Catalog  generisch  getrennt  und  unter  Pionea  aufgeführt, 
während  Heinemann,  der  doch  auch  ein  guter  Systematiker  war 


*)  Von  den  schon  früher  beschriebenen  Formen  gebe  ich  mit 
Ausnahme  eines  Falles  (Pyrausta  var.  2}('nUalis)  zu  den  Namen  nur  die 
Diagnose  und  Fundorte.  Die  genaueren  Beschreibungen  möge  man  an 
der  betreffenden  Stelle  nachlesen. 


Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


229 

und  auf  Lederer's  Schultern  stand,  beide  Arten  als  Nachbarn 
bespricht  ■ —  angesehen  zu  werden  pflegen.  Die  Vorderflügel 
sind  bei  A^ar.  tecfalis  ganz  braun  bedeckt,  so  daß  nur  wenige 
Stellen  hell  bleiben:  der  viereckige  Fleck  der  Mittelzelle,  ferner 
der  große  rundliche  Fleck  in  der  Ausbuchtung  des  äußeren 
Querstreifs  und  ein  feiner  Punkt  an  der  Wuizel  unterhalb  des 
Vorderrandes;  endlich  ist  der  Vorderrand  selbst  oberhalb  des 
viereckigen  Flecks  der  Mittelzelle  hell  angeflogen  und  der  braune 
Querstreif  am  A^'orderrande  saumwärts  gelb  angelegt,  so  daß  hier 
ein  gelber  Fleck  entsteht,  der  wurzelwärts  von  der  Querlinie 
scharf  begrenzt  wird,  saumwärts  dagegen  verwaschen  ist.  Diese 
wenigen  Stellen,  die  licht  geblieben,  sind  im  Vergleich  zu  Sam- 
bucaUs  lebhafter  getönt.  Das  dritte  helle  Fleckchen,  welches 
sich  bei  der  deutschen  Samhncalis  vor  dem  großen  Fleck  in  der 
Ausbuchtung  findet,  ist  bei  var.  tecfalis  ganz  verschwunden, 
also  genau  wie  auch  bei  Sfachydalis,  die  mit  durch  dieses  Merk- 
mal vor  Satnbucalis  kenntlich  gemacht  wird.  Trotzdem  unter- 
liegt die  Zugehörigkeit  unserer  var.  zu  der  Itiztgenanntcn  Art 
keinem  Zweifel,  da  Saumzeichnung  und  Flügelsehnitt  mit  ihr 
übereinstimmen. 

Auch  unten  sind  die  Vorderflügel  gebräunt  und  das  sonst 
charakteristische  Fleckchen  ist  ebenfalls  aufgezehrt;  die  Hinter- 
flügel sind  dagegen  bis  an  den  Saum  gelb  mit  grauem  Mittelfleck 
und  brauner  äußerer  Querlinie,  nur  die  Spitze  ist  wolkig. 

Da  ich  auch  typische  Sanibucalis  aus  Sicilien  erhielt,  so 
scheint  nur  eine  bemerkenswerthe  Aberration  vorzuliegen;  ich 
weiß  freihch  nicht,  ob  alle  meine  sicilianischen  Extmplare  von 
der  gleichen  Lokalität  stammen  und  zu  dei selben  Zeit  ge- 
fangen sind. 

Ein  zu  dieser  Verwandtschaft  gehöriges  $  aus  New-York 
ist  vielleicht  specifisch  verschieden.  Es  ist  kleiner  und  hat  breite 
und  kurze  Flügel,  der  Vorderrand  der  vorderen  iit  stärker  ge- 
bogen. Die  Färbung  auffallend  licht,  fast  im  Tone  der  Fuscalis, 
äußerst    fein    und    dünn,    nur    am    Saume    aller   Flügel   wird  sie 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903.  15* 


230 

dichter  und  i.st  etwas  dunkler.  Bloß  der  helle  Fleck  der  Mittel- 
zelle, durch  dreiseitige  Begrenzung  deutlich  als  Fleck  gekenn- 
zeichnet, die  Stelle  in  und  vor  der  Ausbuchtung  ist  zwar  heller, 
aber  nicht  tleckartig  und  das  kleine  Fleckchen  davor  fehlt  ganz. 
Wenn  die  Art  noch  nicht  benannt  sein  sollte,  was  der  Catalog 
nicht  erkennen  läßt,  so  könnte  sie  den  Namen  Palliatalis  führen, 
und  die  Diagnose  würde  sein: 

Pyr.  palliatalis:  Flügel  kurz  und  breit,  gelbhch  staubgrau, 
mit  2  dunkelgrauen  Querlinien,  die  äußere  auf  den  Yordertlügeln 
stark  geschA\ungen  und  sauniwärts  licht  angelegt,  der  Vorderrand, 
ein  schmaler  und  hoher  Fleck  in  der  Mittelzelle  der  Vorderflügel 
so\\'ie  der  Raum  vor  der  Ausbuchtung  des  äußeren  Querstreifs 
licht  weißgelb,  die  Hinterflügel  weißgelb  mit  staubgrauem  Saume 
und  2  staubgrauen  Querlinien.      10  mm, 

4.  Pyr.  nubilalis  Hb. 

var.  paullalis  Fuchs  1.  c.  p.  71  und  72.  Kleiner  und 
bleicher,  Färbung  und  Zeichnung  verwaschen,  der  zweite  Quer- 
streif der  Vorderflügel  kaum  gezähnt,,  die  Hinterflügel  graulich 
mit  lichteren  Franzen  und  verwaschenem  gelblichem  Band  vor 
dem  Saume. 

Vorderflügel  von  der  Wurzel  bis  zur  Spitze  11  mm,  also 
bedeutend  kleiner  als  auswärtige  Stücke,  bleicher,  der  erste 
Querstreif  fehlt  entweder  ganz  oder  ist  verschwommen,  der  zweite 
als  Begrenzung  des  durch  rostbraunen  Staub  gebildeten  Mittel- 
feldes wenig  deutlicher,  nur  an  der  Stelle  des  sauniwärts 
vorspringenden  Bogens  dreimal  schwach  gezähnt,  unter- 
halb des  Vorderrandes  und  auf  dem  Innenrande  unge- 
zähnt, sauniwärts  breit  gelblich  angelegt,  dann  rostgrau  be- 
schattet. Diese  Beschattung  reicht  in  Gestalt  feiner  Zähnchen  in 
den  wurzelwärts  zurückliegenden  gelben  Raum  hinein,  aber 
weniger  scharf  und  weniger  tief  als  bei  den  von  Newiges  und 
Potsdam  erhaltenen  r^.  Die  Hinterflügel  verwaschen,  graulich 
mit  breitem  verwaschen  gelblichem  Bande  vor  dem  Saume,  das  wie 
bei  den  auswärtigen  Stücken  nur  bis  gegen  den  Inuenrand  reicht. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


231 

Die  Unterseite  ist  Jichtgrau,  auf  den  Vorderflügeln  etwas 
dunkler  als  auf  den  Hinterflügeln,  namentlich  am  Vorderrande, 
mit  verwaschen  gelbhchem  Fleck  unterhalb  des  Vorderrandes 
und  breiter,  verwaschen  gelblicher  Binde  vor  dem  Saume  aller 
Flügel. 

3  (J  aus  dem  Rheinthale  bei  St.  Goarshausen,  offenbar  eine 
var.  loc.  unserer  Loreley-Gegend,  aber  bis  jetzt  recht  selten  und 
auf  der  Höhe  des  Gebirges  noch  nie  gefunden.  Rößler's  Angabe 
zu  dieser  Art  im  Verzeichniß  S.  270  (170):  ..Fand  ich  erst  ein- 
mal bei  Wiesbaden  und  zwar  ein  bleicheres  und  kleineres 
Stück  als  die  süddeutschen",  läßt  kaum  einen  Zweifel,  daß 
auch  dieses  Stück  zu  unserer  var.  gehörte.  Demnach  müßte 
man  annehmen:  bei  St.  Goarshausen  und  Wiesbaden.  Aber 
in  den  Schuppenflüglern  ist  die  oben  citirte  Stelle  ausgemerzt 
und  es  wird  von  den  Wiesbadener  Stücken,  die  sich  inzwischen 
zahlreicher  bei  Rößler  eingestellt  hatten,  wie  von  gewöhnlichen 
Niibüalis  geredet.  Vielleicht  muß  die  bei  Rüßlcrs  anerkannter 
Gründlichkeit  immerhin  autrallende  Differenz  der  beiden  Aus- 
gaben so  erklärt  werden.,  daß  man  annimmt,  das  zuerst  erwähnte 
Stück  sei  aus  dem  nahen  Rheinthale  nach  Wiesbaden  verschlagen 
gewesen  —  und  damit  kämen  wir  wieder  zu  unserer  var.  loc. 
des  nassauischen  Rheinthaies. "••') 

.^.  Evergestis  (Orobena)  extimalis  Scop. 
ab.  pallicilialis  Fuchs.  Nass.  .Julirb.   1900  p.  73:   Bleicher, 
die  Vorderflügel  vor  dem  Saume  unterhalb  der  Spitze  mit  einem 
bräunliehen  Streif,    doch  ohne    den  sonst    üblichen  Sehattenfleck, 
die  Saumfranzen  nur  schwach  veilgrau. 


"")  Das  in  den  Nass.  Jahrb.  von  1901  p.  61  s.  s.  über  die  Artrechte 
von  Pyrnusfa  citralis  H.  S.  {Jutealis  Dup.)  Gesagte  soll  an  dieser  Stelle 
nicht  ausgeschrieben  werden,  obschon  es  nöthig  sein  möchte,  um  die 
zur  Zeit  herrschenden  irrigen  Ansichten  über  diese  verkannte  Art  zu 
rectificiren.  Dort  ist  auch  die  Albarraciner-Form  der  Pyr.  citralis  als 
var.  Albarracinensis  charakterisirt :  Vorderflügel  gestreckter,  trübgelb, 
grau  getönt,  alle  Flügel  mit  breitem  grauem  Saum,  der  anf  den  A'order- 
flügeln  lichter  und  verwaschener  ist  als  auf  den  Hinterflügeln. 
Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


232 

Zwei  Exemplare  aus  dorn  Rliciiithalo.  am  Fuße  der  Loreley 
ans  lleckon  aufgcseheuchl. 

6.  Nomophila  noctuella  S.  V. 

ab.  ovalis  Fui-hs  1.  c.  p.  72,  Licht  bräuuliehgrau,  der 
Kaum  zwii^cheu  den  2  uudeutlichen  Querlinicn  gleichmäßig  braun 
vordunkelt,  schattenhaft,  mit  einem  in  die  Länge  gezogenen  gelb- 
lichen, dunkel  gesäumten  Ovallleck    unterhalb   des  Vorderrandes. 

Aus  dem  Rhciuthal  bei  Bornich.  Nach  einer  brieflichen 
Mittheilung  des  inzwischen  verstorbenen  Herrn  Dr.  Staudinger, 
der  mein  Exemphtr  sah,  auch  in  seiner  Sammlung  vertreten. 
Also  nicht  blos  loeal,  sondern  weiter  verbreitet,  doch  in  diesem 
Gewände  sehr  selten. 

7.  Crambus  semicauellus  n.  sp. 

Kleiner,  Vorderflügel  licht  olivengrünlich,  eintönig  ,und 
glanzlos,  Hinterflügel  dunkel  graubraun  mit  licht  weißgraucn 
Kränzen.     8   mm. 

Nachdem  die  Herren  Dr.  Hinneberg  und  A.  Bang-Haas 
über  diesen  Crambu!(  keine  Auskunft  geben  konnten,  erklärte 
ihn  Herr  Dr.  Rebel,  dessen  Gutachten  ich  erbat,  für  eine  wahr- 
sclu'iidich  neue  Art  bei  Laeüigatellus  Ld.  Wenn  nun  auch 
meine  2  Laevigatellus  (o$)  schöner  sein  dürften,  so  sieht  man 
aus  ihrem  Vergleiche  doch  soviel,  daß  der  ganz  eintönige  Semi- 
cauellus mit  Lcderer's  Art,  die  von  der  Falte  abwärts  viel  lichter 
gefärbt  ist  als  in  der  Vorderrandshälfte,  nicht  verwechselt  werden 
kann.  Lieber  als  mit  LaeüigateUns  möchte  ich  die  neue  Art 
mit  Perlelins  und  Rostellns  vergleichen,  denen  sie  sich  durch 
ihre  eintönige  Färbung  anschließt;  aber  sie  unterscheidet  sich 
A'on  beiden  sofort  durch  die  glanzlosen  Vorderflügel. 

Eine  unscheinbare,  aber  in  ihrem  eintönigen  Gewände 
charakteristische  Art.  Kleiner  als  Rostellus,  die  Vorderflügel 
schmal,  saumwärts  wenig  erweitert,  der  Saum  vor  dem  Hinter- 
winkel weniger  gebogen  als  bei  Rostellus  und  Peiiellus.  Die 
Färbung  ist  ein  mattes,  oliveugrüulich   getöntes  Gelbgrau;    durch 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


333 

dtm  mangelnden  Glanz  erscheint  die  Beschuppung  mehlig.  Gegen 
den  Saum  hin  wird  die  Färbung  etwas  lichter,  weißlich.  Keine 
Zeichnung,  nur  die  braune  Saumlinie  ist  deutlich.  Die  Franzen 
zeigen  in  der  Wurzelhälfte  die  Färbung  der  Vorderflügel,  nur 
sind  sie  etwas  matter;  hinter  der  undeutlichen  Theilungslinie  — 
am  deutlichsten  ist  sie  gegen  den  Innenwinkel  —  sind  sie  weißlich 
und  haben  etwas  metallischen  Glanz.  Hinterflügel  viel  dunkler 
als  bei  den  Verwandten,  durchaus  graubraun.  Ihre  Franzen  an 
der  Wurzel  hellgrau  mit  ausgeprägter  Theilungslinie,  die  Spitzen- 
hälfte weißlich.  Der  Kopf  mit  den  verhältnißmäßig  langen 
Palpen,  Brustschild  und  Schulterdecken  zeigen  die  Färbung  der. 
Vorderflügel,  der  Rücken  ist  graubraun,  den  Hinterflügeln  gleich- 
gefärbt. Unten  sind  alle  Flügel  dunkel  graubraun,  so  daß  die 
weißlichen  Franzen  scharf  abstechen.  Auch  die  Vorderrandfranzen 
der  Vorderflügel  weißlich,  Theilungslinie  der  Saumfranzen  überall 
deutlich.  Bauch  graubraun,  das  Aftersegment  mit  gelblichen 
Haarschuppen  besetzt. 
Aus  Armenien. 

8.  Nochmals  Dioryctria  Schützeella  Fuchs  und  ihre  nächste 

Verwandtschaft. 

(Ent.  Ztg.  1899,  p.  180.) 

1.  Dior,  abietella  S.  V.  var.  mutatella:  Durchaus  blaugrau, 
fein  braun  bestäubt,  mit  2  kaum  lichteren,  beiderseits  dunkel, 
aber  nicht  grell  beschatteten  Querstreifen,  der  Anfang  des  äußeren 
am  Vorderrande  weniger  schräg,  rundlichem  Mittelmonde  der 
Vorderflügel  und  schwachem,  auf^  ärts  bis  in  die  Nähe  des  Mittel- 
flecks reichendem  Mittelschatten,  ohne  olivengelben  Innenrands- 
fleck,  die  Hinterflügel  lichtgrau,  am  Saume  dunkler,  beiderseits 
mit  undeutlichem  lichtem  Bogenstreif  vor  dem  Saume  bis  gegen 
die  Flügelmitte. 

2  Exemplare  von  Herrn  Dr.  Hiuneberg  in  Potsdam  aus 
Pinus-sjlvestris-Zapfen  erzogen. 

2.  Dior.  Schützeella  Fuchs  ab.  fascalbella :  Vorderflügel  mit 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


Äa4 

geschwärztem  Mittelfelde,  weißem  Mittclfleck  und  reiner  weißen 
Quergtreifeu,-  die  weißen  Zeichnungen  scharf  abstechend. 

3.  Exemplare  von  Herrn  K.  T.  Schütze  in  Rachlau  1902 
unter  vielen  Stücken  der  typischen  Form  erzogen. 

Die  Beschreibung  der  i).  Schützeella  1.  c.  gab  zu  einer 
Co.rrespondcjiz  mit  Herrn  Dr.  Hinneberg,  dem  langjährigen 
BßO.ba.chter  und  gründlichen  Kenner  dieser  Verwandtschaft,  Ver- 
anlassung,.  in  der,  \vas  mir  besonders  lehrreich  war,  auch  die 
Artrechte  der  noch  von  Heinemann  ixngezweiMten  SplendidellaH.  S. 
ihre  Beleuchtung  fanden.  Da  die  Ausführungen  des  Herrn 
Dr.  Hinneberg  zur  Aufklärung  dieser  schwierigen  Sippe  dienen 
können  und  daher  auch  Anderen  von  Nutzen  sein  werden,  so 
stelle  ich  sie  mit  freundlicher  Erlaubniß  ihres  Verfassers  in  dem 
Folgenden  zusammen :  ... 

Was  die  Form  der  Vorderflügel  der  3  Arten  —  sie  stehen 
Herrn  Dr.  Hinneberg  fest  : —  betrifft,  so  hat  Abietella  im  Ver- 
hältniß  zur  Länge  die  schmälsten  Vorderflügel,  Schützeella  die 
relativ  breitesten.  Bei  letzterer  ist  der  Vorderrand  dicht  vor 
der  Spitze  stark  gebogen,  weniger  bei  den  2  anderen.  Der  Saum 
ist  bei  Schützeella  am  schrägsten,  weniger  bei  Abietella,  am 
steilsten  bei  Splendidella. 

Hinsichtlich  der  Färbung  ihrer  Vorderflügel  unterscheiden 
sich  die  3  Arten  im  allgemeinen  in  der  Weise,  daß  die  helle 
Färbung  bei  Splendidella  reiner  weiß^  fast  bläulich  weiß  erscheint 
und  das  Schwarz  ist  ein  reines  Schwarz.  Bei  Abietella  hat  das 
Weiß  einen  etwas  gelbhcheu,  oft  bräunlichen  Schimmer;  bei 
Schützeella  trägt  dagegen  die  dunkle  Färbung  einen  gelbbraunen 
Charakter;  fast  nirgends  ist  reines  Schwarz  vorhanden,  sondern 
immer  untermischt  mit  gelblichen  oder  bräunlichen  Schuppen  (die 
bei  Splendidella  viel  breiter  sind  als  bei  den  2  anderen  Arten). 

Nicht  unerheblich  ist  auch  trotz  aller  Aehnlichkeit  der 
Falter  der  Unterschied  in  der  Zeichnung  der  Vorderflügel.  Bei 
Splendidella  ist  der  äußere  lichte  Querstreif  unterhalb  des  Vorder- 
randes (also  da,    wo  er  beginnt)    entschieden    steiler   als  bei 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


235 

den  anderen  Arten,  er  steht  fast  senkrecht,  auf  dem  Vorder- 
rande auf,  und  wenn  man  ihn  in  gerader  Richtung  fortgesetzt 
denkt,  so  würde  diese  Fortsetzung  den  Innenraud  ungefähr  bei 
2/3  tretfen.  Bei  Abietella  und  Schützeella  liegt  der  äußere  Quer- 
streif unterhalb  des  Vorderrandes  schräger,  so  daß  seine  ideelle 
Fortsetzung  den  Innenrand  schon  bei  1/2  schneiden  würde  oder 
da,  wo  auch  der  erste,  d.  i.  innere  Querstreif  den  Innenrand  trifft. 
Auch  in  seinem  weiteren  Verlaufe  unterhalb  der  sauniwärts  vor- 
tretenden Spitze  ist  der  äußere  Querstreif  (nach  Hinneberg  ge- 
rader, d.  i.)  weniger  schräg  als  bei  Abietella. 

Besonders  werthvoll  für  die  Unterscheidung  der  3  Arten 
ist  der  lichte  Fleck  zwischen  den  2  Querstreifen,  der  ungefähr 
am  Queraste  liegt.  Dieser  i&t  bei  Splendidella  außen,  also  sauni- 
wärts breit  dunkel  eingefaßt,  ebenso  bei  Schützeella,  bei  Abietella 
dagegen  auf  der  Innenseite,  also  wurzelwärts,  und  diese 
saumwärts  sich  findende  Beschattung  hängt  bei  den  2  Arten, 
die  sie  führen:  Splendidella  und  Schützeella,  meist  mit  der 
dunklen  Einfassung  des  äußeren  Querstreifs  am  Vorderrande 
zusammen.  Seiner  Gestalt  nach  ist  der  helle  Fleck  meist  an- 
nähernd viereckig  (also  anders  als  bei  Mvtatella,  die  einen  ent- 
schieden rundliehen  Mittelfleck  hat).  Bei  Abietella  ist  er 
etwas  schmaler,  reicht  aber  höher  hinauf  als  bei  den  2  anderen 
Arten.  Jene  hat  ihn  bei  ^/^  des  Vorderrandes,  während  ihn 
Schützeella  und  Splendidella  fast  in  der  Flügelmitte  oder  dicht 
dahinter  führen  —  Herr  Dr.  Hinneberg  setzt  ausdrücklich 
hinzu:  nicht  blos  nach  dem  Augenmaaß,  sondern  auf  Grund 
genauer  Messungen  bei  einer  größeren  Anzahl  von  Exemplaren 
der  3  Arten,  ein  Beweis,  in  welcher  gründlichen  Weise  er  seine 
Untersuchungen  angestellt  hat.  Da  aber  dieser  Fleck  ziemlich 
genau  auf  dem  Queraste  der  Mittelzelle  liegt,  so  ist  bei  Abietella 
mit  ihrem  schmalen  und  hohen  Fleck  nach  Herrn  Dr.  Hinneberg 
die  Mittelzelle  der  Vorderflügel  wesentlich  länger  als 
bei  den  2  anderen  Arten. 

Der  letzte  Unterschied  in   der   Zeichnung  der  Vorderflügel 

Btett.  entomol.  Zeit.  1903. 


«236 

limlt't  sich  an  dem  auch  von  v.  Heinoinann.  wiewohl  in  unge- 
nügcnder  Weise,  in  Betracht  gezogenen  ohvengelben  Innenrands- 
fleck:  dieser  ist  bei  Splendidella  an  der  Wurzel  breiter  als 
bei  Abictella  und  reicht  bei  jener  nur  etwas  über  die  Flügel- 
niittc  herauf,  während  er  bei  letzterer  bis  nahe  an  den  Vorder- 
rand geht. 

Bei  den  einzelnen  Exemplaren  —  so  schließt  Herr  Dr.  Hinne- 
berg seine  instruktiven  Betrachtungen  —  variirt  ja  die  Zeich- 
nung im  allgemeinen  etwas;  doch  bei  Berücksichtigung  aller 
einzelnen  Unterscheidungsmerkmale  lassen  sich  die  Falter  auch 
ohne  Kenntniß  der  Raupen  und  ihrer  Lebensweise,  die  bei 
den  3  Arten  so  ganz  verschieden  ist,   mit  Sicherheit  bestimmen. 

Für  die  Charakteristik  der  3  Arten  ergiebt  sich  demnach 
folgendes  Resultat : 

1.  Dior,  abietella  S.  V.  Vordertlügel  relativ  schmaler,-  mit 
schrägerem  Saume  als  bei  den  folgenden,  ihre  Färbung  mit  mehr 
gelblichem  Schein,  äußerer  Querstreif  besonders  unterhalb  des 
Vorderrandes  schräger,  beiderseits  ziemlich  gleichmäßig  schwarz 
eingefaßt,  wurzelwärts  schärfer,,  saumwärts  etwas  verschwom- 
mener. Heller  Mittelfleck  bei  ^{^  doppelt  so  hoch  als  breit, 
w^urzelwärts  breit  schwarz  angelegt,  saumwärts  nur  eine  schmale 
Linie  oder  auch  gar  keine.  Olivenbrauner  Innenrandsfleck 
vschmaler,  aber  weit  über  die  Mitte  reichend.  Die  Hinterflügel 
sehr  hell,  gelbbräunhch,  durchscheinend,  nur  am  Saume  dunkler. 
Die  Unterseite  zeigt  am  Vorderrande  der  Vorderflügel,  dem  An- 
fange des  äußeren  lichten  Querstreifs  entsprechend,  immer  einen 
deutlichen,  ziemlich  schärften,  1  — 1^/2  mm  breiten  weißen  Fleck, 
wurzelwärts  da>'or  liegt  ein  nur  wenig  schmalerer  schwarzer 
oder  dunkelbrauner  Fleck,  der  bis  zur  vorderen  Mittelrippe  resp. 
bis  zu  Rippe  8  reicht,  und  ^^•urzelwärts  von  letzterer  ist  der 
Vorderrand  bis  circa  ^j^  seiner  Länge  deutlich  hell,  fast  weißlich. 
Von  einem  hellen  Querstreif,  der  dem  oberseitigen  äußeren  ent- 
spräche, ist  nichts  zu  sehen. 

2,  Dior,  splendidella  H.-S.    Vorderflügel  breit  mit  ziemlich 

f=-*^*t.  entomol.  Zeit.  1903. 


237 

geradem,  weniger  schrägem  Saume.  Die  hellen  Zeiehnungen  fas-t 
bläuHchweiß.  Der  2.  (äußi're)  Querstreif  nahezu  senkrecht  auf 
dem  Vorderrande,  in  seinem  ganzen  Verlaufe  weniger  schräg 
als  bei  der  vorigen,  am  Vorderrande  wurzelwärts  meist  in  größerer 
Ausdehnung  schwarz  eingefaßt,  der  weiße  Mitteltleck  kaum 
hinter  1/2,  nahezu  viereckig,  wenig  höher  als  breit,  saumwärts 
dahinter  ein  großer  schwarzer  Fleck.  Der  ohvenbraune  Innen- 
randsfleck  breit,  aufwärt?  bis  wenig  über  die  Flügelmitte  sich 
erstreckend.  Hinterflügel  ^ie  bei  der  vorigen  Art.  Auf  der 
Unterseite  der  Vorderflügel  ist,  der  Lage  des  äußeren  Quer- 
streifen entsprechend,  zwar  ebenfalls  ein  heller  Fleck,  der  wurzel- 
wärts dunkel  begrenzt  ist,  am  Vorderrande  sichtbar,  doch  sind 
beide,  der  helle  Fleck  wie  seine  dunkle  Begrenzung,  verschwom- 
mener als  bei  Abietella.  Dafür  bemerkt  man  bei  Splendid eUa 
eine  schwache  Andeutung  des  hinteren  Querstreifs,  welche  der 
Abietella  fehlt. 

3.  Dior.    ScMtzeella    Fuchs.     Wesentlich    kleiner    als    die 
beiden  vorhergehenden  Arten,  Vorderflügel  relativ  am  breitesten, 
ihr  Vorderrand  vor  der  Spitze  stärker  gebogen,  die  Flügelfläche 
überall  mit  eingestreuten  gelben  oder  bräunlichen  Schuppen,  wo- 
durch der  Falter   ein    relativ   bunteres    Aussehen   gewannt.     Der 
äußere  Querstreif  schräger  als  bei  Splendidella,  wurzelwärts  stark 
schwarz  eingefaßt.     Der  helle  Mittelfleck  bei  1/2,  rundlicher,  fast 
halbmondförmig,  die  concave  Seite  wurzelwärts  gew^andt,    saum- 
wärts   stärker    schwarz    eingefaßt.      Der    innere    Querstreif   viel 
schräger.     Hinterflügel    beiderseits    dunkler,    bräunlichgrau.     Die 
Unterseite  zeigt    den  hellen    Fleck    am  Vorderraude  der  Vorder- 
tUigel  nahe  der  Spitze    zwar  größer,    aber    nicht    so    scharf   aus- 
gebildet wie  bei  der  ersten  der  3  Arten,  der  Vorderrand    selbst 
ist  bis  an  die  Wurzel  hell,    aber  diese   lichten  Zeichnungen  sind 
gelbbräunlich  getönt,  nicht  so  weiß  wie  bei  Abietella.    Auch  ist 
der  helle  Querstreif  in  seinem  weiteren  Verlaufe  nicht  angedeutet 
wie    bei    Abietella,     dafür     aber     auf    den    Hinterflügeln,     dem 
Saume  parallel,  ein    heller   Streif  deutlich   sichtbar,    welcher    bei 

Stett.  entomol.  Zelt.  1903. 


am 

Splendidella  viel  weniger  deutlich  ist;  bei  Abietella  ist  an  dieser 
Stelle  meist  nur  ein  heller  Fleck  am  Vorderrande  der  Hinter- 
flügel sichtbar  als  Anfang  dieses  Bogenstreifs  der  Schützeella. 

lieber  die  oben  als  Mntatella  beschriebene  Dioryctria 
schreibt  mir  Herr  Dr.  Hinneberg,  der  sie  als  var.  zu  Abietella 
zieht:  „Diese  kleinen  Exemplare,  die  ich  aus  Pinus-sylvestris- 
Zapfen  erzogen  habe,  sehen  allerdings  ganz  anders  aus  als  die 
Abietella  aus  Pinus  Nordmanniana-  und  Abies  excelsa-Zapfen. 
Sie  ähneln  in  der  Färbung  und  Zeichnung  sehr  der  Dior,  men- 
dacella  Stgr." 

Durch  die  Liebenswürdigkeit  meines  Potsdamer  Tausch- 
freundes, der  mir  2  seiner  Exemplare  zur  Verfügung  stellte,  ist 
es  mir  möglich  geworden,  speziell  folgende  Unterschiede  der 
Mntatella  von  gewöhnlichen  Abietella  zu  constatiren:  1.  Mnta- 
tella ist  erheblich  kleiner:  nur  11  mm  Vorderflügellänge  gegen 
14 — 15  mm  der  Abietella.  2.  Die  Zeichnungen  der  Vorder- 
flügel,  Querstreif  und  Mittelfleck  sind  nicht  weißlich,  sondern 
nehmen  an  der  Grundfarbe  Theil.  Dadurch  wird  der  Charakter 
der  Vorderflügel  eintönig,  das  relativ  Bunte  geht  verloren.  3.  Der 
Mittelfleck  ist  anders  gestaltet,  fast  rundlich,  ohne  Einfassung, 
entweder  gar  nicht  oder  nur  wurzelwärts  wenig  und  fein  dunkel 
beschattet.  4.  Der  olivengelbe  Fleck,  den  Abietella  auf  dem 
Innenrande  führt,  fehlt  ganz.  Mvtatella  "vveist  hier  nur  die  Grund- 
farbe auf.  5.  Ebenso  fehlt  die  weißliehe  Stelle,  welche  Abietella 
dicht  vor  dem  inneren  Querstreif  bei  der  Mitte  desselben  führt. 
Auch  hier  ist  die  Färbung  der  Mvtatella  vom  Grunde  nicht  ver- 
schieden. 6.  Der  Beginn  des  äußeren  Querstreifen  ist  weniger 
schräg;  seine  geradlinige  Fortsetzung  würde  den  Innenrand  hinter 
der  Mitte,  von  der  Wurzel  aus  gerechnet,  treffen.  7.  Unten  haben 
alle  Flügel  einen  zwar  verschwommenen,  aber  immerhin  erkenn- 
baren lichten  Querstreif  vor  dem  Saume,  dessen  Ursprung  am 
Vorderrande  durch  einen  weißlichen  Fleck  bezeichnet  wird.  Auf 
den  Hinterflügeln  reicht  der  Streif  abwärts  bis  gegen  die  Flügel- 
mjtte.    8.  Die  Pjatlpen  sind  hei  Mvtatella  dünner  beschuppt;  eine 

Btett.  entomol.  Zeit.  1903.  .     . 


339 

nähere  Untersuchung   mußte  ich    mir  versagen,    um  die    mir  nur 
zur  Besichtigung  anvertrauten  2  Falter  nicht  zu  schädigen. 

Herr  K.  T.    Schütze    legte    mir  2  kleine    Exemplare   der 
^&fefe//a-Verwandtschaft   zur  Begutachtung  vor,    die   er  für  eine 
in    der    Abzweigung    begriflene    Art    hält    und    die    vielleicht  zu 
Mvtafella   gehören.     Ich  habe  die   Originale  der   letzteren    längst 
zurückgegeben    und    kann    daher    die    Schütze'schen    Falter    mit 
ihnen  nicht    mehr  zusammenhalten,    sondern    nur    nach    genauer 
Prüfung    constatiren,     daß    Schütze's    Exemplare,    die    ebenfalls 
erzogen    sind,    die    oben    unter    1,  2,  4,    5    und    6    aufgezählten 
Unterschiede  der  Mutatella  an  sich  tragen.     Der  Mittelfleck   der 
Vorderflügel  scheint  bei  dem  einen  zwar  etwas  weniger  rundlich 
als  bei  Hinneberg's  Originalen,    soweit  ich  die   letzteren  noch  in 
der    Erinnerung    hal)e,    aber    das  2.  Stück    hat  ihn    schon   rund- 
licher.   Jedenfalls  ist  seine  Gestalt  von  derjenigen  unserer  Abietella 
verschieden    und    seine    Färbung    nicht    weißlich    wie    bei    dieser, 
sondern  dem  Grunde  gleich.     Der    lichte  Bogenstreif   der  Unter- 
seite   ist    als    weißlicher    Anfangsfleck    vorhanden,    sonst   beim  $ 
etwas    mehr  ausgebildet    als    beim   ,^,  und    die  Beschuppung    der 
Palpen  ist    minder  struppig    als  bei    den    untersuchten   Abietella- 
Stücken  meiner  Sammlung.    Sonst  ist  nichts,  was  der  Vereinigung 
widerspräche.     Demnach    dürfte    die    neue    Schütze'sche    Art   zu 
Mutatella  gehören. 

Eine  sehr  ausgezeichnete  ScÄüfseeZ/a- Aberration,  die  der 
verdienstvolle  Entdecker  der  nach  ihm  benannten  Art  in  diesem 
Jahre  (1902)  in  einiger  Zahl  unter  vielen  typischen  Schüt^ieella 
erzogen  hat,  ist  die  oben  charakterisirte  Fvscalbella :  das  Mittel- 
feld der  Vorderflügel  ist  bei  ihr  schwarzbraun  verdunkelt, 
so  daß  die  weißen  Zeichnungen:  Mittelfleck  und  Querstreifen, 
noch  greller  contrastiren  als  bei  anderen  Schützeella,  die  an  sich 
schon   die  bunteste  Art  dieser  Verwandtschaft  ausmachen. 

9.    Myelois    cribrella    Hb. 
{Myel.  crihvvm  Schrk.) 
ab.  gilvescentella:  Die  Oberseite  der  Vorderflügel  ganz  und 
ihr  Vorderrand  auf  der  Unterseite  breit  lehmgelblich  angeflogen. 

Stett.  fintoirnj.  7oU..  1S03. 


240 

Aus  Sicilien  erhielt  ich  eine  schöue  Aberration  dieser  bei 
uns  gar  nicht  häufigen  Art,  Avelche  sich  durch  das  hier  fest- 
gestellte Merkmal  auszeichnet:  der  gelbliche  Ton,  den  nach 
von  Heinemann  (Pjralidinen  p.  183}  einzelne  deutsche  Exemplare 
am  Vorderrande  zeigen  sollen  —  hiesige  nie,  süddeutsche  haben 
ihn  zum  Theil  —  überzieht  den  ganzen  Flügel.  Am  intensivsten 
gelb  ist  der  Vorderrand,  abwärts  wird  der  Ton  matter.  Unten 
ist  der  Vorderrand  der  Vorderflügel  breit,  der  Innenrand  nur 
schmal  und  matter  gelb  als  der  Vorderrand,  der  übrige  Flügel- 
theil braungrau,  die  AVurzelhälfte  der  Franzen  bleich  gelblich. 
Kopf,  Halskragen  und  Schulterdecken  sind  bei  vorherrschendem 
Weißgelb  doch  getönt. 

Auch  sonst  ist  die  sicihanische  Aberration  von  deutschen 
Crihrella  etwas  verschieden:  sie  ist  größer  (17  mm  Vorderflügel- 
länge), die  schwarzen  Punkte  der  Vorderflügel  sind  dick,  fleck- 
artig, ihre  Stellung  entspricht  derjenigen  bei  Crihrella,  so  daß 
die  Zugehörigkeit  zu  dieser  Art  außer  Frage  bleibt.  Die  Franzen 
der  Vorderflügel  führen  unterhalb  der  Spitze  jenseits  der  Franzen- 
niitte  eine  dicke,  dunkelgraue,  strichartige  Theilungshnie,  so  daß 
nur  ihre  Spitze  licht  bleibt. 

Also  eine  Aberration  südlich  gelegener  Länder,  die  in 
Deutschland  schwerlich  zu  finden  sein  dürfte. 

10.  Conchylis  ciliella  Hb. 

var.  tectana:  Vorderflügel  einschließlich  der  Franzen  ganz 
ohne  Roth,  mit  feinem,  olivengrauem  Staube  dicht  bedeckt,  die 
Innenrandstrieme  kaum  angedeutet. 

3  Exemplare  dieser  veränderlichen  Art  aus  dem  Kanton 
Solothurn,  wo  sie  bei  Schieß  Domeck  gefangen  sind  (20.  5.  02), 
unter  sich  ganz  gleich,  weichen  von  allem,  was  ich  als  Ciliella 
in  meiner  Sammlung  habe,  wie  verschieden  auch  die  Falter, 
was  Lebhaftigkeit  der  Farben  betrifft,  sein  mögen,  doch  so  sehr 
•ab,  daß  sie  als  eine  eintönige  Lokalvarietät  angesehen  werden 
müssen.     Die  Vorderflügel  sind  schmal  und  lang  gestreckt,  noch 

Stett.  entomol.  Z&it.  1903. 


241 

schmaler  als  bei  unserer  Ciliella.  Ein  feiner,  mehliger,  oliven- 
grauer Staub,  der  auch  die  Innenrandsstrieme  bis  auf  eine 
sehwache  Spur  auf  dem  Innenrande  selbst  wegfrißt,  überzieht 
den  ganzen  Vorderflügel,  der  einschließlich  der  Franzen  nicht 
den  geringsten  röthlichen  Schimmer  zeigt,  sondern  ganz  triib  mehlig 
olivengrün  ist.  Dadurch  gewinnt  der  Falter  ein  verdüstertes  Aus- 
sehen, welches  bei  unseren  deutschen  Ciliella  —  sie  sind  stets 
kräftiger  gezeichnet  — ,  auch  wenn  sie  es  an  sich  haben,  doch 
durch  den  röthlichen  Anflug  der  Spitze  und  Franzen  gemildert  wird. 

11,  Steganoptycha  tantillana  n.  sp. 

Dunkelrostbraun,  am  Vorderrande  grau,  eine  abgekürzte 
Binde  vor  der  Mitte  glänzend  veilgrau,  das  Spitzenfeld  jenseits 
einer  rostbraunen,  beiderseits  gut  begrenzten  Binde  mit  ungeord- 
neten, glänzend  bleigrauen  Fleckchen,  der  Saum  unterhalb  der 
Spitze  nicht   eingezogen.     5  min. 

Von  Herrn  C'ustos  Strand  in  Cliristiania  erhielt  ich  ein 
bei  Thyf-fjorden  gefangenes  ,^  dieser  Art  mit  der  Frage:  Stegan. 
racciniana  an  n.  spcc?  Ich  halte  es  nach  eingehender  Unter- 
suchung aus  folgenden  Gründen  für  spezifisch  verschieden:  1.  Die 
glänzend  veilgraue  Binde,  die  auf  dem  Innenrande  vor  der  Mitte 
sttht,  erreicht  den  grauen  Vorderrand  nicht,  daduich  sieht  sie, 
ohne  Lupe  betrachtet,  nur  wie  ein  silbergrau  glänzender  Innen- 
randsfleck  aus.  2,  Das  rostbraune  Schrägband  dahinter,  welches 
nach  von  Heinemann  p.  215  bei  Vacciniana  ziemlich  gleich  breit 
ist,  erseheint  bei  Tantillana  auf  dem  Innenrande  deuthch  ver- 
schmälert, und  da  die  gleiche  Erscheinung  auch  am  Vorder- 
rande bemerkt  wird,  so  stellt  sich  das  Schrägband  in  seiner 
Mitte  entschieden  breiter  dar,  als  an  den  beiden  Gegenrändern. 
Es  ist,  soweit  der  sich  dicht  nebenanschlitßende  Innenrands- 
fleck  reicht,  auch  wurzelwäits  durch  eine  glänzende  Bleilinie 
scharf  begrenzt,  und  gerade  dadurch  stellt  es  sich  als  ein  aus- 
gebildetes   Band     dar,     während    die     rostbraune    Färbung    bei 

Vacciniana    wurzelwärts    in    die    lichte    Binde    (hier    nicht    blos 
Stett.  enfoDiol.  Zeit.  1903. 


242 

Fleck!)  verblieben  ist.  3.  Die  bei  Vacciniana  so  reichlich  vor- 
handenen Vorderrandshäckchen  fehlen  der  TantiUana  ganz;  da- 
durch kommt  es  im  Spitzenfelde  auch  nur  zu  einer  einzigen  aus- 
gebildeten Bleihnie,  welche  jenseits  des  rostbraunen  Schrägbandes 
als  seine"  äußere  Grenzlinie  herläuft.  Das  eigentliche  Spitzentheil 
führt  nur  ungeordnete  Bleifleckchen,  welche  von  den  Stellen  aus- 
gehen, wo  die  Yorderrandshäkchen  stehen  sollten. 

Kleiner  als  Vacciniana  (deren  Raupe  aber  auch  noch 
andere  Nahrung  nehmen  muß  als  Heidelbeerlaub,  da  letztere 
Pflanze  hier  nur  sehr  lokal  und  spärhch  vorhanden  ist  und  alle 
meine  Exemplare  in  Waldschlägen  anderen  Charakters,  um  Busch- 
eichen,  gefangen  sind),  und  mit  schmaleren  Flügeln,  der  Saum 
schräger.  Die  Spitze  der  Vorderflügel  nicht  vortretend,  da  der 
Saum  unterhalb  derselben  nicht  eiugezogen  ist.  Das  Wurzelfeld 
grau  und  dunkel  rostbraun  gemischt,  nach  außen  nur  bis  über 
die  FlUgelmitte  aufwärts  deutlich  abgegrenzt,  der  veilgraue  Innen- 
randsfleck  dahinter  beiderseits  durch  eine  glänzende  Bleiliuie  ein- 
gefaßt, die  meinen  Vacciniana  fehlt,  in  seiner  Mitte  bräunlich 
gewellt.  Im  Saumfelde  ohne  die  schwarzen  Fleckchen,  welche 
bei  Vacciniana  an  der  Stelle  des  Spiegels  stehen,  und  ohne  die 
geschwungene  Bleilinie,  welche  bei  dieser  Art  aus  dem  Vorder- 
rande in  den  Innenwinkel  zieht.  Rostbraune  Schuppen  greifen 
am  Saum  in  die  Franzen  über,  aber  eine  braunschwarze  Saum- 
linie, wie  alle  meine  Vacciniana  sie  zeigen,  ist  nicht  vorhanden, 
dahinter  sind  die  Franzen  in  einer  feinen  Linie  bis  gegen  den 
Innenwinkel  weißlich,  dann  grau  mit  einer  unbestimmten,  wenig 
ausgebildeten  Theilungslinie.  Alles  übrige,  wie  oben  angegeben. 
Die  grauen  Hinterflügel  schmaler  und  dadurch  gestreckter  er- 
scheinend als  bei  Vacciniana.  Die  Unterseite  dunkler  grau,  die 
Vorderflügel  ohne  die  auch  hier  deutlichen  Vorderrandshäkchen 
der  Vacciniana. 

Wohl  selten,  da  ich  nur  1  S  erhielt  (1900)  und  1901 
keine  weiteren  Exemplare  zu  bekommen  waren. 

Stetf.  entomol.  Zeit.  1903. 


J2.  Argyresthia  ephippellä  F.  ,^  trnd  A.  mendica  Hw.  5  in  cop. 

Am  8.  Juli  1899  fiel  im  Rieslingberge  beim  Beklopfen  der 
Sclilehenheckcn  elwa-s  Eigenthümliches,  ohne  sich  zum  Fluge  xu 
erheben,  zur  Erde,  woran,  als  ich  mich  durch  das  Ungewöhnliche 
der  Erscheinung  aufmerksam  gemacht,  zum  Nachsehen  bückte, 
der  in  der  Ueberschrift  bezeichnete  Vorgang  zu  beobachten  war. 
Das  O'  Ephippellä,  ist  am  besten  erhalten,  das  $,  Mendica,  ent- 
sprechend der  fchon  früher  als  bei  Ephippellä  beginnenden  Flug- 
zeit (Ende  Mai}  etwas  verblaßt,  aber  als  eine  sichere  Mendica 
noch  deutlich  erkennbar.  Sie  wurden  gemeinschaftlich  in  ein 
Fangkästchen  (mit  Boden  und  Deckel  von  Glas)  gebracht,  wo 
es  sich,  als  ich  am  andern  Morgen  nachsah,  zeigte,  daß  sie  in- 
zwischen ihre  Gemeinschaft  gelöst  hatten.  Nach  ihrer  Präparation 
habe  ich  die  beiden  Falter,  die  sich  im  Leben  so  nahe  gestanden, 
auf  demselben  Markklötzchen  vereinigt,  um  das  Verhältniß,  in 
dem  sie  gefunden  waren,  für  die  Erinnerung  festzuhalten.  Ein 
zweiter  Fund  dieser  Art  glückte  nicht;  auch  Hybriden,  die  aus 
einer  solchen  Ehe  hätten  hervorgegangen  sein  können,  Mnirdeu 
nicht  beobachtet,  obschon  ich  in  dem  folgenden  Jahre  au  der 
Fangstelle  darauf  achtete. 

13,  Depressaria  oenochroa  Turati. 

Eine  am  30.  Juli  1898  im  Lennig  gefangene  Depressaria 
wurde  von  Hofmann  für  ditse  Art  erklärt  mit  dem  Bemerken: 
,.Ich  Müßte  nielit,  M'as  es  sonst  sein  sollte.  Al-o  wieder  eine 
Besonderheit  Ihrer  schönen  Rheingegend. ^' 

Ein  italicnifclics  ^  dieser  Art,  welches  idi  der  Güte  des 
Herrn  Grafen  Turati  selbst  verdanke,  macht  nur  durch  sein 
inzwischen  voigeschriltenes  Alter  einen  etwas  abweichenden 
Eindruck. 

Nicht  blos  liir  unsere  nassauische  Fauna  neu.  sondern  nach 
dem  Catalog  außer  in  Nieder-Oesterreich  überhaupt  noch  nicht 
in  Deulschland  gefunden. 

stell,  entomol.  Zeit.  1903.  1& 


244 

14.  Depressaria  Uhrykella  n.  sp, 
.  Rothbrauii,  sparsam  weißlich  gemischt,  mit  undeutlichen 
schwarzen  Flecken  und  Strichen  und  einem  breiten,  spitz  ge- 
brochenen lichten  Querstreif  vor  dem  Saume,  das  Endglied  der 
Palpen  an  der  Wurzel  und  vor  der  Spitze  verdunkelt. 
^   11,   $  9  mm. 

Da  Herr  Dr.  Hinneberg,  welcher  diese  Art  zuerst  als 
ehie  neue  erkannte,  inzwischen  verstorben  ist,  ohne  sie  publicirt 
zu  haben,  so  ist  mir  von  dem  Entdecker,  Herrn  Dr.  Uhryk  in 
Budapest,  ihre  Bearbeitung  übertragen  worden.  Ich  erhielt  zu 
diesem  Zwecke  4  Exemplare;  die  beiden  r^  sind  im  September 
gefangen  und  so  abgeflogen,  namentlich  das  eine,  daß  sie  bei 
der  Beschreibung  kaum  mehr  in  Frage  kommen  können,  aber 
die  beiden  $  sind  erzogen  (VI.  30)  und  von  tadelloser  BeschafTen- 
heit,  so  daß  sie  ein  Urtheil  ermöglichen.  Nach  meinem  zwar 
nicht  vollständigen,  aber  doch  reichhaltigen  Material  an  De- 
pressarien  schließt  sich  die  neue  Art  durch  ihren  gedrungenen, 
kräftigen  Bau  und  die  dunkle,  rothbraune  Färbung  ihrer  Vorder- 
flügel der  Heyclenii  Z.  an,  von  der  sie  sich  leicht  unterscheidet 
durch  die  andere  Form  und  den  anders  gebogenen  Saum  ihrer 
Yordertlügel.  den  spitz  gebrochenen  Querstreif  und  die  nicht 
röthlichen  Franzen. 

Die  Vorderflügel  verhältnißmäßig  kurz,  nach  außen  wenig 
erweitert,  ihre  Spitze  abgerundet,  der  Saum  schräger,  also  in 
ihrer  ganzen  Form  recht  verschieden  von  Heyclenii.  Die  Färbung 
ist  dieselbe,  doch  weniger  geröthet,  mehr  braun  und  die  weiß- 
liche Einmischung  ist  spärlicher  und  trüber,  so  daß  sie  lange 
nicht  so  auft'ällt.  Undeutliche  schwarze  Flecke,  die  wie  verwischt 
aussehen,  liegen  an  der  Wurzel  (2)  und  bei  einem  ^$  auch  unter- 
halb des  Vorderrandes,  der  bei  einem  $  schwach  weißlich  be- 
stäubt ist,  weniger  als  bei  Heydenii-^.  Rundliche  weiße  Staub- 
punkte im  Discus  (bis  5)  sind  durch  einen  undeutlichen  schwarzen 
Längsstrich  verbunden;  ein  kurzer  schwarzer  Strich  flndet  sich 
auch  zu  Beginn  der  Falte.    Außerdem  liegen  undeutliche  schwarze 

Stelt.  entomol.  Zelt.  190;^. 


245 

Schrägstriche  unterhalb  des  Vorderrandes  vor  der  Spitze,  endlich 
liegen  noch  kurze  undeutliche  schwarze  Längslinien,  die  weiß 
aufgeblickt  sein  können,  zwischen  Querstreif  und  Saum.  Der 
breite  Querstreif  besteht  wie  bei  Heydenii  aus  weißlicher  Be- 
stäubung, die  aber  sparsamer  auftritt  ^  er  ist  spitz  gebrochen, 
und  der  obere  Schenkel,  kürzer  als  der  untere.  Der  Saum  mit 
kleinen  schwarzen  Flecken  versehen.  Franzen  bräunlich,  mit 
gelblichen  Schuppenhaaren  belegt  und  breiter  dunkelgrauer 
Theilungslinie,  eine  2.  undeuthche  Theilungslinie  liegt  vor  der 
Spitze  der  Franzen.  Hinterflügel  gestreckter  und  schmaler  als 
bei  Heydenii,  duukelgrau,  ihre  Wurzel  wenig  heller.  Kopf, 
Thorax  und  Schulterdecken  haben  die  Färbung  der  Vorderflügel, 
der  Hinterleib  grau,  das  Endglied  der  Palpen  hell,  an  der  Wurzel 
und  vor  der  Spitze  verdunkelt,  also  zweimal. 

Von  Budapest,  zu  Ehren  ihres  Entdeckers  benannt,  der  die 
Naturgeschichte  selbst  veröftentHchen  wird. 

15.  Pleurota  Schlägeriella  Z. 

ab.  tristriga  Fuchs.  Nass.  Jahrb.  1901  p.  67:  Der  ver- 
schmälerte weiße  Mittellängsstreif  der  Vorderflügel  zweimal  wage- 
recht braun  getheilt. 

Der  weiße  Mittellängsstreif  nur  Hnear,  durch  die  wagerecht 
verlaufenden  Theilungsstriche  deutlieh  in  3  aneinander  gereihte 
wagerechte  weiße  Striche  aufgelöst. 

Bei  Bornich,  sehr  selten. 

14.  Cemiostoma  aceris  n.  sp. 
Sehr  klein,  Vorderflügel  weiß,  am  Vorderrande  bei  2/3 
mit  einem  gelben,  beiderseits  braun  gerandeten  Schrägstrich,  einen 
zweiten  ähnlichen  dahinter,  dessen  gegen  den  Innenwinkel  ver- 
längerte Ränder  lot brecht  stehen  und  nach  unten  divergiren, 
strahlenförmigen  Franzenlinien  vor  der  Spitze  und  einem  großen, 
dick  schwarzgerandeten,  im  Halbkreise  von  gelber  Färbung  um- 
gebenen Metallfleck  am  Innenwinkel. 

Stett.  eutomol.  Zeit.  1908.  Iß- 


^4^ 

Jjeim  Siiolifu  iiufli  den  Kaupca  d(^v  Ncpf.  .speciosa  fand 
.'jieh.  ati' Acer  nionspessidaiimn  wiederliolt  verlasseiK; '  Milieu, '  die 
von  keiner  Neplicula-KüuiK'  bew  ülint  geM'eseu  zu  sein  schienen. 
Erst  1901/02  gelang  die  Zucht.  Im  September  1901  wurde 
endlich  ein  knappes  Dutzend  )»ewohn(er  Minen  aufgespürt,  die  in 
einem  besonderen  Glase  den  Winter  hindurch  vor  dem  Fenster 
gehalten  \\urdeii.  Die  Rauiien  schienen  ihre  Minen  bald  ver- 
lassen zu  haben,  alicr  ich  mochte  nicht  nacliselien,  um  den  ge- 
hotrten  Erfolg  der  Zucht  nicht  in  Frage  zu  stellen.  Erst  im 
Mai  d.  J.  nahm  ich  das  Glas  "ins  Zimmer,  und  am  2.  Juni  be- 
merkte ich  in  seinem  Innei'n  zu  meiner  Ueberraschung  2  lebhafte 
€emiostoma -F-dlterchen  der  bekannten  weißen  Verwandtschaft 
von  winziger  Kleinheit,  denen  in  den  Mittagsstunden  noch  2 
weitere  Exemplare  folgten.  Das  sind,  zusammen  mit  einem  $, 
welches  ein  .Jahr  früher,  am  4.  April  1901.  in  einem  Behälter 
mit  anderen  von  Acer  monspessulanum  erzogenen  Puppen  saß 
und  dessen  Herkunft  ich  damals  nicht  zu  deuten  wußte,  meine 
5  Originale  dieser  Art,  denen  vielleicht  noch  ein  früher  im 
August  gelegentlich  im  Lcnnig  gefangenes  ebenso  winziges  Exem- 
plar zuzuzählen  ist. 

Als  Unterschiede  von  den  unter  sich  so  ähillichen  weißen 
Cemiostoma-Arien  ergeben  sich  für  Cem.  aceris,  die  natürlich 
auch  ihrerseits  den  allgemeinen  Charakter  nicht  verleugnet, 
folgende  Merkmale:  1.  Cem.  aceris  ist  unter  den  von  Keinemann 
beschriebenen  Arten  —  Lathyrifoliella  kenne  ich  nicht,  obwohl 
Rößler  sie  erzog  —  weitaus  die  kleinste:  nicht  grüber  als  die 
zu    einer    ganz    anderen    Gruppe    gehörende    Lusfratella    H.   S. 

2.  Die  gelben  Vorderrandsstriche  stehen  weiter  nach  der 
Spitze  zu:  Der  erste  nicht  vor  ^/-j.  Seine  Ränder  reichen  bis 
in  den  gelben  Halbkreis  hinein,  welche  vor  dem  Fleck  am  Innen- 
winkel gelagert  ist,  also  weiter  abwärts  als  bei  den  Ver\A  andten. 

3.  Die  braunen  Ränder  des  zweiten  gelben  Vorderrandsstrichs, 
die  hei  Spartifoliella  cou\erghm^  während  sie  bei  Laburnella 
parallel  verlaufen,  divergiren  nach  unten' deutlich  und  sind 

Stett.  entoBaol.  Zeit.  1903.  ..' 


247 

ebcuralls  bis  in  den  gelben  Umkreis  des  Metallflecks  verlängert. 
4.  Von  den  schwärzlichen  Strahlenlinien  der  Franzen  ist  nur  die 
erste  deutlieh.  5.  Der  Metalllleck  ist  im  Vergleich  zu  der  Klein- 
heit des  Falters  unverliältnißniäßig  groß  und  dick;  gegen 
den  Vorderrand  und  die  Basis  wird  ei*  im  Halbkreise  von  einer 
ausuesprochen  gelben  Färbung  umzogen,  die  mit  den  gelben 
Vorderrandsstrichen    zusammenfließt. 

Die  Fleckenmine,  in  welcher  das  Räupchen  wohnt,  „ist  breit 
oder  aueh  verlängert  oder  beides  zusammen^  im  Innern  zeigen 
sich  unregelmäßig  gelagerte,  zuweilen  an  einer  Stelle  gehäufte 
Exkremente.  Selten  sind,  sie  zu  kleinen.  Straßen  geordnet.  Das 
Räupchen  verläßt  vor  der  Verwandlung  seine  Wohnung  und  ver- 
fertigt sich  in  der  obersten  Mooslage  des  Bodens  ein  weißes 
Gcspinnstchi.'n,  in.  welchem  vermuthlich  das  Püppchen  überwintert. 
Ob  eine  zweite  Generation  stattfindet,  ist  noch  ungewiß..  Die 
anfangs  August  1902  zahlreich  gefundenen  Raupen  .verpuppten 
sich  bald,  aber  die  erhoiflen  Falter  erschienen  nicht  mehr,  ob- 
schon  doch  die  erst  acht  Tage  spätcav  gesammelten  Raupen  der 
LabiirncUa  sich  wenigstens  theilweise  schon  Ende  August  und 
Anfangs  September  zur  Sommergeneration  entwickelten. 

In  den  Rheinbergen  bei  Bornich  an  Acer  morispessulanum 
verbreitet,  doch  zahlreich  bis  jetzt  nur  auf  der  Höhe  des  Spitz- 
nacks  2;efunden."'') 


■)  l'.ei  IJosprecluiiif^-  .der  Lairnia  nodüvlella  u.  sp.  ki  dieser  Zeit- 
schrill  ist  dit' VVohiiung-  der  Raupe  in  Epilobium-Wurzeln  verlegt,  wäh- 
rend es  docli  nach  Schütze  Anschwellungen  der  Stengel  sind,  welche 
die  Raupe  bewohnt.     Daven  ist  auch  der  Name  genommen. 


Stett.  entomol.  Zeit.  190.3. 


248 


Die  Arten  der  Odonaten-Gattung 
Neurothemis 


von  li.  Rrfig^ 

er. 

Litteratur. 

A. 

Einleitung. 

B. 

Westliche  Gruppe. 

a.  Aelteste  bekannte  Art: 

1. 

intermedia. 

b.  Equestris-Keihe. 

2. 

feralis. 

3. 

eqnestris. 

e.  Fliictvans-Reihe. 

4. 

disparilis. 

5. 

flnctuans. 

C. 

Mittelformen  eigener  Ableitung. 

d.  Palliata-Reihe. 

6. 

Martini. 

7. 

palliata. 

D. 

1.  Oestliche  Gruppe. 

e.  Decora-Reihe. 

8. 

oligoneura. 

9. 

decora. 

f.  Rambui'i-Reihe. 

10. 

Ramhuri. 

E. 

2.  Oestliche  Gruppe. 

g.  Manadensis-Reihe. 

11. 

oculata. 

12. 

manadensis. 

h.  Sophronia-Reihe. 

13. 

apicalis. 

14. 

Sophronia. 

14a 

.     -     V.  smnatrana. 

F.  Schluß. 


Litteratur. 

Drury.     Illustr.  Exot.  Entora.  Edit.  Westwood.    1837.   IL   t.  46,    f.  2,  3. 

t.  47,  f.  4. 
I-'abriciua.     Syst.  Entom.  1775.  p.  421,  No.  5,  6. 

„       Spec.  Insect,  1781.  1.  p.  520,  No.  6.  p.  521,  No.  7,  p.  523,  No.  2ü. 
„       Mant.  Insect.  1787.  I.  p.  336,  Nu.  6,  7.  p.  337,  No.  21. 
6tett.  eutomol.  Zeit.  1903. 


249 

Fahricius.     Entom.    Syst.  Emend.    1793.    II.    p.  375,    No.  7,  8.   p.  376, 

No.  9.  p.  379,  No.  25.  26, 
Donovan.     Ins.  of  Chin.  Edit.  Westwood.  1842.  t.  46,  f.  3. 
Gueriii.    Voy.  d.  1.  Coqu.  11.  2,  1.  1826,  1832—38.  p.  194—195.  t.  10,  f.  3. 
Boisduval.     Voy.  d.  l.'Astrol.  Faun.  Ent.  II.  1835.  p.  651.  t.  12,  f.  1. 
Burmeister.    Handb.  d.  Ent.  II.  1839.  S.  853,  No.  32,  33.  S.  855,  No.  42. 

S.  1016,  Seite  853. 
Rambur.     Hist.  Nat.  Ins.  Neur.  1842.  p.  41/42,  No.  14,   Anm.    \k  72/73, 
No.  55—57.  p.  91,  No.  85.  p.  125,  No.  134/5.  p.  127/9,  No.  1—6. 
Hagen.     Stett.  Ent.  Zeit.  X.  1849.  S.  170. 

„  Verh.  d.  zool.  bot.  Ges.  Wien.  VIII.  1858.  8.  480.  No.  58. 

„  Stett.  Ent.  Zeit.  XXX.  1869.  S.  94—106. 

Brauer.     Verh.  d.  zool.  bot.  Ges.  Wien.  XIV.  1864.  S.  162. 
„      „      „        „       „         „      XVI.  1866.  S.  567/9. 
,,  Novara-Reise.  1866.  S.  104. 

„         Verh.  d.  zool.  bot.  Ges.  Wien.  XVII.  1867.  S.  3,  6—18,  S.  289/90. 

S.  971/6. 
„  „      „      „      „      ,,        „       XVIII.  1868.  S.  366.  S.  717. 

„  „     „      „      „      „        „       XIX.  1869.  S.  10. 

Selys.     Odon.  d.  1.  Nouv.  Guin.  1878.  p.  293/4.  301/2. 

„         Odon.  d.  1.  Nouv.  Guin.  1879.  I.  p.  289.  II.  p.  290—298,  IV.  p.  305. 

V.  p.  323. 
„         Odon.  des  Phil.  1882.  No.  5. 
„         Add.  aux  Odon.  des  Phil.  1891.  No.  5. 
„         Odon.  d.  Sum.  1889.  No.  7.  8. 
„         Odon.  d.  Birra.  1890/91.  No.  9—12. 
Albarda.     Veth.  Mid.  Sura.  IV.  5.  1887.  p.  3. 
Kar  seh.     Entom.  Nachr.  XV.  1889.  S.  342. 

„  Beitr.  z.  Kenntn.  d.  Lib.  1889.  S.  357.  S.  359. 

„  Sumatr.  Odon.  1891.  No.  19. 

„  Odon.  Kiikenth.  1900.  S.  218/9. 

Kirl)y.     Revis.  Libell.  1889.  p.  271,  284,  322/3,  331. 
.lourn.  Linn.  Soc.  Zool.  XXIV.  1894.  p.  550. 
„  Ann.  Mag.  Nat.  Hist.  Ser.  7.  Vol.  V.  1900.  p.  531. 

Förster.     Termesz.  Füzet.  XXI.  1898.  p.  273—279. 
Ris.     Arch.  f.  Naturg.  1900.  I.  2.  S.  178. 
Rene  Martin.     Les  Odonates  du  Continent  Au.stralien.    Meni.  Soc.  Zool. 

de  France.  1901.  XIX.  p.  220. 
Krüger.     Die  Odonaten  von  Sumatra.  III.  I).  Stett.  entomol.  Zeit.  LXIII. 

1902.  p.  105.  p.  125. 
Laidlnw.     On   a   collection    ol"    Dragonllie.-^    nuidf    by   momber.'*    of   the 
Skeat     E.xpedition     in     the    Malay     Pcninsula     in     1899    •  19(.H). 
Proc.  Zoolog.  Soc.  London.  1902.  p.  63  IV. 
Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


250 

A.  Einleitung^. 

„U  y  a  bien  plus  d'inconvenients  de  confondrc  une  espece, 
que  de  prdsentcv  une  variete,  comme  une  espece:,  en  effet  dans 
le  premier  cas  il  se  trouve  un  etre  omis,  meconnu,  qui  cependant, 
tout  en  offrant  de  tres  gi-ands  rapports  d'organisation  et  de 
moeurs  avec  les  espeees  voisines,  presente  aussi  quelques  differences, 
qui  lui  sont  propres,  et  qui  constituent  sa  specialite;  c'est  un 
tr^s  minime  anneau  de  la  gvande  chaine,  qui  necessaivement 
unit,  ou  se  lie  d'une  maniere  intime  avec  ceux  qui  lui  sont 
))roches;  c'est  un  passage,  une  nuanee  de  rapports  qui  nous 
öchappe;  c'est  un  fait  de  moins  dans  la  scieuce.  Dans  le  second 
cas,  c'est  un  etre  etudie  sous  plus  de  rapports;  c'est  un  l'ait  de 
plus  dans  la  science."  „L'^tude  des  varietes  est  le  coniplenient 
neeessaire  de  l'histoire  de  l'espece/'  „La  science  est  sourtout 
la-connaissanee  de  l'etre  qu'on  appelle  espece.^' 

Diese  Worte  Ranibur's  aus  der  Vorrede  zu  seinen  Neu- 
ropteren  sind  in  hohem  Grade  charakteristisch  für  die  Odonaten- 
gattung Neiirothemis  Brauer  {Polyneura  Rambui-)  und  ihre  Arten 
in  dem  Umfange,  in  dem  sie  uns  heute  bekannt  sind. 

Außer  Rambur  schrieben  Brauer^  Hagen,  Selys  zu- 
sammenfassend und  sichtend  über  das  dem  ersten  Blick  unauf- 
lösbar scheinende  Gewirre  dieser  Arten. 

Brauer  unterschied  zunächst  14,  dann  10  Arten,  welche 
er  sorgfältig  beschrieb.  Hagen  gab  sehr  eingehende  Ergän- 
zungen zu  Rambur's  und  Brauer's  Arbeiten,  außerdem  Be- 
schreibungen von  Typen  Fabricius'  und  Rambur's. 

Selys  endlich  führte  alle  fraglich  und  in  ihrer  Abgrenzung- 
zweifelhaft  erscheinenden  Formen  auf  2  Arten,  die  alten  Arten 
von  Fabricius:  ocnlata  und  fluctuans  zurück,  ohne  allerdings 
dem  Geäder  eine  so  eingehende  Würdigung  zu  widmen,  wie  wir 
es  heute  zu  thun  gewohnt  sind.  Er  sprach  sogar  die  Yer- 
muthung  aus,  daß  selbst  diese  2  Arten  nur  1  Art  bilden. 

Die  übrigen  Gruppen  Selys'  entsprechen  denjenigen 
Brauer's.     Selys  unterscheidet  schließlich  8  Arten: 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


251 

1.  NcNrnlhrnf};^  (/iyanfca  Brauer. 

2.  „  Sophronia  Druvy. 
,3.             „  oculata  Fabricius. 

4.  „  fucliians  Fabrieius. 

.     A.  apicaliü  Rainbiir. 
B,  flucfuana  Fabrieius. 
a.  Ratnbiirl  Brauer. 
-  .  b.  palliata  Rambur. 

e.  fuctuans  Fabrieius. 

5.  ,,  dcgcner  Selys  {inlevmedia  Kainbur). 

6.  „  oligoneuva  Brauer. 

7.  ,.  cquestris  Fabrieius. 

8.  „  fcrolls  Burmeister. 

Kirby  treunte  giganlea  als  GiiHung  Camaciniadh-^  Karseh 
zeigte  die  Richtigkeit  dieser  Trennung.  Sonst  wurde  Sel\s" 
Abgrenzung  allgemein  anerkannt,  so  von  Kirby,  Karsch,  Ris, 
Förster.  Kirby  und  Förster  haben  jedoeh  ihr  Bedauern  und 
ihre  Bedenken  über  diese  Zusammenziehung  so  zahlreicher  und 
mannigüiltiger  Formen  zu  2  Arten  ausgesprochen. 

Ich  meine,  wir  dürfen  unsere  Kenntniß  dieser  merkwürdigen 
und  so  höchst  interessanten  Formen  nicht  für  abgeschlossen  halten. 
Und  daher  hat  Förster  Recht,  wenn  er  sagt:  „So  steht  zu  be- 
fürchten, daß  die  Kenntniß  dieser  interessanten  Erscheinung  durch 
Einziehung  der  Brauer'schen  Formen  ganz  verloren  geht  oder 
doch  verschleiert  wird,  w^as  im  Interesse  unseres  Verständnisses 
der  Bildung  und  Entwickelung  des  Flügelgeäders  <>ewiß  sehr  zu 
bedauern  wäre  etc.'-'  (1898,  p.  274).  Förster  hält  es  vorläufig 
für  das  beste,  mit  Brauer  die  Sciirothemis-Vormen  zu  unler- 
scluiiden  und  zu  benennen,  damit  diese  räthselhaften  Formen  nicht 
todtgeschwiegen  werden.  Er  geht  hierin  wohl  etwas  zu  weit; 
denn  todtgeschwiegen  werden  die  Formen  durch  SeU's'  Zu- 
sammenziehung nicht,  wie  die  neueste  Arbeit  von  Karsch  (1900) 
über    Küken thaTs    Ausbeute   zeigt   und    ebenso    Selys'    Arbeit 

selber,    wo    diese   Formen    fast    so    vollständig,    theilweise    voll- 
sten, eutomol.  Zeit.  1903. 


ii52 

ständiger  als  bei  Brauer  genannt  und  geordnet  werden.  Die 
ausführlichen  Besehreibungen  von  Brauer  und  Hagen,  welche 
letzteren  die  Angaben  Brauer's  und  Selys",  besonders  in  betreft' 
der  Ramburschen  und  auch  z.  Th.  der  Fabricius' sehen  Typen 
wesentlich  ergänzen,  dürfen  von  keinem  Odonaten-Forscher  über- 
gangen werden.  Zu  befürchten  ist  nur,  daß  eine  abschließende 
Arbeit  Selys',  dem  ein  so  bedeutendes  Material  zur  Verfügung 
stand,  einen  Stillstand  in  der  Kenntniss  dieser  Formen  ver- 
ursachen könnte. 

Außerdem  verleitet  die  mühsame  und  mit  so  geringen  und 
zweifelhaften  Resultaten  verknüpfte  Untersuchung  dieser  Formen 
direkt  dazu,  sich  mit  Selys'  Ergebnissen  zufrieden  zu  geben. 
Denkt  man  an  die  ähnlieke  Variabilität  der  Gattung  Rhyothemis, 
so  wird  man  hierin  erst  recht  bestärkt. 

Heute  stellen  sich  Kar  seh  und  Ris  nach  sicherlich  sorg- 
fältigster Ueberlegung  mit  positiven  Worten  völlig  auf  Selys' 
Standpunkt.  Kirby,  wie  schon  gesagt,  meint,  daß  man,  und 
er  selber  auch,  in  der  Zusammenziehung  dieser  Formen  „which 
appear  to  be  constant  in  their  own  locality^'  zu  2  Arten  zu 
eilig  gewesen  ist  und  zwar  auf  Grund  einer  Queensland-Form. 
Ich  habe  leider  diesen  Artikel  Kirby's,  auf  den  Förster  und 
Ris  verweisen  (Ann.  Mag.  Nat.  Hist.  Ser.  6.  Vol.  XIV.  1894), 
nicht  gesehen.  Aber  gerade  auf  Grund  dieser  Form,  welche 
Ris  aus  gleicher  Quelle  erhielt,  kommt  Ris  zu  der  Ueberzeugung, 
daß,  wie  schon  Selys  als  möglich  andeutet,  auch  oculata  und 
fifctuans  nur  eine  Art  sind. 

Förster  hält  zunächst,  im  Gegensatz  zu  Kirby  und 
Kar  seh,  Camacinia  gtgantea  Brauer  nur  für  ein  Subgenus 
von  Neurothemis  und  hält  die  Trennung  der  Secloren  des  Arculus 
nur  für  „das  Resultat  der  ungeheueren  Vergrösserung  einer  echten 
Neurothemis'-'-.  Man  sollte  meinen,  daß  bei  einer  „Vergrößerung*-' 
auch  der  Stiel  der  beiden  Sectoren  diese  Vergrößerung  mitmachen 
oder  doch  mindestens  die  frühere  Länge  behalten  müßte.  Bei 
Camacinia  sind  aber  beide  Sectoren  sowohl  im  Vorder-  als  auch 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


253 

im  Hinterfliigel  bis  zum  Grunde  unbedingt  getrennt,  während  bei 
yenrothetnis  der  Stiel  ohne  jede  Schwierigkeit  erkennbar  ist. 
Doch  wäre  die  Möglichkeit  immerhin  nicht  ohne  weiteres  von 
der  Hand  zu  weisen.  Es  befinden  sich  hier  in  der  Sammlung 
Dohrn  2  recht  merkwürdige  Exemplare  von  Menado  o$,  welche 
ich  für  die  Form  Ramburi  Br.  halte.  Diese  sind  wie  das  von 
Brauer  1866  beschriebene  Stück  von  ganz  beträchtlicher  Größe 
(besonders  das  ^)  und  bei  ihnen  ist  der  Stiel,  wenigstens  im 
Vorderflügel  (besonders  beim  r^)  überraschend  kurz.  Bei  einem 
t^  von  Batjan,  das  ich  ebenfalls  für  Ramburi  halte,  von  normaler 
Größe,  hat  der  Stiel  dagegen  die  normale  Länge. 

Ja!  gigantea  hat  mit  Sophronia  noch  ein  Merkmal  gemein- 
sam, daß  allerdings  den  übrigen  yeiirothemis  nicht  zukommt: 
Queradern  zwiselien  Mediana  und  Sector  principalis  vor  dem 
Nodus  nach  Abgang  des  Subnodalis.  Dies  wird  schon  von 
Brauer  und  Hagen  erwähnt. 

Ich  habe  noch  ein  zweites  Merkmal  gefunden,  welches 
gigantea  mit  Sophronia  und  bestimmten  anderen  Formen  ge- 
meinsam hat,  und  auf  welches  ich  weiter  unten  zurückkommen 
werde. 

So  könnte  man  Camacinia  wieder  mit  Neiirothemis  ver- 
einigen. Aber  alle  diese  Merkmale  treten  auch  hier  und  da  bei 
Gattungen  der  von  Kar  seh  auf  Grund  der  getrennten  Sectoren 
mit  großem  Glück  geschaffenen  Libellen-Gruppe  auf.  Und  nun 
hat  Kar  seh  einen  wichtigen  Unterschied  in  der  Bildung  der 
Scheidenklappe  des  $  von  gigantea  gefunden  (1889,  S.  359). 
welcher  in  Verbindung  mit  den  von  Hagen  (1869)  betonten 
Unterschieden  in  der  Wellung  und  Krümmung  der  Sectoren 
u.  a.  im  Geäder  wohl  für  die  Trennung  von  Camacinia  und 
Nevrothemis  Ausschlag  gebend  ist. 

Dann  tritt  Förster  für  die  Selbstständigkeit  einer  beson- 
deren Form  ^^Neurothemis  oculata  De  Selys  (stigtnatizans  Fabr.?)'' 
ein,  die  er  in  bestinnnter  Umgrenzung  eharakterisirt.  Ich  komme 
auf  diese   Form,    die  er  doch   jedenfalls    als  Art    auffaßt,   wtä,ter 

Stett.  eutouiol.  Zeit.  1903. 


254  . 

iiuti'ii  /jii-iick  iiihI  will  liier  nur  kiuv,  bi'iiu'rkoii.  daß  ich  in  der 
Suche  ziemlich  weit  mit  ihm  dieselbe  Ansicht  vertrete,  daß  aber 
dei"  von  ihm  gewählte  Name  nicht  geeignet  ist,  das  Gewirre 
vou  .Formen  zu  klären,  sondern  eine  neue  Verknotung  bedeutet, 
der  auch  Selys  nur  gerade  entgangen  ist.  und  daß  derselbe 
direkt  falsch  ist.     Ich  werde  dies  weiter  unten  zeigen. 

EndlicJi    beschreibt    Förster    eine    .^yeitrotliemis    elegans 
G I le rin- Brauer -^  worüber  ich  ebenfalls   etwas  zu  bemerken  habe. 
Die  ungemeine  Variation   in   dieser  Gattung  ist   eine  Folge 
des  dieser  Gattung  eigenthUmlichen  Triebes  der  ,^  zur  Ausbildung^ 
von    secundären  .  Sexualcharakteren    in    reicherer    Aderung    und  ^ 
Trübung'   der  Flügel,    eine  Erscheinung,  welche,    nachdem  sie  als 
sicher    erworben    bei   den  ,^  constant   geworden  ist,    naturgemäß 
auch  auf  einen  Tlieil  der  $  vererbt   und  auch  bei  ihnen  zu  einer 
heute  allerdings  nur  theilweisen,    sozusagen  ungeschickten,  unfer-  . 
tigen    oder    unbeabsichtigten    Ausbildung    gelangte.    -Es    liegt  die  ^ 
Möglichkeit  vor,    daß  so  eine  Umgestaltung  der   ganzen  Gattung 
(^also  auch  der,  $)  erreicht  wird. 

Die  lokale  Trennung  in  einem  so  weiten  und  gellieiUea. 
Gebiete,  wie  es  die  austral-asiatische  Heimath  dieser  Gattung  ist,'-- 
befestigte  hier  und  da  auftretende  Verschiedenheiten  und  ver- 
hinderte wirkungsvoll  eine  Ausgleichung.  Das  solche  Verschieden- 
heilen auftreten  konnten,  ist  wohl  kein  ^^'u,nder  bei  der  eiiimal 
vorhandenen  Flüssigkeit  des  StotVes.  Man  muß  im  Gegentheil 
auf  eine  außerordentliche  Mannigfaltigkeit  der  Formen  gefaßt 
sein.  Es  ist  sogar  anzunehmen,  daß  die  Anzahl  der  sich  bilden- 
den Arten  früher  noch  viel  größer  gewesen  ist,  als  die  heute 
von  mir  angenommene  Zahl.  Wir  werden  hier  und  da  fehlende 
Formen  als  wahrscheinlich  ausgestorben  oder  noch  auffindbar 
hinstellen  müssen.  Auch  muß  man  auf  Ueberraschungen,  die  uns 
vorläufig  unerklärlich  sind,  gefaßt  sein. 

Das  Resultat  dieser  Variation  ist  die  Bildung  einer  Anzahl  von 
Formen,  welche  wir,  da  sie  für  die  Jetztzeit  mit  einer  überraschen- 
den Beständigkeit  auftreten,  einfach  gezwungen  sind,  Arten  zu  nennen. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


Außer  solclicii  iiimici-  wicderkohVcndon,  iintcischeidPn(foii 
Cliaruklcvca  fiiulet  sich  u(jch  einUnterscliicd  in  drr  Ausdehnung, 
dem  Grade,  dev  Zahl  dieser' Charaktere,  also  ein  Sehwanken, 
aber    innerhalb    o•e^visser    Grenzen,    die    nur  selten    übergehritten 

werden. 

Würde  man  von  allen  Gegenden  alle  Formen  aller  Zeiten 
kennen,  so  würde  die  Gesehiehte  dieser  Formen  die  lückenlose  Gc 
schichte  der  Gattung  sein.  Da  dies  nicht  der  Fall  ist,  so  wird 
jeder  Versuch,  eine  solche  zu  geben,  nur  eine  Annäherung  an 
die  Wahrheit  sein.  Ich  glaubte  aber  selbst  nach  dem  Vorgange 
so  hervorragender  Forscher  wie  Brauer/  Hagen,  Selys  auf 
Grund  eines  eingehenden  Studiums  diesen  Versuch  machen  zu 
müssen. 

B.  ^Vestliche  Gruppe. 

Die  von  Selvs  gegebene  Uebersicht  giebt  kein  wirkliches 
Bild  der  hier  gewonnenen  Resultate,  d.  h.  kein  Bild  der  Vev- 
wi.ndtschaft  dieser  Formen.  Selys  berücksichtigte  viel  zuwenig 
das  Geäder,  in  welchem  sich  thatsächlieh  wichtige  Charaktere 
entwickelt  haben. 

Der  Prozeß  der  A>//ro//*('w//.s'-Artbildung  ist  viel  complicirter 
als.  a.boesehen  von  den  unangetbchteneu  Arten,  einlach  die 
Variation  zweier  Arten.  Kach  einer  groben  Eintheilung  konmuMi 
hier  zunäehM    o  Gruppen   in   Betracht: 

1.   eine  westliche  mit  gtmein>amer  Ableitung, 
11.   eine    Mittelgrui)pe    mit    Arten     selbstständiger     eigener 

Ableitung, 
111.   eine   östliche  Grupjte   mit   gemeinsamer   Ableitung. 
In    ihnen     initerscheide    ich    7    Kntwicklungsreihen    mit     14 
bekannten    und    mindestens   4   unbekannten    Arten. 

a.  Aelteste  bekannte  Art. 

.Stellt  man  sieb  auf  den  Standpunkt  dir  Kniw  iekelungslehre, 
und  anders  bkibt  die  ungi  meine  Vaiiabilität  dieser  Gattung 
völliu   unverständlich,   ^t'  wiid   nmn   geneigt   sein,   die  sämmlliehen 

ßfett.  eiitun:ol.  Zeit.  190a. 


256 

Formen  von  einer  typigchen  Gattungsfoim  mit  bestimmten  Charak- 
teren abzuleiten.  Diese  Form  muß  hyaline  Flügel,  ^^•eites  Geäder, 
ein  kurzes  Pterostigma  und  nur  1  Submedianquerader  im  Hinter- 
flügel haben.  Am  nächsten  steht  ihr  unter  allen  Neiirothemis- 
Arten  intermedia  Ramb.  {^degener  Selys),  welche  auch  im  .^ 
nur  gelblich  getrübten  hyalinen  Flügelgrund  besitzt.  Das  Ptero- 
stigma ist  kurz  (ca.  3  mal  im  Raum  vom  Nodus  bis  zum 
Pterostigma  enthalten),  die  Zahl  der  Antenodaladern  ist  gering 
(12—13),  ebenso  der  Postnodaladern  (9—10),  der  Zellen  im 
Dreieck  (2 — 3),  der  Zellreihen  im  Discoidalfeld  (3),  alles  Charaktere, 
die  von  den  anzunehmenden  typischen  Verhältnissen  nicht  ab- 
weichen. Aber  diese  Art  hat  im  Submedianraum  der  Hinter- 
tUigel  bereits  2  Queradern,  was  ich  als  einen  Fortschritt  be- 
trachte, da  einerseits  sich  später  die  Zahl  derselben  bedeutend 
vermehrt,  andererseits  Arten  vorhanden  sind  mit  nur  1,  selten 
2  Adern,  welche  in  diesem  Merkmal  also  einen  ursprünglicheren 
Zustand  vertreten.  Ich  will  hier  gleich  bemerken,  daß  die  von 
mir  angenommene  Mittelgruppe  nur  1   Submedianquerader  hat. 

1.  intermedia  Rambur  {degener  Selys). 
Diese  für  uns  älteste  Art  ohne  Trübung  ist  bekannt  von 
Vorderindien:  Bombay,  Bengalen;  Hinterindien:  Birma;  sonst 
nicht.  Die  mir  bekannten  Größen  resp.  Zahlen  sind  (Postnodal- 
raum  :  Pterostigma;  Ante-  und  Postnodalen;  Zahl  der  Zellen 
resp.  Zellreihen  im  Dreieck  resp.  im  Discoidalraum  der  Vorder- 
flügel; Abdomen  und  Hinterflügel): 

nach  Selys^O  :3;  12-13u.9;  2(3)  u.3;21-22u.24-27 
Coli.  Dohrnr^S     :3,     12— 13  „  10;     2-3  „3:21         ,,  23V2 

^8V2:3;     12-13,10;     3-4  „  3;  -        „24 

r  .^  83/, :  31/4: 11- 12  „9-10;  2-3  u.  3;  221/2  „  24V2 

„  $9      :3:      12         „10;      2-3  „3;  21       „25. 

Ich  bin  überzeugt,  daß  intermedia  auch  in  anderen  Gegen- 
den, im  eigentlichen  Malayischen  vorhanden  ist,  und  daß  be- 
sonders im  Osten  und  Südosten,   vielleicht  auf  australischem  PVst- 

Btftt.  ectomol.  Zeit.  1903. 


Ä57 

lands-Gebiet  diese  Art,  und  zwar  vielleicht  mit  größerem  Ptero- 
stigma  versehen,  gefunden  werden  wird.  Diese  hjpothetische 
Form  würde  dann  als  eine  Art  für  sich  zu  betrachten  sein,  von 
der  eine  zweite  Entwicklungsreihe  ausgeht,  wie  später  gezeigt 
wird.  Ist  diese  Form  hier  nicht  vorhanden,  so  dürfte  sie  als 
ausgestorben  zu  betrachten  sein. 

b.  Equestris-Reihe. 
Dieselben  oder  älinliciie  Verliältnisse  keiiren  nun  bei  den 
Arten  feroHs  Burm.  {comnuinimacvla  Ramb.)  und  eqtiestris  Fabr. 
{lineata  Fabr.,  Tullia  Drur.)  wieder;  doch  steigt  die  Zahl  der 
Adern  resp.  Zellen  schon,  indem  z.  B.  bei  den  (hiesigen)  ^  von 
equestris  (von  Malacca  und  Calcutta)  die  Zahl  der  Zellen  im 
Dreieck  von  3  bis  5,  ja  bis  7  steigt,  während  die  $  2 — 3  haben; 
ebenso  treten  hier  statt  3  Üieilweise  4  Discoidalreihen  auf,  obwold 
equestris  eine  kleine  Art  ist.  Neu  ist  in  dieser  Gruppe  die 
beginnende  Trübung  des  Flügelgrundes,  die  besonders  bei  den  (^ 
vorhanden  ist  und  mit  obiger  Adervermehrung  Hand  in  Hand  geht. 

2.  feralis  Burmeister  {communimacula  Rambur). 

Ich  betrachte  feralis  als  eine  Art,  welche  intermedia  am 
nächsten  steht.  Sie  ist  bekannt  von  Sumatra,  Celebes  und  den 
Molukken,  wo  allerdings  überall  intermedia  bisher  nicht  beobachtet 
\\  urde.  Trübung  bis  zum  Dreieck;  Abdomen  oben  weißlich. 
Die  Größen  sind  mir  nur  duich  Brauer  und  Selys  bekannt: 
Pterostigma  im  Postnodalraum  3'/2  —  32/3  mal  enthalten,  Ante- 
nodalen 10—14,  Zellreihen  3. 

Ihr  Geäder  kenne  ich  nicht.  Vermuthlicli  ist  ihr  Ver- 
breitungsgebiet größer  als  oben  angegeben. 

3.   equestris  Fabricius  {lineata  Fabricius,  Tullia  Drury). 

Auch  equestris  schlitßt  sich  der  intermedia  und  zwar  durch 

feralis  eng  an.    Ihr  Verbreitungsgebiet  ist  ausschließlich  westlich 

gelegen,    indiech-clniusiK-h.    wd    jedcch    feralis    bis    jetzt    nicht 

gefunden   worden    ist:  Ceylon.    Bengalen.    Thibet.    China.    Birma, 

Stett.  entoniol.  Zeit.  1903. 


2S8 

Malö'cca,  Java.  (iV. '/cra/is  ist  Von  Sumatra  nacli  Kr  au  er'  und 
Seljs'  bekannt,  cqye'stris  von  Malacca  und  Java!)  Trotzdem 
meine  ich,  daß  f'eralis  hier  den  Uebergang  zu  equesirif;  bildet. 
Die  Triibung  reicht  bis  zum  Nodus,  das  Abdomen  ist  oben 
weißHch,  letzteres  wie  bei  feralis.  Die  Größe  beider  ist  ähnlich. 
Außer  der  ausgedehnteren  Triibung  tritt  hier  als  neu  die  weiße 
Flügelbinde  im  Anschluß  an  die  Trübung  auf.  Diese  Binde  fehlt 
den  5,  auch  die  Trübung  erstreckt  sich  nur  auf  den  Subcostal- 
raum  und  auf  eine  schmale  Querbinde  unter  dem  Nodus^  der 
Rest  bis  zur  Basis  ist  gelblich-hyahn:  dafür  ist  aber  die  Spitze 
bis  zur  Mitte  des  Pterostigma  getrübt. 
Die  Größen  sind  (Coli.  Dolirn): 
Malacca  ,^  61/2  :  ^^h;  14  u.   10;       3         u.  3  —  4:   18  u.  21 

^  61/2  :  2V2:  13  „    7-8:  5-7  „  3-4:  17  ,,  20 

Galcutta  ,^   6       :  21/2;  13—14  ,,   7  —  8:   3  —  5  ,.  3  —  4:   18-,.  21 
S  61/3  :  22/3;  13  „  9:         5         „  3-4:  18  ,.  21 

5  „  3—4:   17   „  21 

2         „  3:  17   ,  21 

2         ,.  3  —  4;  15  „  20 
2  —  3  ,,  3 — 4;  17  „  23 

0.  Fluctuans-Reihe. 

Die  bis  jetzt  besprcchenen  Arten  der  westlichen  G nippe 
sind  als  ältere  {intermedia)  und  nach  einer  bestimmten  Richtung 
hin  entwickelte  Arten  {fentlia,  equesiris)  zu  hctrachten.  Eine 
weitere  Fortentwicklung  in  Ti Übung  \n\d  (uädeinichtlium  i:-( 
nach  dieser  Richtung  hin  nicht  constatirl  Mdrdtii:  mIy  haben  es 
hier  also  mit   einem  gewissen  Abschluß  zu   lliun. 

Anders  ist  es  mit  den  nun  folgtndtn  Aitiii.  in  dicMU  ist 
(Icullicli  eine  weitergehe,  luk'  Aaiiali(u  in  beiden  liezieliuugen  zu 
ti  kennen,   dii'   \ielleiclil   n(  eli   laute  andauert. 

Ktlidi  dtr  Equeft ris -lii'ihv  beste ht  eini'  /weite.  \(>n  iiiler- 
meilia  ausgeheude  Reihe  mit  kleiiuui  IMi  u  .-tiiinia  \\]\{\  nielir  als 
1  !:iJ  HU  dii  nqucirdcr.  Sie  ligiunt  nit  (Hijorilis  Kiibv  und 
endet   mit   f'ficlitans  Fabrieius. 

etat,  entomol.  Zeit.  1903.  '      • 


ö^   6V3  :  22/3; 

13 

„  8 

?  673^21/2: 

13 

„  8 

?  51/2  :  21/4; 

11 

T    6 

?  ^       :  22/3: 

,  12 

r    ^ 

259 

Die  von  Kirby  und  Selvs  beschriebenen  disparilis-Exem- 
plare  von  Borneo  haben  ähnliches  Geäder  wie  feralis  (im  Dreieck 
3 — 7  Zellen),  ähnliche  Trübung  bis  über  das  Dreieck  hinaus 
und  weiter,  aber  keinen  weißen  Streifen  auf  dem   Abdomen. 

Ihnen  schließen  sich  viele  /7wc/«aws-S<ücke  von  Sumatra 
an^  indem  bei  ihnen  die  Trübung  irgendwo  zwischen  Nodus  und 
Pterostigma  aufhört;  ebenso  die  kleinen  Formen,  die  Fabricius 
als  fvctnans  von  Ostindien  bezeichnet  und  Hagen  1869  genauem 
beschrieben  hat.  Die  Trübung  erreicht  jedoch  bei  ihnen  das' 
Pterostigma  und  geht  fast  bis  zum  Ende  desselben. 

Diese  Verhältnisse  wiederholen  sich  nun  in  allen  Formen, 
die  von  Selys  als  echte  flnctuans  im  engeren  Sinne  betrachtet 
werden,  darunter  auch  die  von  Brauer  als  nicobarica  bezeich-v 
neten.  Die  in  der  Sammlung  Dohrn  voi-handenen  Exemplare 
von  Sumatra,  Singapore,  Borneo,  Ceylon  schließen  sich  dem  eng 
an:  Pterostigma  8  (71/2)  :  3  (21/2),  Ante-,  Postnodales  13—15, 
10 — 12,  im  Dreieck  5 — 7  Zellen,  im  Discoidalraum  4 — 5  Reihen. 
Bei  allen  diesen  P'ormen  ist  die  Zahl  der  Antenodaladern  ca.  14, 
der  Postnodalen  ca.  11,  das  Dreieck  5 — 7-zellig,  der  Discoidal- 
'•aum  4 — 5-reihig.  Sie  übertretTen  an  Größe  feralis  und  equestris 
und  haben  das  Abdomen  oben  nicht  weißlich.  Die  Trübung 
bildet  von  disparilis  bis  flvctvans  den  Hauptunterschied,  indem 
dieselbe  zunächst  bis  über  das  Dreieck  res|).  bis  zum  Nodus 
reicht,  dann  über  den  Nodus  hinaus  mehr  oder  weniger  m  eit  bis 
zum  Pterostigma,  bis  zu  diesem  und  weiter  fast  I)i8  zum  Ende 
desselben. 

Ich  bin  der  Ansicht,  daß  diese  Formen  im  Gegensalz  zur 
Equestris-Beihii  eine  neuere  jüngere  Bildung  .sind,  daß  daher 
nocli  heute  eine  fortwährende  Variation  in  der  Ausdehnung  der 
Trübung  statttindet,  und  daß  die  vielerlei  Z>\  ischenformen  hier 
nicht  als  Arten  zu  betrachten  sind.  Für  die  Ausgangsform 
disparilis  Kirby  sind  jedoch  nach  meiner  Ansicht  Artrechte  vor- 
handen, ebenso  für  die  heutige  Endform  flttciiians  Fabricius,  wäh- 
rend  sämmtlichc  Zwischeuformen  der  fluciuans  zuzurechnen  sind. 

Stett,  eritomol.  Zeit.  1903.  17 


3«0 

4.  diapat'ilis  Kirbv. 

Disparilis  Kirby  hat  folgende  Gi-oßeu:  mich  Kirby  ?  :  3: 
14  und  9—11:  3—7  und  4—5;  19  und  22. 

19  und  22  sind  nadi  Kir!)y".s  Abbildung  genommen,  deren 
Länge  30  mit  Kirby's  Angabe  übereinstimmt.  In  derselben  ist 
aber  das  Plerostigma  nur  2  mm  laug  und  das  Verhältniß  7  :  2. 
Kirby  giebt  als  Beweis  l'iir  die  Avtrecbte  seiner  disparilis  uoeli 
an,  daß  sie  zwischen  dem  Nodalis  und  Subnodalis  uiw  i  Zellen- 
reihe ohne  Zweitheilung  derselben  hat.  während  fucfiians  2  Keihen 
besitzt.  Wenn  disparilia  eben  nur  diese  1  Reihe  hat.  so  ist 
damit  thatsächlich  ein  weiterer  Unterschied  kcmstalirl.  (h'iiu 
fluctuans  hat  sell)st  in  den  Formen  mit  geringer  'riiibuug  bei 
allen  hier  vorhandenen  Exemj)laren  die  Zweitheilung  der  Zellen 
ziemlieh  vollständig  bis  auf  die  ersten  Zellen.  Selbst  bei  den 
$  treten  einzelne  getheilte  Zellen  auf.  Ob  disparilis  dies  ^lerk- 
mal  mit  feralis  gemeinsam  hat,  weiß  ich  nicht;  ecpiestris  schließt 
sieh  hierin  der  disparilis  an,  denn  bei  allen  hiesigen  StüekiMi 
finde  ich  höchstens  2 — 3  Zellen  getheilt;  es  ist  moIiI  an/uiicIiuK  ii. 
dal)  feralis  dieselbe  Einfachheit  im  Geäder  hat  u.  zw.  im  An- 
schluß an  intermedia^  wo  nur  1  Reihe  ist.  fticiiians  stellt  el>eu 
in  dieser  Reziehung  einen  Fortschritt   in   der  Adermig  dar. 

Kirby  hat  disparilis  von  r>orneo  eihalteu.  ebenso  aiieli 
Selys,  welcher  (1889)  etwa  dieselbe  Reschreibung  giebt.  Kr 
bezieht  nut  einigem  Zweifel  auch  ein  S,  von  Biiuiati-i  auf 
disparilis:  Laidlaw  berichtet  disparilis  von  Malaeea  und 
Sinoapore.  In  der  hiesigen  Sannnluug  ist  diese  Form  nielit  vor- 
handen. 

5.  fiiclnaiis  Fabricius  (iticoharira  Rraui'r). 
Sie  ist  die  im  M'esllielu'n  Gebiet  häutigste  Art  und  in  iliicr 
Art.ziendich  einheitlich.  Sie  variirt  in  den  Grtil'u'ii,  aber  inner- 
halb bestimmter  engen  (irenzen,  .  welebe  last  nie  üIht.-cIu  ilteu 
■werden;  von  wechselnder  Ausdehnung  ist  dabri  jcdoi-li  die 
Trübung,   ^ie  schon  oIhmi   erw  iihnt   wurde. 

Stett.  cntüuiol.  Zt-it.  19015. 


Die  Verbreitung  ist:  Ostindien,  Ceylon,  Nicöbaren, ' Biroua; 
Malacca,  Sumatra,  Java,  Borneo,  Celebes  (Westseite:  Dongola). 
Oestliclier  bis  jetzt  nur  von  R.  Martin  :  trouvee  en  Australie  berichtet. 

Hagen  hat  die  Tvpe  von  Fabricius  genau  beschrieben, 
so  daß.  wie  auch  schon  Hagen  und  Selys  hervorgehoben  liaben, 
kein  Zweifel  über  die  echte  fuctuans  Fabr.  l)estehen  kann.. 
Vor  allen  Dingen  sind  I.  fuctuans  Burmeister  allgemein  und 
2.  ßuctuans  Burmeister  .spcciell  bei  Brauer  nicht  die  echte 
fluctuans  Fabr.  Die  Größen  siink  indem  ich  «immthche  mir 
bekannten  Grüßru  aus  ck-r  Litteratur  und  von  den  zahlreichen 
hiesigen  Exemplaren  von  Sumatra,  Borneo,  Singapore,  Cevlou 
zusammenbisse: 

7'/,-8  :  2'/2— 3;  (11,  12}  13  —  15  und  (8,  9)  10—12; 
(3)  5-7  und  1-5;   (19)  20—22  und  (21)  23— 25   (26,  27). 

Brauer  giebt  bei  nicobarica  für  das  Pterostigma  23/^  bis 
3'/',    mui   au. 

Dil-  kleinste  aller  bekannten  Formen  dieser  Art  ist  die  von. 
Fabricius  (Hagen)  bescin-iebene  mit  ?:2'/2;  12  und  8—9; 
3   und   4;   19  und  21. 

Mcobarica  Br.  bat  zwar  'Pj\  —  3'  j  im  Pterostigma,  abet 
sonst  n<trmale  N'erhälluisse  13  — 15  und  11;  5  —  6  und  4 — 5; 
2(1  und  24;  ich  stelle  sie  also  zu  jluviitans,  \\  as  auch  Selvs 
thut,    wahventl   Hagen   sie  zu  pallklta  rechnete   (1869). 

Hagen  rechnet  1  ,j  von  Nangkovri  mit  ?  :  3;  14  und. 
11  — 12;  6-7  und  4 — 5;  22  und  25  zu  paHiala  Hamb.  Nach 
den  zahlreiehen  Exemplaren  der  hiesigen  Saunnluug,  von  denen 
CS  in  den  G  rCtßen  nieht  abweicht,  halte  ich  dieses  q  nicht  l'iir 
paUiiita.  sontk'rn  für  fhicluaiia:  es  würde  den  (>bcn  angeführten 
Uebergangslormen  mit  geringerer  Ausdehnung  der  l'rübung  au- 
geh(»ren.  die  ich  sänuntlicli   /.u   fluctuans   rechne. 

Selys  kennt  solche  Zwischenformen  von  Sunuilra  und 
Java  auch  und  meint,  man  könne  sie  entweder  zu  fluctuaus  oder 
paJIiata  stellen.  Sie  sollen  nach  ihm  etwas  größer  sein  als 
die  eehle  find uaiis.  dei-eu   Größen  er  mit  11  — 12  Antenodaleir, 

Ktfclt.  entoniol.  Zeit.  1903.  J-;  " 


362 

3 — 5  Zellen  im  Dreieck  und  4  Discoidalreiheii  angiebt.  Die 
Sumatraner  hier  sind  fast  alle  größer,  als  die  Exemplare  von 
Seljs,  und  doch  sind  sie  zweifellos  echte  fhictuans  theils  mit 
der  größeren  Ausdehnung  der  Trübung,  theils  mit  der  geringeren. 
Danach  scheint  mir  auch  eine  kleine  Neuroihemis^  welche 
Rambur  (nach  Selys)  zu  p«//mto  stellte,  sicher  fluctuans  zu  sein. 
Der  Grund  für  diese  scheinbare  Abweichung  ist  jedenfalls 
darin  zu  suchen,  daß  die  von  Fabricius  (Hagen,  Seljs)  be- 
schriebenen Exemplare  außergewöhnlich  klein  und  nicht  die  nor- 
malen Tj'pen  der  Art  sind. 

C.  Mittelformell  eigener  Ableitung. 

Die  hier  folgende  P«//«afa  -  Reihe  enthält  eigenthümliche 
Formen,  welche  sonst  als  Zwischenformen  zu  fluctuans  be- 
trachtet wurden.  Ihre  Aulfassung  ist  sicher  ganz  mangelhaft 
und  mit  großen  Fehlern  behaftet  gewesen.  Nach  meiner  Ueber- 
zeugung  haben  diese  Formen  in  ihrer  strengen  Abgrenzung,  ^^•ie 
ich  sie  gebe  und  für  richtig  halte,  mit  der  westlichen  Gruppe 
nichts  zu  thun.  Sie  haben  eine  eigene  Ableitung  direkt  aus  der 
Urforui,  was  ich  durch  die  einzelne  Submedianquerader  im  Hiuler- 
tlügel  für  genügend  begründet  halte.  Die  zuerst  besproebentMi 
5  Arten  (/'eralis  fraglich)  haben  mindestens  2  Adern.  Dem 
bisher  bekannten  Charakter  der  Galtung  widerspriebt  dies  neue 
Merkmal,  und  es  erscheint  um  so  wichtiger,  da  es  nicht  nur  bei 
den  $,  sondern  auch  bei  den  ,^  vorhanden  ist.  Mindestens  ist 
es  ein  Artmerkmal  und  ist  nur  durch  die  Annahme  zu  erklären, 
daß  die  Urform  nur  1   Submedianquerader   im  Hintertlügel  batle. 

Kirby  hat  auf  dieses  eine  Merkmal  eine  eigene  Gattung: 
Untaino  gegründet,  ol)wobl  das  einzige  Exemjdar  sogar  ein  ^  ist. 
Ich  l»etrachte  dieses  P^xemplar  als  das  V  einer  Art  (K-r  paUiiüd- 
Keihe.     Kar  seh    erklärt  es  auch  für  eine  ^eurnlhe/uis. 

Auch  decora  zeichnet  sieh  nach  den  hiesigen  Exemplaren 
(1  ,^  hat  einseitig  2  Adern),  wie  auch  nach  Brauer  (1  _S) 
und  Förster    (paradisea)  durch  dasselbe  Merkmal   aus.     Wenn 

Stett.  eiitomul.  iCeit.  1903. 


2Ö8 

nlif/oneura  es  ebenfalls  hat,  woran  ich  nicht  zweifle,  so  Avürde 
sich  daraus  der  Schluß  ergeben,  daß  auch  die  Decom-Reihe  sich  direkt 
aus  der  Urform  entwickelt  hat.  Da  sie  jedoch  wie  alle  übrigen 
östlichen  Formen  ein  größeres  Pterostigma  erworben  hat,  kann 
ich  diese  Gruppe  nicht  mit  der  Palliata-Reihe  vereinigen,  also 
nicht  unbedingt  zu  den  Mittelformen  stellen.  Ramhuri  hat  eben- 
falls nur  1  Querader,  aber  des  Pterostigma  wegen  gilt  für  ihre 
Reihe  dasselbe  wie  für  decora.  Ich  stelle  daher  die  Decora-Reihe 
und  ßaw*&?/ /-/-Reihe  als  eine  1.  östliche  Gruppe  der  2.  östlichen 
Gruppe  mit  mehr  als  2  Queradern  gegenüber.  Diese  letzte  Gruppe 
mit  2  Entwicklungsreihen  leite  ich  von  jener  oben  erwähnten 
hypothetischen  Intennedia-Foim  ab.  Die  Verwandtschaft  aller 
Arten  wird  durch  diese  Reihen  mit  1   Querader  offenbar. 

d.  Palliata-Reihe. 
Diese  Reihe  enthält  2  Arten :  Martini  n.  sp.  und  paUiata  Ramb. 
Bei  ersterer  reicht  die  Trübung  noch  nicht  bis  zum  Nodus,  bei 
letzterer  nicht  ganz  bis  zum  Pterostigma,  auch  hier  bleibt  der 
Hinterrand  im  Hinterflügel  in  weiter  Ausdehnung  hyalin.  Bei 
beiden  hat  das  Geäder  bedeutende  Fortschritte  gemacht,  indem 
hier  die  Zahl  der  Ante-  und  Postnodalen,  der  Dreieckszellen  und 
Discoidalreihen  diejenige  der  Fl uctuans -Reihe  unbedingt  Ubertrilft. 
Außerdem  zeigen  beide  Arten  eine  Zunahme  in  der  absoluten  Größe. 

6.  Martini  n.  sp. 

Nach  Abschluß  meiner  Arbeit  erhielt  ich  durch  die  Liebens- 
würdigkeit von  Herrn  Rene  Martin  1  Nevrothemis-,^  von  den 
Key-Inseln,  welches  er  mit  disparilis?  bezeichnet  hatte.  Eine 
genaue  Untersuchung  bereitete  mir  die  freudige  Ueberraschung, 
daß  ich  hier  eine  von  mir  vorausgesetzte  Vorform  hatte,  welche 
die  Lücke  zwischen  der  Urform  und  palliata  ausfüllt.  So  konnte 
ich  die  Stellung  von  palliata,  die  nach  meiner  Ansicht  mit 
fluctuans  nichts  zu  thun  hat,  begründen. 

Ich  statte  Herrn    Rene  Martin    meinen   Dank    ab,    indem 

Stett.  entoniol.  Zeit.  1903. 


2fi4 

ich  diese  wissenschaftlich  bedeutende  Art  nacli  ihm  benenne: 
Neui'othemis  Martini  n.  sp. 

Die  Größen  derselben  sind:  10  :  3;  15—17  und  11; 
9  und  5  (anfangs  6  und  7)5  24  und  30. 

Die  Trübimg  reicht  in  den  Flügeln  bis  etwa  3  Zellen  vor 
dem  Nodus;  im  Vordertlügel  wird  der  Hinterrand  fast  bis  zum 
Ende  der  Trübung  von  diefser  erreicht,  im  Hinterflügel  überhaupt 
nicht,  so  daß  er  hier  breit  hyalin  bleibt.  Auch  im  Costaistreifen 
bleiben  vorn  ca.  6 — 7,  hinten  3 — 4  Zellen,  vom  Ende  der  Trü- 
bung an  gerechnet,  hyalin.  Die  Spitzen  sind  kaum  ein  wenig 
getrübt.  Zwischen  Nodalis  und  Subnodalis  1  Zellenreihe,  Sub- 
medianqueradern  vorn  2,    hinten  1. 

7,  palliata  Rambur. 

Ich  leite  palliata  über  Martini  direkt  von  der  Urform, 
nicht  von  intermedia  ab.  Alle  hiesigen  Exemplare,  welche  ich 
nach  Ran^bur's  Beschreibung,  nach  Brauer's  und  Selys'  xA.n- 
gaben  für  palliata  halten  muß,  haben  im  Hinterflügel  nur  1  Sub- 
medianquerader.  Rambur  erwähnt  dies  Merkmal  nicht;  Selys, 
in  dessen  Besitz  die  Tj^pen  übergingen,  erwähnt  hiervon  eben- 
falls nichts.  Brauer  beschreibt  palliata  nach  anderen  Exem- 
plaren und  giebt  dies  Merkmal  in  folgender  Form  an:  Im  Hinter- 
flügel 1 — 2  Subbasilarqueradern.  Ich  lege  dies  so  aus,  daß 
normal  1,  selten  und  ausnahmsweise  2  Adern  vorhanden  sind. 
Jedenfalls  findet  Brauer  nicht  mindestens  2  Queradern  und 
niemals  3  und  mehr. 

Nun  hat  der  gewissenhafte  Hagen  mit  Selys  Exemplare 
von  den  Nicobaren  und  Singapore  mit  Rambur's  Typen  ver- 
glichen und  keine  Unterschiede  gefunden.  Als  er  im  Jahre 
1869  seine  /)a//ia/rt-Beschreibung  veröffentlichte  (im  Anschluß  an 
Brauer's  Arbeit),  lagen  ihm  die  Rambur'schen  Typen  nicht 
mehr  vor,  er  konnte  also  nur  aus  der  Erinnerung  sagen,  daß  er 
keine  Unterschiede  fand.  Wie  leicht  konnte  ein  Merkmal,  wie 
die  Zahl    der    Submedianqueradern,    auf  welches  mau  früher  ge- 

Stott.  entomol.  Zeit.  190a. 


265 

ringoii  Wevth  legte,  unbeachtet  geblieben  sein,  besonders  wenn 
man  annahm,  daß  palliata  und  ftuctuans  in  einander  übergehen. 
Genug,  Hagen  giebt  für  seine  palliata  im  Hinterflügel  3 — 4  Sub- 
iiiediunqueradern  an,  was  zu  meiner  und  Brauer's  Ansicht  in 
unlösbarem  Widerspruch  steht. 

Ich  halte  dies  Merkmal  bei  der  Artunterscheidung  (Kirby 
sogar  bei  Gattungsunterscheidung:  z.  B.  Untamo')  für  so  wichtig, 
daß  unbedingt  hier  ein  Irrthum  angenommen  werden  muß, 
nach  dem  Hagen  Recht  oder  Unrecht  hat. 

Um  diese  Frage  zu  entscheiden,  würde  die  Untersuchung 
von  Rambur's  Tj'pe  genügen.  Da  mir  dies  unmöglich  war, 
versuchte  ich  auf  folgende  Weise  zum  Ziele  zu  kommen.  Ich 
verghch  die  Beschreibungen  mit  Beziehung  auf  andere  Merkmale. 
Sobald  hier  an  einer  wichtigen  Stelle  eine  Abweichung  Hagen's 
von  Rambur's  Beschreibung  sich  ergab,  während  letztere  sich 
im  Einklang  mit  (Selys'  Beschreibung  ohne  jene  Aderangabe) 
Brauer's  und  meinen  Exemplaren  befand,  Avar  es  klar,  daß 
Hagen  sich  geirrt  hatte,  und  daß  die  Thiere,  welche  ihm  vor- 
lagen, nicht  palliata,  sondern  etwas  ganz  anderes  waren.  Und 
dies  zeigte  sich  in  der  That. 

Rambur  sagt:  „Alles  d'un  brun  roux,  avec  le  sommet 
avant  le  pterostigma,  transparent. ''  Das  heißt  also  die  Trübung 
erreicht  das  Pterostigma  nicht.  Hiermit  stimmt  oftenbar  Selys' 
Beschreibung  (der  Typen  und  anderer  Exemplare)  überein,  indem 
er  sagt:  „Le  noiratre  opaque  des  alles  s'arretant  vers  le  ptero- 
stigma'', andererseits  aber  nicht,  da  er  fortfährt:  „comme  chez 
rapicahs'-',  von  welcher  er  sagt:  „Les  quatre  alles  noiratre  opaque 
jusqu'  a  la  moitie  du  pterostigma"'.  Brauer's  sorgfältige  Be- 
schreibung stimmt  mit  Rambur's  durchaus  überein  und  ebenso 
mit  den  hiesigen  Exemplaren.  Er  sagt:  „Flügel  bis  zum  inneren 
Ende  des  Pterostigma  oder  nicht  soweit  .  .  .  braun,  die  Farbe 
im  Vorderflügel  etwas  gebogen  abgeschnitten,  im  Hiuterilügel  .  .  .''. 

Hagen  beschreibt  nun  ganz  etwas  anderes,  wenn  er  in 
merkwürdiger  Uebereinstimmung  mit  Selys'   obiger  zweisinniger 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


266 

Reschveibnng  hat:  „Flügel  ....  hr;uin  bis  über  die  Mitte  (des 
Pterostignia,  wie  ich  annehme!),  die  Hinterflügel  bis  gegen  die 
Spitze-  des  Pterostigma  5  auf  den  V.ordertlügeln  die  braune  Farbe 
fast  gerade  abgeschnitten,  nur  am  Hinterrande  etwas  nach  innen 
gekrümmt;  auf  den  Hinterllügeln  ,..."■  und  dazu  meint:  „Ram- 
bur's  Beschreibung  der  Stücke  aus  Sumatra  und  Ostindien 
enthält  nichts,  was  der  Identität  (von  Hagen's  Stücken  mit 
j)alliata  Rbr.)   entgegenstände. 

Hagen's  Exemplare  sind  keine  echten  palliata^  sondern 
nitch  meiner  Ansicht  apicalis,  womit  er  sie  selber  vergleicht, 
ohne  einen  anderen  Unterschied  finden  zu  können,  als  die  ver- 
schiedene Ausdehnung  der  hyalinen  Zone  im  Hinterllügel  am 
Hinterrande,  die  auch  bei  apicalis  größer  oder  geringer  sein 
kann.  Die  Farbenunterschiede  des  Abdomen  und  der  Appen- 
dices  sind  nach  meiner    Ansicht  kaum  von  Werth. 

Das  2.  ,^  von  Nangkovri  halte  ich  für  fuctuans.  Hagen 
rechnet  auch  Brauer's  nicobarica  zu  palliata\  auch  diese  halte 
ich  für  fluctiians  (siehe  meinen   Artikel  über  fluctuans). 

Außerdem  hält  Hagen  Brauer's  ceylanica  für  eine  palliata, 
sie  ist  nach  meiner  Ansicht  auch  apicalis.  Diese  ceylanica  be- 
schrieb Brauer  1867,  nachdem  er  sie  1864  und  1866  in  der 
Novara-Reise  als  y^apicalis  Rbr.  {^fluctuans  Burm.)  aufgeführt 
hatte,  als  neue  Art,  später  vereinigte  er  sie  mit  paUiala  Rbr.. 
obwohl  er  ein  größeres  Pterostigma  im  Hintertlügek  3 — 4  Sub- 
medianqueradern  und  die  Trübung  ganz  anders  (nämUch  wie 
bei  apicalis)  beschreibt. 

Brauer  vereinigte  auch  seine  Ramhuri  und  decora  mit 
paUiata.  beides  mit  Unrecht,  wie  ich  später  zeigen  werde.  Doch 
hätte  diese  Vereinigung  eine  größere  Berechtigung,  da  in  der 
That  die  Arten  Martini  —  palliata.  oUgoneiiraY  —  decora. 
Bamhuri  in  der  1  Submedianquerader  Gemeinsames,  in  dem  viel- 
leicht  in    der  Größe  variirenden    Pterostigma    Aehnliches    haben. 

Somit  ergiebt  sich  für  palliata  wohl  ein  großes  westliches 
Gebiet,  aber  mit  wenig  Fundorten:  Ostindien,  Sumatra,  Celebes, 
Ceram,  Amboina,  Batjan. 

Btett.  entoEQol.  Zeit.  U>03. 


267 

Die  bisher  gezeigten  Merkmale  wie  die  nun  folgenden  Zahlen- 
angaben zeigen  deutlich,  daß  palliata  keine  Zwischentbnn  zu 
fluctuans  ist,  sondern  durchaus  selbstständig  aufzufassen  ist. 

Die  von  Sumatra  stammenden  Thiere  sind  am  kleinsten, 
alle  weiter  östlich  gefangenen  sind  größer. 

2  ,^  von  Sumatra  (Coli.  Do  hm): 
83/4  :  27/85  17—18  u.  10—11;      8—9     u.  5—7;   23  u.  %%^j.,. 
9       :  3;       19  „   11-13;   10-11    „  5-7;  22    „  27. 

Alle  diese  Stücke  zeigen  also  neben  beträchtlicherer  Größe 
vermehrte  Zahl  der  Ante-  und  Postnodalen,  der  Dreieckszellen 
und  Discoidalreihen. 

Die  von  östlicheren  Gegenden  stammenden  Stücke  zeigen 
dieselben  Verhältnisse,  doch  ist  die  absolute  Größe  etwas  be- 
trächtlicher, auch  die  Zahl  der  Postnodaleu  etwas  größer  (ähnheh 
jedoch  die  .^  von  Nie.  min.  und  Nangk.),  endUch  auch  die  Zahl 
der  Discoidalreihen  nicht  unter  6: 

2  ,^  von  Batjan  (Sammlung   Dohrn): 
91/2  :  3;  17-19  u.   13-14;     10         u.  6-7;  24  u.  29. 
10     :  3;  18-19    „    14;  10-11    „  6-7;  24    „  30. 

2  ,^  von  Amboina  (Sammlung  Dohrn): 
93/4  :  3;     19         u.  14—15;  9  u.  6—7;  25  u.  30. 
10     :  3;  18-19    „  15-16;  8    ^  6-7;  -    „  29^/2, 

nach  Brauer  ,^  von  Celebes,  Ceram: 
?  :  3-31/3;  13-20 u.  13-15;  14-17  u.  6-7;  24/26  u.  29i/2/3l. 
14_17  als  Zahl  der  Dreieckszellen  ist  überraschend  groß; 
man  möchte  die  Vermuthung  hegen,   daß  hier  ein  Fehler  vorliegt. 
Die  Angaben  für  Hagen's  palliata  folgen  bei  apicalis. 

Hiernach  halte  ich  palliata  für  eine  von  fluctuans  in  den 
Größen  constant  verschiedene  Art,  bei  der  trotz  geringerer  Aus- 
dehnung der  Trübung  das  Geäder  reicher  ist. 

D.  Erste  östliche  Gruppe. 

Alle  von  mir  als  östliche  Gruppen  zusammengefaßten  Arten 
haben   als    gemeinsames   Merkmal    ein    großes  Pterostigma.     Ich 

Stett.  entorool.  Zeit.  1903. 


268 

nehme  an,  daß  die  Urform  im  Osten  allmählich  ein  größeres 
Pterostigma  erworben  hat.  Von  ihr  leite  ich  in  2  Gruppen  mit 
je  2  Reihen  alle  Arten  dieser  Gruppe  ab.  Hierbei  ergeben  sich 
allerdings  merkwürdige  Beziehungen  zum  westlichen  Gebiet.  Ich 
fasse  daher  den  Ausdruck  Osten  als  das  Ursprungs-,  Entstehungs- 
Gebiet  auf. 

Was  heißt  hier  nun  großes  Pterostigma?  Zunächst  ein 
über  3  mm  hinausgehendes  Pterostigma;  dieses  ist  hier  aber 
zuweilen  im  Postnodalraum  2'y'2 — 3  mal  oder  noch  öfter  ent- 
halten, also  relativ  klein,  und  es  ergiebt  sich  so  ein  enger  An- 
schluß an  die  westlichen  Arten  mit  kleinem  Pterostigma.  Alle 
hierher  gehörenden  Arten  bilden  jedoch  eine  besondere  Gruppe 
für  sich,  in  der  sich  nach  demselben  Triebe  wie  in  der  west- 
lichen Gruppe  dieselben  oder  ähnliche  Erscheinungen  in  der 
Trübung  und  dem  Geäder  wiederholen. 

Wie  schon  oben  gesagt  wurde,  hat  die  1.  östliche  Grupj)i' 
mit  Matihii  und  paUiata  ein  Merkmal  gemeinsam,  indem  auch 
hier  im  Submedianraum  der  Hiuterflügel  nur  1  Querader  (selten 
noch  eine  zweite)  vorhanden  ist  (für  oHgoneura  nur  vermuthet). 

Die  2.  östhche  Gru])pe  dagegen  hat  mindestens  2  Quer- 
aderu.  Ich  leite  die  erste  Gruppe  direkt  von  der  abgeänderten 
Urform  ab,  die  zweite  von  einer  hypothetischen  Intermedia-Form 
mit  großem  Pterostigma  und  mehreren  Submedianqueradern. 

e.  Decora-Reihe, 

Von  dieser  abgeänderten  Urform  leite  ich  in  der  ersten 
östlichen  Gruppe  2  Reihen  ab,  zunäeht  die  Decora-Reihe. 

Aus  der  Urform  bildete  sich  entsprechend  Martini  die  Art 
o/i</oweMra,  die  zwar  nach  Brauer  und  Selys  ein  relativ  kleines 
Pterostigma  (3^/2 — 3^/3  mal  im  P(jstnodalraum  enthalten)  hat, 
aber  entsprechend  ihrer  beträchtlichen  Größe  wenigstens  ein 
absolut  großes  Pterostigma  haben  dürfte. 

Wie  sich  an  die  westliche  fcralix  die  ebenfalls  westliche 
eqnestris  mit  ausgedehnterer  Triil)ung  und  weißer  Binde  (wenig- 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


269 

stons  I)eim  ,^)  anschließt,  so  an  oJigoneiira  d'w  luun)(säc'hlic'li 
von  Neu-Guinea  bekannte  decora  Braner  (paradisea  Förster), 
t)eicle  mit  tiefschwarzer  Trübung,  ausgedehnterer  Trübung,  weißer 
Binde  aucli  bei  dem  $  und  größerer  Aderzahh 

8.  oligoneuva  Brauer. 
Diese  Art  ist  nur  von  Cap  York  (Nordaustrahen)  durch 
Brauer  bekannt.  Sie  hat  das  Aussehen  von  feralis,  ohne  daß 
das  Abdomen  oben  weißUch  ist,  mit  tiefschwarzer  Trübung  der 
Flügel  bis  zum  Dreieck,  ist  aber  größer,  etwa  von  palliata- 
Größe.  Größennach  Brauer  (186'7):  Pterostigma  31/2 — 3'-/3  mal 
im  Postnodalraum  enthalten  (relativ  klein  nach  Seljs),  Ante- 
nodales  10 — 14,  Discoidalzellreihen  3. 

9.  decora  Brauer  (paradisea  Förster). 

Ich  halte  decora  Br.  und  paradisea  Forst,  für  synonym. 
Die  hier  (Coli.  Dohrn)  vorhandenen  Stücke  von  Neu-Guinea: 
5  Q,  2  $  sind  dieselbe  Art.  Brauer  hat  die  Art  decora^  wovon 
er  nur  das  $  gekannt  hat,  wieder  eingezogen  und  zu  palliata 
gestellt,  meines  Erachtens  mit  Unrecht,  gleicher  Ansicht  ist 
auch  Förster. 

decora  unterscheidet  sich  von  palliata  durch  größeres 
Pterostigma  (über  3  bis  4  mm),  geringere  Zahl  der  Zellen  im 
Dreieck  (.5 — 7  [8])  und  der  Discoidalzellreihen  (4 — 5).  Dazu 
kommt  die  liefschwarze  Farbe  der  Flügeltrübung  und  die  auf- 
fallende Isomorphie  bei  ,^  und  $,  da  bei  letzteren  die  Trübung 
nur  leicht  ins  tiefdunkelbraune  übergeht,  das  immer  noch  schwärz- 
lich erscheint,  also  eine  Uebereinstimmung  der  Geschlechter, 
die  bei  palliata  nicht  in  dem  Maße  zum  Ausdruck  kommt,  wobei 
noch  besonders  auch  die  Uebereinstimmung  der  ,3  ""f^  ?  l^^'i 
decora  im  Geäder  hervorzuheben  ist,  welche  selbst  bei  sehr 
dunkeln  isomorphen  palliata-^  nicht  erreicht  wird. 

Die  hiesigen  Neu-Guinea- Stücke  weichen  von  Förster's 
Beschreibung  seiner  paradisea  (Neu-Guinea)  nic-lit  wesentlich  ab. 
Und  ich  kann  zwischen  Förster's  paradisea  ,j$,    den  hiesigen 

Stett.  entoniol.  Zeit.  1Ö0;5. 


^^$  und  Brauer's  decora  $  (Amboiua)  keinen  Unterschied  linden. 
Es  scheint  mir  daher  kein  Grund  zur  i.\ufstellung  einer  neuen 
Art  vorhanden  zu  sein. 

Die  Größen  sind  bei  decora  $  nach  Brauer: 
Pterostigma  2^/4  mal  im  Postnodalraum  enthalten; 
16—20  und  11—13-,  6  und  4—5;  20—22  und  26—30; 

bei  paradisea  Förster  (Kaiser  Wilhelms-Land): 
^^  ?  :  4;  16—18  und  12;  5—8  und  4—5;  241/2  und  31; 

Q  •  •  •    21  ^0- 

■^       n      ">  1)  •>  r>  :'*'•'«      ^^' •) 

bei  den  hiesigen  Neu-Guinea-Stücken: 
^  9  :  31/2—4;  17—18  u.  11;  6         u.  4—5:  231/2  u.  30; 

,.    9  :  über    3;  18  „  12— 13;  8         „5;         22       „29; 

„    9  :  31/2;         16—17  „  12—13:  5—6  „  4—5;  231/2  „  291/2; 
„    9  :  31/2;         18—19  „   12—13;  6—7  „  4—5;  231/2  „  30; 
.,    9  :  über  3;    17  „13;  7—8  „  4—5;  23       „  29; 

¥    9  :  über  3;    17  „  12—13;  6— 7  „  4;         21       „  27: 

„    9:31/4;         16-17  „  13;  6         „4;         21       „  29; 

bei  1  ,^  von  den  Key-Inseln: 
,S   9  :  31/2—4;  16  und  10—12;  5  und  4—5;  25  und  31. 

Die  Färbung  stimmt  ebenfalls  mit  Förster's  und  Brauer's 
Beschreibung  überein. 

f.  Eamburi-Reihe. 

Neben  der  Decora-Reihe  leite  ich  von  der  abgeänderten 
Urform  eine  zweite  Reihe  mit  großem  Pterostigma  und  nur 
1    Submedianquerader  im  Hinterflügel  ab. 

Die  mir  vorliegenden  Stücke  (2  ^)  von  Ramhuri  haben 
reehts  1,  links  2  Queradern,  1  $  links  und  rechts  nur  1.  Das 
Pterostigma  ist  wohl  groß  zu  nennen,  aber  in  Folge  der  absoluten 
Größe  der  Thiere  nur  bedingungsweise  auch  als  relativ  groß  zu 
bezeichnen. 

Berücksichtige  ich  aber  noch  die  starke  Adervermehrung 
bei  dieser  Art,  so  hege  ich  keinen  Zweifel,  daß  Ramhuri  eine 
selbstständige,  östliche  und  zwar  zur  1.  östlichen  Gruppe  ge- 
hörende Art  ist. 

6tett.  eutomol.  Zeit.  1903. 


271 

Sic  bildet  mit  einer  noch  aufzufindenden  Vorform  fälmlich 
Martini  ein  Postulat)  die  i?a;w6wr?-Reihe  und  unterscheidet  sieh 
von  der  Decora-Reihe  durch  braune  (nicht  schwarze)  Trübung 
und  durch  reicheres  Geäder. 

10.  Rambvri  Brauer. 

Ich  halte  diese  Art  für  so  selten  wie  oligoneura.  Wie 
oligotieura  ist  auch  Ramhuri  durch  ungewöhnliche  Größe  aus- 
gezeichnet^ die  Trübung  reicht  trotzdem  nicht  oder  kaum  bis 
zum  Pterostigma,  sondern  nur  bis  zum  Nodus  oder  darüber  mehr 
oder  weniger  hinaus.  Bei  dem  hiesigen  $  von  Menado  hört 
dieselbe  am  Nodus  auf,  bei  dem  q  von  ßatjau  ca.  5  Zellen 
nach  dem  Nodus,  bei  dem  ,^  von  Menado  erreicht  sie  das  Ptero- 
stigma und  geht  sogar  noch  1  Zelle  über  den  Anfang  hinaus. 
Trotzdem  halte  ich  dies  außerordentlich  große  Exemplar  für 
Ranihuri. 

Bei  Ramhuri  ist  das  Pterostigma  mindestens  3'/2  mm  lang; 
die  Zahl  der  Nodalen  ist  etwa  wie  bei  paUiata.  Wesentlich 
erscheint  mir  hier  die  schon  außerordentlich  große  Zahl  der 
üreieckszellen,  verbunden  mit  ebenfalls  schon  großer  Zahl  der 
Discoidalreiheu,  obwohl  das  Pterostigma  noch  relativ  klein  ge- 
genannt werden  könnte.  Hieizu  kommt  noch  die  außergewöhn- 
liche absolute  Größe  der  Art.  Das  hiesige  (^  von  Batjan  hat 
allerdings  diese  nicht. 

Größen  nach  Brauer: 
CVlebes  ,S  ?  :  B^/s^    17—20  u.  14—15;    14  — IG  u.  G— 8;  2G  u.  33; 

nach   der  Sammlung  Dohrn: 
Menado  ,^  101/2  :  4;  20—21  u.  15;  18—19  u.  7  —  10;  27  u.  35. 

$  11  :  31/2;  18—19  „  11—12;  8  „  4—7;    24  „  33. 

Batjan  r^  91/2:  31/2;  17-18u.l2-13;  17-20u.G~8;  23'/2-30'/2- 

Die  Verbreitung  ist  dui'chaus  ösllicli:  Oelebes  (Menado), 
Batjan.  Ternate,  Ceram. 

Stett.  enton,ol.  Zeit.  1903. 


272 

E.  Zweite  östliche  Gruppe. 

Ich.  rechne  hierher  im  allgemeinen  alle*;,  was  Selys  als 
oculaia  Fabricius  zusammenfaßt,  dazu  i-cine  apicalia  Rambuv 
(in  meiner  Abgrenzung)  und  Sophronia  Diurv. 

Ihre  Verbreitung  ist  östlich  zu  nennen,  wenigstens  halle 
ich  den  Osten  für  das  Entstehungsgebiet  dieser  Gruppe,  wiini 
auch  die  zweite  Reihe  derselben  alle  'J'heile  des  AVestens  beMohnt. 

Ich    unterscheide    2    lu-ihen,     die    Manadenxia -Reihv    mit 
oriiliita   Fabrieius  und   niaiiaih'iisis   llaudiur    und   die  SopJirofiiii 
Reihe    niil   (ipicalis   Rambur    und  SophrONia  I>rur\ .      Vortonnrii 
sind   bis  jetzt  nicht  bekannt,   aber  als  Postulat  hinzustellen. 

Ks  ist  die  Frage  zu  erörtern,  ob  diese  4  Arten  ^\  irklieh 
einen  engeren  Zusammenhang  haben  und  sich  von  den  übrigen 
streng  abgrenzen  lassen,  oder  ob  iipicdlls  tinderen,  etwa  dun 
Mittelformen  anzuschließen  ist.  und  ob  SDiihroiiio  niolit  etwa  ganz 
selbstständig  dasteht,   wie   bisher  angenomnuui   ^\  urde. 

Selys  treuiil  die  Grui)]»e  oriilala\on  fh/cliians  auf  (i  rund 
des  absolut  und  relativ  größeren  l'terostigmas.  Diese  Trennung 
isl  für  apiralis.  welche  Selys  zu  fhn'liuiiis  slcllte.  uubercchligl. 
d(  nn  apiralis  hat  nach  hiesigen  Java-Kxeniplarcn.  die  nach  ihrer 
'riiibuug  etc.  unbedingt  als  apiralis  zu  betrachlen  sind,  ein 
rierosligma  von  li'/-  —  4-'/4  nun  Länge,  das  in  dem  l'ostnodal- 
rauni  V(ni  S'/a — 9  mm  Lange  wenigei'  als  2  j^  nuil  enthalten  ist, 
also  ein  Pterostigma  von  absolut  und  iclaliv  belrächllicher  Größe: 
apicalis  gehört   danach  schon  zu  Selys"   Gruppe  nrnlala. 

Ein  kleines  Pterostigma  besitzen:  iiilrrii/rtlia.  p-ralis. 
r(ii/('slris.  (iisparilis.  fhirfnaiis  und  Martini,  palliala.  lelzit're  2 
niil    nur  1   Submedianquei-ader  im   Ilinterllügel. 

Ein  großes  Pterostigma  besitzen:  oligonnira  (nach  meinei 
Amiahme),  dccora,  Ramhuri,  alle  o  mit  nur  1  Submedianipier- 
ader  im  Hinterilügel,  und  oculaia.,  manadensis.,  apiralis.  SopJirouia. 

Somit  werden  die  4  fraglichen  Arien  bereits  durch  2  Merk- 
nuile  abgcarenzt.  von  denen  sie  allerdings  jedi's  mit  einer  anderen 
Gruppe  theilen. 

Btttt.  eDtomol.  Zeit.  1903. 


273 

•  Ich  hübe  mm  iiocli  .ein  drittes  Mei'kmal  gefuiickni,  "durch 
welches  nicht  nur  diese  4  Arten  unter  sich  verbunden,  sondern 
auch,  von  allen  andern  Gruppen  abgetrennt  werden. 

Bei  der  Abgrenzung  von  Sophronia  ist  als  ein  werthvoiles 
Merkmal  der  kleine  Raum  zwischen  Mediana  und  Principalis 
vom  Abgang  des  Subnodalis  bis  zum  Nodus  benutzt  worden. 
Dieser  ist  bei  Sophronia  geädert  (ebenso  bei  Caniaciniu%  bei 
allen  andern  leer.  Hinter  diesem  Haum  belindet  sieh  nun  ein 
zweiter  Kaum  von  almlicher  Ausdehnung,  der  bei  Sophro/iid 
(ebenso  bei  Caniacinid)  und  bei  ocuJaia.  moiuidcnsis,  apicalh 
ebenlalls  geädert  und  zwar  mit  2—4  A(k'rn  versehen  ist,  wäh- 
rend er  bei  allen  übrigen  {fcralh.  oligoncura  vernmthungsweisc. 
(iiaparilis  nach  Kirby's  Abl»ildung)  leer  ist. 

Nur  bei  Ihirt/Kiiis  habe  ich  bei  ein/j'hien  Kxemplaren  unter 
ca.  1(H)  Thier^'n  1.  sehr  sehen  und  dann  nur  einseitig  2  (^hier- 
ach'rn   gefunden. 

Dieser  Kaum  liegt  in  der  Gabel  zwischen  Principalis 
und  Subnedalis  und  whd  in  der  Gegend  des  Ursprungs  des 
Nodalis  durch  die  hier  vom  Nodus  herunterkommende,  zuweilen 
elMas  nach  innen  gel  iiekte,  gew<ihnlich  etwas  stärkere  Querader 
abgeschlossen.  Letztere  Querader  zähle  ich  nicht  mit;  sie  ist 
bei  allen  Ai'ten  vorhanden.  Eiwähnen  ^ill  ich  noch,  daß  Jenseits 
(lieser  Abschlulxider  bis  zu  der  schrägen  (^uerader  ein  kleines 
Dreieck  entsteht,  m  elehes  last  regelmäjjig  bei  allen  Artt'u  1  (^Hier- 
ader  hat. 

Alle  Formen  dieser  G]-ui)j)e  zeichnen  sieh  also  durch  ein 
absolut  uml  relativ  großes  Pteiostigma  aus  von  ca.  4  mm  Länge,' 
welches  jedoch  kleine]-,  selbst  3'/o  und  3  (ein  $),  und  größer, 
bis  .")  nun,  sein  kann,  und  welches  im  Postnodalraum  bis  zum 
Pterosiignu»  weniger  als  2'/2  mnl  (selten  2'/2  nial  und  darüber) 
ent ballen  ist.  Der  Submedianraum  im  Hinterflügel  ist  mit  nu'hr 
als  1  Querader  versehen.  Sie  haben  sämmtlich  den  Ivauni  in 
der  Gabelung  zwischen  l'rinci])alis  und  Suluu dalis  bis  zur  (^hier- 
ader   vom   Nodus  geadiMt. 

Stctt.  Piituniol.  Zeit.  lOOii. 


274 

So  ergiebt  sich  die  Zusanimengeiiorigkeit  aller  4  Arten  au 
einer  Gruppe. 

Sonst  zeigen  sich  große  Unterschiede.  Die  Zahl  der  Ante- 
nodalen ist  durchschnitthch  IT — 20  (zuweilen  geringer  oder 
größer),  diejenige  der  Postnodalen  variirt  l)edeutend:  von  9 — 18. 
Sophronia  zeichnet  sich  durch  etwa  verdoppelte  Zahl  der  Ante- 
nodalen aus.  Die  Zahl  der  Zellen  im  Dreieck  variirt  ebenfalls 
und  zwar  ganz  enorm:  die  Grenzen  sind  6 — 40.  diejenige  der 
Discoidalreihen  von  5  — 13. 

Oculafa  und  apicalis  haben  ein  geringeres,  manadensis 
und  Sophronia  ein  ungemein  reiches  Geäder. 

Nach  der  Trübung  ergeben  sich  folgende  4  Formen.  Die 
Trübung  geht  im  Vorderflügel  bis  zum  Anfang  oder  bis  zur  Mitte 
des  Pterostigma,  gerade  abschneidend:  oculafa  und  apicalis;  im 
Hinterflügel  ebenfalls  gerade  abschneidend  mit  geringer  schräger 
Zurückweichung  nach  dem  Hinterrande:  apicalif^;  im  Hinlerflügel 
im  Bogen  nach  hinten  abgerundet  und  den  Hinferrand  weithin, 
wenn  auch  schmal,  hyalin  lassend:  oculata. 

Die  Trübung  geht  mindestens  bis  zum  Ende  des  Pteru- 
stigmas,  oft  weiter,  und  zeigt  das  Bestreben,  auch  die  Spitze  zu 
erreichen,  die  bei  manadensis  getrübt  ist,  bei  Sophronia  nicht. 
Bei  manadensis  schneidet  die  Trübung  gerade  ab,  \\eini  sie  bis 
zum  Ende  des  Pterostigma  geht,  convex,  wenn  sie  darüber  hin- 
ausgeht. Bei  Sophronia  schneidet  die  Trübung  stets  concav  ab 
(über  die  gelbe  Zeichnung  der  Spitze  siehe  bei  Sophronia^. 

Die  so  getrennten  4  Arten  bilden  nach  meiner  Ansicht 
2  Reihen,  die  sich,  von  einander  örtlich  getrennt,  aus  der 
hypothetischen  Infermedia-Foriu  des  Ostens  (mit  mehr  alsl  Sub- 
medianquerader  im  Hinterflügel,  wiv  bei  intermedia  Hamb-,  aber 
mit  grol5em  Pterostigma)  entwickelt  haben.  So  wie  diese  inter- 
media selber,  sind  auch  die  Zwisehenfurmen  mit  einer  Trübung 
nur  bis  zum  Nodus  unbekannt,  aber  ein  Postulat.  Die  eine 
Beihe  ist  für  mich  oculata,  manadensis  im  Osten,  die  andere 
apicalis,  Sophronia  im  Westen. 

Stett.  ectomol.  Zeit.  1903. 


•27,5 

Die  Arten  ocnlata  und  apicalis  sind  außer  durch  die 
Trübung  schwer  von  einander  zu  unterscheiden,  doch  scheint 
das  Geäder  bei  oculata  reicher  zu  sein  als  bei  apicaiis.  Ich 
bin  aber  doch  der  Ansicht,  daß  hier  2  verschiedene  Arten  vor- 
liegen, welche  geographisch  wohl  getrennt  sind;  wenn  auch  ein 
Uebergangsgebiet  vorhanden  ist.  Apicaiis  bewohnt  den  Westen: 
Java,  Celebes,  sogar  noch  die  Nicobaren  und  Malacca  im  Westen 
und  die  Philippinen,  Molukken  und  vielleicht  auch  noch  Neu- 
Guinea  im  Osten;  oculata  ist  ausschließhch  östlich,  von  den 
Molukken  etc.,  Keu-Guinea,   Australien. 

Laidia w  berichtet  in  einer  neuesten  Arbeit  über  Odonaten 
von  der  IMalay  Peuinsula,  daß  New.  stigtnatizans  Fabr.,  also 
oculata  Fabr.,  bei  Kwala  Aring  häufig  und  ein  gewöhnliches 
und  variables.  Insekt  ist.  Ich  vermuthe  jedoch,  daß  es  sich  hier 
nicht  um  oculata,    sondern    um  apicaiis  oder  fuctnans   handelt. 

Einige  weitere  sehr  eigenartige  Unterschiede,  welche  nicht 
oder  wenig  beachtet  sind,  lasse  ich  hier  folgen.  Es  besteht 
zunächst  ein  (allerdings  nicht  constanter)  Unterschied  zwischen 
oculata.  apicaiis  einerseits  und  manadensis-  Sophronia  anderer- 
seits, indem  bei  ersteren,  welche  eine  geringere  Trübung  haben, 
auch  der  Ursprung  des  Astes  des  Principalis  unterhalb  des 
Pterostigma  dem  Anfange  des  letzteren  näher  liegt  (etwa  in 
^/s — ^li  Länge),  während  er  bei  letzteren,  welche  eine  größere 
Trübung  besitzen,  ebenfalls  weiter  hinausgeschoben  ist  (etwa  in 
1/3  ja  bis  1/2  Länge  und  darüber  hinaus). 

Manadensis  und  Sophronia  lassen  sich  leicht  durch  die 
Queradern  im  Raum  zwischen  Mediana  und  Principalis  trennen. 
Ein  anderer  Unterschied  ist  die  Form  des  Dreiecks  der  Vorder- 
flügel: die  äußere  Seite  desselben  ist  bei  manadensis  deutlich, 
oft  sehr  stark  gekrümmt.  Im  Geäder  zeigen  manadensis  und 
Sophronia  die  reichste  Ausbildung,  aber  interessanterweise  nach 
2  ganz  verschiedenen  Richtungen,  manadensis  im  Dreieck, 
Sophronia  im  Antenodalraum.  Auch  die  Zahl  der^  Postpodaleu 
ist  bei  beiden  sehr  hoch,  dieselben  sind  sogar  noch  (buch  Aederchen 

Stött.  entomol.  Zeit.  \90'J.  18 


276 

im  vorderen  und  hinteren  Postnodalraum  verbunden.  Selbst  unter 
dem  Pterostigma  sind  bei  beiden  Arten  Adern  eingeschoben,  bei 
manadensis  etwa  bis  zur  Mitte  des  Pterostigmas,  bei  Sophronia 
sogar  bis  zum  Ende  desselben.  Bei  Sophronia  ist  schließlich 
seibat  der  Anfang  des  hinteren  Postnodalraums.  der  bei  mana- 
densis frei  bleibt,  noch  durch  einige  Aederchen  verkleinert,  zu- 
weilen sogar  mit  einer  mittleren  Ader  versehen. 

Ich  leite  manadensis  von  oculata  ab,  und  die  Verwandt- 
schaft beider  dürfte  wohl  nicht  angezweifelt  Merden.  Vielmehr 
könnte  die  Trennung  derselben  Schwierigkeiten  bereiten,  da  viele 
oculata  im  Dreieck  und  Discoidalraum  ein  schon  sehr  reiches 
Geäder  zeigen.  Ich  trenne  beide  aber  mit  Förster  als  2  ver- 
schiedene Arten.  Die  Gründe  habe  ich  bereits  eingehend  gezeigt. 
Große  Schwierigkeiten  bereitete  mir  die  Ableitung  der 
Sophronia.  Doch  denke  ich,  daß  sich  gegen  meine  Auflassung 
nach  Abwägung  aller  Gründe  nichts  einwenden  läßt.  Räthselhaft 
war  mir  stets  die  merkwürdige  Erscheinung  der  westlichen  Ver- 
breitung dieser  Art,  welche  doch  ihrem  ganzen  Charakter  nach 
der  östlichen  Gruppe  angeliört.  Die  schärfere  Ohara kterisirung 
der  palliata  und  die  Ueberzeugung,  daß  alle  Exemplare,  m  eiche 
Hagen  (mit  Ausnahme  der  Typen  Rambur's  von  palliafa)  für 
palliata  erklärt  und  mit  ausgedehnterer  Trübung  und  mehr  als 
1  Submedianquerader  beschreibt,  gar  keine  palliata.  sondern 
apicalis  sind,  löst  für  mich  dieses  Rathselhafte  an  der  Art 
Sophronia.  Denn  nun  ergiebt  sich  für  apicalis.  diese  urt*prüng- 
lich  östliche  Form,  eine  Verbreitung  nach  westlichen  Gegenden 
auch  über  Java  hinaus,  sozusagen  eine  Einwanderung  dieses 
Zweiges  in  das  Gebiet  der  westlichen  Gruppe,  wenn  man  nicht 
vielleicht  noch  besser  annimmt,  daß  somit  auch  die  östliche 
Gruppe  westlichen  Ursprungs  ist  und  ein  Zweig  hier  im  Westen, 
der  andere  im  Osten  seine  Weiterentwickelung  gefunden  hat. 
Damit  steht  Sophronia  nicht  mehr  isolirt  ohne  Verbindung  mit 
der  östlichen  Gruppe  da.  Es  erübrigt  nur  noch,  sie  von  apicalis 
abzuleiten.  Und  dies  ist  so  wenig  unmöglich,  wie  die  Ableitung 
der  manadensis   von  oculata. 

Slott.  «DtQiuol.  Zeit.  l^Wi. 


277 

Verdoppelt  man  das  Kleingeäder  der  apicalis,  so  ergiebt 
sich  ungefähr  das  Geäder  der  Sophronia.  Auch  die  bekannte 
Aderung  bei  Sophronia  im  Raum  zwischen  Mediana  und  Princi- 
pah's  vom  Ursprung  des  Subnodalis  bis  zum  Nodus  erscheint 
niHi   nicht  melir  als  unvermittelt  dastehend. 

Bei  dem  Streben  der  Sophronia  die  Nodalräume  dicht  mit 
Adern  zu  füllen,  sogar  an  sonst  freien  Stellen,  erscheint  es  nur 
riutiirlich,  daß  auch  Jener  Raum  gefüllt  wird. 

Tu  betreff  der  Synonvmie  schicke  ich  noch  folgendes 
voraus.  Gucrin  hat  eine  apicalis  beschrieben,  welche  außer 
von  Kirby  in  seinem  Catalog  (als  Synonym  zu  fuctuans  und 
apicalis  Rambur)  nur  von  Karsch  (1900)  und  zwar  als  Neur. 
fluctvans  a  apicalis,  also  ebenfalls  als  Synonym  von  apicalis 
Ramb.    erwähnt  wird.      Selys    nennt    Gucrin    als   Autor    nicht! 

Die  von  Guerin  beschriebene,  nicht  abgebildete,  apicalis 
halte  ich  aber  für  Sophronia  (siehe  p.  287).  Danach  verschwindet 
der  Name  apicalis  Guerin,  und  der  Name  apicalis  Rambur  be- 
zeichnet die  oben  charakterisirte  Art,  welche  noch  einige  Svnonvma 
hat,  von  denen  fhtctuans  Burmeister  die  Priorität  hat,  aber 
als  schon  vergeben  fortfällt,  und  cidiia  nur  in  Htt.  existirt. 
Burmeister  (S.  1016/7)  sagt,  elegans  Guerin  scheine  ihm  als 
Synonym  zu  seiner  fuctuans  zu  gehören   (siehe;  eleyans  später). 

Der  von  Selys  bei  apicalis  Ramb.  als  zweifelhaft  an- 
gegebene Fundort  Amboina  scheint  mir  der  apicalis  Guerin  an- 
zugehören und  vielleicht  aus  diesem  Grunde  von  Selys  als 
zweifelhaft  bezeichnet  zu  sein.  Die  von  Karsch  apicalis  Guvvin 
bezeichnete  Art  dürfte  auch  wohl  apicalis  Rambur  sein. 

Boisduval  hat  eine  Art  manadensis  beschrieben  und  ab- 
gebildet. Die  Abbildung  zeigt  derartige  Merkmale,  daß  iilaii 
nicht  zweifeln  kann,  daß  sie  eine  Sophronia  darstellt.  Ich  birt 
der  Ansicht,  daß  manadensis  Boisduval  in  der  That  synonvm 
mit  Sophronia  ist  (siehe  p.  287/8).  S(.  würde  auch  ntana- 
dftisis   Boisd.   ibrtfallen. 

Stett.  eiituJuul.  Zeit.  J9Ü3.  -jo«: 


278 

Die  von  Rambiir  iiiiltr  inanadenais  beschriebene  und 
manadcnsis  genannte  Art  lührt  den  Namen  /«anrtrfewsis  Boisd. 
mit  Unrecht.  Sie  ist  also  irrthiimlich,  unbewußt  und  gegen  jede 
Absicht  mit  Sophronio  identificirt  worden.  Brauer  wußte  keinen 
rechten  Unterschied  zwischen  elegans  Guerin  und  mana- 
densis  Boisd.  (d.  h.  also  man.  Rb.)  zu  machen,  und  ich  sehe 
auch  keine  ausreichende  Möglichkeit  einer  Unterscheidung,  be- 
sonders wenn  man  aus  der  von  Guerin  hervorgehobenen  gelben 
Aderfärbung  auf  eine  enorme  Zahl  der  kleinen  Adern  schließen 
darf;  entsprechende  Beispiele  (q)  sind  in  der  Sammlung  Dohrn 
voi'handen,  auch  Hagen  erwähnt  ein  solches.  Danach  wäre  die 
Art  manad.  Ramb.  eigentlich  elegans  Guerin  zu  nennen;  nun  ist  der 
Name  elegans  aber  vielfach  und  zwar  merkwürdigerweise,  außer 
von  Brauer  und  Hagen  (siehe  noch  unten),  von  allen  Autoren 
von  Rambur  an  für  solche  Arten  mit  großem  Pterostioma  ge- 
braucht  worden,  bei  denen  der  Hinterrand  der  Hinterflügel  mehr 
oder  weniger  hyalin  bleibt:  also  für  die  Art,  welche  ich  für  die 
echte  oculata  Fabricius  halte.  Selbst  Selys  deutet  elegans 
(allerdings  die  Type  Rambur's)  so  und  sagt,  daß  oculata  Fabr., 
deren  Typen  aus  Neu-Holland  er  geprüft  und  wovon  er  außer- 
dem sehr  kleine  Stücke  von  Cap  York  gesehen  hat,  die  Form 
elegans  hat. 

Rambur    beschreibt    unter    elegans   Jedenfalls    eine  andere 

Art,  als  Guerin    abgebildet    hat.     Dies    wird    auch    schon    von 

Hagen     bemerkt,     w^elcher     (1869     S.     104     unten)     schreibt: 

^yClegans  Ramb.  (nicht  Guerin)'';  ob  Hagen  nun  elegans  Guerin 

für  s^aionym    mit  manadensis  Ramb.    (nicht  Boisd.)    hält,    linde 

<h  bti  ihm  nicht  erwähnt,  scheint  mir  aber  der  Fall  zu  sein. 

Brauer  unterscheidet  2  verschiedene  Formen  bei  elegans. 
indem  er  (1867,  S.  974)  sagt,  daß  iiei  elegans  von  Cnani, 
Neu-Guinea,  Celebes  die  dunkle  Farbe  im  Hinterllügel  vor  der 
Spitze  fast  gerade  abgeschnitten  ist  (das  ist  also  etwa  w'w  in 
Gu'^rin's  Abbildung),  während  bei  anderen  Formen  (1867, 
S.   14  und  S.  975)  (von  Amboina;  Guerin's  elegans  iA  ebenfalls 

Stütt.  eutoniol.  Zeit.  i90;i. 


279 

von  Amhoina)  der,  Hinterrand  ein  Slück  hyalin  bleibt  (was  bei 
elegans  Guerin  nicht,  aber  bei  elegcms  Rambur  zutrifFtJ.  Endlich 
stellt  Brauer  die  so  beschriebene  elegans  (S.  975  mit  Psendo- 
sophronid)  zu  ocvlata  Fabr.,  und  stellt  die  Priorität  von  oculata 
und  stigmatizans  Fabr.,  die  er  heteromorphe  $  nennt,  fest. 

Hagen  wieder  hält  (1869,  S.  104  unten)  elegans  Ranib., 
die  Ivpe  Rambur's,  ein  jüngeres  ,^  aus  Java,  für  apicalis  Ramb., 
ebenso  mit  Selys  ein  ,J^  von  den  Molukken,  welches  Rambur 
außer  einem  ,^  von  Celebes  als  manadensis  beschrieben  hat. 
Ich  bezweifle  allerdings  auch,  daß  elegans  Rambur  zu  oculata 
gehört,  und  möchte  besonders  des  Fundortes  Java  wegen  mit 
Hagen  annehmen,  daß  Rambur's  Exemplar  apicalis  mit  unge- 
wöhnlich weit  reichendem  hyalinen  Hinterrand  ist. 

Da  nun  der  Name  elegans  fälschlich,  aber  fast  ausschließlich 
für  oculata  gebraucht  worden  ist,  würde  eine  ziemlich  große 
Verwirrung  entstehen,  wenn  elegans  richtig  nun  plötzlich  für 
manadensis  d.  h.  die  echte  von  Rambur  so  benannte,  von 
Rambur,  Hagen  und  Selys  charakterisirte  manadensis  (nicht 
manad.  Boisd.  =  Sophr.)  eintreten  sollte.  Ich  halte  daher  mana- 
densis Rambur  für  die  berechtigte  Bezeichnung.  Der  von 
Förster  für  diese  Art  in  seiner  Abgrenzung  vorgeschlagene 
Name  ^^oculata  Selys  {stigtn.  Fabr.?)"  ist  verfehlt,  da  er  von 
Fabricius  nach  Braue r's  und  Selys'  Anerkennung  der  kleineren 
Form  gegeben  wurde,  die  Förster  selber  nachher  elegans  Guerin- 
Brauer  nennt.  Selys'  unicolor  gehört  wohl  auch  zu  mana- 
densis Ramb. 

Zu  oculata  Fabricius  rechne  ich  nach  obigem  so  ziemlich 
alles,  was  fälschlich  unter  dem  Namen  elegans  geht^  dazu  kommt 
noch  pseudosophronia  Brauer  von  Ceram  und  bramina  Guerin 
von  Neu-Irland.  Letztere  Form  hat  auch  ein  merkwürdiges 
Schicksal.  Sie  wurde  von  Gu6rin  zuerst  als  verschieden  von 
manadensis  Boisd.  hingestellt.  Später  bekennt  er,  daß  er  nach 
Vergleichung  beider  Typen  diese  für  dieselbe  Art  hält.  Ich 
meine,    daß   seine   Beschreibung  dei-artig   genau  und   ausreichend 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


280 

ist,  daß  eine  Verschmelzung  beider  Arten  ausgeschlossen  ist. 
Vielleicht  ^at  er  später  die  Tj-pen  verwechselt  und  seine  apicalis 
mit  Boisduval's  Type  verglichen,  welche  Formen  nach  meiner 
Ansicht  allerdings  gleich  sind  und  zwar  die  Art  Sophronia. 

g.  Manadensis-Reihe. 
11.  oculata  Fabricius. 
(^stigmatizans  Fabr..  bramina  Guerin,  elegant  Rambur  ist  frag- 
lich und  vielleicht  apicalis  Kambur,  elegans  Guerin  nicht,  elegans 
Guerin-Brauer  zum  Theil,  pseudosophronia  Brauer,  elegans  Ramb.- 
Selys,.  elegans  Guer.-Br. -Förster,  oculata-elegans  Rambur-Ris, 
elegans  Guerin-Karsch). 

Die  Verbreitung  geht  von  Nordaustralien  aus:  Nordaustralien, 
Cap  York,  Queensland,  Neu-Irland,  Bismarck- Archipel,  Kaiser 
Wilhelmsland,  Key-Inseln,  und  reicht  bis  Ternate,  Ceram  und 
Amboina,  fraglich  Java  (Rambur)  und  MalaA'ische  Halbinsel 
(Laidlaw). 

Ueber  die  Typen  sind  keine  Größen-Angaben  bekannt, 
anßer  daß  das  Pterostigma  groß  und  die  Thiere  selber  kleiner 
sind  als  manadensis  Ramb. 

Die  Maße  von  Rambur's  elegans  sind  vielleicht  aus 
Hagen's  Angaben  bei  apicalis  zu  erschließen,  welcher  diese 
Form  für  apicalis  hält: 

?  :  31/3;  18  und  13  —  14;  8  und  5;  24  und  28. 

Da  Brauer  bei  elegans  Guerin  zwei  Formen  unterscheidet, 
von  denen  die  eine  (von  Amboina)  zu  oculata  zu  rechnen  ist, 
aber  die  Maße  nur  einfach  angiebt.  können  letztere  nm-  mit 
Bedenken  angegeben  werden: 

?  :  4—41/3;  16—22  und  10—13;  ca.  20  und  ca.  8—10; 
22—24  und  25—28. 

pseiidosnphronia  Brauer  (von  Ceram)  hat: 
?  :  4;    18.— 19  und   11;   11   und  5—6;  25  und  30. 

oculata-elegans  nach  Ris  (von  Queensland)  hat: 
?  :  4,5;  ?  und  ?;  8—10  und  5—6;  23  und  27. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


6V2 

:  33/,; 

17  : 

:  10; 

24 

6V2 

:  33/,; 

17  : 

11; 

19 

7 

:  4; 

15 

:  11; 

17 

7 

:  4; 

16 

:  11; 

21 

281 

rlegans  nach   Förster  (Erima,   Astrolabebai)  hat: 
G'/a  :  33/4,  13u.  10— 11;  14  — 15  u.  8— 9;  21— 22  u.  231/2— ^5 5 

ein  zweites  (^  hat  17 — 21  üreieckszellen  und  9  Discoidal- 
reihen. 

1  ,^  in  der  Dohrn'schen  Samndung  von  Neu-Guinoa  hat: 
63/4  :  33/4;  15  und   16   :   11   und   12;  20   :   10  und  9;  22  :   24. 

1   -j    do.   von  den  Key-Insehi  hat: 
7   :  4;   14  und  16   :  11  und  12;  18  und  20  :  10  und  9;  24  :  28. 

Außerdem  habe  ich  von  den  Key-Inseln  noch  4  ,^  ein- 
seitig gezählt: 

10  und  9;  21   :  24. 
8        „     7;  21   :  24. 

10  „     7;  23   :  27. 

11  „     8;  23  :  27. 

Schließlich  habe  ich  noch  20  ,^  von  den  Key-Inseln  theils 
einseitig,  theils  zweiseitig  durchgezählt  resp.  abgesehätzt.  Bei 
diesen  habe  ich  nur  die  obigen  Grenzen  gefunden  mit  ganz  ge- 
ringen Ausnahmen:  1  mal  7  :  3^/2,  einige  Male  18  Antenodalen 
und  12  Postnodalen,  selten   14  Dreieckszellen,  mehrere  Male  25. 

Unter  allen  Exemplaren  habe  ich  nur  1  mal  einseitig  in 
der  Gabelung  zwischen  Principahs  und  Subnodalis  bis  zur  Quer- 
ader vom  Nodus  keine  Querader  gefunden,  sonst  stets  1  bis 
mehrere.  Der  Submedianquerraum  im  Hinterflügel  war  stets  mit 
mehr  als   1   Querader  versehen. 

Ich  nehme  an,  daß  sich  der  Charakter  dieser  Art  außer 
in  der  Trübung  im  Gegensatz  zu  manadensis  hauptsächlich  in 
der  geringeren  Zahl  der  Nodalen  und  Dreieckszelleu  ausspricht, 
während  die  Zahl  der  Dreieckszellen  und  Discoidalreihen  größer 
als  bei  apicalis  ist. 

12.  manadensis  Rambur. 
(manadensis  Boisduval  nicht,    elegans  Guerin,    elegans  Guerin- 
Brauer    zum    Theil,    elegans    Rambur    nicht,    elegans  Ramb.- 
Selys  nicht,  oc?//a/a  Fabricius  nicht,  oc?//a/a  Fabr.-Selys  zum 

etett  entoinol.  Zeit.  1903. 


282 

Tlieil,    oculata    Selvs-Füi>ter,    ocuhtia    Selvs-Ris    zum   Thcil, 
unicolor  Selys). 

-  'Die  geographische  Verbreitung  umfaßt:  Cctebes  (Menado 
u.  a.  0.),  Mohikken.  Halmahera,  Ternate,  Ceram,  Batjan,  Neu- 
Guinea,  Bismarck- Archipel,  Salomons-Inseln. 

■     Ueber  Rambur's  Type  von  Celebes  (nicht  Senegal)  besitzen 
wir  die  Angaben  Hagens: 
?':  41/25   18  »nd  ?5  mehr  als  20  und    10-12;  ?  und  29. 

Außerdem  beschreibt  Hagen  mehrere,^  vonMorotai,  Ternate : 
?  :  43/4  —  5;  10  u.  14—16;  bis  40  u.  10—12;  24—26  u.  30-31. 

von  Batjan,   Celebes: 
?  :  41/2;  18—20   und  12;  28  und  ca.  9;  23  und  28. 

Brauer  giebt  für  elegans  Guer.  von  Ceram,  Neu-Guinea, 
Celebes  folgende  Zahlen  (es  ist  fraglich,  ob  seine  elegans  von 
Amboina  hierbei  mit  eingeschlossen  ist): 

?  : '4—41/3;    16—22    und    10—13;    ca.    20    und     ca.    8—10; 
22—24  und  25—28. 
,    Selys    macht    keine    besonderen   Angaben    für    diese    Art, 
außer:  oft  20  Dreieckszellen  und  12  Discoidalreihen.    Für  unicolor 
von  Menado  bringt  er: 
?   :  4;  20  und  16;  ca.  20  und  ?;  24  und  30. 

Förster  hat  für  seine  oculata  von  Neu-Guinea:  1.  ,J^, 
Süd-Celebes:  2.  und  3.  ^^  den  Salomons-Inseln  4.  und  5,  ,^ 
folgende  Angaben : 

1.  8  (9)  :  4;  —  und  -;  28— 31  und  10;  24— 25  und  29— 31. 

2.  ;  ;  28—31    „    10; 

3.  ;  ;  26—28    „     10; 

4.  ;  ;  35  „     10—11; 

5.  7  :  4     ;  ;  21—23    ^     10; 

Auch  die  von  Ris  beschriebenen  oc?//a/a  -  Stücke  vom 
Bismarck-Archipel  gehören  hierbei-,  obwohl  die  Trübung  im 
Hinterflügel  nach  hinten  einwärts  sich  abschrägt: 

?  :  4-4,5;    ?  und  ?:    20—25  und    10—12:    24  und  27. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


283 

Auch  in  der  Sammlung  Dohrn  befindoii  sich  einige  Sliiclve 
dieser  Art,  welche  dieselben  Zahlen  zeigen,  wie  sie  in  den  obigen 
Beispielen  auftreten.  Besonders  interessant  ist  an  ihnen  noch, 
daß  die  geringsten  und  höchsten  bekannten  Zahlen  bei  ihnen 
auftreten : 

2  ,^  von  Menado  haben: 

8»/2  :  4^  20—21  und  17—18;  39—40  und  9—13;  26   und  30. 
8:372^19-20  „  15— 16;  29— 30  „  7— 10;  24    „  27. 

3  o    von  Batjan  haben: 

8:4;       18— 19  und  16;  21— 22  und  8— 9;    23'/2  und  28. 

8:4;       18  —  19     „     16— 17;  33  „     8-11;  24         „     28. 

8  :  4'/2;  23  „    12-13;  30  ,8— 11;  27         .,    30. 

Ich  denke,  daß  die  hier  angegebenen  Zahlen  wohl  Förster's 
Annahme  einer  besonderen  Art  mit  außerordentlich  reichem 
Geäder  bestätigen  und  schließe  mich  insofern  seiner  Ansicht  an. 
Ueber  die  Namengebung  habe  ich  oben  schon  geschrieben. 

Es  käme  noch  die  Frage  in  Betracht,  ob  man  auf  Grund 
der  außerordenthch  weitgehenden  Trübung  bei  nnicolor  Selys 
diese  Form  als  eine  besondere  Art  betracliten  darf.  Ich  meine, 
daß  in  dieser  Beziehung  wohl  eine  ziemlich  starke  Variation 
herrscht,    welche    die  Aufstellung    neuer  Arten    nicht  rechtfertigt. 

h.  Sophronia-Reihe. 

13.  apicalis  Rambur. 
(^apicalis  Guerin  nicht,  flucUtans  Burmeister,  Brauer,  ceylanica 
Brauer  =  apicalis  Rbr.,  flvchians  Burm.  in  Brauer  1864,  S.  162, 
Noyara-Reise  1866  S.  104,  tndua  Hagenb.  nach  Burm.,  de  Haan 
nach  Hag.,  elegans  Ramb.  nach  Hagen,  apicalis  Guer.-Karsch). 
Dazu  vergleiche  man  palliata  Rbr.  in  Hagen'scher  Auffassung, 
siehe  p.  264—266. 

Die  geographische  Verbreitung  umfaßt  Java,  Celebes, 
Philippinen,  Neu-Guinea  (Sammlung  Dohrn),  Pelew-Inseln  (nach 
Selys),  Amboina?,  Molukken.  Dazu  die  Fundorte  der  von  Hagen 
(mit  Ausnahme  von  Hamburgs  palHata-Ty^(i)  für  palliata  erklärten 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


284 

Formen,  so\veit  sie  nicht  von  mir  anders  gedeutet  worden  sind : 
Ceylon,  Nicobaren,  Malacca. 

Die  Type  Rambur's  von  Java  hat  nach  Hagen: 
?  :  31/3^  18  und  13—14^  8  und  5;         24  und  28. 

Selys  macht  folgende   Angaben: 
?  ;  16—18  und  ?;      7—12  und  6—8; 

Brauer  giebt  für  fluctvans  Burm.  von  Java  an: 
?  :  4;       15—17  und  11— 13;   7—9  und  5:  25  und  281/2. 

Die  Größen  für  Hagen's  palliata  sind: 
Nicobar  minor  ,^  ?  :  3:  14  —  15  u.  14—15;  9—10  u.  5—6,  21  u.  24. 
„       maior,^  ?  :  31/3^  18—16  u.  12:  13—14  „  5—6;  22  „  25. 
Nangkovri        ,^?:  31/3;  18  „  15;  9     u.  5  u.  mehr;  24  „  28, 

nach  Brauer  {ceylanica  von  Ceylon): 

,^?:32/3;  18         u.  15;  9—13  u.  5—6;  23  u.  27 1/2- 
In    der  Sammlung   Do  hm    befinden   sich  11  ,^  von   Java, 
diese  haben  folgende  Größen: 
9        :  41/4;  18—19  u.   11—13;  10—11  u.   5—7;    27  u.  30. 

43/4;  ^^  „    10—12;  9  ,.    5—6;    25    „   28^/2. 

33/4;  17  „    11—12;  9—10      „    5—6;    26    „   291/4. 

31/2^  1"^  r    12;  6-7       „    5—6;    23    ,,   28. 

31/25  13-17    „    10-12;  8  ,,    5;  23    „    271/2. 

33/4;  17  „    10—11;  7—9       „    5—6;    26    „    291/2. 

4;       15—16  „11:  8  .,    5—6;    26    „    30. 

31/2;  16—18   „   11;  6  —  7        „     5—7;    24    ,,    28. 

31/2;  16—20  ,,  9—10:     9—10     „    5—6;   23    „   28. 


'V2 


9 
9 

83/4 

9V4 
9 

81/2 

9 
9 


4;       17—18  „  11—13;  6—7       „     5—6;    24    „   29. 


33/4;  16  „  10-11;  6  „    4-5;    25    ,,    30. 

1   ,^  von  Neu-Guinea  hat: 
81/2  :  33/4;  18  u.  11;  8  u.    5;  24  u.  28. 

Diese  Zahlen  dürften  von  anderen  Exemplaren  wohl  kaum 
übei'schritten  werden. 

Die  von  Brauer  in  der  „Novara-Reise''  1866  S.  104  und 
vorher  1864  S.  162  apicalis  Rbr.  (fluctuans  Burm.)  genannte 
Art  von  den   Nicobaren,    Singapore,    Ceylon   hat   er  schon  1867 

Stett.  eutomol.  Zeit.  1903. 


285 

S.   11   als  rcylanica  Br.    (d.    h.    also    als   paUiata    Kamb.,    siehe 
daselbst)  erkannt  und  berichtigt,  ihr  Gebiet  ist  durchaus  westlich. 

14.  Sophronia  BYin-y, 

14  a.    var.  sumatrana  n.  v. 
{^fulvia  Drur}-,  manadensis  Boisduval,  apicalis  Gueriu). 

Sophronia  Drury  ist  die  einzige  größere  Art,  deren  Art- 
rechte bis  heute  unangefochten  geblieben  sind. 

Ihrer  Färbung  und  Geäderzahl  nach  nimmt  sie  eine  so 
eigenartige  Stellung  ein,  daß  mir  ihre  Ableitung  von  verwandten 
Arten,  besonders  in  Anbetracht  ihrer  geographischen  Verbreitung 
lange  ein  Räthsel  geblieben  ist. 

Die  geographische  Verbreitung  geht  vom  Norden  und  Westen 
nach  Süden  und  Osten  hin:  Malabar,  Bengalen,  Nepal,  Assam, 
Birma,  Tonking,  China,  Malacca,  Sumatra,  Celebes,  Amboina, 
umfaßt  also  vorwiegend  das  Gebiet  der  westliehen  Gruppe, 
während  Trübung,  Geäder  und  das  absolut  und  relativ  große 
Pterostigma  auf  die  östliche  Gruppe  verweisen.  Einzelne  Charaktere 
nähern  sie  der  Gattung  Camacinia.  von  der  sie  doch  wieder 
wesentlich  abweicht.  Nach  meinen  Ausführungen  leitet  sich 
Sophronia  von  apicalis  ab. 

Abbildung  und  Beschreibung  lassen  sie  leicht  erkennen. 
Die  Queradern  in  dem  Raum  zwischen  Mediana  und  Principalis 
bis  zum  Nodus  sind  bisher  nur  hier  und  bei  Camacinia  gefunden 
worden,  diejenigen  in  dem  Raum  unmittelbar  dahinter  zwischen 
Principalis  und  Subnodahs  sind  auch  bei  oculata,  manadensis. 
apicalis  vorhanden.  Die  große  Zahl  der  Antenodalen,  die  schon 
von  Rambur  erkannt  wurde  und  auf  welche  Hagen  und  Selys 
besonders  aufmerksam  machen,  wird  bei  keiner  andern  Art  auch 
nur  annähernd  erreicht,  während  die  Zahl  der  Zellen  im  Dreieck 
der  Vorderflügel  bei  anderen  Arten  nicht  nur  erreicht,  sondern 
auch,  zuweilen  bedeutend  (bei  manadensis)^  übertroffen  wird. 
Die  braune  Zeichnung  und  Färbung  der-  Spitze  der  Flüg'el  sind 
ebenfalls  charakteristisch. 

Stett.  eutomol.  Zeit.  190;}. 


286 

In  der  Sammlung  Do  hm   belinden  Hch  10  ,j  von  Tojiking. 
Sie  haben: 


1 

^725 

^5— a« 

u. 

1»- 

-ly: 

IV— 1« 

u. 

»; 

'ZU, 

u. 

:i7. 

^V2 

3'A; 

32 

1) 

17; 

13—16 

T) 

8- 

-9: 

22 

r 

27. 

^v. 

3-V4^ 

32—35 

•}•} 

17- 

-19; 

20—23 

■)1 

9; 

22 

1) 

27. 

^V2 

3-V4; 

28-29 

1) 

17- 

-18: 

17—18 

,, 

7- 

-8; 

23 

T) 

28V2. 

^Va 

33/4; 

28—29 

f) 

18- 

-19; 

17-20 

T 

8- 

-9; 

23 

•,i 

29. 

'•Vb 

3V2^ 

34 

i) 

18- 

-20; 

17—19 

•>■) 

9: 

22 

„ 

28. 

^Vs 

3^4  5 

35—36 

17- 

-18: 

20-22 

.. 

9; 

23 

„ 

28. 

8 

4^ 

34—35 

T' 

18- 

-19: 

15-19 

•D 

8- 

-9; 

24 

T) 

31. 

8 

4^ 

35—36 

•i 

20; 

24-30 

•)■) 

9^ 

24 

11 

31. 

8 

4; 

35-39 

fl 

14- 

-20; 

22-24 

Ti 

9^ 

23 

n 

29V2. 

Die  Maße  Brauei's  (1867)  stimmen  hiermit  gut  überein: 
?       :  33/4;  35  u.  13  —  16;    22         n.  8  —  10;    22  u.  28. 

Pterostigma  im  Postjiodah-aum  2  mal  enthaKen. 

Hagen  führt  an: 
?  :  30—40  u.  16—19;  16—22  u.   —11; 

Drury's  Abbildungen  (,j^,  $)  sind  in  belretf  des  Geäders 
völlig  unzureichend;   ebenso  diejenige  von  Don 0 van  ($). 

Das  $  (fulnia  Drur})  unterscheidet  sich  im  Geäder  nicht 
Avesenthch  vom  ,^  nach  Brauer,  ist  also  subisomorph. 

Hagen  giebt  24 — 36  Antenodalen,  8 — 13  Dreieckszellen, 
6 — 7  Discoidalreihen  an. 

Hier  befinden  sich  2  $  von  Tonking:' 
71/2  :  33/4;  27—31  u.  13  —  16;  8  —  10  u.  6;  20  u.  28. 
8       :  4;       29—31    „   15—16;  8—10    „    6;  21    „    30. 

Beide  sind  gelbbraun  mit  stellenweise  noch  dunklerer  Trübung, 
subisomorph. 

Außer  diesen  Tonking-Exemplaren  sind  hier  noch  3  o  von 
Sumatra,  welche  Herr  Dr.  Dohrn  von  dort  mitbrachte  und 
welche  von  mir  in  meinen  „Odonaten  von  Sumatra"  vorläufig 
mit  Sophronia  bezeichnet  wurden. 

Sie  stimmen  mit  den  obigen  Thieren  im  Geäder  befriedigend 
Uberein : 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


287 

7  :  31/2;  30-31  u.  17;  19-20  u.  10;  2H/2  n.  27. 

7  .  31/2;  33-35   „  18-20;  25-26  ,  10-12;  23       „  27'/2. 
7  :  31/2;  35-36    „   16;  20  „  10-11;  -       „  281/2- 

Nur  die  Zahl  der  Discoidalzellreihen  ist  etwas  größer,  so 
daß  die  Flügel  noch  etwas  dichter  geädert  erscheinen.  Sie  weichen 
auch  sonst  in  einigen  Punkten  von  der  typischen  Art  ab;  aber 
immerhin  scheinen  mir  die  Unterschiede  zu  gering,  um  darauf 
eine  neue  Art  zu  gründen.  Sicher  aber  bilden  sie  eine  suma- 
tranische  Varietät:  Neurothe7}ns  Sophronia  var.  stmatrana  n.  v. 
Außer  der  größeren  Zahl  der  Discoidalzellreihen  habe  ich 
noch  folgendes  gefunden: 

Die  Varietät  sumatrana  hat  nur  an  der  Spitze  des  Hinter- 
flügels den  schmalen  gelbbraunen  Rand,  am  Vorderflügel  durch- 
aus nicht.  Die  Hauptart  hat  denselben  auch  am  Vorderflügel 
vollkommen  deutlich  ausgeprägt  und  zwar  sowohl  nach  allen 
Beschreibungen  und  Abbildungen,  als  auch  bei  den  mir  vor- 
liegenden Stücken  von  Tonking.  Sogar  die  $  von  Tonking  haben 
ihn,  allerdings  in  weiterer  Ausdehnung,  mehr  als  gelbbraune  Spitze. 
Im  hinteren  Postnodalraum  ist  die  früher  besprochene 
Aderung  bei  var.  sumatrana  noch  reicher  als  bei  der  Hauptart. 
Ueber  die  Synonvmie  von  Sophronia  ist  noch  das  Folgende 
zu  bemerken. 

Die  von  Guerin  beschriebene  N.  apicalis  scheint  mir  mit 
Sophronia  synonym  zu  sein;  die  von  gelb  umgebene  hyaline 
Stelle  au  der  Spitze  erreicht  bei  ihm  in  den  Hinterflügeln  nirgends 
den  Rand:  das  paßt  für  keine  andere  Art  als  Sophronia.  Selys 
erwähnt  auch  bei  apicalis  gar  nicht  Guerin  als  Autor,  sondern 
Rambur,  welcher  apicalis  neu  aufstellt  und  Guerin  dabei  eben- 
falls nicht  erwähnt.  Letzteres  erscheint  merk\vürdig,  da  Rambur 
auf  derselben  Seite  Guerin  als  Autor  für  elegans  erwähnt,  es 
erklärt  sich  aber  dadurch,  daß  Rambur  nur  den  Atlas  zu  Guerin 
gekannt  hat.     Selys  ist  scheinbar  meiner  Ansicht  gewesen. 

Ebenso  halte  ich  die  von  Boisduval  pl.  12,  Fig.  1  un- 
coloriit    abgebildete    Ncnrofh.    manadensis   Boisd.    für    Nettroth. 

Stolt.  oiitoniol.  Zeit.   190^. 


288 

Sophronia  Drurv.  Die  braune  Färbung  des  Flügels  endet  coueav, 
so  daß  die  hyaline  Spitze  innen  rund  endet.  Außerdem  hat  der 
Zeichner  den  vorderen  Rand  beider  Flügelpaarc  vom  Pterostigma 
bis  zur  Spitze  deutlich  dunkel  gezeichnet  und  zwar  heller  als 
die  übrige  (braune)  Färbung.  Dies  läßt  natürlich  darauf  schließen, 
daß  bei  dem  zu  Grunde  gelegten  Exemplar  an  der  Spitze  ein 
gelbbrauner  Kand  war,  wie  er  nur  bei  Sophronia  vorhanden  ist. 
Ich  nehme  aus  beiden  Gründen  an,  daß  BoisduraTs  nianudensis 
identisch  mit  Sophronia  ist,  obwohl  in  der  Keschreibung  p.  651, 
die  ülterliaupt  dürftig  ist,  nichts  von  den  beiden  Kennzeichen 
steht,  ja  von  der  Spitze  gesagt  wird:  ,. transparente  et  saus 
couicur  iuicunc".    Der  Zeichner  ist  corrccter  gewesen  als  der  Autor. 

■«, 

F.  Schliiss. 

Ich  habe  in  dieser  Betrachtung  dei  Arten  der  (Jattung  Neu- 
rothcmis  nur  die  q  behandelt.  Die  $  mußte  ich  leider  unbe- 
rücksicht  lassen,  da  mir  hierzu,  abgesehen  von  Ihichiana  von 
Sumatra,  ausreichendes  Material  fehlt. 

Bei  der  Vergleichung  der  (^  habe  ich"  von  den  Appendices 
ganz  abgesehen,  ebenso  von  der  Färbung  dieser  und  des  Ab- 
domen (hier  ausgenommen  feralis,  eqvesfris^.  da  sich  hierbei 
keine  faßbaren  Untergchiede  ergaben. 

Gänzlich  unberUcksicht  gelassen  habe  ich  auch  die  äußeren 
CJenitalien,  da  mir  für  ihre  Untersuchung  die  Zeit  mangelte  und 
ich  außerdem  eine  größere  Arbeit  über  dieselben  im  allgemeinen 
\'orbereite. 

Ich  glaubte  so  constante  Unterschiede  in  der  ^  ariation  der 
Flüger  gefunden  zu  haben,  daß  ich  damit  die  von  mir  unter- 
schiedenen Arten  sicher  begründen  konnte. 

Die  von  Kirby  aufgestellte  und  abgebildete  Art  af'finis 
scheint  mir  nach  Kirby^s  Abbildung  überhaupt  keine  lYcw- 
roihemis  zu  sein. 

Ich  hoffe,  daß  ich  ])ei  allen  Odonaten-Freunden,  welche 
altes  und    neues  Material    dieser    Gattung   zur  Verfügung  hubeiJ, 

StetL  entüHiol.  Zeit.  J903. 


289 

mit  meinen  Ausführungen  die  Anregung  zu  einer  neuen  Dureh- 
forschung  derselben  in  meiner  Autrassuiig  gegeben  habe.  Es  sind 
viele  Punkte  von  mir  erwähnt  worden,  welche  einer  Bestätigung 
dringend  bedürfen.  Vor  allen  Dingen  hat  mir  das  typische 
Material  der  verschiedenen  Forscher  nicht  vorgelegen,  und  somit 
habe  ich  vieles  nur  als  Vermuthung  aussprechen  können.  Sollte 
meine  AufTassung  sich  als  verkehrt  erweisen,  so  bescheide  ich 
mich  mit  dem  Gedanken,  nach  dem  mir  zugänglichen  Material 
und  nach  voller  Ueberzeugung  ein  wenig  zur  Aufklärung  über 
diese  schwierige  Gattung  beigetragen  und  den  Anstoß  zu  weiterer 
Forschung  gegeben  zu  haben.  Ich  bin  gern  bereit  bei  weiteren 
Untersuchungen  anderer  Forscher  über  unser  Material  brietiii-h 
Mittheilungen  zu   machen,  soweit  es  meine  Zeit  erlaubt. 


In  der  folgenden  Bestimmungs-Tabelle  verstehe  ich  unter: 
Raum    «    den    Raum    zwischen    Mediana    und    Principalis 

vom  Abgange    des    Subnodalis   bis   zum  Nodus,    welcher   nur  bei 

SnphroKia  geädert  ist, 

Raum  ß  den   Raum    in   der  Gabelung    zwischen   Principalis 

und  Subnodalis  bis  zur  Querader  vom  Nodus  (oft  etwas  einwärts 

gestellt),  welcher  nur  bei  ocidnld,  manadensis,  apicalis,  Sophroniu 

oeadert  ist. 


BtdU.  ectomol.  Zeit.  1903, 


290 


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X 

nauiddttuij 

X                                     X 

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Sutliuox 

X             •                                             X 

■Braaig 

XXX                                                        X 

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Rtott.  entomol.  Zeit.  liX>J. 


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Stolt.  cutomol.  Zeit.  1903. 


19 


292 


DescriptioDs  of  new  genera  and  species 
of  Phytophagous  Coleoptera 

ohtained    l»y    Herr    Couradt    in    West-Africa    (C'ameroons) 
by  ]?Iai*tiii  Jac'oby. 


The  Stettin  Museum  has  submitted  to  me  for  examination  the 
Chrjsonielidae  obtained  by  Herr  Conradt  at  Barombi  (Caniaroons) 
West-Africa  and  I  give  here  the  descriptions  of  the  genera  and 
species  which  seem  to  be  new  and  to  which  I  have  added 
u  few  oihers  founded  on  species,  contained  in  my  collection 
from  other  parts  of  Africa.  The  West-African  fauna  has  evidentlj 
little  in  common  with  other  portions  of  that  continent  and  of 
which  we  only  now  begin  graduallj  to  become  acquainted 
with  the  rieh  insect  fauna.  If  not  stated  olhcrwise  the  locahty 
for  all  the  described  species  in  this  paper  is  Barombi;  tiiey  are 
contained  in  the  collection  of  the  Stettin  Museum  and  that 
of  my  own. 

Sagra  Signoreti  Thoms. 
To  judge  by  Thomsons  insufllcient  dcfcription,  the  speeimens 
obtained  by  Conradt  at  Barombi  must  be  referred  to  this  species; 
the  foUowing  is  a  more  detailed  description.  Above  dark  green, 
öubopaque,  head  and  thorax  impunctate,  antennae  comparatively 
long,  metallic  green,  the  sixth  and  foUowing  joints  gradually 
elongate;  thorax  longer  than  broad,  the  anterior  angles  thickened, 
slightly  ])roduccd  outwards.  the  surface  impunctate,  opaque; 
elytra  very  finely  punctate-stiiate,  the  interstices  slightly  wrinkled 
anteriorly  ^^  ith  a  row  of  liiight  green  punctures  near  the  lateral 
margins;  posterior  femora  rather  short,  ovate,  the  upper  edge 
strongly  convex,  the  base  with  a  short  space  of  dense  fulvous 
pubescence  at  the  inner  surface,  the  apex  wnth  three  teeth  of 
which  the  middle  one  is  acute,  the  ajjical  one  broader  and  more 

Stett.  nntomol.  Zeit.  1903. 


293 

bhuit  and  the  first  tooth  niore  in  sliape  of  an  angle  and  scarcely 
dentiform,  the  posterior  tibiae  are  robust,  deeply  chanelled  within, 
the  outer  edge  of  the  chanell  has  a  tooth  or  ratlier  an  acute 
angle  near  the  base  and  another  one  near  the  apox,  the  inner 
edge  is  likewise  furnished  with  a  laiger  tooth  near  the  apex, 
the  latter  itself  is  again  produced  into  a  strong  spurlike  tooth, 
the  anterior  and  intermediate  legs  are  unarmed;  the  under  surface 
is  smooth  and  shining,  without  pubescence^  prosternum  narrow, 
perpendicular. 

The  pubeseence  and  tlie  three  teeth  of  the  i)osterior  femora 
will  principally  di&tinguish  this  species  from  any  of  its  Afriean 
congeners. 

Lema  simplicicornis  pj).  n. 

Subcvliudrieal  and  parallel,  fulvous,  shining,  thorax  sub- 
quadrate,  with  a  few  minute  punctures,  eljtra  with  the  basal 
portion  slightlv  raised,  finelj  punctate-striate,  the  interstices  Hat 
and  impunctate,  the  ninth  row  of  punctures  cntire,  extreme  apex 
of  the  tibiae  and  the  tarsi  black. 

Length  8—9  inih. 

Head  impunctate,  eyes  deeply  notched,  the  sapraocnlar 
grooves  very  deep,  antennae  cxtendinr;-  Just  below  the  base  of 
the  elytra,  fulvous,  the  third  and  fourth  Joint  equal,  shining,  the 
rest  opaque,  the  intermediate  joints  slightly  thickened;  thorax 
not  longer  ihan  broad,  moderately  deeply  eonstricted  at  the 
middle,  the  surface  with  tvvo  rows  of  vei-y  line,  irregularly  and 
widely  placed  punctures;  i-cutelluni  trnucate  at  the  apex;  clvtra 
with  very  regulär  rows  of  punctures,  the  latter  widely  placed 
and  but  slightly  smaller  at  the  apex  where  they  are  much  more 
closely  approached,  the  interstices,  even  at  the  apex,  flat:  below 
very  sparingly  elothed  with  yellow  hairs,  the  extreme  apex  of 
the  tibiae  and  the  tarsi  black. 

The  most  nearly  allied  species  to  this  insect  is  probably 
L.    mitis    Clark    likewise    from    West-Africa   of   which    it    may 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903.  19^ 


294 

possibly  be  a  variety,  as  the  piincluation  of  the  ehtra  and  other 
details  agree  verv  nearl}  ;  the  i)ieseiit  species,  of  whieh  thvee 
specinions  are  belbre  me,  diders  however  in  the  black  ajiex  of 
the  tibiae  and  Ihe  similarly  coloured  tarsi  also  in  the  want  of 
the  fuscous  ring  round  Ihc  punctures  (whieh  in  itself  however 
is  no  mark  of  distinction)  and  as  the  three  specimens  all  agree 
in  these  respeet  I  must  consider  them  as  distinet  from  Clark's 
species.  L.  Utrgida  Jac.  from  Gaboon  has  difl'erently  coloured 
and  widened  antennae. 

Gynandrophthalraa  Weisel  sp.  n. 

Reddish-fulvous,  the  terminal  joints  of  the  antennae  and 
the  abdomen  (partly)  blackish,  thorax  transverse,  impunctate, 
elytra  distinetly  punctured,  in  closely  approached,  irregulär  rows, 
with  a  large  subquadrate  black  spot   below  the  middle. 

Length  41/2—5  mill. 

Of  posteriorly  slightly  widened  shape,  the  head  impunctate, 
rather  flat,  depressed  between  the  eyes,  the  latter  large,  the  base 
of  the  clypeus  bifoveolate,  apex.of  the  mandibles  black,  antennae 
extending  beyond  the  base  of  the  thorax,  the  second  and  third 
Joint  small,  the  foUowing  trausversely  widened,  the  lower  four 
joints  fulvous,  the  othcrs  blacki-h^  thorax  nearly  twice  and 
a  half  broadcr  tlian  long,  tlightly  uarro\Aed  anteriorly,  the  sides 
and  the  i)Osterior  angles  rounded,  narrowly  margined,  the  median 
lobe  slight,  nearly  straight,  preceded  by  an  obsolete,  obhque, 
distinctly  punctured  depression  at  each  side,  the  rest  of  the 
surface  impunctate,  fulvous,  shining,  scutelluni  broad,  triangulär, 
its  u})ex  pointed;  elytra  subcylindrical.  rather  strongly  ])unctured 
in  closely  approiiehed,  irngular  rows  anteriorly,  the  punctures 
nearly  obsolete  near  the  apcx,  below  the  middle  a  subquadrate 
black  patch  is  placed  whicli  is  farther  removed  from  the  suture 
than  the  lateral  margins  and  is  of  slightly  wider  shape  at  the 
latter  place,  the  patch  is  abijreviated  at  some  distance  from  the 
apex;  below   and   the  Icgs  fulvous,  the  sides  of  the  llrst  and  the 

Stott.  eutomol.  Zeit.  1903. 


295 

entire  apical  ahdomiiral  sogments  black;  thc  tirst  joinf  df  llio 
jtoslent)!-  larsi  as  long  as  the  Ibllüwing  two  joiiits  togetlier. 

Hab.  Gaboon,  Congo,   Ashanti  (iny  collection). 

A  rather  variable  speeies  in  which  the  elytral  spot  is 
sometimes  greatly  roduced  or  entirely  absent,  the  abdomen  also 
is  fulvous  in  a  pingle  speeimen  befbve  nie,  bat  the  scnlptuving  of 
the  elvtra  is  the  same  in  all  and  will  help  in  the  recognition 
of  the  inseet. 

Melasoma  Dohrni  sp.  n. 

Davk  fiüvous,  the  apical  joints  of  the  antennae  black. 
thorax  extremely  tinelj  and  closely  punctuved,  elytva  stiongly 
and  irregularly  punctate,  the  lateral  margin  strongly  raised  in 
shape  of  a  costa.   accompanied  by  a  deep  row  of  punctures. 

Length  6  mill. 

Head  sparingly  punctured,  with  a  central  depression;  the 
clypeus  separated  from  the  face  by  a  triangulär  groove,  antennae 
extending  beyond  the  base  of  the  elytra,  fulvous,  the  terminal 
six  joints  black,  strongly  thickened  and  transverse;  thorax  about 
twice  as  broad  as  long,  the  anterior  margin  deeply  concave,  the 
lateral  ones  straight  at  the  base,  rounded  near  the  anterior  angles, 
the  surface  closely  impressed  with  very  small  and  slightly  larger 
punctures,  the  sides  scarcely  more  strongly  punctured;  elytra 
wider  at  the  base  than  the  thorax,  the  Shoulders  prominent,  the 
punctuation  rather  strong,  irregulär  but  -not  very  close,  with 
a  Single  row  of  line  punctures  accompanying  the  suture,  the 
lateral  margins  strongly  thickened  and  at  the  extreme  edge 
impressed  -with  one  or  two  rows  of  punctures,  below  and  the 
legs  entirely  fulvous,  with  some  punctures  at  the  base  of  the 
first  abdominal  segment;  prosternum  very  narrow. 

This  speeies  is  of  much  darker  colour  than  .)/.  lirida  Stal, 
)I.  unicolor  Jac.  and  M.  discoidalis  Jac.  also  of  general  smaller 
size;  the  antennae  are  longer  and  of  different  colour  and  the 
thorax  is    tiuely    and  closely  punctured.     M.  tibialis  Weise    has 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


296 

differcntlv  coloured  legs  and  tlie  sculpture  of"   tlie  thorax  diff'ers. 
Two  .specimons  are  belbre  nie. 

Eumolpidae. 

Macetes  thoracica  sp.  u. 

Broadly  siibquadratc- ovate,  metallic  greenish  or  obscure 
aeneous,  aiitennae  piceous,  head  rugose-punctate,  thorax  broadly 
subquadrate,  very  closely  and  distinctiy  punctiired,  elytra  clothed 
with  white  silky  ])ubescencc,  extremely  minutely  punctured,  legs 
metallic  aeneous. 

Length  71/2   niill. 

Head  broad  and  flat,  closely  nigosely  punctured  with 
a  narrow  longitudinal  central  groove,  clypeus  not  separated  IVom 
the  face,  its  anterior  niargin  straight,  niandibles  robust,  antennae 
short  and  robust,  piceous,  the  second  Joint  slightly  louger  than 
the  third,  terminal  joints  thickened;  thorax  nearl}^  twice  as 
broad  as  long,  subquadrate,  the  lateral  margins  indicated  only 
by  a  narrow  short  ridge  at  the  base,  the  median  lobe  broad 
and  truncate,  the  disc  tinely  and  ver}'  closely  punctured,  especially 
so  at  the  sides  A^  here  the  punctures  are  partly  trausversely  con- 
fluent,  the  middle  with  a  narrow  smooth  longitudinal  space,  the 
interstices  finely  pubescent,  scutcllum  mach  broader  than  long, 
subpentagonal,  sparingly  punctured;  elj'tra  shghtly  wider  at  the 
base  than  the  thorax,  narrowed  posteriorly,  obsoletely  transversely 
depressed  below  the  base,  extremely  tinely  and  closely  punctured 
and  clothed  with  longish  white,  silky  pubescence;  below  and 
the  legs  obscure  cupi-eous.  the  femora  with  a  small  tooth,  claws 
bitid,  prosternum  much  broader  than  long. 

Hab.  Lake  Nyassa. 

Of  this  species  I  possess  t\\()  specimens,  one  of  greenish, 
the  other  of  aeneous  coloration,  they  differ  from  M.  albicans  Chap. 
in  the  cupreous,  not  ferrugineous  tibiae  and  in  the  larger  size, 
but  Chapuis  description  is  in  other  respect  unrecognisable  as  it 
consists  of  three  hnes. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


297 

M.  Perringneyi  Lcf.  lias  a  lincly  punctured  not  riigose 
head,  ferrugineous  antennae  and  dilVer?  in  many  othor  })articulars, 
M.  clypeata  Jac.  likewise  dilVers  in  tlie  siniply  imnctuied  head, 
light  brown  antennae  etc.  Tlie  thorax  in  the  present  insect 
is  very  broad  and  there  is  a  small  smooth  slightly  raised  space 
visible  neav  the  anterior  angles. 

Pseudocolaspis  Duvivieri  sp.  n. 

Dark  fuscous,  clothed  with  white  pubescenee,  the  basal 
joints  of  the  antennae  and  the  legs  dark  fulvnus,  thorax  sub- 
cylindrical,  finely  and  closely  punctured,  elytra  extremely  linely 
and  closely  punctate. 

Length  5  mill. 

Of  dull,  opaque  appearance,  the  head  rugose-punetate,  clothed 
with  Short  white  pubescenee,  antennae  black,  the  lower  five 
joints  dark  fulvous,  second  and  third  Joint  nearly  equal  but  the 
latter  thinner  in  shape;  thorax  subcylindrical,  sculptured  like 
the  head  and  similarly  pubescent,  scutellum  transverse,  of  usual 
shape;  elytra  without  any  basal  depression,  rather  niore  tiuely 
punctured  than  the  thorax,  clothed  with  short  silky  white  hairs, 
which  nearly  obscure  the  seulpturing:  legs  dark  fulvous,  strongly 
punctured,  the  femora  with  a  distinet  tooth. 

Hab.  Moliro  (Congo)  J.  Duvivier. 

There  are  but  few  equally  sombre  coloured  species  of 
Pseudocolaspis,  P.  Lefevrei  Baly  being  perhaps  more  nearly 
allied  in  coloration.  In  the  insect  before  me,  the  elytra  have 
no  basal  depression  and  are  clothed  like  the  res/  of  the  surface 
with  iine  silky  hairs  of  a  cream  coloured  tint.  I  possess  a  single 
specimen  given  to  nie  by  the  late  A.  Duvivier  and  which  was 
obtained  by  his  brother  in  the  locality  quoted. 

Pseudocolaspis  tuberculata  sp.  n. 

Below  and  the  legs  obscure  cupreous,  antennae  black,  head 
and  thorax  strongly  rugose-punetate,  the  interior  of  the  punctures 
partly  metallic  green,  elytra  purplish-black,  closely  and  strongly 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


298 

puncturcd,  the  base  (in  shape  of  a  transverse  band)  metallic 
golden,  the  })Ostevior  half  fiirnished  with  .similarly  coloured  small 
isolated  tubercles,  femora  strongly  dentate. 

Length  51/2  mill. 

Head  elosely  and  strongly  rugose-punctate,  the  vertex  black, 
the  lower  portion  and  the  surroundings  of  the  eyes,  metallic 
eupvcous,  antennae  black,  the  fivst  Joint  cupreous;  thorax  sub- 
cvlindrical,  narrowed  anteriorly  and  posteriorly,  sculptured  like 
the  head,  an  impressed  longitudinal  line  at  the  middle  and  the 
sides  more  ov  less  metalhc,  rest  of  the  suvface  blackish,  scutelliini 
oblong,  punetiived,  metallic;  elytva  ^yider  at  the  base  than  the 
thovax,  feebly  transversely  depressed  below  the  base,  elosely 
and  strongly  punctured,  black,  the  base,  as  fav  as  the  de]>ression, 
pale  golden  and  the  interstices  strongly  rugose,  the  posterior 
portion  furnished  with  rows  of  small  golden  tubercles,  plüced 
at  oqtial  distances,  the  interstices  sparingly  provided  Avith  shorl 
erect  hairs;  below  and  the  legs  obscure  cupreous,  rugosely 
punctured,  legs  rather  long  and  slender,  femora  Avith  a  strong  spine. 

Hab.   Camaroons  (ni}'  collection). 

There  will  not  be  any  great  difficulty  in  recognizing  this 
species  from  its  many  allies,  on  accouut  of  the  tuberculate  elytra, 
these  tubercles  and  the  other  metallic  portions  are  all  of  brassy 
golden  colour  which  occupies  the  interior  of  the  punctures. 
I  only   know    a    Single   specimen  of  this  species. 

Menius  Conradti  sp.  n. 

Metallic  green  or  cupreous,  head  and  thorax  strongly  and 
elosely  punctured,  elytra  as  strongly  punctured  in  elosely  approached 
rows,  the  sides  still  more  strongly  punctate,  the  interstices  at  the 
same  ])lace,  obsoletely  costate,  femora  strongly  dentate. 

Length  7 — 8  mill. 

Head  convex,  with  a  deep  longitudinal  central  groove,  the 
Vertex    strongly  and    elosely  punctured,    clypeus    separated    from 

Stelt.  ontomol.  Zeit.  1903. 


299 

the  face  by  a  deep  transverse  grnove,  finelj  piinctured,  eyes 
suiTOunded  by  a  very  deep  siilcus,  antennae  extending  slightly 
beyond  the  middle  of  the  elytra,  metallic  green,  the  terminal 
flve  joints  dark  blue,  slightly  widened,  basal  Joint  very  short, 
almost  subquadrate,  second  and  third  Joint  nearly  equal,  the 
following  joints  more  elongate;  thorax  subconical,  the  sides 
straight,  the  angles  acute,  the  disc  very  convex,  slrongly  and 
closely  piuictured,  posterior  margin  broadly  but  slightly  prodiiced 
at  the  middle,  scutellum  impunctate;  elytra  wider  at  the  base 
thaii  the  thorax.  the  Shoulders  prominent,  the  surface  strongly 
and  closely  punctured  in  somewhat  irregulär  rows,  the  punctures 
larger  at  the  sides  and  the  interstices  obsoletely  longitudinally 
costate  at  the  same  place;  below  and  the  legs  metallic  green, 
the  intermediate  and  the  posterior  tibiae  deeply  emarginate  at 
the  apex,  the  femora  with  a  strong  tooth,  claws  bifid,  the  inner 
division   very  small. 

Allied  to  M.  sttbcosfatus  Jac.  from  Gaboon,  but  the  thorax 
in  the  present  species  nuuh  longer,  subconical  and  the  punetuation 
of  the  elytra  closer  and  stronger;  the  female  is  larger  and  the 
antennae  are  shorter,  otherwise  there  is  no  important  difference; 
the  species  has  much  the  resemblance  of  a  small  Corynodes  but 
the  deeply  emarginate  tibiae  and  dentale  femora  belong  to  Menins. 

Menius  parviilus  sp.  n. 

Metallic  green  or  aeneous,  the  antennae  (the  apical  joints 
excepted)  and  the  legs  pale  fulvous,  thorax  strongly  but  not 
closely  punctured,  elytra  strongly  punctate-striate,  the  interstices 
very  minutely  and  sparingly  punctured;  abdomen  piceous,  femora 
wilh  a  small  tooth. 

Length  3  mill. 

One  of  the  smallest  species  of  the  genus,  the  head  with 
a  few  tine  punctures,  the  eyes  surrounded  by  a  deep  suleus,  the 
clypeus  separated  by  a  sluillow  groove,  its  anterior  e(\ge  with 
two  minute   teeth,    antennae   comparatively   short  and   stout,    the 

Btett.  entomol.  Zeit.  1903. 


300 

apical  two  joints  blackish,  the  others  fulvoiis;  thorax  twieo  as 
broad  as  long,  narrowed  anteriorlv,  the  sides  nearly  straight, 
posterior  margin  n(»t  produced  at  the  niiddle.  nearly  evenlv 
rounded,  the  surface  strongly  and  remotely  punctured,  the  punctures 
extending  to  the  sides;  elytra  oblong,  deeply  punctate-striate, 
the  interslices  flat,  except  near  the  lateral  margins,  minutely 
punetured. 

The  sniall  size  of  this  species  and  the  dilVerently  shaped 
clypeus,  together  m  ith  the  sculpture  of  the  thorax,  the  punctures 
of  which  extend  to  the  margins,  distinguishes  it. 

Menius  semipiceus  sp.  n. 

Obscure  aeneous,  the  abdomen  piceous  or  dark  fulvous,  the 
antennae  and  legs  flavous,  thorax  strongly  transverse,  distinctly 
and  semiremotely  punctured;  elytra  strongly  punctate-striate,  the 
interstices  very  feebly  convex,  femora  with  a  small  tooth. 

Length  4  mill. 

Head  entirely  aeneous  or  fulvous  with  aeneous  gloss,  very 
finely  and  remotely  punetured,  with  a  short  central  groove, 
clypeus  separated  from  the  face  by  an  obHquely  shaped  depression, 
wedge-shaped,  not  more  strongly  punetured  than  the  head, 
antennae  rather  long  and  slender,  flavous,  the  basal  Joint  short 
and  stout,  the  second  nearly  as  long  as  the  third  Joint  but  thieker, 
terminal  joints  slightly  thickened,  more  or  less  stained  with 
fuscous;  thorax  nearly  three  times  broader  than  long,  the  sides 
feebly  rounded,  with  a  narrow  reflexed  margin,  posterior  margin 
oblique  at  the  sides,  the  median  lobe  short  and  straight,  the 
surface  rather  strongly  but  not  very  elosely  punetured,  the  sides 
near  the  margins  nearly  impunctate;  elytra  as  wide  at  the  base 
as  the  thorax,  with  strong  and  elosely  punetured  Striae,  those 
below  the  Shoulders  as  usual.  abbreviated  anteriorlv,  the  punctuation 
near  the  apex  much  finer;  the  breast  aeneous,  the  abdomen 
fulvous,  legs  flavous,  the  knees  sometimes  piceous;  prosternum 
broad,  narrowed  at  the  base,  the  margins  raised. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


301 

Gloselj  allied  to  M.  chalceafns  Lef.  and  M.  mridiaeneus  Jac. 
but  differing  from  Ihe  first  named  in  thc  colour  of  the  antennac 
and  legs  and  in  the  uoncostate  elytral  interstices,  and  from  the 
other  species  besides  the  same  ditterences,  in  the  mach  morc 
transversely  shaped  thorax^  in  all  specimens  before  mc  ^hich 
includes  both  sexes,  the  breast  is  nietallic  and  impunctate  and 
the  abdomen  piceous  or  fulvous  which  will  further  help  to 
separate  the  species. 

Menius  flavimanus  sp.  n. 

Metalhc  greenish  or  bluish,  the  antennae  black,  the  apieal 
Joint  fulvous,  thorax  rather  closelj  and  strongly  punctured,  elytra 
very  deeply  punctate-striate,  the  interstices  scarcely  raised,  legs 
flavous,  the  femora  with  a  distinct  tooth. 

Length   51/2  mill. 

Of  oblong  shape,  the  head  somewhat  rugosely  punctured, 
with  a  central  longitudinal  groove,  the  eyes  surrounded  by  a 
distinct  sulcus,  strongly  emarginate,  clypeus  transverse,  separated 
by  a  deep  transverse  groove,  closely  and  finely  punctured,  its 
lower  edge  slightly  triangularly  concave,  labrum  obscure  flavous, 
antennae  slender,  black,  the  last  or  the  apieal  two  joints,  fulvous, 
second  Joint  as  long  as  the  third,  the  basal  two  or  three  joints 
flavous  below;  thorax  transversely  sub-conical,  the  sides  nearly 
straight,  the  anterior  angles  rather  produced,  anterior  margin 
about  one  third  narrower  than  the  basal  one,  the  disc  closely 
and  tinely  punctured,  the  punctures  of  unequal  size,  not  quite 
extending  to  the  lateral  margins,  scutellum  impunctate;  elytra 
oblong,  slightly  wider  at  the  base  than  the  thorax,  very  deeply 
and  strongly  punctate-striate,  the  punctures  somewhat  transversely 
shaped  and  much  liner  near  the  apex,  the  interstices  flat  and 
impunctate;  below  smooth  and  shining,  the  legs  flavous,  the 
posterior  tibiae  but  feebly  emarginate  near  the  apex,  all  the 
femora  with  a  distinct    tooth;    prosternum    broadly   subquadrate. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


302 

This  Menins  may  be  distinguished  froni  other  nearly  siniilarly 
coloured  species  hy  the  close  punctuation  of  thc  head  and  thorax 
and  thc  strong  and  deep  puuctures  of  the  elytra,  in  conncction 
with  the  colour  of  the  antennae  and  that  of  the  legs. 

Rhembastus  subaeueus  sp.  n. 

Ovately  rounded,  pale  fulvous  with  metallic  lustre,  lower 
joints  of  the  antennae  and  the  legs  pale  testaeeous,  thorax  short, 
distinctly  but  not  closely  punctured,  elytra  more  strongl}'  pnnctate- 
striate,  the  interstices  slightly  raised  at  the  sides,  with  a  few 
minute  punctures. 

Length  41/2  miH- 

Of  rather  rounded  shape,  the  head  with  a  few  linc  punctures 
and  a  distinct  central  groove,  the  clypeus  separated  from  the 
face  by  another  angulate  transverse  groove,  rather  more  closely 
punctured,  labrum  fulvous,  apex  of  mandibles  black,  eyes  oblong, 
distinctly  emarginate,  antennae  extending  to  about  the  middle 
of  the  elytra,  the  lower  six  and  the  base  of  the  following  tAvo 
joints  testaeeous,  the  rest  black,  basal  Joint  short  and  stout, 
second  one  distinctly  shorter  tlian  the  third  Joint,  this  and  the 
following  Joints  elongate,  the  terminal  one  thicker;  thorax  about 
twice  as  broad  as  long,  narrowed  towards  the  apex,  the  sides 
nearly  straight,  with  a  narrow  reflexed  margin,  the  surface  rather 
remotely  and  distinctly  punctured,  the  punctures  not  quite  extending 
to  the  lateral  margins,  posterior  margin  rounded  and  produced 
at  the  middle,  scutellum  impunctate:  elytra  not  wider  at  the 
base  than  the  thorax,  convex,  rather  strongly  punctate-striate, 
very  finely  so  near  the  apex,  the  punctures  below  the  Shoulders 
not  extending  to  the  base;  below  pale  fulvous,  legs  pale  flavous, 
the  femora  with  a  small  tooth,  the  claws  bifid,  the  prosternum 
deeply  longitudinally  concave. 

Of  this  species  there  are  two  exactly  similar  specimens 
before  me;  they  are  no  doubt  aliied  to  R.  micans  Gerst. 
{trivialis  Gerst.)  but  difFer  in  the  less  elongate  shape,  the  much 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


303 

palev  coloi-ation  M^th  only  u  slight  aeneous  gloss  and  in  the 
move  tinely  and  cvcnly  pmictuved  elytra,  the  general  size  also 
is  lai-gev  and  the  „habitat^'-  quite  dilterent.  There  are  a  good 
niany  species  of  this  and  closely  allied  genera  found  in  Africa 
onlv  lo  be  sepavated  by  careful  examination  and  of  which  a 
detailed    deeciiption   is  absolutelj    necessavv  to  distinguish    them. 

Eurydemus  marginatus  Jac. 

Pale  fulvous,  the  head  and  thorax  impunctate,  the  latter 
with  two  longitudinal  black  stripes,  elytra  strongly  punctate- 
striate,  the  interstices  convex,  fulvous,  a  sutural  and  marginal 
stripe,  a  spot  on  the  Shoulders,  another  below  the  middle  and 
a  narrow  transversa  band  below  the  base,  black. 

Lenwth  5  mill. 

Head  entirely  impunctate,  eres  large,  deeply  triangularly 
emarginate,  clypeus  separated  from  the  face  by  a  shallow  groove, 
the  surface  with  a  few  fine  punctures,  labrum  fulvous,  apex  of 
mandibles  black,  antennae  extending  beyond  Ihe  middle  of  the 
elytra,  fulvous,  the  second  Joint  scarcely  shorter  than  the  third; 
ihorax  transverse,  the  sides  feebly  rounded,  strongly  narrowed 
anteriorly,  the  disc  impunctate,  fulvous,  with  two  black  longi- 
tudinal narrow  bands,  from  the  base  to  the  apex  and  slightly 
sinuate  in  shape,  scutellum  black;  elytra  transversely  depressed 
below  the  base,  strongly  punctate-striate,  the  interstices  convex, 
especially  so  at  the  sides,  the  ground  colour  pale  fulvous,  a  narrow 
sutural  and  marginal  band  (the  latter  sometimes  widened  at  the 
middle)  the  humeral  callus,  a  spot  below  the  middle,  and  a 
transverse  band  within  the  elytral  depression  black;  below  and 
the  legs  fulvous,  the  femora  with  a  strong  tooth. 

In  comparing  the  three  specimens  contained  in  this  coUection 
with  the  typical  specimen  of  this  insect,  I  can  come  to  no  other 
conclusion,  then  that  the  insect  which  served  me  for  the  type 
is  but  an  aberration  of  those  of  which  I  have  giveu  the  description 
above,  as  one  of  the  specimens  is  intermediate  in  regard  to  the 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


304 

mavkings  of  the  thorax  and  elytra;  the  punctuation  of  the  head 
is  somewhat  variable,  in  some  specimens  almost  absent,  but  the 
impunctate  thorax,  rather  large  eyes,  convex  interstices  of  the 
elytra  etc.  will  help  to  distinguish  the  species. 

Halticidae. 

Phygasia  basalis  sp.  n. 

Pale  testaceoiis,  the  antennae  (the  basal  and  apioal  Joint 
exce|)ted)  fuscoiis,  Ihorax  impunctate,  wilh  deej)  basal  sulcation, 
elytra  very  niinutely  and  closel}-  punetured  with  a  rufous  basal 
patch   surrounding  the  scutellum. 

Length  5  mill. 

Head  impunctate,  the  frontal  elevations  strongly  raised, 
trigonate,  carina  broad  and  flat,  palpi  strongly  incrassate,  an- 
tennae extending  just  below  the  base  of  the  elytra,  fuscous,  the 
basal  three  joints  flavous,  the  last  one  fulvous,  third  Joint  slightly 
longer  than  the  fourtli;  tliorax  transverse,  the  sides  strongly 
rounded  at  the  middle,  with  a  rather  broad  reflexed  margin,  the 
anterior  angles  obliquely  truncate  and  thickened,  the  surface  im- 
punctate, with  a  broad  transverse  basal  sulcus  of  usual  shape, 
pof-terior  angles  dentiform;  elytra  wider  at  the  base  than  the 
thorax,  very  finely  and  closely  punclured,  pale  flavous,  with 
a  sutural  rufous  patch  (more  or  less  distinct)  which  extends 
nearly  to  the  middle  of  their  length  but  laterally  not  as  far  as 
the  Shoulders;  below  and  the  legs  pale  flavous. 

Separated  by  the  pale  colour  and  the  elytral  rufous  mark 
from  any  other  species  of  the  genus. 

Sebaethe  pallidicornis  sp.  n. 

Pale  testaceous,  antennae  long  and  siender,  head  and  thorax 
impunctate,   elytra  microscopically  punetured. 

Length  4  mill. 

Smaller  and  narrower  than  S.  iorrida  Baly  and  of  a  very 
pale  testaceous  colour,  the  head  impunctate,  the  frontal  elevations 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


305 

subquadrate,  bounded  behind  by  a  deep  semicircular  groove,  eyevS 
large,  antennae  nearly  extending  to  the  apex  of  the  elytra, 
testaceous,  the  basal  Joint  long  and  elender,  the  seeond  scarcely 
half  the  length  of  the  third  Joint,  fourth  and  following  ones 
eloiigate,  nearly  eqiial;  thorax  nearlj  three  times  broader  than 
long,  the  sides  feebly  rounded,  with  a  narrow  reflexed  margin, 
the  siirface  convex,  shining,  impunctate,  scutellum  triangulär^ 
elytra  very  slightly  widened  towards  the  middle,  nearly  impunctate, 
a  few  fine  punctures  only  being  visible  under  a  very  strong  lens; 
below  and  the  legs  coloured  like  the  iipper  surface,  the  meta- 
tarsus  of  the  posterior  legs  longer  than  the  following  joinls 
together. 

Hab.  Cameroons  (Conradt).     My  colleetion. 

S.  pallidiconiis  is  doubtless  closely  allied  to  S.  lateritia 
Dahlni.  (sub  Haltica)  but  ditfers  in  being  pale  te.-^taceous  in 
colonr  not  rufo-ferrugincus,  in  having  entirely  nnieolorous  antennae, 
a  niuch  broader  thorax  and  the  elytra  nearly  impunctate,  not 
the  sides  more  strongly  punctured  as  the  description  says  of 
S.  lateritia. 

Jamesonia  (Thrymnes)  castanea  sp.  n. 

Chestnut-brown,  the  antennae  black  (the  last  Joint  fulvous) 
thorax  and  elytra  cxtremely  iinely  and  closely  punctured,  below 
tinely  pubeseent. 

Length  6  mill. 

Of  broadly  ovate  shape,  dark  brown,  shining,  the  head 
with  a  few  fme  punctures,  deepl}^  transversely  grooved  between 
the  eyes,  frontal  elevations  strongly  raised,  transverse,  carina 
ver}'  long  and  acute,  ej'es  very  large,  antennae  extending  below 
the  base  of  the  elytra,  robust,  black,  the  apical  or  the  two 
apical  joints  fulvous,  third  Joint  distinctiy  shorter  than  the  fourth, 
this  and  the  following  joints  rather  short  and  wide;  thorax  one 
half  broader  than  long,  the  sides  nearly  straight,  shghtly  narrowed 
anteriorly,    the  posterior    margia   strongh'    rounded,    the    anterior 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


306 

angles  slightlv  obliquely  Iruncate,  the  disc  convex,  very  finel}' 
and  closelv  puiiclured;  eljtra  wider  at  the  ba&e  tlian  the  thorax, 
oblong  and  convex;  below  clothed  with  thin  yellow  pubescence, 
the  posterior  femora  strongly  incrassate,  tlie  tibiae  rather  widened, 
the  posterioi-  oncs  armed  Mith  a  long  spur;  prosternum  extremely 
narrow,  the  coxal  cavities  open. 

This  is  the  largest  speeies  of  the  genus  known  and  allied 
to  J.  tmicostata  Jac.  biit  larger  and  of  entirelj  dark  brown 
colour,  the  autennae  black;  I  cannot  speak  with  certainty  about 
the  sex  of  Ihe  specimens  before  me  but  I  believe  that  thev 
represent  both  sexes,  as  in  one  speeimen  the  antennae  are 
distinetly  longer  and  have  the  second  and  third  Joint  phorl  and 
nearly  equal,  the  last  abdominal  segment  has  also  a  shallow 
transverse  depression  at  the  apex. 

Nisotra  Dalmani  sp.  n. 

Ferrugineous,  the  ai)ical  joints  of  the  antennae  black,  head 
and  thorax  scarcely  perceptibly  punctured;  elylra  blackish-biue, 
geminate  punctate-striate. 

Length  4  mill. 

Head  very  convex  at  the  vertex,  scarcely  pun(  tuved,  frontal 
olevations  absent,  clypeus  siibquadrate,  with  a  few  distinct 
pnnctures,  transversely  grooved  behind,  the  groovcs  obliquely 
continucd  in  front  of  the  eyes,  antennae  comparatively  long,  but 
not  extending  to  the  middle  of  the  elytra,  black,  the  lower 
five  joints  l'ulvons,  third  and  fourth  Joint  equal;  thorax  twice  as 
broad  as  long,  the  sides  nearly  straight,  the  angles  acute,  the 
anterior  ones  slightly  produced,  the  anterior  niargin  with  a  short 
perpendicular  groove  behind  the  eyes,  posterior  margin  oblique, 
the  median  lobe  rounded,  moderately  i)roduced,  the  surface 
extremely  iinely  punetured,  only  visible  under  a  strong  lens, 
seutellum  fulvous;  elytra  rather  strongly  punetured  in  about 
eight  distinct  double  rows,  the  lateral  ones  consisting  of  single 
punctures    and  the    interstices    at   the  same   place   slightly    longi- 

Stott.  cntomol.  Zeit.  1903. 


307 

tudinally  convex,  the  punctures  distinct  to  the  apex;  below  black, 
the  legs  ferrugineous,  the  posterior  femora  sometimes  piceous. 

I  cannot  identify  this  species  with  N.  dilecta  Dalm.  (sub 
Haltica)  on  account  of  the  simply  punetate-striate  elytra  of  that 
speeies.  Dalnian  gives  a  very  detailed  deseription  of  bis  iiisect 
and  would  certainly  have  mentioned  the  geminate  rows  of  elytral 
punctured  liad  they  been  there,  he  also  gives  the  sides  of  the 
thorax  as  rounded,  which  is  not  the  case  in  the  present  species; 
otberwise  the  two  inseets  seem  very  closely  allied. 

Cladocera  uniformis  sp.  n. 

Fulvoiis,  the  apical  joints  of  the  antennae  piceous,  thorax 
very  iinely  and  closely  punctured,  elytra  opaque,  verv  eloseh' 
semirugose  punctate,  below  paler,  tinely  pubescent. 

Length  8—9  mill. 

A  comparatively  small  species  of  uniform  coloration,  the 
head  with  a  few  fine  punctures,  the  antennae  not  extending  to 
the  niiddle  of  the  elytra,  nearly  black,  Ihe  lower  three  joints 
and  part  of  the  fourlh  fulvous,  the  third  slightly  longer  than  the 
second,  the  fourth  the  longest  and  like  the  following  joints  slightly 
triangularly  widened,  the  terminal  one  fulvous  at  the  apex,  thorax 
more  than  twiee  as  broad  as  long,  the  sides  nearly  straight,  the 
posterior  margin  sinuate,  oblique  at  the  angles,  the  surface  verv 
closely  and  tinely  punctured,  obscure  tlavous  with  traces  of  darker 
Spots  at  the  sides  and  middle,  scutellum  broad,  impunctate,  elytra 
opaque,  obscure  fulvous,  extremely  closely  and  scarcely  more 
strongly  punctured  than  the  thorax  with  the  interstices  more  or 
less  tinely  wrinkled,  underside  rather  paler,  the  legs  fulvous, 
the  tibiae  and  tarsi  slightly  darker;  clothed  with  fine  yellow  hairs. 

Hab.  Ikutha,   Centr.   Africa. 

I  have  Seen  several  specimens  of  this  speeies  whieh  I  received 
from  M.  Clavareau  but  all  I  believe  behmg  (o  the  female  sex 
in  the  male  the  antennae  may  ])Ossibly  dilVer  strueturally. 
The    species    resembles  in   coloration    C.   fciiioralis   Gerst.    but   is 

StcU.  entomol.  Zeit.  1903.  OQ 


308 

of  half  the  size  only  and  lias  the  legs  a  uniform  fulvous  colour, 
tlie  antennae  and  the  elytral  sculpture  also  diß'ers. 

Cladocera  spectabilis  Pei-ing. 
Tliis  species  described  in  the  Trans.  Philosoph.  Soc.  S.  Africa 
1892    secms   without    doubt    identical    with    C.    angolensis    Jac. 
(Proceed.  zool.  Soc.  Lond.  1882). 

Notomela  fulvofasciata  sp.  n. 

Subquadrate-ovate,  fulvous  below,  head  and  thorax  greenish 
blaek,  extremely  minutely  and  closely  ])unctured,  elytra  j)unctate- 
striate,  blackish,  with  a  very  broad  transverse  fulvous  band  iit 
the  middle  of  the  disc,  legs  bluish-black. 

Length  4  mill. 

Head  very  minutely  punctured,  coriaceous,  blackish,  ^A  ithoul 
any  elevutions,  the  clypeus  not  separated  from  the  face,  antennae 
widely  separated,  black,  the  ]o\Aei-  three  joints  fulvous,  the  rest 
blaek,  not  extending  to  the  middle  of  the  elytra,  the  inter- 
mediate  joints  somewhat  triangularly  widened,  terminal  joints 
elongate,  clothed  with  yellow  pubescence;  thorax  transverse,  the 
sides  ronnded  and  narrowed  towards  the  apex,  the  ante'-ior 
angles  somewhat  produced  outwaids,  the  siirface  rather  eonvex, 
sculptured  like  the  head,  black,  with  a  slight  metallic  greenish 
gloss,  scutellum  small,  black,  triangulär;  elytra  punclate- «triate, 
the  punctures  closely  placed,  the  interstices  shghlly  raised  and 
very  linely  punctured,  those  at  the  sides  niore  distinctly  raised; 
below  fulvous,  the  legs  blackish,  with  a  metallic  hue,  the  base 
of  the  femora  and  that  of  the  tibiae,  more  or  less  fulvous,  posterior 
femora  strongly  incrassate,   anterior  coxal  cavities  closed. 

This  is  the  second  species  of  the  genus  characterised  by 
me  in  the  Proceedgs.  Zool.  Soc.  1901;  like  the  type,  the 
present  insect  was  obtained  at  the  same  locality  and  by  the 
same  collector;  it  difi'ers  however  rather  strongly  (inter  alias) 
by  the  structure  of  the  head,  in  which  the  clypeus  is  not  markcd 
and  the  frontal  elevations    are  absent  hat  agrees  in  every   other 

Etott.  Plitoniol.  Zeit.   1903. 


309 

structural  detail;  the  widely  separated  antennae  in  connection 
with  the  punctate  -  striata  ehtra  are  verj  charaeteristic  of 
the  genus. 

Physonychis  Dohrni  sp.  n. 

Testaceoiis,  the  apical  joints  of  the  antennae  black,  head 
and  thorax  rugosely  pimctured,  scutelkim  testaceoiis,  elytra 
metalhc  green,  closely  punctuied  and  transversely  wiinkled. 

Length  71/2  mill. 

Closely  allied  to  P.  üiridipennis  üalm.  and  P.  nigri- 
frons  Weise  biit  1  think  specifically  distinet,  it  \\ill  only  he 
necessary  to  point  out  the  diflerences,  the  head  in  the  pvesent 
species  is  entirely  testaceous,  not  black  at  the  veitex,  the  frontal 
tubercles  are  large  and  divergent,  the  antennae  have  slender 
joints  and  the  fourth  Joint  is  distinctly  longer  than  the  third 
(in  P.  viridipennis  these  joints  are  nearly  cqual  and  shorter) 
Ihe  thorax  is  nearly  rugosely  and  niuch  niore  strongly  punctured 
and  the  scutellum  as  well  as  the  elytral  epipleurae  are  testacrous, 
not  black  and  metallic  blue  respectively. 

Hab.  Sierra  Leone  (my  collection). 

Physodactyla  Gerstaeckeri  sp.  n. 

Fulvous,  Ihe  apical  joints  of  the  antennae  black,  thorax 
narrowed  in  front,  evenly  and  closely  punctured,  elytra  punctured 
like  the  thorax. 

Length  9  mill. 

Head  with  the  vertex  rather  closely  punctured,  the  frontal 
elevations  fairly  broad  as  well  as  the  carina,  antennae  robust, 
black,  the  lower  three  joints  fulvous,  (he  fouith  and  following 
joints  equal,  shorter  than  the  third  Joint;  thorax  about  one  half 
broader  than  long,  the  sides  very  feebly  rounded,  narrowed 
towards  the  apex,  rather  broadly  flatttened,  the  anterior  angles 
thickened,  the  posterior  ones  acute,  the  disc  rather  closely  and 
evenly   punctured,    the  punctures    round  and   rather  sniall,    elytra 

Stutt.  eDtoniol.  Zeit.   1903.  20* 


310 

similaily  punctured;  bel.iw  nud  tlie  legs  fulvous,  tlie  tibiae  iiiul 
tavsi   more  or  less  stained  with  hlack   as  well  as  the  claws. 

Hab.  Ikutba  (Africa  or.),  my  collection. 

The  punctuation  nf  this  spccies  is  quite  distinct  from  tliat 
of  P.  africana  Chaj).  aiui  the  general  coloration  is  dark  fulvous 
and  Shilling;  it  cannot  l)e  identlcal  wilh  P.  nigripes  Weise  as 
tbat  spccies  is  described  with  entirely  black  antennae  and  legs 
and  a  strongly  punctured  iipper  surfaec.  P.  collaris  Weise  dißers 
in  having  rouiided  sides  of  the  thorax  and  the  same  parts  rugosely 
punctured.  Physoma  hrunnea  Weise  resembles  somewhat  the 
present  species  but  has  slender,  not  robust  antennae  and  the 
elytra  nuicli  more  closely  and  finely  punctured. 

Galerucidae. 

Oides  sublaevipennis  sp.  n. 

Broadly  ovate,  black,  ubove  obscure  testaceous.  shining, 
thorax  extreniely  tinely  and  remotely  punctured,  elytra  not  more 
strongly  but  more  closely  and  irregulär]}-  punctate. 

Length   12—13  mill. 

Head  impunctate,  the  frontal  clevations  transverse,  strongly 
raised  and  oblique,  joined  to  the  clypeus,  the  latter  broad  and 
impunctate,  antennae  sliort  and  robust,  black,  the  basal  two 
joinls  testaceous,  the  third  and  Ibllowing  joints  about  twice  as 
long  as  broad;  thorax  nearly  three  times  broader  than  long,  tlic 
sides  rather  strongly  rouiidcd,  narrowed  near  the  apex,  the 
anterior  angles  blunt,  the  surface  extremely  minutely  and  rather 
sparingly  punctured,  with  a  doep  oblique  groove  at  cach  side 
near  the  lateral  margins,  scutellum  broad,  with  a  few  j)unctures 
or  impuurtate,  elytra  widened  at  the  middle,  .'carcely  more 
strongly  but  more  closely  punctured  than  the  thorax;  below  and 
the  legs  black,  clothed  with  line  yellowish  ])ubescence. 

Hab.   Abbeokuta,  Africa. 

This  sj)ecies  is  so  clt^scly  ailied  to  0.  fcmtginea  Fab.  that 
I  am    somewhat    doubtful    aliout    its  spccilic    distinction,    1    have 

Sfulf.  eiitoniol.  Zoit.  1903. 


however  seen  u  good  inaii>-  speeimeuH  und  as  all  aie  alikc 
I  inust  considev  tlie  species  distinct;  the  dißerences  consist  in 
the  obecure  testaceous,  althouuli  of  a  davkibh  tint  instead  oi"  tlic 
leiTusincous  colonr  of  FabriciiiP  iasecl  cuul  in  the  flner  and  les.s 
close  pimctuation  (»f  tlie  elvtra,  tliese  in  0.  ferruginea  are 
oxtremel}-  closely  punctured  bat  in  the  present  in?ect  the  puuctiires 
are  much  move  separated  and  distinctly  finer,  lastly  the  penis  is 
of  different  shape,  this  organ  in  0.  ferniginea  has  the  lateral 
margins  at  the  anterior  eavity  distinctly  raised  aud  angnlate, 
from  the  angle  to  the  apex  obhquely  narrowed  and  the  apex 
itself  i)roduced  into  a  rounded  point  or  short  projeetion-,  in  the 
jtresent  species.  the  anterior  eavity  is  smaller,  the  sides  are 
neither  raised  nor  angulate   but  the  apex  is  of  similar   structure. 

Oides  minor  sp.  n. 

Pale  fulvous,  the  antennae  (the  basal  joints  excepted)  and 
the  tibiae  and  tarsi  black,  thorax  with  a  few  minute  punctures, 
elytra  extremely  closely  and  finely  punctured. 

Length  8—9  müh 

Head  inipunetate,  fulvous,  Irontal  elevations  narrowly  trans- 
verse,  antennae  robust,  extending  beyond  the  middle  of  the  elytra, 
black,  the  lower  four  joints  fulvous,  the  second  Joint  half  the 
lenoth  of  the  third,  the  fourth  longer  than  the  preceding  one, 
the  following  joints  shorter  again;  thorax  about  twice  as  broad 
as  long,  narroAved  anteriorly,  the  sides  feebly  rounded,  the 
anterior  angles  distinct  but  not  produced,  the  surface  somewhat 
depressed  at  the  base,  the  basal  margin  straight  at  the  base, 
obliquely  rounded  at  the  sides,  the  disc  with  a  few  extremely 
minute  i)unctures  at  the  base,  scutellum  pale,  triangulär,  pointed, 
elytra  widened  towards  the  middle,  tiuely  and  very  closely 
punctured,  the  interstices  slightly  rugose,  the  inner  margin  of 
the  epii»leurae  continued  to  but  disai)pearing  below  the  middle, 
below  fulvous,  the  legs  robust,  the  tibiae  and  larsi  black,  the 
last  abdominal    segment    concave   at    the   i)Osterior    margin  (^?). 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


312 

Hab.  KubatnbHve,  Congo  (Belgian  Mus.  CoUection  and 
111 V   own). 

Aniongst  llie  unicitloroius  African  species,  the  presciit  one 
is  the  smalk'st  known  to  mc  aiid  to  be  distinguished  oii  Ihat 
accouiit  and  by   the  black   tibiae  and   tarsi. 

Diacantha  Conradti  sp.  n. 

Fiilvous,  the  antennae  (the  basal  joints  exeepted)  the  breast 
and  the  legs  black,  thorax  very  finely  punctured,  with  a  distinct 
transverse  sulciis;  elytva  finely  and  rather  closely  ]>unctured, 
reddish-fiilvous,  a  basal  sjiot  on  the  Shoulders,  two  spots  before 
the  middle,  another  below  the  latter  ncar  the  suture  and  the 
lateral  and  apical  margin,  in  shajie  of  a  curved  band,  black; 
abdomen  flavons. 

Mas.  Elytra  with  a  small  red  tubercle  near  the  a))ex  at 
the  snture. 

Length   6  mill. 

Head  impunctate,  the  frontal  elevatioiis  narrowly  transverse, 
earina  elongate  and  narrow,  antennae  filiform,  black,  the  lower 
two  or  three  joints  flavous,  third  Joint  slightly  longer  than  the 
fourth;  thorax  transverse,  the  sides  but  little  narrowed  at  the 
base,  tlie  snlcus  rather  deep,  placed  at  the  middle,  (he  surface 
finely  but  not  very  closel}^  punctured,  scutellum  fulvous;  elytra 
slightly  widened  posteriorly,  with  a  distinct  depression  below  the 
base,  very  finely  and  somewhat  closely  punctured,  fulvous,  the 
lateral  margins,  widened  into  a  spot  before  the  middle  and  into 
an  angle  below  the  latter,  a  sj)ot  on  the  Shoulders,  one  near  the 
suture  before,  another  below  the  middle  and  the  ajiieal  margins 
black;  anterior  femora  unarmed,  the  others  with  a  spine;  ab- 
domen flavous.  In  the  markings  of  the  elytra,  this  species 
resembles  somewhat  D.  Deusseni  Karsch,  but  the  thorax  in  that 
insect  is  spotted  and  the  number  and  position  of  the  elytral 
spots  is  quite  different;  the  mal^^  of  the  present  species  has 
a  small    elongate  tubercle    placed    near   the  suture    and  near  the 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


313 

apex,    in  the  ieinule    the  last    abdominal   segment  is  simple    and 
nearly  truncate. 

Asbecesta  dimidiaticornis  !-|>.  u. 

Flavous  ov  testaccous,  llie  intermcdiafc  joints  of  the  aiitennae 
black.  the  head  and  thorax  impunctate,  the  thoracic  basal  sulcus 
deep,   elytra  elosely  but  not  decpl.v   pniictured. 

Length  4^/2  mill. 

Head  impnnctate,  with  .sli-ongU    devoloped   frontal  tubercles, 
dypeus    s\\()llen,    transvevse,    apical  Joint    of    the    palpi    piceous, 
antennae  with  compaiatively  slender  joints,    the  lower   four  and 
the  apical  thvee  .joints  tlavous,  the  others  black,  basal  Joint  short 
and   thick,    the    second,    widened  at  the    apex,    shortev  than   the 
thivd,  the  following  joints  rather  longer  and  somewhat  widened; 
thorax  of   nsual    shape,    constricted  at   the   base,    the    transversa 
sulcus  deep,    the    disc  impunctate;    elytra    elosely    and   distinctly 
punctured,  the  punctures  rather  shallow  but  distinct  to  the  apex; 
below  and  the   legs  flavous,    the  last  abdominal    segment  of   the 
male    with    the    usual    incision    at    each    side,    the    median    lobe 
transverse,  Hat,  concave  at  the  outer  margin. 

The  antennae  in  this  species  are  propoitionately  more 
slender  in  regard  to  each  Joint  then  is  generally  the  case  in  this 
genus,  although  ofherwise  the  inseet  is  quite  typical,  it  is 
distinguished  from  its  aliies  by  the  colour  of  the  antennae  and 
the  uniform  pale  general  coloration. 

Asbecesta  rufo-basalis  sp.  n. 
Testaceous,    the    thorax    impunctate,    deeply    Iransversely 
suleote,  elytra  strongly  and  elosely  punctured,  flavous  er  testaceous, 
a  transverse  band  at  the  base  and  the  sides  narrowly  rulbus. 

Length  5  mill. 

Head  impunctnte,  the  frontal  elevations  distinct,  antennae 
flavous,  the  joints  short  and  stout.  the  second  slightly  shorter 
than  the  ihird  Joint,  the  terminal  ones  rather  more  elongate; 
thorax  narrONved  at  the  base,  rounded  at  the  middle,  the  surface 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


314 

imj)unctate,  llavmis,  thc  transverse  sulcus  doep,  scutelluni  tcstaceous; 
c'Ivtra  stronglv  and  closely  i)unctm-cd,  with  a  transveise  riifous 
Ol-  dark  bvown  band  occupying  aboiit  one  third  of  tboir  length 
and  connected  with  the  similavly  coloured  lateral  margins,  tbc 
rest  of  tbe  disc  testaceous;  below  and  tbe  legs  of  the  latter  colour. 
The  rufous  elytral  lateral  margin  in  Ibis  spccies  is  much 
narrower  tlian  Ibe  band  at  tbe  base  and  extends  to  the  a[)ical 
angle;  this  insect  bears  some  resemblance  in  coloration  to  several 
spccies  of  .)lonolepfa  and  Diacanfha. 

Galerucella  sericea  sp.  n. 

Below  piceous,  the  head  and  thorax  fulvous,  tbe  ibrnier 
with  one,  the  latter  with  three  black  s])ots,  elvtra  closely  covei-ed 
with  green  silky  pubescence,  legs  fulvous  spotted  with  blaek. 

Length  8—9  mill. 

Head  very  linely  granulate,  flavous,  tbe  vertex  with  a  large 
blaek  spot,  the  base  of  tbe  antennae  likewise  blackisb;  antennae 
short,  black,  the  lower  three  Jnints  fulvous,  tbe  third  Joint  one 
half  longer  than  the  second,  the  fourth  vnore  elougate  and  the 
longest,  the  following  shorter,  terminal  joints  slightly  thinner, 
not  extending  much  below  the  base  of  the  elytra;  thorax  about 
twiee  as  broad  as  long,  tbe  sides  subangulateh'  rounded  at  the 
middle,  tbe  posterior  margin  oblique  at  the  angles,  the  anterior 
angles  obiuse,  the  disc  with  a  very  shallovv  depression  at  each 
side,  sculptured  like  tbe  head  (minutely  granulate  wilb  larger 
])unctures)  flavous,  a  large  round  spot  at  the  sides  and  a  lougi- 
tudinal  band  at  tbe  middle,  black,  seuteHum  broad,  llavous,  ils 
a})ex  truncate,  elytra  extremely  minutely  punctured,  with  a  short 
longitudinal  sulcus  near  the  lateral  margins  below  tbe  middle, 
the  entire  surface  closel}'  covered  witb  silky  metallic  greenish 
pubescence;  below  piceous,  very  tinely  pubescent,  the  margins 
of  the  abdominal  segments  flavous,  legs  of  the  latter  colour,  the 
femora  at  the  middle  and  thc  tibiae  and  tarsi  blackisb,  the  meta- 

Stett.  cntomol.  Zeit.  1903. 


315 

tarsus  of  tlie  jxisteiior  legs  as  long  as  the  fnllowing  two  joints 
together,  elaws  bifid,  the  anterior  coxal  cavities  open. 

Hab.  Sassa,  Bahr  el  Ghazal,   also  Cameroons. 

This  is  a  well  distiuguished  species  of  which  I  have  feen 
thiee.  apparently  female  speeimens;  it  differs  from  any  of  its 
Africau  allies  in  the  silky  green  pubescenee  of  the  elytra. 

Luperodes  castaneus  sp.  n. 

Broad  and  elongate,  blaek,  thorax  transverse.  pale  fulvous, 
impunctate,  elytra  reddish-brown,  very  closely  and  strongly 
punctured,  under  side  thickly  clothed  with  grey  pubescenee. 

Length  8   mill. 

Head  blaek,  shining  and  impunctate,  transversely  grooved 
betweeu  the  eres,  Avith  a  small  central  fovea,  frontal  elevations 
and  carina  broad  and  tlattened,  antennae  rather  short,  not 
extending  to  the  niiddle  of  the  eljtra,  blaek,  the  lower  thi-ee 
joinls  shining-,  the  others  pubescent,  seeond  and  third  Joint  short, 
bat  the  latter  Joint  double  the  length  of  the  preeeding  one,  the 
following  somewhat  thickened,  the  terminal  two  joints  more 
elongate  and  slender;  thorax  twice  as  broad  as  long,  the  sides 
feebly  rounded  and  very  slightly  narrowed  anteriorly,  the  anterior 
angles  slightly  obliquely  thickened,  the  disc  rather  convex,  shining 
and  impunctate,  durk  tlavous,  scutelluni  impunctate,  fulvous; 
elytra  dark  brown,  extremely  closely  and  distinctly  jjuncturtd, 
their  epipleurae  indistinct  below  the  middle,  legs  rather  robust, 
blaek,  like  the  rest  of  the  under  surface,  densely  pubescent,  the 
melatarsus  of  the  posterior  legs  very  elongate,  all  the  tibiae 
mucronate,  the  anterior  coxal  cavities  open  5  last  abdominal 
segmeut  of  the  male  \a  ith  a  strongly  transverse  but  very  short 
median  lobe. 

A  large  size  species,  the  thorax  impunctate,  the  head, 
antennae  and  under  surface  blaek;  the  long  metatarsus  aud  the 
other  characters  pointed  out  above  agrees  best  with  Luperodes 
if  this  genus  is  to  be  retained. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


316 

Luperus  oculatus  sp.  n. 

Testaceous,  the  intermediate  joints  of  the  antennae  blaek, 
t'ves  very  large.  thorax  obsoletely  depressed,  impunctalc'.  elyüa 
microscopically  punctuved,  shining. 

Length  5  mill. 

Of  clongate  and  subcvlindrical  shape  and  of  testaceous, 
shining  Cdloration,  the  head  impunctate,  transversely  grooved 
between  the  eyes,  the  lattev  subglobidar,  very  large,  occupying 
the  cntire  sides,  the  frontal  elevations  trigonate,  well  developed, 
the  clypeus  raised  bctween  the  antennae,  labrum  broad  and  large, 
antennae  extending  rather  beyond  the  middle  of  the  elytra,  the 
basal  and  the  apieal  three  joints  testaceous,  the  others  black, 
the  first  Joint  elongate  and  curved,  the  second  about  one  half 
shorter  than  the  third  Joint,  the  fourth  longer  than  the  third, 
the  following  of  equal  length:;  thorax  about  one  half  bro^der 
than  long,  of  equal  width,  the  sides  very  slightly  narrowed  at 
the  base,  with  a  narrow  margin,  the  latter  thickened  anteriorly, 
the  diso  with  a  transverscj,  medially  interrupted  depression;  elytra 
silghtly  wider  at  the  base  than  the  thorax,  scarcely  perceptibly 
l)unctured,  legs  elongate,  all  the  tibiae  mucronate,  the  metatarsus 
of  the  posterior  legs  much  longer  than  the  following  joints  together, 
anterior  coxal  cavities  slightly  open,  prosternuni  extremely  narrow. 
'  Hab.  Cameroons  (Conrad). 

Of  this  species,  which  is  well  distinguishcd  by  the  large 
size  of  the  eyes  and  the  colour  of  the  antennae  I  received  a 
Single  specimen  from  Dr.   Kraaiz. 

Hallirhotius  marginatus  sp.  n. 

Elongate,  parallel,  flavous  below,  the  antennae  and  tarsi 
black,  head  and  thorax  reddish  fulvous,  closely  punctured,  elytra 
strongly  semivugosepunclate,  bluish-black,  all  the  margins  nar- 
rowly  flavous. 

Length  6  mill. 

Stett.  eatomol.  Zeit.  1903. 


317 

Head  broad,  distinctl}'  punctiircd,  the  vcrtex  with  a  short 
central  groove,  lower  portion  of  the  face  flavous,  the  frontal 
elevations  transverse,  aniennae  extending  to  the  middle  of  the 
elytra,  black,  the  basal  Joint  flavous,  third  Joint  double  the  length 
of  the  second  but  much  shorter  than  the  fourth,  terminal  joints 
shorter;  thorax  transverse,  subquadrate,  the  sides  nearly  straight, 
very  slightly  widened  froni  (he  base  to  the  apex,  the  disc  finely 
and  closely  punctured.  reddish  fulvous,  scutellum  broad,  triangulär, 
flavous-  elytra  scai-cely  wider  at  the  base  than  the  thorax,  niore 
strongly  punctui-ed  than  the  lattei-,  the  interstices  slightly  rugose, 
the  entire  disc  bluish-black,  in  shape  of  a  longitudinal  band, 
the  margins  flavous,  the  sutuial  and  apical  ones  rather  niore 
broadly  so;  below  and  the  legs  flavous,  last  abdominal  segment 
deeply  subquadratel}^  concave-emarginate,  the  extreme  apex  of 
the  tibiae  and  the  tarsi  piceous  or  black,  claws  bifid, 

Hab.  East  Afriea. 

It  is  probable  that  the  fou'-  specimens  before  nie  all  reprcsent 
the  female  sex  on  account  of  the  structure  of  the  last  abdominal 
segment. 

Laetana  violaceipennis  sp.  n.' 

Flavous,  the  antennae.  the  legs  and  the  breast  black,  thorax 
finel}^  punctured,  obsoletely  sulcate  at  the  base,  elytra  violaceous 
blue,   very  closely  and  finely  punctured. 

Length  8—9  mill. 

Fein.  Head  impunctate,  flavous,  the  clypeus  strongly  tri- 
angularly  thickened,  antennae  extending  to  about  the  middle  of 
the  elytra,  black,  the  lower  two  joints  flavous,  the  third  and 
the  following  five  joints  slightly  dilated,  terminal  joints  slender; 
thorax  subquadrate,  one  half  broader  than  long,  the  sides  slightly 
constricted  at  the  base,  rounded  at  the  middle,  the  surface  ob- 
soletely transversely  sulcate  near  the  base,  very  finely  and  closely 
punctured,  flavous,  somewhat  flattened,  scutellum  flavous;  elytra 
much  broader    at  the  base  than    the  thorax,    elongate,    the  apex 

Rtott.  entomol.  Zeit.  1903. 


318 

rounded,  the  suvfaco  vevv  closelv  and  liiielv  puiictured,  the 
puncture.s  more  distinct  than  those  of  Ihc  llun-ax;  below  and  the 
legs  black.  abdoinou  flavoup,  olaws  bitid,  all  the  tibiae  with 
a   small  spino. 

Hab.  Sierra  Leone. 

Ol'  tliis  species  I  onlv  know  the  fcmale  sex  of  whieli  t^o 
spociniens  are  contained  in  my  collect ion,  the  male  has  j)vobably 
more  strongly  dilated  intevniediate  joints  oi"  the  antennac  as  is 
the  case  in  the  type  L.  Iiislrio  Baly.  Th<!  ])resent  species  is 
well  distinguished  by  the  culoiir  of  the  elytra. 

Morphosphaeroides  gen.  n. 

Body  broadly  ovate,  antcnnae  rather  robust,  the  second 
and  third  Joint  very  short,  equal;  thorax  transverse,  the  sides 
strongly  rounded,  with  a  reflexed  margin,  elytra  rugosely  punctate, 
their  epipleurae  broad,  continued  to  the  apex,  tibiae  smooth^  all 
mueronate,  the  first  Joint  of  the  posterior  tarsi  as  long  as  the 
following  two  joints  together,  claws  appendieulate,  prosternum 
narrow,  the  anterior  coxal  cavities  open. 

Very  closely  allied  to  the  Eastern  genus  Morphosphacra  Baly 
but  diflFering  in  the  very  short  second  and  third  Joint  of  the 
antennae,  the  margined  sides  of  the  thorax  and  the  simple  non 
sulcate  tibiae,  the  latter  {)arts  in  Morphosphaera  are  strongly 
sulcate,  in  general  shapc  and  coloration  the  two  genera  are 
identical. 

Morphosphaeroides  africana  sp.  n. 

Black,  the  head  with  some  fulvous  spots,  thorax  testaceous, 
with  five  larger  and  smaller  black  spots,  impunctate,  scutellum 
black,  elytra  testaceous,  very  closely  and  rather  strongly  punetured. 

Length  8 — 9  mill. 

Head  impunctate,  blaok,  the  vertex  with  two  more  or  less 
distinct  fulvous  spots,  frontal  tubercles  broad  and  flat,  black, 
clypeus  margined  with  flavous,  antennae  stout,  extending  to  the 
middle  of  the  elytra,  black,  the  lower  three  joints  shining,  more 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


319 

or  less  marked  witli  flavous,  the  sccond  and  third  Joint  vorv 
small,  equal,  the  fouith  and  following  Joints  nearly  equal,  mtlier 
clongate  and  stout;  thorax  niore  than  twice  as  broad  as  long, 
tlie  sides  and  the  posterior  margin  strongly  rounded,  tlie  first 
named  with  a  rather  broad  reiiexed  niargin,  the  postei'ior  angles 
rounded,  the  diso  with  a  lew  line  punctures  at  the  sides,  ilavous, 
the  middle  with  two  subtriangular  rather  large  black  spots, 
another  small  round  spot  is  placed  at  the  middle  of  the  base 
and  one  at  each  side  near  the  margins,  eeutellum  black,  elytra 
wider  at  the  base  than  the  thorax,  closely  semirugose-puuetate, 
their  epipleurae  broad  and  conliniied  to  the  apex;  below  and 
the  legs  black,  all  the  tibiae  mucronate,  the  first  Joint  of  the 
posterior  tarsi  as  long  as  the  following  two  joints  together,  elaws 
appendiculate,  the  prosternum  narrow  but  distinet,  the  anterior 
eoxal  cavities  open. 

Hab.  Kabambare,  Congo  (Belgian  Mus.   and   my  eollection). 

Porphytoma  gen.  n. 

Body  elongate,  glabrous  above,  antennae  robust,  the  ter- 
minal joints  thickened,  thorax  transversely  subquadrate,  aboiit 
one  half  broader  than  long,  metallie,  the  sides  nearly  straight, 
uarrowed  anteriorly,  the  angles  distinet,  the  posterior  ones  oblicpie, 
the  (lisc  foveolate  at  the  sides,  elytra  subeylindrieal,  tinely  rugose- 
])unetate,  their  e})ipleurae  broad  at  the  base,  indistinct  below 
the  )niddle,  tibiae  with  dorsal  ridge,  unarmed,  claws  biiid,  pro- 
sternum  indistinct,  anterior  coxal  cavaties  open. 

Type.     Pachytoma  dines  Karseh  (submetallica  Jac). 

I  i)ropose  this  genus  for  the  reception  of  the  above  named 
species  whieh  cannot  vemain  in  Pachytoma  nor  placed  in  any 
of  the  allied  genera  on  aecount  of  the  entirely  difFerently  shaped 
thorax  and  the  metallie  coloration  of  the  latter.  In  no  other 
allied  genus  are  the  posterior  angles  semilarh'  i)rominent  nor 
equally  obliquely  shaped  and  no  species  has  this  metallie  colour 
which   partly   extends  to  the  elytra  although   to  a  less  degvee. 

stell,  entomol.  Zeit.  1903. 


320 

Arimetus  gen.  n. 

Allied  to  Dircemella  Weise  and  Hemyphracta  Weise.  Body 
glabrous  above,  the  autennae  with  transversely  thickened  apical 
joints,  thorax  transversely  subquadrate,  the  angles  not  prodiiced, 
elytra  subcyb'ndrical,  their  epipleurae  very  narrow,  indistinet 
below  Ihe  middle,  tibiae  sulcate  at  the  outer  edge,  unarmed,  the 
joints  of  the  tarsi  nearly  equal,  elaws  bifid,  anterior  coxal  cavities 
open,  })roi>ternum  and  mesosternum  extremely  narrow,  meta- 
sternum  elongate.     Type   11.  Conradti. 

1  am  obliged  to  separate  this  genus  from  those  named 
above  on  aecount  of  the  differently  shaped  thorax,  the  very 
narrow  eljtral  epipleurae  and  the  unarmed  tibiae.  The  genus 
cannot  be  confounded  with  Hemiiphracta  on  aecount  of  the  very 
distinct  lateral  margin  of  the  thorax  whieh  in  the  last  named 
genus  is  only   visible  below   the  middle. 

Arimetus  Conradti  sp.  n. 

Obscure  testaceous,  the  terminal  joints  of  the  autennae, 
the  tibiae  and  tarsi  black,  head  and  thorax  closely  and  very 
deeply  punctured,  elytra  more  finely   and  closely  punctate. 

Length  6—7  mill. 

Head  strongly  and  closely  punctured,  the  frontal  eleviitions 
trigonate,  the  carina  acute,  labrum  and  ])alpi  testaceous,  antennac 
Short  and  robust,  black,  the  lower  four  joints  flavous,  the  second 
to  the  fourth  joiut  gradually  lengthened,  the  others  subquadrately 
widened ;  thorax  transverse,  of  equal  width,  the  sides  subangulate 
at  the  middle,  the  angles  distinct  but  not  i)roduced,  the  disc 
with  two  or  three  obsolete  foveae,  very  deeply  and  closely 
punctured,  piceous,  -with  testaceous  margins  or  entirely  of  the 
latter  colour,  scutellum  shining,  with  a  few  punctures;  elytra 
subcyhndrical,  nearly  parallel,  more  closely  and  finely  punctured 
than  the  thorax,  with  slight  traces  of  longitudinal  lines,  their 
epipleurae    very  narrow,    below    and  the    femora   testaceous,    the 

Sfott.  entomol.  Zeit.  1903. 


321 

tihiae  longitudinallA-  chamiclled,    blaek  as  well  as  tlie  tarsi,  claws 
bifid,  anterior  cavilies  open. 

Nirina  Weise. 
Weise  lias  established  ihis  genus  on  a  single  species 
N.  Jacohyi  (Deutsche  Ent.  Zeitschr.  1892  p.  403).  I  thiiik  that 
Gatenica  ephippiata  Dalin.  (Mesodonfa  transversofasciata  Jac.) 
which  Stands  in  Gemminger's  Catal.  as  a  species  of  Diacantha, 
should  be  placed  in  Weise's  genus  as  well  as  Mesodonfa 
imitans  Jac.  1  cannot  find  sufficient  diÜerences  to  justiiy  its 
Separation,  although  the  shape  of  tlie  thorax  does  not  agree  quite 
with  Weisels  type,  but  every  otlier  characler,  ineluding  the 
pubef-cent  elytra  is  present. 

Hystaspes  gen.   n. 

Allied  to  Forphytoma  and  likewise  of  nietallic  coloration, 
the  basal  joints  of  the  antennae  filiform,  the  terminal  ones  tliickened 
and  shortened;  thorax  one  half  broader  than  huig,  the  sides 
straight,  the  angles  tubereuliform ;  elytra  much  wider  at  the  base 
than  the  thorax,  rugosely  punctured  and  finely  pubescent,  their 
epipleurae  very  narrow  from  the  niiddle  downwards,  tibiae  long 
und  siender,  finely  channelled,  the  metatarsus  of  the  posterior 
legs  very  elongate,  claws  bifid,  anterior  cavities  open. 

This  genus  difi'ers  from  Pachytonm  and  all  the  other  allied 
genera  by  the  siender  tibiae  and  the  elongate  legs;  the  thorax 
resenibles  niore  nearl}'  that  of  Forphytoma  but  has  all  the  angles 
tuberculiform  and  is  much  less  transverse  in  shape. 

A  Single  species  is  known  to  nie. 

Hystaspes  Dohrni  sp.  n. 

Below  pale  fulvous,  above  submetallie  green,  the  apical 
joints  c»f  the  antennae  black,  head  and  thorax  rugose-punctate, 
seutellum  llavous,  elytra  extremely  finely  and  cloeely  rugose, 
greenish,  the  lateral  margins  pale  fulvous. 

Length  7  mill. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


322 

Of  oblong,  convex  and  parallel  shape,  the  head  rugosely 
punctured,  nictallic  green,  the  extreme  base  and  the  lower  portion 
of  tlie  face,  pale  fulvous;  frontal  tubereles  narrowly  transverse, 
antennae  extending  below  the  base  of  the  elytra;  the  lower 
four  Joiuts  fiilvous,  the  rest  blaek,  third  and  foin-th  Joint  slender, 
the  latter  slightly  longer  than  the  preceding  Joint,  terminal  joints 
gradually  thickened  and  shortened;  thorax  about  one  half  broader 
than  long,  subquadrate,  the  angles  produced  into  a  small  tooth, 
the  anterior  ones  especially  i)r()minent,  the  diso  strongly  rugose, 
green,  submetalHc,  with  some  copperv  reflections,  scutellum  broad, 
pale  fulvous;  elytra  much  broader  at  the  base  than  the  thoi-ax, 
strongly  convex,  very  finely  and  closely  rugose  and  wrinkled, 
the  lateral  margins  obscure  fulvous;  below  and  the  lege  of  the 
latter  colour,  the  fiist  Joint  of  the  posterior  tarsi  as  long  as  the 
following  joints  together,  claws  bifid,  anterior  coxal  cavities  open. 

Hab.  Cameroons  (my  collection). 

Nirinoides  gen.  n. 

Body  broadly  ovate,  pubescent  above.  antennae  with  slender 
basal  joints,  the  terminal  ones  M'idened;  thorax  transverse, 
obsoletely  foveolate,  the  sides  angulate  at  the  middle;  tibiae 
longitudinally  sulcate,  tarsi  broad,  the  tirst  Joint  elongate,  the 
second  and  third  short,  equal,  claws  distinctly  bifid;  anterior 
coxal  cavities  open. 

I  propose  this  genus  for  the  reception  of  two  species  which 
are  closely  allitd  generically  to  Nii'ina  Weise  bat  differ  in  the 
structure  of  the  antennae,  the  angulate  thorax,  the  simply  sulcate 
tibiae,  the  longer  third  Joint  of  the  tarsi  and  the  distinctly 
bifid  claws. 

Nirinoides  Staudingeri  sp.  n. 

Below  black,  above  obscure  testaceous,  head  black  at  the 
Vertex,  thorax  closely  punctured  with  four  blaek  spots,  elytra 
widened  posteriorly,  extremely  closely  punctured  and  elothed 
with  very  short  fulvous  pubescence. 

Length   10  mill. 

sie«,  ontoniol.  Zeit.  1903. 


823 

Head  closely  and  finelj  punctured,  testaceous,  the  vertcx 
black,  the  fronlal  elevations  sniall,  antennae  exteiidiug  to  the 
middle  of  the  eljtra,  black,  the  third  and  fourth  Joint  vevy 
elongate,  nearly  equal,  the  fifth  and  following  joints  graduall}^ 
shortened  and  widened;  thorax  about  twice  and  a  half  broader 
than  long,  of  equal  width,  the  sides  augulate  at  the  middle,  the 
posterior  angles  oblique,  the  diso  M'ith  an  obsolete  fovea  at  the 
sides  and  near  the  base,  finely  and  veiy  closely  punctured, 
testaceous,  with  4  black  spots,  one  at  eacli  side,  one  near  the 
middle  of  the  anterior  and  another  at  the  posterior  margin; 
of  these  spots  the  one  near  the  anterior  margin  is  of  transverse 
shape,  the  others  rounded;  scutellum  broad,  its  apex  rounded; 
elytra  very  convex,  widened  posteriori}",  longitudinally  depressed 
near  the  lateral  margins,  the  latter  flattened ;  below  and  the  legs 
black;  the  last  abdominal  segment  of  the  male  with  a  shallow 
fovea,  the  penis  long  and  slender,  its  apex  rounded. 

Hab.  Gaboon  (my  collection). 

Nirinoides  abdominalis  sp.  n. 

Light  or  dark  brown,  finely  pubescent,  shining,  the  an- 
tennae (the  basal  joints  excepted)  the  breast  and  the  legs  black, 
thorax  three-foveolate,  closely  and  distinctly  punctured,  elytra 
punctured  like  the  thorax  with  a  sutural  depression  below  the 
base,   abdomen   fulvous. 

Mas.  Antennae  very  long,  the  terminal  joints  shortened 
and  thickcned,  last  abdominal  segment  with  a  deep  fovea. 

Fem.  Antennae  short,  the  terminal  joints  strongly  trans- 
versely  widened,  the  last  abdominal  segment  with  a  short  tri- 
angulär incision  at  the  apex. 

Length  8—10  mill. 

(^.  Head  closely  punctured,  the  frontal  elevations  narrowly 
oblique  and  eurved,  the  anterior  edge  of  the  clypeus  acutely 
raisedi  palpi  black,  antennae  extending  below  the  middle  of  the 
elytra,  black,  the  lower  four  jojnts  pale  fulvous,  the  thiid  slightly 

Stett.  ortoir.ol.  Zeit.  1903.  21 


324 

loiiger  than  Ihe  iburth  Joint,  both  elongate,  Ihe  following  ones 
gradualh'  shortencd  and  -svidened;,  the  apical  two  joints  shorter 
and  naiTOwev  than  the  preceding  ones;  thorax  more  than  twice 
as  broad  as  long,  the  sides  subangulate  at  the  middle,  the  basal 
margin  sinuate  throughout,  oblique  at  the  angles,  the  sides  below 
the  anterior  angles  concave,  the  surface  with  a  lateral  and  a  basal 
fovea,  elosely  and  strongly  punctured,  scutellum  broadlj*  rounded 
at  the  apex,  pubeseent;  elytra  wilh  a  distinet  sutural  depression 
below  the  base,  convex,  of  a  shiuing  dark  brown  colour, 
punctured  like  the  thorax  and  clothed  with  fine  fulvous  pubescence, 
their  epipleurae  indistinct  below  the  middle;  breast  and  the  legs 
black,  abdomen  fulvous. 

This  speeies,  of  which  I  have  four  specimeus  before  me 
and  which  were  obtained  by  Mr.  Conradt  at  Barombi  differs 
from  the  preeeding  in  the  brown,  not  testaceous  colour  of  the 
Upper  parts  and  of  the  abdomen,  in  the  longer  antennae,  "Ihe 
unspotted  thorax,  the  elytral  sutural  depression  and  the  sexual 
characters  of  the  abdomen,  the  penis  scareelj  difl'ers  from  that 
of  JV.  Stavdingeri.  There  is  a  great  difference  in  the  structm-e 
of  the  antennae  in  the  female  which  are  short  and  in  which  the 
terminal  joints  are  broadly  flattened,  forming  an  elongate  chib 
and  which  mar  on  that  aecount  easily  be  mistaken  for  another 
specics,  in  all  other  respcct,  save  the  last  abdominal  segment, 
the  sexes  are  identical. 

Barombia  gen.  n.  (Galerucidae). 
.  Elongate,  subcjlindrical,  very  convex,  glabrous,  eyes  large, 
entire,  palpi  moderately  thickened,  antennae  liliform;  thorax 
strongly  transverse,  much  narrowed  autcriorly  wilhout  dci)ressions, 
scutclhim  triangulär;  elytra  irregukirly  punctured,  their  epipleurae 
continued  below  the  middle;  legs  slender,  all  Ihe  tibiae  nuicronate, 
the  metatarsus  of  the  posterior  legs  very  elongate,  more  Ihan 
half  Ihe  Icngth  of  tlie  tibiae,  claAvs  appendieulate;  prosternum 
cxtrcmely  narrow;  the  anterior  coxal  cavities  closed. 

6(t)tt.  enfüiBol.  Zeit.  1903. 


325 

This  genus  has  its  greatest  affinities  with  Sermyloides  Jac. 
inhabiting  Sumatra,  the  Philippines  and  other  Eastern  islands; 
it  entirely  resembles  it  in  most  points  especially  in  the  traus- 
versely  shaped  and  anterior!}-  narrowed  thorax.  but  the  palpi 
are  scareely  incrassate  and  all  the  tibiae  are  distinctly  mucronate; 
in  Sermyloides  this  is  only  the  case  with  the  intermediate  and 
posterior  tibiae;  the  general  appearance  of  the  insect  is  also 
more  like  one  of  the  family  Eutnolpidae   than    Ihe   Galervcidae. 

Barombia  metallica  sp.  n. 

Metallie  dark  green  above,  below  darker,  the  antennae 
blaek,  the  legs  flavous,  head  and  thorax  scareely  perceptibly 
punetured,  elytra  more  strongly  and  very  elosel}-  punctate. 

Length  7  mill. 

Head  transverse,  Avith  a  few  minute  punctures  near  the 
ej^es,  frontal  elevations  only  represented  by  narrow  transverse 
ridges,  clypeus  broad,  wedge-shaped,  palpi  flavous,  the  last  Joint 
pieeous,  antennae  extending  to  the  middle  of  the  elytra,  black, 
the  basal  Joint  flavous,  slender,  the  second  one,  half  the  length 
of  the  third,  the  following  joints  rather  longer  than  the  tliird 
one;  thorax  more  than  twice  as  broad  as  long,  the  sides  very 
feebly  rounded,  strongly  narrowed  anteriorly,  \\\{\\  a  narrow 
margin,  the  anterior  angles  slightly  thickencd,  the  posterior  maigin 
roiinded  and  produced  at  the  middle,  the  surface  scareely  per- 
ceptibly punetured,  scutellum  impunctate;  elytra  very  closely  and 
rather  strongly  punetured,  the  interstices  slightly  wrinkled;  below 
bluifh  black,  finely  pubescent,  legs  pale  flavous. 

Barombi. 

Barombia  caerulea  sj).  n. 

Metallie  dark  blue,  the  antennae  black,  head  and  llionw 
impunctate,  elytra  very  tinely  and  closely  punetured,  below 
clothed  with  fine  yellowish  pubescence. 

Length  6^8  mill. 

Btett.  er.lon:ol.  Zeit.  1903.  21* 


326 

Head  nearly  impunctate,  transversely  grooved  between  the 
eres,  the  frontal  elevations  feebly  laised,  somewhat  trigonate, 
carina  wedge-sliaped,  labnim  black,  palpi  slender,  tlie  last  Joint 
acutely  pointed,  eyes  extremely  large,  antennae  exteuding  to  the 
niiddle  of  the  elytra,  black,  the  lower  three  joints  shiuing,  the 
rest  pubescent,  the  third  Joint  one  half  longer  than  the  second 
one,  fourth  and  following  joints  elongate;  thorax  at  least  twice  as 
broad  as  long,  of  the  same  shape  as  that  of  the  preeeding  species, 
metallic  blue,  entirely  impunctate;  elytra  extremely  closely  and 
finel}'  somewhat  riigosely  pmutured;  below  and  the  legs  dark 
blue,  elothed  with  yellow  pubescence,  the  last  abdominal  segment 
of  the  male  with  a  short  lateral  oblique  incision  at  each  side, 
the  median  lobe  transverse,  flat. 

Tliere  seem  to  be  all  male  specimens  before  me  of  this 
species  which  greatly  vary  in  size;  the  general  shape  of  the 
insect  is  less  eonvex  and  pointed  posteriorly  than  is  the  easo  in 
B.  mefaUica,  but  the  structural  characters  are  the  same;  the 
penis  is  short,  the  apex  strongly  produeed  and  pointed,  terminating 
in  two  very  short  points. 

Ergana  semicaerulea  sp.  n. 

Black,  the  basal  jciints  of  the  antennae  fulvons,  thorax 
transversely  subquadrate,  tinely  and  closely  punctured,  elytra 
metallic  dark  blue,  very  closely  and  more  strongly  punctured 
than  the  thorax. 

Length  5  mill. 

Head  broad,  black,  impunctate,  the  frontal  elevations  trans- 
verse, very  strongly  raised,  clypeus  also  strongly  swollen,  an- 
tennae short,  extending  slightly  beyond  the  base  of  the  elytra, 
black,  the  hnver  three  or  four  joints  fulvous,  the  third  Joint  möre 
slender  and  elongate  than  the  others,  terminal  joints  distinctly 
thickencd;  thorax  about  one  half  broader  than  long,  Ihe  sides 
rounded  at  the  middle,  the  anterior  angles  strongly  thickened, 
posterior  nmrgin  rounded,   the  disc  rather  eonvex,  rather  closely 

Steft.  ectouiol.  Zeit.  1903. 


327 

and  finely  i)unctured,  scutellum  broad,  impiinctate;  eljtra  cxtremcly 
closely  punctured,  the  piinctuation  stronger  than  that  of  thc 
tliorax,  the  interstices  slightly  riigose,  their  epipleurae  broad, 
coiitinucd  posteriorly,  below  and  the  legs  black,  tinely  pubescent, 
thc  tibiuo  mucronate,  the  hist  Joint  of  the  tarsi  more  or  less 
fulvous,  the  anterior  coxal  cavities  closed. 

Hab.  Congo,  Kamozi  (Duvivier).  Collection  Belgian  Mus. 
and   my  own. 

Of  somewhat  simiUir  shape  and  colour  as  oiir  Agelastica 
alni  but  a  true  Ergana,  whioh  I  canuot  look  upon  as  a  variety 
of  E.  proteus  Chap.  on  account  of  the  smaller  size  and  the 
bhie  elytra.    There  are  two  exactly  similar  speeimens  before  ine. 

Mesotoma  gen.  n. 

Obhmg-ovate,  eonvex,  autennae  with  the  terminal  joints 
thickened,  the  third  and  fourth  elongate,  equal;  thorax  transversa, 
the  sides  nearly  straight,  w'ith  extremely  narrow  margins,  the 
posterior  mai'gin  sHghtl^-  rounded,  the  angles  obhque,  the  disc 
S'ery  obsoletely  depressed  at  the  sides;  elytra  metalHc,  riigosely 
putictured,  their  epipleurae  very  broad  and  continued  to  the 
apex,  legs  robust,  the  tibiac  suleate  at  the  sides,  the  tirst  Joint 
of  the  posterior  tarsi  as  long  as  the  following  two  joints  togethcr, 
olaws  bifid,  the  anterior  coxal  cavities  closed. 

This  is  another  genus  allied  to  Pachytoma  and  Dlrcemella 
Weise  (Arch.  f.  Naturg.  1902);  it  ditfers  from  the  first  named 
genus  in  the  totally  different  shape  of  the  thorax  and  from  Dir- 
cemella  in  the  broad  and  continued  elytral  epipleurae.  the  thorax 
is  also  devoid  of  the  distinct  depressions  to  be  found  in  the  last 
named  genus  and  the  elytra  show  a  different  sculpture.  Nirina 
W.eise  is  another  closely  allied  genus  but  has  pubescent  elytra 
and  if  I  have  named  my  species  correctly,  has  open  anterior 
coxal  cavities,  although  Weise  does  not  say  anything  on 
that  point. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


328 

Mesotoma  viridipennis  sj).  n. 

Obpcure  testaceous  below,  the  terminal  joints  of  the  an- 
tcnnae  black,  head  and  thorax  extremely  finely  and  closely 
punctm-ed,  elytra  bright  metallic  gveen,  finely  rugose,  the  lateral 
margins  narrowly  testaceous. 

Length  8  mill. 

Head  broad,  closely  and  finely  punctured,  pale  or  darker 
testaceous,  the  clypeus  in  shape  of  a  narrow  transverse  ridge, 
antennae  extending  below  the  base  of  the  elytra,  black,  the 
lower  four  joints  testaceous,  third  and  fourth  Joint  elongate, 
equal,  the  following  ones  shortened  and  gradually  thickened; 
thorax  morc  than  twice  as  broad  as  long,  of  equal  width,  the 
sides  nearl}'  straight,  narrowed  towards  the  apex,  the  anterior 
angles  in  shape  of  a  small  tubercle  provided  with  a  Single  seta, 
posterior  margin  nearly  straight,  the  disc  ver}^  closely  and 
somewhat  rugosely  punctured  with  a  very  obsolete  oblique 
depression  at  the  sides,  scutellum  oblong,  testaceous,  its  apex 
truncate;  elytra  broad,  widened  towards  the  middle,  of  a  bright 
green,  this  colour  made  to  appear  somewhat  opaque  on  account 
of  the  finely  rugose  surface,  the  lateral  margins  narrowly  but 
evenly  testaceous  or  obscure  fulvous;  below  and  the  legs  of  the 
latter  colour,  clothed  with  short  grey  pubescence. 

Hab.  Luitpoldkette,  Africa  or.  (Collect.  Belgian  Mus.  and 
my  own). 

Platyxantha  sublaevipennis  sp.  n. 

Greenish-black,  the  antennae  (the  7*^  and  11"^  Joint  excepted) 
and  the  legs  flavous;  thorax  impunctate,  deeply  transversely 
suleate,  elytra  raised  at  the  base,  finely  and  obsoletely  punctured 
within  the  depression  only,  obsoletely  costate  near  the  suture. 

Mas.  The  seventh  Joint  of  the  antennae  crescent-shaped ; 
the  apex  of  the  posterior  tibiae  with  a  short  Prolongation. 

Length  7  mill. 

StoU.  entomol.  Zeit.  1903. 


329 


Head    iinpunctate,    with    a    central    fovea,    greenish,    palpi 
robust,  antennae  extending  just  beyond  the  middle  of  the  elytra, 
flavous,    the  third    Joint   distinctly   longer    tlian    the   fourth;    the 
lattev  and  the  following  two  joints  of  some^vhat  triangulär  shape, 
the    seventh   of    deeply  excavate  or   crescent  shape,    black,    the 
next  joints  elongate,  terminal  one  black:    thorax   about  one  half 
broader  than  long,  the  lateral   margins  slightly    narrowed  at  the 
base,    feebly    rounded     anteriorly,     the    anterior    angles    slightly 
thickened,    the  surface    impunctate,    deeply   transversely    sulcate, 
the  sulcus    not  extending  to  the  margins,    scutellum    impunctate; 
elvtra  much  wider  at  the  base  than  the  thorax,  the  basal  portion 
distinctly  raised,  the  surface  nearly  impunctate,  except  below  the 
base  and  near  the  suture,  with  traces  of  costae  near  the  apex; 
below  greenish,  clothed  with  yellowish  pubescence,  the  abdomen 
dosely  punctured,  the  last  segment  of  the  male  with  an  incision 
at  each  side,  the  median  lobe  deeply  concave;   legs   flavous,  the 
posterior  tibiae  widened  at  the  apex  and  prolonged  into  a  short 
blunt    process;    the    metatarsus   as  long   as   the    following   joints 
together. 

Barombi. 

Two  other  African  species  of  similar  coloration  have  been 
discribed,  P.  africana  Duviv.    and   P.  dimidiaticornis  Jac.     Of 
these    the  first   named    has  dififerently  coloured    antennae  and  a 
distinct  punctuation  of    the  thorax  and  elytra;    to  judge  by  the 
.tructure  of  the  tibiae  Duvivier's  species  was  described  from  male 
specimens    and    differs    therefore    also    by    the    structure    of    the 
antennae    which   are    normal   in  shape;    F.    dimidiaticornis.    of 
which  the  male  was  not  known  by  me  has  closely   and  rather 
strongly  punctured  elytra,   besides  differently  coloured   antennae; 
the  female  of  the  present  species  agrees  entirely  in  the  sculpture 
of  the  Upper  surface  with  the  male,  but  the  antennae  are  fulvous  as 
far  as  the  tirst  eight  joints  (the  others  are  wanting)  and  the  thn-d 
and  fouvth  joints  are  equal;  the  thorax  is  rather  more  transverse 
and  the  last  abdominal  segment  is  almost  straight  at  the  middle. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


330 

Platyxantha  apicicornis  sp.  n. 

Metallie  areen  beknA',  above  dark  greenish,  the  antennae 
(Ihe  apical  two  Joints  excepted)  and  thc  legs  flavous,  Ihe  apcx 
of  Uic  tibiae  and  the  tarsi  black;  thorax  impunctate,  transversely 
sulcate,  elytra  ck)sely  semiriigose  punctate  with  some  obsolete  eostae. 

Mas.  Tlie  terminal  two  joints  of  the  antennae  strongly 
thickened,  the  anterior  tarsi  dilated. 

Length  7  mill. 

Head  im])unctate,.  metallie  green,  the  frontal  elevations 
broad  and  strongly  raised,  labrum  and  palpi  black,  the  latter 
strongly  swollen,  antennae  extending  slightly  below  the  middle 
of  the  elytra,  flavous,  the  terminal  two  joints  black,  strongly 
thickened,  the  eighth  Joint  slightly  curved,  third  and  following 
joints  nearly  equal;  thorax  about  one  half  broader  than  long, 
the  sides  nearly  straight,  the  angles  distiuct  biit  not  prodiiced, 
the  surface  transversely  sulcate,  impunctate,  with  the  exception 
of  a  few  minute  punctures  anteriorh^  metallie  greenish;  elytra 
rather  darker,  greenish-aeneous,  the  basal  portion  very  slightly 
raised,  the  punctuation  very  distinct  and  slightly  rugose  with 
traces  of  longitudinal  eostae;  below  metallie  green,  the  abdomen 
furnished  with  yellow  pubescence,  the  last  segment  of  the  male 
trilobate,  the  median  lobe  but  slightly  concave,  legs  flavous,  the 
apex  of  the  tibiae  and  the  tarsi  black. 

Hab.  Cameroons  (my  collection). 

I  only  know  a  single  male  specimen  of  this  species  which 
will  be  recognized  by  the  structure  of  the  antennae,  the  colour 
of  the  legs  and  the  distinct  elytrai  i)unctuation. 

Platyxantha  Conradti  sp.  n. 
'  NarroMly  elongate  and  })arallel,  blackish  bhie  or  greenish, 
antennae  black,  the  S*'^  and  9*^  Joint  flavous,  thorax  impunctate, 
deeply  transversely  sulcate,  elytra  extremely  finely  and  obsoletelyi 
punötured,  legs  flavous,  the  apex  of  tlie  tibiae  and  the  tar&i 
fuscous. 

Stett.  entoniol.  Zeit.  1903. 


331 

Mas.    The  apcx  of  the  posterior  tibiae  produced  inlo  a  short 
slvlit'orm  process. 

var.  Antennae  entirel}-   black. 

Length  5 — 6  mill. 

Much  smaller  and  narrower  than  the  prcceding  species, 
bat  of  nearly  similar  coloration,  the  head  entirely  inipunctate, 
metalUc  bkie  or  purple,  frontal  elevations  strongly  raised,  tri- 
angulär, divided  by  a  deep  longitudinal  groove,  the  apex  connected 
with  the  carina,  the  latter  acute  and  long,  labrum  black,  palpi 
flavous,  antennae  very  slender,  nearly  extending  to  the  apex  of 
the  elytra,  black,  or  with  the  eighth  and  ninth  Joint  flavous, 
basal  Joint  long  and  slender  at  the  base,  second  very  short, 
third  and  following  oncs  very  elongate,  nearly  equal;  thorax 
transverse,  the  sides  nearly  straight,  the  angles  tuberculiform, 
the  surface  entirely  impunctate,  deeply  transversely  sulcate, 
scutellum  rather  broad,  impunctate;  elytra  without  basal  depression, 
minutely  punctured  and  very  finely  granulate,  their  epipleurae 
broad  and  continued;  below  bluish  black,  very  shining,  legs 
slender,  flavous,  the  tibiae  and  tarsi  fuscous,  clothed  with  yellow 
pubescence,  the  metatarsus  of  the  posterior  legs  very  elongate, 
longer  than  the  following  joints  together. 

The  much  smaller  size  of  this  insect  and  the  want  of  an 
elvtral  basal  elevation  separates  this  species  principally  from  the 
preceding  ones;  the  last  abdominal  segment  of  the  male  has  the 
median  lobe  slightly  prolonged  beyond  the  lateral  divisions 
and  is  flattened,  in  the  female  the  same  i)art  is  simple  and 
nearly  truncate. 

Platyxantha  longicornis  sp.  n. 

Flavous  below,  above  fulvous,  the  antennae  very  long, 
black  (the  basal  Joint  excepted)  thorax  subquadrate,  transversely 
sulcate,  elytra, exti'emely  minutely  punctured. 

Length  5  mill. 

Stetf.  cntomol.  Zeit.  1903. 


332 

Of  naiTOw  and  elongate  shape,  Ihe  hcad  impunctate,  the 
frontal  elevations  distinct,  transverse,  eyes  large,  antennae 
extending  to  the  apex  of  the  elytra,  black,  the  basal  two  joints 
flavous,  the  second  very  small,  monihform,  the  following  joints 
sHghtly  curved,  the  apex  of  each  pvodiiced  into  a  poiut,  the 
lower  edge  furnished  with  a  fringe  of  hairs,  thorax  subquadrate, 
scarcely  broader  than  long,  slightly  narrowed  at  the  base,  the 
disc  transversely  sulcate,  the  impression  not  extending  quite  to 
the  sides,  impunctate,  scutelliini  rather  broad;  elytra  fulvous, 
very  niinutely  and  rather  closely  punctured;  below  flavous,  the 
legs  slender,  tibiae  unarmed,  the  first  Joint  of  the  posterior  tarsi 
elongate,  anterior  cavities  closed,  last  abdominal  segment  of  the 
male  with  the  median  lobe  transverse,  flat  and  straight  at  the 
oiitcr  margin. 

Closely  allied  io  P.  curcicorne  Jac.  but  of  more  slender 
and  narroMcr  sha}>c,  the  thorax  much  less  transverse,  the  an- 
tennae longer  and  of  dilfercnt  colour:  in  the  female,  the  antennae 
are  much  shorter,  the  joints  are  straight  and  the  thorax  is  more 
transverse,  the  base  of  the  head  is  also  stained  M-ith  piceous. 

Platyxantha  laevipennis  sp.   n. 

Pale  fulvous,  antennae  slender,  the  terminal  Joint  black, 
thorax  transversely  sulcate,  impunctate,  elytra  smooth  and  im- 
punctate. 

Length  6  mill. 

Head  rather  broad,  -impunctate,  dceply  transversely  grooved 
between  the  eyes,  the  latter  large,  oblong,  frontal  elevations 
highly  raised,  transverse,  carina  acute,  apex  of  the  mandibles 
black,  antennae  nearly  extending  to  the  apex  of  the  elytra, 
fulvous,  the  last  Joint  black,  all  the  joints  (the  second  one 
excepted)  of  nearly  equal  length,  the  lower  ones  slightly  curved: 
thorax  nearly  twice  as  broad  as  long,  slightly  narrowed  at  the 
base,  the  anterior  angles  slightly  thickened,  the  surface  entirely 
impunctate,  with  a  rather  shallow  transverse  sulcus,  not  extending 

Stett.  entomo).  Zoit.  1903. 


333 

to  ihe  lateral  mavgins;  elytra  somewhat  flattened,  enürely 
impunctate,  tlieir  cpipleurae  broad;  below  of  rathev  lighter  colour, 
sparingly  clothed  with  yellowish  pubescenee,  tibiae  unarmed,  the 
tirst  Joint  of  the  posterior  tarsi  as  long  as  the  following  two 
joints  together,  claws  appendiculate. 

From  the  nearly  similarh^  coloiired  species  of  this  genus 
known  from  Africa,  the  present  insect  differs  in  the  coloration 
of  the  antennae  and  the  entirely  impunctate  elytra;  the  above 
description  is  that  of  the  male,  in  which  the  last  segment  of 
the  abdomen  has  the  usual  dividcd  median  lobe,  which  is  of 
transverse  and  flattened  shape. 

Platyxantha  facialis  Jae. 
The  description  of  this  species  (Proc.  Zool.  Soc.  1899) 
was  drawn  iip  fröm  a  single  female  specimen.  I  have  now 
received  from  the  Stettin  Museum  the  male  which  ditfers  con- 
siderably  in  the  structure  of  the  head  from  the  other  sex;  this 
part  is  produced  anteriorlj-  to  au  extraordinary  degree  and  has 
a  deep  cavity  placed  immediately  below  the  antennae,  extending 
as  far  as  the  eyes,  the  lateral  margins  of  this  cavity  forme 
highly  raised  ridgcs  below  the  eres,  the  lower  portion  of  the 
face  is  flattened  and  narrowed  in  front;  the  penis  is  long,  slender 
and  pointed;  in  other  respects  there  is  little  difterence  between 
the  two  sexes. 

Platyxantha  Clavareaui  sp.  n. 

Elongate,  fulvous,  the  antennae  (the  basal  joints  excepted) 
and  the  abdomen  black,  thorax  sulcate,  impunctate,  elytra  finely 
and  closely  punctured,  dark  blue. 

Mas.  The  head  moderately  deeply  excavated  at  the  lower 
portion. 

Length  6  mill. 

Mas.  Head  broad,  impunctate,  fulvous,  the  lower  portion 
flavous,  excavated  at  the  middle,  antennae  closely  approached 
at  the  base,    extending    to  two  thirds    the   length  of  the   elytra. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


334 

black,  ihc  lower  threc  Joint s  more  or  Icss  fulvoiis,  the  first  and 
third  Joint  veiT  long,  equal^  the  second  very  short,  the  other 
joints  sHghtlj  shorter  than  the  third,  thorax  one  half  broadei- 
than  long,  slightly  consti-ieted  at  the  base,  the  sides  feebly 
roinided  anteriorly,  the  disc  with  a  deep  transverse  suleatiou, 
not  extending  to  the  mavgins,  entirely  impunctate,  fiüvous, 
scutellum  triangulär,  fulvous,  elytra  closely  and  slightly  rugosely 
punctured,  dark  blue,  below  and  the  legs  fulvous,  the  abdomen 
black,  the  tibiae  unarmed,  the  first  Joint  of  the  posterior  tarsi 
as  long  as  the  following  joints  together,  claws'  appendieulate, 
the  anterior  coxal  cavities  closed.. 

Hab.  Luitpoldkette,  Africa  or.  (Collection  Belgian  Mus.  and 
my  own). 

AU  the  spccimens  before  me  are  males,  the  female  is  very 
probably  devoid  of  the  excavation  of  the  head. 

Phyllobroticella  simplicipennis  sp.  n. 

Flavous,  the  anteunae  (the  basal  thrce  joints  excepted) 
black,  thorax  transverscly  sulcale,  impunctate,  elytra  rather  finely 
and  closely   punctured,  without  foveae  or  tubercles. 

Mas.  The  third  Joint  of  the  antennae  triangularly  widened, 
the  last  abdominal  segmcnt  with  the  median  lobe  longitudinally 
sulcate  at  the  base. 

Length  51/2  ii^iH' 

Head  shining  and  impunctate,  the  frontal  elevations  broad, 
trigonate,  carina  acutely  raised,  eyes  very  large,  antennae 
extending  below  the  middle  of  the  elytra,  black,  the  lower  three 
joints  flavous,  the  basal  Joint  robust,  the  second  short,  the  third 
triangularly  widened,  slightly  emarginate  at  the  apex,  fourth  Joint 
rather  shorter,  terminal  joints  elongate  and  slender^  thorax  nearly 
twice  as  broad  as  long,  the  sides  feebl}'  rounded, .  the  surface 
impunctate,  transverscly  sulcate;  elytra  wider  at  the. base  than  the 
thorax,  rather  closel}",  finely  but  distinctly  punctured;  legs  slender, 
the  first  Joint  of  the  posterior  tarsi  elongate,  claws  appendieulate. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


335 

At  once  distinguiöhed  from  the  other  knowu  species  of  the 
geiius  bj  Ihe  novmally  structured  elytra  and  the  coloiir  of  the 
antennae,  the  lauer  in  P.  fava  Jac.  have  the  third  Joint  deeply 
emarginate  at  the  apex  of  which  in  the  present  insect  there  is 
onlj  an  indication,  the  last  abdominal  segment  in  P.  fava  is 
likewise  devoid  of  the  sulcation  of  the  median  lobe;  (he  female 
of  (he  present  species  has  simple  antennae,  (hat  is,  the  third 
Joint  is  elongale  and  shaped  like  the  others,  the  last  abdominal 
Segment  is  broadly  rounded  at  the  apex. 

Monolepta  barombiensis  ?p.  n. 

Below  blaek  with  bluish  gloss  and  elosely  pubcscent,  head 
and  thorax  bluish-black,  impnnctate,    elytra   tlavons,   inipunctate. 

Leng(h    7  mill. 

Of  very  elongate  shape,  (he  head  impunetate,  blnish  blaek, 
with  a  central  fovea,  eyes  very  large,  frontal  felevations  obliquely 
(rigona(e,  divided  bv  a  deej)  groove,  olypens  (riangnlarly  raised, 
an(ennae  ex(ending  beyond  (he  niiddle  of  the  elytra,  blaek,  (he 
second  and  (hird  Joint  small,  the  la((er  double  the  length  of  (he 
preceding  one,  (he  fourdi  and  following  join(s  nearly  equal,  (er- 
minal  Joint  long  and  slender;  thorax  transverse,  narrowed  an- 
teriorly,  the  sides  slighdy  rounded,  \\\i\\  a  narrow  retlexed  margin, 
pos(orior  margin  rounded,  (he  stu'face  iinpunc(a(e  ond  sliining, 
bhiish  blaek,  .'■cutclluni  (i-iangular.  blaek;  ely(ra  very  elimgate, 
smooth  and  impunc(ate,  Ihivous,  shining.  (heir  epipleurae  indistinct 
below  the  middle;  below  bhiish,  clodied  wi(h  long  greyish 
pubescence;  legs  slender,  (ibiae  niucrona(e,  the  meta(arsus  of  (he 
posterior  legs  very  long;  prosternum  extremely  nariow,  anterior 
cavi(ies  elosed. 

A  somewliat  abbeirant  Monolepta  on  accoun(  of  Ks  large 
and   elongate  shape,  bul   (juKe  (y|)ioal   in   rcgard   (o  8(ruc(ure. 

Monolepta  opulenta  sj).  n. 
VerA'  convex  and   judutcd  |)(>s((.'rieirly,  black,  basal  joinls  of 
the  antennae  and   the  h'gs   ihnous,   lu-ad   and   thorax  impunc(a(e, 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


336 

the  latter  very  transverse,  elytra  extremely  feeblj  punctured  in 
indistinct  rows. 

var.  Tlie  liead  partly  and  the  thorax  entirely  flavous. 

Length  3  mill. 

Head  impunetate,  black,  eyes  very  large,  frontal  elev^ations 
absent,  antennae  closelj  approached  at  the  base,  long  and  slender, 
the  lower  six  or  seven  joints  flavous,  the  others  black,  basal 
Joint  long  and  slender,  second,  very  short,  third  and  following 
joints  nearly  equal;  thorax  about  twice  and  a  half  broader  than 
long,  the  sides  straight,  obliquelj  narrowed  anteriorl}',  the  anterior 
angles  slightly  thickened,  the  surface  entirely  impunetate,  black, 
scutellum  broadly  triangulär,  elytra  very  convex,  narrowed 
posteriorly,  the  apex  of  each  nearly  truncate,  the  punctuation 
onlj'  \'isible  when  seen  under  a  very  strong  lens  and  arranged 
in  indistinct  rows,  their  epipleurae  narrowed  but  visible  below 
the  middle,  below  black,  the  legs  flavous,  the  tibiae  infuscate, 
the  posterior  ones,  furnished  with  a  very  long  spine,  the  meta- 
tarsus  of  the  bind  legs  but  little  shorter  than  the  tibiae,  anterior 
coxal  cavities   closed. 

The  very  convex  shape  and  tlie  black  colour  of  this  species 
will  distinguish  it  from  any  of  its  congeners;  allhough  the  elytral 
epipleurae  are  continucd  below  the  middle,  they  are  very  narrt)w 
as  is  the  case  with  many  other  sptcies  of  the  genus  in  conse- 
quence  of  which  Candezea  with  continued  epipleurae  can  scarcely 
be  retained  as  a  genus;  of  the  variety  I  possess  a  Single  example 
from  the  same  localily  -which  does  not  differ  structurall}"  in 
anv   wav. 


Stött.  entomol.  Zuit.  1903. 


337 


Lepidopterologisches. 

^'on  «f.  Röbei*  in  Drostien. 

I.  Morphindra, 
eine  neue  indische  Morphiden-Gattung. 
Zur  Gattung  Thaumantis  Hübn.  wurde  bisher  die  in  Borneo 
sowie  in  den  Lokalformen  pseudaliris  Butl.  in  Malacea  und 
Lathyi  Frulist.  in  Tonkiu  vorkommende  aliris  Westw.  gerechnet. 
Diese  Art,  die  mir  in  einem  männlichen  Stücke  aus  Süd-Borneo 
vorliegt,  weicht  jedoch  nicht  nur  im  Aeußeren,  sondern  auch  in 
der  Rippenbildung  so  beträchtlich  von  allen  Morphiden-Gattungen 
ab,  daß  für  sie  die  Errichtung  einer  besonderen  Gattung  noth- 
wendig  erscheint.  Die  fünf  Subcostaläste  der  Vordertlügel 
verlaufen  frei  (während  bei  Thainuantis  die  beiden  ersten 
Subcostaläste  die  Costaiis  kreuzen),  der  erste  Ast  entspringt  kurz 
vor  l^dem  Schlüsse  der  Mittelzelle,  der  zweite  Ast  am  Schlüsse 
der  Mittelzelle,  die  anderen  drei  Aeste  entspringen  nahe  bei  ein- 
ander in  der  Nähe  der  Flügelspitze,  der  vierte  Ast  mündet  in 
die  Flügelspitze,  der  fünfte  Ast  in  den  Außenrand  5  die  obere 
Discocellulare  ist  wenig  nach  hinten  gebogen,  etwa  dreimal  so 
lang  als  die  sehr  kurze,  gerade  mittle  Discocellulare, 
die  untere  Discocellulare  ist  sehr  lang,  im  vorderen,  etwas 
kürzeren  Theile  sanft  gebogen,  im  hinteren  Theile  gerade  und 
schließt  die  Mittelzelle  am  dritten  Medianaste;  die  Entfernung 
zwischen  dem  zweiten  Medianaste  und  dem  Schlüsse  der  Mittel- 
zelle ist  etwas  kleiner,  als  zwischen  dem  ersten  und  dem  zweiten 
Medianaste.  Die  Präcostalis  der  Hinterflügel  ist  sehr  laug  und 
kräftig,  nach  imien  gebogen,  an  ihrem  Ursprünge  bildet  die 
Costaiis  einen  scharfen  stumpfen  Winkel;  der  dritte  Medianast 
der  Hinterflügel  ist  nicht  (wie  in  Thaumantis^  der  unteren  Radialis 
genähert,  sondern  verläuft  parallel  mit  letzterer.  Der  dritte  Median- 
ast zeigt  die  Stelle  des  Schlusses  der  Mittelzelle  durch  einen  sehr 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


338 

kurzen  Sporn  deutlich  an,  auch  schHeßt  sich  an  diesen  in  der 
Richtung  nach  der  unteren  Radialis  eine  Hautfalte  an;  die  Ent- 
fernungen zwischen  dem  ersten  und  dem  zweiten  Medianaste, 
sowie  zwischen  dem  zweiten  und  dritten  Medianaste  (dem  Zellen - 
Schlüsse)  sind  ungefähr  gleichlang.  Die  Palpen  sind  auf  der 
Unterseite  anliegend  beschuppt,  auf  der  Oberseite  lang  behaart, 
das  Basalglied  ist  sehr  kurz,  das  Mittelglied  sehr  lang  und  sanft 
gebogen,  das  Endglied  ist  sehr  klein  und  spitzig.  Die  r^* -Vorder- 
beine sind  zart,  Schenkel  (femur)  und  Schiene  (tibia)  ungefähr 
gleichlang,  Fuß  (tarsus)  etwa  halbsolang  wie  die  Schiene;  das 
ganze  Bein  ist  anliegend  behaart.  Die  Fühler  sind  etwa  von 
halber  Länge  des  Yorderflügelrandes;  die  Augen  sind  unbehaart. 

Von  den  näehstverwandten  Gattungen  unterscheidet  sich 
Morphindra  außer  durch  die  sehr  charakteristische  äußere  Er- 
scheinung in  der  Rippenbildung  und  zwar  von  Sfivhophthahna  Feld, 
(von  der  mir  camadeva  Westw.  aus  Sikkim,  var.  Nic^cillei  Rober 
aus  Assam,  mathilda  Janet  und  Fruhstorferi  Röber  vorliegen) 
durch  die  fünfästige  Subcostalis  und  die  weniger  bauchige  untere 
Discocellulare  der  Vordeiflügel,  von  Thaumantis  Hübn.  {pdana  Godt., 
diores  Doubl.,  lucipor  Westw.  und  noureddin  Westw.)  durch 
den  freien  Verlauf  der  Subcostaläste  und  den  Unterschied  zwischen 
der  oberen  und  mittlen  Discocellulare  der  Vordertliigel,  von 
Amathnsia  Fab.  (phidippns  L.,  Kühni  Röber,  Slandingeri  Röber, 
Ribbei  Honr.,  oUomana  Butl.  und  Plateni  Stgr.)  durch  den  Ver^ 
lauf  des  vierten  Subcostalastes  und  den  Unterschied  zwischen 
oberer  und  mittler  Discocellulare  der  Vorderflügel  und  von 
Zenxidia  Hübn.  {aitrelius  Cr.,  Lnxerii  Hübn.,  Doiibledaii  Westw. 
und  Wallacei  Feld.)  durch  den  freien  Verlauf  der  Subcostaläste 
und  den  Mangel  des  Sporns  am  dritten  Medianaste  der  Vorder- 
flügel. Mit  Zenxidia  zeigt  Morphindra  Verwandtschaft  durch 
den  Besitz  einer  rudimentären  unteren  Discocellulare  der  Hinter- 
flügel. 

Die  von  Dr<  Staudinger  in  seinem  Werke  „Exotische 
Schmetterlinge"    aufgestellten    Subgenera   Psendamathusia    Honr., 

Ktett.  entomol.  Zeit.  1903. 


33& 

Amathvxidia  Stgr.,  Zevxamathusia  Stgr.  und  Ämaxidia  Slgv. 
sind  nicht  aufrecht  zu  halten,  weil  sie  lediglich  auf  sekundären 
Männchen-Auszeichnungen  beruhen.  Wenn  Dr.  Staudinger  diesen 
Charakteren  wirklich  subgenerischeu  Werth  beilegte,  so  mußte 
er  consequenterweise  auch  viele  andere  Gattungen  (z.  B.  Zeuxidia) 
in  Subgeuera  theilen,  durfte  auch  einer  Anzahl  der  (nach  meiner 
Ansicht  völlig  werthlosen)  Moore'schen  Danaiden- Genera  die 
Beachtung  nicht  versagen. 

Am  besten  dürfte  die  Gattung  Morphindra  zwischen  Ama- 
thmia  und  Zeuxidia  einzureihen  sein,  weil  sie  sowohl  in  der 
Flügelgestall  und  Zeichnung,  als  auch  in  der  Ausbildung  der  männ- 
lichen sekundären  Geschlechtsauszeichnungen  (vgl.  Dr.  E.  Haase, 
Iris  I.  p.  307)  zwischen  diesen  Gattungen  steht. 

II.   Hyantis  xanthophthalma. 

Das    mir    vorliegende    $    aus    Südost-Neuguinea    hat    etwa 
75  mm  Flügelspannweite,  ist  also  so  groß  wie  das  von  Dr.  Stau- 
dinger in    seinem    Werke    „Exotische    Schmetterhnge''    Tafel  63 
abgebildete  S  von  H.  hodeva  Hew.    Die  Grundfärbung  der  Ober- 
seite ist  reinweiß,  der  Vorderrand,  der  Apex  und   der  Außenrand 
der  Vorderflügel  —  letzterer  nicht  ganz  bis  zum  ersten  Median- 
aste —   sind  schwarz,  ebenso  das  vordere  Drittel  der  Mittelzelle; 
an  dieser    Stelle   ist    die    schwarze    Färbung    nach   hinten    scharf 
abgeschnitten,  während    sie  sich  im  übrigen  allmählig   nach  dem 
inneren    Flügeltheile  verliert.     Das    schwarze    Subapicalauge    hat 
einige  kleine  weiße  Pünktchen,  zeigt  aber  keine  Spur  einer  gelben 
Umrandung;    es    steht    zwar    mit    dem    vorderen    Theile  in   dem 
schwarzen    Subapicaltheile  der  Vorderflügel,    ist   jedoch    von  der 
diesen    Flügeltheil    einnehmenden    schwarzen  Färbung    scharf  ab- 
gehoben;   vor    ihm    steht    ein    etwa  8  mm    langer    verwaschener 
weißer  Streifen.     Am    Außcnrunde    ist  der    schwarze    Saum   von 
der  unteren  Radialis  an    sehr  sehmal.     Das  Duftschuppenfeld  an 
der  Basis    der  Vorderflügel    liegt  zwischen    dem  Innenrandc  und 
dem   ersten  Medianaste  und  läßt  am  Innenwinkel  nur  einen  kaum 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903.  '-^2 


10  mm  breiten  Band  frei;  dieser  Schuppeneomplex  ist  wenig 
dunkler  gefärbt  als  die  anliegenden  Flügeltheile.  An  den  anderen 
Theilen  der  Vorderflügel  -  Oberseite  sind  mit  der  Lupe  keine 
Duftschuppen  festzustellen,  wodurch  sich  die  neue  Art  von  hoileva 
mit  unterscheidet  (vgl.  Dr.  E.  Haase,  Duftapparate  indo-austral. 
Schmetterhnge  in  Iris  p.  311).  Die  Hinterflügel  sind  oberseits 
gleichfalls  weiß,  am  Innenrande  mit  einem  gelblichen  Scheine; 
der  Vorder-  und  Außenrand  bis  zum  zweiten  Medianaste  sind 
schwarz  und  zwar  ist  der  schwarze  Vorderrand  so  verbreitert, 
daß  auch  die  vordere  Hälfte  der  Mittelzelle  schwarz  gefärbt  ist; 
der  schwarze  Außenrand  hat  eine  Breite  von  kaum  5  mm.  Das 
sogenannte  Analauge  liegt  völlig  frei  auf  weißem  Grunde;  es 
ist  fast  kreisrund,  hat  einen  Durchmesser  von  10  mm,  wovon 
reichlich  3  mm  auf  den  inneren  schwarzen,  mit  einem  größeren 
und  mehreren  sehr  kleinen  weißen  Punkten  versehenen  Theil 
kommen;  die  breite  gelbe  Umrandung  zeigt  nur  nach  außen 
wenige,  nur  mit  der  Lupe  erkennbare  schwarze  Schuppen.  Von 
dem  sogenannten  Apicalauge  der  Unterseite  ist  oberseits  nur 
(mit  der  Lupe)  ein  weißes  Pünktchen  zu  erkennen. 

Die  Grundfärbung  der  Unterseite  ist  gleichfalls  weiß;  die 
schwarze  Umrandung  ist  fast  ebenso  wie  auf  der  Oberseite,  doch 
geht  die  weiße  Grundfärbung  am  vorderen  Theile  des  Außen- 
randes bindenförmig  bis  zum  letzten  Subcostalaste  (so  daß  die 
Augenzeichnung  außen  licht  begrenzt  ist);  der  Duftschuppenlleck 
am  Inuenrande  ist  dunkelgrau  und  hat  dieselbe  Ausdehnung  wie 
oberseits.  Das  Apicalauge  hat  7  mm  Durchmesser,  ist  breit  gelb 
gerandet  und  schwarz  eingefaßt.  Auf  den  Hinterflügeln  zeigt 
die  schwarze  Umrandung  dieselbe  Ausdehnung  wie  oberseits, 
doch  ist  der  schwarze  Außenrand  im  hinteren  Theile  durch  eine 
lichte  (weißliche)  Linie  getheilt.  Die  Ausbildung  des  Analauges 
ist  wie  oberseits,  doch  ist  es  auch  mit  einem  schwarzen  Bande 
versehen,  der  außen  etwa  2  mm  breit,  innen  etwas  schmäler 
und  undeutlicher  ist.  Das  Subapicalauge  ist  eirund,  reichlich 
10    mm    lang,    aber  kaum  7  mm    breit;    es   ist    vollständig  aus- 

etett.  entomol.  Zeit.  1903. 


341 

gebildet  und  liegt  in  dem  schwarzen  Vorderrandsstreifen,  der  an 
dem  Augenflecke  nach  hinten  verbreitert  ist,  so  daß  das  Auge 
vollständig  von  schwarzer  Färbung  umgeben  wird.  Der  Hinter- 
leib und  die  Palpen  sind  gelb,  die  Beine  bräunlich,  die  dunkel- 
braunen Augen  sind  unbehaart,  die  Fühler  schwarz. 

III.  Hyantis  Hageni. 
Herr  Hofrath  Dr.  Hagen  erwähnt  in  seiner  Abhandlung 
über  die  Tagschmetterlinge  des  Kaiser  Wilhelmlands  (Jahrb.  des 
Nass.  V.  f.  Naturk.  50.  Jahrg.,  1897,  p.  79)  einer  Hyantis- Axi 
mit  folgenden  Worten:  „Das  Exemplar  mit  breit  (gelb)  gerän- 
dertem Analauge  (auf  der  Oberseite  der  Hinterflügel),  welches 
vom  Sattelberge  bei  Simbang  stammt,  zeigt  auch  den  (^ -Duft- 
schuppenfleck auf  den  Hinterflügeln  oben  etwas  anders  als  das 
zweite  Exemplar  {H.  hodevä)-^  derselbe  ist  etwas  beschränkter 
und  dunkel  schwarzbraun,  bei  dem  anderen  ganz  hellbräuulich. 
Es  ist  mir  in  Folge  dessen  sehr  wahrscheinlich,  daß  diese  beiden 
(J(^  zwei  verschiedene  Arten,  mindestens  aber  Lokalrasseu 
repräsentiren.^' 

Da  diese  Hyantis  vom  Sattelberge  nicht  nur  in  der  Zeich- 
nung, sondern  auch  in  den  sekundären  Männchen-Auszeichnungen 
sowohl  von  hodera,  als  auch  von  xanihoplühalma  difTerirt  (mit 
melanomata  Stgr.  kann  sie  schon  wegen  der  völlig  verschiedenen 
Zeichnung  und  Färbung  nicht  verglichen  werden),  so  bin  ich 
überzeugt,  daß  sie  eine  eigene  Art  ist,  die  ich  zu  Ehren  ihres 
Entdeckers  zu  benennen  vorzuschlagen  mir  gestatte. 

Die  mir  bekannten  Arten  bez.  Formen  der  Gattung 
Hyantis  Hew.  sind: 

hodevaUew.;  Hewitson,  Ex.  Butt.  HI.  t.  1  f.  5,  G,  Waigeu; 

Kirsch,  Mittheil.  (1876),  Jobi,  Mysore; 

Staudinger,  Exot.  Schmett.  p.  191  Taf.  63;  Waigeu; 

Schatz  u.  Röber,  Exot.  Schmett.  p.  188  Taf.  31; 

Haase,  Iris  I.  p.   104  und  311; 

Grose  Smith,  Nov.  Zool.  I.   p.  357;  Neuguinea; 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903.  '<i2'" 


342 

Staiidinger,  Iris  VII.  p.  107,  Waigeii; 
Hagen,    Jahrb.    Nass.   V.   f.  Naturk.  50   (1897)    p.  79, 
Deutsch-Neuguinea ; 
V.  infmnata  Stgr.-    Staudinger,    Iris  VII.  p.  107,   Nordwest- 
Neuguinea; 
melanomciia  Stgr.;    Staudinger,    Iris    VII.    p.    108,    Deutsch- 
Neuguinea  ; 
Heller,  Ent.  Nachr.  XX.  p.  369,  Deutsch-Neuguinea; 
Hagen,  I.  c,  Deutsch-Neuguinea; 
V.  microphthalma  Heller;  Heller,    Ent.  Nachr.    XX.   p.   370; 

Deutsch-Neuguinea ; 
xanthophthalma  m.,  Südost-Neuguinea; 
Hageni  m.,  Deutsch-Neuguinea  (Sattelberg). 

Ob  die  vorgenannten  Formen  selbstständige  Arten  oder 
doch  Lokalformen,  oder  ob  die  beschriebenen  Stücke  nur  In- 
dividuen einer  sehr  variablen  Art  (hodevä)  darstellen,  läßt  sich 
noch  nicht  feststellen,  weil  das  zur  Zeit  aus  den  einzelnen  Loka- 
litäten vorhandene  Material  noch  zu  gering  ist.  Allerdings  hätte 
Herr  Grose  Smith,  dem  (vgl.  Nov.  Zool.  I.  p.  357)  „a  long 
series  of  both  sexes"  und  zwar  von  „Humboldt  Bay,  Duteh  new 
Guinea  and  in  neighbouring  Islands"  vorlag,  in  seinen  Mit- 
theilungen über  H.  hodeva  etwas  ausführlicher  sein  können.  Da 
er  keine  weiteren  Bemerkungen  über  diese  Art  macht,  darf  an- 
genommen werden,  daß  hodeva  nicht  varialtel  ist,  weil  er  die 
Variabilität  anderer  Arten  besprochen,  ja  selbst  nach  Stücken, 
die  er  für  Aberrationen  hielt,  eigene  Arten  aufgestellt  hat 
(z.  B.  Tenaris  Rothschildi). 

IV.  Mynes  Doubledaii  Wall.  var.  florensis. 
In  meiner  Arbeit  „Beitrag  zur  Kenntniß  der  indo-austra- 
lischeu  Lepidopteren-Fauna  (Tijdschr.  voor  Ent.  XXXIV.)  er- 
wähnte ich  pag.  307  zweier  von  der  Insel  Florcs  stammender 
$$  von  M.  Doubledaii.  Bei  näherem  Vergleiche  mit  einem 
frischen  $  dieser  Art  von  Ceram   (also  HI.  Doubledaii  form,  typ.) 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


343 

bemerke  ich  aber  Verschiedenheiten  dieser  Stücke,  die  zu  einer 
Abtrennung  der  Floresform  nöthigen.  Die  Oberseite  ist  viel 
dunkler  (schwarzbraun)  und  die  gelben  Zeichnungen  sind  reducirt. 
Die  Grundfärbung  der  Unterseite  ist  kaum  verschieden,  aber  die 
gelben  Zeichnungen  sind  weniger  lebhaft  gelb  und  kleiner, 
namentlich  ist  der  bei  der  typischen  Form  sehr  große  gelbe 
Mittellleck  zwischen  der  Submediana  und  dem  ersten  Medianaste 
der  Vorderfliigel  bei  den  Floresstücken  kleiner  als  die  anderen 
Mittelflecke,  bei  dem  einen  Stücke  sogar  nur  durch  gelbe  Atome 
angedeutet.  Auf  der  Unterseite  der  Hinterflügel  zeigt  sich  keine 
postmediaue  gelbe  Läugsbinde,  diese  ist  vielmehr  nur  durch 
gelbe  Atome  angedeutet,  welche  aber'  bei  dem  einen  Stücke  am 
Vorderrande  viel  stärker  auftreten,  als  bei  der  typischen  Form. 
Der  rothe  Submarginalfleck  zwischen  dem  2.  und  3.  Medianaste 
der  Vorderflügel  ist  kleiner  als  bei  Doiibledaü.  Das  ,^  ist  mir 
unbekannt.  Ich  schlage  für  diese  Subspecies  den  Namen  (var.) 
florensis  vor. 

V.  Thecla  Wernickei. 
Diese  noch  unbeschriebene  Art  aus  Santa  Catharina  in 
Sudbrasihen  ist  seit  einigen  Jahren  als  Thecla  wilhelmina  im 
Handel.  Dr.  Staudinger  benannte  sie  nach  der  Gattin  seines 
ehemaligen  Kustoden  Herrn  Hermann  Wernicke  in  Blasewitz. 
Dieser  Name  kann  jedoch  der  Art  nicht  verbleiben,  weil  bereits 
eine  andere  Art  der  Gattung  Thecla  den  Namen  wilhelmina  trägt; 
ich  ändere  ihn  daher  in  Weniickei  um.  Die  Flügelspannweite 
der  mir  vorliegenden  Stücke  beträgt  etwa  37  mm.  Das  ,^  ist 
oberseits  glänzend  dunkelblau,  nur  die  Apicalhälfte,  der  Vorder- 
iind  der  Außenrand  der  Vorderflügel,  sowie  ein  breiter  Rand  am 
Vorderwinkel  und  der  sehr  schmale  Außenrand  der  Hinterflügel 
sind  schwarz;  auf  den  Vorderflügeln  zieht  die  blaue  Färbung 
strahlenförmig  in  die  schwarze  Apicalhälfte,  die  mit  Ausnahme 
der  Flügelspitze  bei  gewisser  Belichtung  dunkel  violett  glänzt. 
Die  Fransen   sind    auf  den  VorderflUgeln    wenig   lichter    als  der 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


344 

Außenrand,  auf  den  Hinterflügeln  weiß^  am  Innenwinkel  der  Hinter- 
flügel steht  ein  schwarzes  Fleckchen.  Am  ersten  Medianaste 
steht  ein  längeres  (etwa  5  mm  langes)  schwarzes  Schwänzchen 
mit  weißer  Spitze  und  am  zweiten  Medianaste  ein  sehr  kurzes 
(1  mm)  dergleichen.  Die  Unterseite  ist  grauweiß  und  hat  auf 
beiden  Flügelpaaren  eine  postmediane  Reihe  weißer,  innen 
schwarz  gesäumter  halbmondförmiger  Fleckchen  und  eine  auf 
den  Vorderflügeln  unvollständige  submarginale  Reihe  schwärz- 
licher Fleckchen,  die  auf  den  Hinterflügeln  scharfe  Häkchen 
bilden;  zwischen  dem  ersten  und  dem  zweiten  Medianaste  steht 
ein  submarginaler  dunkelrother  Fleck  mit  schwarzem  Centrum; 
die  Saumlinie  ist  wenig  dunkler  als  die  Grundfärbung  und  nur 
im  hinteren  Theile  der  Hinterflügel  deutlich  schAvarz.  Das  $ 
unterscheidet  sich  nur  oberseits  durch  trüberes  Blau,  das  auf  den 
Vorderflügeln  auf  die  basale  Hälfte  beschränkt  ist.  Die  Fühler 
und  die  Beine  sind  bei  beiden  Geschlechtern  schwarz  und  weiß 
geringelt,  die  Palpen  sind  unten  weiß  und  oben  schwarz,  die 
Augen  sind  kurz  behaart. 

VI.  Esthemopheles  n.  g.  Erycinid.  lamprolenis  n,  sj). 

Von  den  Herren  Godman  und  Salvin  wurde  die  nach  einem 
$  beschriebene  radiata  G.  u.  S.  mit  ?  zur  Gattung  Esthetnopsis 
gestellt.  Mir  liegt  ein  Pärchen  ($  vom  Rio  San  Juan  in  West- 
Colombia  und  das  ,^  aus  Colombia  —  ohne  nähere  Angabe  des 
Fundorts  — )  einer  sehr  ähnlichen  neuen  Art  vor,  die  mit  der 
radiata  sehr  wahrscheinlich  congenerisch  ist.  Ich  stelle  für  diese 
neue  Art,  die  ich  lamprolenis  benenne,  die  vorgenannte  neue 
Gattung  auf.  Sie  unterscheidet  sich  nicht  nur  durch  die  voll- 
kommen abgerundete  Spitze  der  Vorderflügel  und  die  sehr  langen, 
fast  ^li  der  Länge  des  Vorderflügel-Randes  messenden  Fühler 
mit  undeutlicher,  schlanker  Kolbe,  sondern  auch  durch  die  Rippen- 
bildung von  Esthetnopsis  und  den  verwandten  Gattungen.  Der 
vierte  Subcostalast  mündet  in  den  Außenrand  (nicht  in  die 
Flügelspitze  wie  bei  Esthetnopsis'),  der  dritte  Subcostalast  in  die 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


345 

Flügelspitzie,  die  Discocellularcn  zweigen  sich  kurz  nach  dem 
zweiten  Subcostalaste  ab,  es  ist  eine  sehr  kurze,  aber  deutlieh 
wahrnehmbare  obere  Discocelkilare  vorhanden,  weshalb  die  obere 
Radiahs  nicht  mit  der  Subcostalis  anastomosirt,  die  mittle  und 
die  untere  Discocellulare  sind  von  ungelähr  gleicher  Länge, 
schwach  nach  innen  gebogen,  die  untere  Discocellulare  mündet 
kurz  nach  dem  Ursprünge  des  zweiten  Medianastes.  Die  Mittel- 
zelle der  VorderÜügel  ist  etwa  von  halber  Flügellänge,  die  Mittel- 
zelle der  Hinterflügel  mißt  nur  das  reichliche  Drittel  der  Hinter- 
flügellänge, die  mittle  und  untere  Discocellulare  schließen  die 
Mittelzelle  der  Hinterflügel  fast  gerade,  sie  sind  von  fast  gleicher 
Länge  (die  untere  Discocellulare  ist  etwas  länger),  die  mittle 
Discocellulare  entspringt  kurz  nach  der  Abzweigung  der  oberen 
Radialis  und  die  untere  Discocellulare  mündet  kurz  nach  dem 
Ursprünge  des  zweiten  Medianastes,  die  Präcostalis  ist  fast  gerade, 
kräftig,  mit  der  Spitze  wenig  nach  außen  gerichtet,  der  Basal- 
nerv  ist  kräftig.  Die  Palpen  sind  etwas  länger  als  der  Kopf, 
das  Basalglied  ist  sehr  kurz,  das  Mittelglied  sehr  lang  und 
schlank,  dicht  anliegend  beschuppt,  das  Endglied  sehr  klein, 
zart  und  nickend.  Vorderbeine?  (abgebrochen).  Augen  nackt. 
Nach  der  Abbildung  —  Biol.  centr.  amer.  Taf.  42  —  hat 
die  mir  in  natura  unbekannte  Esthern,  radiata  einfach  schwarze 
Grundfärbung  ohne  Glanz  —  auch  in  der  Beschreibung  ist  hier- 
über nichts  gesagt  — ,  die  neue  lamprolenis  dagegen  beim  ^ 
stark  stahlblauen  Glanz  der  Oberseite,  der  auch  auf  der  Unter- 
seite etwas  auftritt,  das  $  hat  schwächeren  Glanz,  der  — 
namentlich  auf  den  Hinterflügeln  —  grünlich  ist;  die  weißen 
Streifen  im  Außentheile  der  Flügel  sind  etwas  länger  als  bei 
radiata  und  zwar  haben  die  (9)  Streifen  im  Apicaltheile  der 
Vorderflügel  etwa  1/3  der  Flügellänge  und  werden  nach  dem 
Innenwinkel  zu  allmählig  kürzer,  so  daß  der  Fleck  im  Innen- 
winkel keilförmig  ist.  Auf  den  Hinterflügeln  stehen  8  gleich- 
mäßige große  weiße  Streifen.  Am  Saume  der  Flügel  befindet  sich 
eine  breite  Linie  von  der  Färbung  des  Flügelgrundes,  die  Fransen 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


346 

sind  auf  dem  liintercn  Theile  der  YorderflUgel  theilweise,  auf 
den  Hinterflügeln  aber  am  ganzen  Saume  weiß  und  überhaupt 
breiter  als  bei  den  verwandten  Gattungen.  —  Diese  Unterschiede 
würden  mich  aber  nicht  veranlassen,  lamprolenis  für  eigene  Art 
zu  betrachten,  die  Palpen  sind  jedoch  so  verschieden  gefärbt, 
daß  Zweifel  an  der  Artselbstständigkeit  kaum  entstehen  können: 
sie  sind  nämlich  schwarz  und  an  der  vorderen  Hälfte  der  Außen- 
seite des  Mittelgliedes  weiß,  bei  radiata  aber  —  nach  der  Be- 
schreibung —  einfach  gelb.  Flügelspannweite:  r^  37  mm, 
$  45  mm. 

VII.  lieber  einige  südamerikauische  Schmetterlinge. 

Eunica  Mabildei. 
Diese  neue  Art  wurde  von  Herrn  Ingenieur  Mabilde  in  der 
Provinz  Rio  Grande  du  Sul  entdeckt.  Ich  benenne  sie  ihm  zu 
Ehren.  Sie  hat  fast  dieselbe  Größe  und  Flügelform  wie  Emi. 
olympias  Feld,  aus  Colombia.  Die  Oberseite  des  ^  ist  etwas 
schwärzlicher  als  bei  olympias  und  der  mehr  violette  Schiller 
pimmt  einen  größeren  Theil  der  Vorderflügel  ein,  da  er  nur 
einen  schmalen  Vorder-  und  einen  etwa  6  mm  breiten  Außen- 
rand freiläßt;  im  Apicaltheil  reicht  er  bis  zu  den  3  weißen  Sub- 
apicalflecken,  die  ungefähr  die  Lage  wie  beim  $  von  Eirn. 
fora  Feld.  (cfr.  Staudinger,  Exot.  Schmettert,  Tafel  40)  haben. 
Eine  postmediane  lichte  Binde  ist  angedeutet  (sie  geht  durch 
den  blauen  Schiller)  und  tritt  am  deutlichsten  in  einem  kleinen 
weißen  wischförmigen  Flecke  am  Vorderrande  und  in  einem 
größeren  lichten,  dunkel  bestreuten  Submarginalflecke  zwischen 
dem  1.  und  2.  Medianaste  hervor.  Die  Fransen  sind  schwarz 
und  weiß  gescheckt.  Die  Hinterflügel  sind  einfarbig  braun- 
schwarz ohne  eine  Spur  des  blauen  Schillers.  Auch  unterseits 
ist  die  neue  Art  der  olympias  sehr  ähnlich,  doch  hat  sie  mehr 
graue  Schuppen  beigemischt.  Die  bei  olympias  vorhandene  sub- 
apicale   bläuliche  Binde  der  Vorderflügel   fehlt,   dagegen   ist  eine 

Stett.  eutomol.  Zeit.  1903. 


347 

lichte  (weißliche)  postmediane  Binde  vorhanden,  die  von  der 
Mitte  des  Vorderrandes  in  der  Richtung  nach  dem  Innenwinkel 
sich  bis  über  den  1.  Medianast  erstreckt.  Im  snbapicalen  Theile 
stehen  drei  weiße  Flecke,  die  den  auf  der  Oberseite  stehenden 
weißen  Flecken  entsprechen;  in  dieser  Fleckenreihe  steht  zwischen 
den  Radialen  ein  schwarzer  Fleck;  vor  dieser  Fleckenreihe  (nach 
der  Fliigelspitze  zu)  stehen  drei  bläuliche  Fleckchen.  Im  übrigen 
ist  die  Unterseite  derjenigen  von  olympias  sehr  ähnlich,  doch  ist, 
wie  bereits  gesagt,  namentlich  auf  den  Hinterflügeln  eine  stärkere 
Beimischung  von  grauen  Schuppen  zu  bemerken.  Das  $  von 
Eiin.  Mabildei  ist  oberseits  graubraun  mit  fast  schwarzem  Apical- 
theile  der  Vorderflügel;  in  letzterem  stehen  die  auch  beim  ,^ 
vorhandenen  drei  weißen  Flecke.  Wie  das  $  von  Eun.  flora 
besitzt  auch  das  $  von  Eun.  Mabildei  eine  etwa  5  mm  breite 
postmediane  weiße  33inde,  die  in  der  Mitte  des  Vorderrandes 
beginnt  und  zwischen  dem  ersten  Medianaste  und  der  Submediana 
in  der  Nähe  des  Innenwinkels  endet.  Am  Vorderrande  der 
Hinterflügel  steht  ein  länghcher  weißhcher  Fleck.  Die  Unter- 
seite hat  ebenfalls  die  weiße  Postmedianbinde  der  Vorderflügel, 
ist  aber  im  übrigen  von  der  des  ,^  kaum  verschieden. 

Ematurgina  (n.  gen.)  Mabildei. 
Diese  ebenfalls  von  Herrn  Ingenieur  Mabilde  in  der  Pro- 
vinz Rio  Grande  do  Sul  entdeckte  neue  Enjcinide  ist  der  Typus 
einer  neuen  Gattung,  die  in  die  Gruppe  Lemonias  —  Nyin- 
phidiiim  gehört.  Der  Vorderrand  der  Vorderflügel  ist  nur  wenig 
geschwungen,  der  Außenrand  gleichmäßig  abgerundet,  der  Hinter- 
rand gerade;  dasselbe  gilt  von  den  Hinterflügeln.  Die  untere 
Discocellulare  der  Hinterflügel  mündet  wie  in  Tliarops  (also  nach 
der  Abzweigung  des  zweiten  Medianastes),  die  mittle  Discocellu- 
lare geht  kurz  nach  der  Abzweigung  der  oberen  Radiale  ab, 
die  obere  Discocellulare  ist  daher  sehr  klein  und  in  der  Rich- 
tung der  oberen  Radiale.  Die  Mittelzclle  der  Hinterflügel  ist 
sehr  klein,  nur  etwa  1/3  so  lang  wie  die  HinterflUgel.    Im  Geäder 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


348 

der  Vorderflügel  ist  gegen  die  verwandten  Gattungen  kein  wesent- 
licher Unterschied.  Die  Palpen  ragen  weit  über  den  Kopf 
(namentlich  beim  $),  die  Fühler  haben  etwa  "^[^  der  Länge  des 
Vorderflügelrandes,  sind  schwarz,  unten  mit  2  Reihen  weißer 
Fleckchen;  die  Fühlerkolbe  ist  sehr  lang  und  hat  auf  der  Unter- 
seite eine  deutliche  tiefe  Längsfurchc,  so  daß  die  Fühlerkolbe  wie 
zusammengefaltet  erscheint.     Vorderbeine:  ?  (abgebrochen). 

Die  beiden  mir  vorliegenden  Stücke  (.^  und  $)  von  Ematur- 
gina  Mabildei  —  wie  ich  die  Art  zu  Ehren  ihres  Entdeckers 
benenne  —  haben  etwa  23  mm  Flügelspannweite.  Die  Grund- 
färbung der  Ober-  und  Unterseite  ist  ein  gleichmäßiges  Schwarz- 
braun. Die  Zeichnungen  sind  lichtgelb  und  zwar  haben  die 
Vorderflügel  eine  in  der  Nähe  des  Mittelzellenschlusses  beginnende 
und  schräg  wurzelwärts  bis  an  den  Innenrand  laufende  etwa 
1  mm  breite  Binde,  in  der  am  Schlüsse  der  Mittelzelle  ein  Flgck 
von  der  Grundfärbung  steht;  je  ein  lichtgelber  Querfleck  steht 
zwischen  dem  Schlüsse  der  Mittelzelle  und  der  Flügelspitze  und 
zwar  in  der  Nähe  des  Vorderrandes,  und  ein  kleinerer  Fleck  in 
der  Nähe  des  Innenrandes  zwischen  der  inneren  gelben  Binde 
und  dem  Außenwinkel;  am  Außenrande  stehen  6  lichtgelbe 
Flecke  von  verschiedener  Größe.  Die  Hinterflügel  haben  im 
Anschlüsse  an  die  Vorderflügelbinde  eine  subbasale  und  eine 
Mittelbinde,  sowie  5  Randflecke  von  ungleicher  Größe.  Auf  der 
Unterseite  sind  die  gelben  Zeichnungen  etwas  breiter,  sonst  ebenso 
wie  auf  der  Oberseite,  außerdem  ist  aber  gelbe  Färbung  an  der 
Basis  vorhanden.  Der  Hinterleib  des  ,^  ist  oben  in  der  vorderen 
Hälfte  schwarz,  in  der"  hinteren  Hälfte  gelb,  der  Anus  jedoch 
wieder  schwarz;  die  Unterseite  ist  gelblich  wie  die  Beine  und 
die  Unterseite  der  Palpen.  Der  Hinterleib  des  $  ist  oben  dunkel, 
unten  wie  die  Extremitäten  gelblich. 

Morpho  Godartii  Gucr.  var.  assarpai. 
Diese  schöne    neue  Form  aus   Peru   unterscheidet    sich  von 
der   typischen    M.  Godartii    aus   Bolivia    oberseits    durch    viel 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


349 

gesättigteres  Blau,  das  der  Färbung  von  .)/.  didiits  Hopflf  sehr 
nahe  kommt,  aber  noch  mehr  Glanz  besitzt,  und  durch  den  fast 
völUgen  Mangel  des  weißen  Subapicalfleckes  der  Vorderflügel. 
Unterseits  ist  die  Färbung  -—  namentlich  der  Hinterflügel  — 
viel  dunkler  (brauner),  auch  sind  die  Augenflecke  viel  breiter 
(mindestens  doppelt  so  breit  als  bei  Godartii)  hellziegelroth  um- 
randet-, es  ist  auch  auf  den  Hinterflügeln  eine  sehr  deutliche, 
schmutzig  ziegelrothe  Submarginalbinde  vorhanden,  die  bei  Godartii 
nur  durch  Atome  angedeutet  ist.     Das  ?  ist  mir  unbekannt. 

Morpho  peleides  Koll.  var.  maculata. 
Diese    Lokalform    aus    Ecuador,    von    der   mir  2  ,^,^    vor- 
liegen,   unterscheidet    sich  von   peleides    oberseits    durch  reineres 
(weniger  mit  Weiß  gemischtes)  Blau,  auch  ist  die  Flügelbasis  viel 
weniger  (kaum  bemerkbar)  verdunkelt.    Die  dunklen  Außenränder 
haben  etwa  dieselbe  Breite  wie  bei  peleides,  doch  sind  sie  weniger 
schwarz  (schwarzgrau),  die  in  ihr  stehenden  lichten  Flecke  sind 
viel  undeuthcher,  dagegen  steht  am  Vorderrande  der  Vorderflügel 
(etwa  in  der   Mitte    zwischen    dem    Schlüsse    der  Mittelzelle   und 
der  Flügelspitze)  ein  deutlicher  weißer  Fleck,   auch  schlagen  die 
Pupillen    der  Augenflecke    der  Unterseite   etwas  durch,    wodurch 
eine    postmediane    Reihe    weißer    Flecke    entstanden    ist.      Der 
schwarze  Fleck  am  Vorderrande  der  Vorderflügel  geht  nicht  über 
die    Subcostalis    hinaus.     Die   Unterseite   ist   lichter,    die   Zeich- 
nungen  erscheinen    daher   stumpfer  gefärbt   und    die   rothe  Sub- 
marginalbinde   der    Hinterflügel    ist  viel    weniger    entwickelt,  bei 
dem  einen  Stück  nur  durch  Flecke  in  der  Mitte  der  Flügelfelder 
angedeutet. 

Morpho  hector  (Stgr.  i.  1.?) 
Diese  Art  liegt  mir  in  einem  Pärchen  aus  Colombia  und 
in  1  (^  aus  Bohvia  vor.  Sie  dürfte  am  besten  mit  M.  coelestis  Butl. 
aus  Südbrasihen  zu  vergleichen  sein.  Letztere  halte  ich  für  eine 
von  M.  achilles  L.  verschiedene  Art,  weil  achilles  nach  Stücken 
aus    Surinam    und  aus  Peru,    also  aus    räumlich  weit    getrennten 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


350 

Lokalitäten,  fast  keine  Unterschiede  zeigt  und  dalier  diese  Art 
kaum  variabel  zu  sein  scheint^  auch  ist  es  mir  sehr  fraglich,  ob 
coelestis  eine  Lokalform  der  M.  achillaena  Hb.  ist,  weil  die 
Unterschiede  zu  bedeutend  und  zu  konstant  sind.  M.  hector  ist 
in  beiden  Geschlechtern  etwas  größer  als  coelestis,  der  dunkle 
Rand  der  Oberseite  ist  bei  hector  etwas  schmäler,  die  Färbung 
der  blauen  Mittelbinde  —  namentlich  bei  dem  Stücke  aus  Peru  — 
mehr  violett,  der  Basaltheil  weniger  dunkel;  die  bei  coelestis-Q 
stets  vorhandenen  postmedianen  weißen  Flecke  auf  den  Vorder- 
flügeln (im  dunklen  Außenrande)  sind  bei  hector  nicht  vor- 
handen, der  weiße  Fleck  am  Vorderrande  ist  viel  kleiner  und 
geht  nicht  über  die  Subcostalis  hinaus,  während  er  bei  coelcstis-,^,^ 
oft  bis  an  den  dritten  Medianast  reicht  und  die  weißen  Sub- 
margiualflecke  sind  kleiner.  Beim  hector-^  ist  die  blaue  Mittel- 
binde ebenfalls  etwas  breiter  und  fast  bis  zum  Vorderrande 
reichend,  auch  auf  den  Vorderflügcln  fast  die  äußere  Hälfte  der 
Mittelzelle  einnehmend;  der  weiße  Fleck  am  Vorden-aude  der 
Vorderflügel  (in  der  Nähe  des  Zellenschlusses)  ist  viel  kleiner 
und  reicht  nur  bis  zur  oberen  Radialis,  die  postmedianen  weißen 
Flecke  sind  nicht  wischfürmig  wie  bei  coelestis,  sondern  fast 
rund,  auch  sind  die  submarginalen  weißen  Flecke  viel  kleiner 
(im  hinteren  Flügeltheile  fast  verschwindend)  und  die  submar- 
ginalcn  rothen  Flecke  der  Hinterflügel  sind  größtentheils  kaum 
bemerkbar.  Die  Grundfärbung  der  Untere(eite  ist  bei  beiden 
Geschlechtern  lichter,  die  die  Augenreihe  einfassende  lichte  Binde 
ist  schmäler  und  in  der  Mitte  -weit  unterbrochen,  die  Augen- 
zeichnungen sind  etwas  größer  und  bleicher  gelb  (graugelb)  um- 
zogen, am  Schlüsse  der  Vorderflügel-Mittelzelle  steht  eine  viel 
geringer  entwickelte  weiße  Binde,  die  aus  kleinen  getrennten 
Flecken  besteht,  die  submarginale  rothe  Fleckenreihe  ist  im 
Gegensatze  zur  Oberseite  sehr  stark  entwickelt  und  die  sie  nach 
innen  begrenzende  lichte  Binde  ist  rein  weiß.  Während  bei 
coelestis  die  Ausbildung  der  Augenflecke  auf  den  Vorderflügeln 
variabel  ist,  scheint  sie  nach  dem  mir  vorliegenden  Material  bei 
hector  sehr  konstant  zu   sein. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


351 

Morpho  hector  var.  subfasciata 
aus  Peru  unterscheidet  sich  vornehmhch  durch  die  Entwicklung 
des  weißen  Flecks  am  Vorderrande  der  Vorderflügel  (hinter  dem 
Schlüsse  der  Mittelzelle):  er  reicht  bis  in  Zelle  4  (zwischen  dem 
dritten  Medianaste  und  der  unteren  Radialis),  ferner  sind  die 
dunklen  Außenränder  etwas  breiter  (namentlich  auf  den  Hinter- 
flügeln), die  Flügelbasis  ist  weniger  verdunkelt,  die  2  weißen 
Subapicalflecke  der  Vorderflügel  sind  größer,  dagegen  die  weißen 
Submarginalflecke  kleiner,  auch  die  Submargiualflecke  der  Hinter- 
flügel obsolet  und  mehr  gelb  als  roth.  Die  Flügelränder  sind 
stärker  gezackt.  Die  Augenflecke  der  Unterseite  sind  reiner  gelb 
umrandet,  die  Iris  der  Vorderflügel-Augenflecke  ist  in  größerer 
Ausdehnung  röthhehblau  bestäubt,  die  Bestäubung  der  Iris  der 
Hinterflüo-el-Auo-enflecke  ist  mehr  gelblich  anstatt  röthlich.  In 
der  Mittelzelle  der  Vorderflügel  fehlt  die  basale  und  subbasale 
Zeichnung,  die  Vorderflügel  haben  eine  deutliche  ununterbrochene 
breitere  Submarginalbinde  und  der  Streifen  entlang  des  Innen- 
randes au  der  Costaiis  der  Hinterflügel  ist  mehr  gelb  als  roth. 
—  Nach  1  ,^  der  Collect.  Fruhstorfer. 

Morpho  telamon. 

Diese  Art  stammt  aus  dem  Caucathale  in  Columbia;  ich 
sah  sie  in  vielen  Exemplaren  bei  einem  Händler  und  erbielt  von 
ihm  vor  etwa  10  Jahren  1  ,^  als  M.  peleides  Kofl.  Von  dieser 
Art  unterscheidet  sieh  telamon  schon  wesentlich  duich  die  Flügel- 
form: die  Vorderflügel  sind  breiter  (sehr  ähnlich  der  diagonalen 
Hälfte  eines  Quadrats)  und  die  Hinterflügel  sind  viel  runder. 
Die  Oberseite  ist  nicht  so  weißblau  wie  bei  peleides  und  hat 
bei  gewisser  Behchtung  einen  stark  violetten  Schein.  Der  auf 
den  Vorder-  und  Hinterflügehi  ganz  gleichmäßig  breite  dunkle 
Außenrand  ist  nicht  fchwarz,  sondern  nur  grausehwarz  und  sehr 
schmal  (kaum  4  nun  breit)  mit  sehr  undeutlichen  lichten  Sub- 
marginalfleckchen,  der  Wurzeltheil  der  Oberseite  ist  nicht  ver- 
dunkelt,   der  Vordervandt^st reifen    der  Vordertliigi-l    ist    gleichfalls 

Stelt.  eDtomol.  Zeit.  1903. 


352 

nur  grauschwarz  (und  wenig  auffallend)  und  der  weiße  Vorder- 
randsfleck in  der  Nähe  des  Mittelzellenschlusses  ist  sehr  klein 
und  obsolet,  daher  nicht  auffallend.  Am  Innenwinkel  der  Hinter- 
flüo:el  ist  nur  ein  sehr  obsoletes  rothbraunes  Streifchen.  Die 
Unterseite  ist  viel  lichter  (rölhlichbraun)  als  bei  peleides,  die 
Vorderflügel  haben  außer  den  gewöhnlichen  drei  Augentlecken 
noch  ein  viertes  kleines,  nicht  vollstäudio-  ausoebildetes  Aus-e 
zwischen  der  oberen  Radiahs  und  dem  letzten  Subcostalaste,  die 
lichte  Umsäumung  der  Augenflecke  ist  viel  breiter  und  schmutzig 
röthlichweiß,  die  schräge  weißliche  postmediane  Binde  ist  breiter 
und  stößt  am  Außenwinkel  mit  der  lichten  SubmarQ-inalzeichnuno- 
zusammen.  Der  gelbliche  Submarginalstreifen  der  Vorderflügel 
ist  breiter,  die  Submarginalzeichnungen  der  Hinterflügel  sind 
weniger  und  die  schmutzig  röthlichen  Streifchen  in  ihnen  sind 
sehr  gering  entwickelt.  _  Das  sog.  Subapicalauge  der  Hinterflügel 
ist  kleiner  als  bei  peleides.     Flügelspannweite:   118  mm. 

Morpho  peleus. 
Das  mir  vorliegende  ,^  aus  Venezuela  hat  eine  Flügel- 
spannweite von  IIG  mm.  Beide  Flügelpaare  haben  eine  etwa 
22  mm  breite  kornblumenblaue  Mittelbinde,  die  innen  scharf 
und  fast  geradlinig  abgcschniltcn  ist,  außen  aber  in  keilförmigen 
Strahlen  (ähnlich  ^ie  bei  Papilio  iilysses)  in  den  schwarzen 
Außenrand  geht.  Der  tief  dunkelblaue  Basaltheil  der  Flügel  ist 
etwa  20  mm  breit.  Am  Vorderrande  der  Vorderflügel  steht  in 
der  Nähe  der  äußeren  Grenze  der  blauen  Mittelbinde  und  zwar 
zwischen  den  beiden  letzten  Subcostalästen  ein  schwarzer  Fleck, 
der  nach  außen  von  weißen  Schuppen  begrenzt  wird.  Die  Vorder- 
flügel haben  in  dem  gleichbreiten,  nach  der  Flügelspitze  zu  nur 
ganz  wenig  verbreiterten  schwarzen  Außenrande  eine  vollstän- 
dige submarginale  Reihe  weißer  Flecke,  die  parallel  mit  dem 
Außenrande  verläuft  (also  nicht  wie  bei  vielen  anderen  Morphö- 
Arten  nach  der  Flügelspilze  zu  divergirt).  Am  Vorderrande  der 
Vorderflügel  (am  Sciilusse  der  Mittelzelle)  steht  ein  mäßig  großer 
Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


353 

länglicher  weißer  Fleck,  der  von  der  Subcostalis  begrenzt  wird, 
und  am  Zellenschlusse  (zwischen  der  oberen  Radialis  und  dem 
letzten  Subcostalaste)  steht  ein  schwarzer  Fleck.  Am  Innen- 
winkel der  Hinterflügel  stehen  2  undeutliche  röthliche  Streifchen. 
Die  Unterseite  ist  hchter  als  bei  M.  achilles  L.  var.  Jeonte  Hb. 
vom  oberen  Amazonas,  die  Hebten  Zeichnungen  sind  jedoch  — 
namentlich  auf  den  Vorderflügeln  —  breiter  und  zusammen- 
hängender, die  submarginale  weiße  Binde  der  Vorderflügel  ist 
viel  geringer  durch  die  sie  ihrer  Länge  nach  theilende  gelblich- 
bräunliche  Linie  unterbrochen.  —  Es  ist  mir  sehr  fraglich,  ob 
M.  peleus  als  Lokalform  des  achilles  zu  betrachten  ist. 

Morpho  trojana. 
Diese  in  den  letzten  Jahren  in  großer  Anzahl  in  den  Handel 
gekommene  Morpho  ist  —  so  viel  mir  bekannt  —  unter  dem 
Namen  achillaena  verkauft  worden.  Sie  ist  in  Paraguay  heimisch 
und  viel  mehr  der  31.  achillides  Feld,  als  der  M.  achillaena  Hb. 
ähnlich.  Die  mir  vorliegenden  Stücke  haben  eine  Flügelspann- 
weite von  118  bis  121  mm.  Die  etwa  20  mm  breite  lichtblaue, 
bei  gewissser  Belichtung  sehr  stark  violett  —  viel  bedeutender 
als  bei  M.  achillides  —  glänzende  Mittelbinde  geht  auf  den 
Vorderflügeln  an  der  äußeren  Seite  zahnförmig  in  den  dunkel- 
braunen Außeurand,  der  sich  nach  dem  Vorderrande  zu  allmählig 
verbreitert;  er  ist  am  Außenwinkel  etwa  10,  an  der  Spitze  der 
Vorderflügel  aber  reichlich  30  mm  breit;  in  ihm  steht  eine  voll- 
ständige Reihe  weißer  Flecke,  die  nacli  der  Flügelspitze  zu  innner 
grüßer  werden  und  mit  dem  Außenrande  nicht  völlig  parallel 
verlaufen.  Die  Hinterflügel  haben  eine  in  der  Mitte  etwa  16  mm 
breite  dunkelbraune  Marginalbinde  mit  stets  sehr  deutlichen  sub- 
marginalen rothbraunen  Flecken.  Die  etwa  19  nun  breite  bräun- 
liche Basalbinde  hat  nur  geringen  bläulichen  Seliiiunier.  Am 
Vorderrande  der  Vorderflügel  (in  der  Nähe  des  Mittelzellen- 
schlusses) steht  ein  großer,  bis  in  Zelle  5  reichender  weißer 
Fleck,  am  Schlüsse  der  Mittelzelle  steht  ein  dunkelbrauner  Fleck. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


354 

Die  Unterseite  ist  viel  lichter  als  bei  achillides,  mehr  gelblich- 
braun, die  Augenflecke  auf  den  Vorderflügeln  sind  viel  kleiner 
und  viel  geringer  licht  umzogen^  die  weiße  Mittelbinde  ist  viel 
breiter,  zusammenhängend  und  bis  an  den  Innenrand  reichend. 
Die  die  submarginule  Aveiße  Binde  der  Vorderflügel  theilende 
dunkle  Linie  ist  nur  leicht  wellenförmig,  aber  nicht  aus  halb- 
mondförmioen  Bogen  zusammengesetzt  wie  bei  achillides.  Auch 
die  Hinterflügel- Augen  sind  etwas  kleiner  und  geringer  licht  um- 
ranHet,  die  submarginalen  rothen  Randflecke  sind  kleiner  und 
schmutzig  roth.  —  Das  $  ist  mir  nicht  bekannt. 

Morpho  herniione. 
Diese  neue  in  Colombia  heimische  Art  oder  Lokalform  der 
M.  deidamia  Hb.  unterscheidet  sich  von  der  typischen  deidamia 
vom  unteren  Amazonas  durch  viel  geringere  Breite  des  schwarzen 
Außenrandes ^  dieser  ist  am  Außenwinkel  der  Vorderflügel  nur 
etwa  2  mm  breit,  verbreitert  sich  aber  allmählig  und  zeigt  im 
Flügelapex  eine  Breite  von  etwa  15  mm;  der  Außenrand  der 
Hinterflügel  ist  in  der  Mitte  etwa  3  mm  breit.  Das  mir  vor- 
liegende (^  hat  115  mm  Flügelspannweite.  Die  grünlichblaue 
Mittelbinde  ist  etwa  25  mm  breit,  innen  scharf  und  fast  gerad- 
linig abgeschnitten,  außen  undeutlich  begrenzt.  Der  etwa  18  mm 
breite  dunkelbraune  Basaltheil  hat  nur  im  äußeren  Drittel  dunkel- 
blauen Glanz.  Im  Apex  der  Vordertlügel  stehen  2  kleine  deut- 
liche weiße  und  1  sehr  undeutliches  lichtes  Fleckchen.  Am 
Vorderrand  der  Vorderflügel  steht  ein  kleiner  weißer  Fleck.  Am 
Innenwinkel  der  Hinterflügel  sind  nur  Spuren  röthlicher  Fleckchen 
vorhanden.  Die  Unterseite  ist  dunkel  mahagonibraun,  auf  den 
Hinterflügeln  in  der  Umgebung  der  Rippen  etwas  lichter,  die 
lichten  Zeichungen  sind  in  der  Gestalt  denen  von  deidamia  fast 
gleich,  doch  sind  sie  viel  geringer  cntMickelt  (schmäler)  und 
von  den  submarginalen  ziegelrothcn  Flecken  der  Hinterflügd  sind 
nur  geringe  Spuren  vorhanden.  —  M.  hermione  ist  als  der 
colombische    Vertreter    der    deidamia    zu    betrachten,    während 

Btetf.  entomol.  Zeit.  1903. 


355 

M.  granaclensis  Feld,  aus  Colombia,  die  von  Dr.  Staudiuger 
(Exot.  Schmett.  p.  210  und  211)  mit  Zweifel  für  eigene  Art 
gehalten  wurde,  sicher  eigene  Art  ist,  da  sie  außer  anderen  be- 
deutenden Unterschieden  eine  ganz  andere  Flügelforni  besitzt. 
In  letzterer  weicht  auch  hermione  von  den  verwandten  Formen 
ab,  weil  die  Vorderflügel  im  Apicaltheile  auffällig  verlängert, 
auch  die  Hinterflügel  nach  hinten  ausgezogen  sind  und  daher 
sehr  schmal  erscheinen. 

Morpho  electra. 

Von  dieser  neuen  Art  aus  Bolivia  liegen  mir  3  r^,^  vor. 
Sie  ist  mit  deidamia  verwandt,  hat  aber  entschieden  rundere 
Hinterflügel  und  gedrungenere  Vorderflügel.  Die  Oberseite  ist 
prachtvoll  lichtblau,  bei  gewisser  Belichtung  mit  grünlichem 
Schimmer.  Der  schwarze  Außenrand  ist  sehr  schmal,  am  Außen- 
winkel der  Vorderflügel  nur  etwa  2  mm  und  in  der  Flügelspitzc 
etwa  10  mm,  in  der  Mitte  der  Hinterflügel  etwa  3  mm  breit. 
Im  Apex  der  Vorderflügel  stehen  2  weiße  Flecke,  der  Vorder- 
rand der  Vorderflügel  ist  von  der  Wurzel  bis  zum  Schlüsse  der 
Mittelzelle  braunschwarz,  hieran  schließt  sich  der  etwa  10  mm 
lange  weiße  Vorderrandsfleck.  Die  Flügelbasis  ist  in  nur  ganz 
geringem  Grade  verdunkelt.  Die  Unterseite  ist  dunkelrothbraun, 
die  Gestalt  der  lichten  Zeichnungen  denen  von  deidamia  ganz 
ähnlich,  doch  sind  die  Augenzeichnungen  viel  kleiner,  rothgelb 
umzogen  (ganz  ähnhch  wie  bei  M.  granadensis  Feld.,  doch  ist 
das  sogen.  Subapicalauge  der  Hinterflügel  bei  letzterer  bedeutend 
größer),  die  Außenrandszeichnungen  sind  weiß  (nicht  gelb  wie 
bei  deidamia},  die  inneren  silberweißen  Zeichnungen  sind  reducirt 
und  weniger  zusammenhängend  und  am  Außenrand  der  Hinter- 
flUgel  sind  nur  schmale  rothe  Längsfleckchen  (keine  Querbinde) 
vorhanden.  —  Es  ist  fraglich,  ob  M.  electra  als  Lokalform  der 
deidamia  oder  der  granadensis  oder  als  eigene  Art  zu  be- 
trachten ist. 

Stett.  ontomol.  Zeit.  1903.  23 


356 

Mesosemia  chalybaea. 
Das  mir  vorliegende  Stück  dieser  neuen  Art  aus  Colombia 
besitzt  leider  die  Vorderbeine  nicht  mehr,  auch  ist  der  Hinter- 
leib so  verdrückt,  daß  die  Abdominalöffnungen  nicht  mehr  genau 
zu  erkennen  sind,  weshalb  ich  nicht  mit  Sicherheit  das  Geschlecht 
feststellen  kann;  nach  Analogie  der  verwandten  Arten  ist  es 
jedoch  der  Färbung  nach  1  ^J.  Im  übrigen  ist  das  Stück 
schön  erhalten.  Die  Flügelspannweite  beträgt  39  mm.  Die  Ge- 
stalt, Zeichnung  und  Färbung  der  Flügel  sind  ähnlich  wie  bei 
Mes.  iosca  Stgr.  (Exot.  Schmett.  p.  243  Taf.  88),  mit  der  ich 
die  neue  Art  bei  der  folgenden  Beschreibung  vergleiche.  Die 
Grundfärbung  ist  am  besten  als  grünlich  stahlblau  zu  bezeichnen, 
sie  tritt  jedoch  wegen  der  starken  Verdunkelung  des  Basaltheils 
beider  Flügelpaare  wenig  hervor.  Die  beiden  äußeren  grünlich 
stahlblauen  Binden  auf  der  Oberseite  der  Vorderflügel  beginnen 
fast  am  Vorderrande  und  reichen  bis  an  den  sehr  schmalen 
schwarzen  Saum  des  Innenrandes.  Unter  dem  großen  runden 
schwarzen,  3  weiße  Pünktchen  tragenden  Fleck  in  der  Mittcl- 
zelle  stehen  3  große  regelmäßig  gestaltete  schwarze  Flecke,  die 
die  bläuliche  Grundfärbung  nur  in  Spuren  aufkommen  lassen; 
die  antemediane  oder  subbasale  schwarze  Binde  ist  breiter  als 
bei  iosca  und  reicht  bis  an  den  Innenrand,  die  Flügelbasis  ist 
zwar  grünlich  stahlblau,  doch  wie  die  innere  Hälfte  der  Hinter- 
flügel stark  mit  schwarzen  Schuppen  bestreut;  der  schwarze 
Außenrand  ist  etwas  schmäler  als  bei  tosca.  Die  schwarze 
Mittelbinde  der  Hinterflügel  beginnt  am  Vorderrande,  aber  nahe 
dem  Außenwinkel  und  endet  im  Innenwinkel,  die  submarginale 
schwarze  Binde  ist  vollständig  und  verläuft  fast  parallel  mit  dem 
Außenrande;  der  schwarze  Aiißenrand  ist  sehr  schmal.  Die  Unter- 
seite ist  ähnlich  wie  bei  tosca,  doch  erreicht  die  schwarze  Mittel- 
binde der  Vorderflügel  den  Innenrand  nicht,  sondern  endet  kurz 
vor  der  Submediana;  hinter  ihr  (nach  außen)  steht  eine  schwach 
stahlblaue  Binde,  auch  der  größere  äußere  Theil  der  Mittelzelle 
ist  schwach  stahlblau  gefärbt.    Das  scIha  arzc  Auge  in  der  Mittel- 

ßtott.  entomol.  Zeit.  1903. 


357 

Zelle  ist  nicht  gelb  (sondern  eben  breit  sehwach  stahlblau)  um- 
zogen, unter  ihm  steht  kein  schürf  markirter  Fleck,  sondern  der 
ganze  Flügeltheil  unter  ihm  ist  dunkel.  Die  subbasale  schwarze 
Binde  fehlt.  Die  Hinterflügel  sind  grau  bestreut;  die  innere 
dunkle  Binde  zeigt  dieselbe  Lage  wie  oberseits  und  ist  innen 
licht  gesäumt;  der  schwarze  Mittelfleck  hat  auf  der  äußeren  und 
der  inneren  Seite  je  ein  ganz  kleines  weißes  Fleckchen.  Der 
Raum  zwischen  der  mittein  und  der  sehr  undeutlichen  submar- 
ginalen Binde  ist  schwach  bläulich;  in  der  Mittelzelle  ^^teht  ein  sub- 
basales  lichtes  Querstreifchen,  das  beiderseits  dunkel  begrenzt  ist. 


VIII.  Hyporion, 

eine  neue  palaearctische  Erjciniden-Gattung. 

Die  im  Lepidopteren  -  Kataloge  von  Dr.  Staudinger  und 
Dr.  Rebel  zur  Gattung  Polycaena  Stgr.  gestellte  Art  princeps  Ob. 
unterscheidet  sich  von  dem  Typus  der  Gattung  tameiiana  Stgr. 
durch  die  fünfästige  Subcostalis,  von  welcher  zwei  Aeste  vor 
dem  Schlüsse  der  Mittelzelle  abgezweigt  sind,  auch  ist  die  obere 
Radiahs  der  Vorderflügel  nicht  mit  der  Subcostalis  verwachsen, 
sondern  entspringt  direkt  am  Schlüsse  der  Mittelzelle.  Die  P'ühler 
sind  etwas  kürzer  als  bei  tamerlana;  ihre  Kolben  sind  runder 
und  ausgeprägter.  Die  Palpen  sind  kräftiger  und  viel  stärker 
laug  behaart,  den  Kopf  kaum  überragend.  Vorderbeine:  ? 
(abgebrochen).  In  der  Rippenbildung  der  Vorderflügel  stimmt 
H  lipo  Hon  mit  der  Gattung  Nemeohius  Stph.  fast  überein,  doch 
unterscheidet  sie  sich  von  letzterer  durch  die  Bildung  der  Sub- 
costalis der  Hinterflügel,  die  bei  Hifporioii  sich  erst  sehr  weit 
nach  dem  Schlüsse  der  Mittelzelle  von  der  oberen  Radialis  ab- 
zweigt, sehr  kurz  ist  und  als  ein  kurzer  Ast  der  oberen  Radialis 
erscheint;  hierin  stimmt  Hyporion  fast  mit  Polycaena  überein. 
Die  Mittelzelle  der  Hinterflügel  ist  wie  bei  Polycaena  sehr  schräg 
geschlossen,  aber  etwas  länger  als  bei  Nemeohius  und  Polycaetia. 
Die  Palpen  sind  größer  und  kräftiger  als  bei  Nemeobius. 

Stott.  ontomol.  Zeit.  1903.  23* 


358 

In  die  Gattung  Hyporion  goliöi-t  auch  Ina  Gr.,  die  weder 
im  Geäder,  noch  in  der  Bildung  der  Palpen  und  Fühler  den 
geringsten  Unterschied  gegen  princeps  zeigt;  ich  halte  sie  übrigens 
nicht  für  eigene  Art,  sondern  für  eine  Zeitform  von  princeps. 
Von  beiden  Formen  konnte  ich  leider  keine  $$  erlangen. 


Zum  Heimaths-Nachweis  der  Agrolis  cursoria- 
Varietäten  obscura  Stgr.  und  sagitta  Stgr. 


von  A.  Riesen. 


In  dem  Kataloge  der  Lepidopteren  des  palaearktisehen 
Faunengebietes  von  Dr.  Staudinger  und  Dr.  Rebel  —  Berlin  1901 
—  sind  für  obscura  als  Vaterländer  verzeichnet  Pommerania,  Liv., 
Ins.  Hebrid.  Weshalb  Ostpreußen,  wo  doch  obscura  in  Mehr- 
zahl anzutreffen  war  —  man  vergleiche  meine  Berichte  darüber 
in  der  Stett.  ent.  Zeit.  1889  S.  5  und  S.  346  -^  unberück- 
sichtigt gebheben  ist,  erscheint  mir  unerfindlich.  Was  die  Varietät 
sagitta  betrifft,  so  ist  für  diese  in  dem  erwähnten  Kataloge  über- 
haupt kein  Vaterland  angegeben.  In  dem  alten  Kataloge  von 
1871,  wo  sagitta  unter  No.  1901  als  fragliche  selbstständige 
Art  aufgeführt  ist,  war  als  Vaterland  „?  Ross.  m."  verzeichnet. 
Inwiefern  es  nothwendig  wurde,  sagitta  als  Abart  von  cursoria 
anzusehen,  glaube  ich  (Stett.  ent.  Z.  1889  S.  6)  nachgewiesen 
zu  haben;  aus  welchen  Gründen  aber  ignorirte  man  Ostpreußen 
als  Vaterland  für  diese  Varietät?  Daß  sagitta  am  Seestrande 
Ostpreußens  vorkommt,  wird  bewiesen  durch  meine  Sammlungs- 
Exemplare,  von  denen  1  Cranzer  Stück  s.  Z.  dem  Dr.  Staudinger 
vorgelegen  hat,  welches  von  ihm  als  „saf/i/to"  determinirt 
worden  ist. 


stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


359 


I. 

Neue  afrikanische  Lepidopteren. 


^  011  II.  Fnilistoi'l'er. 


Euphaedra  medou  ?  ab.  fernanda. 

1  $  der  Euph.  medon  von  Fernando  Po  düTerirt  von  der 
nächstverwandten  ab.  viridinotata  Biitl.  durch  größeren,  weißen 
Apikaifleck  der  Vorderflügel  und  die  viel  schmälere,  gelbe  sub- 
apikale Schrägbinde. 

Die  Unterseite  ist  dunkler  als  bei  viridinotata,  die  weiße 
Discalbinde  tritt  schärfer  hervor  und  die  schwarze  Submarginal- 
binde  ist  sehr  verbreitert.  Auch  die  Vorderflügel-Unterseite  ist 
stark  verdunkelt. 

Fernanda  macht  ganz  den  Eindruck  einer  Inselrace,  und 
wenn  noch  mehr  übereinstimmende  Exemplare  nach  Europa 
kommen,  kann  fernanda  als  Subspecies   aufgefaßt  werden. 

Patria:  Fernando  Po. 

Cymothoe  lurida  sublurida  nov.  subspec. 

1  ^  von  Fernando  Po  ditlerirt  von  hirida  Butl.  aus  Kamerun 
durch  den  fast  ganz  verschwundenen  Marginalsaum  der  Vorder- 
flügel und  den  sehr  verschmälerten  Saum  der  Hinterflügel-Ober- 
seite. Das  Exemplar  ist  kleiner  und  von  viel  hellerer  Grund- 
farbe als  solche  vom  Festlande,  namentlich  der  Apikaltheil  ist 
auffallend  bleichgelb. 

Die  Unterseite  ist  sehr  viel  heller,  reichlich  weiß  gefleckt 
und  die  Medianbinde  der  Hinterflügel   ist  hellroth   anstatt   braun. 

Patria:  Fernando  Po. 

Pap.  illyris  flavisparsus  nov.  subspec. 

1   rj  von  Fernando  Po  difterirt  von  5  ,^,^    des    Festlandes 

von    Afrika  durch   die  fast  doppelt  so    breiten  Submarginalflecke 

der  Hinterflügel-Oberseite.    Die  gelben  Admarginalflecke  und  der 

gelbe  Saum    am    Schwänze    sind  viel    prominenter.     Die    Hinter- 
sten, entomol.  Zeit.  1903. 


360 

flügel-Unterseite  ist  dann  noch  aiisgczoiohnet  durch  schv  broilc, 
gelbe  Submarginalmakehi,  welche  mit  dem  gelben  Flügelaiißen- 
saum  stellenweise  zusammenfließen. 

Der  schwarze  halbmondförmige  Fleck  des  Costalrandes  ist 
stark  erweitert,  ebenso  die  rothen  Flecke. 

Patria:  Fernando  Po. 

P.  cypraeafila  fernandus  nov.  subspec. 

Diese  stark  pronoucirte  Lokalracc  diderirt  von  cypraeafila  Butl. 
aus  West- Afrika  durch  die  außerordentlich  verschmälerten,  gelben 
Medianbinden  aller  Flügel.  Auf  der  Unterseite  der  Vorderflügel 
fehlt  der  weiße  Fleck  im  Apex  der  Zelle.  Die  marginalen  Saum- 
flecke sind  auf  beiden  Flügelseiten  stark  verbreitert. 

Patria:  Fernando  Po. 

II. 

Parnassius  epaphus  Huwei   nov.  subspec. 

Herr  Huwe  überließ  mir  aus  seiner  Sammlung  ein  Pärchen 
Parnassier  aus  Central-Asien,  welches  einer  noch  unbeschriebenen 
Eorm  des  epaphus  Oberthür  angehört. 

Die  neue  Race,  welche  ich  nach  meinem  verehrten  ento- 
mologischen Freunde  Hmvei  nenne,  bildet  ein  Mittelglied  zwischen 
epaplms  mercnriiis  Gr.  und  epaphus  sikkitnensis  Elwes.  Mit 
ersterem  hat  Huwei  die  dicht  weiß  beschuppte  Flügeloberseite 
gemeinsam,  mit  letzterem  die  ausgedehnte  '  dunkle  Hinterflügel- 
Färbung. 

(^  Huwei  differirt  aber  von  mercnrius  durch  den  breiteren, 
durchsichtigen,  glasigen  Außensaum  und  schmälere  aber  schärfer 
schwarz  abgesetzte  Submarginalbinden  der  Vorderflügel.  Die 
Hinterflügel  von  Huwei  sind  von  einer  mindestens  doppelt  so 
breiten  Marginalbinde  durchzogen  und  die  Ocellen  aller  Flügel 
breiter  schwarz  umrandet. 

Auch  die  schwarzen  Makeln  der  Vorderflügelzelle  sind  ver- 
breitert und  der  costale  rothe  Fleck  tritt  mehr  hervor  als  bei 
mercurius  und  sikhimensis. 

StDtt.  entomol.  Zeit.  1903. 


361 

Verglichen  mit  sikkimensis  differirt  Huioei  in  folgenden 
Punkten:  Vorderflügel:  Die  marginale,  glasige  Zone  ist  erweitert, 
die  Submarginalbinde  dagegen  viel  kürzer  und  dünner.  Der 
schwarze  Subapicalfleck  vor  dem  Zellapex  ist  viel  kleiner. 

Hinterflügel:  Die  admarginale  Bestäubung  ist  obsoleter, 
jedoch  breiter  angelegt,  die  submarginale  Reihe  von  dreieckigen 
Fleckchen  fast  verschwunden.  Das  basale  Schwarz  ist  bedeutend 
reducirt. 

Unterseite:  Diese  weicht  schon  durch  die  dichtere,  weiße 
Beschuppung,  wodurch  eine  matte  Grundfarbe  bedingt  wird,  von 
der  stark  hornglänzenden  mercwrf?/s-ünterseite  ab. 

Die  Ocellen  der  Hinterflügel  sind  nicht  hell  carminroth  wie 
bei  mercurkts  sondern  bkiß  rosa  und  ebenso  geringelt  und  ver- 
theilt  wie  bei  aikkimensis. 

Hmcei  unterscheidet  sich  von  sikkimensis  unterseits  durch 
die  größere  Rothfleckung  der  Hinterflügel  und  die  abgekürzte 
Submarginalbinde  der  Vorderflügel  und  die  stark  verminderte 
schwarze  Beschuppung.  Auch  in  der  Größe  hält  Huicei  die 
Mitte  zwischen  beiden  Formen,  weil 

mercurius  aus  Turkestan  29  mm, 
Huicei  aus  Aksu  25  mm, 

sikkimensis   aus   Sikkim  22 — 23  mm   Vorderflügellänge 
aufweisen. 

Das  ^  hat  eine  noch  ausgedehntere,  glasige  Region  auf 
allen  Flügeln,  viel  größere  Rothflecke  als  mercurius  und  einen 
viel  breiteren,  schwarzen  Marginalsaum  als  sikkimensis-^. 

Patria:  Aksu,  Chines.  Turkestan. 

Das  (^  trägt  die  Etiquette:  Juli,  am  Kia-Fluß. 


Stott.  cntoniol.  Zeit.  1903. 


362 


Eine  neue  Agonosoma-Art, 

lieschriebcn  von  11.  Sfliontecleii,  Brüssel. 


Agonosoma  Dohrni  sp.  n. 

Corpus  oblongo-ovale,  sat  dense  punctatum,  siipra  subtusque 
fere  aeque  convexum. 

Caput  superne  fere  planum,  paruni  declive,  apicem  versus 
sensim  angustatum;  margiuibus  lateralibus  subacutis,  leviter 
sinuatis;  latius  quam  longius  basi  scutelli  latitudine  subaequali, 
lobis  aequilongis;  —  nigrum,  dense  punctatum,  limbis  lateralibus 
angustis,  parteque  postica  tjli  medio,  testaceis,  hac  inipunctata. 
Rostrum  segmentum  ventris  tertium  attingens,  articulo  secundo 
apicalibus  duobus  ad  unum  longiore,  bis  iuter  se  subaequilongis. 
Antennae  nigrae,  basi  fuseae;  articulo  primo  capitis  apicem  baud 
attiugente,  secundo  longiore;  tertio  secundo  subaequali,  quarto 
praecedentibus  duobus  ad  unum  subaequali  et  quinto  distinete 
breviore. 

Pronotum  sexangulare,  angulis  posticis  rotundatis,  angulis 
lateralibus  vix  prominentibus;  marginibus  lateralibus  anticis  sub- 
rectis,  apice  extus  denticulo  instructis;  cinnamomeum,  sat  dense 
nigro-punctatum,  limbis  sat  angustis  lateralibus  anticis  et  posticis, 
vitta  angusta  longitudinali  media,  vittaque  utrinque  submarginali 
a  margine  antico  (pone  oeulos)  ad  angulos  basales  scutelli  ducta, 
flavo-testaceis,  impunctatis;  vittis  nigrolimbatis,  spatio  inter  limbum 
lateralem  et  vittam  submargiualem  nigro-cinnamomeum.  Sterna 
sulcata.  Pectus  fusco- nigrum,  aeneo-nitens,  area  evaporativa 
cinerea  opaea;  prostethio  antice  intus  leviter  bilatatum,  acutum. 
Orificia  a  marginibus  metastetbii  quam  a  coxis  longius  remota, 
in  sulcum  sat  longum,  antrorsum  curvatum,   extrorsum  producta. 

Pedes  nigri  (fusco-nigri),  leviter  aeneo-nitentes  aureo-pilosuli, 
femoribus  medio  subtus,  femoribus  posticis  parte  apicali  excepta, 
flavis;  tibüs  superne  subplanis. 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


363 

Sciitellum  ciiinamomcum,  limbis  lateralibus  et  apicali  toto, 
hoc  mcdio  minus  latc,  vitta  angusta  arcuala  iiitcr  linibos  laterales 
versus  medium,  lineaque  longitudinali  sat  obsoleta  media  a  basi 
ad  vittam  illam  transversam  ducta,  flavo-testaceis,  impunetatis^ 
limbo  intus^  vittis  utrinque  nigro-limbatis^  abdomini  aequilatum 
et  aequilongum,  apice  truncatum  et  leviler  sinuatum,  augulis 
basalibus  ad  angulos  posticos  pronoti  positis. 

Hemelytra  extus  nigra,  margine  costuli  basi  flavescente, 
calloso. 

Venter  nigro-piceus,  disco  vix  punctatus,  latera  versus  densius 
et  distinctius^  limbo  flavo-testaceo,  levigato,  macula  apicali  vel 
anteapicali  segmentorum  fusco-nigra^  incisuris  medio  ulrinque 
sinuatis,  latera  versus  rectis;  segmento  ultimo  retrorsum  sat  pro- 
ducto,  parte  apicali  nigra  (limbo  flavo-testaceo),  parte  bac  trans- 
versim  obsolete  strigosa. 

Specimen  unicum  examinavi,  e  Mexico?  (Mus.  Stettin). 

Ab  aliis  speciebus  generis  capite  magis  deplanato,  segmento 
sexto  transversim  obsolete  strigoso,  coloreque,  bene  distincta. 
Ab  Ag.  trilineaia  difTert  limbo  scutelli  flavo-testaceo  vittaque 
transversa  hujus;  ab  Ag.  faconofafa,  cui  propinqua,  limbo  scutelli 
toto,  apice  minus  late,  tlavo  testaceo  (apud  Ag.  faconoiatam 
autem  scutellum  apice  macula  triangulari  media  ornatum),  coloreque 
corporis  inferne  distinguitur. 

Das  einzige  vorhandene  Stück  dieser  neuen  xlrl  erhielt  ich, 
zwischen  eine  Anzahl  afrikanischer  ScuteUeriden,  mit  Angabe: 
Afrika?  Mexico?     Die  Art  stammt  sicher  nicht  aus   Afrika. 


Stott.  entomol.  Zeit.  1903. 


364 


Iiilialts-Torzeicliniss. 


Weitere  Beiträge  zur  Metamorphose  der  deutschen  Tricho- 
pteren  von  Georg  Ulm  er,  Hamburg.  S.  179.  Figuren-Erklärung 
hierzu  S.  225.  —  Alte  und  neue  Kleinfalter  der  europäischen 
Fauna  von  Pfarrer  A.  Fuchs  in  Bornich.  S.  227.  —  Die  Arten 
der  Odonaten-Gattung  Neurothemis  von  L.  Krüger.  S.  248.  — 
Descriptions  of  new  genera  and  species  of  Pl\ytophagous  Coleoptera 
obtained  by  Herr  Conradt  in  West -Afrika  (Cameroons),  bv 
Martin  Jacoby.  S.  292.  —  Lepidopterologisches  von  J.  Röber 
in  Dresden.  S.  337.  —  Zum  Heimaths-Nachweis  der  Agrotis 
cursoria- Varietäten  obscura  Stgr.  und  sagitta  Stgr.  von  A.  Riesen. 
S.  358.  —  Neue  afrikanische  Lepidoptcren  von  H.  Fruhstorfer. 
S.  359.  —  Parnassius  epaphus  Huwei,  nov.  subspec.  von  d'em- 
selben.  S.  360.  —  Eine  neue  Agonosoma-Art,  beschrieben  von 
H.  Schouteden,  Brüssel.  S.  362.  —  Inhalts- Verzeichniß.  S.  364. 
—  Inhalt  des  64.  Jahrganges.  S.  364.  —  Alphabetisches 
Register.     S.  365. 


Inhalt  des  61.  Jalirgaiiges 

der  Stettiner  Entomologischen  Zeitung  1903 

(al[ihabetisch  geordnet). 

o  Seile 
H.    Agren,    zur     Kenntniß     der     Apterygotenfauua     Süd- 
Schwedens      113 

Alphabetisches  Register ,     .     .     .  365 

Dr.    M.    pjernhauer,    Beitrag    zur    Staphylinidenfauna    von 

Ostindien  und  den  Sundainseln 21 

H.  Fruhstorfer,  Neue  afrikanische  Lepidoptcren      .      .     .  359 
Derselbe,  Parnassius  epaphus  Huwei 360 

Stelt.  entomol.  Zeit.  1903. 


365 

A.  Fuchs,  Neue  Kleinfalter  des  Mittelmeergebietes    ...       3 
Derselbe,  Alte  und  neue  Kleinfalter  der  europäischen  Fauna  227 

Ed.  Hering,  Uebersicht  der  Sumatra-Pyralidae  (Schluß)     .     38 
Derselbe,  Neue  Pyraliden  aus  dem  tropischen  Faunengebiet     97 

M.  Jacoby,    Descriptions   of   new    genera    and   species   of 
Phytophagous  Coleoptera  . 

Inhalt  des  64.  Jahrganges 

T  ,    1.           •  1    •  .     .  177,  364 

Inhaltsverzeichnisse ' 

L.  Krüger,  Die  Arten  der  Odonaten-Gattung   Neurothemis  248 
A.  Riesen,    Zum  Heimaths-Nachweis  von  Agrotis  fugax    .     37 
Derselbe,    Zum  Heimaths-Nachweis    der   Agrotis  cursoria- 

Varietäten 

^37 
J.  Ruber,  Lepidopterologisches 

S.  Schenkung,  Einige  neue  Cleriden  des  Stettiner  Museums     16 

H.  Schont eden.  Eine  neue  Agonosoma-Art 362 

Ct.  Ulm  er.    Weitere  Beiträge    zur  Metamorphose   der  deut- 

sehen  Trichopteren 


Alpliabetisclies  Register. 


Acara  87,  Dohrni  87,  moro- 

sella 

A  c  li  e  n  n  i  u  m 

Achorutes  armatus  120, 
assimilis  123,  iuermis  124, 
manubrialis  122,  purpu- 
rasccns  121,  Reutteri  123, 
rufescens  121,  Schneidcri 
123,  Schötti  122,  vornalis. 

Achorutidae 

Aciptilia 

Aetheocerus  diraidiaüis 
150,  quinquclasciatus  150, 
rubrofasciatus  150,  rufes- 
cens   

A  g  a  p  0 1  u  s      comatus      222, 

fuscipes  

Stelt.  entomol.  Zeit.  1903. 


0/ 
32 


123 
117 

97 


150 


Agelastica  alni 327 

Agonosoma     Dohrni     362, 

flavonotata  363,  triliueata.   363 

Agraylea 2.23 

Agrotis    cursoria    var.   ob- 

scura    358,     cursoria    var. 

sagitta  358,  fugax 37 

'214 
A  g  r  y  p  in  a ''^^ 

Allotrichia 

Alucita  malaceiisis97, simi 
■  lalis 

Aiuatliusia "^39 

Ainathuxidia 

A  m  a  X  i  d  i  a 

Ambia  50,  cataclystalis  51, 
Dohrni  51,  iriusalis  50, 
lipocosmalis  50,  poritialiö.     50 


223 
97 


339 
339 


366 


Analjol  ia '215 

A 11  c a 0  u  s  Försteri 36 

A  n  c  y  1  ()  ]  o  ni  i  a  argentata  80 
capciisis  80,  clir5'sc)gTaplieIla 
80,    intlica  80,    sansibarica 
80,  taprobanensis  80,  West- 

woodi 80 

Angüiiia  crambidalis 67 

Anurida  Tullbcrgi 126 

Anurophorinac 131 

Anurophorus  laricis 131 

Anydraula    mesorphna  65, 

xanthobathra 65 

Apatania 214 

A  p  h  0  r  u  r a  inennis 129 

Apop  empsis  17,  pulchra.  .  19 

A  p  t  e  r  y  g  0 1  a 116 

Arimetus  320,  Conradti...  320 
A r g  y r  e s  t h  i  a  ephippe]la241, 

mendica 241 

Asbecesta     dimidiaticornis 

313,  rufobasalis 313 

Athropleona 117 

Aula  Codes  56,  aechmialis.  56 

Aurophorus  stillicidii.  .  .  .  129 

B a  r  0  m  b  i  a  324,  caerulea  325, 

metallica 325 

B  e  c  k  i  a  argentea 160 

L!  e  r  a  e  0  d  e  s 218 

Bledius  Fisclieri 35 

Botys  Snellemanni  48,  veUi- 

talis 49 

Brihaspa  atrostigmella.  . .  .     68 
Bussa  maculella 92 

Caina     ciiiiferella     94,     dele- 

tella  93,  micrella 94 

Calamotropha  84,  auticella 

84,  paludella 84 

C  a  m  p  0  d  e  a  fragilis 116 

C  a  n  d  e  z  e  a  336 

Canthclca     aegnusalis     92, 
oegnusalis    92,    saturatella 

92,  stibiella 92 

Cardiostichus 18 

Cataclysta     65,    Idandialis 
65,    cuneifera  65,    delicata 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


57,  jiinchilis  65,  mesorphna 
65,  nigi'italis  65.  ()cliri]»ieta 

58,  patnalis   65 

Catliyalia  deflandrella  ....  91 
C  e  m  i  0  s  1 0  m  a     aecris     245, 

laburnella  247,  lathyrifo- 
liella  246,    lustratella  246, 

spartifoliella 246 

C  h  a  e  1 0  p  t  e  r  y  X 215 

Chi  lo  76,  boxanus  111,  dubia 

77,  luteellus  77,    partellus 

78,  phragmitellus  111,  Sim- 
plex 78,  squamulclhis  79, 
suppressalis  77,  zonellus..     78 

C  h  i  m  a  r  r  h  a 221 

Cirrho  Christa  aetherialis 
71,  108,  brizonalis  71,  bry- 
zoalis  71,  Grabczewskyi  108, 
pulchellaJis  74,  110,   semi- 

bruimea 74,  110 

Cladocera  angolensis  308, 
femoralis    307,    spectabilis 

308,  uniformis 307 

Clupeosoma  polusale  ....  48 
Coleophora  albicostclla  12, 
alcyonipennella  10,  aii- 
gustiorella  10,  cuprariella 
11,  debilella  13,  gnaplialii 
13,  implicitella  11,  lougi- 
palpella  12,  metallicella  11, 
niveicostella    12,     onopor- 

diella  11,  ^yockeella 11 

Collembpla 117 

Colpolaulius 215 

Conchylis  ciliella  var.  co- 
niana  5,  ciliella  var.  tectana 
240,  elongana  6,  posterana 

6,  suaveolaua 6 

Conosoma  pictum 25 

Crambus  ermineus  07,  ha- 
paliscus  85,  malacelius  85, 
inultivagellus    70,     troglo- 

dytellus 84 

Crunoccia  irrorata 216 

C  r  y  p  1 0  b  i  n m  Frühst niiVri .  30 
C'ry  ptoblabes  (lis.suhilella  91 
Culladia  admigratella  ....      84 


367 


C  y  d  a  1  i  m  a  li  mbriata  105, 
laticosalis  105,  Pfeiffcrae.  .   105 

Cymolomia  Hartigiana  7, 
Faillana 7 

Cymorrhiza  inextricala  55, 
irrectalis  54,  rivularis.  ...     55 

Cymotlioe  luridasul)sp.  suh- 
lurida 359 

Cyphoderus  aeneus  159, 
agilis  159,  albiiios  159, 
gibbiilus  160,  lignorum  160, 
parvulus  159,  pusilliis.  .  .  .   159 

Degeeria  languinosa  153, 
muscorum  153,  Nicoletü 
153,  nivalis  153,  var.  mon- 
tana  153,  nivalis  var.  iuter- 

rupta  153,  pruni 157 

Depressaria  Heydenii  244, 

oenochroa  243,  Uhrykella.  244 
Diacantha     Conradti     312, 

Deusseni 312 

Diatraea   striatalis   78,    ve- 

nosata  78,  virgosa 79 

Dicyrtoma  albosignata  169, 
atra  169,  dorsalis  169,  fusca 
168,  minuta  169,  oniata  169, 
pallida  169,  pul  che!  la  169, 

silvatica 168 

D  i  c  y  r  1 0  m  i  n  a  e 168 

Dioryctria  abietella  235, 
var.  mutatella  232,  Scluitze- 
ella  236,  ab.  fusalljella  232, 

splendidclla 235 

D  i  p  1  e  c  t  r  (j  n  a 221 

D  i  p  t  y  c  h  0  p  h  0  r a  amoenella     82 

D  i  r  c  e  m  e  1  la 327 

Doloessa  viridis 85 

Drusus 215 

E  c  n  ü  m  u  s 221 

Ectotroplii 116 

Eraaturgina  347,  Mabildci  347 
E  ra  ni  a  1 0  c  e  r  a  94,  an crastica 

94,  crenalella 94 

E  n  0  i  c  y  1  a  pusilla 207 

Entomobrya  albocinctal56, 

arborea  156,  corticalis  156, 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


languinosa  153,  160,    mar- 

ginata     156,     multifasciata 

155,  muscorum  154,  Nico- 

leti  154,  nivalis  156,  pallida  157 

Entomobryidae 131 

Entomobr  yinae 146 

E  n  1 0 1  r  0  p  li  i 116 

Epherema  45,  abyssalis  ...     45 

Erctiza  maximcUa 87 

Ergana   proteus  327,    scmi- 

caerulea 326 

Erilita  46,  adhaesalis 46 

Eromene   bella  82,    ocellea 

82,    pygmaea    81,    Rambu- 

riella  82,  superbella 82 

Eschata  argentata  81,  chry- 

sargyria 81 

Esthemophel  es   344,   lam- 

prolensis 344 

Esthemopsis  radiala 344 

Eucallaenia  fumipalpis  72, 

110,  Ragonoti  110,  spissalis  73 
Eunica  flora   346,  Ma^bildei 

346,  olympias 346 

Euphaedra  mcdon  ab.  fcr- 

nanda 359 

Eurj'^demus  marginal us  ..  .  303 
Evergestis     extimalis     ab. 

pallicilialis 231 

Galeruca  ephippiata.  .    .  .  .   321 

Galerucella  sericea 314 

Galerucidae  310 

Galleria  macroptcra 87 

Glossoma 223 

Glyphodes  praefulgida ....  107 
Glyphotaelius  215,  pellu- 

cidus 191 

Goera  pilosa 217 

Grammotaulius 215,  224 

G  y  n  a  n  d  r  o  p  h  t  li  a  1  ni  a    \N'ci- 

sci 294 

Hadena  amica 37 

Halesus  auricollis  202,  digi- 
tatus  191,  205,  interpunc- 
tatus  203,  ruficollis  202, 
tesselat  us 202 


368 


II  a  1 1  i  r  h  0 1  i  u  s  marginatus . .  316 
H  e  m  i  s  c  0  p  i  s  suffusalis  ....     48 

H  e  p  i  a  1  u  s  ganna 37 

Heteromicta  85,  latro  86, 

ruüvena 86 

Heterosoma  33,  Dohrni  ..     33 
Heterotoma  llavesccns  ...  149 

II 0 1 0  c  e  n  t  r  0  p  u  s 222 

H  0  m  0  e  0  s  0  m  a  derasella  ...     92 

Ilyantis  Hageni  hodeva  341, 

var.    infumata    342,    mela- 

nomata    342,    var.    micro- 

phthalma      342,      xantho- 

phthalma 342 

Ilydrocampa   difllualis  63, 
phlcgctoiialis  56,  scitalie  64, 

stagnata 63 

H j^dropsyche  222 

Hydropsycliidae   221 

H  y  d  r  0  p  t  i  1  a  223 

H  y  d  r  0  p  t  i  1  i  d  a  e 223 

II  y  d  r  0  r  y  b  i  n  a 48 

H  y  ni  e  n  0  p  t  y  c  h  i  s         denti- 

linealis  44,  sordida 44 

Hyp  Orion     357,     hia     358, 

princeps 357 

Ilypsotropa  95,  falsclla...     95 

H  y  p  s  o  t  r  0  p  h  a 95 

Hystaspes  321,  Dohrni  ...   321 

Jamcsonia     castanea     305, 
unieostata 306 

Isotom  a  131,  afflnis  135, 
annulata  134,  aquatilis  133, 
arborea  140,  bimaculata 
133  cinerea  142, denticulata 
140,  fimetaria  143,  gracilis 
138,  griscsccns  135,  macu- 
lata  133,  maritima  136, 
micans  135,  minor  138,  no- 
tabilisl38,olivaceal36,pal- 
llda  134,  palustris  132,  pra- 
sina  133,  quadrioculata  143, 
riparial34,Schöttil31,sciisi- 
ljilisl39,tigrinal35,violacea 
136,  viridis  134,  voraginum  135 

1 1  li  y  t  r  i  c  li  i  a 223 

8toU.  cntomol.  Zeit.  1903. 


Lacordarius  erythrus  var. 

nigromaculatus 19 

Laetana  histrio  318,viü]acei- 

pennis 317 

Lamoria    fusconorvdla    87, 

plana]  is 86 

Lathrobium    pallidum    31, 

sumatrensc 31 

Lcma    mitis    293,    simplici- 

cornis  293,  turgida   294 

L  e  m  0  n  i  a  s 347 

L  e  p  i  d  0  c  y  r  t  u  s  albicans  160, 
americanus  158,  argentatus 
160,  assimilis,  159  cyancus 
159,    fucatus    159,    langui- 

nosus  159,  rivularis 160 

Lepidostoma  hirtum 216 

Lepisma  saccharina 117 

Leptocerus  annulicornis 
219,  aterrimus  219,  bilinca- 

tus  219,  senilis -219 

Leucargyra  puralis 81 

L  i  m  n  0  p  li  i  1  u  s  decipicns  195, 
llavicornis  186,  197,  224, 
lunatus  224,  marmoratus 
195,    rhombicus    165,    197, 

Stigma 195 

Lipura  fimetaria  129,  iuer- 
mis     129,     volvator     129, 

Wrightii 129 

Lita  Petryi  9,  trinulla 9 

L i  th  ax  obscurus 217 

Luperodes  castaneus 315 

Lupe  ms  oculatus 316 

ETabra  eryxalis  49,   obealis     49 

Machilidac 116 

Ma c h i  1  i s  maritima 116 

Macetes  albicans  296,   Per- 

ringueyi  297,  thoracica...  296 
Mac  na  98,  platychoralis  98, 

pomalis  98,  practcxtata.  .  .  98 
Macrotoma         ferruginosa 

144,  flavescens  145,  lepida 

145,  longicornis  144,  nigra 
144,  plumbca  144,  145,  spi- 
ricornis 144 


369 


Margaro nia  brizoalis  71, 
nilgirica   106,   Soitzialis  .  .  106 

M  e  cl  0 11  granulicoUis 32 

Melasoma  discoidalis  295, 
Dohrni     295,     livida    295, 

tibialis  295,  unicolor 295 

Melissoblaptes      bipunc- 

tanus  86,  rufovenalis 86 

Menius  chalccatus  Coia-adti 
298,  llavimanus  301,  par- 
viilus  299,  semipiceus  300, 
subcostatiis    299,    viridiae- 

neus 302 

Mesodonta      imitans      321, 

transversofasciata 321 

Mesosemia  chalybaea   356, 

tosca 356 

Mesotoma  327,  viridipeiinis  32S 

Micrasema  longiilum 217 

Mixophila    67,    renal usalis     67 

Molanna  217 218 

M  0 1  a  n  n  0  d  e  s 217 

Monolepta       barombiensis 

335,  opulenta 335 

Morphindra  33 337 

Morph 0  acliillaena353,achil- 
les  349,  acliillides  353,  coe- 
lestis  349,  deidamia  354, 
electra  355,  Godartii  348, 
var.  assaspai'  348,  grana- 
densis  355,  hector  349,  var. 
subfasciata  351,  hermione 
354,  peleidos  349,  var.  ma- 
cnlata  349,  peleus  352,  tela- 
mon  351,  trojana  353,  ulysscs  352 

M  o  r  p  li  0  s  p  li  a  e  r  a 318 

Morphosphacroi  des  318, 

africana 318 

Mucialla   85,   mundtdla  86, 

ruüvcna 86 

Musotiraa  iiicriislalis 54 

Myelois    cribrclla    alj.    gil- 

vesccntella  239,  criljruni..  239 
Mynes  Doubledaii   var.   llo- 

rensis 342 

M  y  r  m  c  d  0 II  i  a     brevipcnnis 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


21,   canaliculata  24,   laevi- 

cauda  24,  senii  flava 23 

Mystacides 220 

Neanura  muscorum 127 

Neuronia  ruficrus  189 214 

Neuro themis  248,  apicalis 
248,  283,  biamina280,  de- 
cora  248,  269,  degener  251, 

256,  disparilis  248,  260, 
elegans  280,  cqucstris  248, 

257,  feralis  248,  260,  lluc- 
luans  248,  fulvia  285,  gi- 
gantea  251,  intermedia  248, 
256,  manadensis  248,  281, 
Martini  248, 263,  nicobarica 
260,  üculata  248,  280,  oli- 
goneura  248,  269,  palliata 
248,  264,  paradisea  269, 
pseudosophronia  280,  Ram- 
buri  248,  271,  Sophronia 
248,  285,  V.  sumatrana  248, 
285,  stigmatizans  280,  vidua  283 

Nirina  Jacobyi 321 

Nirinoides    322,    abdomi- 
nalis 323,  Staudingeri  ....   322 
Nisotra    Dalmani    306,    di- 

lecta 307 

Nomophila    noctuella    ab. 

ovalis 232 

Notomela  fulvofasciata  ...   308 

N y m p h i  c  u  1  a  stipalis 65 

N  ympliidium 347 

Nymphula  61,  crisonalis  62, 
depunctalis  63,  dil'tlualis  63, 
diminutalis  62,  lluctiiosalis 
61,  fregonaiis  62,  hebrai- 
calis  62,  myina  62,  respon- 
salis  63,  stagiuilis  63,  un- 
guicalis 61 

O  c  h  y  r  o  t  i  c  a  iasciata 96 

Oecetis 221 

Oides  ferruginea  310,  minor 

311,  sublacvipcnnis   310 

Oligochroa   coriacella  93, 

terrella 93 

Oligostigma  56.  aureolalis 


370 


59,  crassicornalis  57,  exci- 
salis  59,  falcatalis  59,  ha- 
malis  58,  hapilista  60,  par- 
valis  60,  quinqualis  59,  se- 
juiictalis  57,  simplicialis  .  .  58 
Onychiurus  ambulans  130, 
ab.    inermis    130,    armatus 

128,  fimetarius  129,  inermis 

129,  Schötti 131 

Orcliosella   148,    bifasciata 

148,  152,  ciiicta  148,  152, 
dimidiata    150,    flavescens 

149,  intermedia  153,  me- 
lanocephala  149, 151,  mul- 
tifasciata  153,  quinque- 
fasciata   150,  rubrofasciata 

150,  spectabilis  149,  151, 
unifasciata  152,  vaga 152 

Orphnophanes  eucerasalis 
38,  productalis 38 

0  r  t  h  0 1  r  i  c  h  i  a 223 

0  X  y  e  t  h  i  r  a 223 

Oxyptilus  geodactylus  15, 
loranus  16,  teucrii 15 

Oxytelus  lucens 34 

Pachynoa  Fruhstorferi  102, 
hyalosticta  102,  Ledereri 
102,  maerulalis  102,  pec- 
tinicornalis  102,  purpuralis 
102,  spilosomoides  103, 
thoasaHs 103 

Pachytoma  dives  319,  sub- 
mctallica 319 

Pagyda  anipliisalis  101,  ar- 
biter  101,  auroralis  101, 
quinquelineata  101,  salvalis  101 

Papilio  cypraealila  siibsp. 
iernandus  360,  illyris  subsp. 
flavispai'sus 359 

Papirius  ater  1G9,  dorsalis 
169,  silvaticus 168 

P  a  r  a  c  y  m  o  r  i  z  a    incxt r i  cata     55 

Parnassius  cpaphus  siibsp. 
Huwei  360,  mercurius  360, 
sikkimensis 360 

P  a  r  t  h  e  n  0  d  c  s  54,  albifascia- 

lis  55,  cxsolvalis 54 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


Patissa    erythrozonalis    68, 

Heidi 68 

Pelonium  sexnotatum  var. 
quadrinotatum  20,  var.  oc- 

tuplagiatum 20 

Phaeopteryx 215 

Pliilontlius  crassicornis  27, 
dimorphus  29,  Fischeri  26, 

sublaevipennis 28 

P  h i  lo  p  0 1 a m  u s 221 

Phoxopteryx  lundana  var. 

rhusiana 8 

Phryganea  214,  cinerea 
180,  grandis  180,  striata . .   179 

Phryganeidae   213 

Phygasia  basalis 304 

Physodactyla  africana  310, 
collaris  310,  Dohrni  309, 
G  erstäckeri^309,  nigrifrons 
309,    nigripes    310,    viridi- 

pennis -.  .   309 

Pliysoma  brunnea 310 

Piletocera  aegimiusalis  47, 
chrysorycta  48,  contingens 
48,  llavomaculata  47,  orien- 

talis  47,  sodalis 47 

Placocerus 18 

Platamonia  41,  camillalis 
44,   camillusalis  44,   mcdi- 

nalis  42,  ptochui'a 43 

Plathanocera 18 

P 1  a  t  y  p  t  i  1  i  a  asiatica  14,  Ber- 
tram! 14,  rhusiodactyla. . .  14 
P 1  a  t  y  X  a  n  t  h  a  afri  cana  329, 
apicicornis  330,  Clavareani 
333,  Conradti  330,  curvi- 
cornis  332,  dimiaticornis 
329,  facialis  333,  laevipen- 
nis    332,    longicornis    331, 

sublaevipennis 328 

P 1  e  c  t  r  o  c  n  e  m  i  a 222 

Pleonectusa  46,  admixtalis 

46,  sodalis  46,  tabidalis  . .     47 
Pleurota   Schlägeriella  ab. 

tristriga 245 

Po  dura  118,  aquatica  120, 
arborea  150,  ßmclaria  129, 


371 


longicornis    144,    plumbea 
144,  rufescens  150,  violacea  159 
Polycaena     princeps     357, 

tamerlana 357 

Polycentropus 222 

Porphytoma  319,  dives  ..  319 
P  s  e  c  a  d  i  a  funerella  var.  affla- 

tella 8 

Pseudocolaspis  Duvivieri 
297,   Lefevrei   297,   tuber- 

culata 297 

Ps  eudosinella  alba 160 

Pterophorus     inulae     96, 

microdactylus 96 

Pterygisus  foedalis  64,  te- 

nellalis 64 

Ptychopseustis  82,  amoe- 

nella 83 

Pyralis  costalis  227,  var. 
ustocilialis  227,  var.    usto- 

maculalis 228 

Pyrausta  nubilalis var. paiil- 
lalis  230,  palliatalis  230, 
sambucalis  228,  ab.  tectalis 

228,  stachydalis 228 

Ramila  marginella 67 

Rhembastus     micans    302, 

subaeneus  302,  trivialis. . .  302 
Rhyacophila  222,   septen- 

trionis  223,  tristis 222 

Rhyacophilidae 222 

Sagra  Signoreti 292 

Schoenobius  bipunctiferus 
74,  dodatellus  75,  incertulas 
74,  minutellus  74,  ochra- 
ceellus  75,  76,  punctellus  74 
Scirpophaga  chrysorrhoa 
70,  innotata  71,  sericea  70, 
virginea  70,  xanthoperas.  .  71 
Sebaethe  lateritia  305,  palli- 

dicornis  304,  torrida 304 

Seira  japonica 158 

Set  ödes  argentipunctella  ..  210 
Silo  nigricornis 208,  pallipes  208 
Sira  Buskil57,  corticalislöS, 

flava  157,  platani 158 

Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


Sminthuridae IGl 

Sminthurides  abrupta  161, 
aquaticus  162,  elegantiila 
161,  maculata  161,  Malm- 
greni  161,  nigrescens  161, 

quadrilineata 161 

Sminthurinae 161 

Sminthurinus  aureus  162, 
caecusl62,  nigerl62,ochro- 
pus  163,  punctata  162,  qua- 
drilineata    163 

Snainthurus  atratus  165, 
bilineatus  165,  cinereo- 
viridis  167,  dorsivittatal68, 
flaviceps  168,  frontalis  165, 
fuliginosus  165,  fulvus  163, 
fuscus  168,  hortensis  165, 
insignis  164, 167,  Lubbocki 
168,  lupulinae  163,  luteus 
164,  maculata  168,  mar- 
ginatus  167,  novemlineatus 
166,  oblongusl65,  pruinosus 

164,  repandus  163,  signatus 

165,  speciosa  167,  viridis  .   167 
Smynthurus  frontalis  165, 

fuliginosus    165,    hortensis 
165,  signatus  165,  viridis  .   163 
Sphenarches  anisodactylus 

96,  caffer  96 

Stactobia 223 

Steganodactyla  concursa.     96 
Steganoptycha    tantillana 

241,  vacciniana 241 

Stegothyris  diagonalis  40, 

transversalis 40 

Stenophylax  concentricus 
200,  latipennis  199,  223, 
luctuosus  199,  nigricornis 
199,      rotundipennis      199, 

stellatus  199 

Sylepta  abjungalis  44,  vio- 

lata 44 

Symphypleona 161 

Syntomodora     albisignalis 
39,    inconsequens  89,  thoa- 
salis 39 


372 


Tenaris  Rothscliildi 342 

Tephriy  inariitclla 93 

Thagora   ligiiraiia 85 

Tharops 347 

Thecla  Wcniickei  343,  wil- 

helmina 343 

Thylacoptila    pauroseraa.     92 

Thysanura 116 

Tinodes 221 

Tomocerus  143,  celer  145, 
tlavescens  145,  loiigicornis 
144,  minor  146,  iiiger  145, 
norvegicus  146,    plumbeus 

144,  vulgaris 146 

T 0 r t r ix  fallaciana  4,  podana 


3,  unifasciaiia   4.    vulpecu- 

lana 3 

Triacnodes 220 

T  r  0  g  o  d  e  n  d  r  0  n  aurotomeu- 
tosum  17,  fasciculatum  17, 
monstrosum 17 

Wormaldia 221 

Xenotriussimplex 16 

X  e  II  y  1 1  a  124,  brevicauda 
126,  humicola  124,  mari- 
tima     125 

Z  e  II X  a  m  a  t  h  u  s  i  a 339 

Zeuxidia 339 


Ausgegeben  im  Oktober  1903. 


Stett.  entomol.  Zeit.  1903. 


Sie«,  eiitomol.  Zeit.  1903 


Tafel  I. 


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Tafel  II. 


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Stett.  eutomol.  Zoit.  1903. 


23  -•  26 

Gozeicliuct  von  Hugo  Agrcn. 


Tiifcl   II!. 
2  3 


"t.ct.t.  i'nt.uniol.  Zpif.   i;)0;j 


Goz(ichnet  von  Hinr.   niiuiiiuc 


TalVl   IV. 


15 


16  a 


16^ 


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25 


29 


23 


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Stett..  entomol.  Zeit.  1903. 


Ti.lVl   V. 


32 


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35 


4,-  \ 


40 


48 


50 


Stett.  enlomol.  Zeit.   1903. 


V 


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